Schlagwort: Rückenmark

  • Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Etwa eine Million Menschen weltweit infiziert sich jedes Jahr mit Tetanus, einer Krankheit, die viele unter ihrem deutschen Namen Wundstarrkrampf kennen. Die Infektionskrankheit Tetanus tritt in Deutschland allerdings relativ selten auf, denn viele Deutsche sind geimpft und auch die hygienischen Verhältnisse sind hierzulande so gut, dass der Erreger kaum eine Chance hat. Clostridium tetani – so heißt der Erreger, der die Infektionskrankheit Tetanus auslöst und wenn dieser Erreger in die Muskeln des Körpers eindringt, dann verkrampft sich die Muskelmasse dermaßen, dass es zu Lähmungserscheinungen kommt.

    Welche Ursachen hat die Infektionskrankheit Tetanus?

    Der Name Wundstarrkrampf verrät es bereits, die Ursachen für Tetanus sind in den offenen Wunden zu finden, durch der Erreger in den Körper eindringen kann. Das Bakterium hat die Form eines Stäbchens und kann sich nur dann vermehren, wenn die Umgebung arm an Sauerstoff ist, was bei offenen Wunden besonders dann zutrifft, wenn sie stark ausgefranste Ränder haben. Einmal in die Wunde eingedrungen, bilden die Bakterien Sporen und damit eine dauerhafte Form des Erregers, und wenn die Bedingungen besonders ungünstig sind, dann können sie sehr lange überleben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Erreger zum einen widerstandsfähig gegen Hitze, Austrocknung und Desinfektionsmittel ist und zum anderen in der Umwelt praktisch überall vorkommt. Die meisten Tetanus-Erreger finden sich im Erdreich, in tierischen Ausscheidungen, aber auch auf der Haut von Tieren und in ihrer Darmflora.

    Der Tetanus Infektionsweg

    Es ist nicht der Erreger selbst, der in die Wunde gelangt, es sind vielmehr die Sporen, die auch ohne Sauerstoff leben können. Meist reicht schon eine kleine Verletzung, die verschmutzt wird und schon wandern die Sporen in den menschlichen Körper. Das kann zum Beispiel bei der Gartenarbeit passieren, aber auch bei Verkehrsunfällen und Unfällen in der Landwirtschaft ist die Infektionskrankheit Tetanus präsent. Ist der Erreger einmal in der Wunde, dann vermehrt er sich dort und gibt das Gift Tetanustoxin in die Blutbahn ab. Der Giftstoff gerät dann über den Blutkreislauf in das zentrale Nervensystem ins Gehirn und auch ins Rückenmark. Dort angekommen, werden bestimmte Nervenzellen deaktiviert und alle Nervenimpulse, die normalerweise die Muskeln entspannen sollen, können nicht mehr weitergeleitet werden, was schließlich zu den für Tetanus typischen Verkrampfungen führt.

    Die Tetanus Symptome

    Für die Infektionskrankheit Tetanus gibt es klassische Symptome, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen in den Muskeln, eine allgemeine Mattigkeit und auch starke Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf kann eine sogenannte Kieferklemme dazu kommen, die Betroffenen haben einen grinsenden Gesichtsausdruck, da sich die Zungen- und Gesichtsmuskulatur verkrampft, auch die Beine, die Arme, der Nacken und die Bauchmuskulatur werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Muskelkrämpfe sind schmerzhaft und dauern bis zu zwei Minuten an, sie werden noch verstärkt durch optische Reize wie helles Licht, akustische Reize, laute Geräusche und mechanische Reize, wie leichte Berührungen. Die Infektionskrankheit Tetanus führt auch zu einem erhöhten Stoffwechsel, was hohes Fieber auslösen kann und wenn sich die Kehlkopfmuskulatur verkrampft, dann kommt es zu Atemnot, die Betroffenen drohen zu ersticken.

    Wie wird Tetanus behandelt?

    Gegen die Infektionskrankheit Tetanus gibt es kein direktes Gegenmittel, alles, was die Ärzte in einem akuten Fall tun können, ist die Symptome zu lindern und die Vermehrung des Krankheitserregers zu vermindern. Zunächst muss die Wunde gründlich gereinigt und dann breit geöffnet werden. Durch die offene Wundbehandlung kommt Sauerstoff in den Wundbereich und das ist hilfreich, damit sich die Bakterien nicht weiter vermehren. Zusätzlich werden Antibiotika gegeben, die das Tetanustoxin vor allem im Gehirn und im Rückenmark neutralisieren sollen. Der effektivste Schutz gegen die gefährliche Infektionskrankheit Tetanus ist aber eine Impfung, denn sie setzt eine aktive Immunisierung in Gang, der Körper ist in der Lage, Antikörper zu bilden und sich so vor dem Erreger dauerhaft zu schützen.

