Schlagwort: Pharmaindustrie

  • Wie Pharmaunternehmen aus gesunden Menschen Kranke machen

    Wie Pharmaunternehmen aus gesunden Menschen Kranke machen

    In den letzten Jahren wurden die Grenzwerte für den Blutdruck immer weiter gesenkt und damit wurden immer mehr Menschen plötzlich zu Bluthochdruck Patienten. Natürlich gibt es für einen zu hohen Blutdruck das passende Medikament und so profitiert einmal mehr die Pharmaindustrie. Der Blutdruck ist aber nur ein Beispiel dafür, wie die Pharmaunternehmen die Menschen mit Zahlen manipulieren, auch beim Blutzucker funktioniert diese Strategie hervorragend.

    Die Grenzen verschieben sich

    Die Pharmaunternehmen leben sehr gut von den Medikamenten, die sie gegen Bluthochdruck entwickeln, aber dieses millionenschwere Geschäft beruht alleine auf der Basis von Statistiken, die zudem mehr als fragwürdig sind. Immer tiefer sind die Werte gesunken und so wurden immer mehr Menschen zu Risikopatienten, alles zum Vorteil der Pharmaunternehmen. Die Unternehmen verschieben die Grenze zwischen gesund und krank, ganz so wie es ihnen beliebt, dabei haben sie aber nicht das Wohlbefinden der Patienten im Auge, sondern nur den eigenen Profit.

    Tricks beim Blutzucker

    Ein anderes Beispiel dafür, wie die Pharmaindustrie arbeitet, ist Diabetes Typ 2. Noch vor nicht allzu langer Zeit lag der Grenzwert bei 140 mg/dl, jetzt wurde er auf 126 mg/dl gesenkt. Ärzte sprechen von einer Übertreibung und vermuten, dass hinter dieser Senkung des Grenzwertes das Interesse der Pharmahersteller steht, die Krankheit in den Vordergrund zu rücken, um noch mehr Fördergelder für neue Studien und viel Unterstützung von Seiten der Politik zu bekommen.

    Wie objektiv sind die Studien?

    Es war eine Kommission, die die neusten Studien zum Thema Blutzucker ausgewertet und die neuen Grenzwerte festgelegt hat. Ob diese Studien aber wirklich objektiv sind, darf bezweifelt werden, denn der Leiter der Kommission ist auch Berater der Pharmaindustrie und in dieser Tätigkeit äußerst aktiv. Studien, die sich mit neuen Grenzwerten beschäftigen, sind nur sehr selten neutral, die überwiegende Mehrzahl wird von Wissenschaftlern und Autoren verfasst, die mit der Arzneimittelbranche zu tun haben.

    Bild: © Depositphotos.com / kalinovsky

  • Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Demenz und der überwiegende Teil dieser Menschen hat Alzheimer. Bedingt durch den demografischen Wandel schätzt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dass sich die Zahl der Alzheimer-Patienten bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Jetzt haben Forscher aus Südkorea ein Molekül gefunden, das allen, die unter Alzheimer leiden, neue Hoffnung macht. Dieses Molekül sorgt dafür, dass sich keine neuen Ablagerungen im Gehirn mehr bilden können, außerdem kann das Molekül bereits bestehende Ablagerungen beseitigen.

    Wie funktioniert das neue Alzheimer Molekül?

    Menschen, die unter Alzheimer leiden, haben Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Plaques. Plaques bestehen aus Eiweißfragmenten, die mit fortschreitender Krankheit die Übertragung der Reize im Gehirn stören oder komplett verhindern, mit der Zeit werden die Zellen im Gehirn dann funktionsunfähig und sterben ab. Den Wissenschaftlern in Südkorea ist es bei Versuchen mit Mäusen nun gelungen, mit dem Molekül EPPS die Gedächtnisleistungen deutlich zu verbessern. Vor allem wenn sich Alzheimer noch in einem frühen Stadium befindet, dann gibt es viele Ablagerungen und die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die Entstehungen dieser Ablagerungen zu verhindern.

    Können die Ablagerungen beseitigt werden?

