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  • Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Ein Hörsturz tritt praktisch wie aus heiterem Himmel und oftmals ohne jede Vorwarnung auf. Die Betroffenen haben das Gefühl, als hätten sie einen Stöpsel oder Watte im Ohr und können nur noch schlecht oder gar nichts mehr hören. In vielen Fällen gesellt sich zur plötzlichen Taubheit auch ein Schwindelgefühl und es kommt zu einem dumpfen Schmerz im Ohr. Es ist immer noch nicht restlos geklärt, was einen Hörsturz auslösen kann, nicht selten haben die Betroffenen aber zuvor unter einem Tinnitus, also unter Ohrensausen gelitten. Bei den meisten tritt der Hörsturz jedoch unvermittelt auf.

    Welche Ursachen gibt es für einen Hörsturz?

    Auch wenn nicht klar ist, warum der Hörsturz so plötzlich auftreten kann, die möglichen Ursachen sind aber bereits gefunden. So wird vermutet, dass eine akute Durchblutungsstörung im Innenohr für einen Hörsturz verantwortlich ist. Im Innenohr, oder genauer gesagt in der sogenannten Hörschnecke sind die Haarzellen zu finden und diese Zellen haben die besondere Aufgabe, alle ankommenden Schallwellen, die in das Ohr dringen, in elektrochemische Signale umzuwandeln. Diese Signale werden dann über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet, so sie dann verarbeitet werden. Anschließend werden sie dann als Sprache, Musik oder auch Lärm wahrgenommen.

    Wenn aber die Haarzellen nicht mehr mit ausreichend Blut und mit Sauerstoff versorgt werden, dann wird das Hörvermögen eingeschränkt und das kann eventuell einen Hörsturz auslösen. Aber es gibt noch andere mögliche Ursachen, die für einen Hörsturz verantwortlich sein könnten. Chronische Entzündungen können ebenso schuld sein wie auch eine Autoimmunerkrankung. Eine Erkrankung der Halswirbelsäule kann vielleicht einen Hörsturz auslösen und auch ein Tumor im Bereich des Kopfes kommt infrage.

    Wie wird ein Hörsturz behandelt?

    Auch wenn es für die Betroffenen sehr unangenehm ist, aus medizinischer Sicht ist ein Hörsturz kein Notfall, denn bei ungefähr der Hälfte der Fälle verschwinden die Symptome nach 24 Stunden wieder und der Betroffene kann wieder normal hören. Als Faustregel gilt: Je geringer der Verlust des Gehörs ausfällt, um so besser ist die Prognose, dass der Hörsturz wieder von selbst verschwindet.

    Trotzdem sollte nach einem Hörsturz ein Arzt aufgesucht werden, denn hinter dem plötzlichen Verlust des Hörvermögens kann sich unter Umständen eine ernste Erkrankung verbergen, die schnell behandelt werden muss. Welche Therapie bei einem Hörsturz die beste ist, das ist ebenfalls noch nicht geklärt. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Therapieformen, die in den vergangenen Jahren erprobt worden sind, aber welche der Therapien erfolgreich ist, das hängt immer von der Schwere des Hörsturzes ab.

    Welche Therapien versprechen Erfolge?

    Handelt es sich um eine leichte Form des Hörsturzes, dann raten die Ärzte den Patienten, einfach ein paar Tage abzuwarten. Wenn sich die Symptome nach drei Tagen immer noch nicht gebessert haben, dann werden in der Regel Medikamente verordnet, die bei einer möglichen Entzündung und einem Abschwellen des Innenohrs helfen sollen. Die Medikamente können wahlweise in Form von Tabletten eingenommen werden, aber es ist auch möglich, den Wirkstoff direkt ins Ohr zu spritzen.

    Kann man einem Hörsturz vorbeugen?

    Eine gesunde Lebensweise ist die beste Vorbeugung, um keinen Hörsturz zu erleiden, nach Möglichkeit sollten auch Stress und belastende Situationen vermieden werden. Wer Probleme damit hat, Stress abzubauen, der sollte Yoga oder autogenes Training machen. Auch übermäßiger Lärm ist eine Gefahr, denn wenn die empfindlichen Haarzellen im Innenohr ständig überreizt werden, dann kann das einen Hörsturz begünstigen oder sogar auslösen.

