Schlagwort: Schmerzen

  • Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Was ist der Unterschied zwischen einem Simulanten und einem Hypochonder? Während der Simulant eine Krankheit nur vortäuscht, ist der Hypochonder felsenfest davon überzeugt, tatsächlich krank zu sein. Wer unter Hypochondrie leidet, der lebt mit der ständigen Angst, todkrank zu sein, selbst dann, wenn der behandelnde Arzt dem Patienten versichert, dass er vollkommen gesund ist. Einen Hypochonder als einen Spinner und einen eingebildeten Kranken zu bezeichnen, wäre falsch, denn Hypochonder sind wirklich krank, wenn auch nicht körperlich.

    Die Angst vor der Krankheit

    In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit Hypochondrie. Diese Menschen leben in einem permanenten Angstzustand und 80 % sind sich sicher, an Krebs zu leiden. Besonders häufig glauben Hypochonder, dass sie einen Gehirntumor, Haut- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Die restlichen 20 % sind davon überzeugt, ein neurologisches Leiden wie zum Beispiel ALS zu haben. Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind auf der Skala der eingebildeten Krankheiten erst sehr weit unten zu finden. Die Gedanken derjenigen, die an Hypochondrie leiden, kreisen Tag und Nacht um die Krankheit. Alles, was nicht „normal“ aussieht oder sich anders als sonst anfühlt, wird sofort als Symptom für eine schwere oder sogar tödliche Krankheit bewertet, es muss beobachtet und schließlich von einem Arzt abgeklärt werden.

    Hypochonder ticken anders

    Jeder Mensch kennt das Gefühl, dass körperlich irgendetwas nicht stimmt, man wacht am Morgen auf und der Hals oder der Kopf schmerzen ohne ersichtlichen Grund. Die meisten Menschen gehen mit diesen Schmerzen rational um, sie überlegen, ob eine Erkältung vielleicht der Grund sein kann und nehmen ein Mittel ein, wenn die Schmerzen unangenehm sind. Im Laufe des Tages verschwinden die Beschwerden entweder komplett oder es zeigt sich, dass tatsächlich eine Erkältung der Grund war. Die Erkältung wird dann entsprechend behandelt und nach einer Woche ist alles vergessen. Bei einem Hypochonder sieht das alles ein wenig anders aus, denn sein erster Gedanke ist nicht etwa eine harmlose Erkältung, er geht davon aus, dass Krebs an seinen Schmerzen schuld ist. Die belegte Zunge deutet auf Krebs in der Mundhöhle hin und hinter den Halsschmerzen steckt ein bösartiger Tumor im Kehlkopf. Kopfschmerzen werden mit Hirntumoren in Zusammenhang gebracht und ein Erkältungshusten ist für einen Menschen, der unter Hypochondrie leidet, ein Anzeichen für Lungenkrebs.

    Die Ursachen für Hypochondrie

    Wie werden Menschen zu Hypochondern? Die meisten Menschen, die an Hypochondrie leiden, hatten schon in der Kindheit diffuse Ängste vor Krankheiten. Häufig sind diese einbildenden Kranken in ihrem Elternhaus überbehütet und auch der Tod eines geliebten Menschen kann die Krankheit auslösen. Ausgelöst wird Hypochondrie dann in späteren Jahren durch einen sogenannten Trigger, wie zum Beispiel einen zu hohen Stresspegel. Bei einigen kann auch eine Routineuntersuchung beim Arzt die Krankheit Hypochondrie auslösen. Wenn der Arzt beispielsweise geschwollene Lymphdrüsen diagnostiziert, dann kann das ein Zeichen für Krebs sein, sich aber ebenso gut als vollkommen harmlos erweisen. Menschen, die unter Hypochondrie leiden, bekommen in dieser Situation Todesangst, denn für sie gibt es keine andere Diagnose als Krebs. Die Angst bleibt, selbst wenn das Untersuchungsergebnis etwas ganz anderes sagt und der Patient nachweislich völlig gesund ist.

    Hypochondrie ist heilbar

    Lange Zeit galten Menschen, die unter Hypochondrie leiden, als nicht behandelbar, heute gibt es die Konfrontationstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie, mit denen gute Erfolge erzielt werden. Die meisten eingebildeten Kranken sprechen sehr gut auf diese Therapien an, aber es gibt natürlich auch hier sogenannte Non-Responder, Patienten, die auf die Therapien nicht ansprechen. Vor allem mit der Konfrontationstherapie, bei der sich die Patienten mit ihrer Angst und ihrem irrationalen Verhalten direkt auseinandersetzen müssen, werden große Erfolge erzielt. Sie lernen in der Therapie ihre Risiken besser einzuschätzen und die Signale, die ihr Körper aussendet, besser zu bewerten.

