Schlagwort: Narkose

  • Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Herzrhythmusstörungen und die meisten wissen es noch nicht einmal. Besonders häufig ist das sogenannte Vorhofflimmern, ein Warnzeichen, was niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte, denn Vorhofflimmern kann ein Vorbote für einen drohenden Schlaganfall sein. Aber wie entsteht dieses besondere Flimmern und was macht es so gefährlich? Warum sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen und gibt es eine Therapie, die das Flimmern beendet?

    Wie gefährlich ist ein Vorhofflimmern?

    Ein gesundes Herz schlägt rund 70 Mal in einer Minute, wenn es aber zu einem Vorhofflimmern kommt, dann erhöht sich die Zahl auf 150 Herzschläge in der Minute. Das stellt eine sehr große Belastung für den Herzmuskel und die reduzierte Pumpleistung des Herzens dar, für die Betroffenen bedeutet es ein stetiges Absinken der Leistungsfähigkeit. Anders als das deutlich gefährlichere Kammerflimmern führt das Vorhofflimmern nicht sofort zum Tod, aber in den Herzvorhöfen kann sich leicht ein Gerinnsel bilden, das schließlich in die Blutbahn gelangt und zum Gehirn wandern kann. Wird dann ein Gefäß verstopft, dann kommt es zu einem Schlaganfall. Über ein Drittel der Schlaganfälle geht heute auf ein Vorhofflimmern zurück.

    Die typischen Anzeichen des Vorhofflimmerns

    Das Herz rast und stolpert, es kommt zu Atemnot, zu starken Angstgefühlen, der Puls wird unregelmäßig und den Betroffenen wird schwindelig – das alles sind die typischen Anzeichen für diese besondere Form einer Herzrhythmusstörung. Die Betroffenen fühlen sich ohne erkennbaren äußeren Grund plötzlich krank, sie haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und nicht selten auch Todesangst. Oft wird das gefährliche Flimmern mit einem Herzinfarkt verwechselt, und auch wenn es vielleicht seltsam klingt, aber wer mit der Verdachtsdiagnose Infarkt in ein Krankenhaus eingeliefert wird, der hat großes Glück. Bei einem EKG wird das Flimmern meist sehr schnell erkannt, und der Betroffene bekommt sofort die notwendige Therapie, die ihn in den meisten Fällen vor einem Schlaganfall bewahrt.

    Welche Ursachen gibt es?

    Wie alle Herzerkrankungen, so gibt es auch für das Vorhofflimmern verschiedene Ursachen. Die häufigste Ursache ist Bluthochdruck, dann folgt das Alter. Auch eine angeborene Herzmuskelschwäche, eine koronale Erkrankung des Herzens, ein Herzklappenfehler und auch eine Herzmuskelentzündung, wie sie sehr häufig nach einer nicht auskurierten Erkältung oder Grippe auftritt, kann ein Auslöser für diese Form der Herzrhythmusstörung sein. Menschen, die unter Diabetes leiden, starkes Übergewicht haben oder regelmäßig viel Alkohol trinken, müssen damit rechnen, dass ihr Herz ihnen auf diese Weise Probleme macht.

    Welche Behandlungen und Therapien sind möglich?

    Wenn die Rhythmusstörung rechtzeitig erkannt wird, dann kann sie erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Wird sie aber zu spät erkannt, dann ist es schwer, einen normalen Sinusrhythmus, also einen normalen Herzrhythmus wieder herzustellen. In akuten Fällen ist eine elektrische Kardioversion, der sogenannte Elektroschock ein bewährtes Mittel, um das Herz wieder normal schlagen zu lassen. Ähnlich wie bei einem lebensgefährlichen Herzstillstand, so wird der Patient auch beim Vorhofflimmern unter Narkose kurz geschockt, und anschließend beginnt das Herz wieder im richtigen Rhythmus zu schlagen. Bevor geschockt wird, überzeugt sich der Arzt mittels einer Ultraschalluntersuchung aber davon, dass sich in den Herzvorhöfen kein Gerinnsel gebildet hat. Um ganz sicher zu gehen, wird eine Echokardiografie gemacht, bei der eine Ultraschallsonde mit einem sehr dünnen biegsamen Schlauch durch die Speiseröhre bis ans Herz geschoben wird. Zusätzlich bekommen die Betroffenen blutverdünnende Medikamente, die die Bildung eines Gerinnsels verhindern oder hemmen sollen. Nicht immer gelingt es, den Herzrhythmus wieder in einen normalen Bereich zu bekommen. In diesen Fällen werden die Ärzte versuchen, die Pulsfrequenz im Ruhezustand unter 110 oder noch besser unter 70 Schläge in der Minute zu bekommen. Um das zu erreichen, werden dem Patienten spezielle Medikamente verabreicht, wie zum Beispiel Betablocker oder auch Digitalis.