    Ein Teil der Forschung der südkoreanischen Wissenschaftler beschäftigt sich damit, die bereits bestehenden Ablagerungen aus den Gehirnzellen zu entfernen. Ein weiterer Teil der Arbeit widmet sich jetzt der Aufgabe, mithilfe des Moleküls EPPS zu verhindern, dass sich Plaques überhaupt bilden kann. Die Forscher testeten das Molekül zunächst nur in einem Reagenzglas. Dabei entdeckten sie Erstaunliches, denn das Molekül ist offenbar in der Lage, die Substanz der Plaques zu einem großen Teil komplett aufzulösen. Nach diesem Test begannen die Versuche mit Mäusen, deren Gehirne Ablagerungen aufwiesen, wie sie für Alzheimer typisch sind. Auch hier übertraf das Ergebnis die Erwartungen der Forscher, denn das EPPS verhinderte erfolgreich, dass sich neue Ablagerungen bilden konnten. Zudem beseitigte das Molekül die bereits bestehenden Ablagerungen und auch die geistige Leistungsfähigkeit der kleinen Nagetiere verbesserte sich zusehends.

    Kritik an den Forschungsergebnissen

    Der Neurobiologe Armin Giese, der an der Universität in München forscht, sieht in der Arbeit seiner Kollegen aus Südkorea aber einen Schwachpunkt. Er kritisiert, dass bei den Versuchen, die im Reagenzglas gemacht wurden, die Konzentration des Moleküls EPPS um einiges höher war, als die Menge des Moleküls, die später in den Gehirnen der Mäuse gemessen wurde. Giese stellt daher die Frage, ob sich die von den Forschern vermutete Wirkung aus der Testreihe im Labor und den Versuchen mit Mäusen, später auch auf menschliche Alzheimer-Patienten übertragen lässt.

    Gibt es bald ein effektives Medikament gegen Alzheimer?

    Nach einem wirkungsvollen Medikament gegen Alzheimer wird nicht erst seit gestern geforscht, weltweit sind Wissenschaftler und Forscher auf der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff, der die Krankheit besiegen kann. Erschwert wird die Suche nach einem Medikament durch das Fehlen von sogenannten Biomarkern. Bei diesen Biomarkern handelt es sich um Substanzen, die über den Erfolg oder den Misserfolg einer Therapie von entscheidender Bedeutung sind. Cholesterin ist ein solcher Biomarker, er entscheidet darüber, wie hoch die Gefahr einer Herzerkrankung oder eines Schlaganfalls ist. Forscher überall auf der Welt suchen seit vielen Jahren nach einem Biomarker und damit nach der geeigneten Substanz, die die Plaques im Gehirn vernichten kann, aber bisher ist es nur gelungen den Verlauf der Krankheit abzumildern, den Krankheitsverlauf zu stoppen, ist leider noch nicht gelungen. Die Pharmaindustrie ist sehr an einer erfolgreichen Suche nach einem Biomarker interessiert, denn wenn sich dann ein Mittel herstellen lässt, kann mit diesem Medikament ein Vermögen verdient werden. Aber selbst wenn morgen ein Biomarker gefunden werden sollte, bis das neue Medikament auf den Markt kommen kann, vergehen noch viele Jahre. Bislang sahen nur wenige Laborversuche vielversprechend aus, vielleicht ändert sich das mit dem Molekül EPPS.

    Bild: © Depositphotos.com / luckybusiness

  • Antibabypillen sind kein Lifestyle-Produkt

    TK – Hohe Verordnungszahlen auch aufgrund von Pharmamarketing?

    Hamburg (ots) – Die Techniker Krankenkasse (TK) weist auf die steigenden Verordnungen von modernen Antibabypillen bei jungen Frauen hin. Präparate der sogenannten 3. und 4. Generation haben häufig ein wesentlich größeres Risiko für die Bildung von Thrombosen (Blutgerinnseln) als die Pillen der 2. Generation. Trotzdem werden die moderneren Pillen als vermeintlich besser angesehen und wesentlich häufiger verschrieben. „Alle derzeit verfügbaren Antibabypillen sind zuverlässige Verhütungsmittel, aber die verschiedenen Präparate haben unterschiedliche Risiken und Nebenwirkungen“ so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. „Derzeit sehen wir die Informationshoheit eindeutig bei der pharmazeutischen Industrie und engagieren uns deswegen dafür, dass sich junge Frauen besser über Risiken und Nebenwirkungen informieren. Denn: Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und nicht um ein Lifestyle-Produkt.“ 

