Schlagwort: Rücken

  • Bewegungsstörungen durch Ataxie – was können Betroffene tun?

    Bewegungsstörungen durch Ataxie – was können Betroffene tun?

    Das griechische Wort Ataxia bedeutet Unordnung und das trifft das Krankheitsbild, das bei Ataxie entsteht, recht gut, denn die Betroffenen leiden unter Bewegungsstörungen, die alle Körperteile betreffen können. So sind zum Beispiel normale Bewegungsabläufe nicht mehr möglich, aber auch das Sehen und das Sprechen kann betroffen sein. Bewegungsstörungen durch Ataxie sind vielfältig und für die Betroffenen immer mehr als nur unangenehm. Aber wie kommt es zu einer Ataxie und welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

    Die unterschiedlichen Formen der Ataxie

    Das Wort Ataxie ist ein Überbegriff für Bewegungsstörungen, die auch die kleinsten Muskelpartien betreffen kann. Bewegungsstörungen durch Ataxie, die nur das Gehen betreffen, werden Gangataxie genannt, die Betroffenen haben Probleme damit, aufrecht zu gehen und fallen entweder durch einen kleinschrittigen Gang oder durch einen sehr unsicheren, breitbeinigen Gang auf. Wenn das Stehen oder Sitzen betroffen ist, dann spricht die Medizin von einer Rumpfataxie, hier können die Betroffenen nur schlecht ohne Hilfe stehen und neigen dazu, zu fallen. Eine Gliedmaßenataxie liegt dann vor, wenn das Schreiben nicht mehr möglich ist und bei einer Dysarthrie ist es nicht mehr möglich, sich zu artikulieren, die Sprache wird undeutlich, die Sätze sind abgehakt und die Stimme klingt verschwommen. Bewegungsstörungen durch Ataxie können aber auch die Augen und die Hände betreffen. In diesem Fall spricht man von einer optischen Ataxie, denn die Betroffenen sind unfähig, mit Kontrolle durch die Augen, bestimmte Handbewegungen zu machen.

    Welche Ursachen haben die Bewegungsstörungen durch Ataxie?

    Wenn es zu Bewegungsstörungen durch Ataxie kommt, dann sind keine Feinabstimmungen der einzelnen Bewegungen mehr möglich, die vom Kleinhirn und dem Rückenmark gesteuert werden. Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Kooperation zwischen den verantwortlichen Zentren verhindern können. Einige werden im Laufe des Lebens erworben, bei anderen Formen sind genetische Ursachen schuld. Besonders häufig werden die Bewegungsstörungen durch Ataxie im Laufe des Lebens erworben, aber auch entzündliche Erkrankungen können das Kleinhirn so schädigen, dass es die Koordination und das Zusammenspiel der Bewegungen nicht mehr planen und durchführen kann. Das ist beispielsweise bei der Nervenkrankheit Multiple Sklerose der Fall, aber auch ein Tumor kann Bewegungsstörungen durch Ataxie auslösen.

    Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

    Bewegungsstörungen durch Ataxie sind ein Symptom für viele neurologische Krankheiten, und immer wenn es zu solchen Störungen kommt, dann muss ein Arzt aufgesucht werden, der den möglichen Hintergrund abklärt. Wer sich im Sitzen oder beim Stehen unsicher fühlt oder merkt, dass der Gang nicht mehr sicher ist oder taumelnd wird, der muss zum Arzt. Auch wenn es plötzlich nicht mehr möglich ist, die Handfläche nach oben zu drehen oder wenn die Hände stark zittern, ist ein Arztbesuch unumgänglich, denn dann kann es sich um Ataxie handeln. Treten die Probleme urplötzlich auf, sind das möglicherweise erste Anzeichen für einen Schlaganfall.

    Wie wird Ataxie behandelt?