    Bild: © Depositphotos.com / Zerbor

  • Meningitis – Wie gefährlich ist eine Hirnhautentzündung?

    Meningitis – Wie gefährlich ist eine Hirnhautentzündung?

    Die Meningitis, besser bekannt unter dem Namen Hirnhautentzündung, gehört auch heute noch zu den lebensgefährlichen Erkrankungen. Zwar ist eine Meningitis heute besser behandelbar, aber deshalb hat sie noch nicht ihr Potenzial verloren. Betroffen sind die Hirnhäute, wie der Name es schon verrät, aber auch die Rückenmarkshäute, die sogenannten Meningen können sich im Verlauf der Krankheit entzünden. Unterschieden wird eine Hirnhautentzündung in zwei Formen, zum einen gibt es die virale Meningitis durch Viren und zum anderen die bakterielle Meningitis, die durch spezielle Bakterien ausgelöst wird.

    Welche Form der Hirnhautentzündung ist gefährlicher?

    In den meisten Fällen wird eine Hirnhautentzündung durch Viren ausgelöst, seltener, aber umso gefährlicher ist die bakterielle Form der Meningitis. Hier sind in der Regel entweder Meningokokken oder aber Pneumokokken im Spiel, es kann aber auch sein, dass Pilze die gefährliche Entzündung der Hirnhäute auslösen. Wenn die Krankheit auf das Gehirn übergeht, dann sprechen Ärzte von einer Meningoenzephalitis.

    Die Symptome einer Meningitis

    Die ersten Symptome lassen noch nicht auf eine Entzündung der Gehirnhäute schließen, denn sie ähneln denen einer normalen Grippe. Die Betroffenen klagen über starke Kopfschmerzen und bekommen sehr hohes Fieber. Wenn eine plötzliche Versteifung des Nackens dazu kommt und sich die Haut dunkel verfärbt, dann muss man davon ausgehen, dass es sich um eine Hirnhautentzündung handelt. Schwieriger ist es, eine virale Meningitis zu diagnostizieren, denn hier sind die Anzeichen nicht so deutlich, aber der Verlauf der Krankheit ist bedeutend milder als bei der bakteriellen Infektion. Weisen die Symptome eindeutig auf eine bakterielle Meningitis hin, dann ist Eile geboten, denn die Betroffenen müssen sofort in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

    Wie wird Meningitis behandelt?

    Für eine erfolgreiche Behandlung bei einer Meningitis, die durch Bakterien ausgelöst wird, spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. Es gilt, je eher mit einer gezielten Behandlung begonnen wird, umso besser sind auch die Chancen einer vollständigen Genesung. Wird die Meningitis durch Viren ausgelöst, dann heilt sie in den meisten Fällen von ganz alleine wieder ab. Wenn die Symptome auf eine bakterielle Variante hinweisen, wird der Arzt zuerst ein Antibiotikum verabreichen, das kann Penicillin, aber auch ein Breitbandantibiotikum sein. Das hat den Vorteil, dass es gegen verschiedene Viren eingesetzt werden kann, außerdem wird in den meisten Fällen zusätzlich Kortison gegeben. Gibt es Komplikationen, wie zum Beispiel eine Blutvergiftung oder einen Schock, dann muss der Patient auf jeden Fall auf einer Intensivstation behandelt und überwacht werden.

    Ist eine Hirnhautentzündung ansteckend?

    Eine bakterielle Hirnhautentzündung ist hochansteckend und Personen, die mit den Erkrankten in Kontakt gekommen sind, bekommen eine Chemoprophylaxe, ein Antibiotikum, was vor den Erregern der Erkrankung schützt. Wer unter einer viralen Meningitis leidet, der muss lediglich das Bett hüten, eventuell ein fiebersenkendes Mittel oder ein schmerzstillendes Medikament einnehmen, und nach zwei Wochen ist alles überstanden.

    Kann gegen Meningitis geimpft werden?