    „Sie haben eine Zulassung, also werden sie verschrieben. Vor allem bei jungen Frauen, die nicht rauchen und kein Übergewicht haben, spricht auf den ersten Blick auch nichts gegen die neuen Präparate“, so Professor Gerd Glaeske von der Universität Bremen. „Aber neu ist nicht immer gleich besser, im Gegenteil: Die Pillen der früheren Generationen schützen genauso gut vor einer ungewollten Schwangerschaft und haben ein geringeres Thromboserisiko.“ 

    Die häufig als modern und niedrig dosiert beschriebenen Pillen sind zudem häufig gar nicht mehr so neu. Professor Petra Thürmann, Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für klinische Pharmakologie: „Als Professorin habe ich Schwierigkeiten, meine jungen Medizinstudentinnen überhaupt für das Thema Pille zu sensibilisieren, weil viele sie selber seit Jahren bedenkenlos nehmen.“ 

    Pharmamarketing im Internet verantwortungslos

    Die Entscheidung für eine Pille wird häufig im Teenageralter getroffen. Meist bleiben die Anwenderinnen dann über viele Jahre beim gleichen Präparat und, bis zur Vollendung des 20. Lebensjahrs ist die Pille auch zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig. Gründe, weswegen die Pharmaindustrie gezielt junge Frauen umwirbt. 

    In Deutschland ist die Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel bei Verbrauchern durch das Heilmittelwerbegesetz (HWG) verboten. Aber über Internetportale wie zum Beispiel www.pille.de (MSD) oder www.schoen-sicher.de (Dr. Kade Pharma) kann ganz allgemein über Verhütung und die Pille informiert werden. „Es muss hinterfragt werden, ob nicht zwischen Beauty- und Lifestyletipps in Wahrheit ein ungefilterter Informationsfluss der Marketing- und Werbebotschaften der Pharmaindustrie an die Teenager stattfindet“, so Glaeske. Auch auf Facebook-Seiten, wie zum Beispiel LiebeSLeben (Jenapharm) und YouTube sind pharmazeutische Unternehmen aktiv. Zwar wird bei den Angeboten auch auf das Thromboserisiko hingewiesen, aber im Vordergrund stehen neben der Verhütung meist die vermeintlich positiven Nebenwirkungen auf Haut oder Haare. Dass ein Pharmaunternehmen die Inhalte verantwortet, steht oft nur im Impressum oder ist durch ein Logo gekennzeichnet. Ob die jungen Menschen alle Logos der Pharmaindustrie kennen, ist jedoch fraglich. 

    „Die Hersteller von Pillen haben offensichtlich herausgefunden, wie man gerade für die Zielgruppe der jungen Frauen neue Medien nutzt, um diese spezifisch und mit ihrer Sprache zu erreichen“, so Thürmann. „Die Warnhinweise hingegen sowohl von Behörden als auch die Stimmen kritischer Ärzte und Wissenschaftler verhallen offenbar im Raum.“ 

    Die Pille hat seit ihrer Einführung maßgeblich zur sexuellen Befreiung der Frauen beigetragen. In den Achtzigerjahren gehörte sie zum selbstbestimmten Leben einer Frau. „Jetzt beobachten wir, dass sie gezielt weiterentwickelt wird, um bestimmten Schönheitsidealen näherzukommen und zu einem Lifestylepräparat wird“, so Thürmann. „Mit Selbstbestimmung und Unabhängigkeit hat das nichts mehr zu tun.“ 

    Glaeske ergänzt: „Auch bei den Namen, wie z.B. Yasmin und Yasminelle und den Verpackungen besteht ein großer Unterschied zu anderen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.“ 

    TK schafft Informationsangebot für Ärzte und junge Frauen Der nun vorgestellte „Pillenreport“, widmet sich der Frage, ob die neuen und modernen Pillen der 3. und 4. Generation wirklich ein medizinischer Fortschritt sind. Er geht auf Nutzen und Risiken der neueren Gestagene ein und untersucht Verordnungscharakteristika genauer. Er ist ein Ableger des diesjährigen Innovationsreports von der TK und dem SOCIUM, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, an der Universität Bremen. 

    Für junge Frauen steht ab sofort die Seite pille.tk.de zur Verfügung. Die Seite bietet eine Übersicht der verschiedenen Präparate und soll bei der Wahl der richtigen Pille helfen. Zudem hat die TK einen Film produziert, der als Informationsangebot auf YouTube und Facebook für das Thema sensibilisieren soll. 