    Der richtige Ansprechpartner ist ein Neurologe, der sich zunächst mit gezielten Fragen einen ersten Überblick verschafft, was als Ursache infrage kommen kann. Anschließend werden die Funktionen des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks, aber auch die Reflexe überprüft. Ein MRT, also eine Magnetresonanztomografie kann für Klarheit sorgen, aber auch Blutuntersuchungen und eine Nervenwasseruntersuchung können Auskunft über die Ursache der Ataxie geben. In der Regel ist es schwierig, eine Ataxie zu behandeln, und es gibt auch sehr wenige spezielle Therapieformen. Eine regelmäßige Physiotherapie verspricht vielfach Erfolge, denn zusammen mit einem Therapeuten lernen die Betroffenen wieder, ihre Bewegungen zu steuern. Die Übungen können auch zu Hause gemacht werden, in besonders schweren Fällen ist eine Kur ebenfalls eine sehr gute Idee. Wichtig ist ein völliger Verzicht auf Alkohol, denn der Genuss von Alkohol kann die Bewegungsstörungen noch verstärken. Ein Ansprechpartner ist hier die Deutsche Heredo-Ataxie-Gesellschaft-Bundesverband e. V.

    Bild: © Depositphotos.com / tashatuvango

  • Das Seniorenhandy – mehr als nur ein Telefon

    Das Seniorenhandy – mehr als nur ein Telefon

    Die Kinder anrufen, sich mit Freunden zum Kaffeeklatsch verabreden oder Arzttermine auch von unterwegs vereinbaren – immer mehr ältere Menschen haben das Smartphone für sich entdeckt. Sie haben ihr Handy immer dabei und wissen, dass ihnen das kleine mobile Telefon ein praktischer Helfer ist und unter Umständen sogar das Leben retten kann. Seniorenhandys haben einige Funktionen, die man bei einem „normalen“ Handy nicht finden kann und diese Funktionen machen das Leben von älteren Menschen einfacher und vor allen Dingen auch sicherer.

    Was macht ein Seniorenhandy so besonders?

    Bei einem Smartphone oder Handy für Senioren handelt es sich um ein Mobiltelefon, das speziell auf die Wünsche und die Bedürfnisse von älteren Menschen abgestimmt ist. So haben ältere Menschen oftmals Schwierigkeiten mit der Feinmotorik und auch das Seh- und Hörvermögen lässt mit zunehmendem Alter immer mehr nach. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Handy haben die Handys für Senioren große Tasten, die sich einfach bedienen lassen und auch ein großes Display, was zudem beleuchtet ist. Seniorenhandys klingeln lauter, die Laufzeit des Akkus ist länger und die Funktionen sind einfacher zu bedienen. Trotzdem haben die Seniorenhandys ein modernes Aussehen und unterscheiden sich in der Optik kaum von einem klassischen Handy oder Smartphone.

    Ein Handy das Leben retten kann

    Ein Seniorenhandy kann Leben retten, und zwar aufgrund einiger zusätzlicher Funktionen wie der Notruftaste. Wird diese Taste gedrückt, dann sendet das Handy entweder einen Anruf an die Notrufzentrale oder verschickt automatisch eine SMS. Wenn der Anruf angenommen wird, dann nimmt das Handy ihn entgegen und stellt ebenso automatisch auf die Freisprecheinrichtung. Wenn zum Beispiel ein älterer Mensch in seiner Wohnung stürzt, aber noch in der Lage ist, an seinem Handy die Notruftaste zu drücken, dann wählt das Handy eigenständig die Nummer 112 oder auch die Nummer des Hausarztes. Es können mehrere Notrufnummern gespeichert werden und wenn bei der ersten Nummer auf der Liste keiner abhebt, dann wählt das Handy automatisch die nächste Nummer. Auf diese Weise kann schnell die nötige Hilfe kommen.

    Mit vielen Extras

    Seniorenhandys haben neben der lebensrettenden Notruftaste aber noch mehr praktische und nützliche Funktionen. So gibt es zum Beispiel Handys mit einer integrierten Taschenlampe, die nachts gute Dienste leistet oder auch dabei helfen kann, in der Dunkelheit den Weg oder das richtige Klingelschild zu finden. Auch GPS gehört bei den meisten Handys und Smartphone für Senioren zur Standardausrüstung, denn wer sich bei einer Wanderung oder beim Spaziergang verlaufen hat, der kann durch das GPS-Signal schnell gefunden werden. Viele Senioren stellen sich die Frage: Wie ist ein Handy mit dem Hörgerät kompatibel? Auch daran haben die Hersteller gedacht. Ein Hörgerät in Verbindung mit einem Handy kann zu Rückkoppelungen führen und das ist mehr als unangenehm. Beim Kauf eines Seniorenhandys sollte man auf die Kompatibilität achten, die in US-Standard angegeben ist. Entsprechend dem jeweiligen Modell wird sie in M1 bis M4 oder auch mit T1 bis T4 angegeben. Als Grundsatz sollte in diesem Zusammenhang gelten, je höher, umso besser und ab M3 oder T3 sollte es zwischen einem Hörgerät und dem Seniorenhandy keine Probleme mehr geben.