    Wer sich vor den beiden Typen der Hirnhautentzündung schützen möchte, der sollte sich impfen lassen. Gegen alle drei möglichen Erreger der bakteriellen Meningitis gibt es einen Impfstoff. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Eltern, ihre Kinder schon im ersten Lebensjahr entsprechend impfen zu lassen. Wenn das Kind zwei Jahre alt ist, dann sollte eine weitere Impfung gegen Meningokokken gegeben werden, um das Kind gegen dieses gefährliche Bakterium zu immunisieren. Viren, die für die Kinderkrankheit Mumps verantwortlich sind, können auch eine virale Hirnhautentzündung auslösen und daher ist eine Kombiimpfung gegen Mumps, Röteln und Masern sehr zu empfehlen. Auch hier sollten Kinder im Alter von zwei Jahren die Impfung bekommen.

    In den modernen Industrienationen kommt die bakterielle Hirnhautentzündung nur noch sehr selten vor, aktuell kommen auf eine Einwohnerzahl von 100.000 nur 0,5 Fälle. Häufiger ist die virale Infektion, die besonders häufig junge Menschen zwischen 15 und 19 Jahren trifft.

    Bild: © Depositphotos.com / DmytroKozak

  • Andauernde Schmerzen unbedingt bekämpfen

    Häufig wiederkehrendes Ziehen und Stechen macht empfindlicher für sehr geringe Reize

    Baierbrunn (ots) – Häufig wiederkehrende Schmerzen sind nicht nur eine Qual, sondern sie können auch schwerwiegende Folgen haben. „Feuern Muskeln, Sehnen, Nerven oder auch Narben über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten ständig Schmerzimpulse ins Gehirn und Rückenmark, verändert das unser gesamtes Nervensystem“, erläutert der Chefarzt der Ameos-Klinik für Anästhesiologie, Schmerz- und Palliativmedizin in Staßfurt, Dr. Ralf Rehwinkel, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. „Es wird empfänglicher für bereits sehr geringe Reize, die ein Gesunder so nicht wahrnehmen würde.“ Rehwinkel rät daher, zunächst den Hausarzt aufzusuchen. Trete nach einer vierwöchigen Behandlung keine Besserung ein, sollte der Patient dem Experten zufolge eine Überweisung zu einem Schmerztherapeuten einfordern. 

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ 1/2016 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.senioren-ratgeber.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52278/3216099
  • Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. Schwangerschaftswoche ist sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine sehr spannende Woche. Viele Frauen spüren in der 5. SSW die ersten Anzeichen der Schwangerschaft und machen einen Test um festzustellen, ob sie schwanger sind oder nicht. Es passiert nicht selten, dass in der 5. SSW der Test negativ ist und wenn das der Fall ist, dann heißt das aber noch lange nicht, dass keine Schwangerschaft vorliegt. Die Schwangerschaftstests, die in der Apotheke oder in der Drogerie verkauft werden, sind nicht zu 100 % sicher, erst ein Blut- und Urintest beim Arzt bringt endgültig Gewissheit.

    Wie sieht das Baby in der 5. SSW aus?

    In der 5. SSW macht das Baby einen gewaltigen Sprung in seiner Entwicklung. War das Baby in der vergangenen Woche noch ein Zell-Cluster, so ist es jetzt klar als Embryo zu erkennen. Die Anlagen für die wichtigen Organe bilden sich in der 5. SSW aus und zum ersten Mal sind die Gesichtszüge erkennbar. Am Anfang der 5. SSW war das Kind ein kleiner rundlicher Zell-Cluster, der aus einer Eizelle mit drei zellulär verschiedenen Keimblättern gewachsen ist. In der 5. SSW verändert das Baby seine Form und aus dem rundlichen Kern wird ein länglicher Embryo, der jetzt zwei Millimeter misst.

    Wenn der Arzt in der 5. SSW einen Ultraschall macht, dann kann die Mutter zum ersten Mal den Herzschlag ihres Kindes hören. Die ersten Herzschläge des neuen Lebens sind doppelt so schnell wie die der Mutter, und da der Körper noch sehr klein ist, wirkt das Herz unverhältnismäßig groß. Wenn die Eltern in der 5. SSW Bilder des Embryos sehen, dann wirkt es auf dem Ultraschall so, als würde das riesige Herz außerhalb des kleinen Körpers schlagen. Auf dem Ultraschall kann der Arzt in der 5. SSW sehen, ob es Zwillinge werden, denn wenn zwei schwarze Punkte rhythmisch pulsieren, dann ist klar, dass in der Gebärmutter mehr als ein Kind ein Zuhause auf Zeit gefunden hat.

