Schlagwort: Muskeln

  • Abnehmen mit Sport

    Abnehmen mit Sport

    Abnehmen ist in heutigen Zeiten in aller Munde. Es ist bekannt, dass gerade durch Übergewicht Erkrankungen entstehen, die dauerhafte Schäden hervorrufen können. Aber wie nimmt man nun richtig ab?

    Definitiv ist es anzuraten, beim Abnehmen Sport zu treiben, denn für eine lang anhaltende Reduktion des eigenen Körpergewichtes ist er absolut unerlässlich. Beim Sport wird der Kalorienverbrauch im Körper gesteigert. Da beim Abnehmen auf eine reduzierte Kalorienzufuhr geachtet wird, liegt das Ergebnis auf der Hand. Denn so ist es dauerhaft möglich, das Gewicht zu reduzieren. Beim Abnehmen Sport zu treiben ist aber ebenfalls aus einem anderen Grund nötig. Denn wer nur eine Diät hält und keinen Sport treibt, riskiert damit, dass die Muskelmasse sich ebenfalls abbaut. Der Körper passt sich an und die Körperfettreduktion wird relativ schnell gestoppt. Es beginnt irgendwann der sogenannte Jojo-Effekt.

    Der Mix macht’s

    Es ist anzuraten, eine gute Mischung zwischen Ausdauersport und Kraftsport zu betreiben. Wer ein leichtes Kraftsporttraining absolviert, wird feststellen, dass relativ schnell Muskelmasse aufgebaut wird. Dies führt zwar im ersten Moment dazu, dass sich das Gewicht insgesamt erhöhen kann, aber dennoch kann sich in einer guten Muskelmasse kein Fett festsetzen, daher wird das Gewicht recht schnell wieder normalisiert sein. Der Ausdauersport kann insgesamt auf einen längeren Zeitraum durchgeführt werden und dient somit zur Erhaltung der aufgebauten Muskelmasse. Durch diese Form des Sportes wird gleichermaßen das Herz-Kreislauf-System trainiert, so dass es zu einer besseren Durchblutung des Körpers und durch eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Körpers kommt.

    Die richtige Intensität

    Es kommt aber auch auf die Intensität beim Sport an. Auf jeden Fall ist es wichtig, es nicht zu übertreiben. Sicherlich mag eine höhere Intensität den Energieverbrauch steigern, aber es ist nachgewiesen, dass dann die Kondition schneller nachlassen kann und die Lust dann verloren geht.

    Daher ist es empfehlenswerter, die Intensität der einzelnen Übungen eher geringer zu halten, damit länger durchgehalten wird. Auf Dauer wird somit mehr Fett verbrannt. Dies ist besonders im Anfangsstadium wichtig, denn wer später eine bessere Kondition hat, wird bemerken, dass er automatisch besser durchhält, Gewicht und Wiederholungen steigern kann. Nicht jeder Sport ist geeignet. In erster Linie sollte natürlich der Spaß im Vordergrund stehen, denn eine Sportart, die den Sportler nicht befriedigt, wird er auf Dauer nicht lange durchhalten.

    Wie man weiß, sind Eiweiße und darunter auch das Protein wichtig für die Muskeln. Betrachtet man die Muskulatur als eine Art Fabriken zur Fettverbrennung, dann erkennt jeder, wie wichtig die Zufuhr von Proteinen für den Prozess des Abnehmens und der Figur-Definition ist.

    Proteine – wichtige Nahrung für die „Muskel-Kraftwerke“

    Proteine sind Grundbausteine des Lebens. Hunderttausende von Proteinen werden aus lediglich zwanzig Aminosäuren gebildet. Proteine sind für den Aufbau aller Zellen Grundvoraussetzung, sie bewirken Zellstruktur und die biochemischen Vorgänge innerhalb des Stoffwechsels. Ihr Aufbau bedingt wesentliche Eigenschaften des Organismus.

