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  • MS – Multiple Sklerose

    MS – Multiple Sklerose

    Von multipler Sklerose (MS) werden meist junge Menschen betroffen. Die Erkrankung wird medizinisch auch als Encephalomyelitis disseminata, kurz ED, bezeichnet. Multipel kommt vom lateinischen Wort multiplex und bedeutet „vielfältig“, skleros, ebenfalls aus dem Lateinischen, heißt „hart“. Damit wird die Krankheit zugleich auch hervorragend beschrieben

    Defintion und Beschreibung

    Die Multiplesklerose bezeichnet eine chronisch entzündliche Krankheit des zentralen Nervensystems. Bei der multiplen Sklerose entstehen im Gehirn und im Rückenmark entzündliche Herde, welche die körpereigenen Abwehrzellen an den Nervenzell -fortsätzen beschädigen. Seh- und Schlafstörungen sind typische Krankheitserscheinungen am Anfang der Krankheit, die auch den Sehnerv befallen kann

    Ursachen und Symptome

    Die Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Vermutet wird eine Autoimmunreaktion, das bedeutet den Angriff auf körpereigene Strukturen durch Entzündungs- und Abwehrzellen durch eine Fehlregulation. Die Hüllschicht der Nervenfasern wird abgebaut, die Nervenfaser selbst geschädigt. So erfolgt in erkrankten Fasern eine schlechtere Weiterleitung der Nervenreize. Die Schutzhüllen kann man sich wie die Isolation eines elektrischen Kabels vorstellen. Ihre Hauptaufgabe besteht in der schnellen Weiterleitung der Nervenimpulse an den gewünschten Ort.

    Dabei entstehen in der weißen Substanz von Rückenmarks und Gehirn verstreut Entmarkungsherde. Die Krankheit tritt häufig zwischen dem 35. und dem 40. Lebensjahr auf. Zu Beginn der Krankheit finden sich häufig vermehrt Seh- und Koordinationsschwierigkeiten, Taubheitsgefühle und Schmerzen. Motorische sowie funktionale Störungen des Körpers sind ebenfalls Symptome der Krankheit.

    Diagnose und Verlauf

    Die Krankheit führt früher oder später zu Behinderungen. Dabei ist multiple Sklerose bisher leider noch nicht heilbar. Verschiedene Maßnahmen helfen jedoch, mit der Krankheit einigermaßen gut zurecht zu kommen und etwas an Lebensqualität zu erhalten.

    Blutuntersuchungen und Liquor-Diagnostiken sind Möglichkeiten, den Verlaufsstatus der Krankheit zu diagnostizieren. Die neurophysiologische und die Differenzialdiagnose sind ebenfalls Wege den Fortschritt der Krankheit einschätzen zu können. Therapeutische Maßnahmen tragen dazu bei, dass der Patient besser mit der Krankheit zurecht kommt.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Eine Schubtherapie ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Bei sensiblen Schüben ist eine Schubtherapie nicht notwendig. Dabei bilden sich die Krankheitszeichen langsam zurück. Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen können Nebenwirkungen der Schubtherapie sein.

    Ebenfalls kann eine so genannte symptomatische Therapie zur relativen Besserung des Zustandes des Patienten beitragen. Letztlich kann eine gesunde und lebensbewusste Ernährung zur Besserung des Krankheitsbildes beitragen. Dabei wird eine ausgewogene fettarme sowie vitaminreiche Ernährung empfohlen. Zudem sollte eine ausreichende Kalorienzufuhr immer beachtet werden. Damit vermeidet man Übergewicht, was sich ebenfalls negativ auf die Krankheit auswirkt. Außerdem wird von einseitigen Diäten abgeraten. Diese können das Krankheitsbild verschlechtern.

    Bei Verdacht auf Multiple Sklerose ist ein Besuch des Arztes auf jeden Fall zu empfehlen. Wer also unter Sehstörungen leidet, das Gefühl hat, durch Milchglas zu schauen und ähnliches, ist beim Arzt seines Vertrauens am besten aufgehoben. Damit kann die Krankheit am Anfang schnellstmöglich behandelt und ihre Folgen noch ein wenig hinausgezögert werden. Zu langes Zögern bei der Behandlung des Krankheitsbildes verschlechtert drastisch die Behandlungsmöglichkeiten und führt zu einer rascheren Verschlechterung des Beschwerdebildes.

