Schlagwort: Studie

  • Dank ambulanter Pflegedienste in Würde alt werden

    Dank ambulanter Pflegedienste in Würde alt werden

    Durch den demografischen Wandel wird es in der nahen Zukunft immer mehr ältere Menschen geben. Auch die großen Fortschritte in der Medizin sorgen dafür, dass Menschen immer älter werden und mit der steigenden Zahl der Senioren, steigt auch die Nachfrage nach einer adäquaten Pflege. Die meisten können sich nicht vorstellen, im Alter in einem Heim zu leben, sie wollen so lange wie es eben möglich ist, in ihrer vertrauten Umgebung leben, sich selbst versorgen und so in Würde altern. Möglich wird das durch ambulante Pflegedienste, die alleinstehenden älteren Menschen das Leben leichter machen, aber auch Familien tatkräftig unterstützen, wenn sie ein älteres Familienmitglied zu Hause pflegen.

    Geborgenheit und professionelle Pflege

    Mehrere Studien zeigen, dass ältere Menschen, die in ihrem gewohnten und vertrauten Umfeld leben können, nicht so anfällig für Krankheiten sind. Das Gleiche gilt auch für Senioren, die im Kreis der Familie zu Hause sind, denn das Familienleben ist so etwas wie eine Frischzellenkur. In der Familie werden ältere Menschen noch gebraucht, sie haben Ziele und genießen die Geborgenheit. Wenn sich altersbedingte Probleme einstellen, dann ist das kein Grund in ein Heim zu gehen, denn ambulante Pflegedienste wie beispielsweise Toll 24 Betreuung sorgen dafür, dass die Familien mit diesen Problemen nicht alleine gelassen werden. Ein ambulanter Pflegedienst kann zum Beispiel die medizinische Versorgung nach einem Aufenthalt im Krankenhaus übernehmen oder die Familie entlasten, um bettlägerige Senioren zu Hause optimal zu versorgen.

    In Abstimmung mit dem Arzt

    Es ist in der Regel der Hausarzt, der entscheidet, welche Pflege ein älterer Mensch benötigt. Für einen Pflegedienst wie die 24 Stunden Betreuung von Toll 24 ist es daher selbstverständlich, sich mit dem Arzt auszutauschen, um die Pflege abzustimmen. Nur auf diese Weise kann eine Rund-um-Betreuung garantiert werden. Ein guter Pflegedienst bietet auch immer einen Ansprechpartner sowie ein Konzept, das sich am jeweiligen Pflegebedarf orientiert. Durch den ständigen Kontakt mit dem behandelnden Arzt und der Krankenkasse kann sich der Pflegedienst schnell und einfach auf veränderte Umstände im Leben des Pflegebedürftigen anpassen.

    Pflegedienste als Hilfe

    Pflegedienste stehen den Familien in denen ältere Menschen gepflegt werden, nicht nur bei der täglichen Pflege tatkräftig zu Seite, sie übernehmen auch die Pflege, wenn die Familie eine Auszeit braucht. Verhinderungspflege nennt sich diese Form der Alten- und Krankenpflege, der für die Angehörigen eine große Entlastung bedeutet. Familienmitglieder sind keine geschulten Pflegekräfte und je nach Alter oder Pflegestufe der Mutter oder Großmutter, führt die Pflege die Mitglieder einer Familie nicht selten an ihre physischen und psychischen Grenzen. Ein paar Tage ausspannen reichen hier oftmals schon aus, um wieder neue Kraft zu tanken. Damit die Urlaubstage auch wirklich erholsam werden, kümmert sich ein Pflegedienst wie Toll 24 Betreuung um die Verhinderungspflege. So wird es auch möglich, dass Senioren verreisen können, denn gute Pflegedienste bieten zudem eine professionelle Urlaubsbegleitung. Gemeinsam mit den Senioren wird die Reise detailliert geplant und damit es ein unvergesslich schönes Reiseerlebnis wird, ist der Pflegedienst selbst am Urlaubsort 24 Stunden im Einsatz. So wird es für pflegebedürftige Menschen und auch für alle, die körperlich eingeschränkt sind, möglich, die Welt zu sehen.