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  • Seeding – ein neuer Geburtstrend aus Australien

    Seeding – ein neuer Geburtstrend aus Australien

    Wenn ein Kind geboren wird, dann ist das immer ein großer unvergesslicher Moment für alle, die an der Geburt beteiligt sind. Das gilt heute auch für Kaiserschnittgeburten, denn anders als früher bekommt die Mutter heute keine Vollnarkose mehr, es wird mithilfe einer periduralen Anästhesie, kurz PDA, nur der untere Teil des Körpers betäubt. Hat der Arzt das Kind aus der Gebärmutter gehoben, dann wird es der Mutter gezeigt oder gleich in den Arm gelegt. In Australien und den USA geschieht nach der Entbindung durch Kaiserschnitt aber noch etwas anderes, das sogenannte Seeding, was das kindliche Immunsystem stärken soll.

    Was genau ist Seeding?

    Seeding heißt aus dem Englischen übersetzt so viel wie verteilen oder auch säen. Bei dieser Methode wird das Kind ungefähr eine Stunde nach der Geburt von Kopf bis Fuß mit dem Scheidensekret der Mutter eingerieben. Eine Stunde vor der Kaiserschnittentbindung wird eine Mullbinde, die mit Salzwasser getränkt wurde, in die Vagina der Mutter gelegt. Unmittelbar vor dem Eingriff wird die Mullbinde, die sich mit dem Sekret vollgesogen hat, wieder entfernt und in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahrt. Ist das Kind geboren, dann werden sein Gesicht und sein Körper mit der Mullbinde abgerieben, zudem wird auch ein wenig der Sekretflüssigkeit in den Mund des Neugeborenen geträufelt. In einigen Kliniken werden die Kinder auch für kurze Zeit in die feuchte Mullbinde eingewickelt.

    Die Simulation der natürlichen Geburt

    Durch das Seeding sollen die Abwehrkräfte des Kindes gestärkt werden, die es bei einer vaginalen Geburt auf natürliche Art und Weise bekommt. Bei einer Kaiserschnittgeburt kommt das Kind nicht mit dem Scheidensekret der Mutter in Berührung, und da in Studien nachgewiesen wurde, dass Kaiserschnittkinder anfälliger für Infekte, aber auch für Allergien und Asthma sind, wird mit dem Seeding eine natürliche Geburt simuliert. Das mütterliche Scheidensekret enthält ca. 300 unterschiedliche Mikroorganismen, von denen die Mehrzahl für eine Stärkung des Immunsystems zuständig sind und diese Mikroorganismen werden durch das Seeding von der Mutter auf das Kind übertragen.

    Seeding in Deutschland noch kein Thema

    In Deutschland kommt mittlerweile jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt zu Welt, Seeding ist aber in deutschen Operationssälen noch kein Thema. Viele Mediziner und auch viele Hebammen sind der neuen Methode aus Australien gegenüber skeptisch. Sie können zwar nachvollziehen, dass durch das Seeding die Immunabwehr des Kindes theoretisch gestärkt werden kann, aber es wird nach Meinung von deutschen Medizinexperten dazu mehr gebraucht, als nur die relativ kleine Menge an Sekret. Bei einer natürlichen Geburt kommt das Kind auf seinem Weg durch den Geburtskanal viel länger mit dem vaginalen Sekret der Mutter in Kontakt. Die wenigen Minuten, in denen das Kind mit der Mullbinde in Berührung kommt, reichen daher nicht aus, um einen kompakten und wirksamen Immunschutz aufzubauen.

