Schlagwort: Tabletten

  • Angina tonsillaris – die schmerzhafte Mandelentzündung

    Angina tonsillaris – die schmerzhafte Mandelentzündung

    Nase und Mund sind beliebte Ziele für Krankheitserreger aller Art, die ihren Weg in den menschlichen Körper suchen. Bevor sie aber in den Körper gelangen können, müssen sie an den Mandeln vorbei, die hinten im Rachenraum an den seitlichen Gaumenbögen liegen. Die Mandel sind so etwas wie Torwächter, die die Aufgabe haben, die oberen Atemwege vor Viren und Bakterien zu schützen, aber wenn das Immunsystem nicht mehr richtig funktioniert oder geschwächt ist, dann kommt es zu einer Angina tonsillaris, zu einer schmerzhaften Mandelentzündung.

    Was löst eine Angina tonsillaris aus?

    Wenn das Immunsystem nicht mehr seiner Funktion nachkommen kann, dann setzen sich die Krankheitserreger einfach an den Rachenmandeln fest und vermehren sich dort explosionsartig. In der Folge schwillt das Gewebe der Mandeln stark an, es beginnt zu schmerzen und das löst schließlich massive Schluckbeschwerden aus. Aus diesem Prozess erklärt sich auch das lateinische Wort Angina, das so viel wie Beklemmung oder auch Enge bedeutet. Ist die Mandelentzündung hingegen akut, dann spricht der Arzt von einer sogenannten Tonsillitis acuta. Die meisten Mandelentzündungen werden von Bakterien ausgelöst, und wenn das der Fall ist, dann gibt es verschiedene Krankheitsbilder. Es gibt die Scharlach-Angina, die Diphtherie-Angina und auch die Seitenstrang-Angina. Beim Pfeifferschen Drüsenfieber und bei der Herpangina sind die Auslöser jedoch keine Bakterien, sondern Viren.

    Welche Beschwerden verursacht eine Angina?

    Es sind vor allem die Schmerzen und die Schluckbeschwerden, die eine Angina tonsillaris so unangenehm machen. In der akuten Phase kann auch Fieber dazu kommen und die Betroffenen fühlen sich krank. Ist eine Mandelentzündung chronisch, dann sind die Beschwerden nicht so stark wie bei der akuten Variante, dafür gibt es hier die Gefahr, dass die ständige Entzündung der Mandeln Folgen haben kann. Zu diesen Folgen können eine Herzmuskelentzündung und ein Herzklappenfehler gehören, aber auch eine Nierenentzündung ist keine Seltenheit, wenn die Angina einen chronischen Verlauf nimmt. Besonders bei Kindern zwischen fünf und 15 Jahren ist das Risiko besonders groß, eine Angina tonsillaris zu bekommen.

    Wie wird eine Angina behandelt?

    Um festzustellen, welche Art der Angina vorliegt, untersucht der Arzt den Rachen- und Nasenraum sowie den Zungengrund mit der Hilfe eines Endoskops. Häufig tritt bei Kindern im Zuge einer Angina tonsillaris auch eine ebenso schmerzhafte Mittelohrentzündung auf. Um den Erreger bestimmen zu können, wird eine Blutuntersuchung gemacht. Steht fest, um welche Angina es sich handelt, dann wird eine entsprechende Behandlung eingeleitet. Bei einer leichten Angina tonsillaris helfen in der Regel schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel wie spezielle Lutschtabletten. Gesellt sich Fieber zur Angina, dann ist Paracetamol eine gute Wahl, denn das lindert die Entzündung, senkt das Fieber und nimmt die Schmerzen. Sollten die Beschwerden nicht abklingen oder wenn sie sich noch verstärken, dann wird ein Breitbandantibiotikum zum Einsatz kommen, ein Mittel, das auch dann hilft, wenn die Angina tonsillaris durch Viren ausgelöst wurde.

    Welche Hausmittel gibt es?

