Schlagwort: Schmerz

  • Neue Tablette soll Alkoholikern helfen

    Neue Tablette soll Alkoholikern helfen

    Alkohol ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Getrunken wird überall und zu jedem erdenklichen Anlass, aber viele haben sich auch daran gewöhnt, am Abend das eine oder andere Glas Wein oder Glas Bier zu trinken. Die Grenzen zwischen dem reinen Genusstrinken und der Sucht nach Alkohol ist fließend, denn es gibt keinen Punkt an dem feststeht, dass jemand zum Alkoholiker geworden ist. Wenn die Sucht nach Alkohol aber die Oberhand gewinnt, dann steht den Betroffenen ein sehr langer Leidensweg bevor, denn vom Alkohol loszukommen ist ein langer schmerzhafter Prozess, der nicht selten mit einem Rückschlag endet. Jetzt gibt es ein Medikament, was das Bedürfnis nach Alkohol vermindern soll und dieses Mittel wurde vor wenigen Tagen im Rahmen eines Vortrags offiziell vorgestellt.

    Neue Hoffnung

    In Deutschland sind geschätzt 1,3 Millionen Menschen vom Alkohol abhängig. Auch wenn jeder Alkoholkranke weiß, dass seine Sucht lebensgefährlich sein kann, die Hürde, ganz auf Alkohol zu verzichten, ist nicht so leicht zu nehmen. Eine neue Hoffnung wurde jetzt an der medizinischen Fakultät der Universität Marburg vorgestellt und diese Hoffnung trägt den Namen Nalmefen. Nalmefen ist ein neues Medikament, das einem Alkoholkranken effektiv dabei helfen kann, den Alkoholkonsum drastisch einzuschränken, um so eine Chance zu bekommen, ganz mit dem Trinken aufzuhören.

    Gedacht ist das Medikament für alle diejenigen, die einen starken Alkoholkonsum haben, denn mit der Einnahme von Nalmefen wird das Bedürfnis Alkohol zu trinken, deutlich gesenkt. Nalmefen hat aber keine berauschende Wirkung und darin sehen Kritiker das größte Problem. Eingenommen werden soll das Mittel immer dann, wenn die Betroffenen das starke Bedürfnis haben zu trinken, idealerweise zwei Stunden vor dem Alkoholkonsum. Wurde bereits getrunken, dann sollte das Mittel so schnell wie möglich eingenommen werden. Allerdings liegt die höchste Dosierung bei nur einer Tablette pro Tag und es ist wichtig, dass ein Arzt die Behandlung begleitet und den Patienten regelmäßig untersucht.

    Erfolgreiche Studien

    Auch wenn die Studien vor der Zulassung von Nalmefen sehr erfolgreich waren, sie haben trotzdem gezeigt, dass es nicht ausreicht, eine Tablette zu nehmen, die Betroffenen müssen auch die entsprechende Motivation mitbringen, ihre Alkoholsucht besiegen zu wollen. Deutlich wurde das vor allem, weil bei der entsprechenden Studie neben dem neuen Medikament auch Placebos verabreicht wurden. Alle diejenigen, die im Rahmen der Studie Placebos bekommen haben, verspürten ebenfalls keine Lust mehr darauf zu trinken, einfach nur, weil sie bereit waren, keinen Alkohol mehr zu sich zu nehmen.

    Eine andere Studie, in der ausschließlich Nalmefen gegeben wurde, zeigte schon deutlich erfolgreichere Ergebnisse. Bei den 2.000 Probanden, die an der Studie teilgenommen haben und die im Durchschnitt jeden Tag bis zu anderthalb Flaschen Wein konsumiert haben, wurde der Alkoholkonsum unter der Einnahme von Nalmefen in sechs Monaten um 60 % gesenkt. Die Probanden haben also nur noch eine halbe Flasche pro Tag getrunken.

