Schlagwort: Studie

  • Weniger Antibiotika bei Neugeborenen

    Weniger Antibiotika bei Neugeborenen

    Der Einsatz von Antibiotika in der Medizin ist generell viel zu hoch und viel zu überlaufen. Bereits beim kleinsten Verdacht wird dieses verordnet. Was bereits bei Erwachsenen ein Problem ist, ist bei Neugeborenen noch schlimmer. Studien belegen nämlich, dass mit Antibiotika behandelte Säuglinge eher an Darmentzündungen, Allergien, Diabetes und an Fettleibigkeit leiden. Ihr späteres Leben ist demnach unnötig schwierig. Schuld daran ist die Wirkung der Medizin, denn durch diese werden zwar auch die bösen Bakterien vernichtet, allerdings verändert sich so auch das Mikrobiom. Dabei handelt es sich um alle Mikroorganismen, die uns Menschen besiedeln. Vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt kann es weitreichende Folgen haben.

    Das eigentliche Problem ist aber folgendes: Der Einsatz von Antibiotika ist zwar nicht immer förderlich, doch auch der Verzicht darauf kann dramatische Folgen haben. Es ist also nicht der Einsatz der Medizin der Kritikpunkt, sondern wie man dieses Medikament verabreicht.

    Über mehrere Tage hinweg

    Ein kränkliches Aussehen oder ein schnelles Atmen, solche Anzeichen führen automatisch zur Verabreichung von Antibiotika. Dies hat sich heute so eingespielt und ist bereits beim leisesten Verdacht der Fall. Dabei spielt es keine Rolle, ob es vorgeburtlich ist oder ob die Infektion erst während der Geburt entsteht. Kommt es dazu, dann verabreicht man über mehrere Tage hinweg Antibiotika per Infusion. Handelt es sich tatsächlich um eine ernste Lage, geht laut Martin Stocker (Leiter der pädiatrischen Intensivmedizin und Neonatologie am Luzerner Kantonsspital) nichts über eine sicherheitstechnische Maßnahme. Man darf also nichts riskieren und die Sicherheit hat absoluten Vorrang. Oftmals dauert jedoch die Verabreichung zu lange, in Wahrheit müsse der Einsatz kürzer und gezielter erfolgen. Dies gilt natürlich für den Durchschnitt, Ausnahmefälle gibt es immer wieder.

    Blutwert vorher bestimmen

    Eine Entlastung könnte die Bestimmung des Blutwerts Procalcitonin sein. Für dessen Analyse ist nur sehr wenig Blut erforderlich und es geht vergleichsweise schnell. Alle zwölf Stunden erfolgt eine neue Abnahme. Kommt es zweimal zu einem negativen Ergebnis, dann ist die weitere Behandlung mit Antibiotika sehr wahrscheinlich überflüssig. Am Ende profitiert nicht nur die Medizin, sondern auch der Säugling davon. Er muss nämlich zum Beispiel nicht so lange im Kinderkrankenhaus bleiben.

  • Die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser

    Die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser

    Eigentlich sollte man davon ausgehen können, dass das Trinkwasser aus dem Hahn gesund und frei von Schadstoffen ist. Vor allem in Europa sind die Standards hoch und Ausnahmen eher unwahrscheinlich. Eine neue Studie, die von „OrbMedia“ durchgeführt wurde, scheint aber nun das Gegenteil zu beweisen. Die Wissenschaftler haben dafür Proben entnommen, die aus über einem Dutzend Staaten stammen. Anschließend hat man eine Analyse in den USA durchgeführt und ein dramatisches Ergebnis erhalten. Vor allem die USA selbst ist stark betroffen, doch um welche Gefahr handelt es sich eigentlich?

    Das Thema mit dem Plastik

    Der Plastikmüll ist schon lange ein Thema. Wir Menschen produzieren viel zu viel davon und kommen mit dem Recyceln nicht mehr nach. Das beweist auch die Studie, denn laut ihr sind 82 Prozent vom Trinkwasser mit Plastikfasern belastet. Klingt unvorstellbar, ist aber tatsächlich so. Mit bloßem Auge ist es natürlich nicht zu sehen, deshalb fällt es dem Endverbraucher auch nicht auf. In Indien und in Libanon wurden die schlechtesten Werte festgestellt, in Europa (vor allem in Deutschland) die besten. Wirklich beruhigend sind sie aber auch hier nicht, der Wert beträgt noch immer 72 Prozent.