    Einfach, aber effektiv

    Moderne Smartphones sind mit vielen Extras und Spielereien ausgestattet, die viele ältere Menschen verwirren. Das ist auch der Grund, warum sich die meisten Senioren für ein Handy mit überschaubaren Funktionen entscheiden. Telefonieren, SMS schreiben und auch mit dem Smartphone Fotos schießen – das sind die Funktionen, die für die meisten Senioren ausreichen. Viele Hersteller bieten diese einfachen Modelle schon zu sehr günstigen Preise ab 30,- Euro an. Natürlich gibt es auch Seniorenhandys, die über mehr Funktionen verfügen und die genau auf die Wünsche und Vorstellungen von älteren Menschen eingehen.

    Bild: © Depositphotos.com / aletia

  • Warum eine Pankreatitis gefährlich ist

    Warum eine Pankreatitis gefährlich ist

    Sie kommt relativ selten vor, aber wer davon betroffen ist, der kann schnell in Lebensgefahr schweben – die Pankreatitis, besser bekannt unter dem Namen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine Pankreatitis kann akut, aber auch chronisch auftreten, oftmals wird sie von Gallensteinen ausgelöst, und wenn andere Organe wie die Leber, der Darm, das Herz, die Lungen oder die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden, dann wird es sehr schnell sehr gefährlich. Aber was löst eine Bauchspeicheldrüsenentzündung aus und was macht eine Pankreatitis gefährlich?

    Die Bauchspeicheldrüse – ein erstaunliches Organ

    Die Bauchspeicheldrüse wiegt nur knapp 100 Gramm, sie ist 15 cm groß und liegt im oberen Bauchbereich gleich hinter der Bauchwand. Jeden Tag gibt die Bauchspeicheldrüse bis zu zwei Liter Verdauungssekret an den Dünndarm ab und in dieser Flüssigkeit sind Stoffe enthalten, die die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegen, denn nur so können sie aus dem Dünndarm vom Blut aufgenommen werden. Um zu verhindern, dass sich die Bauchspeicheldrüse selbst verdaut, bilden einige Enzyme eine Art interaktive Vorstufe, sie werden erst dann richtig aktiv, wenn sie im Dünndarm gelandet sind. Die Bauchspeicheldrüse kann aber noch mehr, sie gibt wichtige Hormone wie zum Beispiel Insulin ins Blut ab, um den Blutzuckerspiegel zu senken, auch Glukagon wird abgegeben, was den Blutzuckerspiegel wieder steigen lässt.

    Was macht eine Pankreatitis gefährlich?

    Die Ursachen für eine Pankreatitis sind vielschichtig, in den meisten Fällen ist aber eine Erkrankung der Galle verantwortlich. Wenn ein Stein den Gallengang verstopft und damit einen Gallenstau auslöst, dann sammelt sich im Rückstau das Verdauungssekret in der Bauchspeicheldrüse, was wiederum eine Pankreatitis gefährlich macht. Das Gewebe wird gereizt, es wird geschädigt und schließlich entsteht eine Entzündung. Was eine Pankreatitis gefährlich macht, ist aber die nachfolgende Situation, denn die Drüse wird versuchen, sich selbst zu verdauen. Auch übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss machen eine Pankreatitis gefährlich, weil der Alkohol schnell zu einer Entzündung führen kann. Andere mögliche Ursachen für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sind eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, Störungen im Stoffwechsel und bestimmte Medikamente wie beispielsweise Betablocker und ACE-Hemmer, aber auch einige Antibiotika können eine Pankreatitis gefährlich machen.

    Welche Symptome gibt es?