    Der Kopf entscheidet

    Wie alle Süchte, so ist auch die Sucht nach Alkohol eine Kopfsache. Wer mental bereit ist, keinen Alkohol mehr zu trinken, der wird seine Sucht schneller besiegen können. Viele, die über einen langen Zeitraum viel Alkohol trinken, wollen nicht von einer zur anderen Minute aufhören, denn sie fürchten sich vor den körperlichen Entzugserscheinungen. Experten empfehlen diesen Patienten, unbedingt unter ärztlicher Aufsicht einen körperlichen Entzug zu machen, bevor eine Therapie mit Nalmefen beginnen kann.

    Ob das neue Medikament schwere Alkoholiker heilen kann, das darf bezweifelt werden, aber es kann auf dem Weg zum trockenen Alkoholiker eine Art Stütze sein, denn mit jeder Tablette sinkt die Lust, Alkohol zu trinken. Alkoholsucht ist eine Krankheit und Nalmefen ein Medikament, das den Kranken Hoffnung gibt und sie in ihrem Vorhaben unterstützt, dem Alkohol eines Tages komplett und für immer zu entsagen.

    Bild: © Depositphotos.com / cwzahner

  • Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Allein die Vorstellung, dass sich im Darm Würmer aufhalten könnten, verursacht bei den meisten Menschen ein Ekelgefühl. Aber so schrecklich das auch klingen mag, Gesundheitsexperten vermuten, dass jeder Mensch im Verlauf seiner Kindheit schon einmal Würmer im Darm hatte. Wurmbefall im Darm ist unangenehm und kann gefährlich werden, je nachdem, welcher Wurm sich im Darm befindet. In der Regel werden Menschen von drei verschiedenen Wurmarten aufgesucht, dem Spulwurm, dem Madenwurm und dem bekannten Bandwurm. Alle diese Helminthen, wie die Würmer mit medizinischem Namen heißen, leben als Parasiten, also als Schmarotzer, die im Verlauf ihres Lebens immer mal wieder den Wirt oder den Zwischenwirt wechseln.

    Wie kommen die Würmer in den Darm?

    Verunreinigte Speisen oder auch der direkte Kontakt mit Tieren verursachen einen Wurmbefall im Darm. Sind die Würmer dann im Darm angekommen, dann vermehren sie sich und legen Eier, aus denen dann später Larven werden. Es gibt aber auch Wurmarten, die von Mücken oder Fliegen übertragen werden und durch den Hautkontakt in den Darm gelangen. Diese Würmer sind allerdings nicht in Europa zu finden, sie können aber ein unschönes Mitbringsel aus dem Urlaub in den Tropen sein.

    Welche Symptome sind für einen Wurmbefall typisch?

    Ist der Wurm im Darm, dann stellen sich auch schnell die ersten Symptome ein. Die Betroffenen verspüren besonders am Abend und in der Nacht einen starken Juckreiz am After, denn die Würmer legen ihre Eier am liebsten in den Falten des Afters ab. In diesem Stadium sind die weißen, ca. einen Zentimeter langen Würmer dann auch im Kot sichtbar. Neben dem Juckreiz, der nach relativ kurzer Zeit wieder abklingt, gibt es kaum Beschwerden und viele, die Würmer haben, nehmen die Symptome nicht sonderlich ernst.

    Wenn der After aber stark juckt, dann kann es durch das Kratzen zu Rissen kommen und wenn diese Risse sich entzünden, dann wird es für die Betroffenen unangenehm. Helfen kann in diesen Fällen oft ein Sitzbad mit Kamillenblüten, die die Entzündung abklingen lassen. Kommt es zu einem starken Befall durch Würmer, dann verlieren die Betroffenen häufig an Gewicht, es kommt zu Durchfall, zu Bauchschmerzen und auch rektale Blutungen sind keine Seltenheit.

    Befall durch Band- und Spulwürmer

    Im Gegensatz zu den Madenwürmern, die lediglich einen starken Juckreiz auslösen, kann ein Befall mit Spul- und Bandwürmern schon einen größeren Schaden anrichten. Spulwürmer sind rosa und können, wenn sie ausgewachsen sind, bis zu 45 Zentimeter lang werden. Die Larven des Schmarotzers können schwere allergische Reaktionen auslösen und da die Würmer sehr groß werden, gelangen sie auch ohne Probleme in die Gänge der Bauchspeicheldrüse und in die Galle, wo sie Koliken auslösen können. Bei einem starken Befall kann es sogar zu einem Darmverschluss oder zu einer Darmlähmung kommen. Wenn es den Würmern gelingt, in die Blutbahn zu kommen, dann dringen sie nicht selten bis zur Lunge vor und das führt zu Atembeschwerden, Fieber, Husten und in Einzelfällen auch zu asthmatischen Anfällen.