    Proteine im menschlichen Körper

    Ohne Proteine, die auch häufig einfach als Eiweiße bezeichnet werden, ist das hoch entwickelte Zellsystem höheren Lebens und unseres menschlichen Körpers nicht möglich. Proteine erfüllen eine ganze Reihe von unterschiedlichsten Vorgängen im Körper. Dazu sind bestimmte Protein-Verkettungen für jeweils ganz spezielle Funktionen zuständig. So gehört das wichtige Collagen zu den Strukturproteinen, es gibt Transportproteine, wie das Hämoglobin, die Immunproteine und die Hormonproteine. Allein schon diese sehr reduzierte Aufzählung von Proteinen und ihren Bestimmungen macht deutlich, wie wichtig sie für jede Funktion im gesamten Organismus sind. In wirklich läuft nicht eine Körperfunktion ohne sie ab.

    Proteine in der Nahrung

    Protein muss dem Körper auch über die Ernährung zugeführt werden. Im Normalfall genügt dafür eine Kost, die ausreichend eiweißhaltig ist. Ein Teil von Proteinen spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Muskeln. Wer bei sportlicher Tätigkeit seine Muskulatur hartem Training aussetzt, Muskeln aufbauen will, ist auf eine solche Kost stärker angewiesen. Natürlich gehört dazu nicht nur die Anreicherung von Eiweiß, sondern auch Kohlehydrate und Vitamine. Beim reinen Muskelaufbautraining wird häufig noch die Zufuhr von Eiweiß über Nahrungsergänzungsstoffe empfohlen. Bei normaler sportlicher Tätigkeit, die den Körper mehr oder weniger gleichmäßig belastet und allgemeine Fitness schaffen soll, sind die Präparate verzichtbar.

    Bild: © Depositphotos.com / Syda_Productions

  • Rheuma – Beschwerden am Bewegungsapparat

    Rheuma – Beschwerden am Bewegungsapparat

    Mit „rheuma“ wird im Altgriechischen die Strömung oder der Fluss bezeichnet. In der aktuellen Medizin kommt dieses Wort bei allen Beschwerden am Bewegungsapparat zur Anwendung, wenn der Patient z. B. über ziehende, reißende oder auch fließende Schmerzen klagt, die in der Regel auch die Bewegungsfähigkeit einschränken. In der modernen Medizin spricht man im Zusammenhang mit Rheuma etwas allgemeiner von den „Krankheiten des rheumatischen Formenkreises“.

    Von Rheuma betroffen sein können:

    • die Knochen, dann geht es meistens um Gelenk- und/oder Knochenrheuma, was auch oft als Arthrose bezeichnet wird,
    • die Muskeln einschließlich das mit ihnen verbundene Gewebe, dann spricht man von Weichteilrheuma, hier sind vor allem Myalgien zu nennen,
    • die Organfunktionen aufgrund von Stoffwechselstörungen,
    • die Kollagene, wobei es sich um Bindegewebsrheuma (Kollagenose, Lupus erythematodes) handelt.

    Ursachen und Erscheinungsformen

    Es hat sich gezeigt, dass eine Unterteilung nach den Ursachen, die im Rahmen der Diagnose hoffentlich erkannt werden, sinnvoller ist. Das, was (traditionell) im Volksmund vor allem unter Rheuma verstanden wird, das sind die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, die man auch als Autoimmun-Störungen bezeichnen kann, das bedeutet, dass das eigene Abwehrsystem z. B. die eigenen Knorpelzellen als fremde Eindringlinge identifiziert und bekämpft. In der IT-Branche wäre so etwas eine Fehlprogrammierung. Zu dieser großen Gruppe von Erkrankungen gehören:

    • Rheumatoide Arthritis, z. B. chronische Polyarthritis,
    • Psoriasis-Arthritis,
    • Spondylitis ankylosans, z. B. Morbus Bechterew,
    • Juvenile idiopathische Arthritis,
    • Reaktive Arthritis,
    • Wegener-Granulomatose, z. B. Morbus Wegener,
    • Kollagenosen, das sind Bindegewebserkrankungen, und Vaskulitiden, das sind entzündliche Gefäßerkrankungen wie Sklerodermie, Lupus erythematodes, Mischkollagenose, Sjögren-Syndrom, Dermatomyositis oder Polymyositis

    Die Arthrose, die medizinisch ebenfalls zu den rheumatischen Erkrankungen gehört, ist dagegen in erster Linie eine degenerative Erkrankung im Sinne eines Verschleißes.