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  • Agoraphobie – eine neue Therapie verspricht Hilfe

    Agoraphobie – eine neue Therapie verspricht Hilfe

    Das Wort Agora bedeutet aus dem Altgriechischen übersetzt so viel wie Markt oder Platz, das Wort Phobie kommt aus der lateinischen Sprache und heißt übersetzt Angst. Nimmt man diese beiden Worte zusammen, dann entsteht Agoraphobie oder übersetzt Platzangst, eine Krankheit, an der in der heutigen Zeit immer mehr Menschen erkranken. Menschen, die unter Agoraphobie leiden, sind nicht in der Lage, mit der U-Bahn oder mit dem Aufzug zu fahren, sie können keine großen Menschenansammlungen ertragen und geschlossene Räume sind für sie tabu. Jetzt gibt es eine neue Therapie, die allen, die unter Platzangst leiden, Heilung verspricht.

    Agoraphobie – die Angst ausgeliefert zu sein

    Menschen, die unter Agoraphobie leiden, haben panische Angst davor, einer Situation ausgesetzt zu sein, die sie nicht mehr kontrollieren können. Der zentrale Punkt der Platzangst ist, dass die Betroffenen sich zunehmend unsicher fühlen, sie sehen keinen Weg mehr flüchten zu können, und das verstärkt ihre Panik noch. Diese Panik macht sich immer dann besonders stark bemerkbar, wenn die Betroffenen nicht mehr ins Geschehen eingreifen können, etwa wenn sich eine U-Bahn oder ein Aufzug in Bewegung setzen, dann wird eine Flucht unmöglich und die Angst erreicht ihren Höhepunkt. Menschen, die unter einer Agoraphobie leiden, verlassen in einem späten Stadium der Krankheit das Haus nicht mehr, sie brechen soziale Kontakte ab und vereinsamen immer mehr.

    Die körperlichen Symptome einer Agoraphobie

    Wer unter Agoraphobie leidet, der lebt mit einem immer größer werdenden psychischen Druck, zu dem sich dann auch körperliche Symptome gesellen. Das Herz rast, die Betroffenen spüren nicht selten heftige Schmerzen in der Brust, sie geraten in Atemnot und müssen mit einem Schwindelgefühl kämpfen. Diese Symptome werden als lebensbedrohlich wahrgenommen, vor allem die Schmerzen in der Brust steigern die Angst vor einem plötzlichen Herzinfarkt bis zu einer echten Panikattacke. In der Folge haben die Betroffenen keine eigentliche Agoraphobie mehr, sie haben vielmehr große Angst, wieder eine körperlich spürbar Angstattacke zu erleiden, sie haben, wie es Sigmund Freud einmal so treffend ausgedrückt hat, Angst vor der Angst. Diese Angst lähmt und wer unter Agoraphobie leidet, der wird auch in den Erholungsphasen keine Ruhe mehr finden, denn es bleibt immer die große Angst, dass wieder eine ähnliche Situation auftreten könnte.

    Ist die kognitive Therapie hilfreich?

    Außenstehende können sich die Probleme und die Ängste nicht vorstellen und sie auch nicht nachvollziehen. Das treibt die Betroffenen letztendlich in eine immer größer werdende Isolation, denn sie finden niemanden, der sie und ihre Krankheit auch nur annähernd verstehen kann. Alle, die erste Symptome einer Agoraphobie erkennen, sollten daher nicht lange zögern, sondern sich möglichst schnell an einen Psychotherapeuten wenden und sich behandeln lassen. Die größten Erfolge verspricht eine sogenannte kognitive Verhaltenstherapie, denn diese Form der Therapie setzt darauf, dem Betroffenen das Vertrauen in sich selbst zurückzugeben. Die Angstpatienten lernen, dass der Kopf dem Körper wieder vertrauen kann, ein wichtiger Baustein der Therapie ist aber auch die Fähigkeit, die Panik zu beherrschen. Mehr Selbstbewusstsein bedeutet mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mehr Selbstvertrauen, sich auch kritischen Situationen zu stellen.