    Nicht jeder möchte ein Mittel aus der Apotheke einnehmen, wenn der Hals schmerzt, und vertraut lieber auf bewährte Hausmittel. Zu diesen Hausmitteln gehört der Salbeitee, der bei einer Mandelentzündung aber nicht getrunken werden sollte, hier reicht es aus, damit zu gurgeln. Auch ein Tee aus Pfefferminze, aus Rosmarin, Kamille oder Ringelblume, der Schluck für Schluck kalt getrunken wird, kann helfen, die Schmerzen zu verringern. Bienenhonig ist ebenfalls ein bekanntes Hausmittel, wenn es um eine leichte Angina geht. Der Honig hat eine antibakterielle Wirkung und kommt, weil er süß schmeckt, vor allem bei Kindern gut an. Bei Kindern ebenfalls ein Renner ist Eis, denn das kalte Eis lässt die angeschwollenen Rachenmandeln schnell wieder abschwellen. Eltern sollten allerdings darauf achten, dass ihre Kinder Wassereis mit Fruchtgeschmack lutschen, denn Milchspeiseeis sorgt dafür, dass die oberen Atemwege verschleimen können.

    Bild: © Depositphotos.com / Jim_Filim

  • Tilidin gegen Schmerzen – hilfreich oder gefährlich?

    Tilidin gegen Schmerzen – hilfreich oder gefährlich?

    Schmerzmittel sind in der Medizin ein heikles Thema. Auf der einen Seite sind Schmerzmittel ein Segen, denn sie machen den Menschen, die zum Beispiel an Krebs erkrankt sind, das Leben einfacher, auf der anderen Seite sind Schmerzmittel ein Fluch, denn sie führen nicht selten in die Abhängigkeit. Fluch und Segen zugleich ist auch Tilidin, ein Wirkstoff, der in vielen Schmerzmitteln zu finden ist. Tilidin gegen Schmerzen ist hilfreich, aber gleichzeitig auch sehr gefährlich.

    Was ist Tilidin?

    Tilidin ist kein Medikament, sondern ein künstlich hergestellter Wirkstoff, der vor allem in der Drogenszene zu trauriger Berühmtheit kam. Nur Tilidin gegen Schmerzen einzunehmen, wäre wenig effektiv, erst wenn der Wirkstoff sich in der Leber in Nortilidin und Bisnortilidin verwandelt, dann tritt eine schmerzstillende Wirkung ein. Die beiden Stoffe wirken im zentralen Nervensystem und aktivieren dort ein schmerzstillendes System. Da Tilidin gegen Schmerzen zu den Opioiden gehört, entfaltet es eine euphorisierende und enthemmende Wirkung, was die Substanz für Drogenabhängige so interessant macht.

    Wann wird Tilidin gegen Schmerzen eingesetzt?

    Schmerzmittel mit Tilidin werden in der Regel nach schweren Operationen verabreicht, aber auch Menschen, die unter Rheuma oder unter starken Tumorschmerzen leiden, bekommen Tilidin gegen ihre Schmerzen. Der Wirkstoff Tilidin gegen Schmerzen ist die eine Seite, die andere Seite ist die Gefahr, abhängig zu werden, und das passiert unweigerlich, wenn Schmerzmittel, die Tilidin enthalten, über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Um die Gefahr der Sucht so niedrig wie eben möglich zu halten, wird Tilidin mit dem Wirkstoff Naloxon kombiniert. Das Naloxon wird dabei so dosiert, dass es das Tilidin blockiert, wenn es intravenös gegeben wird. Ist die Dosierung aber zu niedrig und wird oral eingenommen, dann hat das auf die Wirkung von Tilidin keinerlei Wirkung.

    Welche Nebenwirkungen hat Tilidin?

    Selbst wenn Tilidin gegen Schmerzen Erfolge erzielt, die Patienten, die den Wirkstoff einnehmen müssen, klagen über zahlreiche Nebenwirkungen. So wird das Urteils- und das Wahrnehmungsvermögen gestört, es kann zu schweren Depressionen und auch zu Schlafstörungen kommen. Appetitlosigkeit ist eine Nebenwirkung und auch Krampfanfälle sind keine Seltenheit. Was Tilidin aber besonders gefährlich macht, ist die Tatsache, dass der Wirkstoff die Psyche verändert und unempfindlich gegen Schmerzen macht. Wer Schmerzmittel mit Tilidin über einen längeren Zeitraum einnimmt, der wird angstfrei, leidet unter Selbstüberschätzung, wird größenwahnsinnig, kaltblütig und hoch aggressiv. Diese fatalen Nebenwirkungen machen Schmerzmittel, die Tilidin enthalten, bei Straßenbanden, in Rockerkreisen und auch bei den Kämpfern des IS sehr beliebt.