    Betreuung auch im Sterbefall

    Im Kreise der Familie Abschied nehmen zu dürfen, das wünschen sich die meisten Senioren. Sie wollen nicht an Geräte angeschlossen auf einer Intensivstation die letzten Tage ihres Lebens verbringen, sondern in ihrer gewohnten und vertrauten Umgebung sterben. Auch hier sind ambulante Pflegedienste eine große Hilfe, sie übernehmen die medizinische Versorgung in den letzten Stunden und begleiten die Familien aber auch die Sterbenden in diesen schweren Momenten. So wird der Abschied persönlicher und intimer, die Familie kann sich verabschieden und bis zum Ende an der Seite des Sterbenden bleiben.

    Bild: © Depositphotos.com / mandygodbehear

  • Sind späte Mütter bessere Mütter?

    Sind späte Mütter bessere Mütter?

    Erst die Karriere und dann das Kind – bei immer mehr Frauen in Deutschland sieht so die Zukunftsplanung aus. Jedes vierte Kind, das heute in Deutschland geboren wird, hat eine späte Mutter, also eine Mutter, die bei der Geburt 40 Jahre oder noch älter war. Späte Mütter sind im Trend, da immer weniger Frauen auf das Ticken der biologischen Uhr achten. Was bedeutet eine späte Schwangerschaft für die Mutter und wie ist es eigentlich für das Kind, „alte“ Eltern zu haben?

    Später Mütter gehen ein Risiko ein

    Schon ab Mitte 30 nimmt die Fruchtbarkeit deutlich ab und die Chancen, mit über 40 schwanger zu werden, erfordert von vielen Frauen viel Geduld. Nur ein Drittel der Frauen zwischen 38 und 42 hat das Glück innerhalb eines Jahres schwanger zu werden, zwei Drittel müssen sich auf eine längere Wartezeit einstellen. Späte Mütter werden immer als Risikoschwangere eingestuft, denn mit dem Alter steigt auch die Gefahr, dass es zu einer Fehlgeburt kommt, oder dass das Kind behindert geboren wird. Besonders hoch ist die Gefahr einer Chromosomenstörung, bei der der Embryo entweder zu wenig oder zu viel Erbinformationen bekommt. Das Risiko für späte Mütter liegt bei einem Prozent, dass das Kind zum Beispiel mit dem Down-Syndrom zur Welt kommt. Eine weitere Gefahr für späte Mütter besteht darin, dass sie während der Schwangerschaft zuckerkrank werden. Meist wird die Schwangerschaftsdiabetes gar nicht oder sehr spät erkannt und damit steigt die Gefahr einer Fehlgeburt.

    Der Trend hält an

    Wenn es nach der Statistik geht, dann liegt das durchschnittliche Alter der erstgebärenden Frauen bei 31 Jahren. Im Vergleich dazu, noch vor 35 Jahren waren die Frauen, die ihr erstes Kind erwartet haben, 27 Jahre alt. Seit den 1990er Jahren steigt aber die Zahl der Frauen an, die mit 35 oder älter zum ersten Mal gebären, stetig an und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Späte Mütter finden sich vor allem in der Altersgruppe ab 40. Waren es 1991 nur 0,8 %, stieg die Zahl zwölf Jahre später schon auf 3,9 % an. Heute kommt jedes vierte Kind zur Welt, dessen Mutter mit 40 oder älter schwanger geworden ist.

    Vielfältige Gründe

    Warum gibt es heute so viele späte Mütter? Die Gründe sind vielschichtig, die einen wollen in einer festen Partnerschaft leben, bevor sie ein Kind bekommen, bei anderen Frauen spielt die Karriere eine wichtige Rolle. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass sich unter den späten Müttern auffallend viele Akademikerinnen zu finden sind. Diese Frauen studieren, etablieren sich im Beruf und nehmen sich erst dann Zeit für den Nachwuchs. Aber auch die Männer sind nicht ganz unschuldig am Trend der späten Mütter, denn es ist heute keine Seltenheit mehr, dass Männer zum ersten Mal Vater werden möchten, wenn andere Männer in ihrem Alter bereits Großväter sind. Auch der medizinische Fortschritt macht es Paaren heute einfacher, erst im fortgeschrittenen Alter eine Familie zu gründen.

