Schlagwort: Schwangerschaft

  • Spermaallergie: Oft belächelt, aber gefährlich

    Es gibt Menschen mit einer Pollenallergie, Menschen mit einer Tierhaarallergie und es gibt Menschen mit einer Spermaallergie. Was für manche vielleicht nach einem Scherz klingt, ist alles andere als lustig – denn eine Allergie gegen Sperma kann das gesundheitliche Befinden der Betroffenen stark beeinflussen und sogar eine ernstzunehmende Gefahr darstellen. Lesen Sie hier alles über diese seltene Allergie.

    Warum kommt es zu einer allergischen Reaktion?

    Streng genommen sind Betroffene nicht gegen Sperma allergisch, sondern gegen die eiweißhaltige Flüssigkeit, in denen sich die Spermien befinden. Das sogenannte Seminalplasma wird vom Immunsystem im Falle einer Allergie (ähnlich wie beim Heuschnupfen oder anderen Allergien) für einen Krankheitserreger gehalten. Es reagiert mit starken Abwehrreaktionen (siehe nächster Abschnitt), um den Körper vor der scheinbaren Gefahr zu schützen.

    Info: Die Allergie gegen Sperma ist ein äußerst seltenes Phänomen. Forscher gehen davon aus, dass es weltweit rund 30.000 Fälle gibt. Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Bonn wollen festgestellt haben, dass rund die Hälfte aller Betroffenen auch unter anderen Allergien leidet.

    Allergie gegen Sperma: Die Symptome

    Wenn Betroffene mit Sperma in Berührung kommen, kommt es zu folgenden typischen Symptomen:

    • Schwellungen
    • Hautreizungen und -rötungen
    • Bildung von Quaddeln
    • Juckreiz
    • Erbrechen
    • Durchfall

    Wie bei anderen Allergien kann es auch im Fall der Allergie gegen Sperma zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Dieser kann sogar tödlich enden – beispielsweise dann, wenn die Atmung durch Schwellungen stark beeinträchtigt wird. Spätestens hier wird klar, dass die Spermaallergie keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

    Wer ist alles von der Allergie gegen Sperma betroffen?

    Sowohl Männer als auch Frauen können unter einer Allergie gegen Sperma leiden. Allerdings sind ein paar geschlechterspezifische Unterscheidungen zu treffen.

    Spermaallergie bei Frauen Spermaallergie bei Männern
    Wenn eine Frau allergisch auf das Seminalplasma reagiert, kann davon ausgegangen werden, dass die allergischen Reaktionen bei allen Männern auftreten. Es handelt sich hierbei nicht auf eine Allergie, die sich auf das Sperma einer einzelnen Person bezieht. Das Eiweiß, das die Allergie auslöst, ist nämlich bei jedem Mann chemisch betrachtet gleich. Beim Mann wird die Allergie gegen Spermien auch als Post Orgasmic Illness Syndrom bezeichnet. Es wurde erstmals im Jahr 2002 beschrieben. Es handelt sich hierbei um eine allergische Reaktion des Mannes auf sein eigenes Sperma beziehungsweise das Seminalplasma.

    Das Besondere am Post Orgasmic Illness Syndrom ist, dass die Symptome nicht denen der Spermaallergie von Frauen gleicht. Männer, die eine Allergie aufweise, reagieren mit Beschwerden, die eher an eine Grippe erinnern. Hierzu gehören Kopfschmerzen und Müdigkeit.

    Was kann gegen die Spermaallergie unternommen werden?

    Die wohl einfachste Möglichkeit für Frauen, sich vor einer allergischen Reaktion zu schützen, ist die Verwendung eines Kondoms. Das Barriere-Verhütungsmittel schützt nicht nur vor Schwangerschaft, sondern verhindert auch, dass die Frau mit dem Sperma des Mannes in Kontakt kommt.

    Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten der Behandlung dieser ganz besonderen Allergie:

    • Einnahme von Antihistaminika
    • Einnahme von Cortison
    • Adrenalin-Sprays (bei allergischen Schocks)
    • Hypersensibilisierung (für Männer und Frauen)

    Vor allem wenn Frauen, die eine Allergie gegen Sperma haben, einen Kinderwunsch haben, ist der Weg der Hypersensibilisierung unvermeidbar. Bei dieser Behandlung geht es darum, eine Toleranz gegenüber dem Seminalplasma herzustellen. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass dieses vom Immunsystem nicht mehr als Krankheitserreger angesehen wird. Der Körper reagiert dementsprechend nicht mehr abwehrend. Eine Hypersensibilisierung ist auch bei jeder anderen Form der Allergie durchführbar. Vor allem Pollen-Allergiker – also Menschen mit Heuschnupfen – greifen häufig auf die Behandlungsmethode zurück, um ihre Symptome zu lindern.

    Wenn auch die Hypersensibilisierung nicht anschlägt und die Allergie eine natürliche Schwängerung nicht zulässt, besteht immer noch die Chance der künstlichen Befruchtung. Ist die Frau (abgesehen von der Allergie gegen Sperma) gesund, ist diese meist erfolgreich. Es ist allerdings anzumerken, dass die Krankenkasse die Kosten für eine künstliche Befruchtung im Fall der Spermaallergie nicht übernimmt.

    Bild: © Depositphotos.com /

  • Sex während der Periode: 5 wissenswerte Fakten

    Sex während der Periode: 5 wissenswerte Fakten

    Auch wenn wir heute in einer aufgeklärten und offenen Gesellschaft leben, gibt es doch noch gewisse Themen, die als Tabu gelten. Eines davon ist Sex während der Periode. Die Mehrheit der Menschen in unserem Kulturkreis empfindet den Geschlechtsverkehr während der Monatsblutung als unangenehm oder gar eklig. Die, die trotzdem während der Periode Sex haben, sprechen oftmals nicht offen darüber. Was im eigenen Schlafzimmer passiert, passiert nun einmal hinter verschlossenen Türen. Dabei kann es überaus interessant sein, über das Thema „Sex während der Periode“ zu sprechen. Die nachfolgenden fünf Fakten verraten Ihnen auch, warum das so ist.

    Fakt #1: Die Periode schützt nicht vor Schwangerschaft

    Frauen, die während der Periode Sex mit einem Mann haben, müssen eines unbedingt wissen: Die Blutung schützt keinesfalls vor einer Schwangerschaft. Es ist trotz der Periode möglich, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen und anschließend die Eizelle der Frau befruchten. Daher gilt beim Sex während der Periode genauso wie sonst auch: Achten Sie auf Verhütung!

    Übrigens: Die meisten Paare greifen während der Periode (zusätzlich zur Antibaby-Pille) auf ein Kondom zurück, da der Akt dadurch hygienischer erscheint. Auf welche Weise Sie verhüten, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass Sie es tun, wenn Sie nicht schwanger werden wollen.

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    Fakt #2: Sex während der Periode wirkt entspannend

    Sie leiden während Ihrer Monatsblutung unter schmerzhaften Krämpfen und/oder starken Stimmungsschwankungen? Dann kann es durchaus empfehlenswert sein, es einmal mit Sex während der Periode zu probieren. Der Geschlechtsakt wirkt nicht nur überaus entspannend, sondern setzt auch Glückshormone frei. Auch wenn der Effekt nicht dauerhaft anhält, kann ein Schäferstündchen doch für einen Moment die Menstruationsbeschwerden lindern.

    Übrigens: Sex während der Periode muss nicht immer den eigentlichen Geschlechtsakt, also die Penetration der Scheide durch den Penis, umfassen. Viele Paare werden während der Menstruation auch nur auf oralem Weg intim miteinander. Auch hierbei ist ein entspannender und glücklich machender Effekt zu verzeichnen

    Fakt #3: Es gibt „Hilfsmittel“ für den Sex während der Periode

    Auch wenn es rein theoretisch möglich ist, Sex zu haben, während sich in der Scheide der Frau ein herkömmlicher Tampon befindet, ist diese Praktik doch eher weniger empfehlenswert. Wenn Sie beim Geschlechtsverkehr dennoch auf kleine Helfer für mehr Hygiene setzen wollen, können Sie auf sogenannte Soft-Tampons zurückgreifen. Diese speziellen Damen-Hygieneartikel erinnern an kleine Schwämmchen, die vaginal eingeführt werden und das Blut auffangen. Anders als normale Tampons sind Soft-Tampons während des Geschlechtsverkehrs nicht zu spüren. Sie sind mit einer kleinen Lasche oder einem Loch ausgestattet und können deswegen ganz ohne Bändchen, dafür mit dem Finger herausgeholt werden.