    Welche Wechselwirkungen gibt es?

    Vor allem im Zusammenhang mit Alkohol werden Schmerzmittel mit Tilidin sehr gefährlich. Es kommt zu einer verstärkten und verlängerten Wirkung, die sich auf das zentrale Nervensystem auswirkt. Die Betroffenen fangen an, flach und langsam zu atmen, was im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Atemlähmung führen kann. Auch mit anderen Opioiden sollte Tilidin nicht kombiniert werden, denn die Wechselwirkungen sind nicht einschätzbar.

    Wie wird Tilidin dosiert?

    Soll Tilidin gegen Schmerzen helfen, dann muss es richtig dosiert werden. Erhältlich ist Tilidin als Tabletten und in flüssiger Form. Erwachsene sollten nicht mehr als 20 bis 40 Tropfen maximal viermal am Tag einnehmen, Kinder dürfen nur viermal am Tag einen Tropfen pro Lebensjahr nehmen. Wird ein Schmerzmittel mit Tilidin über einen längeren Zeitraum gegeben, dann kann es trotz einer niedrigen Dosierung süchtig machen. Tilidin gehört zu den schwächeren Opioiden und hat nur rund ein Fünftel der Wirkung, die Morphium entfaltet. Das ist auch der Grund, warum Schmerzmittel, die den synthetischen Wirkstoff enthalten, lange Zeit nicht in der Liste der BtMG-pflichtigen Schmerzmittel zu finden war. Da es aber in den letzten Jahren vermehrt zu einem Missbrauch mit Tilidin-haltigen Mitteln gekommen ist, wurden 2013 strengere Maßstäbe eingeleitet. Heute sind Schmerzmittel, die Tilidin enthalten, im BtMG unter der Anlage III gelistet.

    Bild: © Depositphotos.com / belchonock

  • Nächtliche Albträume – der Horrorfilm im Kopfkino

    Nächtliche Albträume – der Horrorfilm im Kopfkino

    Jeder Mensch träumt und die meisten hatten schon einmal einen Albtraum. Die einen waren auf der Flucht vor einem Verfolger, die anderen stürzten von meterhohen Klippen ins Leere und wieder andere standen im Traum nackt in einer Menschenmenge. Nächtliche Albträume dauern nur wenige Sekunden und am nächsten Morgen haben die meisten Menschen diese angsteinflößenden Träume wieder vergessen, aber nächtliche Albträume können zu einer starken Belastung werden, nämlich dann, wenn sie immer wiederkehren.

    Was sind Träume?

    Träume sind immer eine Art Nachbearbeitung des vergangenen Tages. Sie sind das Gegenteil von bewussten und konzentriertem Überlegungen, Träume dienen vielmehr dazu, Vorstellungen und Eindrücke oder auch bestimmte Ideen zu verarbeiten, die am Tag gesammelt wurden. Warum wir träumen, das ist bis heute nicht restlos geklärt, Wissenschaftler vermuten aber, dass Träume alle Fragen beantworten, die man sich tagsüber gestellt hat, Träume sind demnach so etwas wie Problemlöser. Besonders intensiv träumen wir in der sogenannten REM-Phase, dann bewegen sich die geschlossenen Augen sehr heftig und im Gehirn kommt es zu einem Feuerwerk der Neuronen. Während des Traums steigt die Atem- und Herzfrequenz und wer in dieser Phase des Schlafes aufwacht, der wird sich an seinen Traum zumindest für kurze Zeit erinnern können.

    Nächtliche Albträume, die immer wieder kommen

    Schöne Träume stellen kein Problem dar, sie belasten nicht und viele Menschen stehen nach einem schönen Traum gut gelaunt auf. Ganz anders sieht es aus, wenn aus den schönen Träumen nächtliche Albträume werden, und besonders schlimm ist es, wenn diese Albträume immer wiederkehren. Geschätzt leiden fünf Prozent der Deutschen darunter, dass nächtliche Albträume jede Nacht wiederkommen, sie werden chronisch und damit auch eine große Belastung für die Psyche. Immer dann, wenn die Albträume in einem Zeitraum von mehreren Monaten mindestens einmal pro Woche auftreten, dann sprechen Mediziner von chronischen Albträumen und in diesem Fall wird das Leben der Betroffenen nachhaltig beeinflusst.