    Aussichten und weitere Infos

    Eine Stammzellenspende könnte in Zukunft dem Erkrankten dauerhafte Besserung bringen. Auch gewisse Organtransplantationen und Blutspenden sollen in Zukunft die Situation des Betroffenen deutlich bessern. Ob eine Organspende für den Betroffenen infrage kommt, lässt sich erst durch diverse Untersuchungen nachweisen.  Allerdings sind diese Methoden noch nicht genug erforscht und werden daher zurzeit noch nicht angewandt. Außerdem sind sie derzeit noch heftig umstritten, vor allem die Organtransplantation.

    Von Multipler Sklerose Betroffene finden verschiedene Selbsthilfegruppen und Vereine, in denen sie sich ausführlich über die Krankheit informieren können. Dort lernen sie, mit ihrer Krankheit umzugehen und mit dem Auswirkungen der Multiplen Sklerose zurechtzukommen. Ein Erfahrungsaustausch unter Betroffenen kann anderen Kranken Mut machen. Menschen mit MS müssen sich mit der Zeit mit der Krankheit abfinden und versuchen, damit zu leben. Eine andere Wahl bleibt ihnen aus heutiger Sicht leider noch nicht.

    Bild: © Depositphotos.com / photographyMK

  • Chemotherapie bei Rheuma

    Chemotherapie bei Rheuma

    In Deutschland sind etwa 1,5 Millionen Personen von einer rheumatischen Erkrankung betroffen. Dies entspricht rund 2 % der gesamten erwachsenen Bevölkerung. Aufgrund der Natur der Erkrankung war es bisher schwer eine heilende Behandlung zu finden. In den meisten Fällen ist eine lebenslange, medikamentöse Behandlung der einzig Ausweg. In einem Artikel auf dem Gesundheitsportal lifeline ist nun nachzulesen, dass die Zukunft für Rheuma-Patienten eine Heilung in Sicht haben könnte. Eine Möglichkeit ist Chemotherapie bei Rheuma.

    Warum ist Rheuma bisher nicht heilbar?

    Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, die Krankheit zu verstehen. Rheuma wird durch eine Fehlfunktion der sogenannten Gedächtniszellen hervorgerufen. Diese Zellen sind ein wichtiger Bestandteil eines intakten Immunsystems. Sie speichern Informationen zu Viren und Bakterien ab. Sollten sie erneut mit den gleichen Erregern in Kontakt kommen, haben sie die gespeicherten Informationen sofort vorliegen und können schneller reagieren, als Zellen, denen dieses Gedächtnis fehlt. Nun kann es dazu kommen, dass eben diese Zellen eine Fehlfunktion erleiden und sich gegen den eigenen Körper richten. Diese Zellen greifen das Gewebe an und können dadurch erheblichen Schaden anrichten. Im schlimmsten Fall kann eine Rheumaerkrankung zum Tode führen. Die Krankheit hat sehr verschiedene Symptome, hat aber fast immer Verformungen der Gelenke und starke Gliederschmerzen zur Folge. Typische Symptome sind dabei:

    • Gelenkschmerzen auf beiden Körperseiten
    • Schwellungen der Gelenke
    • Beweglichkeit der Gelenke ist eingeschränkt
    • Überwärmung der Gelenke

    Dabei kann Rheuma in verschiedenen Gelenken auftreten. Sehr selten kommt es im Kiefergelenk und in den Hüftgelenken vor. Häufig zu finden ist es in folgenden Gelenken:

    • Sprunggelenk
    • Handgelenk
    • Schultergelenk
    • Kniegelenk
    • Wirbelsäule

    Bisher ist es möglich, diese Fehlfunktion mithilfe von Medikamenten zu unterdrücken. Die Zellen werden „entwaffnet“ und können so keinen Schaden anrichten. Dies ist allerdings an eine fortwährende Einnahme der Medikamente gebunden. Werden diese abgesetzt, so erinnern sich die Zellen an die falschen Informationen und beginnen erneut damit das Gewebe anzugreifen.