    Überall versteckt

    Die mikroskopisch kleinen Plastikfasern konnte man in sehr vielen Produkten nachweisen. Beispiele sind das Trinkwasser, Bier und Honig. Die Problematik selbst ist nicht neu, schon 2014 haben Experten auf dieses Thema aufmerksam gemacht. Unser Körper nimmt die Teilchen also unbemerkt auf, aber was bedeutet das für unsere Gesundheit?

    Zu wenig erforscht

    Die alleinige Schuld auf den Plastikmüll zu schieben ist nicht richtig, das Team der Studie konnte nämlich auch im Regen Plastikfasern nachweisen. Für die Gesundheit ist es höchstwahrscheinlich nicht unbedingt gesund, eine genaue Aussage kann man aber bislang nicht geben. Die Thematik ist noch zu wenig erforscht, es braucht noch wesentlich mehr Daten und Analysen. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Verbreitung der Fasern. Landen diese einmal in der Umwelt, dann gibt es quasi kein Halten mehr. Der Wind zum Beispiel trägt diese in alle Richtungen aus. Die Kläranlagen sind übrigens machtlos, die eingesetzten Filter können die kleinen Teilchen aufgrund ihrer Größe nicht aufhalten. Es bleibt spannend, wie sich die Plastikteile auf uns Menschen auswirken.

     

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  • Früherer Tod durchs Putzen

    Früherer Tod durchs Putzen

    Viele Menschen sind als Reinigungskraft tätig oder halten ihre Wohnung überdurchschnittlich sauber. Sie putzen also täglich und kommen dabei mit den unterschiedlichsten Produkten in Verbindung. An sich nicht schlimm, denn ein gereinigtes Umfeld kommt immer besser als ein vermülltes zu Hause an. Eine neue Studie zum Thema Putzen hat aber nun schlechte Neuigkeiten, denn wer viel putzt, der soll angeblich früher sterben. Und nein, dabei handelt es sich um keinen Scherz. Das Ergebnis stellt das Reinigungsgewerbe in ein ganz neues Licht. Doch wieso besteht dieses Risiko überhaupt und kann man selbst dagegen etwas tun?

    Männer sind eher betroffen

    Zunächst einmal zu den Zahlen: Männliche Reinigungskräfte sind dem Tod um 45 Prozent eher gefährdet (verglichen mit Büroangestellten), bei den Frauen ist der Wert mit 16 Prozent bedeutend geringer. Der Grund ist ganz einfach, denn die weiblichen Reinigungskräfte achten in der Regel besser auf Schutzmaßnahmen. Schuld ist demnach nicht die Arbeit selbst, sondern wie man mit den gefährlichen Produkten umgeht. Es muss jetzt also niemand seinen Job künden, es muss einfach mehr auf die Sicherheit geachtet werden. Vor allem Privathaushalte sind gefährdet, da viele keine Handschuhe oder Masken verwenden. Dabei ist das Risiko nicht zu unterschätzen, angefangen von Lungenkrankheiten bis hin zu Krebs kann alles entstehen.

    Die Mischung machts

    Der Rat ist ganz klar: Putzen sollte man nur mit Schutzbrille, Maske und Handschuhen. Die Ausrüstung variiert natürlich je nach Gefahrstoff-Symbole und Reiniger, doch diese drei Komponenten sollten zumindest immer zu Hause bereitstehen. Backofenreiniger ist beispielsweise Gift für die Fettpartikel, die in der menschlichen Hornhautschicht sitzen.

    Bei der Verwendung mehrerer Produkte steigt die Gefahr deutlich an. Während einzelne Mittel oft ungefährlich sind, kommt es bei Kombinationen zu echten Risiken. Ein Entkalker (für Kacheln) und ein Chlorreiniger (fürs WC) können zum Beispiel für Chlorgas sorgen, welches die Lungenbläschen verklebt. Die Möglichkeiten für solche Szenarien sind quasi endlos, der Markt gibt schließlich 60.000 offizielle Haushaltsreiniger her. Wahrscheinlich ist auch das der Hauptgrund, wieso die Prozentsätze zum Teil so weit oben sind. Als Privatanwender und als Reinigungskraft bleibt nur der verstärkte Blick auf ordentliche Schutzmaßnahmen.

