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  • Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Viren sind immer unangenehm, aber Noroviren sind eine ganz spezielle Sorte. Sie sind nicht nur extrem ansteckend, sie sind auch extrem zäh: Noroviren lassen sich nicht von Kälte bis zu minus 20° Grad oder Hitze bis zu plus 60° Grad aufhalten. Wenn die Viren einmal da sind, dann lassen sie sich nicht so schnell wieder vertreiben, sie haften an Möbeln, an Tiefkühlkost, an der Kleidung und sogar an Kinderspielzeug und das monatelang. Was Noroviren vertreiben kann? Nur wirklich starke, chemische Desinfektionsmittel oder aber einfache Zitronensäure, denn die können Noroviren nicht leiden.

    Noroviren zwingen alle in die Knie

    Kitas werden geschlossen, die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen müssen in Quarantäne, in Krankenhäusern und Altenheimen wird der Notstand ausgerufen – schuld sind Noroviren. Die kleinen unscheinbaren Viren verlieren keine Zeit, sie überfallen Menschen ohne Vorwarnung und von einer Minute zur anderen. Übelkeit, Bauchschmerzen, gefolgt von Erbrechen und Durchfall sind Anzeichen einer Magen- und Darmgrippe, die durch Noroviren ausgelöst wird. In der Folge verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit und Salz, es kann zu massiven Kreislaufproblemen bis hin zum Schock mit Kreislaufversagen führen. Vor allem Kinder, ältere Menschen und alle, die ein schwaches Immunsystem haben, sind gefährdet, wenn sie mit Noroviren infiziert werden. Anstecken kann sich jeder, denn es reicht schon ein Händedruck, und da sich die Viren auch über die Luft übertragen, sind sie besonders gefährlich. Weil Noroviren auch vor Tiefkühlkost nicht halt machen, kann man sich sogar an Tiefkühlgemüse anstecken, das schon länger im Gefrierfach des Kühlschranks lag.

    Wie lange dauern die Beschwerden an?

    Noroviren sind zwar hochansteckend, aber sie bleiben nicht allzu lange. Meist ist nach drei bis fünf Tagen das Schlimmste überstanden, nur bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann die Infektion auch mal länger als eine Woche dauern. Kommt es zu Schwierigkeiten mit dem Kreislauf, dann kann auch ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden. Die Betroffenen fühlen sich oftmals noch Tage nach der akuten Phase krank und schwach. Wichtig ist es viel zu trinken, um den Verlust an Flüssigkeit wieder auszugleichen. Ideal sind Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, ungesüßte Tees und auch dünne Suppen mit wenig Fett. Hilfreich kann auch Elektrolytpulver sein, das es in der Apotheke zu kaufen gibt. Besonders bei Kindern ist dieses Pulver eine gute Wahl, denn es hilft ihnen schneller wieder gesund zu werden.

    Noroviren aktiv vorbeugen

    Gänzlich lässt sich eine mögliche Infektion mit Noroviren leider nicht vermeiden, es gibt aber einige wirksame Mittel, um die Viren abzuschrecken. So haben Forscher zum Beispiel herausgefunden, dass Zitronensäure die Viren vertreiben kann. Die Säure, die in Zitronen zu finden ist, das sogenannte Citrat, setzt sich genau an den Stellen fest, an denen die Noroviren sind, es legt sie praktisch lahm und verhindert so effektiv eine Ansteckung. Röntgenuntersuchungen haben diesen Vorgang sichtbar gemacht und bewiesen, dass das Händewaschen mit Zitronensäure dabei helfen kann, Noroviren in Schach zu halten. Leider gibt es kein wirksames Medikament, um die Noroviren aufzuhalten und es ist bislang auch nicht gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen die Viren immun macht.

    Noroviren sind meldepflichtig

    Das Norovirus trat 1968 zum ersten Mal in der amerikanischen Stadt Norwalk auf und wird deshalb in den USA auch noch bis heute Norwalk-Virus genannt. Die Viren nahmen sehr schnell den Weg über den Atlantischen Ozean nach Europa und sind heute weltweit verbreitet. Da Noroviren hochansteckend sind und ein einziger Mensch viele andere in einem relativ kurzen Zeitraum anstecken kann, ist jede Infektion immer meldepflichtig. Gibt es einen Krankheitsfall, dann müssen die zuständigen Gesundheitsämter informiert werden. Kommt es in Altenheimen, in Schulen, in Kindergärten oder auch in Krankenhäusern zu einer Infektion mit Noroviren, dann werden die Patienten, aber auch die Räumlichkeiten unter Quarantäne gestellt.