    Auch Stoffwechselstörungen können rheumatische Beschwerden auslösen, die bekanntesten und häufigsten Vertreter sind die Gicht und andere Krankheitsformen, die mit der Ablagerung von Kristallen zu tun haben, die Osteoporose und die Hämochromatose, das ist eine Eisen-Stoffwechselstörung.

    Bei Schmerzen im Bereich der Sehnen und Muskulatur, die sogenannten Weichteile, handelt es sich meistens um den entzündlichen Weichteilrheumatismus „Polymyalgia rheumatica“ oder um eine Entzündung des Muskelgewebes „Polymyositis“.

    Diagnostik

    Eine Diagnose muss immer auf einer gründlichen Anamnese (das eingehende Gespräch zwischen Arzt und Patient) und auf der körperlichen Untersuchung basieren. Für die genauere Einordnung der Erkrankung werden ggf. bestimmte Antikörper im Labortest nachgewiesen und zur genauen Untersuchung des Blutes gehört auch das Aufspüren genetischer Marker.

    In den nächsten Schritten kommen verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz, z. B. Röntgenaufnahmen (Rheumastatus), Magnetresonanztomografie, Computertomografie oder die Szintigrafie. Mit Hilfe dieser Verfahren wird die Diagnose gesichert, es kann das Stadium der Erkrankung ermittelt werden, und durch Wiederholung ist eine Verlaufskontrolle beim Voranschreiten bzw. bei einer Besserung der Erkrankung möglich.

    Therapien

    Die meisten Krankheiten, die zum rheumatischen Formenkreis gehören, sind vor allem erst mal durch ihre schmerzhaften Symptome gekennzeichnet, wobei die Ursachen in der Regel an ganz anderer Stelle liegen als gerade dort, wo beispielsweise entzündete Fingergelenke sichtbar werden. Zur Zeit werden rheumatische Erkrankungen fast ausschließlich mit Medikamenten behandelt, Kortison als bewährtes Mittel gegen überbordende Entzündungen spielt dabei eine große Rolle.

    Aber eine Änderungen der Lebensweise, und dazu zählt insbesondere eine gesunde, ausgewogene Ernährung, kann eine sehr wichtige unterstützende Maßnahme sein. Als Beispiel sei die Gicht genannt, die auf einem gestörten Purinabbau basiert. Wer also die Zufuhr von Purinen in Form von Innereien, Fleisch, Alkohol drosselt, kommt auf Dauer mit deutlich weniger Medikamenten aus. Man findet übrigens viel Literatur, die die Vorzüge der vegetarischen Ernährungsweise bei Rheuma umfassend begründet.

    Operative Eingriffe, die teilweise kaum zu umgehen sind, ändern aber nichts an der Ursache der Erkrankung. Es gibt auch verschiedene physikalische Therapien, hier sei stellvertretend mal die Kältetherapie genannt, die den Entzündungs- und Schmerzzustand zurück fahren kann, aber auch hier gilt, dass damit die Ursache der Erkrankung nicht beseitigt werden kann.

    Bild: © Depositphotos.com / kmiragaya

  • Wetterempfindlichkeit – Kältestress für die Gelenke

    Wetterempfindlichkeit – Kältestress für die Gelenke

    Der Winter macht vielen Arthrose-Patienten schwer zu schaffen. Am Frost können sie zwar nichts ändern – aber lernen, besser mit ihm umzugehen.

    Kaltlufteinbrüche im Winter sind in unseren Breitengraden nicht selten. Immer wieder kommt es in den Wintermonaten vor, dass eisige Festlandluft aus Osteuropa nach Deutschland strömt – die Temperaturen stürzen binnen weniger Stunden um mehr als 15 Grad. Derart heftige Kälteeinbrüche machen vor allem Patienten mit Gelenkproblemen Sorgen.

