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  • Problemzone Patellasehne – wie können sich Sportler schützen?

    Problemzone Patellasehne – wie können sich Sportler schützen?

    Sport ist gesund, aber wenn der Körper durch zu viel Sport überanstrengt wird, dann meldet er sich, und zwar mit Schmerzen. Läufer klagen besonders häufig über Schmerzen im Knie und wenn diese Schmerzen auftreten, dann ist in sehr vielen Fällen die Patellasehne daran schuld. Die Problemzone Patellasehne macht vor allem Läufern zu schaffen, aber auch bei Radfahrern, Wanderern und Bergsteigern ist die Sehne ein Problem, aber es gibt Vorbeugungsmaßnahmen, die die Sehne schützen und ein schmerzfreies Laufen möglich machen.

    Welche Aufgabe hat die Patellasehne?

    Sie ist zwischen fünf und sechs Millimeter dick und eine Verlängerung des Oberschenkelmuskels. Von dort aus verläuft die Patellasehne zum unteren Ende der Kniescheibe bis zu einer kleinen Wölbung am Schienbein, der Tuberositas Tibiae heißt. Dort wo die Sehne endet, kann sie unterhalb der Kniescheibe sehr gut mit den Fingern ertastet werden, denn sie liegt direkt unter der Haut. Die Patellasehne hat die wichtige Aufgabe, die Übertragung von Bewegung und Kraft vom Oberschenkel in den Unterschenkel zu bringen. Die Problemzone Patellasehne macht sich vor allem bei schnellen Wechseln zwischen Stopps und Starts schmerzhaft bemerkbar. Aber auch Weitspringer haben mit der Problemzone Patellasehne zu kämpfen, denn hier schmerzt sie bei der Landung.

    Die Symptome der Problemzone Patellasehne

    Laufen, springen und andere ständige starke Belastungen führen zur entzündenden Patellasehne und damit auch zu Schmerzen. In der Regel entzündet sich das untere Ende der Sehne und die Schmerzen treten nur einseitig auf. In 20 % aller Fälle, die die Problemzone Patellasehne betreffen, schmerzen jedoch beide Seite der Kniescheibe. Wird die Entzündung nicht behandelt, dann führt das zunächst zu Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten, dann fällt das normale Gehen schwer und schließlich lässt sich das betroffene Knie nicht mehr ohne Hilfe strecken. Der Arzt wird durch die Ausübung von Druck auf das untere Ende der Kniescheibe schnell feststellen, dass die Patellasehne entzündet ist. Auch wenn das Strecken des Knies gegen die Hand schmerzt, dann ist das ein deutliches Zeichen, dass mit der Sehne etwas nicht in Ordnung ist.

    Wie wird die Entzündung behandelt?

    Wie die Problemzone Patellasehne behandelt wird, das richtet sich immer nach dem Schweregrad der Entzündung. Ist die Sehne nur gereizt, dann reicht es meist schon aus, das Lauftraining zu reduzieren. Wichtig ist es zudem eine Laufstrecke zu wählen, die wenig anspruchsvoll ist, die keine Anstiege hat und möglichst eben ist. Auf diese Weise kann die Belastung der Sehne in Grenzen gehalten werden. Ist die Entzündung schon weiter fortgeschritten, dann kann ein Physiotherapeut helfen, aber auch Kältebehandlungen und spezielle Übungen helfen dabei, den Verlauf der Entzündung positiv zu beeinflussen. Ein Trainingsplan, der viele Abwechslungen bietet, ist ebenfalls ein gutes Mittel, um die Sehne zu schonen. Medikamente sollten nur im Notfall eingenommen werden, denn wer Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum nimmt, der muss mit starken Nebenwirkungen zum Beispiel im Magen- und Darmbereich rechnen. Eine Operation an der Patellasehne ist nur in schweren Fällen notwendig. Ob eine OP nötig ist, kann eine MRT Aufnahme abklären.

