Schlagwort: Nervensystem

  • Hausmittel bei einer Winterdepression

    Hausmittel bei einer Winterdepression

    Eine Winterdepression beginnt in den meisten Fällen schon in den Herbstmonaten, wenn es bereits beizeiten dunkel wird. Der Mangel an Tageslicht bereitet den meisten Menschen Probleme. Die Stimmung sinkt, und nicht selten treten die ersten Symptome einer beginnenden Winterdepression auf. Hier können verschiedene Hausmittel positive Wirkungen auf den Menschen zeigen.

    Eine Herbstkur als Hausmittel bei einer beginnenden Winterdepression

    Verschiedene Hausmittel können dem Menschen bei der Bekämpfung einer sich anbahnenden Winterdepression erfolgreich entgegen treten. Beispielsweise hat sich Johanniskraut als Hausmittel bei einer Winterdepression sehr bewährt. Aber auch warme Farben in den Räumlichkeiten oder bei der Wahl der Kleidung helfen beim Vertreiben einer Depression.

    Um den Organismus des Menschen von körperlichen Giften zu befreien eignet sich als Hausmittel eine Blutreinigung im Herbst. Das Hausmittel der blutreinigenden Wirkung der Herbstkur kann bei der Vorbeugung gegen eine Winterdepression hilfreich sein. Wer sich für eine derartige blutreinigende Kur in den ersten Herbstmonaten entscheidet, kann dazu beitragen, Abfallprodukte und Schlacken aus seinem Körper auszuleiten. Diese tragen im Allgemeinen zu einer Übersäuerung von Körpergewebe und Behinderung der Arbeit unserer entscheidenden Entgiftungsorgane bei.

    Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass Sie von einer Winterdepression befallen werden, sollten Sie zu dem einfach Hausmittel greifen und derselben vorbeugen. Für die Mischung des wirksamen Hausmittels gegen die Winterdepression werden – gekauft in einer Apotheke – folgende Kräuter benötigt:

    Kräuter Menge
    Ackerschachtelhalmkraut 10 g
    Birkenblätter   5 g
    Brennnesselblätter 10 g
    Hagebuttenfrüchte   5 g
    Löwenzahnkraut sowie –wurzel 20 g

    Es werden zur Herstellung des Hausmittels gegen die Winterdepression zwei Teelöffel dieser Kräuter mit einem Viertelliter heißem Wasser übergossen. Anschließend muss die Kräutermischung etwa eine Viertelstunde ziehen. Pro Tag wird zur Anregung des Stoffwechsels empfohlen, drei Tassen Tee für einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen zu trinken.

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    Mithilfe dieses Hausmittels gegen eine Winterdepression kann gleichzeitig noch etwas gegen Übergewicht getan werden. Darüber hinaus werden durch den Tee auch

    • Pickel bekämpft
    • Rheumatische Beschwerden gelindert
    • Unreine Haut gesäubert.

    Winterdepression und mineralstoffreiche Ernährung

    Wer an einer Winterdepression leidet und auf Hausmittel zurückgreifen möchte, der sollte auch seine Ernährung nicht vernachlässigen. Diese sollte in den winterlichen Monaten reich an

    • Kalium
    • Eisen
    • Magnesium

    sein.

    Kalium ist ein für das menschliche Leben enorm wichtiges Mineral, das für eine perfekte Leberfunktion und das Nervensystem wichtig ist. Wer zur Winterdepression neigt, sollte daher gern als Hausmittel schon im Herbst auf Nahrungsmittel, wie

    • Erd- und Haselnüsse sowie Mandeln
    • Erbsen und Karotten
    • Grüne Bohnen und Grünkohl
    • Kartoffeln
    • Birnen und Pflaumen

    zurückgreifen.

    Eisen wird die Blutbildung benötigt und ist ein gutes Hausmittel bei Neigung zur Winterdepression. Verzehrt werden sollten reichlich

    • Feldsalat
    • Hagebutten
    • Linsen
    • Rosinen und Trauben
    • Rote Beete
    • Rotkohl
    • Sojabohnen und Sojamehl

    Bewährt haben sich auch Produkte aus konzentrierten Pflanzenauszügen, welche kurmäßig angewendet werden.

