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  • Warum Pumpen immer öfter Organe ersetzen

    Warum Pumpen immer öfter Organe ersetzen

    Die Zahl der Organspender sinkt stetig. Nicht zuletzt die Skandale der vergangenen Monate haben dafür gesorgt, dass immer weniger Menschen einen Organspendeausweis haben und damit einverstanden sind, dass nach ihrem Tod wichtige Organe wie zum Beispiel das Herz, als Spenderorgane entnommen werden. Die Medizin muss sich etwas einfallen lassen und setzt jetzt immer mehr auf moderne Technik. Pumpen werden immer öfter zu einer alternativen Option, wenn die echten Organe fehlen. Waren Pumpen noch vor gar nicht allzu langer Zeit eine Notlösung, sind sie heute mehr denn je gefragt, um das kranke Herz zu ersetzen.

    Kaum noch Organe

    Es fehlt an Spenderorganen und deshalb setzen die Mediziner immer öfter auf sogenannte Unterstützungssysteme vor allem für Patienten, die ein neues Herz benötigen. Gerade einmal 300 Herzen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland verpflanzt, im Vergleich zu den letzten Jahren ist das eine sehr geringe Zahl, denn früher waren 700 transplantierte Organe keine Seltenheit. 1000 Menschen ist im Jahr 2014 eine Pumpe eingesetzt worden und für die Zukunft sehen die Herzspezialisten diese künstliche Alternative zu den Organen immer mehr im Fokus. Ein Grund für die geringe Zahl der Organe, die für eine Transplantation zur Verfügung gestellt werden, sind die negativen Schlagzeilen rund um die Spenderorgane, auch dass die Zahl der Verkehrstoten immer weiter zurückgeht, sorgt dafür, dass es weniger Organe gibt, die verpflanzt werden können.

    Das beste Verfahren

    Für die Deutsche Herzstiftung sind Organe, die transplantiert werden, immer noch das beste Verfahren. Das gilt besonders für die Patienten, die ein extrem schwaches Herz haben. Mit der Transplantation bekommt der Patient faktisch ein neues und voll funktionsfähiges Herz. Wenn Organe verpflanzt werden, dann hat das für den Patienten jedoch auch einen gravierenden Nachteil, denn wenn das Herz transplantiert wird, dann muss der Patient sein Leben lang Medikamente zur Unterdrückung der eigenen Immunabwehr einnehmen und diese Medikamente haben erhebliche Nebenwirkungen. Zwar verhindern Medikamente, dass das für den Körper fremde Organ wieder abgestoßen wird, aber das Risiko an einem Tumor oder einer Infektion zu erkranken, steigt an.

    Auch künstliche Organe bereiten Probleme

    Selbst wenn Pumpen, die das Herz antreiben und unterstützen, eine sichere und gute Maßnahme darstellen, sie haben nicht nur Vorteile. So muss zum Beispiel der leistungsstarke Akku für die Pumpe direkt am Körper getragen werden, und über eine spezielle Leitung ist dieser Akku dann mit einem Gerät am Herzen verbunden. Das birgt jedoch immer die Gefahr von Keimen und auch das Risiko, dass das Blut gerinnt, ist groß und viele der Patienten, die eine Herzpumpe tragen, müssen zusätzlich gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Zu den weiteren Gefahren zählt zudem ein erhöhtes Schlaganfallrisiko sowie die Gefahr, dass es zu unkontrollierbaren Blutungen kommen kann.

    Eine Notlösung als effektive Therapie

    Die künstliche Pumpe war ursprünglich keine eigenständige Therapie, die Pumpe diente lediglich dazu die Zeit zu überbrücken, bis ein geeignetes Spenderherz zur Verfügung stand. Da aber die Zahl der Organe sinkt, die für eine Transplantation zur Verfügung stehen, wird die Pumpe mehr und mehr als eigentliche Therapie eingesetzt. Eine Pumpe ist aber nicht immer wirklich notwendig, es gibt eine Reihe von Therapiemaßnahmen, die auch ohne eine große Operation durchgeführt werden können. So kann beispielsweise ein sogenannter Stent die Herzkranzgefäße stabilisieren, und auch eine künstliche Aortenklappe, die über einen Katheter eingesetzt wird, ist sehr effektiv, erfordert aber nur einen minimalen Eingriff. 13.000 Mal wurde in Deutschland im vergangenen Jahr eine Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, kurz TAVI, vorgenommen. Nach wie vor gefragt ist auch die klassische Methode mit einer Herz-Lungen-Maschine, die zur Überbrückung des Herzens eingesetzt wird. Mit dieser Methode wurden in Deutschland im letzten Jahr rund 10.000 Menschen erfolgreich operiert. Möglich ist auch der Einsatz einer Mitralklappe als Prothese für das kranke Herz.