    Meistens Einzelkinder

    Viele Argumente sprechen für die späte Mutterschaft, aber es gibt auch Einiges, was dagegen spricht. Späte Mütter bekommen meist nur ein Kind und die Kinder wachsen als Einzelkinder auf. Die Kinder haben rein statistisch gesehen nicht mehr viel von ihren Großeltern, und wenn die Mutter auf dem Spielplatz für die Großmutter des Kindes gehalten wird, dann ist das peinlich. Späte Mütter haben oftmals auch mit den Folgen der Schwangerschaft zu kämpfen. So kann es durch die strapaziösen 40 Wochen zu einer Arthrose kommen und auch chronische Rückenschmerzen können die Folge einer späten Schwangerschaft sein. Dafür erleben späte Mütter die ersten Jahre mit ihrem Kind intensiver, sie sind gelassener und vielfach ist das Kind so etwas wie ein Jungbrunnen für seine nicht mehr ganz so jungen Eltern.

    Bild: © Depositphotos.com / ElizavetaLarionova

  • Impfen gefährlich? Die gefährlichen Argumente der Impfgegner

    Impfen gefährlich? Die gefährlichen Argumente der Impfgegner

    Es versteht sich von selbst, dass der Gründer von Facebook in seinem eigenen sozialen Netzwerk aktiv ist. Dass Mark Zuckerberg aber einen Shitstorm auslösen würde, damit hat er wahrscheinlich nicht gerechnet. Alles begann ganz harmlos mit einem Post von Zuckerberg, in dem er die Facebook Gemeinde über Neuigkeiten seiner kleinen Tochter Max informieren wollte. Mark Zuckerberg schrieb über einen Besuch beim Arzt und dass seine Tochter die ersten Impfungen bekommen hat. Der Facebook Gründer bekam für seinen Eintrag eine Menge Likes, aber auch eine Menge Kritik von Impfgegnern, die Zuckerberg sogar beschimpften, denn für sie ist Impfen gefährlich.

    Ist Impfen gefährlich? Das sagen die Impfgegner

    Die Zahl der Impfgegner wird immer größer und absurder werden die Argumente, die gegen das Impfen ins Feld geführt werden. Es sind die Impfgegner, die Masernpartys veranstalten, obwohl sie wissen sollten, dass Masern weltweit immer noch nicht ausgerottet sind. Sie bezeichnen Impfen als eine „widerwärtige Wissenschaft“, die Kinder mit Krankheiten infiziert, die jedes Jahr Millionen von Menschen krank machen. Impfgegner verleugnen einfach die Wahrheit über das Impfen und sorgen auf diese Weise dafür, dass vermeintlich harmlose Kinderkrankheiten wie die Masern nicht aussterben. Haben die Impfgegner recht und ist Impfen gefährlich? Zwei Krankheiten spielen bei den Gegnern des Impfens eine große Rolle und anhand dieser Krankheiten lässt sich sehr schnell wissenschaftlich belegen, wie falsch die Argumente der Impfgegner sind.

    Impfen kann Kinder autistisch machen

    Schon in den 1990er Jahren war die Aussage populär, dass Impfen gefährlich ist, und es war ausgerechnet ein Arzt, der diese These vertreten hat. Nach Ansicht von Andrew Wakefield begünstigt die kombinierte Standard-Impfung für Masern, Mumps und Röteln die Entwicklung von Autismus. Die Studie von Andrew Wakefield zu diesem Thema wurde zwar in der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht, aber inzwischen wieder zurückgezogen, da sie falsch ist. Die Studie beruht auf einer Untersuchung von nur zwölf Kindern und ist damit zu klein, um wirklich relevant zu sein.