    Gegen die Albträume kämpfen

    Wenn nächtliche Albträume jede Nacht wiederkommen, dann ist das meist ein Zeichen für eine große psychische Belastung. Beruflicher oder auch privater Stress, eine Lebenskrise, aber auch wenn starke Medikamente eingenommen werden müssen, dann kann das für nächtliche Albträume sorgen, die sich einfach nicht abstellen lassen. In der Folge haben die Betroffenen irgendwann Angst davor einzuschlafen, da sie sich fürchten, wieder aus einem Albtraum aufzuschrecken. Wenn die schrecklichen Träume nicht verschwinden wollen, dann sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, der den Albträumen auf den Grund geht. Vielfach hilft eine sehr einfache Selbsthilfemethode, die aus drei wichtigen Punkten besteht: Konfrontation, Bewältigung und schließlich das Training. Was bei Albträumen jedoch nicht hilft, das sind Schlaftabletten, denn sie intensivieren vielleicht den Schlaf, eine Garantie, dass die Albträume verschwinden, gibt es aber nicht.

    Träumen kann trainiert werden

    Nächtliche Albträume können wieder verschwinden, und zwar durch sogenannte luzide oder bewusste Träume. Bei diesem klaren Traum ist sich der Träumende bewusst, dass das, was passiert, nicht real ist, er weiß, dass es sich nur um einen Traum handelt. Allerdings gibt es bei diesen bewussten Träumen ein großes Problem, denn die meisten träumen nur sehr selten bewusst oder luzide, aber man kann diese Träume trainieren. Das Training ist einfach, denn der Träumende muss sich nur eine einzige Frage stellen: Träume ich gerade? Wer sich diese Frage bewusst stellt, der wird sie irgendwann verinnerlichen und sich schließlich auch während eines Traumes fragen, ob es sich um einen Traum handelt oder nicht. Es dauert allerdings seine Zeit, bis dieser Prozess der Verinnerlichung abgeschlossen ist, mitunter vergehen sogar Monate, bis die Albträume tatsächlich verschwunden sind. Betroffene, die mit schweren Albträumen zu kämpfen haben, werden mit diesem Training kurzfristig keine Erfolge erzielen, in diesen Fällen kann eine gezielte Therapie bei einem Psychologen helfen.

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  • Cortison – Segen oder Fluch?

    Cortison – Segen oder Fluch?

    Wenn der Arzt Cortison verschreibt, dann haben viele Patienten Angst vor den Nebenwirkungen des Wirkstoffs. Auf der anderen Seite stehen aber die großen Erfolge, die mit Cortison erzielt werden, vor allem, wenn es um entzündliche Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma, Arthritis oder auch Allergien geht. Trotz der wissenschaftlich bewiesenen Erfolge steht kaum ein anderes Medikament so in der Kritik, Cortison aber komplett abzulehnen, wäre falsch, denn es kann vielen Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, das Leben deutlich leichter machen.

    Nebenwirkungen können vermieden werden

    Cortison ist kein Gift, es ist vielmehr ein Stoff, den der Körper in der Nebenniere selbst produziert. Wie Insulin, so kann Cortison heute künstlich hergestellt werden, und es hat sich besonders als Mittel gegen Entzündungen aller Art einen guten Namen gemacht. Trotzdem reagieren die meisten Menschen sehr vorsichtig, wenn der Arzt ihnen Hydrocortison verordnet und oft weigern sie sich sogar, das Mittel zu nehmen. Die Bedenken sind nicht falsch, denn wenn das Mittel zu lange oder in der falschen Dosis eingenommen wird, dann kommt es nicht selten zu den gefürchteten Nebenwirkungen. Auf der anderen Seite können die Schäden aber noch größer sein, wenn eine Behandlung mit Hydrocortison abgelehnt wird, denn besonders Schmerzpatienten können von dem umstrittenen Wirkstoff profitieren.

    Wie wird Cortison verabreicht?