    Bild: © Depositphotos.com / belchonock

  • Immer mehr Kinder leiden unter Diabetes Typ 1

    Immer mehr Kinder leiden unter Diabetes Typ 1

    In Deutschland leiden immer mehr Kinder unter Diabetes Typ 1 und die Zahl der Neuerkrankungen nimmt stetig zu. Bis jetzt sind rund 30.000 Kinder von Diabetes Typ 1 betroffen, aber welche Ursache die Krankheit hat, darüber gibt es bis heute keine gesicherten Erkenntnisse. Wenn Diabetes Typ 1 diagnostiziert wird, dann besteht für das betroffene Kind immer die akute Gefahr einer Unterzuckerung, weil der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist.

    Was genau ist Diabetes Typ 1?

    Diabetes ist heute zu einer Art Volkskrankheit geworden, an der bundesweit geschätzt sechs Millionen Menschen leiden. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt drastisch zu, denn das Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass es zu den sechs Millionen Menschen, die bereits erkrankt sind, noch einmal ein bis zwei Millionen Fälle gibt, in denen Diabetes noch nicht erkannt wurde und damit auch nicht behandelt wird. Die häufigste Form ist die Diabetes Typ 2 und hier ist es in den meisten Fällen eine falsche und ungesunde Ernährung, die die Krankheit auslöst. Anders sieht es bei der Diabetes Typ 1 aus, einer Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage ist, das notwendige Insulin zu produzieren. Fehlt das Hormon Insulin, dann ist es dem Körper nicht mehr möglich, Zucker aufzunehmen und zu verarbeiten. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Kinder, die an Diabetes Typ 1 leiden, um zwei Prozent angestiegen, aber warum immer mehr Kinder krank werden, das ist noch immer unklar.

    Diabetes Typ 1 und die gefährlichen Folgen

    Die meisten Kinder, die unter Diabetes Typ 1 leiden, erkranken zwischen dem dritten und dem vierten Lebensjahr. Für Kinder ist Diabetes Typ 1 besonders hart, denn sie dürfen nicht mehr alles essen, außerdem muss ihr Blutzuckerspiegel permanent überwacht werden. Viele Kinder bekommen nach der Diagnose Diabetes Typ 1 ein kleines Kästchen, das an der Bauchdecke befestigt wird. Von diesem Kästchen aus führt eine Nadel in die Bauchdecke und es wird kontinuierlich eine kleine Menge des sogenannten Basal-Insulins in den Körper abgegeben. Damit wird verhindert, dass es zu einer gefährlichen Unterzuckerung kommt. Diabetes kann dramatische Folgen haben, denn Schlaganfälle, Herzinfarkte, Nierenversagen, Amputationen der Füße und auch Erblindungen können zu den Spätfolgen dieser Krankheit gehören.

    Wie kann Diabetes Typ 1 behandelt werden?

    Noch vor 100 Jahren führte Diabetes Typ 1 oftmals zum Tode, heute ist die Wissenschaft so weit, dass auch diese Form der Zuckerkrankheit gut zu handhaben ist. Es gibt ein modernes Insulin, das besonders schnell wirkt und eine Unterzuckerung effektiv vermeiden kann. Noch recht neu sind die tragbaren Minigeräte, die mit einem CGM-Sensor und einer feinen Nadel ausgestattet sind. Der Sensor misst automatisch alle drei Minuten den Zuckergehalt im Blut und schlägt immer dann Alarm, wenn der Zuckerspiegel sinken sollte. Aktuell arbeiten Wissenschaftler daran ein Gerät zu entwickeln, bei dem der Sensor und die Insulinpumpe miteinander verbunden sind, denn das würde es möglich machen, dass die Versorgung mit Insulin auch ohne das Zutun des Patienten immer zeitnah geschehen kann. Noch wird der Sensor, der am Bauch angebracht wird, nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Experten vermuten aber, dass die Kassen die Kosten übernehmen werden, wenn die Zahl der Kinder, die unter Diabetes Typ 1 leiden, weiter ansteigt.