    Mittlerweile gibt es größere Studien, die übereinstimmend zu dem Ergebnis kommen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Autismus und der Kombiimpfung nicht existiert. Zu diesem Ergebnis kamen unter anderem das Robert-Koch-Institut und auch das Paul-Ehrlich-Institut. Als sich dann auch noch herausstellte, dass Wakefield Geld bekommen hat, um nach einer Verbindung zwischen Impfung und Autismus zu suchen, verlor der Arzt 2010 wegen unethischen Verhaltens seine Zulassung.

    Impfungen können Multiple Sklerose auslösen

    Dass Impfen gefährlich ist, machen Impfgegner auch gerne an der These fest, dass eine Impfung gegen Masern Multiple Sklerose auslösen kann. Ihr Argument ist, dass Menschen, die in ihrem Blut die Antikörper der Masern haben, aber selbst nicht daran erkranken, zu einem späteren Zeitpunkt eine Autoimmunerkrankung wie eben Multiple Sklerose bekommen. Ebenso wenig wie es einen Zusammenhang zwischen Impfen und Autismus gibt, so wenig gibt es auch einen Zusammenhang zwischen einer Impfung und Multipler Sklerose.

    Die Krankheit ist für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig

    Impfen ist gefährlich, die Krankheit aber ist für den Reifeprozess eines Kindes wichtig – auch dieser Satz stammt von Impfgegnern. Es sind Anthroposophische Ärzte, die nicht nur meinen, dass Impfen gefährlich ist, sie sind auch der Ansicht, dass Masern für die seelische Reifung eines Kindes eine wichtige Rolle spielen. So kann das Kind unter anderem durch das hohe Fieber im Rahmen einer Masernerkrankung den Organismus individualisieren. Auf diese Weise reift das Immunsystem und reguliert sich zudem auch noch. Die Wahrheit ist jedoch: Masern sind keine harmlose Krankheit, die das Immunsystem ohne Hilfe bekämpfen kann. Wer die Ansicht vertritt, das Impfen gefährlich ist, der muss auch die Komplikationen wie eine Meningitis oder eine postinfektiöse Enzephalitis in Kauf nehmen und riskieren, dass sein Kind durch die Masern bleibende und damit lebenslange Schäden davonträgt.

    Bild: © Depositphotos.com / csakisti

  • Wie lang sollte die Stillzeit dauern?

    Wie lang sollte die Stillzeit dauern?

    Muttermilch ist die gesündeste und natürlichste Nahrung, die es gibt und die meisten Frauen möchten ihr Kind gerne stillen. Immer wieder sehr kontrovers diskutiert wird aber die Frage, wie lange die Stillzeit sein soll? Wie lange soll das Kind an der Brust der Mutter trinken und wann ist der Zeitpunkt erreicht, wo die Muttermilch für das Kind keine positiven Effekte mehr hat? Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Stillzeit von mindestens sechs Monaten, danach sollte das Kind zusätzlich zur Muttermilch mit dem ersten Brei Bekanntschaft machen, aber nicht alle Mütter sind mit der Empfehlung der WHO auch einverstanden.

    Vier Monate Stillzeit reichen aus

    Die Muttermilch liefert dem Kind alles, was es braucht, um gesund groß zu werden. Sie ist zudem leicht verdaulich und während des Stillens genießt das Baby die Nähe und die Geborgenheit der Mutter. Die Nationale Stillkommission bestärkt daher alle Mütter darin, ihre Kinder zu stillen, wie lange die Stillzeit aber dauern soll, darüber ist man sich uneinig. Während die WHO sechs Monate voll zu stillen und danach bis 2 Jahre oder länger unter Hinzunahme von Folgenahrung für optimal hält, empfehlen viele Kinderärzte, schon Kinder ab dem vierten Lebensmonat zusätzlich mit Brei zu füttern. Vier Monate ausschließlich Muttermilch reichen aus, um das kindliche Immunsystem perfekt zu stabilisieren und um einen effektiven Schutz vor möglichen Allergien aufzubauen. Wird das Kind länger als vier Monate gestillt, dann wird dieser Effekt nicht verbessert, sogar das Gegenteil kann der Fall sein. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass Kinder, die länger als vier Monate voll gestillt werden, ein höheres Risiko haben, an einer Allergie zu erkranken, auch Eisenmangel kann die Folge einer zu langen Stillzeit sein.