    Viele Millionen Menschen leiden unter Arthrose, einem schmerzhaften, fortschreitenden Gelenkverschleiß. Nach Meinung von Experten reagieren davon zwischen 60 und 90 Prozent empfindlich auf das Wetter. Kaltfeuchte Witterung quält die Gelenke am meisten. Viele Patienten sehen dem Winter deshalb immer mit Bangen entgegen.

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  • Keine Angst wenn Blut fließt – Verletzungen selbst behandeln

    Keine Angst wenn Blut fließt – Verletzungen selbst behandeln

    Nur eine Sekunde Unachtsamkeit reicht und schon hat das scharfe Küchenmesser auf dem Finger seine Spuren hinterlassen. Die Wunde blutet vielleicht stark und das ist für die meisten Menschen das Signal, sofort einen Arzt aufzusuchen. Aber keine Angst, denn was auf den ersten Blick vielleicht schlimm aussieht, ist in Wirklichkeit keine ernste Verletzung und kann sehr gut auch zu Hause richtig behandelt werden.

    Erste Hilfe bei Schnittverletzungen

    Verletzungen selbst behandeln ist auch bei stark blutenden Schnittwunden kein Problem. Schnittverletzungen bluten zwar und sie sind auch schmerzhaft, aber in der Regel wird nur die obere Hautschicht verletzt und durch das Blut, das aus der Wunde sickert, werden auch alle gefährlichen Keime beseitigt. Die Wunde sollte unter kaltes fließendes Wasser gehalten und dann, je nach Tiefe des Schnitts, entweder mit einem Pflaster oder mit einem Verband abgedeckt werden. Kleine Wunden können auch an der Luft trocknen und so besser heilen.

    Handelt es sich allerdings um eine klaffende Wunde, dann können Muskeln oder Nerven verletzt sein und es sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, der die Wunde dann eventuell sogar nähen muss.

    Schürfwunden richtig behandeln

    Wenn Kinder draußen spielen und toben, dann kann es immer mal wieder passieren, dass sie sich die Haut aufschürfen. Diese Schürfwunden sind nicht selten großflächig und schmerzen auch arg, da Nervenenden dabei freigelegt werden. Verletzungen selbst behandeln ist auch bei Schürfwunden ohne Probleme möglich, denn diese Wunden heilen in der Regel schnell ab und es bleiben auch keine Narben zurück.

    Da sich in einer Schürfwunde meist viel Dreck befindet, ist es dringend notwendig, dass die Wunde sehr gründlich ausgewaschen und desinfiziert wird. Kleine Schürfwunden sollten an der Luft heilen, nur wenn die Wunde größer ist, dann sollte entweder ein Wundschnellverband oder eine sterile Kompresse zum Einsatz kommen.

    Wie werden Platzwunden richtig versorgt?

    Verletzungen selbst behandeln funktioniert bei Platzwunden leider nicht, denn diese Wunden sollten immer von einem Arzt behandelt werden. Oftmals haben Platzwunden raue Ränder, die zudem noch weit auseinanderklaffen. Das kann ein Nährboden für viele Keime sein, und da vor allem die Platzwunden an Kopf sehr stark bluten, sollte als erste Maßnahme die Wunde gesäubert und mit einer Kompresse abgedeckt werden. Für den Weg zum Arzt sollte die Kompresse mit einer elastischen Binde fixiert werden. Der Arzt entscheidet dann, ob die Platzwunde genäht werden muss.

    Mit Stichwunden sofort zum Arzt

    Auch wenn es zu einer Stichwunde zum Beispiel durch einen Nagel, einer Scherbe oder einem Messer kommt, dann sollte keiner diese Verletzung selbst behandeln, sondern sofort einen Arzt aufsuchen. Das Tückische an Stichwunden ist, dass sie oberflächlich betrachtet, nicht immer gefährlich aussehen, aber eine solche Verletzung kann tiefer gehen und das macht es gefährlich. Es besteht die Gefahr, dass mit dem Fremdkörper auch Keime in die Wunde geraten sind, die für eine Infektion sorgen können. Wichtig ist, dass der Fremdkörper nicht aus der Wunde gezogen wird, denn das kann innere Blutungen auslösen, nur der Arzt sollte den Fremdkörper sachkundig entfernen.