    Ein unterschätztes Problem

    2013 starben in Deutschland rund 25.000 Menschen an den Folgen von Diabetes. Während aber von Diabetes Typ 2 überwiegend ältere Menschen betroffen sind, erkranken an Diabetes Typ 1 viele junge Menschen. 32.000 Jugendliche unter 19 Jahren sind in Deutschland von Diabetes Typ 1 betroffen und jedes Jahr kommen rund 200 neue Fälle dazu. Aber das Problem wird häufig auch unterschätzt, denn viele Eltern machen sich keine Gedanken darüber ob ihr Kind an Diabetes Typ 1 erkranken könnte.

    Bild: © Depositphotos.com / Anetta

  • Der stumme Herzinfarkt – eine Gefahr, die nicht erkannt wird

    Der stumme Herzinfarkt – eine Gefahr, die nicht erkannt wird

    Es gibt zwei unterschiedliche Formen, wenn es um den Herzinfarkt geht. Zum einen ist das der sogenannte laute Infarkt mit den bekannten Symptomen, die keiner übersehen kann, und zum anderen ist da der stumme Herzinfarkt, bei dem Betroffenen keine Schmerzen verspüren und den die Ärzte nicht selten sogar übersehen. Es ist der stumme Herzinfarkt, der besonders tückisch ist und der sehr gefährlich werden kann, wenn der Betroffene nicht sofort richtig behandelt wird.

    Der stumme Herzinfarkt – ein Infarkt ohne Drama

    Normalerweise sorgt ein Herzinfarkt für eine dramatische Situation. Die Betroffenen haben starke Schmerzen, sie leiden unter schrecklicher Atemnot und haben das Gefühl, dass ihr Brustkorb in einem Schraubstock steckt, der immer wieder angezogen wird. Aber diese Form des Herzinfarkts kommt seltener vor, als viele vielleicht denken, deutlich häufiger kommt der stumme Herzinfarkt vor. 80 % der Herzinfarkte sind stumme Infarkte, zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine neue US-Studie. Stumme Herzinfarkte sind aber nicht nur so gefährlich, weil sie keine Schmerzen verursachen, stumme Herzinfarkte sind auch auf dem EKG selten sichtbar. Aber was macht einen solchen Herzinfarkt dann so gefährlich?

    Warum ist der stumme Herzinfarkt so gefährlich?

    Der stumme Herzinfarkt kann ebenso wie der schmerzhafte Infarkt zum Tod führen und schuld daran ist nicht selten altes Narbengewebe. Diese Vernarbungen schwächen das Muskelgewebe des Herzens und das kann zum Herztod führen. Bei jedem Herzinfarkt kommt es immer zu einer akuten Durchblutungsstörung im Herzmuskelgewebe. Schuld ist meist ein Blutgerinnsel, das mehrere oder auch nur ein einziges Blutgefäß entweder nur verengt oder verstopft. Auf diese Weise werden die Muskelzellen des Herzens nicht mehr mit dem notwendigen Sauerstoff und mit Nährstoffen versorgt, sie sterben schließlich ab und der Herzmuskel wird auf Dauer beschädigt. Nach einem Herzinfarkt entsteht Narbengewebe, das sich nicht mehr ausdehnen kann und das gilt als das größte Risiko für einen stummen Herzinfarkt.

    Viele bemerken den Infarkt gar nicht

    Der stumme Herzinfarkt wird nach Schätzungen von US-Medizinern von 78 % der Betroffenen nicht wahrgenommen. Sie haben keine Symptome wie plötzlich auftretende Schmerzen in der linken Brustseite und im linken Arm, und auch die starken Schweißausbrüche und die Übelkeit, die Herzinfarkte oftmals begleiten, sind bei einem stummen Infarkt nicht vorhanden. Die Betroffenen verspüren zwar einen leicht ziehenden Schmerz in der Herzgegend, aber der Allgemeinzustand ist gut und kaum jemand kommt auf den Gedanken, dass es sich eventuell um einen Herzinfarkt handeln könnte.