    Wenig überzeugend und kaum erforscht

    Ob die neue Methode der Immunisierung tatsächlich funktioniert, darüber gibt es noch keine fundierten Berichte oder Studien. Die Universität New York hat 17 Kinder untersucht, von denen sechs natürlich und elf per Kaiserschnitt geboren wurden. Diese Studie ergab, dass die Kinder, die nach der Sectio mit dem Scheidensekret der Mutter abgerieben wurden, einen positiven Effekt mit ins erste Lebensjahr nehmen konnten. Aber selbst wenn die Studie positiv ausgefallen ist, für eine Langzeitstudie war die Zahl der Studienteilenehmer zu gering und die Studiendauer zu kurz. Um objektive und vor allem fundierte Ergebnisse erzielen zu können, muss die Zahl der Studienteilnehmer mindestens bei 1200 liegen und der Untersuchungszeitraum mehrere Jahre betragen. Kritiker sehen im Seeding jedoch noch einen negativen Aspekt, denn die Zahl der geplanten Kaiserschnittentbindungen könnte noch weiter steigen, weil sowohl die Mütter als auch die Mediziner und die Hebammen durch das Einreiben mit Scheidensekret darauf setzen, den Immunschutz der Kinder zu erhöhen.

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  • Was passiert eigentlich während einer Operation?

    Was passiert eigentlich während einer Operation?

    Die meisten Menschen beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn es um Operationen geht. Sie haben Angst vor der Narkose, Angst davor die Kontrolle zu verlieren und ihr Leben komplett in die Hände der Ärzte zu legen. Der Verlust vor Kontrolle ist eine Urangst, denn dieser Verlust bedeutete für unsere Vorfahren den sicheren Tod. Wer sich aber über die einzelnen Vorgänge vor, während und nach einer Operation informiert, der verliert diese Angst sehr schnell, denn kaum ein anderer Vorgang wird so akribisch geplant und ausgeführt wie ein operativer Eingriff.

    Die Vorbereitungen einer Operation

    Während die OP-Pfleger den Operationssaal für den Eingriff vorbereiten, bekommt der Patient noch in seinem Zimmer ein leichtes Beruhigungsmittel. Dann wird er in den sogenannten Vorbereitungsraum gebracht, wo ein Pfleger den Puls, die Herztöne, den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung im Blut misst. Anschließend injiziert der Narkosearzt über eine Vene im Unterarm oder in der Hand das Narkosemittel und führt dann, wenn der Patient tief schläft, einen Schlauch in die Luftröhre ein. Erst wenn der Patient auf dem OP-Tisch die richtige Position hat und alles bereit liegt, was während der Operation gebraucht wird, kommen die Chirurgen in den Operationssaal. So nehmen zum Beispiel an einer Blinddarmoperation bis zu vier Chirurgen, ein Anästhesist, ein Narkosepfleger, eine OP-Schwester und ein Springer teil. Der Springer ist der Mann im Hintergrund, der das benötigte Material holt, die OP dokumentiert und die verschiedenen Geräte wie das Ultraschallgerät bedient.

    Die Aufgaben der Chirurgen und Narkoseärzte

    Um beispielsweise den Blinddarm zu entfernen, öffnet der Chirurg zunächst die Bauchdecke und der Assistenzarzt hält mithilfe von Haken die Muskulatur und die Haut auseinander, damit der ausführende Operateur eine gute Sicht hat. Mit dem Skalpell und einer sehr feinen Zange wird dann der Blinddarm vorsichtig entfernt, ohne das umliegende Gewebe zu beschädigen. Während des Eingriffs sitzt der Narkosearzt am Kopfende des OP-Tischs und überwacht auf einem Monitor den Blutdruck, den Puls, die Sauerstoffsättigung des Blutes und den Kreislauf des Patienten. Der Anästhesist informiert sich aber immer über den jeweiligen Stand der Operation, um die Narkose perfekt steuern zu können.