    Richtig vorbeugen

    Damit es erst gar nicht zur Problemzone Patellasehne kommt, ist es wichtig, vorzubeugen. So sollten einseitige Belastungen der Sehne vermieden werden, und wenn es wiederholt zu Schmerzen am Knie kommt, dann ist es eine gute Idee, zu einer weniger belastenden Sportart, wie beispielsweise Schwimmen zu wechseln. Dehnübungen vor dem Laufen und Stretch-Übungen sind gute Präventivmaßnahmen, um die Patellasehne nicht übermäßig zu reizen. Die Übungen sollten sich jedoch nicht nur auf den Kniebereich beschränken, auch die Muskeln der Wade, der Hüfte und des Oberschenkels sollten vor dem Laufen gedehnt und erwärmt werden. Manchmal kann es auch schon helfen, den Laufstil zu ändern, damit die Sehne im Knie nicht zur Problemsehne wird.

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  • 17. SSW – erholsame und ruhige Phase der Schwangerschaft

    17. SSW – erholsame und ruhige Phase der Schwangerschaft

    Frauen, die noch kein Kind geboren haben, fragen sich in der 17. SSW vielleicht, welcher Monat jetzt angebrochen ist. Die Antwort lautet: Die 17. SSW ist der Beginn des fünften Monats. Die Mehrzahl der Frauen hat sich zu diesem Zeitpunkt mit der Schwangerschaft arrangiert und auf die körperlichen Veränderungen eingestellt. Da in der 17. SSW der Bauch noch nicht allzu rund ist, sind die meisten Frauen noch sehr aktiv, sie arbeiten, treiben Sport und haben Spaß am gesellschaftlichen Leben. Auch das Kind empfindet diese Zeit als ruhig und sehr erholsam, es fängt an seine Fettschichten aufzubauen und kann jetzt zum ersten Mal seine Bewegungen gut koordinieren.

    Das Baby in der 17. SSW

    In der 17. SSW beobachtet der Arzt das Baby sehr genau, und nicht selten wird bei der Untersuchung der bisher errechnete Geburtstermin noch einmal korrigiert. Der Arzt berechnet die Größe in der 17. SSW und wenn alles nach Plan verläuft, dann misst das Baby jetzt zwischen elf und 13 Zentimetern. Da das Baby in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt hat, wiegt es nun zwischen 100 und 140 Gramm. Auch der Umfang der Brust und des Kopfes, aber auch die Länge des Oberschenkels spielt jetzt eine wichtige Rolle, denn sie geben verlässliche Informationen über den Stand der Schwangerschaft.

    Auf die Eltern wartet in dieser Woche der Schwangerschaft erstmals ein besonders schönes Erlebnis, denn sie können durch das Ultraschallgerät die Herztöne des Babys hören, auch die Ultraschallbilder in der 17. SSW machen den Eltern klar, dass sie in Zukunft nicht mehr nur zu zweit, sondern zu dritt sein werden. Das Baby beschäftigt sich derweil mit seinem Wachstum, denn in der 17. SSW wächst das Baby nicht nur in der Länge, aus einer knorpelartigen Substanz bilden sich in dieser Phase der Schwangerschaft auch langsam die Skelettknochen. Auch die Nägel an den Fingern und Zehen prägen sich nun aus und um das Rückenmark und die Nervenzellen legt sich eine schützende Hülle.

    Die Reizleitungen, die sich durch die Nervenbahnen ziehen, nehmen jetzt Gestalt an, und in der 17. SSW wird das sogenannte Myelin gebildet, was in der Zukunft wichtige Aufgaben übernimmt. Besonders spannend ist aber, dass sich in der 17. SSW die Gesichtszüge des Kindes bilden. Die Augen sind jetzt nicht mehr an der Seite, sondern vorne und auch die Ohren haben ihre Position gefunden. Wenn in der 17. SSW die Bewegungen des Kindes sehr lebhaft sind, dann ist das vollkommen in Ordnung, denn das Baby freut sich über seine Beweglichkeit und trainiert seine Reflexe und auch seine Muskeln. Die immer besser funktionierende Koordination der Bewegungen zeigt deutlich, dass das Gehirn und die Nervenbahnen jetzt schon aktiv arbeiten.