    Magnesium ist ein Hausmittel gegen Stress bekannt und wirkt daher besonders gut gegen eine Winterdepression. Ferner zeigt Magnesium positive Wirkungen gegen Übersäuerung. Zu finden ist der Mineralstoff unter anderem in

    • Cashewkerne, Erdnüsse, Kokosnüsse, Mandeln, Paranüsse
    • Gurken, Rettich
    • Hafer, Weizenkeimlinge
    • Linsen und weißen Bohnen
    • Sojabohnen
    • Vollkornreis

    Johanniskrauttee – gutes Hausmittel gegen Winterdepression

    Bei Vorliegen einer Winterdepression liegen dieser nicht selten ein hohen Schlafbedürfnis, ein Lichtmangel und hoher Appetit zugrunde. Hilfreich wirken hier Spaziergänge – auch wenn das Wetter noch so schlecht ist. Ein bewährtes Hausmittel ist aber auch das Trinken von Johanniskrauttee.

    Johanniskrauttee kann von jedem, der von einer Winterdepression betroffen ist, selbst zubereitet werden. Für dieses einfache Hausmittel wird ein Esslöffel Johanniskraut mit 250 ml kaltem Wasser übergossen. Diese Mischung kann nun auf einem Herd zum Sieden gebracht werden. Nach etwa fünf Minuten wird die Flüssig abgeseiht. Empfehlenswert ist es, je Tag zwei bis drei Tassen Johanniskrauttee zu trinken. Bis das Hausmittel eine erste Wirkung gegen die Winterdepression zeigt, können drei Wochen vergehen. Daher sollte mit der Kur bereits Anfang Oktober begonnen werden.

    Bild: © Depositphotos.com / stevanovicigor

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  • Epilepsie im Kindesalter

    Epilepsie im Kindesalter

    Epilepsie, die im Kindesalter oder auch im Jugendalter auftritt, kann immer eine eigenständige Erkrankung sein. Allerdings kann es sich bei einer Epilepsie im Kindesalter ebenso um eine entzündliche oder genetisch bedingte Erkrankung handeln. Einer Epilepsie wird in aller Regel eine Erkrankung des zentralen Nervensystems verstanden.

    Warum tritt eine Epilepsie im Kindesalter auf?

    In einigen Fällen tritt eine Epilepsie im Kinderalter auf Grund von seltenen neurologischen Erkrankungen auf. Diese gehen mit epileptischen Anfällen einher und bedürfen einer vielschichtigen diagnostischen Abklärung. Bei denselben gilt es zu berücksichtigen, dass es eine große Anzahl an unterschiedlichen Arten von epileptischen Anfällen im Kinderalter gibt. Diese sind im Allgemeinen fast nicht wahrnehmbar, weshalb diese während der Diagnostik nicht selten übersehen werden. Kommt es im Kindesalter zum Eintreten von Epilepsie oder ähnlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, welche von epileptischen Anfällen gekennzeichnet sind, können die Folgen daraus in Entwicklungsstörungen bestehen. Dazu gehören unter anderem Beeinträchtigungen

    • der Aufmerksamkeit
    • der Gedächtnisleistung
    • des Reaktionsvermögens.

    Aus diesem Grunde ist es immer erforderlich, umfassende Tests psychologischer wie auch neurologischer Natur durchführen zu lassen. Nur so können eventuelle Verzögerungen im Bereich der Entwicklung festgestellt und therapiert werden.

    Häufigkeit einer Epilepsie im Kindesalter

    Rund ein halbes Prozent aller Kinder ist von einer Epilepsie im Kindesalter betroffen. Zwei Drittel aller hiervon betroffenen Kinder haben trotzdem eine völlig normale geistige Entwicklung. Dennoch muss des Öfteren bei einer Epilepsie, die im Kindesalter auftritt mit einer Intelligenzminderung eines IQs von unter 70 gerechnet werden. Für die Diagnostik einer Epilepsie im Kindesalter sind

    • eine vollständige neurologische, pädiatrische Untersuchung sowie
    • die Einbeziehung der Familienanamnese

    erforderlich.