    Das Konfrontationstraining

    Eine andere Form der Therapie ist das Konfrontationstraining, bei dem sich die Betroffenen ganz bewusst einer angstauslösenden Situation stellen müssen. Viele Therapeuten setzen auf diese Therapie und fahren mit ihren Patienten zum Beispiel U-Bahn oder Fahrstuhl. Wenn sich die Betroffenen der Angst stellen müssen, dann lernen sie, mit der vermeintlichen Gefahr umzugehen. Bei vielen Patienten schlägt diese Therapieform gut an, denn sie erleben, dass die Situationen nicht wirklich bedrohlich werden, auch wenn sie nicht kontrollierbar sind. In der Folge klingen die Symptome ab, die Betroffenen können wieder durchatmen und erleben zum ersten Mal dass das, wovor sie große Angst hatten, auf einmal harmlos ist.

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  • Die 3. SSW – jetzt beginnt die Schwangerschaft

    Die 3. SSW – jetzt beginnt die Schwangerschaft

    Aus medizinischer Sicht beginnt in der 3. SSW die eigentliche Schwangerschaft, und der Anfang dieses neuen Lebens ist alles andere als romantisch. Erste Anzeichen einer Befruchtung sind nur unter einem Elektronenmikroskop zu sehen, das Kind besteht zu diesem Zeitpunkt nur aus Zellen, erst wenn sich die ersten Ansätze der inneren Organe ausbilden, dann heißt der Zell-Cluster offiziell Embryo. Auch Übelkeit, eine der typischen Schwangerschaftsbeschwerden, ist in der 3. SSW noch kein Thema. Die meisten Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht, dass sie in anderen Umständen sind, die biologischen Vorgänge nehmen jedoch in der 3. SSW unaufhaltsam ihren Lauf.

    In der 3. SSW teilen sich die Zellen

    Wenn es zu einer Befruchtung gekommen ist, dann sind im Inneren des Eis zwei Zellkerne zu finden. Im Kern der weiblichen Eizelle befinden sich alle Erbanlagen der Mutter, im Kopf der männlichen Zelle sind alle Erbinformationen des Vaters zu finden. Diese beiden Zellen verschmelzen in der 3. SSW miteinander, und auf diese Weise entsteht ein einmaliger genetischer Code und damit ein neuer einzigartiger Mensch.

    Es dauert jetzt nicht mehr allzu lange, dann wird sich die Urzelle, die sogenannte Zygote, zum ersten Mal teilen und damit fällt sozusagen der Startschuss für Milliarden neuer Zellen. Aber bleiben wir bei der Befruchtung. Zwei Tage nachdem es zur Befruchtung gekommen ist, gibt es schon vier Zellen, wieder einen Tag später sind es bereits acht Zellen.

    In der 3. SSW hat der neue Mensch das Aussehen einer Maulbeere, und da in der lateinischen Sprache die Maulbeere Morula heißt, sprechen Mediziner vom Morula-Stadium, wenn sie die Zeit bis zur Entwicklung des Embryos meinen. Spannend wird es am dritten Tag der 3. SSW, denn an diesem Tag bildet sich innen im Zell-Cluster ein Hohlraum. In diesen Hohlraum zieht die Morula ein und sie wird sich dort zu einer Keimblase der Blastozyste entwickeln, die dann aus zwei unterschiedlichen Zelltypen besteht.

    So entsteht der Embryo in der 3. SSW

    Eine der Zellen nennt sich Embryoblast, aus dieser Zelle wird sich im Verlauf der Schwangerschaft der Embryo entwickeln. Das Kind trägt bis zum Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft den Namen Embryo, erst wenn die wichtigen Organe wie das Herz, die Nieren und die Lungen ausgebildet sind, dann wird aus dem Embryo ein Fötus.

    Die zweite Zelle trägt den Namen Trophoblast und diese Zelle ist dafür zuständig, dass sich die Plazenta, also der Mutterkuchen entwickeln kann. Später wird der Mutterkuchen mit der Nabelschnur verbunden, die während der gesamten Schwangerschaft die Aufgabe hat, das Baby mit allen notwendigen Nährstoffen und auch mit Sauerstoff zu versorgen. Über die Nabelschnur wird auch der „Abfall“ entsorgt, der später durch den kindlichen Stoffwechsel entsteht.