    Richtiges Verhalten bei Bisswunden

    Biss- und Kratzwunden werden meist von Tieren verursacht, und auch diese Verletzungen selbst behandeln, kann sehr gefährlich werden. In diesem Fall besteht eine hohe Infektionsgefahr, die zu einer Sepsis, also zu einer Blutvergiftung, einem Gasbrand oder zu einem Wundstarrkrampf führen kann. Wenn ein Hund zubeißt oder die Katze einen tiefen Kratzer hinterlässt, der stark blutet, dann sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Höchste Eile ist geboten, wenn der Biss oder der Kratzer von einem Wildtier wie einem Fuchs oder von einer Fledermaus stammen, denn dann besteht Tollwutgefahr.

    Bildquelle: Depositphotos.com // macor,

     

  • Die körperlichen Reaktionen bei Angst

    Die körperlichen Reaktionen bei Angst

    Angststörung Symptome:

    Hierbei unterscheidet man zwischen den normalen Reaktionen aufgrund einer realen oder fantasierten Gefahr, welche im Ernstfall entweder die körperliche/seelische Gesundheit oder im Extremfall das Überleben sichern. Dazu zählen z. B. Flucht oder Kampf.

    Reaktionen:

    • erhöhte Aufmerksamkeit, Muskelanspannung, Reaktionsgeschwindigkeit, Herzfrequenz und Blutdruck
    • Pupillen weiten sich, Sinne (Sehen und Hören) werden geschärft, weil die jeweiligen Nerven empfindlicher werden.
    • in den Muskeln wird Energie bereitgestellt
    • schnellere, flachere Atmung, Atemnot
    • Zittern, Schwitzen, Schwindelgefühl
    • Übelkeit
    • Hemmung von Blasen-, Darm- und Magenfunktionen während des Zustands der Angst
    • körperliche Zeichen: Zittern, Schwindelgefühl, Schwitzen
    • im Schweiß werden Moleküle freigesetzt, damit andere Menschen die Angst riechen können, was bei ihnen unbewusst Alarmbereitschaft auslöst
    • charakteristische Mimik, Gestik, Sprache mit der Bitte um Schutz (sozialer Sinn)

    Angst zeigt sich immer in diesen körperlichen Ausdrucksformen, entweder in einzelnen Reaktionen oder in allen. Dabei gibt es keine Unterschiede zwischen realer Bedrohung oder Panikattacke. Häufig entwickeln sich aus solchen Angststörungen auch chronische Schmerzen. Jeder Vierte, der darunter leidet, ist auch von Schmerzen betroffen.

    Gesunde Menschen stellen sich ihren Ängsten, doch wer unter Panikstörungen leidet, schafft dies nicht aus eigener Kraft. Die Psychotherapie kennt viele Lösungsansätze, um den Betroffenen zu helfen, damit sie entweder ihre Angststörung verlieren oder zumindest die Reaktionen darauf vermindern können. Dabei setzt man z. B. auf eine Kombination aus Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie und medikamentöser Behandlung.

    Panikattackenpanikattaken

    Panikattacken haben für Betroffene einen bedrohlichen Aspekt. Sie können tagsüber auftreten, wenn man unerwartet mit einer angstauslösenden Situation konfrontiert wird. Meist jedoch treten diese Zustände nachts auf, häufig in Verbindung mit vorausgegangenen Alpträumen. Der Mensch fühlt sich bei einer Panikattacke den körperlichen Symptomen hilflos ausgeliefert.

    Panikattacken Symptome

    • Attacken scheinen den Brustkorb einzuschnüren
    • kalter Schweiß bricht aus oder man ist schweißgebadet
    • das Herz rast oder der Puls ist kaum fühlbar
    • die Atmung geht schnell und flach in kurzen Stößen
    • man erblasst
    • Bauchschmerzen, Krämpfe gesellen sich hinzu
    • man fühlt sich allgemein unwohl oder Betroffenen wird übel
    • Brechreiz bis zum Erbrechen
    • starke Unruhe, Zittern am ganzen Körper
    • plötzliches Frösteln

    So bedrohlich sich eine Panikattacke anfühlt, so wenig lebensbedrohend ist sie. Versteht der Betroffene, dass die Attacke zwar unangenehm, aber nicht gefährlich ist, dann ist dies häufig schon ein großer Schritt auf dem Weg zur Besserung.