    Menschen deren Blut verdickt ist und sehr schnell gerinnt, laufen ebenso Gefahr einen Hörsturz zu bekommen, und auch die Fettwerte im Blut können dafür verantwortlich sein, wenn es zu einem Hörsturz kommt, denn hohe Blutfettwerte können die Fließeigenschaften des Bluts verändern. Wer einen Hörsturz vermeiden will, der sollte sich zudem ballaststoffreich und fettarm ernähren.

    Bild: © Depositphotos.com / atholpady

  • Was passiert bei einer Dialyse?

    Was passiert bei einer Dialyse?

    Viele kennen den Begriff Dialyse auch unter den Namen Blutwäsche, aber eine Dialyse kann mehr als nur das Blut waschen, sie rettet Menschen, die unter schweren Schäden der Niere leiden, immer wieder das Leben. Normalerweise übernehmen die Nieren die Funktion das Blut zu waschen, wenn sie aber krank oder geschädigt sind, dann übernimmt eine Maschine diese Aufgabe, eben die Dialyse. Durch die Dialyse werden alle schädlichen Substanzen und auch das überschüssige Wasser aus dem Körper gefiltert, und wenn die Diagnose Dialyse fällt, dann hat der Patient die Wahl zwischen zwei verschiedenen Arten, wie die Dialyse durchgeführt werden kann.

    Welche Dialyseformen gibt es?

    Streng genommen wäscht die Dialyse das Blut nicht, sie reinigt es vielmehr und gibt es dann wieder an den Körper ab. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren für eine Dialyse und der Patient kann sich entweder für das extrakorporale oder aber für das intrakorporale Verfahren entscheiden. Welche Form der Dialyse infrage kommt, das entscheidet auch der Arzt. Bei einer extrakorporalen Dialyse findet die Blutreinigung außerhalb des Körpers statt. Der Arzt legt dem Patienten während eines operativen Eingriffs einen speziellen Gefäßzugang den sogenannten Shunt, mit dem eine Vene mit einer Arterie verbunden wird. Bei der intrakorporalen Dialyse, die im Körper stattfindet, läuft die Dialyse über einen Zugang im Bauchfell. Diese Form kommt allerdings eher selten zum Einsatz, normalerweise fällt die Wahl auf die externe Form.

    Die Hämodialyse

    Die einfachste und deshalb auch sehr oft angewandte Therapie, um das Blut zu reinigen, ist die Hämodialyse. Bei diesem Verfahren reinigt ein Filter, der sogenannte Dialysator das Blut von schädlichen Stoffen. In einem Dialysator fließen eine spezielle Flüssigkeit, das Dialysat und das Blut getrennt und in entgegengesetzten Richtungen durch eine Membran. Zwischen den beiden Seiten der Membran gibt es beim jeweiligen Konzentrat einen Unterschied, da im Blut deutlich mehr Teilchen, wie zum Beispiel Harnstoff enthalten sind. Die Teilchen gehen unablässig in die Spülflüssigkeit über und werden dann als gereinigtes Blut wieder in den Körper zurückgeführt.

    Menschen, deren Nieren krank oder geschädigt sind, müssen mehrfach in der Woche an eine Dialyse angeschlossen werden. In der Regel geschieht das dreimal in der Woche für vier bis acht Stunden, aber es gibt auch Patienten, die eine tägliche Dialyse von zwei Stunden auf sich nehmen, weil sie sich dann besser und vor allem auch leistungsfähiger fühlen.

    Die Heimdialyse

    Da die kontinuierliche tägliche Dialyse immer beliebter wird, aber nicht jeder Patient jeden Tag in eine Praxis oder in ein Krankenhaus fahren kann, gewinnt die Heimdialyse immer mehr an Bedeutung. Dank moderner Technik wird es möglich, das Blut auch in den eigenen vier Wänden einfach zur reinigen, und die Heimdialyse kann heute ganz individuell den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden.

    Wie sieht die Prognose aus?