    Die Leber und die Nieren bilden sich in der 5. SSW aus, ebenso wie das Neuralrohr, aus dem sich später das Rückenmark und das Gehirn entwickeln werden. Auch die Fruchtblase bildet sich in der 5. SSW aus und wird drei Wochen später fertig sein. Der Embryo schwimmt bereits im Fruchtwasser und diese klare und wasserartige Flüssigkeit schützt das Kind vor Lärm, Druck und Stößen.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 5. SSW?

    Frauen, die in der 5. SSW ein Ziehen im Unterleib verspüren, denken zunächst, dass sie ihre Periode bekommen, so wie jeden Monat. Die meisten Frauen fühlen sich zudem schlapp und müde, auch die Brüste spannen unangenehm. Das alles hat aber nichts mit den typischen Problemen zu tun, unter denen viele Frauen kurz vor der Monatsblutung leiden, es sind vielmehr die ersten Beschwerden in der 5. SSW. Das Ziehen im Unterleib wird durch die Lockerung des Bindegewebes verursacht, denn die Mutterbänder beginnen sich zu dehnen. Bleibt zu diesem Zeitpunkt die Periode aus, dann ist das ein erstes relativ sicheres Zeichen dafür, dass ein Baby unterwegs ist.

    Die 5. SSW ist für das Baby eine sehr empfindliche Phase, denn wenn es jetzt negativen Einflüssen ausgesetzt wird, dann kann das weitreichende Folgen für seine Entwicklung haben. Frauen, die sich ein Baby wünschen und davon ausgehen müssen, dass sie schwanger sind, sollten bei den ersten Anzeichen auf Alkohol und Nikotin verzichten. Auch Medikamente dürfen nur noch nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Besonders Nikotin und jede Art von Alkohol kann beim Baby zu schweren Schäden an den Organen führen. Ausfluss ist in dieser frühen Phase der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches, aber wenn in der 5. SSW gelber Ausfluss zu sehen ist, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann kann es sein, dass die Mutter eine Infektion hat.

    Worauf muss die Mutter in der 5. SSW achten?

    Wenn bei der ersten Untersuchung das Schwangerschaftshormon HCG nachgewiesen wird, dann ist es amtlich: Ein Baby ist auf dem Weg. Besonders jetzt, im ersten Trimester der Schwangerschaft, ist eine gesunde Lebensweise sehr wichtig. Das Baby braucht in dieser Entwicklungsphase vor allem Nährstoffe und eine ausgewogene vollwertige Ernährung, entsprechend sollte der Speiseplan der Mutter aussehen. Frauen, die in diesem Stadium der Schwangerschaft unter Verstopfung leiden, sollten statt drei großer Mahlzeiten am Tag, fünf kleine Mahlzeiten essen und viel trinken. Ideal sind Mineralwasser, Fruchtschorlen oder auch Tees mit Kamille und Fenchel.

    Wie hoch ist die Gefahr einer Fehlgeburt in der 5. SSW?

    Für die Mutter ist es auch wichtig, sich möglichst viel zu bewegen. Spezielle Yogakurse für Schwangere sind nun eine gute Idee, auch schwimmen stärkt die Muskulatur und macht zudem noch viel Spaß. Körperlich anstrengende Sportarten sind aber nicht zu empfehlen, denn besonders zwischen der vierten und der fünften Schwangerschaftswoche ist das Risiko groß, eine Fehlgeburt zu erleiden. Rund 50 % der Schwangerschaften enden ungewollt in der 5. SSW und Frauen, die noch nicht wissen, dass sie anderen Umständen sind, verlieren ihr Kind ohne es zu bemerken, sie gehen von einer starken Monatsblutung aus.

    Für den Körper ist eine Fehlgeburt in der 5. SSW so etwas wie ein Schutz, denn in der Regel ist das Kind nicht lebensfähig. Auch das Alter der Mutter spielt eine nicht unwichtige Rolle, denn Frauen, die älter als 45 Jahre sind, verlieren ihr Kind in dieser frühen Phase der Schwangerschaft zu 80 %. Frauen, die in der Vergangenheit bereits eine oder auch mehrere Fehlgeburten hatten, müssen ebenfalls mit einem frühen natürlichen Abbruch rechnen. Bei Frauen, die nur eine Fehlgeburt hatten, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 21 %, bei Frauen, die schon zweimal ein Kind verloren haben, liegt das Risiko bei 29 % und bei drei Fehlgeburten sind es 33 %.