    Gewissheit erst nach dem Tod

    Nur die wenigsten Menschen, die diese leichten Symptome erleiden, gehen mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt in ein Krankenhaus. Wer aber hingeht, der wird nicht selten falsch behandelt, da die Ärzte den stummen Herzinfarkt nicht feststellen konnten. Meist wird nur ein EKG gemacht, eine weiterführende Untersuchung im Herzkatheterlabor, die einen Herzinfarkt deutlich macht, wird selten angeordnet, weil die Verdachtsmomente nicht ausreichend sind. Wenn der stumme Herzinfarkt aber zum Tod führt, dann wird erst in der Pathologie deutlich, was wirklich geschehen ist. Bei einer Autopsie wird klar, dass es am Herz Vernarbungen gibt und dass diese alten Narben für einen nicht erkannten Herzinfarkt verantwortlich sind. So kann es immer wieder passieren, dass es zu einem stummen Herzinfarkt kommt und der Betroffene nicht behandelt wird. Passiert das mehr als einmal, dann steigt durch immer wieder neue Vernarbungen das Risiko, dass der nächste stumme Herzinfarkt der finale Infarkt sein kann. Besonders gefährdet sind Menschen, die Übergewicht haben oder die viel rauchen, denn hier ist das Herz meist schon vorbelastet, wenn es tatsächlich zu einem stummen Infarkt kommt.

    Alle, die immer wieder einen ziehenden Schmerz in der linken Brustseite verspüren, sollten unbedingt einen Kardiologen aufsuchen, der die möglichen Ursachen gründlich untersucht, um einen Herzinfarkt ausschließen zu können.

    Bild: © Depositphotos.com / stevanovicigor

  • Das neue Sterbehilfegesetz – wann ist der Tod Privatsache?

    Das neue Sterbehilfegesetz – wann ist der Tod Privatsache?

    Das Thema Sterbehilfe ist ein komplexes Thema, zu dem jeder eine andere Ansicht hat. Für die katholische Kirche ist Sterbehilfe tabu, denn nach Ansicht der Kirche wird das Leben von Gott gegeben und nur Gott hat das Recht, dieses Leben wieder zu nehmen. Die Ärzte haben einen Eid geleistet und sich dazu verpflichtet, das Leben zu bewahren, zu heilen und zu helfen. Trotzdem ist es für viele Mediziner immer eine schwere Entscheidung, ob sie Beihilfe zum Sterben leisten sollen oder nicht. Das neue Gesetz zur Sterbehilfe, das jetzt durch den Bundestag abgesegnet wurde, soll für Klarheit sorgen.

    Ist der Tod Privatsache?

    Ist der Tod privat und sollte jeder für sich darüber entscheiden können, wann es Zeit wird zu gehen? Mit dieser Frage musste sich jetzt der Bundestag beschäftigen. Am Freitag entschieden die Abgeordneten über die Neureglung der Sterbehilfe und sie kamen zu dem Ergebnis, dass jeder Mensch selbst bestimmt, ob er sterben will, der Staat darf sich nicht mehr einmischen. Die Politiker haben auch beschlossen, die gewerbsmäßige Sterbehilfe unter Strafe zu stellen, außerdem wird diese Regelung als neues Gesetz im Strafgesetzbuch verankert. Vor der Neuregelung der Sterbehilfe war es möglich, mit der Hilfe einer Sterbehilfeorganisation das Leben mittels Medikamenten zu beenden. Die Organisation oder der Verein durften bis Freitag die tödlichen Mittel besorgen, der Patient musste sie nur noch selbst zu sich nehmen, oder zumindest in der Lage dazu sein, die automatische Spritze zu betätigen. Das ist jetzt verboten worden.

    Ist Sterbehilfe für Ärzte strafbar?

