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  • Kann ein Gehirn-Chip Alzheimer-Patienten retten?

    Kann ein Gehirn-Chip Alzheimer-Patienten retten?

    Der Neurowissenschaftler Ted Berger arbeitet seit Mitte der 1990er-Jahre an der Entwicklung eines elektronischen Implantats mit dem die Erinnerungsfähigkeit zum Beispiel bei Alzheimer-Patienten verbessert werden soll. Nach einem Bericht des Magazins »Technology Review« (http://www.heise.de/tr/artikel/Der-richtige-Code-zum-Erinnern-2837890.html) wäre er nun einen Schritt weiter. Bei der Entwicklung des Gehirnchips arbeitet er mit Wissenschaftlerkollegen der University of Southern California und des Wake Forest Baptist Medical Centers zusammen.

    Gestörte Signalkette bei Alzheimer

    Die Eindrücke und Erlebnisse, die ein gesunder Mensch verzeichnet, werden in seinem Gehirn in elektrische Signal umgewandelt und in die verschiedenen Regionen des Hippocampus geleitet. Die Signale werden in allen Bereichen neu übersetzt und schließlich im Langzeitgedächtnis gespeichert. Jedoch weist diese Signalübertragung bei Alzheimer-Patienten eine Störung auf. Der Gehirnchip soll hier als Hilfsmittel dienen und sowohl die Übersetzung als auch Weiterleitung der Signale übernehmen.

    Test mit Epilepsie-Patienten

    Im Rahmen eines Test mit neuen Epilepsie-Patienten wurde geprüft, ob der Gehirnchip die Signale richtig und störungsfrei übertragen kann. Die Epilepsie-Patienten hatten Elektroden-Implantate in ihrem Gehirn, mit denen sie ihre Anfälle kontrollieren können, aber zugleich lassen mit den Elektroden die Signale und ihre Weiterleitungsart auslesen. Die herausgefilterten Signale sind anschließend an den Gehirnchip gesendet worden, der diese für die Weitergabe an den Hippocampus übersetzte. Es wurden hunderte Tests mit der Kontrollgruppe durchgeführt und in allen Fällen wurden die Codes zu 90 Prozent exakt so wiedergegeben, wie sie die Nervenzellen der Testpersonen übermitteln würden. Nach Angaben der Forscher seien vor der Implantation der Gehirnchips noch weitere Tests und Analysen erforderlich.

    Ziel des Gehirnchips

    Die Idee einen Chip zu entwickeln, der die Leistung des Gehirns erreicht, ist alt aber bislang galt eine solche Technik aus neurowissenschaftlicher Sicht als quasi nicht umsetzbar. Ted Berger konnte mit seinem Gehirnchip und dem beschrieben Test an Epilepsie-Patienten das Gegenteil beweisen. Das Ziel des Chips ist es das Erinnerungsvermögen von Menschen zu verbessern, deren Langzeitgedächtnis auf Grund einer Krankheit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt funktioniert. Im Rahmen eines Mailänder Fachkongresses stellte Berger die Ergebnisse seiner Arbeit zusammen mit Kollegen der University of Southern California (USC) und vom Wake Forest Baptist Medical Center den versammelten Wissenschaftlern vor.

    Der Gehirnchip setzt sich aus einem Siliziumchip zusammen, der Einnerungen des Kurzzeitgedächtnis mittels elektrischer Signale in das Langzeitgedächtnis überträgt. Bei Alzheimer-Patienten ist diese Übertragung fehlerhaft. Der Chip dient als Übersetzer der Signale und speichert Erinnerungen im Langzeitgedächtnis ab. Nach Angaben von Robert Hampson des Wake Forest Medical Centers könnte das Implantat dazu in der Lage sein beschädigte Gehirnteile zu unterstützen oder sei fähig diese zu ersetzen. In der nächsten Phase soll nun ein Patient, dessen Region um den Hippocampus herum eine Beschädigung aufweist, die per Chip erzeugten Signale direkt erhalten. Die Signale werden dann als Langzeiterinnerungen gespeichert. Wenn der Gehirnchip bei weiteren Tests erfolgreich arbeitet, dürfte es nur noch wenige Jahre dauern bis dieses technische Meisterwerk tatsächlich Menschen hilft, die wegen Krankheiten wie Alzheimer kein oder nur noch ein stark eingeschränktes Langzeitgedächtnis haben.