    Wie gut oder weniger gut verträglich Cortison ist, das hängt auch immer von der Form der Darreichung ab. In den 1970er Jahren, als die berechtigte Kritik an dem noch neuen Medikament besonders groß war, wurden die Patienten überwiegend mit Spritzen und Tabletten behandelt, die Behandlungen waren zu lang und die Dosen viel zu hoch. Dazu kam, dass der körpereigene Wirkstoff nicht ausreichend erforscht war. In der Folge kam es zu gravierenden Nebenwirkungen, die Auswirkungen auf den ganzen Organismus hatten. Heute wird Hydrocortison nur noch in Ausnahmefällen gespritzt, die meisten Patienten werden mit einer cortisonhaltigen Salbe oder mit niedrig dosierten Tabletten behandelt.

    Ein Mittel gegen Hautkrankheiten

    Auch wenn es um entzündliche Erkrankungen der Haut geht, werden mit Hydrocortison große Erfolge erzielt. Bei Schuppenflechte kommt das Mittel ebenso zur Anwendung wie auch bei Ekzemen, der große Vorteil liegt hier bei der lokalen Anwendung. Die Cortisonsalbe wird direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen, das Mittel kann auf diese Weise nicht in den Blutkreislauf gelangen und es gibt keine starken Nebenwirkungen. Auch Nasensprays und Augentropfen, die Hydrocortison enthalten, sind vor allem für Menschen eine große Hilfe, die unter Allergien leiden, und auch hier kommt es nur zu einer lokalen Anwendung, die von den meisten Betroffenen gut vertragen wird. Die meisten Mediziner setzen heute noch bei akuten und starken Beschwerden auf Spritzen und halten die Behandlungsdauer so kurz wie eben möglich.

    Wann wird Cortison gefährlich?

    Wie gefährlich kann Hydrocortison werden und was ist bei der Einnahme zu beachten? Wer bei einem Allergieschub das entsprechende Nasenspray verwendet, setzt sich nach Ansicht von Medizinern keiner allzu großen Gefahr aus, gefährlich wird es aber immer dann, wenn Hydrocortison über einen längeren Zeitraum in Form von Tabletten eingenommen wird. Damit sich die Nebenniere erholen kann, muss bei einer Therapie eine Pause von mindestens vier Wochen eingelegt werden, und das Medikament muss in diesem Fall ausgeschlichen werden. Wird es abrupt abgesetzt, dann drohen massive Nebenwirkungen wie Kreislaufversagen und sogar ein lebensgefährlicher Schock. Wird Hydrocortison über einen langen Zeitraum eingenommen, dann stellt der Körper die eigene Produktion ein, wird dann aber das Medikament abgesetzt, dann kommt es zu einer Unterversorgung des Hormons. Für Patienten gilt, sie sollten sich unbedingt an die vom Arzt verordneten Einnahmezeiten und Dosen halten, denn diese sind so abgestimmt, dass es weder zu einer Unterversorgung noch zu einer Überversorgung kommt. Geschieht das nicht, dann kommt es zu Nebenwirkungen und zu Störungen im Immunsystem.

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  • Kopfschmerzen – die lange vernachlässigte Volkskrankheit

    Kopfschmerzen – die lange vernachlässigte Volkskrankheit

    Keine andere Krankheit ist so weit verbreitet und kommt in so vielen verschiedenen Formen vor, wie Kopfschmerzen. Es gibt 367 Arten von Schmerzen, die den Kopf betreffen und lange Zeit wurde das Leiden, das so viele Menschen quält, sowohl von den Ärzten als auch von den Wissenschaftlern vernachlässigt. Erst jetzt gibt es eine Vielzahl von Therapieansätzen und neue Behandlungsmethoden, die eine Besserung versprechen, aber nicht immer wird das Angebot von denjenigen auch wirklich angenommen, die unter ständigen Schmerzen im Kopf klagen.

    Therapieplätze und Ambulanzen gegen Kopfschmerzen

    Immer mehr Kliniken nehmen heute die Patienten ernst, die über Kopfschmerzen klagen und richten entsprechende Ambulanzen und Therapiezentren ein. So zum Beispiel auch die Charité in Berlin, in der es eine Kopfschmerzambulanz gibt, in der einen Psychologen und Schmerztherapeuten als Ansprechpartner für Patienten mit starken Schmerzen gibt. Das Zentrum in der Berliner Charité bietet neben einer Ambulanz auch eine fünftägige Therapie mit Entspannungsübungen, zudem können Kopfschmerzpatienten dort auch den richtigen Umgang mit Medikamenten lernen. Aufgenommen werden allerdings nur acht Patienten im Monat und nur eine Krankenkasse, die AOK, bezahlt die Therapie. Alle anderen Kassen sehen keine Veranlassung, die Kosten zu übernehmen, denn es handelt sich schließlich „nur“ um Kopfschmerzen.