    Gut ausgeprägt ist in der 17. SSW bereits das Gehör, wenn es zum Beispiel zu einem lauten Geräusch wie einem plötzlichen Knall kommt, dann zuckt das Baby zusammen. Es kann jetzt auch Berührungen wahrnehmen und freut sich, wenn die Mutter den Bauch sanft streichelt. Dieses Streicheln beruhigt das Baby und es trainiert gleichzeitig auch seinen Gleichgewichtssinn. Die Mutter sollte daher jeden Tag mit ihrem Kind eine kleine Kuschelstunde einlegen.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 17. SSW?

    Die meisten werdenden Mütter fühlen sich in dieser Schwangerschaftswoche sehr wohl. Frauen, die schon ein Baby geboren haben, fühlen in der 17. SSW die ersten Bewegungen und da die Gebärmutter kontinuierlich an Größe zunimmt, machen sich die Mutterbänder erstmals bemerkbar. Schwanger in der 17. Woche heißt aber auch, dass sich jetzt äußerlich ebenfalls einiges verändert. So färben sich die Brustwarzen und die Warzenhöfe dunkelbraun und auf der Mitte des Bauches zeigt sich die sogenannte Linea Negra, eine dunkle schmale Linie, die ungefähr vom Nabel bis hin zum Schambein reicht. Auch an anderen Stellen des Körpers sind Pigmentierungen zu erkennen, die aber nach der Entbindung immer blasser werden und dann irgendwann ganz verschwinden werden.

    Der Ischias-Nerv, der genau unter der Gebärmutter verläuft, kann sich in der 17. SSW schmerzhaft bemerkbar machen. Vor allem bei einseitigen Bewegungen kommt es nicht selten zu sehr heftigen Schmerzen, daher sollten langes Stehen und Laufen nach Möglichkeit vermieden werden. Um nachts besser und erholsamer schlafen zu können, ist es eine gute Idee, ein Stillkissen mit ins Bett zu nehmen, denn dieses speziell geformte Kissen sorgt für eine spürbare Entlastung.

    Die meisten Frauen verzeichnen in der 17. SSW keine große Gewichtszunahme, aber sie kommen deutlich schneller ins Schwitzen als sonst. Das liegt an der permanent größer werdenden Blutmenge, die die Körpertemperatur nach oben steigen lässt. Eine gesunde und vor allem ausgewogene, vollwertige Ernährung ist ab jetzt ein Muss für die Mutter, denn das Baby braucht vor allem reichlich Jod, Eisen und Kalzium. Frisches Blattgemüse wie beispielsweise Spinat, aber auch Fleisch, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte sollten in der 17. SSW auf dem Speiseplan stehen. Wenn die Versorgung mit Eisen durch die Ernährung nicht ausreichen sollte, dann wird der Arzt ein entsprechendes Präparat verschreiben.

    So wichtig ist die Pflege der Venen in der 17. SSW

    Da die Gebärmutter und das Kind tüchtig wachsen, muss der Kreislauf der Mutter in den kommenden Wochen und Monaten wahre Höchstleistungen vollbringen. Das führt wiederum zu einem verstärkten Druck auf die Venen und rund die Hälfte der Schwangeren leidet unter Varizen, einer Erweiterung der Venen. Vor allem Frauen, die Zwillinge erwarten oder die vielleicht durch ihren Beruf bedingt, lange stehen müssen, die können Krampfadern oder Hämorrhoiden bekommen. Auch Krampfadern im Schambereich sind möglich, die aber nach der Entbindung recht schnell wieder verschwunden sind. Bilden sich in den Beinen Krampfadern, dann haben die betroffenen Frauen leider noch länger damit zu tun. Eine Erweiterung der Venen kann unangenehm und auch schmerzhaft sein, eine regelmäßige Pflege der Venen ist daher unerlässlich.