    Unterschiedliche Formen einer Epilepsie im Kindesalter

    Tritt eine Epilepsie im Kindesalter oder im Jugendalter erstmalig auf, gibt es verschiedene Formen:

    • Kindliche Absence Epilepsie – CAE
    • Landau-Kleffner-Syndrom
    • Panayiotopoulos-Syndrom
    • Rolando-Epilepsie

    Kindliche Absence Epilepsie

    Die am häufigsten auftretende Form einer Epilepsie im Kindesalter ist die kindliche Absence Epilepsie. Diese nimmt in einem Alter zwischen fünf und sieben Jahren ihren Anfang. Als Ursache dieser Form der Epilepsie im Kindesalter spielen die Gene eine Rolle. Welche Gene hieran beteiligt sind, konnte bislang jedoch noch nicht geklärt werden. Charakteristisch für die Anfälle sind mit einem Schlag auftretende Aussetzer des Bewusstseins beim Kind, wobei die geöffneten Augen starr sind. Die Dauer der Anfälle hält für etwa vier bis 20 Sekunden an. Anfälle können jeden Tag und sehr häufig – zwischen zehn- und 100mal je Tag – auftreten. Dank der typischen Veränderungen des EEG gestaltet sich die Diagnostik relativ einfach. Die kindliche Absence Epilepsie hat eine recht gute Prognose, verschwindet sie doch für gewöhnlich spätestens mit Eintreten des zwölften Lebensjahres.

    Landau-Kleffner-Syndrom

    Bei dem Landau-Kleffner-Syndrom handelt es sich um eine Epilepsie, die im Kindesalter von fünf bis sieben Jahren auftritt. Diese Epilepsieform ist eher selten und geht mit einer Sprachstörung einher. Kinder, die vom Landau-Kleffner-Syndrom betroffen sind, reagieren in der Regel nicht auf Ansprache. Die Symptomatik beginnt schleichend und nimmt stetig zu. Die auftretenden Anfälle dieser Form der Epilepsie im Kindesalter treten gehäuft in der Nacht auf. Viele betroffene Kinder entwickeln zusätzlich Störungen im Verhalten und im Bereich der geistigen Entwicklung. Mit einem Verschwinden der Sprachstörungen und epileptischen Anfälle kann ab einem Alter von 15 Jahren gerechnet werden. Rund die Hälfte aller Betroffenen führt im Erwachsenenalter ein normales Leben.

    Panayiotopoulos-Syndrom

    Das Panayiotopoulos-Syndrom ist eine sehr oft anzutreffende Form der Epilepsie im Kindesalter. Die fokalen Anfälle betreffen zum größten Teil das vegetative Nervensystem. Rund drei Viertel der Kinder leiden unter

    • Blässe
    • Erbrechen
    • Übelkeit.

    Im Verlaufe eines epileptischen Anfalls bleibt zunächst das Bewusstsein erhalten, kann jedoch im weiteren Verlauf verloren gehen. Es ist ein Zur-Seite-Drehen der Augen mit erweiterten Pupillen feststellbar. Die Anfälle weisen eine relativ lange Dauer bis zu einigen Stunden auf. Die Prognose bei dieser speziellen Form der Epilepsie im Kindesalter ist relativ günstig. Etwa die Hälfte aller Kinder, die vom Panayiotopoulos-Symptom betroffen sind, haben nur zwischen einem und fünf Anfälle. Innerhalb von zwei Jahren ist mit einer Stabilisierung der Erkrankung zu rechnen.