    In der 3. SSW ist der Embryo pausenlos auf Wanderschaft. Zunächst wandert er aus dem Eileiter der Mutter bis zum Uterus, den er zu Beginn der nächsten Schwangerschaftswoche erreichen wird. Kommt der Embryo dort an, dann besteht er aus 70 bis 100 Zellen, und jede dieser Zellen wird eine ganz bestimmte Aufgabe übernehmen.

    Die werdende Mutter in der 3. SSW

    Da die Dritte SSW für die werdende Mutter ohne Probleme bleibt, wissen die meisten Frauen nicht, dass sie schwanger sind. Frauen, die schon Kinder haben, spüren eher, dass sich etwas tut und gehen bei den ersten Anzeichen zu einem Gynäkologen. Der Arzt wird zunächst versuchen, den sogenannten HCG-Wert zu ermitteln, denn nur wenn das Schwangerschaftshormon eindeutig nachgewiesen werden kann, dann ist es tatsächlich auch zu einer Schwangerschaft gekommen. Oft ist in der SSW 3+5 der HCG-Wert noch recht niedrig und der Arzt kann noch nicht zu 100 % sagen, ob es zu einer Schwangerschaft gekommen ist. Meist wird die Messung eine Woche später noch einmal wiederholt und wenn der HCG-Wert dann deutlich gestiegen ist, dann steht es eindeutig fest, dass ein Kind unterwegs ist.

    Frauen, die in der 3. SSW selbst einen Schwangerschaftstest machen und ein negatives Ergebnis bekommen, sollten nicht verzweifeln, denn auch hier kann der HCG-Wert noch so niedrig sein, dass eine Schwangerschaft nicht angezeigt wird. Auch hier gilt, den Test einfach eine Woche später zu wiederholen und wenn der positiv ist, dann wird es Zeit zum Arzt zu gehen, der die ersten Untersuchungen machen wird.

    In der 3. SSW sollte der HCG-Wert zwischen 50 und 500 liegen, aber er verdoppelt sich alle zwei bis drei Tage und das bedeutet, dass sich spätestens in der vierten Schwangerschaftswoche eine Schwangerschaft ohne einen Zweifel nachweisen lässt.

    Welche Beschwerden gibt es in der 3. SSW?

    Kommt es zur Befruchtung, dann beginnt der Körper umgehend damit, Hormone zu produzieren. Die Hormone haben in der 3. SSW ganz unterschiedliche Aufgaben. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Schwangerschaft zu erhalten und die weitere Entwicklung des Embryos voranzutreiben. So hat zum Beispiel das Eizellbläschen direkt nach dem Eisprung eine völlig neue Aufgabe übernommen, denn jetzt ist es dafür zuständig, das Gelbkörperhormon Progesteron zu produzieren. Dieses spezielle Hormon regt den Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter an, und das Hormon ist auch dafür zuständig, dass sich die Einzelle buchstäblich ins gemachte Nest setzen kann.

    In der 3. SSW spürt die Mutter die Veränderungen in ihrem Körper kaum, alles spielt sich im wahrsten Sinne des Wortes unter der Oberfläche ab. Einige Frauen verspürten in der 3. SSW leichte Unterleibsschmerzen, wie sie für den Beginn der monatlichen Blutung normal sind. Bleibt die Periode aus, dann besteht der berechtigte Verdacht, dass es zu einer Einnistung gekommen ist. Setzt die Monatsblutung aber ganz normal ein, dann hat es zumindest in diesem Monat mit dem Familienzuwachs leider nicht geklappt.

    Wann kommt das Baby zur Welt?

    Die meisten Frauen gehen zu ihrem Arzt, wenn die Monatsblutung ausbleibt. Der Arzt wird eine Blutuntersuchung machen, um die Schwangerschaft nachweisen zu können. Auch eine Untersuchung mittels Ultraschall kann in der 3. SSW schon Auskunft darüber geben, ob sich eine Zelle fest eingenistet hat. Anhand der gesammelten Daten bestimmt der Arzt dann den genauen Geburtstermin. Errechnet wird der wahrscheinliche Entbindungstermin immer ab dem ersten Tag der letzten Periode. Wenn also die werdende Mutter in der 3. SSW zur Untersuchung kommt, dann haben sie und der Embryo noch 37 gemeinsame Wochen vor sich.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

  • Wie gefährlich ist Tollwut für Menschen?