    Bandwürmer gehören zur Familie der Plattwürmer und sie können je nach Art, zwischen drei Millimetern und 20 m lang werden. Ist ein Bandwurm im Darm, dann kommt es zu heftigen Bauchschmerzen, zu einem starken Gewichtsverlust und häufig auch zu migräneartigen Kopfschmerzen.

    Wie wird Wurmbefall behandelt?

    Anders als in früheren Zeiten können Würmer im Darm heute gezielt und auch sehr effektiv behandelt werden. Die Patienten müssen eine Wurmkur machen, das heißt, sie müssen je nach Stärke des Wurmbefalls eine entsprechend lange Kur mit verschiedenen Medikamenten machen. Zu 90 % sind die Würmer dann verschwunden. Damit sich aber erst gar keine Würmer im Darm ansiedeln können, sollte man auf den Verzehr von rohem Fleisch wie zum Beispiel Tatar verzichten, denn im rohen Hackfleisch können sich Eier oder Larven der Würmer befinden.

    Bild: © Depositphotos.com / olgaru79

  • Phimose – ein oft verschwiegenes Leiden

    Phimose – ein oft verschwiegenes Leiden

    Fast alle männlichen Babys kommen mit einer Phimose zur Welt. Das ist jedoch nichts Ungewöhnliches, denn erst am Ende des ersten Lebensjahres lässt sich bei der Hälfte der Jungen die Vorhaut über den Penis zurückschieben. Im Alter von drei Jahren haben rund 80 % keine Probleme mit der Vorhaut und bis zur Pubertät ist bei 99 % der jungen Männer die Phimose kein Thema mehr. Bleibt das eine Prozent, und bei diesen Männern, bei denen sich die Vorhaut nicht schieben lässt, gibt es einige, die einfach stumm leiden, weil sie sich schämen, einen Arzt aufzusuchen, der das Problem schnell und ohne Komplikationen beheben kann.

    Was ist eine Phimose?

    Normalerweise können Männer die Vorhaut ohne Probleme über den Penis nach hinten schieben. Bei einer Phimose ist das nicht möglich, denn die Vorhaut ist mit dem Penis verwachsen. Diese Verwachsung sorgt nicht nur für eine unzureichende Hygiene, sondern kann auch Entzündungen zur Folge haben. Das Wasserlassen ist bei einer Phimose beeinträchtigt und auch beim Sex kann es zu Schmerzen kommen. Diese Erfahrung musste auch der französische König Ludwig XVI. machen, dessen Ehe mit Marie Antoinette aufgrund einer Phimose neun Jahre kinderlos blieb, bis sein Schwager, der Kaiser von Österreich ihn dazu überredete, sich endlich operieren zu lassen.

    Viele Männer, die keinen Arzt aufsuchen wollen, versuchen nicht selten die Vorhaut mit Gewalt über den Penis zu ziehen, und das kann gefährliche Folgen haben. Wenn die Phimose selbst behandelt wird, dann wird die Eichel ringförmig abgeschnürt und das schränkt den Blutzufluss ein. In der Folge schwillt die Eichel unförmig an und das Ganze bekommt das Aussehen eines spanischen Kragens, was auch der Beiname der sogenannten Paraphimose ist. Wenn das der Fall ist, dann muss ohne Verzögerung ein Arzt aufgesucht werden, denn sonst kann diese Form der Phimose schlimme Folgen haben.

    Welche Symptome gibt es?