    Eine Pankreatitis tritt plötzlich und ohne jede Vorwarnung auf. Die Betroffenen fühlen heftige Schmerzen im oberen Bauchbereich, die schnell in den Rücken oder in die Brust ausstrahlen. Zusammen mit den starken Schmerzen kommt es zu Übelkeit, Blähungen und Erbrechen, auch Fieber kann bei einer akuten Entzündung auftreten. Die Bauchdecke ist gespannt, aber sie ist nicht hart, der Arzt spricht dann von einem sogenannten Gummibauch und schon der kleinste Druck löst in dieser Situation heftige Schmerzen aus. Ist der Gallengang an der Pankreatitis beteiligt, dann entwickelt sich zudem eine Gelbsucht, der Urin färbt sich dunkel und die Bindehäute in den Augen sind gelb. Kommt es zu einem Kreislaufschock, dann wird die Pankreatitis gefährlich und wenn sich Eiter im Bauchraum sammelt, dann besteht die Gefahr einer Blutvergiftung, in deren Verlauf das Herz, die Lunge oder auch die Nieren versagen können.

    Wie wird eine Pankreatitis behandelt?

    Kommt es zu einer akuten Pankreatitis, dann muss der Betroffene sofort ins Krankenhaus und je nach Schweregrad auch intensivmedizinisch betreut werden. Gegen die starken Schmerzen bekommt der Patient ein Schmerzmittel, zusätzlich wird ein Tropf angehängt, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen und den Kreislauf aufrecht zu erhalten. Bei einer akuten Erkrankung darf nichts gegessen werden und selbstverständlich sind auch Nikotin und Alkohol tabu. Handelt es sich um eine besonders starke Entzündung, die lange andauert, dann muss der Patient über eine Magensonde mit flüssiger Nahrung versorgt werden. Klingt die Entzündung langsam ab, denn folgt ein vorsichtiger Aufbau mit Speisen, die leicht verdaulich sind.

    Auch wenn eine Pankreatitis gefährlich ist, wenn sie rechtzeitig behandelt wird, dann wird der Patient wieder vollständig gesund.

    Bild: © Depositphotos.com / Waldemarus

  • Ursachen für Hodenschmerzen – von harmlos bis gefährlich

    Ursachen für Hodenschmerzen – von harmlos bis gefährlich

    Wenn die Hoden schmerzen, dann haben die meisten Männer Angst, dass sich hinter diesen Schmerzen ein ernsthaftes Problem verbergen könnte. Hodenkrebs ist meist die zuerst genannte Angst, wenn es um die Ursachen für Hodenschmerzen geht, aber diese Angst ist in den meisten Fällen unbegründet. Die Ursachen für Hodenschmerzen sind in der Regel harmlos, aber wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten, dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um eine schwere Erkrankung ausschließen zu können.

    Ursachen für Hodenschmerzen – Krebs ist es selten

    Wenn die Hoden schmerzen, dann werden viele Männer panisch und fürchten, dass Krebs die Ursache sein könnte. Hodenkrebs äußert sich aber durch andere Symptome, wie kleine Schwellungen oder auch Knötchen unter der Haut. Schmerzen treten im Frühstadium von Hodenkrebs sehr selten auf, und wenn es überhaupt zu Schmerzen in den Hoden kommt, dann muss der Krebs schon sehr weit fortgeschritten sein. Hodenkrebs, der frühzeitig erkannt wird, lässt sich sehr gut behandeln, daher ist es wichtig, die Hoden in regelmäßigen Abständen im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung von einem Arzt abtasten zu lassen.

    Schmerzen durch Hodenentzündungen

    Häufig sind die Ursachen für Hodenschmerzen in einer Entzündung zu finden. Vor allem wenn es sich um einseitige Schmerzen handelt, dann deutet das auf eine sogenannte Orchitis, eine Hodenentzündung hin. Ist das der Fall, dann sind selten beiden Hoden gleichermaßen betroffen, die Entzündung konzentriert sich meist nur auf einen Hoden. Zu den weiteren Symptomen einer Hodenentzündung gehören Kopfschmerzen, leichtes Fieber und eine allgemeine Abgeschlagenheit. In der Regel werden einseitige Entzündungen der Hoden von Viren oder Bakterien ausgelöst, die durch das Blut oder durch die Lymphen in den betroffenen Hoden wandern. Besonders häufig treten dabei Viren in Erscheinung, die Mumps auslösen, aber auch Viren, die für die Windpocken, für Malaria und das Pfeiffersche Drüsenfieber verantwortlich sind, können eine Hodenentzündung auslösen.