    Bild: © Depositphotos.com / kentoh

  • Zähneknirschen schlecht für die Zahngesundheit

    Zähneknirschen schlecht für die Zahngesundheit

    Das Zähneknirschen wird fachlich als Bruxismus bezeichnet. Die Ursachen dafür sind Stress, nicht korrekt eingesetzte Zahn-Implantate und Bissfehlstellungen. Als Konsequenz können Zahnschäden drohen und im schlimmsten Fall müssen die Zähne komplett erneuert werden. Nach Studien wirkt sich das feste Zubeißen der Zähne positiv auf Stress aus. Wer Stress ausgesetzt ist, der nutzt das Zähneknirschen zur Entlastung und dient dem Stressabbau. Die Zahnsubstanz wird bei dauerhaften Zähneknirschen mit der Zeit abgebaut.

    Der Bruxismus äußert sich mit einem Kraftaufwand von 800 Newton auf die Zähne und sind umgerechnet etwa 100 Kilogramm. Sollte die Belastung länger anhalten, so kommt es zu einer Aufweichung des Zahnschmelz und zur Sichtbarkeit des Zahnbeins (Dentin). Das Dentin ist ein Knochengewebe, welches quasi das Gerüst des Zahns bildet. Gegenüber Wärme und Kälte reagieren die betroffenen Zähne auf Grund des Verlust ihres Reliefs mit einer hohen Empfindlichkeit.

    Die Zahnärzte verordnen Bruxismus-Patienten oft eine Kieferschiene. Die Schiene wird in der Nacht getragen und dient dem Schutz der Kauflächen vor Abnutzung. So genannte Okklusionsschienen halten den Oberkiefer und Unterkiefer auf Abstand. Die Muskelspannung und Belastung der Kiefergelenke vermindert sich durch die sehr teuren Okklusionsschienen. Neben Kieferschienen ist eine Physiotherapie bei der Behandlung von Zähneknirschen sinnvoll. Im Rahmen einer Physiotherapie werden spezielle Lockerungsübungen, Dehnübungen und Spezialmassagen durchgeführt. Die Übungen können die Patienten zuhause durchführen und lernen dabei die aktive Muskelentspannung kennen.

    Sollte das Zähneknirschen zu einer vollständigen Zerstörung der Zahnsubstanz geführt haben, ist eine Restauration die Folge. Die Kosten der Restauration können sich je nach Schadensgrad auf mehrere 10.000 Euro belaufen. Die Krankenkassen und die Zahnzusatzversicherungen übernehmen nur einen Teil der Kosten. Der Patient trägt einen Eigenanteil. Nach einer erfolgreichen Restauration fühlen sich Betroffene wohler und haben jahrelang Ruhe.

    Gegen das Zähneknirschen helfen Alternativen, wie das Autogene Training, wo Körper und Geist begleitet von Musik oder einer Stimme vom Band entspannt werden. Die Entspannung hilft beim Stressabbau und verhindert es mit den Zähnen zu knirschen. Die Zahnpflege spielt eine elementare Rolle für die allgemeine Zahngesundheit, weshalb die Zähne mindestens zwei Minuten lang nach jeder großen Mahlzeit geputzt werden sollten. Eine jährliche Zahnreinigung, die zwischen 30 und 50 Euro kostet, unterstützt zusätzlich die Zahngesundheit. Der regelmäßige Zahnarztbesuch sorgt für dauerhaft gesunde Zähne.

    Der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung ist heute unabdingbar, weil die Krankenkassen nur noch die Kosten für die Regelversorgung übernehmen. In der Kostenübernahme sind zum Beispiel Zahnkronen aus Keramik nicht mehr enthalten. Die jährlichen Kosten für eine Zahnzusatzversicherung sind je nach Versicherungsgesellschaft und den gebotenen Leistungen unterschiedlich. Jeder, der an Zähneknirschen leidet, sollte vorsorglich eine derartige Zusatzversicherung für seine Zähne abschließen, damit im schlimmsten Fall bei einer Wiederherstellung der kaputten Zähne keine allzu hohen Kosten drohen. Der Eigenanteil an den Gesamtkosten einer Zahnbehandlung beläuft sich auf 10 bis 20 Prozent und muss an die Zahnzusatzversicherung gezahlt werden, wobei auch eine Ratenzahlung möglich ist.

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  • Patientenverfügung – für den Papierkorb?