    Info: Soft-Tampons sind in der Apotheke, aber auch in Sex-Shops erhältlich.

    Fakt #4: Die Periode erhöht die Lust bei einigen Frauen

    Während sich die einen aufgrund von Krämpfen, Übelkeit und anderen Beschwerden einfach nur verkriechen wollen, haben die anderen in der Zeit ihrer Periode besonders viel Lust auf Geschlechtsverkehr. Dagegen ist auch nichts auszusetzen, denn generell ist Sex während der Periode ja nicht verboten. Der Grund für die gesteigerte Lust der Frau ist übrigens die verstärkte Durchblutung der weiblichen Geschlechtsorgane.

    Aber: Es ist keinesfalls vorgeschrieben, dass die Frau bei jeder Monatsblutung vermehrt Lust auf Sex hat. Das Empfinden kann jedes Mal anders sein und von totaler Unlust bis hin zu starker Lust schwanken. Kommunikation zwischen den Partnern ist hier unverzichtbar.

    Fakt #5: Beim Sex während der Periode ist alles erlaubt

    Egal ob unter der Dusche, in einer exotischen Stellung oder einfach mal komplett anders. Es gibt nichts, was während der Menstruation nicht erlaubt wäre – solange alle Beteiligten Spaß daran haben und sich niemand unwohl fühlt. Es ist ein Märchen, beim Sex während der Periode auf bestimmte Stellungen oder Praktiken verzichten zu müssen. Natürlich kann es sein, dass im Eifer des Gefechts etwas Blut auf die Laken tropft, aber das sollte bei guter Kommunikation niemanden stören.

    Tipp: Legen Sie beim Sex während der Periode einfach ein altes Handtuch unter, um das Bettlaken zu schützen.

    Bild: © Depositphotos.com / nd3000

  • Das Baby aus der Petrischale

    Das Baby aus der Petrischale

    Kann ein Baby völlig ohne die Hilfe der mütterlichen Gebärmutter heranreifen? Ja, das funktioniert, denn Wissenschaftlern in den USA und in Großbritannien ist es jetzt erstmals gelungen, zwei Embryonen 14 Tage lang destilliert in einer Petrischale heranreifen zu lassen. Die Embryonen wurden eine Woche nach der Befruchtung in Kulturschalen gesetzt und sie entwickelten sich ohne die mütterliche Gebärmutter weiter.

    Ein einzigartiger Vorgang

    Bisher war es nicht möglich, alle wichtigen Vorgänge rund um die Einnistung des Embryos auch außerhalb der Gebärmutter zu erforschen, und selbst nach den geglückten Versuchen in den USA und Großbritannien ist die Wissenschaft noch sehr weit davon entfernt, ein Kind außerhalb der schützenden Gebärmutter zu „züchten“. Allerdings liefern die Versuche neue Erkenntnisse darüber, wie es zu Fehlgeburten kommen kann, und genau das halten Forscher für sehr interessant.

    Nur zwei Wochen

    Die Wissenschaftler, die die Embryonen zwei Wochen in der Petrischale reifen ließen, fordern, dass die 14-Tage-Regel noch einmal überdacht werden muss. Diese weltweit geltende Regel besagt, das menschliche Embryonen nicht länger als zwei Wochen außerhalb der Gebärmutter verbleiben dürfen. Da es aber jetzt gelungen ist, die Embryonen länger als die vorgeschriebenen zwei Wochen erfolgreich zu kultivieren, wird es Zeit, diese Regelung zu überdenken. Das Problem bleibt jedoch die Frage der Ethik, die nach wie vor den Vorrang vor der Forschung hat.

    In Deutschland nicht erlaubt

    In Deutschland wären diese Versuche wie sie jetzt in Amerika und England stattgefunden haben, generell untersagt. Bislang waren sie nur in den USA, in Kanada, in Australien und in einigen europäischen Ländern wie Dänemark und Schweden erlaubt. In der Bundesrepublik gilt das sogenannte Embryonenschutzgesetz, das die Forschung an menschlichen Embryonen komplett verbietet. Embryonen dürfen einzig und allein zu dem Zweck erzeugt werden, um damit eine Schwangerschaft in die Wege zu leiten, und zwar in Form einer künstlichen Befruchtung.