    Wie gefährlich ist Tollwut für Menschen?

    In Norddeutschland sind Fälle von Tollwut bei Fledermäusen aufgetreten, im Kreis Stade wurde der Tollwutvirus nachgewiesen. Die Besitzer von Katzen, die viel draußen sind, aber auch die Hundebesitzer sind jetzt zu Recht besorgt, denn das Virus kann sich von der Fledermaus auf den Hund oder die Katze und von dort aus auch auf den Menschen übertragen. Wie gefährlich ist Tollwut, wenn sich ein Mensch damit infiziert und welche Therapiemöglichkeiten gibt es für den Ernstfall?

    Was genau ist Tollwut eigentlich?

    Bei Tollwut handelt es sich um eine Virusinfektion, die das zentrale Nervensystem zerstören kann. Übertragen wird Rabies, so der medizinische Name der Tollwut, ausschließlich durch direkten Körperkontakt, wenn ein Mensch von einem infizierten Tier gebissen wird oder wenn Speichel eines infizierten Tieres mit einer offenen Wunde in Berührung kommt. Die Tollwut befällt nur Säugetiere und sie ist fast überall auf der Welt zu finden. Die meisten Fälle von Tollwut gibt es in China, Afrika, Indien und auch in Südostasien. Weltweit sterben jedes Jahr ca. 55.000 Menschen an Tollwut, überwiegend sind es Kinder, die in ländlichen Regionen leben. In Europa sind es vor allem Füchse, die die Tollwut übertragen können, jetzt vermehrt sind jetzt auch Tollwutfälle mit Fledermäusen aufgetreten.

    Die Symptome der Tollwut

    Die Inkubationszeit bei Tollwut dauert zwischen 20 und 90 Tagen. Bricht die Krankheit aus, gibt es zwei verschiedene Formen, die enzephalitische wilde Tollwut und die paralytische stille Tollwut. 80 % der mit Tollwut infizierten erkranken an der klassischen wilden Tollwut. Diese Form ist leicht an sehr hohem Fieber, einer panischen Angst vor Wasser und Luftzügen, sowie durch eine Hyperaktivität der Betroffenen zu erkennen. 20 % erkranken an der stillen Tollwut, in deren Verlauf es zu Lähmungserscheinungen der Arme und Beine sowie des Schließmuskels im Magen- und Darmtrakt und der Harnwege kommt. Zudem haben die Infizierten leichtes Fieber, eher selten sind Nervenschmerzen, Krampfanfälle und Zuckungen in den Gliedmaßen, in die gebissen wurde.

    Wie kann Tollwut behandelt werden?

    Bei der Behandlung von Tollwut muss es sehr schnell gehen, denn das Einzige, was helfen kann, ist eine aktive und eine passive Impfung. Der Betroffene muss diese Impfung unmittelbar nach dem Biss oder der Berührung mit einem infizierten Tier bekommen, es zählt buchstäblich jede Sekunde. Bricht die Tollwut aus, dann kommt jede Hilfe zu spät. Es gab zwar zahlreiche Versuche, die Infektionen unter anderem mit einem künstlichen Koma und auch mit Virostatika zu behandeln, aber bislang blieben diese Versuche ohne Erfolg. Bisher ist weltweit nur ein Fall bekannt, bei dem ein Mensch eine bereits manifeste Tollwuterkrankung überlebt hat, normalerweise führt die Tollwut innerhalb von wenigen Tagen zum Tod, wenn sie ausgebrochen ist.

    Nur eine Impfung kann helfen

    Wer von einem Tier gebissen wurde, das mit Tollwut infiziert ist, der muss sofort in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses, wo die Wunde gründlich ausgespült und gereinigt wird. Auf diese Weise kann schon ein Teil der Tollwutviren entfernt werden. So schnell wie möglich muss dann die aktive Impfung durch unschädlich gemachte Tollwutviren erfolgen, die das Immunsystem aktivieren sollen, die Krankheit selbst aber nicht mehr auslösen können. Nur so baut das Immunsystem einen wirksamen Schutz auf, denn es kann die unschädlichen von den schädlichen Viren nicht unterscheiden. Wer nicht sofort aktiv geimpft werden kann, der muss eine passive Impfung bekommen. In diesen Fall werden den Betroffenen Antikörper, also fertige Abwehrstoffe gespritzt. Besonders wirksam ist die Impfung mit dem sogenannten Rabies Immunoglobulin, wenn entweder direkt oder aber in unmittelbarer Nähe der Bisswunde geimpft wird. Eine aktive Immunisierung muss nach drei, sieben, 14 und noch einmal nach 28 Tagen wiederholt werden. Die passive Impfung darf hingegen nur bis zum siebten Tag nach einer Infektion gegeben werden.