    Offensichtlich ist es nicht ideal, das eigene Immunsystem mit Medikamenten zu schwächen. Die Gedächtniszellen sind ein äußert wichtiger Teil der Immunabwehr und man ist einer größeren Infektionsgefahr ausgesetzt, wenn diese nicht auf voller Leistung arbeiten können. Daher arbeite Forscher weltweit daran eine Lösung zu finden, die eine Heilung und keine Kontrolle der Krankheit bietet.

    Herkömmliche Behandlungen

    Momentan werden Rheuma-Patienten zumeist mit verschiedenen Medikamenten behandelt. Welche Mittel verwendet, werden hängt stark von der Art und dem Stadium der Erkrankung ab. Außerdem reagiert nicht jeder Patient gleich auf die Medikamente. So ist Kortison ein häufig genutzter Stoff, der allerdings zu schweren allergischen Reaktionen führen kann. Es gibt neben den Medikamenten ein paar weiterer Methoden, die regelmäßig zum Einsatz kommen.

    Radiosynoviorthese

    In diesem Fall wird eine radioaktive Flüssigkeit direkt in das Gelenk gespritzt. Die Radioaktivität ist zu schwach um ernsthaften Schaden anzurichten, aber hoch genug, um die oberste Gelenkhautschicht zu entfernen. Hier ist die Entzündung akut und durch das Entfernen dieser Schicht wird nicht nur eine Schmerzlinderung erzielt, es kommt auch zu einer Erhöhung der Zell-Regenerationsrate.

    Biologika

    Bei den sogenannten Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Eiweiße. Diese sind ähnlich zu unseren körpereigenen Substanzen. Sie werden eingesetzt, um bestimmt Mechanismen im Körper zu steuern und zu beeinflussen. So können die Biologika zum Beispiel die Rate erhöhen im welcher Immunzellen an erkrankte Gelenke andocken. Dies beschleunigt den Regenerationsprozess. Biologika werden in Form von Tabletten eingenommen.

    Physiotherapie

    Die Physiotherapie wir dazu verwendet, Schmerzen zu lindern und Funktionsdefizite auszugleichen. Ein gezieltes Gelenktraining und das Verwenden von anregenden Reizen stärkt das Gewebe und verbessert Bewegungsabläufe. Vor allem im frühen Stadium der Erkrankung ist diese Therapie sehr erfolgreich. Je weiter fortgeschritten, umso schwieriger ist es, die Gelenke zu trainieren.

    Wie funktioniert die Behandlung mit Chemotherapie?

    Während einer Chemotherapie werden das Immunsystem und dessen Zellen angegriffen und zerstört. Die Therapie ist dabei so tief greifend, dass der Körper die alten Immunzellen nicht reproduzieren kann. Nach der Therapie wird durch eine Behandlung mit Stammzellen der Aufbau eines neuen Immunsystems in Gang gesetzt.

    Das neue Immunsystem hat keine „Erinnerung“ an die fehlerhaften Zellen und bildet daher keine Gedächtniszellen, welche das körpereigene Gewebe angreifen. Dies hat also zur Folge, dass die Krankheit komplett verschwunden ist. Vor Beginn der Chemotherapie werden dem Patienten für die Stammzellengewinnung weiße Blutkörperchen entnommen. Offensichtlich sind hier die fehlerhaften Gedächtniszellen enthalten. Diese können mithilfe eines speziellen Vorgangs herausgefiltert werden. Übrig bleiben lediglich die gesunden Zellen, welche dann verwendet werden um ein neues, gesundes Immunsystem aufzubauen.

    Bisher befindet sich dieses Vorgehen noch in der frühen Phase. Es gibt Patienten, die erfolgreich mit dieser Methode behandelt wurden. Sie birgt aber auch ein hohes Risiko. In der Phase zwischen der Chemotherapie und den Neuaufbau des Immunsystems ist der Patient praktisch ohne körpereigene Abwehr. Damit riskiert man die Ansteckung an einer lebensbedrohlichen Krankheit. Diese Therapie kommt daher nicht für Patienten infrage, die körperlich nicht die richtigen Voraussetzungen bringen.

    Dennoch sind Ärzte zuversichtlich. Die Zukunft für die Behandlung von Rheuma-Patienten ist auf einem guten Weg. Eine Heilung ist eindeutig in Sicht.