    Sport ist eine gute Möglichkeit, um das Venenleiden zu bekämpfen, aber es sollte sich um einen sanften Sport handeln. Vitamin C hat die Fähigkeit, die Venen elastisch zu erhalten und auch Beckenbodengymnastik stärkt die Venen und bereitet zudem den Körper auf die kommenden Belastungen durch die Schwangerschaft optimal vor. Salben auf Kräuterbasis sind perfekt für die Pflege der Venen, und auch Stützstrümpfe leisten in der Schwangerschaft gute Dienste.

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  • Ischiasnerv – ganz besondere Rückenschmerzen

    Ischiasnerv – ganz besondere Rückenschmerzen

    Er verursacht einen stechenden Schmerz, der an einen elektrischen Schlag erinnert und der jeden praktisch aus heiterem Himmel treffen kann – der Ischiasnerv. Ischiasschmerzen oder eine Ischiasneuralgie, wie diese Beschwerden medizinisch korrekt heißen, ziehen sich in der Regel vom Rücken über das Gesäß bis in die Beine, und das unterschiedet den Ischiasschmerz vom bekannten Hexenschuss. Immer dann, wenn die Schmerzen an der Nervenbahn des Ischiasnervs entlangziehen, dann spricht der Arzt von einer Ischialgie oder von radikulären Kreuzschmerzen. Für diejenigen, die betroffen sind, ist dieser Schmerz eine echte Qual.

    Was genau ist der Ischiasnerv?

    Der Ischiasnerv ist der längste Nerv im menschlichen Körper und er besteht unter anderem aus den Nervenfasern des Rückenmarks. Der sehr dicke Nervenstrang beginnt am unteren Teil des Rückens und verläuft dann über die Hüfte, die Rückseite des Oberschenkels durch die Kniekehlen bis hinunter zu den Füßen. Wenn der Ischiasnerv eingeklemmt oder verletzt wird, dann ist praktisch die ganze untere Hälfte des Körpers betroffen, und im schlimmsten Fall dehnen sich die Schmerzen vom Rücken bis in die Fußgelenke aus. Wenn Ischiasschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst werden, dann strahlen die Schmerzen vom Rücken in das jeweils betroffene Bein aus.

    Welche Ursachen für Ischiasschmerzen gibt es?

    Immer dann, wenn der Ischiasnerv gereizt wird, dann schmerzt er. Das passiert sehr häufig durch Verspannungen der Muskeln, aber auch wenn Wirbelkörper den Ischiasnerv blockieren, dann beginnt er zu schmerzen. Eine Vorwölbung der Bandscheibe ist eine weitere mögliche Ursache für Ischiasschmerzen, eher selten sind hingegen Tumore oder auch Entzündungen der Auslöser für einen schmerzenden Ischiasnerv. Die Schmerzen konzentrieren sich in der Regel auf die Region zwischen dem vierten Lendenwirbel und dem zweiten Kreuzbeinwirbel, denn an dieser Stelle tritt der Ischiasnerv aus dem Rückenmark aus und bildet eine Nervenwurzel. An dieser Position teilt sich der längste Nerv des Körpers und verläuft nach rechts und links, immer in Richtung der beiden Gesäßhälften, über die Beinen bis zu den Füßen.

    Welche Beschwerden löst der Ischiasnerv aus?

    Im Laufe des Lebens verschleißen die unteren Bandscheiben, und das sorgt für eine instabile Lage im Rücken. Der Ischiasnerv ist davon besonders betroffen und sorgt bei einer unbedachten Bewegung für die typischen Beschwerden. Der Schmerz, den der Ischiasnerv auslöst, kann brennend, aber auch stechend, dumpf oder bohrend sein. Wenn die Schmerzen plötzlich und auch sehr heftig auftreten, dann handelt es sich nicht selten um einen Bandscheibenvorfall. Zu den Symptomen, die der Ischiasnerv auslöst, gehören auch ein Kribbeln und ein Taubheitsgefühl in einem oder in beiden Beinen, auch wenn Lähmungserscheinungen und eine Kraftminderung in einem Bein auftreten, kann das auf einen beschädigten Ischiasnerv hinweisen.