    Rolando-Epilepsie

    Eine weitere Form der Epilepsie, die im Kindesalter auftreten kann, die die Rolando-Epilepsie. Hierbei handelt es sich um eine gutartige Form der Epilepsie, die zwischen dem dritten und dem 13. Lebensjahr in Erscheinung tritt. Bei der Rolando-Epilepsie handelt es sich um die am häufigsten auftretende Form einer Epilepsie im Kindesalter. Die fokalen Anfälle treten vorwiegend nachts auf und weisen keine Bewusstseinsstörung auf. Viele Kinder verspüren Missempfindungen im Bereich einer Gesichts- oder Mundhälfte. Die auftretenden Anfälle dieser Epilepsie im Kindesalter gehen in aller Regel bis zum 20. Lebensjahr wieder zurück. Mit bleibenden neurologischen Störungen muss nicht gerechnet werden. Im Allgemeinen ist die Rolando-Epilepsie vererbt. Rund 50 Prozent aller an dieser Form der Epilepsie im Kindesalter erkrankten Personen haben Verwandte, die ebenfalls an Epilepsie leiden.

    Bild: © Depositphotos.com / drnn

  • Nervenzellen – ohne sie geht gar nichts

    Nervenzellen – ohne sie geht gar nichts

    Viele glauben, dass das Herz im menschlichen Körper die Hauptrolle spielt, die eigentlichen Hauptdarsteller sind aber die Neuronen, die Nervenzellen, die es möglich machen, dass wir denken, fühlen, sprechen und handeln können. Jeder Mensch hat 86 Milliarden dieser Zellen, die ohne Pause rund um die Uhr miteinander kommunizieren und innerhalb von Millisekunden äußerst komplexe elektrische und chemische Prozesse bewältigen können. Die Nervenzellen sind perfekt aufeinander eingespielt und so wird es möglich, dass wir ohne Probleme leben können.

    Nichts ist unmöglich

    Stellen wir uns vor, wir würden an einer Konferenz teilnehmen und müssten alle Teilnehmer dieser Konferenz zu einem gemeinschaftlichen Verhalten bewegen, das auch noch sinnvoll ist. Das klingt nicht allzu schwer, aber wenn diese Konferenz mehrere Milliarden Teilnehmer hat und uns nur Bruchteile von Sekunden für unser Vorhaben bleiben, dann ist das völlig unmöglich. Oder doch nicht? Für die Nervenzellen ist das vollkommen normal, denn so funktionieren sie und sind dabei auch noch sehr erfolgreich.

    Nervenzellen – die Schnellläufer unter den Zellen

    Die Haare kämmen, ein Stück Kuchen essen oder Fußball spielen – das alles ist für uns selbstverständlich und keiner denkt darüber nach, wer die Arbeit im Hintergrund übernimmt. Im Körper gibt es jedoch so etwas wie eine stille Post aus verschiedenen Nervenzellen, die miteinander kommunizieren und diese Tätigkeiten erst möglich machen. Im zentralen Nervensystem, der Schaltzentrale, werden mit der Hilfe der Neuronen, die für die motorischen Tätigkeiten zuständig sind, alle zuständigen Zellen aktiviert, um Hände oder Füße in Gang zu setzen. Synchron dazu liefern die sensorischen Zellen ständig Informationen an das Gehirn, um Hände und Füße in die richtige Position zu bringen. Die sogenannten Motoneuronen führen dann den Auftrag exakt durch.

    Einfach und doch hoch kompliziert

    Auch wenn die Zusammenarbeit der Neuronen sehr einfach klingt, dahinter verbirgt sich ein sehr kompliziertes System, in das mehrere Millionen von Nervenzellen eingebunden sind. Es sind diese Zellen, die jeden chemischen oder elektrischen Prozess blitzschnell analysieren und die ganz nach Belieben eine Funktion verstärken, beschleunigen, verstärken oder auch hemmen können. Um zu verstehen, was Neuronen tun, muss man sich den Aufbau einer Nervenzelle genauer ansehen. Eine Zelle besteht aus einem Zellkörper, aus dem mehrere Verästelungen wachsen. Diese Verästelungen stehen dauernd mit anderen Zellen in Kontakt, sie können Informationen senden und auch empfangen. Wird gesendet, dann passiert das über ein Axon, ein Auswuchs, der bis zu einem Meter lang werden kann. Wird eine Information empfangen, dann übernehmen das die Dendriten, Zellen, die bis zu 200.000 Fasern haben können.