    Thürmann: „Letztendlich sind hier verantwortungsbewusste Ärztinnen und Ärzte und deren Fachgesellschaften gefordert, in ihren Leitlinien Stellung zu beziehen.“ 

    „Wenn sich Frauen für die Pille entscheiden, sollten sie gemeinsam mit den Ärzten hinter die Marketingbotschaften der Pharmaindustrie schauen und eine sorgfältige Wahl für die Pille treffen, die für sie am besten geeignet ist“, so Baas. 

    Hintergrund:

    Das Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat schon im März 2014 verkündet, dass in den Fachinformationen für einige Pillen der dritten und vierten Generation auf das höhere Thromboserisiko hingewiesen werden muss. Gleichzeitig forderte es weitere Studien von den Herstellern für Produkte, bei denen das Risiko unklar ist. Am Verordnungsverhalten hat sich trotz dieser Warnung nichts geändert. 

    Die Digitale Pressemappe mit dem Pillenreport und dem Film ist auf www.tk.de unter dem Webcode 770816 verfügbar. 

    Junge Frauen können sich auf www.pille.tk.de zu dem Thema informieren. 

    Der Pillenreport ist eine Auskoppelung aus dem diesjährigen Innovationsreport, den TK jährlich mit der Universität Bremen erstellt, um die Arzneimittelinnovationen eines Jahrgangs zu bewerten. Der Innovationsreport 2015 ist auf tk.de unter dem Webcode 747512 verfügbar. 

     

    Pressekontakt: TK-Pressestelle Dennis Chytrek Tel. 040 – 6909 3020 dennis.chytrek@tk.de www.newsroom.tk.de www.twitter.com/TK_Presse

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3143353
  • Wechseljahre – mehr als eine hormonelle Umstellung

    Wechseljahre – mehr als eine hormonelle Umstellung

    Hitzewallungen und Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Schweißausbrüche – das alles erwartet die meisten Frauen, wenn sie in die Wechseljahre kommen. Das Klimakterium, wie die Wechseljahre medizinisch korrekt heißen, ist die Zeit, in der Hormone bei Frauen völlig aus dem Gleichgewicht kommen. In dieser Zeit verändert sich die Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone und vor allem das Östrogen und die Hormone, die Follikel, also die Eizellen stimulieren, sie spielen in den Wechseljahren ein wenig verrückt.

    Wechseljahre – Keine Erkrankung

    Selbst wenn die meisten Frauen in den Wechseljahren leiden, das Klimakterium ist keine Krankheit, aber es gibt jede Menge Symptome. Viele Frauen schlafen schlecht, die Haare werden dünner, die Haut wird welk und auch Hitzewallungen und plötzliche Schweißausbrüche machen das tägliche Leben nicht eben angenehm. Die Lust auf Sex lässt nach, die Scheidenhaut wird trocken und auch Depressionen sind während der Wechseljahre keine Seltenheit. Viele Frauen haben kaum oder gar keine Beschwerden während der Wechseljahre, bei anderen ist die hormonelle Umstellung so gravierend, dass sie ärztliche Hilfe brauchen.

    Wechseljahre – Die Zeit der Veränderungen

    Vielen Frauen machen aber nicht nur die Wechseljahre zu schaffen, in diese schwierige Zeit fallen noch mehr Veränderungen, die bewältigt werden müssen. Die Kinder sind erwachsen und gehen aus dem Haus, auch in der beruflichen Karriere ist der Zenit bei vielen Frauen bereits überschritten und die Rente kommt langsam, aber sicher in Sichtweite. Diese stetigen Veränderungen im beruflichen und privaten Leben beeinflussen das Wohlergehen selten zum Positiven. Die Wechseljahre sind auch ein Zeichen für schwindende Attraktivität, denn während der Mann auch im hohen Alter noch Kinder zeugen kann, ist bei Frauen, die in die Wechseljahre kommen, der Kinderwunsch nicht mehr möglich. Viele fühlen sich deshalb alt und hadern mit ihrem Schicksal.

    Welche medizinische Hilfe gibt es?