    Wie werden Ischiasbeschwerden behandelt?

    In der Regel verschwinden die Schmerzen im Ischiasnerv nach wenigen Tagen, höchstens aber nach sechs Wochen wieder von ganz alleine. Wenn die Schmerzen jedoch nach diesem Zeitraum nicht verschwinden, dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Das ist auch der Fall, wenn es zu sogenannten „Red Flag“ Symptomen kommt, wenn die Betroffenen zum Ischiasschmerz Probleme mit der Entleerung von Darm und Blase bekommen. Wenn diese Symptome auftreten, dann muss sofort operiert werden, denn sonst kann es passieren, dass die Blase gelähmt bleibt und der Patient sein Leben lang auf einen Blasenkatheter angewiesen ist. Diese „Red Flag“ Symptome zeigen sich vor allem bei älteren Menschen, aber auch dann, wenn es zu einer Fraktur im Bereich der unteren Wirbelknochen gekommen ist. Bei klassischen Ischiasschmerzen hat sich eine Behandlung aus schmerzstillenden Medikamenten und einer gezielten Physiotherapie bewährt. Die Medikamente nehmen aber nicht nur den akuten Schmerz, sie sind auch gleichzeitig entzündungshemmend und verhindern, dass die Schmerzen chronisch werden. Bettruhe, wie sie früher verordnet wurde, wird heute nur noch sehr selten empfohlen, denn Bewegung ist durchaus hilfreicher für die Betroffenen.

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  • Oberschenkelhalsbruch – die Fraktur der Senioren

    Oberschenkelhalsbruch – die Fraktur der Senioren

    Der demografische Wandel sorgt dafür, dass immer mehr Menschen immer älter werden. Mit zunehmendem Alter steigt aber auch die Gefahr, dass es zu einem Oberschenkelhalsbruch kommt, und Gesundheitsexperten schätzen, dass die sogenannte Schenkelhalsfraktur oder Femurhalsfraktur in Zukunft die am häufigsten vorkommende Fraktur sein wird. Es sind besonders ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr, bei denen der Hals des Oberschenkels bricht, und selbst wenn diese Fraktur heute sehr gut behandelt werden kann, leiden viele Betroffene nicht selten für den Rest ihres Lebens unter dieser Verletzung.

    Wie kommt es zu einem Oberschenkelhalsbruch?

    Jedes Jahr kommt es in Deutschland bei 600 bis 900 von 100.000 Menschen zu einem Oberschenkelhalsbruch, wobei besonders Frauen häufig betroffen sind. Bei den Senioren über 65 ist die Schenkelhalsfraktur sogar der häufigste Grund für einen Aufenthalt in einem Krankenhaus. Die meisten Oberschenkelhalsbrüche entstehen bei Stürzen im häuslichen Bereich. Die Betroffenen fallen entweder auf die Hüfte oder direkt auf den Oberschenkel und da viele ältere Menschen eine zu geringe Knochendichte haben, bricht der Oberschenkelhals besonders leicht. Oft reicht aber auch schon ein Stolpern, zum Beispiel über den Teppichrand oder ein Stoß gegen die Tischkante aus und der Oberschenkelhals wird so verdreht, bis er bricht. Unter Ärzten wird der Oberschenkelhalsbruch auch der „Viertel-vor-Drei-Bruch“ genannt, denn viele Senioren sind schlaftrunken, wenn sie nachts zur Toilette müssen, und damit steigt die Gefahr, zu stürzen.

    Wie werden Oberschenkelhalsbrüche behandelt?