    Bild: © Depositphotos.com / NikiLitov

  • Die Geschichte des Kondoms

    Die Geschichte des Kondoms

    Vom Stoffsäckchen zum sicheren Verhütungsmittel

    Pariser, Lümmeltüte, Verhüterli, Gummi – Es gibt viele Namen für das Kondom. Kaum verwunderlich, immerhin handelt es sich hierbei um eines der am meisten verwendeten Verhütungsmittel weltweit. Das Prinzip des Kondoms ist ebenso einfach wie genial. Es gehört zu den sogenannten Barriere-Methoden zur Empfängnisverhütung. Das bedeutet, dass die Spermien abgefangen werden, ehe sie in die Gebärmutter der Frau eindringen können. Damit die Methode möglichst sicher ist, bestehen Kondome heute überwiegend aus Latex. Das war jedoch nicht immer so, wie ein Blick in die Geschichte des Kondoms verrät.

    Vom Aberglaube der alten Ägypter und der Sagenwelt der Griechen

    Wenn man das Kondom als „Hülle, die über den Penis gestülpt wird“ definiert und den Aspekt der Verhütung außer Acht lässt, dann kann man sagen, dass die Geschichte des Kondoms wahrscheinlich bei den alten Ägyptern begann. Diese kleideten ihre Genitalien in Säckchen, die vermutlich dem Schutz beim Kampf dienten. Außerdem wird davon ausgegangen, dass sich die ägyptischen Männer vor Geistern schützen wollten, die über ihren Penis in den Körper gelangen konnten. Darüber hinaus wurden die „Ur-Kondome“ wahrscheinlich als Statussymbole und Schmuckstücke verstanden.

    Der erste, der das Kondom zum Schutz beim Geschlechtsverkehr trug, war – zumindest wenn man der Sage glaubt – der griechische König Minos. Dessen Samen soll giftig gewesen sein. Um seine Frau zu schützen und dennoch intim mit ihr zu verkehren, nutzte der König mit einer Art Kondom, das aus einer Ziegenblase bestand. Ob diese Erzählung wissenschaftlichen Wert für die Geschichte des Kondoms hat, ist natürlich mehr als fraglich.

    Dennoch belegen diverse Quellen, dass das Kondom seinen Ursprung wahrscheinlich im antiken Griechenland hat. Damals diente es vorrangig dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Ob die Menschen damit auch eine Schwangerschaft verhindern wollten, kann nicht eindeutig bestimmt werden. Interessant ist, dass die alten Griechen sehr kreativ waren, wenn es um die Wahl des Materials ging. Die Geschichte vom Kondom zeigt, dass sie neben Tierdärmen beispielsweise auch Blätter, Leder und sogar Metall nutzen.

    Warum die Syphilis die Geschichte des Kondoms beeinflusst hat

    Als Seefahrer im 16. Jahrhundert aus der „neuen Welt“ zurückkamen, brachten sie nicht nur viele Eindrücke und exotische Schätze mit, sondern auch die gefährliche Geschlechtskrankheit Syphilis. Die Krankheit verbreitete sich schnell. Um ihr den Kampf anzusagen, erfand ein Arzt aus Italien eine Art Stoffsäckchen, das in verschiedene Flüssigkeiten getränkt wurde. Diese frühe Form des Kondoms sollte die Menschen vor Syphilis schützen, diente aber immer noch nicht der Empfängnisverhütung. Dennoch waren die Stoffsäckchen ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Kondoms. Denn sie brachten immer mehr Menschen auf die Idee, die Thematik weiterzudenken. So kam schließlich auch der Gedanke auf, die Hüllen zu nutzen, um Schwangerschaften zu vermeiden.

    Die ersten (halbwegs) wirkungsvollen Kondome bestanden schließlich aus Schafsdärmen und anderen tierischen Membranen. Es wird davon ausgegangen, dass selbst Casanova, der wohl berühmteste Liebhaber der Welt, die sogenannten „English Overcoats“ nutzte, um sich vor Krankheiten zu schützen. Einige berichten sogar darüber, dass der Italiener wahre Luxus-Modelle nutzte, die mit Seide oder Samt ausgekleidet waren. Kein Zweifel: Das waren die elegantesten „Verhüterlis“ in der Geschichte des Kondoms.