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  • Der Kaiserschnitt – Notlösung oder Trend?

    Der Kaiserschnitt – Notlösung oder Trend?

    Wenn es nach der Weltgesundheitsorganisation WHO geht, dann sollten nicht mehr als zehn von 100 Kindern mit einem Kaiserschnitt geboren werden. Das ist freilich Wunschdenken, denn die Realität sieht etwas anders aus. Eine neue Studie zeigt, dass alleine in Deutschland jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickt, obwohl dieser operative Eingriff aus medizinischer Sicht überhaupt nicht notwendig ist. Ein Kaiserschnitt ist praktisch der Plan B und sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn eine natürliche Geburt nicht möglich ist, oder wenn entweder das Leben der Mutter oder das Leben des Kindes in Gefahr sind.

    Wann ist ein Kaiserschnitt erforderlich?

    Ein Kaiserschnitt ist eine Notentbindung, die immer dann erforderlich ist, wenn es zu schwerwiegenden Komplikationen kommt. Zu diesen Problemen, die eine natürliche Geburt sehr kompliziert oder auch unmöglich machen, gehören:

    • Das Kind liegt in einer Quer- oder Steißlage
    • Es handelt sich um eine Mehrlingsgeburt mit mehr als zwei Kindern
    • Die Mutter leidet unter einer Herpesinfektion im Genitalbereich
    • Die Herztöne des Kindes werden auffällig oder unregelmäßig
    • Die Plazenta löst sich vorzeitig ab
    • Das Kind rutscht nicht in den Geburtskanal
    • Die Plazenta ist zu tief in der Gebärmutter (Plazenta praevia)
    • Der Muttermund wird nicht weit genug gedehnt
    • Die Nabelschnur liegt vor dem Baby im Geburtskanal (Nabelschnurvorfall)

    Viele unnötige Kaiserschnitte

    Die WHO plädiert für die natürliche Geburt und warnt gleichzeitig davor, dass zu viele Kaiserschnitte gemacht werden. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation werden rein statistisch gesehen, weder mehr Kinder noch mehr Mütter durch einen Kaiserschnitt gerettet, aber eine aktuelle Studie stellt die Meinung der WHO infrage. Die Wissenschaftler der Harvard- und Stanford-Universität haben für ihre Studie die Geburtsdaten aus 194 Staaten analysiert und ausgewertet und kamen zu dem Ergebnis, dass 19 von 100 Kindern mithilfe eines Kaiserschnitts zur Welt kamen. Diese Rate von 19 % halten die Forscher für ideal und auch die Untersuchungen in den 76 reichsten Staaten der Welt sind aus wissenschaftlicher Sicht keine besonders große Abweichung von der Norm.

    Kritik an der Kaiserschnitt-Studie

    Für einige Wissenschaftler ist die neue Studie der renommierten US-Universität nicht relevant, denn ein Kaiserschnitt kann nicht pauschalisiert werden. Es sind immer Einzelfälle, in denen die Ärzte individuell entscheiden müssen, ob ein Kaiserschnitt notwendig ist oder nicht. Zudem, so die Kritiker, besteht ein riesiger Unterschied, ob ein Kind in einer modernen, technisch bestens ausgestatteten Klinik in Europa oder in den USA zur Welt kommt, oder in einem der armen Entwicklungs- oder Schwellenländer. In einem Land, das eine weniger gut entwickelte medizinische Infrastruktur hat, kann ein Kaiserschnitt sogar gefährlich werden, wenn zum Beispiel die Ärzte nicht ausreichend ausgebildet sind oder wenn keine Sterilität des Operationssaals gewährleistet werden kann.