    Wenn die Neutronen feuern

    Wenn die ankommenden Signale, die von anderen Nervenzellen kommen, stark genug sind, dann wird ein bestimmter Wert überschritten und die Nervenzelle feuert elektrische Impulse in Richtung der Synapsen. Wie schnell dieses sogenannte Aktionspotenzial ist, das kommt auf die jeweilige Nervenzelle an, wenn es richtig schnell geht, dann erreicht dieser Feuerstoß eine Geschwindigkeit von 120 Metern in der Sekunde. Auch das Axon bestimmt das Tempo, und zwar durch seine Beschaffenheit. Ist ein Axon dick, dann geht es recht flott, ist es dünn, dann dauert es etwas länger. Das Ziel der Neutronen ist immer ein synaptisches Endknöpfchen, eine Art Kontaktpunkt zu einer anderen Nervenzelle. Die Synapsen sind im Gehirn zu finden und Bestandteil der Neutronen. Jede einzelne Zelle hat bis zu 10.000 Synapsen, einige bringen es sogar auf 100.000. Die Endungen der Synapsen und die Senderzelle berühren sich nicht, zwischen ihnen gibt es eine kleine Lücke von 20 Nanometern. Da diese Lücke aber geschlossen werden muss, setzt der Körper andere Zellen ein, die Botenstoffe, die ständig zwischen den Neutronen Hin und Her pendeln.

    Neutronen sind wahre Meister der Kommunikation, sie sind Alleskönner und ohne diese einzigartigen Zellen kann kein Lebewesen funktionieren.

    Bild: © Depositphotos.com / katerynakon

  • Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Etwa eine Million Menschen weltweit infiziert sich jedes Jahr mit Tetanus, einer Krankheit, die viele unter ihrem deutschen Namen Wundstarrkrampf kennen. Die Infektionskrankheit Tetanus tritt in Deutschland allerdings relativ selten auf, denn viele Deutsche sind geimpft und auch die hygienischen Verhältnisse sind hierzulande so gut, dass der Erreger kaum eine Chance hat. Clostridium tetani – so heißt der Erreger, der die Infektionskrankheit Tetanus auslöst und wenn dieser Erreger in die Muskeln des Körpers eindringt, dann verkrampft sich die Muskelmasse dermaßen, dass es zu Lähmungserscheinungen kommt.

    Welche Ursachen hat die Infektionskrankheit Tetanus?

    Der Name Wundstarrkrampf verrät es bereits, die Ursachen für Tetanus sind in den offenen Wunden zu finden, durch der Erreger in den Körper eindringen kann. Das Bakterium hat die Form eines Stäbchens und kann sich nur dann vermehren, wenn die Umgebung arm an Sauerstoff ist, was bei offenen Wunden besonders dann zutrifft, wenn sie stark ausgefranste Ränder haben. Einmal in die Wunde eingedrungen, bilden die Bakterien Sporen und damit eine dauerhafte Form des Erregers, und wenn die Bedingungen besonders ungünstig sind, dann können sie sehr lange überleben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Erreger zum einen widerstandsfähig gegen Hitze, Austrocknung und Desinfektionsmittel ist und zum anderen in der Umwelt praktisch überall vorkommt. Die meisten Tetanus-Erreger finden sich im Erdreich, in tierischen Ausscheidungen, aber auch auf der Haut von Tieren und in ihrer Darmflora.

    Der Tetanus Infektionsweg

    Es ist nicht der Erreger selbst, der in die Wunde gelangt, es sind vielmehr die Sporen, die auch ohne Sauerstoff leben können. Meist reicht schon eine kleine Verletzung, die verschmutzt wird und schon wandern die Sporen in den menschlichen Körper. Das kann zum Beispiel bei der Gartenarbeit passieren, aber auch bei Verkehrsunfällen und Unfällen in der Landwirtschaft ist die Infektionskrankheit Tetanus präsent. Ist der Erreger einmal in der Wunde, dann vermehrt er sich dort und gibt das Gift Tetanustoxin in die Blutbahn ab. Der Giftstoff gerät dann über den Blutkreislauf in das zentrale Nervensystem ins Gehirn und auch ins Rückenmark. Dort angekommen, werden bestimmte Nervenzellen deaktiviert und alle Nervenimpulse, die normalerweise die Muskeln entspannen sollen, können nicht mehr weitergeleitet werden, was schließlich zu den für Tetanus typischen Verkrampfungen führt.