    Nach der Operation

    Nach dem Gesetz muss bei jedem operativen Eingriff mindestens ein erfahrener Chirurg anwesend sein, meist ist es aber die Aufgabe des Assistenzarztes, die Wunde wieder zu schließen. Zuvor haben sich der Chirurg, die OP-Schwester und auch der Springer davon überzeugt, dass alles, was während des Eingriffs gebraucht wurde, auch wieder an seinem Platz ist und nichts in der OP-Wunde vergessen wurde. Der Chirurg gibt dem Narkosearzt dann das Zeichen, die Schlaf- und Schmerzmittel langsam zurückzufahren. Wenn alles nach Wunsch verläuft, dann wacht der Patient nach wenigen Minuten auf und der Narkosearzt entfernt den Tubus aus der Luftröhre, er spricht den Patienten an und überzeugt sich, dass alles in Ordnung ist. Die meisten Patienten können sich später nicht mehr daran erinnern, dass sie im OP-Saal wach geworden sind, die Erinnerung setzt meist erst im Aufwachraum wieder ein. Nicht selten wird dann die Frage gestellt, wann es endlich losgeht. Für diese Erinnerungslücken sorgen spezielle Medikamente, wie zum Beispiel das Mittel Midazolam. Wenn der Patient wieder komplett bei sich ist, dann wird er wieder in sein Zimmer verlegt und kann dann den Rest der Narkose in aller Ruhe ausschlafen.

    Ein eingespieltes Team

    Jeder operative Eingriff ist so etwas wie ein Gesamtpaket, bei dem jeder auch noch so kleine Handgriff perfekt sitzen muss. Die Teams, die jeden Tag im OP miteinander arbeiten, sind aufeinander eingespielt, und oftmals muss der Chirurg nicht einmal mehr ein bestimmtes Instrument verlangen, es wird ihm unaufgefordert von der OP-Schwester gereicht. Bei jeder OP gilt: Der Patient muss optimal versorgt werden, er darf aber nie übermäßig belastet werden.

    Bild: © Depositphotos.com / poznyakov

  • Hornhauttransplantation – ein Fisch kann das Augenlicht retten

    Hornhauttransplantation – ein Fisch kann das Augenlicht retten

    Jedes Jahr können 100.000 Menschen weltweit dank einer Hornhauttransplantation wieder sehen. Da die Keratoplastik eine Erfolgsquote von bis zu 95 % hat, ist sie die erfolgreichste Transplantationsmethode der Welt. Es gibt jedoch ein Problem, es fehlen Spender. Bislang wurde für eine Hornhauttransplantation die Hornhaut von Verstorbenen verwendet, da die Zahl der Spender aber immer weiter zurückgeht, muss sich die Medizin etwas einfallen lassen. Bei der Suche nach einer geeigneten Alternative stießen die Forscher jetzt auf einen kleinen unscheinbaren Fisch, dessen Schuppen die Rettung für alle sein können, die wieder sehen möchten.

    Die Hornhaut – eine ganz besondere Haut

    Die Cornea, wie die Hornhaut medizinisch heißt, hat salopp gesagt, für das Auge die Funktion einer Windschutzscheibe. Diese äußere, transparente Haut ist sehr berührungsempfindlich und besteht aus mehreren Zelllagen, die aber nur 0,6 mm dünn sind. Diese Zelllagen weisen jedoch eine biologische Besonderheit auf, denn sie haben keine Blutgefäße, sie werden vielmehr von einem System aus Gefäßen in der Nachbarschaft ernährt. So kommen die Nährstoffe unter anderem aus dem Tränenfilm auf der Vorderseite und dem sogenannten Kammerwasser auf der Rückseite der Hornhaut. Alle Medikamente, die in der Blutbahn zirkulieren, können die Hornhaut nur schwer erreichen, aber das hat einen großen Vorteil. Da es keine Gefäße und auch keinen Kontakt zu den Immunzellen gibt, kommt es bei einer Hornhauttransplantation kaum zu Abstoßreaktionen gegen die fremde Hornhaut. Die Immunabwehr des Empfängers erkennt und bekämpft das fremde Gewebe daher nicht.

    Wann ist eine Hornhauttransplantation erforderlich?