    Die häufigste Ursache für eine Fehlgeburt in der 5. SSW ist eine Anomalie bei der Anzahl der Chromosomen, aber auch wenn die Struktur der Chromosomen nicht stimmt, dann kommt es zu einem natürlichen Abbruch der Schwangerschaft. Ab der sechsten Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf 18 %, und ab der 17 % liegt die Gefahr nur noch bei drei Prozent, dass es zu einer Fehlgeburt kommt.

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  • Die 9. SSW – das Baby macht einen Entwicklungsschub

    Die 9. SSW – das Baby macht einen Entwicklungsschub

    In der 9. SSW Woche sind Mutter und Kind im dritten Monat und das Baby hat seine Zeit als Embryo hinter sich gelassen, jetzt beginnt die sogenannte Fetalphase. Diese Phase zeichnet sich durch ein intensives Wachstum, die Weiterentwicklung der Organe, der Reflexe und weiterer wichtiger Körperfunktionen aus. In der 9. SSW beginnt für das Baby eine sehr sensible Phase, denn das Gehirn und auch die Nervenstränge werden in dieser Woche weiter ausgebaut. Die meisten werdenden Mütter können in der 9. SSW zum ersten Mal wieder vorsichtig durchatmen, denn einige Beschwerden, die die ersten Wochen der Schwangerschaft bestimmt haben, klingen jetzt langsam, aber sich ab.

    Das Baby in der 9. SSW

    In der 9. SSW – wie groß ist der Embryo eigentlich? Das Baby misst in dieser Woche etwas über zwei Zentimeter und es wiegt ungefähr zwei Gramm. Allmählich werden die ersten Konturen sichtbar und der Arzt kann mit dem Ultraschallgerät auch die Herztöne hören. Messen lassen sich diese Herztöne aber noch nicht, das ist erst in den kommenden Wochen möglich. Die Handgelenke sind in der 9. SSW zwischen den Armen und Händen erstmals sichtbar und was in den vergangenen Wochen noch Schwimmhäute waren, entwickelt sich jetzt zu Zehen und Fingern. Der Schwanz, ein Überbleibsel aus der Evolution, hat sich mittlerweile komplett zurückgebildet und die inneren Organe wie auch die Nervenzellen beginnen ihre Arbeit.

    Die Krankenkassen zahlt in der Schwangerschaft drei Untersuchungen mit Ultraschall und wenn eine dieser Untersuchungen in der 9. SSW gemacht wird, dann sind die Bewegungen des Kindes zum ersten Mal wahrnehmbar. Im Vordergrund dieser Schwangerschaftsphase steht aber eindeutig die Weiterentwicklung des Gehirns und des Nervensystems. Die einzelnen Bereiche des Gehirns sind nun bereit und auch in der Lage, ihre Funktionen zu erfüllen. Für das Baby heißt das, es lernt jetzt seine Bewegungen zu koordinieren, es hat bereits viele Reflexe und auch die sensuellen Fähigkeiten werden immer besser. Abgeschlossen wird die Entwicklung des Gehirns aber erst, wenn aus dem Kind ein Jugendlicher geworden ist.

    Die Organe in der 9. SSW

    Bis jetzt war das Gehirn des Kindes nicht geschützt, in der 9. SSW bilden sich nun die Schädelknochen. Das Skelett ist in dieser Phase noch sehr weich, elastisch und besteht zum überwiegenden Teil aus einer knorpeligen Masse. Der Kopf des Kindes muss später in den Geburtskanal passen und sein Gehirn muss bis dahin noch sehr stark wachsen. Bis in der 9. SSW die Schädeldecke das Gehirn schützt, sind die Gehirnhälften durch die sogenannten Fontanellen verbunden, die sich erst zum Ende des zweiten Lebensjahres vollständig schließen werden.

    Die Nervenzellen sind in der 9. SSW bereits vorhanden, jetzt wachsen dort schon kleine Fortsätze, die Axiome, die umgehend Kontakt zu den anderen Zellen in den Nerven und Muskeln aufnehmen. Die Zellen für die Muskulatur des Herzens entwickeln sich ebenfalls weiter und die Leber beginnt in dieser Schwangerschaftswoche damit, erstmals Blut zu produzieren. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Blutinseln im Dottersack diese wichtige Aufgabe erfüllt. Noch ohne Beschäftigung sind in der 9. SSW das Rückenmark, die Thymusdrüse und die Milz, die später die Blutversorgung gemeinsam übernehmen werden.