    Umfrage: Nach wie vor bestehen Zweifel, doch Ärzte sind zur Umsetzung des Dokuments gesetzlich verpflichtet. Aber auch der Bürger ist gefordert

    Baierbrunn (ots) – Seit 2009 ist gesetzlich geregelt, dass Ärzte eine Patientenverfügung umsetzen müssen. Doch tun sie das? Nicht jeder ist davon überzeugt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“. Drei von Zehn (29,8 Prozent) der Interviewten, die keine Patientenverfügung haben, begründen dies mit der Befürchtung, Mediziner würden sich „sowieso nicht daran halten“. Experten wie Professor Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Universität München, glauben, dass die gesetzliche Verpflichtung zur Befolgung der Patientenverfügung Wirkung zeigt. „Ich habe schon den Eindruck, dass Ärzte die Verfügung seit Inkrafttreten des Gesetzes eher umsetzen“, sagt Marckmann in der aktuellen Ausgabe der „Apotheken Umschau“. Laut dem Gesundheitsmagazin können auch die Bürger selbst einiges tun, damit die Verfügung angewendet wird. Sie sollten beispielsweise dafür sorgen, dass sie an einem eindeutigen Ort leicht auffindbar ist. Sinnvoll sei auch ein Dokument im Geldbeutel, auf dem vermerkt ist, dass eine Patientenverfügung vorliegt, und wer informiert werden soll. Weitere Ratschläge, worauf zu achten ist, und viele Infos rund um das Thema Patientenverfügung gibt es in der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ (Oktober A/2015). 

    Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.969 Frauen und Männern ab 14 Jahren, darunter 1.470 Personen, die keine Patientenverfügung haben. 

    Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe „Apotheken Umschau“ zur Veröffentlichung frei. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3136209
  • Gefälschte Arzneimittel – die Gefahr steigt

    Gefälschte Arzneimittel – die Gefahr steigt

    Das Internet macht das Leben in vielen Bereichen einfacher, aber leider auch gefährlicher. Das trifft besonders auf gefälschte Arzneimittel zu, denn die Zahl der Mittel, die verunreinigt sind, deren Inhalt manipuliert wurde oder die überhaupt keine Wirkstoffe enthalten, wird immer größer. Für Kriminelle wird das Geschäft mit gefälschten Medikamenten immer lukrativer, für diejenigen, die diese Mittel nehmen, kann es lebensgefährlich werden, denn in den USA gab es bereits die ersten Toten durch gefälschte Arzneimittel.

    Eine internationale Aufgabe

    Für die Apotheken wird der Handel mit gefälschten Arzneimitteln zu einem immer größeren Problem. Waren es am Anfang nur dubiose Mittel gegen Haarausfall oder auch Potenz- und Schlankheitsmittel, so kommen jetzt immer mehr teure Medikamente gegen Diabetes, Herzerkrankungen, Hepatitis und auch gegen Krebs auf den Markt, die gefälscht und gefährlich sind. Am kommenden Dienstag beschäftigt sich der internationale Apotheker Kongress, an dem 3000 Apotheker aus 100 Ländern teilnehmen, mit diesem Problem. Da die Gefahr aus dem Internet kommt, streben die Apotheker eine internationale Lösung an.

    Immer besser

    Das größte Problem bei gefälschten Arzneimittel ist, dass die Fälschungen immer besser werden und sich von den Originalprodukten kaum noch unterscheiden lassen. Die meisten gefälschten Mittel enthalten zu wenig oder gar keine Inhaltsstoffe mehr, zudem beinhalten einige Medikamente gesundheitsschädliche Substanzen. Unterschieden werden gefälschte Arzneimittel zwischen den legalen Verteilerketten im pharmazeutischen Großhandel auf der einen Seite und den illegalen Anbietern aus unterschiedlichen Quellen im Internet auf der anderen Seite. So kann es passieren, dass ein gefälschtes Medikament aus dem Großhandel in eine Klinik gelangt, und das ist aus Sicht der Krankenhäuser eine echte Katastrophe. In den USA ist es bereits vorgekommen, dass Krebspatienten gestorben sind, weil sie ein unwirksames Präparat eingenommen haben. In Amerika sind bis jetzt zehn Menschen ums Leben gekommen, unter anderem durch gefälschtes Heparin, ein Mittel, das nach Operationen gegen Thrombosen und Embolien eingesetzt wird.

