Schlagwort: Tinnitus

  • Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Ein Hörsturz tritt praktisch wie aus heiterem Himmel und oftmals ohne jede Vorwarnung auf. Die Betroffenen haben das Gefühl, als hätten sie einen Stöpsel oder Watte im Ohr und können nur noch schlecht oder gar nichts mehr hören. In vielen Fällen gesellt sich zur plötzlichen Taubheit auch ein Schwindelgefühl und es kommt zu einem dumpfen Schmerz im Ohr. Es ist immer noch nicht restlos geklärt, was einen Hörsturz auslösen kann, nicht selten haben die Betroffenen aber zuvor unter einem Tinnitus, also unter Ohrensausen gelitten. Bei den meisten tritt der Hörsturz jedoch unvermittelt auf.

    Welche Ursachen gibt es für einen Hörsturz?

    Auch wenn nicht klar ist, warum der Hörsturz so plötzlich auftreten kann, die möglichen Ursachen sind aber bereits gefunden. So wird vermutet, dass eine akute Durchblutungsstörung im Innenohr für einen Hörsturz verantwortlich ist. Im Innenohr, oder genauer gesagt in der sogenannten Hörschnecke sind die Haarzellen zu finden und diese Zellen haben die besondere Aufgabe, alle ankommenden Schallwellen, die in das Ohr dringen, in elektrochemische Signale umzuwandeln. Diese Signale werden dann über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet, so sie dann verarbeitet werden. Anschließend werden sie dann als Sprache, Musik oder auch Lärm wahrgenommen.

    Wenn aber die Haarzellen nicht mehr mit ausreichend Blut und mit Sauerstoff versorgt werden, dann wird das Hörvermögen eingeschränkt und das kann eventuell einen Hörsturz auslösen. Aber es gibt noch andere mögliche Ursachen, die für einen Hörsturz verantwortlich sein könnten. Chronische Entzündungen können ebenso schuld sein wie auch eine Autoimmunerkrankung. Eine Erkrankung der Halswirbelsäule kann vielleicht einen Hörsturz auslösen und auch ein Tumor im Bereich des Kopfes kommt infrage.

    Wie wird ein Hörsturz behandelt?

    Auch wenn es für die Betroffenen sehr unangenehm ist, aus medizinischer Sicht ist ein Hörsturz kein Notfall, denn bei ungefähr der Hälfte der Fälle verschwinden die Symptome nach 24 Stunden wieder und der Betroffene kann wieder normal hören. Als Faustregel gilt: Je geringer der Verlust des Gehörs ausfällt, um so besser ist die Prognose, dass der Hörsturz wieder von selbst verschwindet.

    Trotzdem sollte nach einem Hörsturz ein Arzt aufgesucht werden, denn hinter dem plötzlichen Verlust des Hörvermögens kann sich unter Umständen eine ernste Erkrankung verbergen, die schnell behandelt werden muss. Welche Therapie bei einem Hörsturz die beste ist, das ist ebenfalls noch nicht geklärt. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Therapieformen, die in den vergangenen Jahren erprobt worden sind, aber welche der Therapien erfolgreich ist, das hängt immer von der Schwere des Hörsturzes ab.

    Welche Therapien versprechen Erfolge?

    Handelt es sich um eine leichte Form des Hörsturzes, dann raten die Ärzte den Patienten, einfach ein paar Tage abzuwarten. Wenn sich die Symptome nach drei Tagen immer noch nicht gebessert haben, dann werden in der Regel Medikamente verordnet, die bei einer möglichen Entzündung und einem Abschwellen des Innenohrs helfen sollen. Die Medikamente können wahlweise in Form von Tabletten eingenommen werden, aber es ist auch möglich, den Wirkstoff direkt ins Ohr zu spritzen.

    Kann man einem Hörsturz vorbeugen?

    Eine gesunde Lebensweise ist die beste Vorbeugung, um keinen Hörsturz zu erleiden, nach Möglichkeit sollten auch Stress und belastende Situationen vermieden werden. Wer Probleme damit hat, Stress abzubauen, der sollte Yoga oder autogenes Training machen. Auch übermäßiger Lärm ist eine Gefahr, denn wenn die empfindlichen Haarzellen im Innenohr ständig überreizt werden, dann kann das einen Hörsturz begünstigen oder sogar auslösen.

    Menschen deren Blut verdickt ist und sehr schnell gerinnt, laufen ebenso Gefahr einen Hörsturz zu bekommen, und auch die Fettwerte im Blut können dafür verantwortlich sein, wenn es zu einem Hörsturz kommt, denn hohe Blutfettwerte können die Fließeigenschaften des Bluts verändern. Wer einen Hörsturz vermeiden will, der sollte sich zudem ballaststoffreich und fettarm ernähren.