    Immer wenn die Hornhaut verletzt wird, sich eintrübt oder Vernarbungen aufweist, dann kann eine Hornhauttransplantation dafür sorgen, dass das Sehvermögen erhalten bleibt. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit rund zehn Millionen Menschen unter einer Erkrankung der Hornhaut, sie sind sehbehindert oder sogar komplett blind. Bei einem Grauen Star ist eine Hornhauttransplantation eine Hilfe, um das Sehvermögen wieder zu erlangen, wie auch bei Verletzungen oder Verätzungen der Hornhaut. Unter Vollnarkose wird die gesunde, klare Hornhaut dem Empfänger eingepflanzt. Während der Operation wird die verletzte oder kranke Hornhaut zunächst in kleinen Scheibchen von sieben bis acht Millimeter Durchmesser abgeschliffen und dann durch die fremde Hornhaut ersetzt. Schon kurz nach der Operation kann der Patient deutlich besser sehen und nach wenigen Wochen ist die Sehkraft dann wieder hergestellt.

    Fischschuppen ersetzen die Hornhaut

    Der Tilapia-Fisch lebt bevorzugt in asiatischen und lateinamerikanischen Gewässern, er ist sehr schmackhaft und er hat ganz besondere Schuppen. Diese Schuppen enthalten einen Rohstoff, der eine Hornhauttransplantation auch ohne einen menschlichen Spender möglich macht. Die Schuppen des Fisches bestehen beinahe ausschließlich aus einem Kollagen, was der menschlichen Hornhaut sehr ähnlich ist. Wissenschaftler aus Taiwan sind auf die Idee gekommen, die Schuppen des Fisches aus der Familie der Buntbarsche als Hornhaut zu verpflanzen. Die ersten Tierversuche waren sehr vielversprechend, denn die fremde Hornhaut wurde gut angenommen und es gab kaum Abstoßungsreaktionen.

    Von der Fischschuppe zur Hornhaut

    Für eine Hornhauttransplantation müssen die Fischschuppen zunächst gründlich mit Salpeter- und Essigsäure gereinigt, entkernt und dann entkalkt werden. Dann werden die Nukleinsäuren DNS und RNS vollständig entfernt, denn das minimiert das Risiko, dass bei einer Hornhauttransplantation Viren, Bakterien oder auch Parasiten auf die Hornhaut gelangen. So entsteht bei der sogenannten BioCornea eine sehr hohe Durchlässigkeit für Sauerstoff und Licht, die beste Voraussetzung für eine künstliche Hornhaut. Noch ist die Alternative zur Spenderhornhaut kein Massenprodukt und noch immer werden viele Menschen erblinden, weil es nicht genug Spender gibt. Wer seine Hornhaut nach dem Tod spenden möchte, der sollte einen Organspendeausweis haben, denn nur dann kann die Hornhaut noch bis zu 72 Stunden nach dem Tod für eine Transplantation entnommen werden. Die Hornhaut des Verstorbenen wird dann durch eine Kunststoffschale ersetzt, damit ein Abschiednehmen am offenen Sarg möglich ist.

    Bild: © Depositphotos.com / Rangizzz

  • Abtreibung – immer eine schwere Entscheidung

    Abtreibung – immer eine schwere Entscheidung

    Nicht alle Frauen brechen in Jubel aus, wenn sie von ihrem Arzt erfahren, dass sie ein Baby erwarten. Vielfach lässt es die Lebenssituation einfach nicht zu, ein Kind zur Welt zu bringen, und die betroffenen Frauen entscheiden sich für eine Abtreibung. Ein Abbruch der Schwangerschaft ist immer eine schwere Entscheidung, und viele Frauen wissen überhaupt nicht, was bei einem Abbruch passiert und was sie unternehmen müssen, um die Schwangerschaft abzubrechen.

    Ist Abtreibung legal?

    Kaum ein anderes Gesetz sorgt bis heute für so kontroverse Diskussionen wie der Abtreibungsparagraf 218. Im Jahre 1971 brachte das Magazin „Stern“ eine Lawine ins Rollen, die heute als eine Art Meilenstein der Frauenbewegung und der Frauenrechte gilt, denn auf dem Cover des Magazins waren prominente Frauen zu sehen, die öffentlich bekannten: „Wir haben abgetrieben“. Die darauf folgenden Proteste von Millionen Frauen zwangen die Politik aktiv zu werden, und 1993 wurde das bis dahin geltende Gesetz zur Abtreibung neu formuliert. Seitdem gilt die sogenannte Fristenlösung mit einer Beratungspflicht, Abtreibungen sind zwar rechtswidrig, aber die Frauen bleiben straffrei. Bis zu dieser Gesetzesänderung galt ein Gesetz aus dem Jahr 1871, dass Frauen, die so wörtlich: „eine Frucht abtreiben oder im Leib töten“, mit einer Zuchthausstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden konnten. 1926 wurde ein Schwangerschaftsabbruch zu einem Vergehen herabgestuft und es drohte nur noch eine Gefängnisstrafe, außerdem wurde erstmals eine medizinische Indikation anerkannt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr war.