    Nicht jeder Arzt ist mit der Sterbehilfe einverstanden, aber es gibt Mediziner, die ihren Patienten helfen wollen, einen Tod in Würde und ohne Schmerzen möglich zu machen. Aber ab wann macht sich ein Arzt strafbar, wenn er seinem Patienten beim Sterben hilft? Palliativmediziner müssen keine Angst haben, sich strafbar zu machen, wenn sie im Rahmen ihrer Tätigkeit Sterbehilfe leisten. Auch die sogenannte Beihilfe zum Selbstmord ist rein theoretisch möglich, ohne dass der Arzt Repressalien zu befürchten hat. Allerdings darf es sich bei dieser Art der Sterbehilfe nur um einen speziellen Einzelfall handeln und genau darin sehen vor allem Medizinethiker ein großes Problem. Wann ist das Handeln des Arztes auf eine Wiederholung angelegt? Nach zwei Fällen oder erst nach zehnmaliger Sterbehilfe? Hier gibt es eine Grauzone und viele Mediziner haben sich gewünscht, dass die Politik auf diese Grauzonen bewusster eingegangen wäre.

    Die Bundesärztekammer ist mit der neuen Sterbehilfe zufrieden

    Die Bundesärztekammer hat sich positiv zur Neuregelung der Sterbehilfe geäußert. Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery ist zufrieden, dass die Ärztinnen und Ärzte sich nicht mehr den Vorwurf gefallen lassen müssen, kriminell zu sein, wenn sie Sterbehilfe leisten. Bevor der Arzt dem todkranken Patienten helfen darf zu sterben, muss der Patient ein Beratungsgespräch führen. Wenn er dann noch an seinem Entschluss festhält, zu sterben und der Arzt ihm zu verstehen gibt, dass er ihn bei diesem Entschluss unterstützen wird, dann ist Sterbehilfe im legalen gesetzlichen Rahmen möglich. Was passiert aber, wenn der Arzt vor dem Beratungsgespräch und der anschließenden Sterbehilfe zurückschreckt? Viele Ärzte haben aus moralischen Gründen, aber auch aus Angst mit dem Strafrecht in Berührung zu kommen, Vorbehalte gegen die Sterbehilfe. Derjenige, der Sterbehilfe wünscht, steht dann einem Problem gegenüber. Da es Organisationen in Zukunft verboten ist beim Sterben zu helfen, wird nach Meinung der Kritiker der Sterbehilfe-Tourismus in die Schweiz weiter zunehmen, denn in der Schweiz ist die gewerbsmäßige Sterbehilfe nach wie vor erlaubt.

    Sterbehilfe ist und bleibt ein heikles Thema und in einigen Punkten hat sich durch das neue Gesetz die Situation für Sterbebegleiter und auch für Ärzte verschärft. Welche Konsequenzen das Gesetz in der Praxis hat, das muss sich noch zeigen.

    Bild: © Depositphotos.com / nito103

  • 38. SSW – Die 38. Schwangerschaftswoche

    38. SSW – Die 38. Schwangerschaftswoche

    Ab der 38. SSW macht sich die bevorstehende Geburt körperlich bei der werdenden Mutter bemerkbar. Das Baby wird dann nicht mehr viel wachsen, wohl aber zwischen 20 und 30 Gramm pro Tag an Gewicht gewinnen. Der Bauch und der Kopf haben in der 38. SSW den gleichen Umfang. In den vergangenen Monaten hat die Plazenta das Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Schon bald wird diese aber nicht mehr benötigt. Nach und nach verringert sie die Nährstoffzufuhr. In der 38. SSW sammelt sich im Darm des Babys der erste Stuhl (auch als Mekonium bezeichnet), den es kurz vor oder unmittelbar nach der Geburt ausscheidet. Einige Babys haben in der 38. SSW bereits eine richtige Haarpracht auf ihren Köpfen. Generell wird die Käseschmiere in dieser Zeit weniger.

    Brustveränderung durch Hormone in der 38. SSW

    In der 38. SSW wächst jedoch nicht nur der Bauch der Mutter noch einmal kräftig an. Auch bei den Brüsten ist in den letzten Wochen der Schwangerschaft eine Veränderung zu bemerken, weil diese sich auf das Stillen vorbereiten. In einigen Fällen treten in der 38. SSW aus den Brustwarzen bereits einzelne Tropfen der Vormilch aus. In dieser gelblichen Flüssigkeit sind alle Nährstoffe enthalten, die das Neugeborene in den ersten Tagen und Wochen benötigt. Hormone sind für die Umstellung der Brüste verantwortlich. Bei neugeborenen Mädchen sind durch dieselben Hormone die Brustwarzen nach der Geburt häufig etwas angeschwollen. Bei Jungen sind es die Hoden, die zum restlichen Körper dann recht groß ausfallen. Derartige Erscheinungen sind normal und bilden sich alsbald zurück.