    Immer noch umstritten – der geplante Kaiserschnitt

    Vor allem in den reichen Industrienationen nimmt die Zahl der geplanten Kaiserschnitte immer mehr zu. Die Gründe für einen terminierten Kaiserschnitt sind unterschiedlich, viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen einer natürlichen Geburt, andere Frauen wollen ihre Figur behalten oder fürchten sich davor, später Probleme mit dem Beckenboden zu bekommen. Die Ängste dieser Frauen müssen ernst genommen werden, meint Wolfgang Henrich, der Direktor der Klinik für Geburtsmedizin an der Charité in Berlin. Henrich argumentiert, dass man keine Frau zu einer natürlichen Geburt zwingen kann, alles, was den Ärzten bleibt, ist die Frauen darüber aufzuklären, dass ein Kaiserschnitt nicht nur Vorteile hat.

    Aus Sicht der deutschen Gynäkologen ist ein Kaiserschnitt für Mutter und Kind nicht mehr und nicht weniger gefährlich als eine vaginale Geburt. In Deutschland gilt nach wie vor, wenn ein Kind natürlich geboren werden kann, dann wird dieser Form der Geburt immer der Vorzug vor einem Kaiserschnitt gegeben. Der Kaiserschnitt ist und bleibt eine Notlösung, wenn Mutter oder Kind in Gefahr sind.

    Bild: © Depositphotos.com / mary_smn

  • Die 9. SSW – das Baby macht einen Entwicklungsschub

    Die 9. SSW – das Baby macht einen Entwicklungsschub

    In der 9. SSW Woche sind Mutter und Kind im dritten Monat und das Baby hat seine Zeit als Embryo hinter sich gelassen, jetzt beginnt die sogenannte Fetalphase. Diese Phase zeichnet sich durch ein intensives Wachstum, die Weiterentwicklung der Organe, der Reflexe und weiterer wichtiger Körperfunktionen aus. In der 9. SSW beginnt für das Baby eine sehr sensible Phase, denn das Gehirn und auch die Nervenstränge werden in dieser Woche weiter ausgebaut. Die meisten werdenden Mütter können in der 9. SSW zum ersten Mal wieder vorsichtig durchatmen, denn einige Beschwerden, die die ersten Wochen der Schwangerschaft bestimmt haben, klingen jetzt langsam, aber sich ab.

    Das Baby in der 9. SSW

    In der 9. SSW – wie groß ist der Embryo eigentlich? Das Baby misst in dieser Woche etwas über zwei Zentimeter und es wiegt ungefähr zwei Gramm. Allmählich werden die ersten Konturen sichtbar und der Arzt kann mit dem Ultraschallgerät auch die Herztöne hören. Messen lassen sich diese Herztöne aber noch nicht, das ist erst in den kommenden Wochen möglich. Die Handgelenke sind in der 9. SSW zwischen den Armen und Händen erstmals sichtbar und was in den vergangenen Wochen noch Schwimmhäute waren, entwickelt sich jetzt zu Zehen und Fingern. Der Schwanz, ein Überbleibsel aus der Evolution, hat sich mittlerweile komplett zurückgebildet und die inneren Organe wie auch die Nervenzellen beginnen ihre Arbeit.

    Die Krankenkassen zahlt in der Schwangerschaft drei Untersuchungen mit Ultraschall und wenn eine dieser Untersuchungen in der 9. SSW gemacht wird, dann sind die Bewegungen des Kindes zum ersten Mal wahrnehmbar. Im Vordergrund dieser Schwangerschaftsphase steht aber eindeutig die Weiterentwicklung des Gehirns und des Nervensystems. Die einzelnen Bereiche des Gehirns sind nun bereit und auch in der Lage, ihre Funktionen zu erfüllen. Für das Baby heißt das, es lernt jetzt seine Bewegungen zu koordinieren, es hat bereits viele Reflexe und auch die sensuellen Fähigkeiten werden immer besser. Abgeschlossen wird die Entwicklung des Gehirns aber erst, wenn aus dem Kind ein Jugendlicher geworden ist.

    Die Organe in der 9. SSW

    Bis jetzt war das Gehirn des Kindes nicht geschützt, in der 9. SSW bilden sich nun die Schädelknochen. Das Skelett ist in dieser Phase noch sehr weich, elastisch und besteht zum überwiegenden Teil aus einer knorpeligen Masse. Der Kopf des Kindes muss später in den Geburtskanal passen und sein Gehirn muss bis dahin noch sehr stark wachsen. Bis in der 9. SSW die Schädeldecke das Gehirn schützt, sind die Gehirnhälften durch die sogenannten Fontanellen verbunden, die sich erst zum Ende des zweiten Lebensjahres vollständig schließen werden.