    Bild: © Depositphotos.com / atholpady

  • Tinnitus – wenn der Stress auf die Ohren schlägt

    Tinnitus – wenn der Stress auf die Ohren schlägt

    Ein Piepen, Summen oder auch ein permanentes Rauschen im Ohr ist nicht nur störend, es kann für die Betroffenen auch zur Qual werden. Tinnitus heißen diese Symptome, die auch unter dem Oberbegriff Ohrensausen zusammen gefasst werden. Ein Tinnitus ist wie ein Schmerz, er tritt plötzlich und wie aus dem Nichts auf und er kann viele verschiedene Ursachen haben. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom, aber es kann sehr schnell sehr lästig werden und ist in den meisten Fällen das erste Anzeichen für eine Erkrankung.

    Immer wieder anders

    Ein Tinnitus wird von jedem Betroffenen auf eine andere Art wahrgenommen. Für die einen klingt es wie das stetige Surren einer Mücke, andere vergleichen ihre Ohrgeräusche mit dem Rattern eines Zuges und wieder andere fühlen sich an das Kreischen eines Zahnarztbohrers erinnert. Ein Tinnitus kann gleichmäßig und intensiv sein, aber auch in einem bestimmten Rhythmus an- wieder abschwellen. Nervig ist ein Tinnitus aber immer und fast jeder hat diese Geräusche, die aus dem Inneren des Ohres kommen, schon einmal vernommen. Meist bleibt das Ohrensausen nicht lange und verschwindet wieder, bei einigen Betroffenen wird es aber zum Dauerzustand. Immer wenn das der Fall ist, dann kann sich hinter dem an sich harmlosen Tinnitus eine Krankheit verbergen.

    Wenn das Hörvermögen gestört ist

    Der Ohrenarzt versteht unter einem Tinnitus ein gestörtes Hörvermögen und spricht in diesem Zusammenhang von einem subjektiven Tinnitus. Das Piepen und Surren im Ohr ist keine Einbildung, aber das man die Töne hören kann, das liegt an einer Täuschung des Ohrs. Anders sieht das bei einem objektiven Tinnitus aus, denn in diesem Fall lassen sich die Geräusche im Ohr mit einem speziellen Untersuchungsgerät feststellen. Bei einem subjektiven Tinnitus ist das Innenohr für die Geräusche verantwortlich, und die Ursache kann unter anderem eine Gefäßveränderung sein.

    Neben dem subjektiven und dem objektiven Tinnitus gibt es noch zwei weitere Formen, den akuten und den chronischen Tinnitus. Akut ist der Tinnitus immer dann, wenn er weniger als drei Monate anhält, in der chronischen Form ist er länger als drei Monate vorhanden. Ein akuter Tinnitus verschwindet meistens spontan wieder, was bei einem chronischen Verlauf gar nicht oder nur sehr selten der Fall ist.

    Die Schweregrade des Tinnitus

    Ohrenärzte teilen den Tinnitus in unterschiedliche Schweregrade ein. Beim ersten Grad ist der Tinnitus gut kompensiert und wird vom Betroffenen nicht als Störung wahrgenommen. Beim zweiten Grad ist der Tinnitus weitgehend kompensiert und wird nur bei Stille wahrgenommen. Kommt der Betroffene unter Stress oder befindet sich in einer belastenden Situation, dann ist der Tinnitus störend. Ein Tinnitus des dritten Grades stellt eine Belastung dar, und zwar im beruflichen wie auch im privaten Leben und das Ohrgeräusch hat emotionale wie auch körperliche Beschwerden zur Folge. Die Patienten leiden zum Beispiel unter massiven Schlafstörungen, sie haben Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und sie fühlen sich hilflos. In der Folge kann es zu Ängsten und auch zu Depressionen kommen.

    Die Lebensqualität ist gestört

    Betroffene, die unter einem Grad drei oder vier des Tinnitus leiden, haben nicht selten einen hohen Leidensdruck und fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Wenn das der Fall ist, dann wird aus den Symptomen des Tinnitus eine Krankheit, mit Folgen für den Körper und auch für die Seele. Zu den körperlichen Beschwerden gehören eine latente Müdigkeit, Herz- und Kreislaufbeschwerden, sexuelle Störungen, Beschwerden im Magen- und Darmbereich, auch Schmerzen und Erschöpfungszustände sind keine Seltenheit.

    Dazu kommen emotionale Störungen wie Konzentrationsschwäche und das Gefühl, langsam aber sicher die Kontrolle zu verlieren sowie ein Gefühl der Hilflosigkeit, und auch depressive Stimmungen und der Verlust des Selbstwertgefühls können die Folgen eines Tinnitus sein. Aus medizinischer Sicht gibt es keine Hilfe, aber eine Psychotherapie kann Linderung bringen.

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