    Woran erkennt Mann eine Phimose? Zum einen, wenn die Vorhaut gar nicht oder nur unter starken Schmerzen über die Eichel geschoben werden kann. Auch wenn der Penis häufiger entzündet ist, dann kann es sich um eine Phimose handeln, und wenn der Urinstrahl schwächer wird oder in nur eine Richtung abweicht, auch dann kann es sich um eine Phimose handeln. Zu den Symptomen, die erst später auftreten, gehört eine Erektion, die Schmerzen bereitet und auch das Urinieren wird mit der Zeit immer schwerer. Nicht selten treten auch Infektionen des Harnweges auf.

    Wenn diese Symptome zusammen oder auch einzeln auftreten, dann ist der Gang zum Arzt unaufschiebbar.

    Wie sieht die Behandlung aus?

    Der Arzt wird zunächst den Penis untersuchen und wenn die Phimose noch nicht allzu weit ausgebildet ist, dann ist oftmals kein operativer Eingriff nötig, hier kann eine Salbe hilfreich sein, die Kortison enthält. Ist die Phimose aber stark ausgeprägt, dann gibt es nur als Alternative die Operation, der Arzt muss eine Beschneidung vornehmen. Allerdings raten Ärzte davon ab, diese Beschneidung vor Vollendung des zweiten Lebensjahres machen zu lassen, da sich die meisten Phimosen von ganz alleine wieder lösen.

    Bei Kindern wird der Eingriff, bei dem die Vorhaut entfernt wird, unter Vollnarkose vorgenommen, bei erwachsenen Männern reicht in der Regel eine lokale Narkose aus. Je nachdem wie der Patient es wünscht, wird die Vorhaut entweder komplett oder nur teilweise entfernt. Viele Männer möchten jedoch die vollständige Entfernung der Vorhaut, weil es die Sexualität positiv beeinflussen kann.

    Eine Paraphimose muss sofort behandelt werden, denn sonst kann es zu gefährlichen Durchblutungsstörungen kommen. Der Arzt wird unter örtlicher Betäubung zunächst versuchen, die Schwellung zu massieren und dann die Vorhaut zurückzuschieben. Gelingt das nicht, dann muss die eingeschnürte Vorhaut abgeschnitten werden.

    Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Phimose gibt es leider nicht.

    Bild: © Depositphotos.com / ilona75

  • Leistenbruch – eine Verletzung, die behandelt werden muss

    Leistenbruch – eine Verletzung, die behandelt werden muss

    Es reicht schon aus, eine Kiste Mineralwasser zu heben, und schon ist er da, der Leistenbruch. Aber auch bei starkem Husten oder einer unsachgemäßen Bewegung kann es zu einem Bruch kommen und nicht immer ist dieser Bruch auch harmlos. Eine Leistenhernie, so der medizinische Fachbegriff, kann Männer wie Frauen im gleichen Maße treffen, und wenn es sich um einen starken Riss im Gewebe handelt, dann muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Viele verspüren nach einer Anstrengung die typischen Schmerzen, die ein Leistenbruch auslöst, aber da der Schmerz wieder vergeht, wenn man sich entspannt, suchen viele Betroffene keinen Arzt auf und das kann unangenehme Folgen haben.

    Wie macht sich ein Leistenbruch bemerkbar?

    Der Name Leistenbruch ist ein wenig irreführend, denn die Leiste geht nicht zu Bruch, es reißt vielmehr das Gewebe in der Leistengegend. Als erstes Anzeichen verspüren die Betroffenen ein starkes Ziehen in der Leistengegend, das aber sofort wieder nachlässt, wenn man sich entspannt. Frauen spüren dieses Ziehen bis in den Unterleib, bei Männern können die Hoden schmerzen, wenn es zu einem klassischen Leistenbruch kommt. Die Schmerzen treten dann wieder auf, wenn die Leistenregion erneut über Gebühr belastet wird, also wenn man wieder schwer hebt oder erneut heftig husten muss.

    Wenn der Riss im Gewebe größer wird, dann ist ein Leistenbruch auch äußerlich zu sehen. Es bildet sich in der Leistengegend eine deutliche Beule und dieses sogenannte Bruchgeschwulst ist nicht nur sichtbar, sondern es lässt sich auch gut ertasten. Diese charakteristische Beule entsteht immer dann, wenn ein Organ im Bauchraum, meistens ist es der Darm, durch den Riss im Gewebe verschoben wird. Die Beule lässt sich leicht wieder wegdrücken, und da das keine Schmerzen bereitet, geht kaum jemand zu einem Arzt.