  • Wenn Vitamin-B-Tabletten schaden

    Wenn Vitamin-B-Tabletten schaden

    In jedem Gesundheitsratgeber kann man nachlesen, dass der Körper täglich Vitamine aufnehmen muss. Sie sind für verschiedene Bereiche zuständig und halten unter anderem die Körperabwehr in Stellung. Oftmals ist die Abdeckung der empfohlenen Menge aber nicht möglich, sodass der Griff zu Vitamintabletten immer häufiger wird. Eigentlich nichts Schlimmes nimmt man an, doch einer neuen Studie zufolge ist sehr wohl eine Gefahr vorhanden. Dies betrifft in erster Linie die Männer, die durch eine zu hohe Einnahme eher an Lungenkrebs erkranken können. Die Untersuchung wurde übrigens von Forschern aus Taiwan durchgeführt.

    Doppelte Gefahr

    Die Botschaft der Studie ist schnell erklärt: Nahmen Männer gezielt einer der beiden Vitamine ein (B6 oder B12), dann erhöhte sich das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Das Ergebnis überrascht, denn eigentlich will man damit seinem Körper etwas Gutes tun und beispielsweise Mangelerscheinungen verhindern. Nicht vorhersehbar waren auch die Tatsachen, dass es bei Multivitaminpräparaten und bei Frauen nicht der Fall war. Beide Faktoren führten nicht zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. Letzteres konnte noch nicht sicher geklärt werden, allerdings sollen wohl männliche Geschlechtshormone die Gefahr fördern.

    Daten von 77.000 Menschen

    Die Studie wurde mit Informationen/Daten von etwa 77.000 Personen durchgeführt. Sie waren zu Beginn zwischen 50 und 76 Jahre und lebten in Washington. Für die Untersuchung gaben die Teilnehmer die Anzahl und Art der Vitaminpräparate an, die sie in den letzten zehn Jahren geschluckt hatten. Dabei zeigte sich, dass der Durchschnitt über die empfohlenen US-Richtlinien gekommen ist (in Bezug auf B-Vitamine). Des Weiteren fügten sich in die Auswertung auch Daten wie Alter, Alkoholkonsum, Größe und Krankengeschichte ein. Während der Beobachtungszeit von ca. sechs Jahren zeigte sich, dass rund ein Prozent an Lungenkrebs erkrankten (808 Probanden). Das erhöhte Risiko entstand bei der Einnahme von B-Vitaminen als Einzelpräparat.

    Geht man von einer Dauer von zehn Jahren aus, dann ist das Risiko etwa doppelt so hoch. Dies bezieht sich auf eine hohe Dosis, die am Tag mindestens 20 Milligramm betragen muss. Bei Männern, die keine Vitaminpräparate genommen haben, lag die Rate der Lungenkrebserkrankung bei 1,2 Prozent. Auf den höchsten B6-Konsum bezogen stieg die Zahl auf 1,9 Prozent und in Bezug auf den höchsten B12-Konsum sind es 2,2 Prozent.

    Demnach kann man tatsächlich behaupten, dass eine zu hohe Dosis schädigt. Zumal die Pillen auch nur dann sinnvoll sind, wen jemand wirklich einen Mangel hat. Da dies aber nur selten der Fall ist, sollte man besser darauf verzichten.

  • Impfempfehlung stößt auf taube Ohren

    Impfempfehlung stößt auf taube Ohren

    Die Meinungen zum Thema Impfen sind unterschiedlicher denn je. Viele sprechen sich dafür aus und halten die Termine ein. Andere wiederum halten nicht viel davon und verweigern den Gang zum Arzt. Beeinflusst wird das Ganze auch durch Erfahrungen, denn sowohl positive als auch negative Erlebnisse prägen sich ein. Nichtsdestotrotz gab es in Frankreich mehrere Masern-Todesfälle, die man durch eine Impfung hätte verhindern können. So zumindest sieht es das Gesundheitsministerium, das auf diese Vorkommnisse reagiert hat. Besser gesagt wurden Empfehlungen ausgesprochen, die allerdings nicht so angekommen sind wie erhofft. Viele nahmen diese zwar auf, haben aber nichts in diese Richtung getan. Man kann also sagen, dass das Gesundheitsministerium im Großen und Ganzen auf taube Ohren gestoßen ist.

    Kommt ein neues Gesetz?