    Die Krankheit, die verharmlost wird

    Im Zusammenhang mit Kopfschmerzen ist immer das Wörtchen nur zu hören, denn auch wenn die Schmerzen stark sind und die Betroffenen sehr darunter leiden, werden sie selten ernst genommen. Dabei leiden 70 % der Deutschen (54 Millionen) unter nervenden Kopfschmerzen. Die Hälfte der Betroffenen klagt dabei über Spannungsschmerzen, nur in acht Prozent aller Fälle stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter. Alarmierend ist die Zahl von 44 % der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17, die davon betroffen sind, und diese Zahl steigt noch kontinuierlich an. Heute werden schon kleine Kinder behandelt, weil sie regelmäßig über Schmerzen im Kopf klagen. Trotzdem bekommen diese Kinder von den Eltern, aber auch von den Lehrern, Erziehern und Ärzten viel zu oft den Satz, zu hören: Stell dich nicht so an, es sind nur Kopfschmerzen.

    Migräne – die ganz besonderen Kopfschmerzen

    Eine besondere schmerzhafte Form von Kopfschmerz ist die Migräne. Rund 100.000 Menschen in Deutschland werden tagtäglich von einer so heftigen Migräne attackiert, dass sie nicht zur Arbeit gehen können. Neben den hämmernden, bohrenden und ziehenden Schmerzen im Kopf gesellen sich bei einer Migräne noch Erbrechen, Schwindelanfälle, Übelkeit und Sehstörungen dazu, was die Qualen um ein Vielfaches verstärkt. 22 % der Männer und 32 % der Frauen sind von Migräne betroffen, besonders heftig treten die Attacken an den Wochenenden auf. In den Apotheken klingeln die Kassen, denn pro Jahr nehmen die Deutschen mehr als drei Milliarden Tabletten gegen ihre Migräne oder den Kopfschmerz. Rund 85 % nehmen nach eigenen Angaben sogar täglich ein Medikament ein, um die Schmerzen zu lindern.

    Die neue Volkskrankheit

    Es gibt eine Reihe von Volkskrankheiten, aber keine trifft so viele Menschen und kommt so häufig vor wie Kopfschmerzen. Trotzdem spielen die 367 verschiedenen Kopfschmerzarten nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle. Wie unbedeutend die Schmerzen im Kopf aus der Sicht der Wissenschaft sind, das beweist auch der Bericht zur „Gesundheit der Deutschen“, den das Robert-Koch-Institut jedes Jahr der Bundesregierung vorlegt. In diesem 500 Seiten umfassenden Bericht kommen die Migräne und der Kopfschmerz im Allgemeinen überhaupt nicht vor. Schuld daran ist die Tatsache, dass Schmerzen im Kopf in all ihrer Vielfalt nicht als eine eigenständige Krankheit anerkannt werden, denn wenn sie das wären, dann würde zumindest der Versuch unternommen, sie in den Griff zu bekommen. Jedoch sind auch Fortschritte erzielt worden, denn es gibt heute eine Vielfalt von unterschiedlichen Therapien und auch immer mehr Schmerzzentren, in denen sich die Betroffenen behandeln lassen können.

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  • Tipps für den richtigen Umgang mit Antibiotika

    Tipps für den richtigen Umgang mit Antibiotika

    Immer öfter sorgen multiresistente Keime für negative Schlagzeilen und immer häufiger kommt es auch in Krankenhäusern zu Todesfällen infolge einer Infektion mit diesen Keimen, die auf keine Antibiotika reagieren. Schuld an diesem Dilemma sind aber nicht alleine die Keime, auch der falsche Umgang mit Antibiotika sorgt dafür, dass Keime sich ungehindert ausbreiten können. Jetzt hat sich ABDA, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mit dem Thema Antibiotika befasst und gibt Tipps, wie Antibiotika richtig eingenommen werden, damit Keime keine Chance mehr haben.