    Wann wird ein Leistenbruch gefährlich?

    Gefährlich kann ein Leistenbruch immer dann werden, wenn ein Teil des Darms durch den Riss im Gewebe nicht nur verschoben, sondern vielmehr eingeklemmt wird. Dieser Vorgang der Inkarzeration genannt wird, ist mit heftigen Schmerzen verbunden, zu denen sich auch Fieber, Übelkeit und Erbrechen gesellen können. Immer wenn der Darm eingeklemmt ist, dann muss der Betroffene sofort operiert werden, denn sonst kann es zu schweren Entzündungen im Bauchraum kommen.

    Streng genommen sollte jeder Leistenbruch operiert werden, denn er bildet sich nicht mehr von selbst zurück, sondern wird im Gegenteil im Laufe der Zeit immer größer.

    Minimale Operationen

    Viele Menschen fürchten sich vor einer Operation, vor allem wenn es um einen Leistenbruch geht, der nicht ständig schmerzt oder hinderlich ist. Aber die Furcht vor dem Chirurgen ist unbegründet, denn schließlich gibt es heute die sogenannte minimal-invasive Technik, auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt. Bei dieser modernen Technik macht der Arzt kleine Schnitte in die Bauchdecke und führt mit einem Laparoskop ein Netz in die Leistengegend ein, um den Riss im Gewebe zu stabilisieren.

    Für diese Technik gibt es zwei Möglichkeiten, zum einen die Transabdominelle Netzplastik, kurz TAPP genannt, und zum anderen die extraperitoneale Netztechnik, kurz TEP genannt. Wählt der Arzt die TAPP Technik, dann befestigt der Arzt ein Netz am Bauchraum und fixiert es dort mit der Hilfe von Clips. Eine solche Fixierung ist bei der TEP Methode nicht notwendig, denn hier wird das Netz genau zwischen dem Bauchfell und der Muskulatur platziert und hält dort von ganz alleine.

    Beide Methoden der minimal-invasiven Technik sind besonders für Leistenbruchpatienten eine sehr gute Wahl, die nach der OP möglichst schnell wieder belastbar sein möchten oder sein müssen. Ein großer Vorteil der Operationsmethode ist, dass es nicht mehr so schnell zu einer neuen Verletzung kommen kann. Ein Nachteil ist, dass der Patient eine Vollnarkose bekommen muss, die aber leider nicht für alle Betroffenen auch infrage kommt.

    Bild: © Depositphotos.com / scyther5

  • Schluckauf – das unangenehme Dauer-Hicksen

    Schluckauf – das unangenehme Dauer-Hicksen

    Jeder kennt es und wer davon betroffen ist, der hat nicht selten die Lacher auf seiner Seite. Gemeint ist der Schluckauf, eine Art Hicksen, was sehr lästig sein kann, besonders dann, wenn es länger anhält. Bis 100 zählen, ein Glas Wasser trinken, einen Kopfstand machen oder einen Löffel Zucker essen – es gibt viele Vorschläge, um den Schluckauf wieder loszuwerden, aber nicht alle sind auch hilfreich. Woher kommt der Schluckauf? Was ist für das Dauer-Hicksen verantwortlich und wie wird man es möglichst schnell wieder los?

    Der Übeltäter ist das Zwerchfell

    Singultus – so heißt der Schluckauf mit medizinischem Namen, und der hat seine Ursache im Zwerchfell, einer Muskelplatte, die die Brust- von der Bauchhöhle trennt und die für die Zwerchfellatmung verantwortlich ist. Beim Einatmen wird das Zwerchfell nach unten gezogen und das Volumen des Brustkorbs nimmt zu. So entsteht ein Unterdruck, bei die Luft durch die jetzt geöffnete Stimmritze in die Lunge gesaugt wird. Wenn das Zwerchfell sich dann wieder entspannt, dann weicht die Luft wieder aus der Lunge.