    In Deutschland sind ca. 60.000 Menschen von der Dialyse abhängig. Wie gut oder schlecht ihre Prognose ist, das hängt zum einen vom Lebensalter und zum anderen von der Grunderkrankung ab. Bei ungefähr der Hälfte der Dialyse Patienten, die dauerhaft auf die Dialyse angewiesen sind, beträgt die Lebenserwartung vom Beginn der Dialyse an noch rund zehn Jahre, aber jeder vierte lebt mit der Dialyse noch 20 Jahre oder sogar noch länger. Wenn aber eine Diabetes oder eine Herzerkrankung dazu kommen sollten, was bei einem Dialyse Patienten nicht selten der Fall ist, dann sinkt die Lebenswartung drastisch.

    Die Lebensqualität muss nicht zwangsläufig unter der Dialyse leiden, viele können ganz normal einer Beschäftigung nachgehen und ein ruhiges Leben führen. Möglich wird das aber auch durch das Angebot einer ambulanten Blutwäsche, die heute in vielen Krankenhäusern angeboten wird. Viele stehen aber auch auf der Transplantationsliste und hoffen auf eine neue Niere, die eine Dialyse überflüssig macht.

    Bild: © Depositphotos.com / beerkoff1

  • Praxis ohne Grenzen – medizinische Versorgung für alle

    Praxis ohne Grenzen – medizinische Versorgung für alle

    Viele kennen die Ärzte ohne Grenzen, eine Organisation, die weltweit Menschen medizinische Hilfe zukommen lässt. Die Ärzte ohne Grenzen helfen ohne Bezahlung und sie behandeln alle, die ihre Hilfe brauchen, die sie sich aber aus finanzieller Sicht nicht leisten können. Für dieses Engagement bekam Ärzte ohne Grenzen unter anderem bereits den Friedensnobelpreis. Praxis ohne Grenzen ist eine sehr ähnliche Organisation, die sich wenn auch in einem sehr viel kleineren Rahmen, um Menschen kümmert, die zwar in einem der reichsten Länder dieser Welt lebt, sich aber trotzdem keine angemessene medizinische Versorgung leisten kann.

    Ein Arzt mit Engagement

    Dr. Uwe Denker ist 77 Jahre alt und mit Leib und Seele Arzt. Der Allgemeinmediziner, der früher eine eigene Praxis hatte, hat die Organisation Praxis ohne Grenzen ins Leben gerufen, weil es nach seiner Ansicht einfach nicht sein kann, dass es in Deutschland so viele Menschen gibt, die sich eine medizinische Behandlung nicht mehr leisten können, weil ihnen die passende Krankenversicherung fehlt. In Deutschland leben nach Schätzungen fast eine Million Menschen, die nicht krankenversichert sind. Unter diesen Menschen sind immer mehr Menschen aus dem Mittelstand und viele Scheinselbstständige, die die Beiträge für die Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können, aber auch Handwerker, die unverschuldet in Not geraten sind, weil ihre Kunden nicht zahlen. Auch Versicherungsvertreter und Marktbeschicker fallen immer öfter durch die soziale Lücke und können sich die Beiträge für eine Krankenversicherung einfach nicht mehr leisten. Für diese Menschen wurde Praxis ohne Grenzen ins Leben gerufen.

    Wie funktioniert die Praxis ohne Grenzen?

    Nachdem Dr. Denker seine eigene Praxis aufgegeben hat, kümmert er sich in seiner Praxis ohne Grenzen in Bad Segeberg um alle diejenigen, die durch das Raster der gesetzlichen Krankenversicherung gefallen sind. 400 Patienten hat der Arzt in den vergangenen fünf Jahren in seiner Praxis behandelt und alle waren in der gleichen Notlage, sie hatten keine Krankenversicherung und auch kein Geld, um eine teure Privatbehandlung zu bezahlen. Dazu kommen zwischen 800 und 1.000 telefonische Beratungen und immer wieder Schicksale von Menschen, die krank sind und einfach nicht mehr weiter wissen. Neben der Praxis von Dr. Denker gibt es in Schleswig-Holstein noch neun weitere Praxen und es werden noch mehr dazu kommen, denn der Strom der Patienten reißt nicht ab.