    Zu diesem Zeitpunkt sind vor allem die Nerven, die Organe und das Gehirn sehr empfindlich gegen Schädigungen von außen. Im Klartext heißt das, wenn die Mutter in der 9. SSW Alkohol trinkt, dann wirkt der Alkohol wie Nervengift und das kann für das Baby bedeuten: Es wird in seinen motorischen Fähigkeiten eingeschränkt sein und auch massive Störungen in der weiteren Entwicklung sind möglich.

    Wie geht es der Mutter in der 9. SSW?

    Noch ist der Bauch in der 9. SSW nicht zu sehen, aber die Mutter spürt die hormonellen Veränderungen jetzt sehr deutlich. Die Hormone sorgen dafür, dass die werdende Mutter schnell müde wird, sie fühlt sich erschöpft und bei vielen Frauen ist der Geruchssinn sehr empfindlich, was nicht selten zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Viele Schwangere machen die Entdeckung, dass sie Speisen und Getränke, die sie sonst sehr mögen, auf einmal nicht mehr riechen können, ohne dass ihnen übel wird. Auf der anderen Seite steigt bei den meisten Frauen die Lust auf extravagante Lebensmittelkombinationen, zum Beispiel schmecken Heringe mit Schlagsahne plötzlich wunderbar.

    Die eine Hälfte der Frauen blüht in der 9. SSW richtig auf. Die Haare sind voll und weich, der Teint nimmt einen rosigen Schimmer an und die Haut ist glatt. Die andere Hälfte beklagt sich über Haarausfall und Hautunreinheiten wie Pickel und Akne. Diese negativen hormonellen Einflüsse verschwinden jedoch in den kommenden Wochen wieder. Wichtig ist jetzt eine gesunde vollwertige Ernährung mit vielen Spurenelementen und Vitaminen. Für eine gesunde Entwicklung des kindlichen Gehirns sind Folsäure sowie die Vitamine B9 und B11 erforderlich. Aber auch das Vitamin C, Jod und Kalzium muss die Mutter jetzt in ausreichender Dosis zu sich nehmen, denn sie fördern die gesunde Entwicklung der kindlichen Organe.

    Welche Beschwerden gibt es in der 9. SSW?

    Der Bauch ist in der 9. Schwangerschaftswoche noch flach, trotzdem fühlen sich viele Frauen wie aufgebläht. Schuld daran sind Probleme mit dem Verdauungssystem, wie Verstopfungen und auch Blähungen. Probleme mit dem Kreislauf sind in der 9. SSW ebenfalls keine Seltenheit und auch Schmerzen im Rücken können die werdende Mutter plagen. Deutlich sichtbar wird die Schwangerschaft aber vor allem am Busen, denn die Brüste werden in der 9. SSW fester, schwerer und auch deutlich empfindlicher. Ein gut sitzender und stabiler BH kann für Abhilfe sorgen.

    Was zeigt die Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW?

    Paare, in deren Familien schon Zwillinge geboren wurden, sollten beim ersten Ultraschall sehr genau hinsehen. In der 9. SSW sind Zwillinge auf dem Bildschirm schon sichtbar und je eher die künftigen Eltern wissen, was auf sie zukommt, umso länger wird die Zeit, um sich auf zwei Kinder einzustellen und auch entsprechend einzukaufen zu gehen.

    Rund 15 % aller Geburten enden mit einer Fehlgeburt, besonders in den frühen Stadien der Schwangerschaft ist die Gefahr einer Fehlgeburt groß. In der 9. SSW liegt das Risiko einer Fehlgeburt bei rund 18 %, und wenn es zu einer Fehlgeburt in der 9. SSW kommt, dann geht der Fötus nicht selten ab, ohne dass die Mutter es bemerkt.