    Frauen müssen sich heute nicht mehr mit den Begleiterscheinungen der Wechseljahre abfinden, es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die bei der Umstellungen der Hormone helfen können. So individuell wie die Beschwerden in den Wechseljahren, so individuell sind auch die Behandlungsmethoden. Die bekannteste Methode, die Anzeichen der Wechseljahre abzuschwächen, ist die Hormonersatztherapie, kurz HET genannt. Mit dieser Therapie bekommt der Körper die Hormone, die er selbst nicht mehr produzieren kann. Jede Hormonersatztherapie wird auf jede Frau nach Maß abgestimmt, aber das Prinzip dieser Therapie ist immer das Gleiche: So wenig Hormone wie möglich, so viel Hormone wie nötig. Auch eine HET mit einer sehr niedrigen Hormondosis kann ein großer Erfolg sein.

    Immer wieder anders

    Hormonpräparate gibt es in Tablettenform, als Gel, als Pflaster und auch als Nasenspray, als Zäpfchen, als Creme und in Form einer Injektion. Beliebt sind vor allem Hormonpflaster, die in vielen verschiedenen Dosierungen angeboten werden. Dieses Pflaster hat aber einen entscheidenden Nachteil, denn es muss zweimal in der Woche gewechselt werden, denn nur so kann ein gleichmäßiger Hormonspiegel auch gewährleistet werden. Zudem darf das Pflaster nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, denn sonst zersetzt sich der Wirkstoff. Welches Hormonpräparat infrage kommt, das hängt vor allem von den Beschwerden ab, denn nicht jede Frau leidet unter Schlafstörungen oder unter Hitzewallungen. Der Arzt kann nach einer Blutuntersuchung entscheiden, was das richtige Pflaster ist, und es ist auch möglich mehrere Möglichkeiten auszuprobieren, bis die passende Therapie gefunden wird.

    Hilfe aus der Natur

    Nicht jede Frau möchte in der Zeit der Wechseljahre der Pharmaindustrie vertrauen, sondern lieber Hilfe aus der Natur in Anspruch nehmen. Auch die sogenannte grüne Apotheke hat einige Mittel gegen die Beschwerden der Wechseljahre, wie zum Beispiel den Mönchspfeffer. Die Traubensilberkerze ist ebenfalls ein bewährtes Mittel, um gegen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und schlaflose Nächte vorzugehen. Beide Mittel enthalten Phytohormone, die den körpereigenen Hormonen sehr ähnlich sind und die deshalb regulierend in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen können.

    Bild: © Depositphotos.com / pressmaster

  • Die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie – ein Millionengeschäft

    Die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie – ein Millionengeschäft

    Es ist die gigantische Zahl von 40 Millionen Euro, die die Lobbyisten der Pharmaindustrie locker machen, um sich in der EU-Politik zu etablieren. Mit diesem Geld nimmt die Pharmaindustrie enormen Einfluss auf die Politik der EU und verschafft sich auf diese Weise große Vorteile und macht gute Geschäfte. Die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie zahlt sich aus, denn so kommen die Pharmaunternehmen wie zum Beispiel Bayer, in den Genuss von internen Informationen und das macht es einfacher, gute Gewinne zu erwirtschaften.

    So wichtig ist der gute Draht

    Geplante Gesetzesvorhaben wie das Handelsabkommen TTIP und die Datenschutzreform der EU begünstigen die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie, denn der enge Kontakt mit den zuständigen Politikern versorgt die Vertreter der pharmazeutischen Unternehmen mit den nötigen Informationen. Treffen zwischen Politikern und Lobbyisten sind längst keine Ausnahme mehr, sie sind vielmehr eine Selbstverständlichkeit. Es gibt keine Transparenz, keine Kontrollen, sondern nur freiwillige Angaben, inwiefern die Pharmaindustrie und die Politik zusammenarbeiten, Informationen dringen so gut wie gar keine nach draußen.

    Die Zahl wächst

    In einer immer älter werdenden Gesellschaft wird in Zukunft die Medizin und alles, was damit zusammenhängt, eine immer größere Rolle spielen. Die Pharmaunternehmen wissen das und bringen sich in der EU entsprechend in Position. Der Einfluss dieser Unternehmen wächst nach einer neuen Studie rasant schnell an. Waren es vor einem Jahr noch 23 im Transparenzregister aufgelistete Pharmaunternehmen, so sind es im ersten Halbjahr 2015 schon 40 Unternehmen. Alleine die Firma Bayer gibt aktuell fast drei Millionen Euro für die Lobbyarbeit in der EU aus, aber auch GlaxoSmithKline und die Novartis International AG lassen sich die guten Kontakte zu EU-Politikern viel Geld kosten.