    Die Nebenhodenentzündung als Ursache

    Zu den Ursachen für Hodenschmerzen gehört auch die Epididymitis, eine Entzündung des Nebenhodens. Ausgelöst wird diese Erkrankung von einer Blasen- oder Prostataentzündung, aber auch wenn die Harnröhre betroffen ist, dann entzündet sich der Nebenhoden. Die Krankheitserreger kommen über den Samenleiter in den Nebenhoden und die Betroffenen verspüren Schmerzen im Rücken und in den Flanken, auch Bauchschmerzen können bei dieser Entzündung auftreten. Im späteren Verlauf könnten es auch Symptome sein, wie sie bei einer Hodenentzündung auftreten.

    Möglich ist auch ein Leistenbruch

    Der Leistenbruch gehört ebenfalls zu den Ursachen für Hodenschmerzen. Die Betroffenen spüren ein unangenehmes Ziehen in den Hoden und in der Leiste, besonders nach Erschütterungen wie Husten oder Niesen. Ob es sich tatsächlich um einen Leistenbruch handelt, kann der Arzt schnell durch abtasten feststellen, zudem macht sich eine Leistenhernie auch durch eine Beule, ein Anschwellen der Hoden oder eine Verdickung in der Leistengegend bemerkbar. Heißt die Diagnose Leistenbruch, dann ist eine Operation unumgänglich, denn sonst kann es zu einer gefährlichen Einklemmung des Darms kommen.

    Schmerzen nach dem Sex

    Selbst wenn es vielleicht komisch klingt, auch der Sex gehört zu den Ursachen für Hodenschmerzen. Nach dem Geschlechtsverkehr sind die Hoden sehr empfindlich und reagieren auf schon auf die kleinste Berührung. Wenn es nicht zu einer Ejakulation gekommen ist oder wenn die Erektion sehr lange gehalten wird, dann sind brennende oder stechende Schmerzen in den Hoden keine Seltenheit. Die Ursachen für die Hodenschmerzen liegen hier bei einem erhöhten Blutstrom in den Genitalien, der bei einer langen Erregungsphase zu Krämpfen in der empfindlichen Muskulatur der Samenwege führt. Früher wurden diese Schmerzen auch „Kavaliersschmerzen“ genannt, denn von wahren Kavalieren wurde behauptet, dass sie ihren eigenen Höhepunkt so lang hinausgezögert haben, bis die jeweilige Dame auf ihre Kosten gekommen war. Der berühmte Giacomo Casanova soll ein wahrer Meister auf diesem Gebiet gewesen sein.

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  • Die Sprachstörung Dysarthrie – wenn die Worte fehlen

    Die Sprachstörung Dysarthrie – wenn die Worte fehlen

    Dysarthrie ist streng genommen gar keine Krankheit, sondern eine Störung der Sprechmotorik. Zwar wissen die Betroffenen, was und auch wie sie etwas sagen möchten, aber die entsprechenden Nerven und Muskeln, die zum Sprechen gebraucht werden, geben die Befehle nicht an das Gehirn weiter. Die Sprachstörung Dysarthrie ist sehr unterschiedlich ausgeprägt, besonders oft ist aber die Lautbildung betroffen, viele haben aber auch Schwierigkeiten mit der Sprechatmung, der Sprechmelodie und der Veränderungen der Stimme während des Sprechens. In ihrer schwersten Form führt die Sprachstörung Dysarthrie zu vollkommener Sprachlosigkeit.

    Welche Ursachen hat die Sprachstörung Dysarthrie?