    Gefälschte Arzneimittel – Nicht im Netz einkaufen

    In Deutschland hat es bis jetzt noch kein Todesopfer durch gefälschte Arzneimittel gegeben, aber die Gefahr wächst. Um die Gefahr zu minimieren, raten Apotheker ihren Kunden, mit dem Rezept, das sie von ihrem Arzt bekommen haben, in eine Apotheke vor Ort zu gehen und das Mittel nicht im Internet zu bestellen. Allerdings wurde jetzt beobachtet, dass gefälschte Arzneimittel immer öfter auch in den legalen Verteilerketten zu finden sind. Damit steigt die Gefahr, dass gefälschte Medikamente auch in deutschen Apotheken landen. Geschehen ist das bereits mit dem Magenmittel Omeprazol, das als Fälschung ohne Wirkstoffe den Weg in die deutschen Apotheken geschafft hat. Der Zoll stößt vermehrt auf gefälschte Arzneimittel, erst vor einigen Tagen wurden 3,5 Millionen Tabletten und Pillen aus Indien sichergestellt, die auf dem Weg nach Nordrhein-Westfalen waren. Unter den sicher gestellten Tabletten befanden sich unter anderem auch gefälschte Viagra und lebensgefährliche Schlaftabletten.

    Bild: © Depositphotos.com / kubais

  • Blitze im Auge – fast immer harmlos

    Blitze im Auge – fast immer harmlos

    Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich Blitze im Auge auf oder es zeigen sich kleine Fusseln im Blickfeld. Auch schwebende Pünktchen und Fäden, die die Betroffenen wie einen Schwarm Mücken wahrnehmen, gehören zu den Phänomenen, die sich besonders dann zeigen, wenn man auf einen weißen Hintergrund wie beispielsweise eine weiße Wand schaut. Diese Blitze im Auge sind störend, aber sie sind in den meisten Fällen völlig harmlos. In der Regel handelt es sich um eine altersbedingte Schrumpfung des Glaskörpers und die Blitze im Auge sind einfach nur Trübungen, die aus Kollagenfäden bestehen und die sich mit zunehmenden Alter verdichten können.

    Welche Störungen müssen behandelt werden?

    Nicht alle Sehstörungen müssen auch behandelt werden, aber es gibt Störungen, die behandelt werden müssen, da sonst eine Gefahr für die Sehkraft besteht. So kann es passieren, dass die Fasern fest an der Oberfläche der Netzhaut kleben, und wenn sie dann schrumpfen, dann reißen sie ein Loch in die Netzhaut. Wenn das in der Nähe von Blutgefäßen geschieht, dann kann es auch zu Blutungen innerhalb des Glaskörpers führen. Die Betroffenen sehen dann plötzlich eine Art Russregen aus kleinen schwarzen Flocken, die vor dem Auge auftauchen. Diese Symptome deuten auf einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut hin, und es kann zu einer Ablösung der Netzhaut kommen. Auch wenn sich vor dem Auge ein wandartiger Schatten auftaucht und sich das Blickfeld plötzlich nach oben oder nach unten verschiebt, dann besteht ebenfalls die Gefahr, dass sich die Netzhaut ablöst, was zur Erblindung führen kann.

    Sind Blitze im Auge ein Warnsignal?

    Eine Ablösung der Netzhaut kann sich auch durch Blitze im Auge ankündigen, und zwar immer dann, wenn die Betroffenen vom Dunklen ins Helle kommen. Lichtblitze im Augen deuten darauf hin, dass etwas an der Netzhaut zieht, immer dann, wenn die Augen bewegt werden. Wenn zum Beispiel der Glaskörper an der Netzhaut zieht, dann werden die Sinneszellen auf der Oberfläche der Netzhaut aktiviert und es zeigen sich die typischen Blitze im Auge. Diese Sehstörung kann harmlos sein, was immer dann der Fall ist, wenn es um eine altersbedingte Schrumpfung des Glaskörpers geht. Möglich ist jedoch, dass sich die Netzhaut ablöst, was die Betroffenen nicht spüren, denn die Netzhaut hat kein Schmerzempfinden.

    Ein Anzeichen für Migräne

    Wer Zacken oder ein Flimmern vor dem Auge wahrnimmt, der muss sich in der Regel keine Sorgen machen, denn diese Sehstörungen sind ein Zeichen, dass sich eine Migräne ankündigt. Das Phänomen tritt jedoch auch ohne Kopfschmerzen auf, Augenärzte sprechen in diesem Fall von einer sogenannten Augenmigräne, die harmlos ist und nach wenigen Minuten wieder verschwindet. Wenn sich das Flimmern oder die Fusseln vor dem Auge aber öfter wiederholen, dann sollten die Betroffenen einen Augenarzt aufsuchen und die Augen untersuchen lassen. Blitze im Auge, Rußregen und auch Schattensehen muss sofort behandelt werden und das gilt besonders dann, wenn die Sehstörungen sich verändern oder verstärken.

    Blitze im Auge – Wie sieht die Behandlung aus?