    Ideen für die Zukunft

    Neben seinem Engagement für notleidende Menschen hat Dr. Denker aber auch viele Ideen, wie die ungerechte medizinische Versorgung in Deutschland geändert werden kann. Seine wichtigsten Anliegen sind eine Grundversicherung für alle, die in einkommensabhängigen Berufen arbeiten, mit der Möglichkeit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung. Aber auch die Senkung der Mehrwertsteuer, die für Medikamente immer noch bei 19 % liegt, ist etwas, was der Arzt gerne durchsetzen möchte. Außerdem fordert er einen Zugang zu Krankenhäusern zu einem Notfalltarif, der nur für die Menschen gilt, die keine Krankenversicherung haben. Der Allgemeinmediziner hat ausgerechnet, dass Menschen, die auf Dauer ohne eine Krankenversicherung leben müssen, im Schnitt 14 Jahre eher sterben als diejenigen, die den Schutz einer Krankenversicherung genießen dürfen. Offenbar gibt es in Deutschland Regionen, bei denen die Praxis ohne Grenzen kein Thema ist, denn Dr. Denker musste die Erfahrung machen, dass es in Bayern keinen Bedarf gibt. Aber der Arzt weiß auch, dass es Kollegen in Bayern gibt, die das Problem kennen und die in ihrer Praxis Menschen behandeln, die nicht krankenversichert sind.

    Wie dringend diese Hilfe ist, das haben auch viele Krankenhäuser in Deutschland erkannt. Sie haben ihre normalen Notaufnahmen um sogenannte Hausarztambulanzen erweitert, in der Patienten behandelt werden, die Wochen oder sogar Monate auf einen Termin warten müssen oder die kein Geld haben, um zu einem Arzt zu gehen, der nur noch Privatpatienten aufnimmt, denn von diesen Ärzten gibt es in Deutschland immer mehr.

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  • Exotisches Fieber – gefährliches Reiseandenken

    Exotisches Fieber – gefährliches Reiseandenken

    Jeder bringt aus dem Urlaub ein kleines Andenken mit nach Hause, aber auf die Andenken, die immer mehr Urlauber aus tropischen Ländern mit nach Hause bringen, möchte man gerne verzichten. Mückenarten wie die Tigermücke sind immer häufiger an Bord von Flugzeugen zu finden, und mit der Mücke kommen auch gefährliche Infektionskrankheiten nach Europa. Das Dengue-Fieber oder das nicht weniger gefährliche Chikungunya-Fieber sind mehr und mehr rund um den Globus unterwegs. Heute werden mehr als 2,5 Milliarden Menschen weltweit von diesen Viren bedroht und 400 Millionen Menschen in 100 Ländern infizieren sich und viele von ihnen sterben an tropischen Krankheiten, die von Mücken übertragen werden.

    Tropenkrankheit Dengue-Fieber

    Vor allem das Dengue-Fieber ist auf dem Vormarsch. Alleine in Deutschland gab es 2013 mehr als 900 Fälle von Dengue-Fieber, und gegenüber dem Jahr 2001 ist das zehnmal so viel. Weltweit stieg die Zahl in den vergangenen 50 Jahren um das 30-fache und ein Ende ist nicht abzusehen. Dengue-Fieber kommt besonders häufig in Südamerika, Indien, Südostasien und in Zentralafrika vor, aber 2010 erkranken auch in Südfrankreich und Kroatien Menschen am Dengue-Fieber. Allein auf der Insel Madeira infizierten sich 2010 über 1.300 Menschen mit dem Virus.

    Nach Ansicht von Experten wird die Zahl der am Dengue-Fieber erkrankten in den nächsten Jahren noch weiter steigen, denn durch den klimatischen Wandel fühlen sich die Überträger der Krankheit, die Gelbfiebermücke und auch die Tigermücke, auch in Europa sehr wohl. Die Mücken werden mehr und mehr eingeschleppt, sie kommen mit dem Schiff und mit dem Flieger und sie sind blinde Passagiere, die erst bemerkt werden, wenn es schon zu spät ist.