    Für eine Dysarthrie gibt es verschiedene Ursachen. So kann die Störung nach einem Schlaganfall ebenso auftreten wie auch nach einer Gehirnhautentzündung. Alkoholismus kann Dysarthrie auslösen, aber auch die Parkinson-Krankheit gilt als ein Auslöser für die Sprachstörung Dysarthrie. Menschen, die ein Schädel-Hirn-Trauma hatten, bedingt durch einen Schlag oder einen Sturz, müssen nicht selten mit einer Dysarthrie leben. Wenn das kindliche Gehirn zwischen dem sechsten Schwangerschaftsmonat und dem ersten Lebensjahr geschädigt wird, dann kann eine Dysarthrie die Folge sein, ebenso kann ein Gehirntumor eine mögliche Ursache sein. Vereinzelt kommt es auch bei einer Multiplen Sklerose zu einer Dysarthrie, eher selten löst auch eine Vergiftung, zum Beispiel durch Drogen, die Sprachstörung aus.

    Wann sollten die Betroffenen einen Arzt aussuchen?

    Grundsätzlich gilt, wenn es zu einer Sprachstörung kommt, dann muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, der der Ursache auf den Grund geht. Nicht immer hat ein Schlaganfall die typischen Symptome, vielfach macht er sich nur durch eine undeutliche Sprache bemerkbar. Um die Ursache für die Sprachstörung Dysarthrie vollständig abklären zu können, müssen die Betroffenen neurologisch untersucht werden, zum Beispiel mit der Hilfe eines EEGs, das die Hirnaktivität misst, oder durch ein CT, eine Computertomografie. Auch ein MRT, eine Magnetresonanztomographie dient als Hilfsmittel, um die Ursache für eine Dysarthrie zu finden. Wenn alle diese Mittel nicht ausreichen, dann gibt es noch die Möglichkeit, durch eine Punktion eine Probe der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit zu nehmen.

    Welche Therapien gibt es?

    Wenn feststeht, was die Sprachstörung Dysarthrie ausgelöst hat, dann kann mit der entsprechenden Therapie begonnen werden. In der Regel wird die Störung mit einer gezielten Sprachtherapie behandelt, die individuell an den jeweiligen Patienten angepasst wird. Die Therapie besteht aus mehreren Bausteinen, zu denen unter anderem auch die richtige Körper- und Kopfhaltung erlernt werden muss. Wichtig ist es zudem, dass es zwischen der Atmung, der Artikulation und der Sprache ein harmonisches Zusammenspiel gibt. Wenn die Spannung des Körpers zu hoch ist, dann gibt es spezielle Übungen, die die Spannungen wieder abbauen. Wenn die Atmung beeinträchtigt ist, müssen die Betroffenen lernen, ihre Atmung zu vertiefen und den Strom der Atmung zu verlängern. Auch Rollenspiele können zur Therapie gehören, denn viele, die unter der Sprachstörung Dysarthrie leiden, haben Probleme damit, in bestimmten Situationen die richtigen Worte zu finden.

    Wie können Angehörige helfen?

    Um die Sprachstörung Dysarthrie in den Griff zu bekommen, sind nicht nur die entsprechenden Therapien notwendig, auch die Angehörigen können den Betroffenen helfen. So sollten Gespräche in einer stressfreien und ruhigen Umgebung stattfinden und die Gesprächspartner sollten nach Möglichkeit nah beieinander sitzen, damit der Betroffene sich nicht übermäßig anstrengen muss. Zudem sollte während eines Gesprächs immer Blickkontakt gehalten werden, denn Mimik und Gestik machen es leichter, sich zu verständigen. In einer großen Gesprächsrunde sollten Angehörige nicht den Fehler machen und für den Betroffenen sprechen, denn selbst wenn das vielleicht gut gemeint ist, derjenige, der mit einer Dysarthrie zu kämpfen hat, fühlt sich schnell übergangen und unmündig.

    Eine Dysarthrie ist keine geistige Behinderung und die Betroffenen sind weder noch dumm oder minderbemittelt, deshalb sollten sie auch zu keiner Zeit so behandelt werden.

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  • Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Etwa eine Million Menschen weltweit infiziert sich jedes Jahr mit Tetanus, einer Krankheit, die viele unter ihrem deutschen Namen Wundstarrkrampf kennen. Die Infektionskrankheit Tetanus tritt in Deutschland allerdings relativ selten auf, denn viele Deutsche sind geimpft und auch die hygienischen Verhältnisse sind hierzulande so gut, dass der Erreger kaum eine Chance hat. Clostridium tetani – so heißt der Erreger, der die Infektionskrankheit Tetanus auslöst und wenn dieser Erreger in die Muskeln des Körpers eindringt, dann verkrampft sich die Muskelmasse dermaßen, dass es zu Lähmungserscheinungen kommt.