    Antibiotika vom Arzt verschreiben lassen

    Wenn eine Behandlung mit Antibiotika notwendig ist, dann sollte nur ein Arzt diese Antibiotika nach einer gründlichen Untersuchung verschreiben. Ärzte und Apotheker waren davor, Antibiotika aufzubewahren und dann bei der nächsten Infektion, zum Beispiel bei einer harmlosen Erkältung, einfach wieder einzunehmen. Keiner sollte auf eigene Faust Antibiotika einnehmen, denn dann stimmt weder die richtige Dosierung, noch kann man sicher sein, dass das Mittel überhaupt noch die gewünschte Wirkung erzielen kann. Kommt es zu einer erneuten Infektion, dann sollte ein Termin beim Arzt gemacht werden, der dann darüber entscheidet, ob eine neuerliche Verschreibung nötig ist.

    Antibiotika nie zu lange einnehmen

    Auch wenn Antibiotika nicht süchtig machen, viele Menschen sehen in Antibiotika eine Art Allheilmittel, das bei jeder Gelegenheit eingenommen werden kann. Wer eine echte Grippe mit der Hilfe von Antibiotika überstanden hat, der wird beim nächsten Schnupfen wieder zu diesem Mittel greifen, denn schließlich hat es bei der Grippe auch dafür gesorgt, dass es zu einer Besserung kam. Grundsätzlich gilt, Antibiotika sollten nur so lange eingenommen werden, wie vom Arzt vorgeschrieben wurde.

    Schlecht informiert

    Die Apotheker beklagen sich immer öfter darüber, dass die Kunden, die mit einem Rezept zu ihnen kommen, gar nichts über die Antibiotika wissen, die der Arzt ihnen gerade verschrieben hat. Sie sind nicht über die möglichen Wechselwirkungen informiert worden und sie wissen zum Beispiel auch nicht, dass Antibiotika nicht mit Milch eingenommen werden dürfen. Antibiotika sollten grundsätzlich nur mit Wasser eingenommen werden, denn das Kalzium in der Milch kann bei einigen Antibiotika die Wirkung aufheben.

    Antibiotika richtig entsorgen

    Kaum jemand ist sich darüber im Klaren, wie gefährlich Medikamente für die Umwelt und für die Gesundheit sind, wenn sie einfach über den Hausmüll entsorgt werden. Noch gefährlicher wird es aber, wenn Antibiotika in der Toilette oder im Waschbecken entsorgt werden. Gelangt Antibiotika ins Abwasser und damit in den Wasserkreislauf, dann breiten sich die Substanzen in der Umwelt aus und das sorgt früher oder später dafür, dass viele Menschen gegen Antibiotika resistent werden. Tabletten, die nicht mehr gebraucht werden, nehmen die Apotheke kostenlos zurück und entsorgen sie dann auf die richtige Art und Weise.

    Antibiotika nicht weitergeben

    Medikamente sind teuer, vor allem für Senioren, die nicht selten nur eine kleine Rente haben. Um Geld zu sparen, werden Medikamente deshalb auch gerne „weitergegeben“. Das heißt, wer vom Arzt Antibiotika verschrieben bekommen hat und diese nicht vollständig verbraucht, verschenkt sie an Bekannte oder Freunde, damit diese nicht extra zum Arzt und in die Apotheke gehen müssen. Auch innerhalb der Familie werden Medikamente aller Art gerne weitergegeben, das kann aber besonders im Bezug auf Antibiotika unschöne Folgen haben, denn wenn bei jeder Kleinigkeit Antibiotika geschluckt werden, dann bauen sich Resistenzen auf. Kommt es dann tatsächlich zu einer Erkrankung, die die Einnahme von Antibiotika erforderlich macht, dann zeigen die Mittel keine Wirkung mehr.

    Herbst und Winter sind die Zeit, in denen Infektionen besonders häufig auftreten. Die Palette der Erkrankungen reicht vom einfachen grippalen Infekt bis hin zur echten Grippe. Nicht in jedem Fall sind Antibiotika erforderlich und es sollte immer ein Arzt darüber entscheiden, ob der Einsatz von Antibiotika erforderlich ist oder nicht.

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