    Erste Anzeichen für die bevorstehende Geburt

    Die ersten Anzeichen machen sich in der 38. SSW durch leichten Durchfall, innere Unruhe sowie Senkwehen bemerkbar. Die Unruhe gehört zu einem natürlichen Prozess; die Mutter entwickelt in der 38. SSW eine Art Nestbau-Trieb. Plötzlich sind noch unzählige Dinge zu erledigen. Schwangere sollten sich in dieser Zeit aber möglichst nicht überanstrengen und spätestens ab der 38. SSW den Kindesvater, Freunde und Familienmitglieder um Hilfe bei Alltagsarbeiten wie Einkaufen und Putzen bitten.

    Regelmäßige Kontrollen durch den Arzt

    Der Arzt wird nun verstärkt darauf achten, ob noch immer eine optimale Versorgung des Kindes über den Mutterkuchen stattfindet. Er prüft außerdem, ob das vorhandene Fruchtwasser in der 38. SSW ausreicht. Bei Auffälligkeiten wird die werdende Mutter häufiger von ihrem Frauenarzt/ihrer Frauenärztin untersucht. In einigen Fällen ist es sinnvoll, die Geburt vor dem errechneten Termin einzuleiten, damit es später nicht zu Komplikationen für das Baby und die Mutter kommt. Geplante Kaiserschnitte erfolgen in der Regel in der 38. SSW, damit das Kind dann nicht doch allein den Startschuss für die Geburt gibt. Denn die meisten Babys kommen zirka zehn Tage vor bis zehn Tage nach dem errechneten Geburtstermin auf die Welt.

    Das Baby gibt das Startsignal

    Die Hauptperson während der gesamten Schwangerschaft ist das Baby. Besonders deutlich wird dies, wenn die Geburt bevorsteht. Ab der 38. SSW heißt es warten, und zwar so lange, bis das Kleine sich dazu entschließt, auf die Welt zu kommen. Wie der Startschuss, den das Kind gibt, aussieht, konnte bis heute nicht gänzlich geklärt werden. Klar ist jedoch, dass Hormone an diesem Prozess beteiligt sind. Sie lösen ungefähr in der 38. SSW die Kontraktionen der Gebärmutter aus.

    In der 38. SSW ist das Baby bereits gut vorbereitet. Kommt es jetzt zur Welt, muss sich die angehende Mutter keine Sorgen machen. Die Schädelplatten sind bei Babys noch nicht verwachsen, damit der Kopf bei der Geburt durch den engen Geburtskanal passt. Beim Durchtritt durch den Kanal werden sie zusammengeschoben und können sich sogar etwas übereinander schieben. Die Schädelnähte verknöchern im Laufe des ersten Lebensjahres.

    Darüber hinaus gibt es die sogenannten Fontanellen. Dabei handelt es sich um bindegewebig überbrückte Knochenspalten, die sich im Kinderschädel zwischen den Schädelknochen und den schon verknöcherten „Ossa plana“ (abgeflachte, platte Knochen) befinden. Üblicherweise befinden sie sich dort, wo mehrere Knochenplatten aneinander stoßen. Es existieren sechs Fontanellen: Fonticulus posterior, Fonticulus anterior sowie jeweils beidseitig Fonticuli sphenoidales und Fonticuli mastoidei. Die größte Fontanelle, die mit zirka 1,5 Jahren geschlossen ist, befindet sich auf dem Schädel.

    38. SSW – Der Weg in die Klinik

    In der 38. SSW, wenn die Geburt des Kindes vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lässt, denken die angehenden Eltern darüber nach, wann sie am besten in die Klinik fahren sollten. Wer einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, erfährt in der Regel, dass eine werdende Mutter ins Krankenhaus gebracht werden muss, wenn die Wehen in einem Abstand von fünf Minuten auftreten.

    Allerdings stimmt diese Angabe bei Erstgeburten nicht immer. Gerade Erstgebärenden und jungen Müttern fällt es schwer, körperliche Signale während der Schwangerschaft und auch die Wehen richtig einzuordnen. Denn obwohl Schwangere ausreichend darüber beraten werden, wie eine Schwangerschaft und die anschließende Geburt verlaufen werden, handelt es sich doch um ganz individuelle Erfahrungen.