    Ein weiterer Wendepunkt in der Geschichte des Kondoms: Die Vulkanisation

    Was hat die Geschichte des Kondom mit Autoreifen zu tun? Eine ganze Menge, denn ohne Charles Goodyears Entdeckung aus dem Jahr 1839 sähe das heutige Kondom wahrscheinlich ganz anders aus. Der US-Amerikaner entdeckte nämlich die Vulkanisation, ein Verfahren, mit dem man Natur-Kautschuk dauerhaft elastisch machen kann. Dieser weitere Schlüsselmoment in der Geschichte des Kondoms führte zu einer bahnbrechenden Veränderung. Statt Tierdärmen wurde nun Gummi genutzt, um die Verhütungsmittel herzustellen. Das erste Gummi-Kondom von Goodyear wurde im Jahr 1855 hergestellt. 1870 begann die Massenproduktion.

    Ein letzter entscheidender Schritt in der Geschichte des Kondoms fand schließlich im Jahr 1930 statt. Seit diesem Jahr werden Kondome aus Latex hergestellt.

    Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

  • Wird Akupunktur als Schmerzmittel überschätzt?

    Wird Akupunktur als Schmerzmittel überschätzt?

    Viele Frauen vertrauen bei Schwangerschaft und Geburt der alternativen Medizin mehr als der modernen Medizin. Vor allem die Akupunktur steht dabei im Fokus, denn mithilfe von Akupunkturnadeln soll nicht nur die Geburt beschleunigt werden, auch als Schmerzmittel für die Wehen ist Akupunktur ein beliebtes Mittel. Eine neue Studie stellt die Wirksamkeit dieser Methode allerdings in Zweifel, denn einen nachweisbaren Effekt gibt es nicht.

    Ist die Geburt entspannter?

    Die Schmerzen während der Geburt werden verringert und der Geburtsvorgang wird schneller – so argumentieren Heilpraktiker, wenn es um den Einsatz von Akupunktur während der Entbindung geht. Ob diese Behauptung stimmt, lässt sich nicht nachweisen, denn jede Frau empfindet Schmerzen anders und jede Geburt verläuft individuell. Gesundheitsexperten des Portals „IGeL-Monitor“, das zum medizinischen Dienst der Krankenversicherungen gehört, wollte es jetzt ganz genau wissen und hat Akupunktur als Geburtsbeschleuniger und Schmerzmittel einmal genauer unter die Lupe genommen.

    Ein ernüchterndes Ergebnis

    Die Studie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis, denn Akupunktur während der Geburt schadet zwar nicht, sie hilft aber auch kaum. Die Effekte sind sehr gering und der Nutzen dieser alternativen Heilmethode ist zumindest in der Schwangerschaft und bei der Geburt unklar. In diese Studie sind andere relevante Studien mit eingeflossen, die es zu diesem Thema gibt. In diesen Studien und Übersichtsarbeiten wurde die Wirksamkeit der klassischen Akupunktur mit denen der sogenannten Schein-Akupunktur verglichen, bei der die Nadeln an Stellen angebracht wurden, die nicht der ursprünglichen Lehre entsprechen. Die positiven Effekte waren sehr gering.

    Jede dritte Schwangere

    In vielen Hebammenpraxen, aber auch von den meisten Heilpraktikern wird Akupunktur als sinnvolles Mittel in der Schwangerschaft und während der Geburt angeboten, und mittlerweile nehmen zwei Drittel aller schwangeren Frauen das Angebot gerne an. Das ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung im vergangenen Jahr. Zunehmend setzen Schwangere neben der Akupunktur heute aber auch auf HypnoBirthing, eine Geburt unter Hypnose.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Frühschwangerschaft – zwölf Wochen Freude, Furcht und Glück

    Frühschwangerschaft – zwölf Wochen Freude, Furcht und Glück

    Die Frühschwangerschaft ist der gefährlichste Teil der Schwangerschaft, in den ersten Wochen ist das Risiko besonders groß, eine Fehlgeburt zu erleiden und in der frühen Schwangerschaft sind die Beschwerden sehr stark – diese Aussagen bestimmen noch heute das Bild, wenn es um die ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft geht. Diese Aussagen stammen aber noch aus Großmutters Zeiten, denn die Frauen von heute genießen diese ersten Wochen und sie verschwenden wenig Gedanken an das, was eventuell passieren könnte. Aber wie gefährlich ist die Zeit der Frühschwangerschaft wirklich und wie stark sind die Beschwerden während dieser so aufregenden und spannenden Zeit?