    Was müssen Frauen beachten?

    Auch wenn es heute einfach ist, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, den Paragrafen 218 gibt es immer noch. Ein Abbruch der Schwangerschaft ist aber immer nur dann strafbar, wenn eine Schwangere nicht nachweisen kann, dass sie an einer Schwangerschaftskonfliktberatung teilgenommen hat oder dass das Kind bei einer Vergewaltigung gezeugt worden ist. Auch wenn das Leben der Mutter oder des Kindes nicht durch die Schwangerschaft bedroht ist und die Frau trotzdem die Schwangerschaft abbricht, dann kann sie rein theoretisch strafrechtlich verfolgt werden. Zu beachten ist zudem, dass zwischen dem Beratungsgespräch und dem Abbruch mindestens drei Tage liegen müssen und der Abbruch selbst von einem Arzt vorgenommen werden muss. Eine Abtreibung kann noch bis zur 14. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden, darüber hinaus ist der Abbruch strafbar.

    Wer trägt die Kosten einer Abtreibung?

    Wer für die Kosten bei einem Schwangerschaftsabbruch aufkommen muss, das hängt immer von den jeweiligen Voraussetzungen ab. Gibt es eine medizinische oder eine kriminologische Indikation, dann zahlen die Krankenkassen den Abbruch. Schwangere, die auf eigenen Wunsch abtreiben, müssen die Kosten selbst tragen, die aktuell zwischen 300 und 400,- Euro liegen. Nicht alle Frauen sind finanziell in der Lage, diese Kosten zu übernehmen, sie können sich aber an ihre Krankenkasse wenden und einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Stimmt die Kasse zu, dann übernimmt sie die Kosten und rechnet dann später mit dem zuständigen Bundesland ab.

    Was passiert bei einem Schwangerschaftsabbruch?

    Eine Schwangerschaft kann operativ auf zwei Arten unterbrochen werden, zum einen durch eine Absaugung und zum anderen durch eine Ausschabung. In den meisten Fällen findet eine Absaugung unter Vollnarkose statt, bei der der Arzt mithilfe eines schmalen Röhrchens, das durch die Vagina in die Gebärmutter eingeführt wird, die Schleimhaut der Gebärmutter, die Fruchtblase und den Embryo absaugt. Ebenfalls unter Vollnarkose werden bei einer Ausschabung oder Kürettage die Gebärmutterschleimhaut, die Fruchtblase und der Embryo mit einem löffelartigen Instrument ausgeschabt. Eine dritte Möglichkeit bietet die sogenannte Abtreibungspille, die mit ihrem Wirkstoff Mifepriston nach der Einnahme künstliche Wehen auslöst und dann eine Fehlgeburt einleitet. Diese spezielle Pille darf nur unter der Aufsicht eines Arztes eingenommen werden und sie darf auch nur bis zur neunten Schwangerschaftswoche verschrieben werden. Nach der Einnahme dauert es zwei bis drei Tage, bis die Schwangerschaft abgebrochen wird.

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  • Gesunde Zähne für ein gesundes Leben

    Gesunde Zähne für ein gesundes Leben

    „Lächeln ist die eleganteste Art, seinem Gegner die Zähne zu zeigen“, sagt ein altes Sprichwort, aber nicht jeder kann unbefangen und strahlend lächeln, wenn die Zähne nicht vorzeigbar sind. Gesunde Zähne machen nicht nur ein schönes Lächeln möglich, gesunde Zähne sind auch ein wichtiger Eckpfeiler, wenn es um die Gesundheit an sich geht. Werden die Zähne krank, dann hat das unschöne Folgen, weil nicht nur das Lächeln verschwindet, auch essen wird zunehmend schwerer, was letztendlich Mangelerscheinungen zur Folge hat.