    Die Tetanus Symptome

    Für die Infektionskrankheit Tetanus gibt es klassische Symptome, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen in den Muskeln, eine allgemeine Mattigkeit und auch starke Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf kann eine sogenannte Kieferklemme dazu kommen, die Betroffenen haben einen grinsenden Gesichtsausdruck, da sich die Zungen- und Gesichtsmuskulatur verkrampft, auch die Beine, die Arme, der Nacken und die Bauchmuskulatur werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Muskelkrämpfe sind schmerzhaft und dauern bis zu zwei Minuten an, sie werden noch verstärkt durch optische Reize wie helles Licht, akustische Reize, laute Geräusche und mechanische Reize, wie leichte Berührungen. Die Infektionskrankheit Tetanus führt auch zu einem erhöhten Stoffwechsel, was hohes Fieber auslösen kann und wenn sich die Kehlkopfmuskulatur verkrampft, dann kommt es zu Atemnot, die Betroffenen drohen zu ersticken.

    Wie wird Tetanus behandelt?

    Gegen die Infektionskrankheit Tetanus gibt es kein direktes Gegenmittel, alles, was die Ärzte in einem akuten Fall tun können, ist die Symptome zu lindern und die Vermehrung des Krankheitserregers zu vermindern. Zunächst muss die Wunde gründlich gereinigt und dann breit geöffnet werden. Durch die offene Wundbehandlung kommt Sauerstoff in den Wundbereich und das ist hilfreich, damit sich die Bakterien nicht weiter vermehren. Zusätzlich werden Antibiotika gegeben, die das Tetanustoxin vor allem im Gehirn und im Rückenmark neutralisieren sollen. Der effektivste Schutz gegen die gefährliche Infektionskrankheit Tetanus ist aber eine Impfung, denn sie setzt eine aktive Immunisierung in Gang, der Körper ist in der Lage, Antikörper zu bilden und sich so vor dem Erreger dauerhaft zu schützen.

    Bild: © Depositphotos.com / Zerbor

  • Tilidin gegen Schmerzen – hilfreich oder gefährlich?

    Tilidin gegen Schmerzen – hilfreich oder gefährlich?

    Schmerzmittel sind in der Medizin ein heikles Thema. Auf der einen Seite sind Schmerzmittel ein Segen, denn sie machen den Menschen, die zum Beispiel an Krebs erkrankt sind, das Leben einfacher, auf der anderen Seite sind Schmerzmittel ein Fluch, denn sie führen nicht selten in die Abhängigkeit. Fluch und Segen zugleich ist auch Tilidin, ein Wirkstoff, der in vielen Schmerzmitteln zu finden ist. Tilidin gegen Schmerzen ist hilfreich, aber gleichzeitig auch sehr gefährlich.

    Was ist Tilidin?

    Tilidin ist kein Medikament, sondern ein künstlich hergestellter Wirkstoff, der vor allem in der Drogenszene zu trauriger Berühmtheit kam. Nur Tilidin gegen Schmerzen einzunehmen, wäre wenig effektiv, erst wenn der Wirkstoff sich in der Leber in Nortilidin und Bisnortilidin verwandelt, dann tritt eine schmerzstillende Wirkung ein. Die beiden Stoffe wirken im zentralen Nervensystem und aktivieren dort ein schmerzstillendes System. Da Tilidin gegen Schmerzen zu den Opioiden gehört, entfaltet es eine euphorisierende und enthemmende Wirkung, was die Substanz für Drogenabhängige so interessant macht.

    Wann wird Tilidin gegen Schmerzen eingesetzt?