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  • MERS-Virus in Südkorea auf dem Vormarsch

    MERS-Virus in Südkorea auf dem Vormarsch

    Ein Virus bestimmt zur Zeit in Südkorea das öffentliche Leben und legt es zunehmend lahm. Das MERS-Virus sorgt dafür, dass 900 Kindergärten und Schulen geschlossen bleiben, und mehr als 1.600 Menschen mussten bisher in Quarantäne oder stehen unter Beobachtung. 35 Menschen sind nach Auskunft des Gesundheitsministeriums bereits verstorben. Die Einwohner der Hauptstadt Seoul wurden aufgefordert, ihre Wohnungen und Häuser nicht mehr zu verlassen und den Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Zum Schutz vor Ansteckung mit dem MERS-Virus werden in den U-Bahnhöfen Atemschutzmasken ausgegeben. Das MERS-Virus hat auch drastische Folgen für den Tourismus des asiatischen Landes, denn bislang wurden über 7.000 Reisen storniert.

    Um welche Krankheit handelt es sich?

    Das MERS-Virus löst das Middle East Respiratory Syndrome aus, eine Erkrankung, die mit ihren Symptomen an eine Grippe erinnert. Der Virus kommt aus der Gruppe der sogenannten Coronaviren, und die Betroffenen leiden zunächst unter Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf, dann kann eine Lungenentzündung dazu kommen, und im schlimmsten Fall führt das MERS-Virus auch zu einem Nierenversagen und zum Tod.

    Obwohl die Krankheit nicht so schnell von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, fordert das Virus in regelmäßigen Abständen immer wieder viele Todesfälle. Weltweit sind bereits 1.161 Menschen mit dem MERS-Virus infiziert und 436 starben daran. Heute gibt es den Erreger in über 20 Ländern dieser Welt, und er tritt vermehrt auf der Arabischen Halbinsel, besonders in Saudi-Arabien auf, in alle anderen Regionen wurde das Virus eingeschleppt.

    Vorsichtsmaßnahmen

    In Südkorea werden jetzt Stimmen laut, die die Regierung beschuldigen, zu spät und zu ineffektiv auf den Ausbruch der MERS-Virus reagiert zu haben. Die Regierung hat sich deshalb zu verschiedenen Maßnahmen entschieden. So wurden unter anderem im Industriegebiet von Kaesong an der Grenze zu Nordkorea Wärmebildkameras installiert, die alle Ankommenden untersuchen. Viele Südkoreaner arbeiten in Fabriken im Norden des Landes und könnten so das Virus auch nach Nordkorea bringen.

    Die Regierung in Seoul hatte sich schon während der jüngsten Ebola Epidemie für Wärmebildkameras entschieden, der Nachbar im Norden hatte aus diesen Grund sogar zeitweise seine Grenzen ganz geschlossen. Touristen, die heute nach Nordkorea einreisen möchten, müssen damit rechnen, unter Quarantäne gestellt zu werden.

    Wann bricht die Krankheit aus?

    Das MERS-Virus wird in der Regel von Kamelen und Dromedaren auf den Menschen übertragen, was auch die starken Ausbrüche auf der Arabischen Halbinsel erklärt. Besonders die dortigen Kamelmärkte sind wahre Brutstätten für das Virus. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit vergehen nur wenige Tage, und genau diese kurze Inkubationszeit macht es so schwierig, das MERS-Virus in den Griff zu bekommen. Weitergegeben wird das Virus aber immer nur dann, wenn es zu einer Erkrankung gekommen ist, jedoch ist noch immer nicht restlos erforscht, wie lange es weitergegeben werden kann. Auch die Frage, ob Infizierte, die selbst nicht erkranken, den Erreger weitergeben können, ist nach wie vor offen.

    Wer ist gefährdet?

    Alle, die die Ferien im arabischen Raum, also in Jordanien oder in einem der Emirate am Persischen Golf verbringen, laufen Gefahr mit dem MERS-Virus infiziert zu werden. Das gilt besonders dann, wenn es um Ausflüge zu Dromedar-Märkten geht. Auch der Kontakt zu bereits Erkrankten kann gefährlich werden und das, obwohl das Virus nicht so schnell von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gehören ebenso zur Risikogruppe und auch alle, die unter Diabetes oder chronisch verlaufenden Nieren- und Lungenkrankheiten leiden, sollten nach Möglichkeit nicht in die Länder reisen, in denen das MERS-Virus aufgetaucht ist.

    Sollte es während eines Aufenthalts in einem Risikogebiet zu plötzlichem Fieber und unerklärlichem Husten kommen, dann ist es empfehlenswert, sofort einen Arzt aufzusuchen und einen Bluttest machen zu lassen.

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