    Frühe Beikost schützt das Immunsystem

    Um das Risiko einer späteren Allergie zu minimieren, hat Professor Klaus Vetter bei einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe dazu geraten, Kinder ab dem vierten Monat mit fester Nahrung wie zum Beispiel Babybrei zu füttern. Damit folgt Professor Vetter einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. Die Fütterung von Beikost ab dem vollendenden vierten Lebensmonat ist für das kindliche Immunsystem optimal, denn ob eine Stillzeit, die darüber hinaus geht, tatsächlich eine präventive Wirkung hat, darüber gibt es bis heute keine gesicherten Erkenntnisse. Diese Empfehlung gilt allerdings nur für die Kinder, die den westlichen Industriestaaten wie Deutschland geboren werden und nicht für Kinder aus Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen die Gesundheitsstandards und die hygienischen Verhältnisse nur unzureichend oder gar nicht vorhanden sind.

    Unverständnis für Frauen, die lange stillen

    Für Neugeborene, die gestillt werden, haben alle Verständnis, wenn das Kind aber bereits laufen kann, dann hört das Verständnis auf. Mütter, die ihre Kinder bis ins Kindergartenalter oder sogar darüber hinaus stillen, sind zwar außerhalb der empfohlenen Norm, aber die meisten stehen zu dieser langen Stillzeit. Sie sind davon überzeugt, dass ihre Kinder nicht so schnell krank werden wie die Kinder, die nach vier oder sechs Monaten abgestillt werden. Auch die innige Bindung zwischen Mutter und Kind spielt bei einer überlangen Stillzeit eine wichtige Rolle, obwohl Kinderpsychologen das etwas anders sehen. Sie sind der Meinung, dass übermäßig langes Stillen die Kinder unselbstständig macht und sie verweichlicht. Es gibt allerdings keine beweiskräftigen Studien zu dieser These, denn spätestens wenn das Kind in einem Kindergarten kommt, dann werden auch die starken Bindungen zur Mutter gelockert.

    Wenn die Stillzeit stressig wird

    Das Stillen von Neugeborenen ist für die Mütter eine große Erleichterung im Alltag. Sie müssen in der Nacht keine Fläschen warm machen und wenn es mit dem Baby auf Reisen geht, dann reist der Proviant einfach mit. Werden die Kinder aber älter, dann kann Stillen stressig sein, denn die Mutter muss für einen langen Zeitraum zum Beispiel auf Alkohol verzichten, und auch mit dem Beruf ist das Stillen nicht so einfach zu vereinbaren.

    Bild: © Depositphotos.com / chesterf

  • Seeding – ein neuer Geburtstrend aus Australien

    Seeding – ein neuer Geburtstrend aus Australien

    Wenn ein Kind geboren wird, dann ist das immer ein großer unvergesslicher Moment für alle, die an der Geburt beteiligt sind. Das gilt heute auch für Kaiserschnittgeburten, denn anders als früher bekommt die Mutter heute keine Vollnarkose mehr, es wird mithilfe einer periduralen Anästhesie, kurz PDA, nur der untere Teil des Körpers betäubt. Hat der Arzt das Kind aus der Gebärmutter gehoben, dann wird es der Mutter gezeigt oder gleich in den Arm gelegt. In Australien und den USA geschieht nach der Entbindung durch Kaiserschnitt aber noch etwas anderes, das sogenannte Seeding, was das kindliche Immunsystem stärken soll.

    Was genau ist Seeding?

    Seeding heißt aus dem Englischen übersetzt so viel wie verteilen oder auch säen. Bei dieser Methode wird das Kind ungefähr eine Stunde nach der Geburt von Kopf bis Fuß mit dem Scheidensekret der Mutter eingerieben. Eine Stunde vor der Kaiserschnittentbindung wird eine Mullbinde, die mit Salzwasser getränkt wurde, in die Vagina der Mutter gelegt. Unmittelbar vor dem Eingriff wird die Mullbinde, die sich mit dem Sekret vollgesogen hat, wieder entfernt und in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahrt. Ist das Kind geboren, dann werden sein Gesicht und sein Körper mit der Mullbinde abgerieben, zudem wird auch ein wenig der Sekretflüssigkeit in den Mund des Neugeborenen geträufelt. In einigen Kliniken werden die Kinder auch für kurze Zeit in die feuchte Mullbinde eingewickelt.