    Ein kaum zu durchbrechender Kreislauf entsteht, wenn man Angst vor Panikattacken bekommt. Schon vor dem Schlafengehen befürchtet man, einen Anfall zu erleiden und prompt kommt dieser dann auch. Jeden Abend gehen Betroffene dann mit der Furcht ins Bett. Doch je mehr man sich vor dem Anfall fürchtet, umso eher tritt er auf. Gegen die Hilflosigkeit bei einer Panikattacke gibt es aber Möglichkeiten. Wenn der Anfall Betroffene tagsüber ereilt, gibt es noch mehr Möglichkeiten als nachts, ihm mit Ruhe und Gelassenheit zu begegnen.

    Angstzustände Symptome

    Zwischen Angstzuständen und Angststörungen besteht ein Unterschied. Angstzustände sind gelegentliche Anfälle, die sich später in einer Angststörung verfestigen (manifestieren) können. Egal, ob reale Angst oder Furcht vor Angstzuständen, die Reaktionen sind die gleichen. Die meisten von uns kennen Angstzustände, wenn sie in eine (vermeintlich) bedrohliche Situation kommen. Plötzlich und unerwartet wird einem übel, es treten Schwindelzustände auf und man fühlt sich allgemein unwohl. Brechreiz bis hin zum Erbrechen kann auftreten, aber ebenso gut Durchfall oder Verstopfungen.

    Kopf- oder Bauchschmerzen gehören ebenfalls zu den Symptomen, die bei stärkeren Angszuständen eintreten können, jedoch ohne organische Ursache. Schweißausbrüche, Zittern, Enge in der Brust, Herzrasen, Erhöhung der Atemfrequenz und Muskelanspannung sowie innere Unruhe zeigen dem Betroffenen deutlich die Zeichen für Angstzustände. Ein entsprechend erschrockener Gesichtsausdruck bzw. eine angstverzerrte Mimik, verbunden mit aufgerissenen Augen und geweiteten Pupillen zeigt dem Gegenüber, dass hier jemand panische Angst hat.

    Gegen die Attacken helfen Ablenkungsmanöver. Man kann eine gute Freundin bzw. einen guten Freund anrufen. Vielleicht vereinbart man auch mit einer Vertrauensperson, die bei Tag und in der Nacht erreichbar bleibt, dass immer angerufen wird, wenn Panik ausbricht. Durch das Reden wird die auslösende Situation entschärft. Auch andere Ablenkungen, wie Malen, Basteln, durch die Wohnung laufen, ein Buch lesen oder spazieren gehen, können hilfreich sein.

    Prüfungsangst Therapiepruefungsangst-symptome

    Betroffene müssen zunächst erkennen, dass es weniger die Angst vor der Prüfung selbst bzw. dem Scheitern in einer Prüfung ist, als die Angst vor der Prüfungsangst, die sie lähmt. Schlechte Erfahrungen in bisherigen Prüfungen können den Angstzustand verstärken. Aber auch die Vorstellung, man könnte versagen oder man weiß nicht alles, die Prüfer könnten streng sein usw. kann dazu führen, dass man Prüfungsangst bekommen.

    Hier setzt die Verhaltenstherapie an. Es sind nämlich nicht nur bewusste Faktoren, die Ängste in uns auslösen, sondern vielmehr auch viele unbewusste oder unterbewusste Einflüsse. Die Therapien zielen meist auf kognitive Fähigkeiten der Menschen ab, wie das Lernen, den Umgang mit anderen Menschen, den Aufbau von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, die Wahrnehmung und viele weitere Kognitionen.