    Im Moment gibt es drei Pflichtimpfungen. Das wäre einmal gegen Diphtherie, einmal gegen Tetanus und einmal gegen Polio. Der Aufruf der Regierung sollte daran anknüpfen und aussagen, dass man es dabei nicht belassen sollte. Kinder brauchen auch Schutz vor Röteln, Masern und einer Hirnhautentzündung. Der Erfolg hinter der Kampagne blieb aus, was in Hinblick auf die Impfgegner nicht verwundert. Zwischen den Jahren 2000 und 2015 ist ein Anstieg von zehn auf 25 Prozent verzeichnet worden. Eine Vergleichsstudie, welche in 67 Ländern durchgeführt wurde, unterstreicht dieses Ergebnis, denn die Franzosen sind mit 41 Prozent dabei. Es geht darum, dass diese Menschen Impfungen für nicht sicher halten. Nun soll ein neues Gesetz Abhilfe schaffen.

    Die Auswirkungen sind groß

    Anstatt drei Pflichtimpfungen soll es in Zukunft elf davon geben. Die Ausweitung soll Mumps, Masern, Keuchhusten, Röteln, Hepatitis B und drei Erreger (die Auslöser für eine Lungen- und Hirnhautentzündung sein können) beinhalten. Wird es tatsächlich so umgesetzt, dann müssen Eltern ihren Kindern all diese Impfstoffe vor dem zweiten Lebensjahr zumuten. Wer es nicht tut, der wird spätestens in Krippen und in Schulen Probleme bekommen. Kinder ohne nachweisbare Impfungen sollen nämlich erst gar nicht aufgenommen werden. Das neue Gesetz, welches angeblich Anfang 2018 kommen soll, reicht aber trotzdem nicht aus, viel wichtiger ist es Überzeugungsarbeit zu leisten. Das Misstrauen gegenüber Impfungen und der Pharmabranche müsse gesenkt . Spätestens im nächsten Jahr wissen wir dann, ob das Vorhaben in die Tat umgesetzt wurde.

     


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  • Sportmuffel – sind die Gene schuld?

    Sportmuffel – sind die Gene schuld?

    Viele Menschen machen Sport mit Leidenschaft. Klettern, Fahrrad fahren oder der Antritt bei einem Halbmarathon, die Begeisterung ist einfach da. So ergeht es aber leider nicht jeden, manche können den sportlichen Aktivitäten überhaupt nichts abgewinnen und plagen sich schon bei den kleinsten Anstrengungen. Der Klassiker ist die tägliche Joggingrunde, die schon alleine bei der Vorstellung fürchterliche Gedanken auslöst. Am Ende macht man es dann aber meist doch, um die Gesundheit nicht zu vernachlässigen und das Gewissen zu beruhigen. Doch warum gibt es diese Unterschiede überhaupt und können unter Umständen auch die Gene schuld sein?

    Der Frage auf den Grund gegangen

    Mit dieser Frage hat sich auch Nienke M. Schutte beschäftigt, der an der Freien Universität Amsterdam beschäftigt ist. Er hat mit seinem Team ein kleines Trainingsprogramm erstellt, welches von eineiigen Zwillingen, von zweieiigen Zwillingen und von normalen Geschwistern absolviert worden ist. Am Plan standen Fahrrad fahren in einem gemütlichen Tempo und der Gang aufs Laufband. Beide Aktivitäten gingen über jeweils 20 Minuten. Anschließend folgte noch ein Belastungstest, der die Teilnehmer komplett auspowern sollte. Die Auswertung fand sowohl während den Übungen (die Probanden wurden nach ihrem Befinden gefragt) als auch danach statt (die Wissenschaftler wollten unter anderem Angaben zu den sportlichen Aktivitäten in der Freizeit wissen).

    Die Analyse

    Das Team rund um Schutte wollte wissen, ob eineiige Zwillinge eine stärkere Ähnlichkeit zur Bewegungsfreude als zweieiige Zwillinge haben. Dies wäre nämlich ein Hinweis, dass die Gene tatsächlich eine Rolle spielen könnten. Laut der durchgeführten Untersuchung war es auch wirklich so, Erbfaktoren hätten demnach einen Einfluss darauf. Die Berechnungen ergaben, dass bis zu ein Drittel der Unterschiede darauf zurückzuführen sind. Die Werte variierten dabei je nach Aufgabe.

    Einen Nachteil gibt es an der Sache aber, die Forscher können sich den Zusammenhang bislang nicht erklären. Man weiß also derzeit nicht, warum die Gene die Sportbegeisterung beeinflussen können. Für diese Antwort werden noch weitere Studien folgen müssen, wobei sich die Wissenschaftler am Ende ein positives Ergebnis wünschen. Das sieht dann so aus, dass man auch Sportmuffel zu mehr Bewegung animieren könnte. Es wäre auf jeden Fall ein kleiner Durchbruch in der Szene.