    Die Simulation der natürlichen Geburt

    Durch das Seeding sollen die Abwehrkräfte des Kindes gestärkt werden, die es bei einer vaginalen Geburt auf natürliche Art und Weise bekommt. Bei einer Kaiserschnittgeburt kommt das Kind nicht mit dem Scheidensekret der Mutter in Berührung, und da in Studien nachgewiesen wurde, dass Kaiserschnittkinder anfälliger für Infekte, aber auch für Allergien und Asthma sind, wird mit dem Seeding eine natürliche Geburt simuliert. Das mütterliche Scheidensekret enthält ca. 300 unterschiedliche Mikroorganismen, von denen die Mehrzahl für eine Stärkung des Immunsystems zuständig sind und diese Mikroorganismen werden durch das Seeding von der Mutter auf das Kind übertragen.

    Seeding in Deutschland noch kein Thema

    In Deutschland kommt mittlerweile jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt zu Welt, Seeding ist aber in deutschen Operationssälen noch kein Thema. Viele Mediziner und auch viele Hebammen sind der neuen Methode aus Australien gegenüber skeptisch. Sie können zwar nachvollziehen, dass durch das Seeding die Immunabwehr des Kindes theoretisch gestärkt werden kann, aber es wird nach Meinung von deutschen Medizinexperten dazu mehr gebraucht, als nur die relativ kleine Menge an Sekret. Bei einer natürlichen Geburt kommt das Kind auf seinem Weg durch den Geburtskanal viel länger mit dem vaginalen Sekret der Mutter in Kontakt. Die wenigen Minuten, in denen das Kind mit der Mullbinde in Berührung kommt, reichen daher nicht aus, um einen kompakten und wirksamen Immunschutz aufzubauen.

    Wenig überzeugend und kaum erforscht

    Ob die neue Methode der Immunisierung tatsächlich funktioniert, darüber gibt es noch keine fundierten Berichte oder Studien. Die Universität New York hat 17 Kinder untersucht, von denen sechs natürlich und elf per Kaiserschnitt geboren wurden. Diese Studie ergab, dass die Kinder, die nach der Sectio mit dem Scheidensekret der Mutter abgerieben wurden, einen positiven Effekt mit ins erste Lebensjahr nehmen konnten. Aber selbst wenn die Studie positiv ausgefallen ist, für eine Langzeitstudie war die Zahl der Studienteilenehmer zu gering und die Studiendauer zu kurz. Um objektive und vor allem fundierte Ergebnisse erzielen zu können, muss die Zahl der Studienteilnehmer mindestens bei 1200 liegen und der Untersuchungszeitraum mehrere Jahre betragen. Kritiker sehen im Seeding jedoch noch einen negativen Aspekt, denn die Zahl der geplanten Kaiserschnittentbindungen könnte noch weiter steigen, weil sowohl die Mütter als auch die Mediziner und die Hebammen durch das Einreiben mit Scheidensekret darauf setzen, den Immunschutz der Kinder zu erhöhen.

    Bild: © Depositphotos.com / philipus

  • Orthorexie – der Zwang sich gesund ernähren zu müssen

    Orthorexie – der Zwang sich gesund ernähren zu müssen

    Jeder möchte so gesund wie eben möglich leben, und zu einem gesunden Leben gehört auch eine gesunde Ernährung. Noch nie war es so einfach, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, und das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum immer mehr Menschen an Orthorexie erkranken. Orthorexie ist mehr als der Wunsch nach einer gesunden Ernährung, es ist vielmehr der Zwang, nur das zu essen, was vermeintlich für den Körper nicht schädlich ist. Aber wo hört gesunde Ernährung auf und wo beginnt der Zwang? Die Grenzen sind fließend und das macht die Behandlung dieser Krankheit so schwierig.