    Schmerzmittel mit Tilidin werden in der Regel nach schweren Operationen verabreicht, aber auch Menschen, die unter Rheuma oder unter starken Tumorschmerzen leiden, bekommen Tilidin gegen ihre Schmerzen. Der Wirkstoff Tilidin gegen Schmerzen ist die eine Seite, die andere Seite ist die Gefahr, abhängig zu werden, und das passiert unweigerlich, wenn Schmerzmittel, die Tilidin enthalten, über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Um die Gefahr der Sucht so niedrig wie eben möglich zu halten, wird Tilidin mit dem Wirkstoff Naloxon kombiniert. Das Naloxon wird dabei so dosiert, dass es das Tilidin blockiert, wenn es intravenös gegeben wird. Ist die Dosierung aber zu niedrig und wird oral eingenommen, dann hat das auf die Wirkung von Tilidin keinerlei Wirkung.

    Welche Nebenwirkungen hat Tilidin?

    Selbst wenn Tilidin gegen Schmerzen Erfolge erzielt, die Patienten, die den Wirkstoff einnehmen müssen, klagen über zahlreiche Nebenwirkungen. So wird das Urteils- und das Wahrnehmungsvermögen gestört, es kann zu schweren Depressionen und auch zu Schlafstörungen kommen. Appetitlosigkeit ist eine Nebenwirkung und auch Krampfanfälle sind keine Seltenheit. Was Tilidin aber besonders gefährlich macht, ist die Tatsache, dass der Wirkstoff die Psyche verändert und unempfindlich gegen Schmerzen macht. Wer Schmerzmittel mit Tilidin über einen längeren Zeitraum einnimmt, der wird angstfrei, leidet unter Selbstüberschätzung, wird größenwahnsinnig, kaltblütig und hoch aggressiv. Diese fatalen Nebenwirkungen machen Schmerzmittel, die Tilidin enthalten, bei Straßenbanden, in Rockerkreisen und auch bei den Kämpfern des IS sehr beliebt.

    Welche Wechselwirkungen gibt es?

    Vor allem im Zusammenhang mit Alkohol werden Schmerzmittel mit Tilidin sehr gefährlich. Es kommt zu einer verstärkten und verlängerten Wirkung, die sich auf das zentrale Nervensystem auswirkt. Die Betroffenen fangen an, flach und langsam zu atmen, was im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Atemlähmung führen kann. Auch mit anderen Opioiden sollte Tilidin nicht kombiniert werden, denn die Wechselwirkungen sind nicht einschätzbar.

    Wie wird Tilidin dosiert?

    Soll Tilidin gegen Schmerzen helfen, dann muss es richtig dosiert werden. Erhältlich ist Tilidin als Tabletten und in flüssiger Form. Erwachsene sollten nicht mehr als 20 bis 40 Tropfen maximal viermal am Tag einnehmen, Kinder dürfen nur viermal am Tag einen Tropfen pro Lebensjahr nehmen. Wird ein Schmerzmittel mit Tilidin über einen längeren Zeitraum gegeben, dann kann es trotz einer niedrigen Dosierung süchtig machen. Tilidin gehört zu den schwächeren Opioiden und hat nur rund ein Fünftel der Wirkung, die Morphium entfaltet. Das ist auch der Grund, warum Schmerzmittel, die den synthetischen Wirkstoff enthalten, lange Zeit nicht in der Liste der BtMG-pflichtigen Schmerzmittel zu finden war. Da es aber in den letzten Jahren vermehrt zu einem Missbrauch mit Tilidin-haltigen Mitteln gekommen ist, wurden 2013 strengere Maßstäbe eingeleitet. Heute sind Schmerzmittel, die Tilidin enthalten, im BtMG unter der Anlage III gelistet.

    Bild: © Depositphotos.com / belchonock

  • Schlafapnoe – gefährliche Atemaussetzer in der Nacht

    Schlafapnoe – gefährliche Atemaussetzer in der Nacht

    Viele Menschen wissen nicht, in welcher akuten Gefahr sie sich während der Nacht befinden, denn eine sogenannte Schlafapnoe bleibt oft unbemerkt. Die Atmung setzt dann für wenige Sekunden aus und während dieser Pausen nimmt der Sauerstoffgehalt im Blut immer wieder gefährlich ab. Zwar werden die Betroffenen kurz wach, wenn der Körper Alarm schlägt, aber die wenigsten können sich am Tag an diese Aufwachphasen erinnern. Eine Schlafapnoe bleibt trotzdem nicht unbemerkt, denn wer in der Nacht immer wieder aufwacht, weil die Atmung aussetzt, der ist am Tag zwangsläufig müde und unkonzentriert.