    Für das typische Hicksen ist aber der sogenannte Nervus phrenicus verantwortlich, denn immer dann, wenn dieser Nerv gereizt wird, dann reagiert das Zwerchfell mit Hicksen. Kommt es zum Schluckauf, dann verkrampft sich das Zwerchfell und die Stimmritze wie auch die Stimmbänder verschließen sich. In der Folge kann die Luft die in der Lunge ist, nicht mehr entweichen und es baut sich Druck auf. Dieser Druck entlädt sich dann und es kommt zu jenem unangenehmen Hicksen.

    Was verursacht einen Schluckauf?

    Es gibt verschiedene Ursachen für einen Schluckauf. Zu schnelles und hastiges Trinken kann einen Schluckauf auslösen, denn dann gelangt zu viel Luft in den Magen. Auch zu kaltes oder zu heißes Essen und Getränke lösen einen Schluckauf aus, ebenso wie zu große Portionen auf der Gabel. Wer gerne stark kohlensäurehaltige Getränke wie zum Beispiel Mineralwasser trinkt, der muss sich nicht wundern, wenn es zu einem Schluckauf kommt. Rauchen und Alkohol, aber auch Nervosität und Stress können einen Schluckauf auslösen. Warum es aber überhaupt zu einem Schluckauf kommt, das konnte medizinisch bisher noch nicht nachgewiesen werden.

    Was hilft gegen das Hicksen?

    Es gibt wie schon erwähnt viele Hausmittel, aber sie alle sind keine Garantie dafür, dass der Schluckauf auch wirklich verschwindet. Da diese Hausmittel aber auch nicht schaden können und das Zwerchfell auch beruhigen, ist es keine schlechte Idee, sie einfach mal auszuprobieren. Ärzte empfehlen unter anderem, ein Glas Leitungswasser in kleinen schnellen Zügen zu trinken oder in eine Zitrone zu beißen. Aber auch gurgeln kann hilfreich sein, und wer die Luft anhält, der kann vielleicht auch auf diese Weise seinen Schluckauf loswerden. Erschrecken ist für viele eine gute Methode, und wer ein wenig Zeit mitbringt, der sollte jemanden bitten, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, denn das lenkt ab und mit ein bisschen Glück ist der Schluckauf dann verschwunden.

    Auch Babys hicksen

    Selbst Babys im Mutterleib hicksen bereits und sie trainieren mit diesem Schluckauf ihr Zwerchfell für den Zeitpunkt, wenn sie die schützende Fruchtblase verlassen. Neugeborene bekommen häufig einen Schluckauf unmittelbar nach dem Stillen, dieses Hicksen ist vollkommen unbedenklich, denn das Baby reagiert mit einem natürlichen Reflex, damit keine Muttermilch in die Lunge gelangen kann. Gleichzeitig wird auch durch der sogenannte Reflux, der Rückfluss der Milch aus dem Magen in die Speiseröhre verhindert. Auch wenn der Schluckauf beim Baby keine Schmerzen verursacht, kann die Mutter dennoch dafür sorgen, dass er wieder aufhört. Während des Fütterns sollte das Kind auf den Arm genommen werden, und zwar so, dass der Kopf auf der Schulter der Mutter liegt. Nach dem Füttern sollte die Mutter dann dem Kind leicht auf den Rücken klopfen, damit es aufstoßen kann.

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  • Kopfschmerztabletten können dauerhafte Schmerzen auslösen

    Kopfschmerztabletten können dauerhafte Schmerzen auslösen

    Viele Menschen nehmen Kopfschmerztabletten, aber nur die wenigsten wissen, dass eine Einnahme von Kopfschmerztabletten über einen längeren Zeitraum wieder Kopfschmerzen auslöst, die nicht selten stärker sind als die Schmerzen, gegen die das Mittel eingenommen wurde. Vor allem Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und auch Paracetamol sind dafür verantwortlich, wenn es zu dumpfen und drückenden Schmerzen im Kopf kommt. Besonders oft sind diejenigen betroffen, die unter Migräne leiden und daher viel und oft zu Kopfschmerztabletten greifen. Vor allem wenn spezielle Migräne Mittel eingenommen werden, dann kann es zu sehr schmerzhaften Attacken kommen.