    Der große Einfluss

    Wie effektiv die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie inzwischen ist, das zeigt auch die Zahl der Lobbyisten, die an EU-Sitzungen teilnehmen. Diese Sitzungen finden normalerweise hinter verschlossenen Türen statt und es dringt nichts, was dort gesprochen wird, nach außen. An rund 50 solcher geheimen Treffen der EU-Politikern und EU-Kommissaren nahmen auch Vertreter der Pharmaunternehmen wie Pfizer, Johnson & Johnson, Roche oder Shire teil. Im Moment dreht es sich hauptsächlich um Generika, und zwar in Hinblick auf der geplante Handelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA. Der Markt für generische Medikamente wächst stetig an und die Zahl der auslaufenden Patente wird sich drastisch erhöhen. Für die Pharmaunternehmen ist es wichtig, dass die Laufzeiten der Patente verlängert werden, denn das verspricht ein Geschäft in Milliardenhöhe. Um dieses Ziel zu erreichen, muss aber die Politik mitspielen. Hier setzt die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie an, denn die Pharmaunternehmen lassen ihre Beziehungen spielen, um die EU-Politiker von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen.

    Für den Verbraucher bedeutet das, er kann sich nicht mehr auf die Gesetze seines Landes verlassen, denn diese Gesetze werden immer öfter von Pharmavertretern diktiert.

    Bild: © Depositphotos.com / gemenacom

  • Forschung findet nicht dort statt, wo sie benötigt wird

    TK stellt Innovationsreport 2015 vor – AMNOG verfehlt Einsparziel

    Berlin (ots) – Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) verfehlt sein Ziel auch im vierten Jahr deutlich. Es sollte Einsparungen bei Arzneimittelverordnungen in Höhe von zwei Milliarden Euro jährlich erzielen. 2014 wurden gerade einmal 320 Millionen erreicht. „Die wirtschaftliche Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherungen ist also auf einem homöopathischen Niveau“, so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK). „Wenn das AMNOG als viel zitiertes ‚lernendes System‘ konsequent weiterentwickelt wird, sind jedoch viel größere Einsparungen möglich.“ 

    Der Innovationsreport 2015, den Professor Dr. Gerd Glaeske und Wissenschaftler der Universität Bremen mit Unterstützung der TK erstellt haben, zeigt außerdem, dass die frühe Nutzenbewertung auch qualitativ hinter den Erwartungen zurück bleibt: Von den 20 Präparaten, die im Jahr 2012 auf den Markt kamen, wurden nur zwölf vollständig bewertet. Entweder war das zu erwartende Verordnungsvolumen zu gering, die Präparate sind nicht zu Lasten der GKV erstattungsfähig oder es handelt sich um Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen. „Wenn das AMNOG endlich in der Arztpraxis ankommen und eine echte Entscheidungshilfe sein soll, müssen ausnahmslos alle neuen Arzneimittel auf ihren patientenrelevanten Zusatznutzen bewertet werden“, kommentiert Glaeske. 

    Nur eine von 20 Ampeln grün 

    Im diesjährigen Innovationsreport wurden die Präparate wieder nach dem Ampelschema bewertet. Nur ein Medikament erhielt eine grüne Ampel in der Gesamtbewertung. Sieben Mal zeigt die Ampel gelb und sogar zwölf Mal rot. Beim Marketing haben die Pharmahersteller ihre Hausaufgaben hingegen gemacht. Die Präparate wurden nach ihrer Markteinführung beinahe genauso häufig verordnet wie die neuen Arzneimittel im Vorjahr (41.000 Packungen zu 49.000 Packungen zu Lasten der TK). Lediglich der Umsatz fiel in Anbetracht der niedrigeren Innovationskraft auch geringer aus (27,5 Mio. Euro zu 74,0 Mio. Euro). 