    Kommt es bei älteren Menschen zu einem Oberschenkelhalsbruch, dann ist Eile geboten, denn der Bruch muss so schnell wie möglich stabilisiert werden. Welche Therapie infrage kommt, das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Art des Bruchs spielt in diesem Zusammenhang eine ebenso wichtige Rolle wie auch der gesundheitliche Zustand der Patienten. Während früher eine Ruhigstellung die einzige Therapie war, werden die Frakturen heute in der Regel operiert. Die Ärzte können sich dabei für eine hüfterhaltende oder eine hüftkopfersetzende Operation entscheiden. Auch hier spielen der gesundheitliche Zustand, die Form des Bruchs und das Alter des Patienten eine wichtige Rolle. Fällt die Entscheidung für ein hüfterhaltendes Verfahren, dann wird der Oberschenkelhalsbruch mithilfe von Platten und Schrauben fixiert, kommt es zu einer hüftkopfersetzenden Operation, dann bekommt der Patient eine Hüftprothese.

    Die Therapie nach der Operation

    Mit einem operativen Eingriff alleine ist es leider nicht getan, denn die Patienten müssen danach wieder für den Alltag fit gemacht werden. In den meisten Fällen beginnt schon wenige Tage nach der Operation eine gezielte Krankengymnastik, die auch nach dem Aufenthalt im Krankenhaus ambulant fortgesetzt werden muss. Die Anschlussbehandlungen dienen vor allem dazu, dass die Patienten wieder zu Kräften kommen, ihre Beweglichkeit trainieren und besser koordinieren können. Neben der Arbeit mit einem Physiotherapeuten sollten die Senioren die Übungen dann auch zu Hause machen.

    Welche Risiken birgt ein Oberschenkelhalsbruch?

    Das größte Risiko bei einem Oberschenkelhalsbruch ist das oftmals hohe Alter der Patienten. Auch der oft schlechte Gesundheitszustand macht es nicht immer einfach einen Oberschenkelhalsbruch so zu therapieren, wie es eigentlich notwendig wäre. Wird der Patient mit einer konservativen Therapie, also ohne OP behandelt, dann besteht die große Gefahr, dass das Knochenende verrutscht und letztendlich doch eine Operation durchgeführt werden muss. Ein anderes Risiko ist, dass der Hüftkopf abstirbt und im Rahmen einer OP durch eine Prothese ersetzt werden muss. Wird der Hüftkopf ersetzt, dann besteht die Gefahr, dass es zu einem Riss oder zu einem Bruch des Oberschenkel-Knochenschafts kommt, wenn die Prothese verrutscht oder sich lockern sollte, dann kann das für ältere Patienten schmerzhaft werden und zu einer langen Bettlägerigkeit führen. Dazu kommen Risiken wie Blutergüsse, Verletzungen der Nerven, Infektionen und Nachblutungen oder auch gefährliche Thrombosen. Diese Risiken gibt es zwar bei jedem operativen Eingriff, aber bei älteren Patienten können sie besonders gravierend sein.

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  • Rückenschmerzen – das Kreuz mit dem Kreuz

    Rückenschmerzen – das Kreuz mit dem Kreuz

    Die menschliche Wirbelsäule ist ein echter Geniestreich der Natur. Sie sorgt dafür, dass wir aufrecht gehen können, sie trägt einen großen Teil unseres Gewichts, sie ist ausgesprochen stabil und durch ihre vielen Gelenke immer beweglich. Trotzdem haben es immer mehr Deutsche „im Kreuz“ und klagen über Rückenschmerzen. Mittlerweile ist jeder Dritte aufgrund von Rückenschmerzen in Behandlung und die Zahl der Betroffenen steigt stetig an.

    Wer Rückenschmerzen vorbeugen will, der muss mit seinem Rücken gut umgehen und auf Warnsignale hören.

    Wie funktioniert die Wirbelsäule?

    Die Wirbelsäule besteht aus vielen verschiedenen Bausteinen. Da gibt es die Wirbelkörper, die für Stabilität sorgen. Dann gibt es die Bandscheiben und die Wirbelgelenke, die durch ihre große Flexibilität eine große Beweglichkeit garantieren. Dazu kommen dann noch Kapseln, Sehnen, Nerven, Muskeln und Bänder. Alle zusammen machen uns beweglich, sie machen die Wirbelsäule stabil und sie verteilen die Lasten.