    Meist wird eine kognitive Verhaltenstherapie mit einer Konfrontationstherapie kombiniert. Diese Therapien bieten hohe Erfolgschancen. Darüber hinaus gibt es viele homöopathische Mittel, welche den Prüfling beruhigen, ohne ihn ruhigzustellen. Prüfungsangst kann also am besten gelindert oder geheilt werden, wenn mehrere Behandlungen zusammenspielen. Auf Psychopharmaka muss nicht in jedem Fall zurückgegriffen werden, denn diese Medikamente sind zwar hilfreich, aber häufig auch stark mit Nebenwirkungen behaftet.

    Therapeuten setzen häufig auch auf verschiedene Ablenkungsmanöver, wie z. B. Sport, Spaziergänge, Beschäftigungstherapien und natürlich eine ordentliche Vorbereitung auf die Prüfung in Form des Lernens. Positives Denken und das ständige Manifestieren von so genannten Affirmationen: „Ganz ruhig, ich schaffe das.“ helfen in vielen Fällen auch gegen die Prüfungsangst bzw. die Furcht vor der Prüfungsangst.

    Prüfungsangst Homöopathie

    Prüfungsangst mit Homöopathie zu begegnen halten viele für faulen Zauber. Dabei kann schon die Plazebo-Wirkung von Mitteln bewirken, dass man sich ruhiger und besser fühlt. D. h., es reicht oft, ein „Notfallmedikament“ mit sich zu führen, welches man im Fall der Fälle einnehmen könnte – und es dann meist oft gar nicht braucht. Auch der Glaube an das Mittel kann Berge versetzen. Doch nicht zuletzt gibt es eine Vielzahl homöopathischer Präparate, die bei Prüfungsangst und anderen Angstzuständen helfen können.

    Neben dem bekannten und vielfach beschworenen Baldriantee und dem oft diskutierten Johanniskraut können professionelle Unterstützung eines Psychologen oder Coaches, autogenes Traning, progressive Muskelentspannung oder Meditationstechniken. Empfohlen werden als Tipps reichlich Wasser zu trinken, sich die Nieren zu halten oder den Zeigefinger zu massieren. Auch Fingerübungen, wie „Däumchen drehen“ oder Anstupsen der Fingerkuppen der Reihe nach an die Fingerkuppe des Daumens stellt eine Übung zur Verbesserung der Konzentration dar.

    Als homöopathische Mittel werden empfohlen:

    – Argentum nitricum D12, 2 x täglich 5 Globuli, Beginn: drei Tage vor einer Prüfung bei  Aufgeregtheit, Bauchweh und Durchfall

    – Gelsemium D12, ebenfalls 2 x täglich 5 Globuli bei Schwäche, Zittern, Benommenheit und Lähmungsgefühlen

    – Blackout oder Durchfälle während und Diarrhoe nach der Prüfung, Kopfschmerzen, starkes Herzklopfen, schnellen Puls und rote Flecken können durch Strophantus vermindert werden, was in den Potzenzen von D4 bis D12 empfohlen wird. Im Akutfall werden 3 x täglich 5 Globuli
    Alle diese Zeichen können auf eine Prüfungsangst hinweisen und sollten sehr ernst genommen werden, denn es handelt sich um eine anerkannte Krankheit und keinesfalls um eine kurzfristige Laune des Schülers bzw. Prüflings, z. B. weil er einfach nur zu faul zum Lernen war.

    Test zur Prüfungsangst

    Um herauszufinden, ob man unter Prüfungsangst leidet, gibt es einen Test. Unter anderem werden hier Fragen gestellt, ob der Proband unter starker innerer Unruhe leidet, ob er angespannt ist, nicht  ein- oder durchschlafen kann, unter Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und/oder Magen-Darm-Beschwerden leidet.

    Weitere Symptome, die abgefragt werden können, sind Müdig- und Mattigkeit, erhöhter Blutdruck, Schwindelgefühle, Zittern, Erröten und/oder Schwitzen, Kloß im Hals sowie Schluckbeschwerden, rasche, flache Atmung, häufiger Drang zum Wasserlassen oder Durchfall. Selbst ein Blackout, eine zittrige Stimme oder Stottern können Symptome von Prüfungsangst sein, die es herauszufinden gilt.