    Was sind die Ursachen für eine Schlafapnoe?

    Rund vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen in Deutschland leiden unter Schlafapnoe, und viele wissen es nicht einmal. Eine Ursache für die Atemaussetzer in der Nacht sind verengte Atemwege oder der Atemmuskel ist kurzzeitig nicht mehr in der Lage, mit dem Gehirn zu kommunizieren. Wer schnarcht, der muss mit einer Schlafapnoe rechnen und auch Menschen, die stark übergewichtig sind, leiden unter den Atemaussetzern während der Nacht. Die häufigste Form ist aber die obstruktive Schlafapnoe, die sogenannte OSA. Sie entsteht immer dann, wenn die Atemwege verengt sind und die Kraft der Muskeln nicht mehr ausreicht, um Luft zu holen. Bei dem Versuch Luft zu holen, wird der Widerstand in den Atemwegen so groß, dass es schließlich zu einer Atempause kommt. 80 % der Betroffenen, die unter einer Schlafapnoe leiden, haben Adipositas, sie sind fettsüchtig und ihr großes Körpergewicht sorgt über kurz oder lang dafür, dass sich die Atemwege so verengen, dass es zu Aussetzern beim Atmen kommt.

    Welchen Folgen kann eine Schlafapnoe haben?

    Bei Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, setzt der Atem immer wieder für einen Zeitraum zwischen 20 und 30 Sekunden aus, nicht selten kann ein solcher Aussetzer aber auch über eine Minute anhalten. Meist ist es der Partner, der die Aussetzer bemerkt, und zwar immer dann, wenn das Schnarchen plötzlich abbricht und Stille herrscht. Die Betroffenen merken erst am nächsten Tag, dass die Nacht unruhig war, denn sie sind müde, sie können sich nicht mehr konzentrieren und nicken oftmals für mehrere Sekunden ein. Neben einer starken Tagesmüdigkeit kann es aber auch zu Bluthochdruck, zu Herzrhythmusstörungen, zu einem Schlaganfall oder zu einem Herzinfarkt kommen. Viele Betroffene leiden unter Bluthochdruck, denn immer wenn der Körper durch die Atemaussetzer unter Stress kommt, dann wird das autonome Nervensystem aktiv und das treibt dann den Blutdruck nach oben.

    Hilfe aus dem Schlaflabor

    Eine Schlafapnoe ist eine leise, aber eine große Gefahr. Wenn die Atempausen mehr als zehnmal in einer Stunde auftreten und länger als zehn Sekunden dauern, dann wird es Zeit, in ein Schlaflabor zu gehen und eine Atemtherapie zu machen. Nur ein Schlaflabor kann festgestellt werden, wie gefährlich eine Schlafapnoe wirklich ist, denn dort werden die Betroffenen während des Schlafes beobachtet und kontrolliert. Wer mehr über die persönliche Gefahr durch eine Schlafapnoe wissen möchte, der kann zum Beispiel einen einfachen Stresstest machen und so sehen, ob eine Gefährdung besteht. Aber ein Schlaflabor kann nicht nur feststellen, ob eine Schlafapnoe vorliegt, ein Schlaflabor wie das ambulante Schlafzentrum Osnabrück, bietet auch die Möglichkeit einer Therapie an. Schlafstörungen und eine Schlafapnoe können nicht nur die Gesundheit gefährden, sie beeinträchtigen auch das alltägliche Leben nachhaltig.

    Wie kann eine Schlafapnoe therapiert werden?

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine Schlafapnoe behandelt und therapiert werden kann. Handelt es sich um eine leichte Form, dann kann es schon hilfreich sein, ein paar Kilogramm abzunehmen. Auch der Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann helfen, damit es nachts nicht zu Atemaussetzern kommt. Wer ruhig schlafen will, der sollte die Rückenlage vermeiden und auch spezielle Bissschienen können bei einer Schlafapnoe helfen.

    Bild: © Depositphotos.com / BVDC01