    Die ersten Anzeichen einer Frühschwangerschaft

    Jede Schwangerschaft wird in drei Abschnitte unterteilt, das sogenannte Trimenon, und das erste dieser Drittel wird als Frühschwangerschaft bezeichnet. In diesen zwölf Wochen muss der Körper der Frau Höchstleistungen vollbringen und das erste Anzeichen ist in den meisten Fällen das Ausbleiben der Regel. Wenn die Periode ausbleibt, dann wird es Zeit, in der Apotheke einen Schwangerschaftstest zu kaufen oder zum Frauenarzt zu gehen, der dann einen entsprechenden Test macht. Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, merken meist sehr früh, dass sich der Körper verändert. In der Frühschwangerschaft spannen plötzlich die Brüste, die Haut sieht anders aus und viele Frauen sind in dieser Phase besonders häufig sehr müde.

    Das Baby meldet sich

    Bei den meisten Frauen wird die Schwangerschaft zwischen der sechsten und der siebten Schwangerschaftswoche festgestellt. Durch Blut- und Urintests wird die Schwangerschaft dann quasi amtlich und der Arzt wird eine erste Ultraschalluntersuchung machen, um genau sagen zu können, wann der Geburtstermin sein wird. In der Frühschwangerschaft erlebt nicht nur die werdende Mutter viele Veränderungen, auch das Kind entwickelt sich in einem fast schon rasanten Tempo. Die Organe wachsen in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft und da das Herz recht früh mit seiner Entwicklung beginnt, sind bei einem Ultraschall zum ersten Mal auch die Herztöne des Babys deutlich zu hören.

    Die Symptome im ersten Drittel

    Im Körper einer werdenden Mutter tobt im ersten Drittel der Schwangerschaft ein wahres Chaos. Wie aus heiterem Himmel treten plötzlich Symptome auf, die bislang vollkommen unbekannt waren. Viele Frauen sind einfach nur müde, andere sind unglaublich erschöpft. Das Kind entzieht der Mutter all ihre Energie und in diesem Zustand ist es immer eine gute Idee, sich auszuruhen und zu entspannen. Übelkeit gehört ebenso zu den Beschwerden in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft, und diese Übelkeit beschränkt sich nicht nur auf den Morgen, auch mittags und sogar nachts kann es passieren, dass die Schwangere sich erbrechen muss. Melissen- und Kamillentee kann eine gute Waffe im Kampf gegen die Übelkeit sein, die meistens im zweiten Drittel ganz verschwindet.

    Gerüche und Genüsse

    Heißhunger auf Speisen, die man sonst nicht anrühren würde und Speisen, die überhaupt nicht zueinander passen – in der Frühschwangerschaft ist es vollkommen normal, wenn der saure Hering mit dem Schokoladeneis kombiniert wird. Frauen, die ständig Appetit auf Rote Bete haben, sollten einen Bluttest machen lassen, denn dieser Heißhunger kann ein Anzeichen für Eisenmangel sein. Ansonsten sollten schwangere Frauen einfach das essen, was ihnen besonders gut schmeckt. Wenn der Duft des Lieblingsparfüms plötzlich Übelkeit auslöst, dann ist das in der Frühschwangerschaft ganz normal und kein Grund zur Sorge. Auch eine Abneigung gegen Fleisch gehört zu den Dingen, die in der frühen Schwangerschaft vorkommen können, denn die Sinne, in diesem Fall der Geruchssinn, sind in den ersten Wochen einer Schwangerschaft besonders geschärft. Sollte es im ersten Drittel der Schwangerschaft jedoch zu Blutungen kommen, dann muss sofort der Arzt aufgesucht werden. Zwar bedeutet nicht jede Blutung auch eine Fehlgeburt, aber in dieser sensiblen Zeit der Schwangerschaft sollte nichts dem Zufall überlassen werden.

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