    Ziel ist es, zu ermitteln, was dem Betroffenen Angst macht und ihm Tipps an die Hand zu geben, wie er sie überwindet. Dazu ist es wichtig, ehrlich und gewissenhaft den Test auszufüllen. Beim Beantworten sollte ohne zu zögern die erstbeste passende Antwort gegeben werden. Im Ergebnis können dann gezielt Möglichkeiten erarbeitet werden, die Situation Prüfung angstfrei zu meistern.

    Wer vor Prüfungen Angst hat, der behindert sich selbst. Betroffene stellen ihre Fähigkeiten in Frage, sie wollen alles perfekt machen. Von diesen Gedanken ist es wichtig, sich zu verabschieden. Niemand lacht einen Prüfling aus, nur weil er vielleicht nicht bestanden hat. Er ist dadurch auch kein Versager und seine Familie sowie der Prüfer werden ihn weiterhin mögen. Negative Überlegungen halten Prüflinge vom Lernen ab. Hier hilft es, den Stoff in kleine Portionen einzuteilen und auch genügend Pausen einzuplanen, in denen man abschalten und entspannen kann. Man muss nicht alles wissen, um eine Prüfung zu bestehen.

    Auch die Note „Vier“ steht für eine bestandene Prüfung, also sollte man sich nicht überfordern. Später fragt meist sowieso niemand mehr, mit welchen Zensuren die Prüfung abgeschlossen wurde, was zählt ist ein erfolgreicher Abschluss. Notfalls kann man nicht bestandene Tests auch später noch einmal wiederholen. Eine professionelle Unterstützung kann helfen, die Prüfungsangst zu überwinden.

    Bildquellen: Depositphotos.com // elenathewise, ginasanders, Wavebreakmedia

     

     

     

  • Therapie der Angststörung

    Therapie der Angststörung

    Neben der Gesprächstherapie gibt es noch weitere Möglichkeiten zur Therapie der Angststörung, zu denen unter anderem auch die Konfrontationstherapie oder die Entwicklung von Problemlösungstechniken gehören. Es handelt sich dabei um Maßnahmen aus dem verhaltenstherapeutischen Bereich. Hier stellen wir noch weitere Eckpfeiler zur Therapie der Angststörung vor.

    Kognitive Therapie bei Angststörung:

    Ziel dieser Behandlung ist es, dass Betroffene den Zusammenhang zwischen Angstgedanke und Angstgefühlen kennen. Sie erlernen, dass ihre eigenen Angstgefühle und ängstlichen Gedanken in einen Teufelskreis führen können, der letzten Endes häufig Panikattacken auslöst. Dabei lernen sie aber auch Methoden zur Gedankenkontrolle, damit im Falle einer Attacke die Angstgedanken kontrolliert werden können und letzten Endes der Teufelskreis unterbrochen wird.

    Bibliotherapie Angststörung:

    Das Lesen von Ratgebern, besonders zu psychiatrischen Erkrankungen, trägt dazu bei, das Betroffene ihre Krankheit erkennen, ihre Probleme besser annehmen können und die Ursachen verstehen. Gleichzeitig erlernen sie psychologische Strategien, wie sie sich selbst in den entsprechenden Situationen beim Bewältigen negativer Emotionen helfen können.

    Entspannungstechniken bei Angststörung:

    Betroffene erlernen Entspannungstechniken, wie die Progressive Muskelentspannung, welche leicht und schnell erlernbar ist, zuverlässig wirkt und nicht lange geübt werden muss. Wenn die Muskeln entspannt sind, kann keine Angst oder Ärger empfunden werden. Denn Angst erzeugt eine Muskelanspannung. Dabei bedeutet Muskelanspannung oder -relaxation gleichzeitig eine seelische Entspannung und ist daher das natürlichste Beruhigungsmittel.

    Menschen mit Angsterkrankungen können die verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie gegen die Angststörung  auch aus dem homöopathischen und naturheilkundlichen Bereich nutzen. Jeder Mensch ist anders und so zeigt bei jedem eine andere Technik ihre Wirkung. Meist wird gegen die verschiedenen Angsterkrankungen eine Kombination verschiedener Methoden angewandt.

    Bildquelle: Depositphotos.com // asayenkaa