    Trotzdem sind mehr als die Hälfte der untersuchten Präparate schon jetzt in die Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften aufgenommen worden. Nach einer aktuellen DocCheck-Umfrage im Auftrag der TK treffen 30 Prozent der befragten Ärzte ihre Entscheidung zur Verordnung neuer Arzneimittel am häufigsten aufgrund solcher Leitlinienempfehlungen. Nur 15 Prozent der Befragten gaben das Ergebnis der frühen Nutzenbewertung als häufigste Informationsquelle an. 

    Ein weiteres Ergebnis des Innovationsreports: „Die Innovationen fokussieren auf die falschen Bereiche. Forschung findet erkennbar nicht dort statt, wo sie benötigt wird“, so Baas. „Statt neuer Antibiotika stehen hauptsächlich Indikationsgebiete im Fokus, bei denen die Pharmaindustrie die größte Rendite erwartet.“ Von den 20 neuen Präparaten des Jahres 2012 sind fünf zur Behandlung von seltenen Erkrankungen zugelassen und neun gegen Krebs. Diesem zunächst positiven Trend stehen extrem hohe Preise für diese Medikamente gegenüber. Außerdem bedeutet die vermehrte Zulassung von Medikamenten gegen seltene Erkrankungen nicht automatisch, dass es nun deutlich mehr Therapiemöglichkeiten für Menschen gibt, die ein seltenes angeborenes Leiden haben. Es liegt vielmehr im Interesse der Industrie, große Volkskrankheiten so umzudefinieren, dass Patientengruppen auf das Maß von seltenen Erkrankungen verkleinert werden. Dies sichert ihnen einen relativ raschen Durchlauf durch das AMNOG-Verfahren und per Gesetz einen Zusatznutzen. 

    Keine Karenzzeiten für Mondpreise 

    Baas: „Aus fachlicher Sicht ist es sinnvoll, dass der verhandelte Erstattungsbetrag rückwirkend ab dem Tag der Markteinführung gilt und nicht erst ab dem zweiten Jahr. Entweder hat ein neuer Wirkstoff einen Zusatznutzen für die Patienten oder nicht. Karenzzeiten für ‚Mondpreise‘ von Präparaten ohne Zusatznutzen müssen also entfallen.“ 

    Es ist außerdem sinnvoll, dass der zwischen dem GKV-Spitzenverband und dem pharmazeutischen Unternehmer ausgehandelte Erstattungsbetrag zumindest in Teilen geheim ist. Öffentliche Preise setzen den Unternehmer aufgrund der besonderen Rolle des deutschen Marktes (Referenzpreisland) zusätzlich unter Druck. Durch geheime Preisnachlässe könnten die gesetzlichen Krankenkassen höhere Rabatte aushandeln, weil die Industrie damit nicht mehr automatisch in vielen anderen Märkten Abschläge hinnehmen müsste. 

    In einem Sonderkapitel befasst sich der Innovationsreport mit Arzneimitteln gegen Krebs. Neben dem demografischen Wandel mit der zunehmenden Patientenzahl, der längeren Behandlungsdauer und der gestiegenen Zahl an Krebsmedikamenten, sind es vor allem die hohen Preise, welche die Therapie zu einer finanziellen Herausforderung für die gesetzlichen Krankenkassen machen. „Dabei steht der Innovationsgrad und der tatsächliche medizinische Nutzen häufig nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Preis“, meint Professor Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorstandsvorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und Mitherausgeber des Innovationsreports. Zudem weist das AMNOG auch hier gravierende Schwächen auf. Wenn das Vergleichspräparat in der frühen Nutzenbewertung schon einen so hohen Preis erzielt, wie es in der Krebsmedizin üblich ist, braucht das neue Medikament keinen Zusatznutzen zur bestehenden Therapie. Dadurch ist es auf mittelfristige Sicht nicht möglich, das System vor Nachahmerpräparaten zu schützen. 

    Hintergrund für die Redaktionen 

    Die digitale Pressemappe mit dem vollständigen Report, den gezeigten Charts, den Statements und der Pressemitteilung finden Sie unter www.presse.tk.de (Webcode 747402). 

    Im Juli und August 2015 hatte das Marktforschungsunternehmen DocCheck Research im Auftrag der TK eine Online-Befragung von n = 500 niedergelassenen Ärzten durchgeführt. 

     

    Pressekontakt: Dennis Chytrek Tel. 040 – 6909 3020 dennis.chytrek@tk.de www.newsroom.tk.de www.twitter.com/TK_Presse

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3117456