    Die Nervenzellen sind in der 9. SSW bereits vorhanden, jetzt wachsen dort schon kleine Fortsätze, die Axiome, die umgehend Kontakt zu den anderen Zellen in den Nerven und Muskeln aufnehmen. Die Zellen für die Muskulatur des Herzens entwickeln sich ebenfalls weiter und die Leber beginnt in dieser Schwangerschaftswoche damit, erstmals Blut zu produzieren. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Blutinseln im Dottersack diese wichtige Aufgabe erfüllt. Noch ohne Beschäftigung sind in der 9. SSW das Rückenmark, die Thymusdrüse und die Milz, die später die Blutversorgung gemeinsam übernehmen werden.

    Zu diesem Zeitpunkt sind vor allem die Nerven, die Organe und das Gehirn sehr empfindlich gegen Schädigungen von außen. Im Klartext heißt das, wenn die Mutter in der 9. SSW Alkohol trinkt, dann wirkt der Alkohol wie Nervengift und das kann für das Baby bedeuten: Es wird in seinen motorischen Fähigkeiten eingeschränkt sein und auch massive Störungen in der weiteren Entwicklung sind möglich.

    Wie geht es der Mutter in der 9. SSW?

    Noch ist der Bauch in der 9. SSW nicht zu sehen, aber die Mutter spürt die hormonellen Veränderungen jetzt sehr deutlich. Die Hormone sorgen dafür, dass die werdende Mutter schnell müde wird, sie fühlt sich erschöpft und bei vielen Frauen ist der Geruchssinn sehr empfindlich, was nicht selten zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Viele Schwangere machen die Entdeckung, dass sie Speisen und Getränke, die sie sonst sehr mögen, auf einmal nicht mehr riechen können, ohne dass ihnen übel wird. Auf der anderen Seite steigt bei den meisten Frauen die Lust auf extravagante Lebensmittelkombinationen, zum Beispiel schmecken Heringe mit Schlagsahne plötzlich wunderbar.

    Die eine Hälfte der Frauen blüht in der 9. SSW richtig auf. Die Haare sind voll und weich, der Teint nimmt einen rosigen Schimmer an und die Haut ist glatt. Die andere Hälfte beklagt sich über Haarausfall und Hautunreinheiten wie Pickel und Akne. Diese negativen hormonellen Einflüsse verschwinden jedoch in den kommenden Wochen wieder. Wichtig ist jetzt eine gesunde vollwertige Ernährung mit vielen Spurenelementen und Vitaminen. Für eine gesunde Entwicklung des kindlichen Gehirns sind Folsäure sowie die Vitamine B9 und B11 erforderlich. Aber auch das Vitamin C, Jod und Kalzium muss die Mutter jetzt in ausreichender Dosis zu sich nehmen, denn sie fördern die gesunde Entwicklung der kindlichen Organe.

    Welche Beschwerden gibt es in der 9. SSW?

    Der Bauch ist in der 9. Schwangerschaftswoche noch flach, trotzdem fühlen sich viele Frauen wie aufgebläht. Schuld daran sind Probleme mit dem Verdauungssystem, wie Verstopfungen und auch Blähungen. Probleme mit dem Kreislauf sind in der 9. SSW ebenfalls keine Seltenheit und auch Schmerzen im Rücken können die werdende Mutter plagen. Deutlich sichtbar wird die Schwangerschaft aber vor allem am Busen, denn die Brüste werden in der 9. SSW fester, schwerer und auch deutlich empfindlicher. Ein gut sitzender und stabiler BH kann für Abhilfe sorgen.

    Was zeigt die Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW?

    Paare, in deren Familien schon Zwillinge geboren wurden, sollten beim ersten Ultraschall sehr genau hinsehen. In der 9. SSW sind Zwillinge auf dem Bildschirm schon sichtbar und je eher die künftigen Eltern wissen, was auf sie zukommt, umso länger wird die Zeit, um sich auf zwei Kinder einzustellen und auch entsprechend einzukaufen zu gehen.

    Rund 15 % aller Geburten enden mit einer Fehlgeburt, besonders in den frühen Stadien der Schwangerschaft ist die Gefahr einer Fehlgeburt groß. In der 9. SSW liegt das Risiko einer Fehlgeburt bei rund 18 %, und wenn es zu einer Fehlgeburt in der 9. SSW kommt, dann geht der Fötus nicht selten ab, ohne dass die Mutter es bemerkt.

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