    Die Mücken mögen Deutschland

    Die asiatische Tigermücke hat sich längst weitab von ihrem ursprünglichen Zuhause eine neue Heimat gesucht und lebt mittlerweile gerne in Italien, in Spanien, im Süden von Frankreich und auch in Deutschland. Vor drei Jahren wurden die exotischen Insekten in Bayern und auch in Baden-Württemberg zum ersten Mal gesichtet und seit dem sind sie auf dem Vormarsch. Auch wenn die Angst vor den Mücken groß ist, so gibt es doch eine beruhigende Nachricht, denn bei keiner einzigen der bisher untersuchten Mücken wurde das Dengue-Fieber nachgewiesen.

    Aber die Gefahr besteht trotzdem, denn theoretisch kann jede Mücke dieser Art, die einen Menschen gestochen hat, der bereits mit einer tropischen Krankheit infiziert hat, den Virus beim nächsten Stich weitergeben. Sie gibt das Virus aber auch an ihren Nachwuchs weiter, der infiziert sich und gibt das Virus weiter.

    Wie ein grippaler Infekt

    Nicht jeder, der von einer tropischen Mücke gestochen wird, erkrankt auch zwangsläufig am Dengue-Fieber, die meisten merken überhaupt nichts. In den meisten Fällen verläuft das Dengue-Fieber in einer milden Form. Die Infizierten haben grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Nur in zwei bis vier Prozent aller Erkrankungen kommt es auch zu inneren Blutungen und zu einem Schock, der zum Tode führen kann.

    Es gibt keinen Schutz vor dem Dengue-Fieber, denn bislang konnte noch keine Impfung gegen das Virus gefunden werden. Schützen kann man sich trotzdem, und zwar durch lange Kleidung, auch Mittel, die die Mücken abwehren, helfen effektiv dabei, dass man nicht von einer infizierten Mücke gestochen wird.

    Wie gefährlich ist das Chikungunya-Fieber?

    Neben dem Dengue-Fieber gehört auch das Chikungunya-Fieber zu den unliebsamen Reiseandenken aus den Tropen. Auch hier sind wieder die Tiger- oder die Gelbfiebermücke die Überträger, vor allem in Indien fordert das Fieber immer mehr Opfer. Wie beim Dengue-Fieber, so wurden auch beim Chikungunya-Fieber in Deutschland noch keine infizierten Mücken gefunden, aber das kann sich schnell ändern, denn Reisen in tropische Länder sind nach wie vor im Trend und mit jedem Reisenden steigt die Gefahr, dass immer mehr Mücken nach Deutschland kommen.

    Bild: © Depositphotos.com / alexraths

  • TCM – Warum die traditionelle chinesische Medizin heute noch wirksam ist

    TCM – Warum die traditionelle chinesische Medizin heute noch wirksam ist

    Immer mehr Menschen suchen nach einer Alternative zur modernen, technisch hochgerüsteten Apparatemedizin und immer öfter fällt dabei die Wahl auf die traditionelle chinesische Medizin, kurz auch TCM genannt. Auch wenn es den Begriff traditionelle chinesische Medizin erst seit dem 20. Jahrhundert gibt, die Verfahren, Behandlungen und Therapien gibt es bereits seit Jahrhunderten. Die Chinesen nennen die TCM auch die Fünf-Elemente-Lehre und sie begründet sich auf die Lehren des Konfuzius. Heute ist TCM auch im Westen sehr populär, zu den bekanntesten Behandlungsformen gehört die Akupunktur. Die traditionelle chinesische Medizin hat aber noch mehr zu bieten.

    Was beinhaltet die traditionelle chinesische Medizin?

    TCM ist ein eigenständiges und sehr komplexes medizinisches System mit Diagnose- und mit Therapieverfahren. Die klassische Schulmedizin und TCM müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen, sie können sich vielmehr ergänzen. Schwere chronische Erkrankungen und auch Krankheiten wie Krebs müssen mithilfe der modernen Schulmedizin behandelt werden, aber wenn es zum Beispiel darum geht, die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu minimieren, dann ist die traditionelle chinesische Medizin eine große Hilfe. Auch von vielen Ärzten wird TCM heute als eine sinnvolle Ergänzung betrachtet, die bei vielen Leiden helfen kann. Zum Einsatz kommt TCM unter anderem bei:

    • Rheumatischen Beschwerden
    • Kopfschmerzen und Migräne
    • Schmerzen nach Amputationen
    • Ischias und Hexenschuss
    • Muskelverspannungen
    • Erkältungen, Bronchitis und Asthma
    • Magenschleimhautentzündung
    • Niedrigem Blutdruck
    • Menstruationsbeschwerden
    • Allergien wie Heuschnupfen
    • Schlafstörungen
    • Blasenentzündungen

    Selbst Unfruchtbarkeit, Schuppenflechte oder Neurodermitis können mit den Methoden der traditionellen chinesischen Medizin erfolgreich behandelt werden.

    Wie funktioniert TCM?

    Die traditionelle chinesische Medizin funktioniert im Grunde nach einem sehr einfachen Prinzip: Sie hilft dem Körper dabei, sich selbst zu heilen. Durch gezielte Reize werden die natürlichen Heilkräfte praktisch geweckt und dann gestärkt. Von der klassischen Schulmedizin unterschiedet sich TCM in einigen Punkten. So wird immer der Körper als Ganzes gesehen und die Therapien zielen darauf ab, Körper und Seele wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das passiert zum Beispiel durch Yin und Yang, aber auch durch Qi, die Lebensenergie. Wenn eine der Kräfte ungleich stärker oder schwächer wird, dann kann durch TCM das Gleichgewicht wieder hergestellt werden.

    Die Diagnose wird in der traditionellen chinesischen Medizin mit der Hilfe von vier Methoden gestellt.

    1. Die Befragung
    2. Die Betrachtung
    3. Das Hören und Riechen
    4. Das Betasten

    Wie in der Schulmedizin, so beruht auch die traditionelle chinesische Medizin auf einer gründlichen Anamnese und wenn es sich nicht um schwerwiegende Erkrankungen handelt, dann kann auch die Behandlung mit TCM durchgeführt werden.

    Die Medizin der Gegensätze

    Balance und Ausgeglichenheit sind die Eckpfeiler der traditionellen chinesischen Medizin. Wer friert, der wird mit Wärme behandelt, wer schwitzt, mit Kälte. Ist der Körper schwach, dann wird er angeregt, ist er aber überaktiv, dann wird er beruhigt. Eine wichtige Rolle nimmt die Therapie mit traditionellen Arzneimittel ein. Die Grundlagen dieser Arzneimittel sind immer natürlichen Ursprungs und können sowohl tierisch als auch pflanzlich sein. Verschiedene Stoffe, die sich aber ergänzen, werden gemischt und dann zum Beispiel als Tee aufgebrüht und getrunken. Alle Tees, die Verwendung finden, werden zunächst in kaltes klares Wasser gegeben, dann zweimal aufgekocht und schließlich abgegossen.

    Auch die äußere Anwendung von Hilfsmitteln ist in der TCM ein wichtiger Bestandteil. Akupunktur ist eine der bekanntesten Therapieformen, die auch in der Schulmedizin ihren Platz gefunden hat. Jeder Mensch hat bestimmte Akupunkturpunkte und über diese Punkte können mit der Hilfe von Nadeln der Organismus, aber auch einzelne Organe beeinflusst werden. Verstärkt wird die Akupunktur durch das Abbrennen der sogenannten Moxa-Wolle, die an den Nadeln abgebrannt wird. Die erhitzten Nadeln werden unter anderem bei kalten Füßen oder Händen eingesetzt. Auch wenn es um eine Narkose geht, dann ist Akupunktur heute ein bewährtes Mittel und macht so manches Narkotikum überflüssig.

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  • Neue Forschung macht amputierten Menschen Hoffnung

    Neue Forschung macht amputierten Menschen Hoffnung

    Amerikanischen Wissenschaftlern der Universität Boston ist es gelungen, die Pfote einer Ratte künstlich herzustellen, und dieser Erfolg macht vielen Menschen neue Hoffnung, die nach einem Unfall oder durch Krankheit ihre Gliedmaßen verloren haben. In weniger als zehn Jahren, so schätzen die Wissenschaftler um den Forschungsleiter Harald Ott, wird es vielleicht möglich sein, auch menschliche Hände, Füße, Arme und Beine künstlich zu erzeugen. Die Forscher am Massachusetts General Hospital sind neue Wege gegangen und haben mit ihrer Forschung und mit dem verblüffenden Ergebnis gezeigt, dass es möglich ist, Gliedmaßen zu schaffen, die voll funktionstüchtig sind und die in der Zukunft vielleicht eine herkömmliche Prothese ersetzen können.