    Welche Ursachen hat die Infektionskrankheit Tetanus?

    Der Name Wundstarrkrampf verrät es bereits, die Ursachen für Tetanus sind in den offenen Wunden zu finden, durch der Erreger in den Körper eindringen kann. Das Bakterium hat die Form eines Stäbchens und kann sich nur dann vermehren, wenn die Umgebung arm an Sauerstoff ist, was bei offenen Wunden besonders dann zutrifft, wenn sie stark ausgefranste Ränder haben. Einmal in die Wunde eingedrungen, bilden die Bakterien Sporen und damit eine dauerhafte Form des Erregers, und wenn die Bedingungen besonders ungünstig sind, dann können sie sehr lange überleben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Erreger zum einen widerstandsfähig gegen Hitze, Austrocknung und Desinfektionsmittel ist und zum anderen in der Umwelt praktisch überall vorkommt. Die meisten Tetanus-Erreger finden sich im Erdreich, in tierischen Ausscheidungen, aber auch auf der Haut von Tieren und in ihrer Darmflora.

    Der Tetanus Infektionsweg

    Es ist nicht der Erreger selbst, der in die Wunde gelangt, es sind vielmehr die Sporen, die auch ohne Sauerstoff leben können. Meist reicht schon eine kleine Verletzung, die verschmutzt wird und schon wandern die Sporen in den menschlichen Körper. Das kann zum Beispiel bei der Gartenarbeit passieren, aber auch bei Verkehrsunfällen und Unfällen in der Landwirtschaft ist die Infektionskrankheit Tetanus präsent. Ist der Erreger einmal in der Wunde, dann vermehrt er sich dort und gibt das Gift Tetanustoxin in die Blutbahn ab. Der Giftstoff gerät dann über den Blutkreislauf in das zentrale Nervensystem ins Gehirn und auch ins Rückenmark. Dort angekommen, werden bestimmte Nervenzellen deaktiviert und alle Nervenimpulse, die normalerweise die Muskeln entspannen sollen, können nicht mehr weitergeleitet werden, was schließlich zu den für Tetanus typischen Verkrampfungen führt.

    Die Tetanus Symptome

    Für die Infektionskrankheit Tetanus gibt es klassische Symptome, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen in den Muskeln, eine allgemeine Mattigkeit und auch starke Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf kann eine sogenannte Kieferklemme dazu kommen, die Betroffenen haben einen grinsenden Gesichtsausdruck, da sich die Zungen- und Gesichtsmuskulatur verkrampft, auch die Beine, die Arme, der Nacken und die Bauchmuskulatur werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Muskelkrämpfe sind schmerzhaft und dauern bis zu zwei Minuten an, sie werden noch verstärkt durch optische Reize wie helles Licht, akustische Reize, laute Geräusche und mechanische Reize, wie leichte Berührungen. Die Infektionskrankheit Tetanus führt auch zu einem erhöhten Stoffwechsel, was hohes Fieber auslösen kann und wenn sich die Kehlkopfmuskulatur verkrampft, dann kommt es zu Atemnot, die Betroffenen drohen zu ersticken.

    Wie wird Tetanus behandelt?

    Gegen die Infektionskrankheit Tetanus gibt es kein direktes Gegenmittel, alles, was die Ärzte in einem akuten Fall tun können, ist die Symptome zu lindern und die Vermehrung des Krankheitserregers zu vermindern. Zunächst muss die Wunde gründlich gereinigt und dann breit geöffnet werden. Durch die offene Wundbehandlung kommt Sauerstoff in den Wundbereich und das ist hilfreich, damit sich die Bakterien nicht weiter vermehren. Zusätzlich werden Antibiotika gegeben, die das Tetanustoxin vor allem im Gehirn und im Rückenmark neutralisieren sollen. Der effektivste Schutz gegen die gefährliche Infektionskrankheit Tetanus ist aber eine Impfung, denn sie setzt eine aktive Immunisierung in Gang, der Körper ist in der Lage, Antikörper zu bilden und sich so vor dem Erreger dauerhaft zu schützen.

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