    Insgesamt hat jeder Mensch sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und fünf Lendenwirbel, die wie an einer Kette aneinandergereiht sind. Dazwischen haben die Bandscheiben ihren Platz, die die Funktion von Puffern übernehmen. Ihre Stabilität bekommt die Wirbelsäule aber durch ihre Form, die an ein doppeltes S erinnert. Die Wirbelbögen und die Wirbelkörper bilden zudem eine Art Kanal, durch den geschützt eine zentrale Nervenbahn verläuft, die das Gehirn mit dem Körper verbindet – das Rückenmark. Diese Komplexität sorgt aber auch für Probleme, und wer Rückenschmerzen vorbeugen will, der muss dafür sorgen, dass die Wirbelsäule als Ganzes gesund bleibt.

    Der Hexenschuss

    Lumbago nennen ihn die Mediziner, den meisten ist er aber unter dem Namen Hexenschuss bekannt und gefürchtet. Hexenschuss ist keine Diagnose, sondern eine Art Sammelbegriff für Nervenschmerzen im Rücken. Der Schmerz tritt unvermittelt und meist sehr heftig auf. Auslöser können eingeengte Nerven sein oder Sehnen, die sich verhärtet haben, und auch Gelenke, die blockiert werden, können für einen Hexenschuss sorgen. Manchmal reicht aber schon eine unbedachte Bewegung und schon ist der Schmerz da, er klingt in den meisten Fällen auch schnell wieder ab. Diesen Rückenschmerzen vorzubeugen ist kaum möglich, aber die meisten Betroffenen sind nach relativ kurzer Zeit wieder schmerzfrei.

    Der Ischiasnerv

    Fällt die Diagnose Ischias, dann handelt es sich streng genommen auch um einen Hexenschuss, aber der Schmerz lässt sich in diesem Fall zuordnen. Dieser Nerv beginnt am Kreuzbein, geht über das Gesäß und die hintere Seite des Oberschenkels bis zum Fuß. Daher sind Schmerzen in den Beinen und am Gesäß nicht untypisch. Nicht selten haben die Schmerzen ihren Ursprung in den Bandscheiben und in schweren Fällen kann es auch zu Lähmungserscheinungen kommen. Wie beim Hexenschuss, so vergehen diese Rückenschmerzen schnell wieder von selbst.

    Der Bandscheibenvorfall

    Ein Bandscheibenvorfall ist für sehr starke Rückenschmerzen verantwortlich, aber was passiert bei einem Bandscheibenvorfall überhaupt? Es gibt 23 Bandscheiben, die mit einem flexiblen Gallertkern gefüllt sind. Dieser Kern funktioniert wie ein Stoßdämpfer und fängt jede Bewegung auf, die wir machen. Im Alter oder bei einer zu hohen Belastung verschleißen die Bandscheiben, sie werden dünn, rissig und spröde. In dieser Situation kann es passieren, dass der Kern aus den Bandscheiben rutscht und das bezeichnen Mediziner dann als Bandscheibenvorfall. Das Gewebe übt Druck auf den Wirbelkanal aus, die Nerven werden gereizt und es kommt zu starken Rückenschmerzen, mitunter sogar zu Lähmungserscheinungen.

    Um diese Rückenschmerzen zu bekämpfen, bekommen die Betroffenen Infusionen und mithilfe der Physiotherapie wird versucht, das Gelkissen wieder in die Bandscheibe zu drücken. Wenn das allerdings nicht hilft, dann bleibt nur die Option einer OP, bei der das beschädigte Kissen entfernt und durch ein Implantat ersetzt wird. Nach dieser Behandlung verschwinden die Rückenschmerzen meist schnell wieder.

    Wer von Rückenschmerzen verschont bleiben will, der sollte kein Übergewicht haben, sich viel bewegen und nicht zu viel sitzen.

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