    Orthorexie – eine Definition

    Wer unter Orthorexie leidet, der leidet unter einer Fixierung, die sich ausschließlich auf eine gesunde Ernährung beschränkt. Allerdings gibt es dabei ein großes Problem, denn die Definition, was gesund ist und was nicht, ist immer individuell verschieden. Daher besteht oft die Gefahr, dass die Ernährung nicht nur gesund, sondern irgendwann auch sehr einseitig ist. Veganer sind besonders gefährdet, an Orthorexie zu erkranken, aber auch Menschen, die sich ausschließlich von Lebensmitteln ernähren, die ohne Zusätze hergestellt werden. Die Paleo-Diät birgt die Gefahren der zwanghaft gesunden Ernährung, denn wer sich wie die Menschen in der Steinzeit ernährt, der wird früher oder später schwere Mangelerscheinungen bekommen.

    Ein Blog, der Angst macht

    Essstörungen bei jungen Frauen sind heute keine Seltenheit mehr, aber eine Essstörung, wie sie die US-Amerikanerin Jordan Younger auf ihrem Blog „The Balanced Blonde“ beschreibt, ist erschreckend. Jordan Younger war von einer veganen Lebensweise überzeugt und ernährte sich rein pflanzlich, später dann noch glutenfrei, zuckerfrei und mehlfrei. Sie nahm kaum noch Fett zu sich und verzichtete letztendlich auch darauf. Das komplette Leben war schließlich nur noch darauf ausgerichtet, was sie essen durfte und was nicht. Die bittere Erkenntnis der jungen Frau lautet heute, sie habe in einer „Blase aus Verzicht“ gelebt und ein Leben geführt, was eigentlich überhaupt nicht mehr lebenswert war. Jordan Younger ist nicht alleine, es gibt immer mehr Menschen, die sich zwanghaft gesund ernähren und dabei nicht nur ihr körperliches Wohlbefinden aufs Spiel setzen.

    Die Krankheit dominiert den Alltag

    Menschen, die unter Orthorexie leiden, verlieren immer mehr den sozialen Kontakt zu Freunden, Bekannten und Verwandten. Sie können kein Restaurant mehr besuchen, denn dort können sie nicht sicher sein, dass das Essen auch wirklich ihren Essgewohnheiten entspricht. Einkaufen wird zur Schwerstarbeit, weil auf jeder Packung zunächst einmal die Zutaten studiert werden müssen. Die psychische Störung dominiert schließlich den Alltag und lässt den Betroffenen keine Pause mehr. Neben den mentalen Problemen sorgt Orthorexie aber auch für schwerwiegende körperliche Probleme. Die einseitige Ernährung führt in den meisten Fällen zu Untergewicht, der Hormonhaushalt stellt sich komplett um und es kommt zu massiven Mangelerscheinungen und die Haut leidet ebenso wie die Haare, die Zähne und die inneren Organe.

    Orthorexie – Keine anerkannte Krankheit

    Noch ist Orthorexie keine anerkannte Krankheit, aber nach Ansicht von Experten kann diese Erkrankung der Anorexie zugeordnet werden. In beiden Fällen sind die Betroffenen nur noch damit beschäftigt, ihr Essen wieder und wieder zu selektieren. Sie streichen immer mehr Lebensmittel von ihrer Speisekarte und der Wunsch nach stetiger Kontrolle und Gesundheit bestimmt mehr und mehr das tägliche Leben. Psychologen sind der Meinung, dass der Wunsch nach dem perfekten Essen auch mit den zahlreichen Lebensmittelskandalen zusammenhängt. Aktuell sind ca. drei Prozent der Deutschen von Orthorexie betroffen, es sind vor allem junge Frauen, die mit dieser speziellen psychischen Erkrankung zu kämpfen haben. Rund ein Prozent verhält sich extrem und sollte daher psychologisch intensiv behandelt werden.

    Der überwiegende Teil der Deutschen nennt nach einer neuen Befragung die Gesundheit als das höchste Gut, und das gibt Auskunft darüber, wie wichtig vielen Menschen das Essen geworden ist.

    Bild: © Depositphotos.com / lightsource