    Der Augenarzt prüft zunächst die Sehschärfe des Patienten und untersucht dann den Glaskörper, indem er die Pupille erweitert, mittels eines Medikaments, das ins Auge geträufelt wird. Das Mittel ist noch zwei bis drei Stunden nach der Untersuchung wirksam, Patienten dürfen deshalb in diesem Zeitraum weder Auto fahren noch Maschinen bedienen. Stellt der Arzt einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut fest, dann folgt eine Behandlung mit dem Laser. Wenn sich die Netzhaut aber bereits abgelöst hat, dann ist eine sofortige Operation unumgänglich. Krankhafte Veränderungen, die die Augen betreffen, machen sich jedoch nicht immer bemerkbar, so sollten zum Beispiel Menschen, die unter Diabetes leiden, ihre Augen regelmäßig untersuchen lassen und nicht darauf vertrauen, dass alles in Ordnung ist, nur weil sie gut sehen können.

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  • Mandelentzündung – die neuen Leitlinien

    Mandelentzündung – die neuen Leitlinien

    Eine Mandelentzündung ist immer unangenehm, vor allem dann, wenn sie gleich mehrmals im Jahr auftritt. In der Regel wird bei einer Mandelentzündung zunächst mit Antibiotika behandelt, aber bekanntlich können Antibiotika nicht unbegrenzt eingesetzt werden. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Mandeln zu entfernen, oder reicht es aus, einfach weiter mit Antibiotika zu behandeln? Eine Gruppe von HNO-Ärzte hat sich jetzt zusammengesetzt und eine Empfehlung erarbeitet, die als Leitlinie veröffentlicht wurde.

    Mandelentzündung – Nicht mehr als zwei

    Die meisten Mandelentzündungen werden durch Streptokokken ausgelöst und diese lassen sich sehr gut mit Antibiotika bekämpfen, selbst wenn es wiederholt zu einer Infektion kommt. Wenn es innerhalb von zwölf Monaten zu nicht mehr als zwei Mandelentzündungen kommt, dann sollten die Mandeln nach Meinung von Experten nicht entfernt werden. Wenn es in einem Jahr aber drei- bis fünfmal zu einer Mandelentzündung kommt, dann wird die Entfernung der Mandeln zu einer Option, aber erst, wenn die Mandeln sechsmal oder sogar mehr in einem Jahr entzündet sind, dann ist es empfehlenswert, die Mandeln komplett zu entfernen.

    Ärzte sind zurückhaltender

    Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde bei einer Mandelentzündung sehr schnell zum Skalpell gegriffen, und die Mandeln wurden entfernt. Heute sind die Ärzte deutlich zurückhaltender, vor allem, um die Komplikation einer Operation so niedrig wie eben möglich zu halten. Besonders starke Nachblutungen und Schmerzen gehören zu den Risiken bei der Entfernung der Mandeln, auch starke Schluckbeschwerden machen vielen Patienten noch Wochen nach der OP schwer zu schaffen. Die neuen Leitlinien empfehlen daher, Risiken und Nutzen einer Mandel-OP sehr genau gegeneinander abzuwägen.

    Wann sollte operiert werden?

    Nicht selten haben Patienten, die unter dem Pfeifferschen Drüsenfieber leiden, auch eine starke Mandelentzündung. In diesem Fall wurde in der Vergangenheit sehr schnell operiert. Jetzt sind Ärzte aber der Ansicht, dass das Entfernen der Mandeln im Rahmen der Viruserkrankung nicht unbedingt zum Standard gehören sollte. Wenn die Mandeln akut jedoch so stark anschwellen, dass der Patient unter Atemnot leidet, dann ist eine Entfernung der Mandeln absolut gerechtfertigt.

    Die ungefährliche Teilentfernung

    Im Vergleich zur kompletten Entfernung der Mandeln ist eine teilweise Entfernung ungefährlich. Allerdings kommt eine solche Tonsillotomie bei einer chronischen Mandelentzündung nicht infrage, sie kann aber gerade dann sehr sinnvoll sein, um dem Patienten das Schlucken und auch das Atmen leichter zu machen. Immer mehr Ärzte entschließen sich vor allem bei Kindern zu dieser Operation, um die Beschwerden zumindest zu lindern. Ob es zu einer teilweisen oder zu einer kompletten Entfernung der Mandeln kommt, das entscheiden die Ärzte nach der sogenannten Brodsky-Skala, auf der die jeweilige Größe der Mandeln angegeben ist. Entscheiden sich Eltern für die Teilentfernung der Mandeln ihrer Kinder, dann müssen sie diesen Eingriff aus der eigenen Tasche bezahlen, die Kassen zahlen nur für die vollständige Entfernung.

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