    Eine Pause einlegen

    Die dauerhafte Einnahme von Migräne- oder Kopfschmerztabletten kann schnell zu einer Art Teufelskreis führen. Das Mittel wird genommen, wenn die Kopfschmerzen auftreten, aber nach relativ kurzer Zeit ist der Schmerz omnipräsent und es müssen mehr Tabletten eingenommen werden, immer in der Hoffnung, dass der Schmerz verschwindet. Das ist bei längerer Einnahme nicht mehr der Fall, denn die vermeintlichen Helfer entpuppen sich als diejenigen, die den Schmerz erst auslösen. Immer dann, wenn sich dauerhafte Schmerzen im Kopf einstellen, dann muss eine Pause eingelegt werden, die mindestens zwei Wochen dauern sollte. In etwa 80 % der Fälle geht es den Betroffenen dann deutlich besser und die Kopfschmerzen sind verschwunden.

    Ist das nicht der Fall, dann sollte ein Facharzt aufgesucht werden, der der Ursache der Kopfschmerzen auf den Grund geht und dann eine entsprechende Therapie einleitet.

    Kopfschmerztabletten richtig einnehmen

    Wer bei gelegentlichen Kopfschmerzen mal eine Tablette nimmt, der muss nicht befürchten, dass die Schmerzen durch die Einnahme schlimmer werden. Ohne Anweisung des Arztes sollten Kopfschmerztabletten und auch spezielle Mittel gegen Migräne jedoch nicht häufiger als zehnmal im Monat eingenommen werden. Auch wer länger als drei Tage hintereinander zur Kopfschmerztablette greift, der sollte sich nicht wundern, wenn der Schmerz nicht verschwindet, sondern im Gegenteil noch stärker wird.

    Einfache Mittel gegen Kopfschmerzen und Migräne

    Wer häufig Kopfschmerzen hat, der kann mit einfachen Mitteln dagegen ankämpfen. So kann es zum Beispiel helfen, regelmäßig mit dem Rad zu fahren, spazieren zu gehen oder ein- bis zweimal pro Woche zu schwimmen. Auch wenn die Migräne es zulässt, dann kann sportliche Betätigung hilfreich sein. Alle, die unter starken Migräneattacken leiden, sind gut beraten nicht nur sportlich aktiv zu werden, sondern auch ein Training zur Entspannung der Muskeln zu machen. Mit progressiver Muskelentspannung kann der Dauerkopfschmerz wirkungsvoll bekämpft werden.

    Migräne muss nicht zwangsläufig mit Medikamenten behandelt werden. Besonders dann, wenn sich nach der Einnahme der Medikamente keine dauerhafte Besserung gibt, sollten sich die Betroffenen für eine Alternative entscheiden. Akupunktur kann eine dieser Alternativen sein, denn Akupunktur wird von den meisten Patienten sehr gut vertragen und hat keine schädlichen Nebenwirkungen, wie das bei Medikamenten der Fall ist. Der Nachteil bei einer Akupunkturbehandlung ist aber, dass sie in den meisten Fällen aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Nur wenn die Migräneattacken so schlimm sind, dass sie das tägliche Leben nachhaltig beeinflussen, weil die Betroffenen zum Beispiel nicht mehr arbeiten gehen können, dann übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine alternative Behandlung. Auch Patienten, die keine starken Medikamente vertragen können, bekommen eine alternative Therapie von der Krankenkasse bezahlt.

    Kopfschmerzen und auch Migräne haben sich in den letzten Jahren zu einer Art Volkskrankheit entwickelt. Mittlerweile ist die Migräne die am häufigsten auftretende neurologische Erkrankung in Deutschland, an der bis zu 14 % der Frauen und 8 % der Männer leiden. Wer häufig Kopfschmerzen hat und wenn die Schmerzen trotz der Einnahme von Kopfschmerztabletten nicht verschwinden, dann ist ein Besuch beim Arzt zu empfehlen, um die Ursache der Schmerzen zu klären. Die Tabletten einfach weiter einzunehmen und zu hoffen, dass die Schmerzen dann verschwinden, kann ein Fehler sein.

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