    Gesunde Zähne von Anfang an

    Die Zähne werden schon im Mutterleib angelegt, aber der erste Zahn bricht erst sechs bis acht Monate nach der Geburt in einem meist schmerzhaften Prozess durch. Zuerst sind die mittleren Schneidezähne im Unterkiefer zu sehen, dann folgen die seitlichen Schneidezähne und schließlich die Eckzähne. Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen, der erste bleibende Zahn ist der Backenzahn, der sich im sechsten Lebensjahr seinen Weg durch den Kiefer bahnt. Bis zum zwölften Geburtstag verschwinden die Milchzähne nach und nach, die bleibenden Zähne bilden sich aus, und ab dem 17. Lebensjahr wird das bleibende Gebiss durch die Weisheitszähne komplettiert. Insgesamt sind es dann 32 Zähne, die gut gepflegt werden müssen, damit sie ein Leben lang gesund bleiben. Kinder, die gesunde Zähne haben, werden auch als Erwachsene wenig Probleme haben, deshalb ist es sehr wichtig, dass Kinder schon früh lernen, ihre Zähne richtig zu pflegen.

    Gesunde Zähne sind kein Zufall

    Zähne sind widerstandsfähig, aber sie müssen entsprechend gepflegt werden, damit sie gesund bleiben. Tägliches Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und einer speziellen Bürste für die Zahnzwischenräume, sowie regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt sollten zur Pflege der Zähne dazugehören. Mit zunehmendem Alter werden die Zähne immer brüchiger und fallen schließlich aus, es beginnt die Zeit der dritten Zähne, wie Zahnersatz und Zahnprothesen auch gerne genannt werden. Während in früheren Zeiten nur eine Vollprothese infrage kam, arbeitet die Zahnmedizin heute mit unterschiedlichen Modellen beim Zahnersatz.

    Das Herz und die Gefäße leiden

    Gesunde Zähne sorgen nicht nur für ein strahlendes Lächeln, sie sind auch maßgeblich an der allgemeinen Gesundheit beteiligt. Karies und Parodontitis können unter anderem das Herz schädigen, denn die Bakterien, die die Zähne krank machen, dringen in die Blutbahn ein und schädigen die Gefäße. Die empfindlichen Gefäße werden auf diese Weise weniger elastisch, sie können sich nicht mehr ausdehnen und das kann zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Studien beweisen, dass Menschen mit weniger gesunden Zähnen öfter eine koronale Herzerkrankung haben, als diejenigen, deren Zähne weder Karies noch Parodontitis aufweisen.

    Die Möglichkeiten der modernen Zahnmedizin

    Keiner möchte mit einer unschönen Zahnlücke durchs Leben gehen, und wenn die Backenzähne fehlen, dann wird das Kauen sehr mühsam. Wurde das menschliche Gebiss früher komplett durch ein künstliches Gebiss ersetzt, so haben die Zahnärzte heute eine breit gefächerte Palette, wenn es um den Ersatz für die natürlichen Zähne geht. Implantate sind zu einem beliebten Zahnersatz geworden, denn die Implantate, die fest im Kieferknochen verankert werden, halten ein Leben lang und sie sind, was die Funktionalität angeht, kaum von einem echten Zahn zu unterscheiden. Zahnspangen sind nicht nur bei Kindern ein Thema, auch immer mehr Erwachsene lassen sich heute die Zähne mit der Hilfe einer Spange richten. Zahnkliniken wie der DentalPark, bieten eine gesamtheitliche Behandlung der Zähne an. Auch Patienten, die mit einer Dentalphobie, einer extremen Angst vor dem Zahnarzt zu kämpfen haben, müssen sich in einer modernen Zahnklinik keine Sorgen machen. Auf Wunsch werden die Zahnbehandlungen unter Narkose durchgeführt, die von einem erfahrenen Anästhesisten überwacht wird.

    Gesunde Zähne machen das Leben in jeder Hinsicht leichter, und wer bis ins hohe Alter gesunde Zähne haben möchte, der muss sich gut um seine Zähne kümmern.

    Bild: © Depositphotos.com / luckybusiness