    Ein neues Verfahren

    Das Team um den Österreicher Ott hat mit einem sogenannten Nährmedium eine Pfote wachsen lassen, die sowohl ein funktionierendes Gefäß, als auch ein Muskelgewebe besitzt. Möglich wurde das durch die Pfote einer toten Ratte, aus der die Forscher das Zellgewebe entfernt haben, bis sie keine Zellen mehr enthielt. Dann wurde die Pfote mit neuen frischen Zellen neu besiedelt, die zuvor in der Petrischale gezüchtet wurden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn aus der toten Pfote wurde wieder eine voll funktionsfähige Pfote.

    Im nächsten Schritt haben die Wissenschaftler den Arm eines Pavians komplett von allen Zellen befreit, um so nachzuweisen, dass sich die neue Methode auch für Primaten eignet und sich auch in diesen Fall anwenden lässt. In der humanen Medizin wird es aber sehr wahrscheinlich erst in zehn Jahren der Fall sein, und dann wird im Labor nicht sofort eine neue Hand, aber zumindest neues Muskelgewebe für diese Hand entstehen.

    Gewebe, was nachwächst

    Tagelang hat der schwierige Prozess gedauert, um die noch lebenden Zellen aus der Rattenpfote zu entfernen, bis nur noch die Grundstruktur übrig war. Dann wurden in den folgenden Tagen die einzelnen neuen Zellen wieder in die Pfote verbracht und es dauerte nicht lange, bis die Muskeln und das Gewebe damit begannen, wieder zu wachsen. Um das Wachstum zu stimulieren, wurde mit elektrischen Impulsen gearbeitet und der Besiedlungsprozess dauerte auf diese Weise nur knapp zwei Wochen.

    Für die Wissenschaftler in Boston war es erstaunlich, dass die Funktionstests so positiv ausgefallen sind, denn die Muskeln der künstlichen Pfote haben auf die elektrische Stimulation mit einer Kontrareaktion reagiert. Die Kraft, die von dieser Kontrareaktion ausging, hatte zu 80 % die Kraft, die auch eine natürliche Rattenpfote hat. Aber nicht nur mit einer Pfote war das Experiment ein voller Erfolg, denn es ist schon gelungen, mit der gleichen Methode auch Organe wie Nieren, Leber und das Herz von Tieren wieder funktionsfähig zu machen. Allerdings sind Gliedmaßen, vor allem beim Menschen, um einiges komplexer, was sich zeigte, als der Arm eines Pavians mit neuen Zellen besiedelt wurde.

    Hoffnung für viele Menschen

    Der weitere Versuch, den Unterarm eines Pavians mit neuen Zellen wieder funktionsfähig zu machen, zeigte, dass es noch ein weiter Weg ist, denn auch wenn die Muskeln funktionieren, was den Forschern noch Probleme macht, das ist der Aufbau der Nerven. Das sieht Harald Ott als die nächste große Herausforderung. Alleine in den USA leben über 1,5 Millionen Menschen, denen Gliedmaßen fehlen. Selbst wenn in den letzten Jahren beim Bau von Prothesen große Fortschritte gemacht wurden, im täglichen Leben kann auch eine noch so gute Prothese keinen gesunden Arm oder eine Hand ersetzen. Vor allem das Empfinden fehlt und genau das wollen die Wissenschaftler mit ihren Forschungen erreichen. Aber es müssen nicht nur die Muskeln künstlich aufgebaut werden, auch die Knochen, die Sehnen, Bänder und vor allem die Nerven stellen eine große Herausforderung dar.

    Mit den Forschungen aus den USA wurde aber jetzt der erste Schritt gemacht, und das gibt vielen amputierten Menschen wieder Hoffnung.

    Bild: © Depositphotos.com / GoneWithTheWind