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  • Folsäure kann das Leben von Babys retten

    Folsäure kann das Leben von Babys retten

    Viele werdende Mütter wissen nicht, wie wichtig Folsäure für ihr ungeborenes Kind ist. Dieser Mangel an Wissen führt in Deutschland noch immer zu rund 1.000 Kindern, die mit einem sogenannten Neuralrohrdefekt geboren werden und meist nur wenige Stunden zu leben haben. Diesen Kindern kann ein Teil des Kopfes oder des Gehirns fehlen und auch Babys, die mit einem offenen Rücken geboren werden, sind nicht lebensfähig. Diese schrecklichen Diagnosen sind leider keine Seltenheit, aber die Schädigungen lassen sich auf eine ganz einfache Art vermeiden, nämlich durch Folsäure.

    Das Risiko sinkt um die Hälfte

    Seit mehr als vier Jahrzehnten weiß die Medizin um die Verbindung zwischen Folsäure und der Vermeidung von Neuralrohrdefekten. Mehr als die Hälfte dieser Fehlbildungen lässt sich vermeiden, wenn die werdenden Mütter Folat, ein Präparat aus Folsäure zu sich nehmen. Auch wenn das bekannt ist, die Zahl der Kinder, die mit Fehlbildungen wie einer Lippen-Kieferspaltung oder einem Herzfehler zur Welt kommen, steigt in Europa und auch in Deutschland immer wieder leicht an. Anders sieht es in den USA aus, denn dort werden weitaus weniger Kinder mit schweren Missbildungen geboren, weil die Mütter Nahrungsmittelergänzungen zu sich nehmen, die mit Folsäure angereichert werden.

    Folsäure in der Nahrung

    Auch wenn die Zahlen für sich sprechen und die Erfolge in den USA wissenschaftlich durch Studien belegt werden können, deutsche Ernährungswissenschaftler wollen von Folsäure im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmitteln nichts hören. Eine etwas seltsame und vor allem auch eine gefährliche Haltung, wenn man bedenkt, wie einfach die Vorsorge für das Kind sein kann. Folat gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist an der Zellteilung im menschlichen Körper beteiligt. Unterschieden werden die Folat-Präparate in diejenigen, die mit der Nahrung aufgenommen werden oder die künstlich hergestellte Folsäure. Schwangere Frauen sollten nach Ansicht von amerikanischen Medizinern 500 Mikrogramm Folat zu sich nehmen. Das kann zum Beispiel mit zwei Portionen Obst, drei Portionen Gemüse und Vollkornprodukten am Tag erreicht werden. Wenn diese Vorgaben nicht erreicht werden können, dann ist Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert.

    So wichtig ist Folsäure in der Schwangerschaft

    Zwischen dem 22. und der 28. Schwangerschaftstag schließt sich beim ungeborenen Kind die sogenannte Neuralplatte und wird zum Neuralrohr. Wenn das aber nicht nach Plan funktioniert, dann wird es für das Gehirn und das Rückenmark unmöglich, sich normal zu entwickeln. Das große Problem liegt darin, dass viele Frauen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen, dass sie in anderen Umständen sind. Daher plädieren die Ärzte in den USA dafür, dass alle Frauen, die im gebärfähigen Alter und fruchtbar sind, Folsäure einnehmen sollten.
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    In Deutschland nehmen gerade einmal fünf Prozent der Frauen vor und auch nach der Befruchtung Folsäure. Deutsche Ärzte möchten, dass die Frauen wie in den USA, über die große Bedeutung der Folsäure im Zusammenhang mit der Gesundheit des ungeborenen Kindes aufgeklärt werden. In Amerika gibt es bereits seit 1996 viele Nahrungsmittel wie zum Beispiel Mehl oder auch Salz, die mit Folsäure angereichert werden und seitdem ist die Zahl der Kinder, die mit einem Defekt geboren werden, sehr stark zurückgegangen.

    In Europa gescheitert?

    Europa ist, was die Prophylaxe mit Folsäure angeht, gescheitert. Das ist die Aussage von französischen Forschern, die Daten aus 19 europäischen Staaten gesammelt haben. Sie begründen ihre Aussage mit fragwürdigen Studien, wonach zwischen 1991 und 2011 die Zahl der nicht genetisch bedingten Neuraldefekte nicht sonderlich gestiegen ist. Bei deutschen Wissenschaftlern steht Folsäure immer noch unter Verdacht, das Risiko an Darmkrebs zu erkranken zu erhöhen, obwohl diese These schon lange durch Studien aus den USA und aus Norwegen widerlegt wurden. In den USA gibt es sogar noch einen positiven Effekt, denn dort ist die Zahl der Schlaganfälle zurückgegangen, seitdem die Nahrung mit Folsäure angereichert wurde.

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