    Jede angehende Mutter entwickelt einen eigenen Rhythmus. Bei auftretenden Fragen oder Problemen gilt daher grundsätzlich: Bei dem behandelnden Arzt, der Hebamme oder in der Klinik anrufen und die Angelegenheit schildern. Selbst wenn kein wirkliches Problem vorliegt, so wirken vorsorgliche Untersuchungen durch die Ärzte und Hebammen doch beruhigend. Nicht selten werden die angehenden Mütter in der 38. SSW noch einmal nach Hause geschickt, wenn sie tatsächlich zu früh in die Klinik gekommen sind. Das ist aber völlig normal und passiert vielen Schwangeren.

    Babys Erstausstattung

    Für die werdende Mutter ist es nun sinnvoll, sich mit der Erstausstattung ihres Babys zu beschäftigen. Im Krankenhaus wird in der Regel erste Babykleidung für das Kind zur Verfügung gestellt. Wenn die Eltern ihr Kleines endlich zu Hause haben, wollen sie ihm gewiss eigene Babywäsche anziehen.

    Für die ersten Tage sollte daher folgende Wäsche vorhanden sein:

    • zwei Langarmhemden
    • zwei Wickelbodys
    • zwei Strampelhosen
    • ein bis zwei Mützen
    • eine Jacke
    • ein bis zwei Paar Söckchen
    • genügend Mullwindeln
    • mehrere Windelhöschen
    • Frotteehöschen
    • eine Baumwolldecke

    Die tatsächliche Menge richtet sich nach den eigenen Erfahrungen und Wünschen. Neben der Zusammenstellung der ersten Babyausstattung ist es ratsam, auch die Schlafumgebung und das Babybett in der 38. SSW herzurichten. Ein geeigneter Schlafsack ist wichtig, um das Risiko des plötzlichen Kindstodes zu minimieren. Bei einer Decke besteht die Gefahr, dass das Baby diese über den Kopf zieht oder unter der es überwärmt wird. Kinderärzte empfehlen übrigens, Kinder in ihren ersten beiden Lebensjahren mit den Eltern oder den Geschwistern gemeinsam im Zimmer schlafen zu lassen. Die Nähe und die Schlafgeräusche wirken schlaffördernd. Das Kind kann dabei ruhig im eigenen Kinderbett schlafen.

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  • Angina pectoris – wenn das Herz nicht mehr mitmacht

    Angina pectoris – wenn das Herz nicht mehr mitmacht

    Angina pectoris bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt so viel wie Herzenge oder Brustenge, und genau das ist es, was die Menschen empfinden, die unter einer Angina pectoris leiden. Sie haben das Gefühl, dass ihre Brust in einem Schraubstock steckt, der sich immer enger um ihr Herz schließt, sie können nicht mehr richtig  durchatmen und meinen, dass sie ersticken müssen. Angina pectoris ist eine sogenannte koronale Herzerkrankung, die immer dann auftritt, wenn die Herzkranzgefäße, die koronalen Arterien, nicht mehr genug Sauerstoff bekommen.

    Angina pectoris – eine häufige Erkrankung

    In den westlichen Industrienationen gehört die Angina pectoris zu den häufigsten Todesursachen. Geschätzt 30 % der Männer und 15 % der Frauen leiden mindestens einmal im Leben unter einer Angina pectoris, und mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu dieser besonderen Form der Herzerkrankung kommt. Frauen sind vor allem während der Wechseljahre gefährdet, und verschiedene Studien zu diesem Thema sind zu der Erkenntnis gekommen, dass in diesem Zusammenhang das Hormon Östrogen eine wichtige Rolle spielt. Angina pectoris hat jedoch noch andere Ursachen wie zum Beispiel das Rauchen, auch Übergewicht und übermäßiger Alkoholgenuss können eine Herzkranzverengung auslösen.

    Wie macht sich Angina pectoris bemerkbar?

    Angina pectoris hat viele unterschiedliche Symptome, aber die meisten Betroffenen klagen über die typische Enge in der Brust. Auch ein dumpfes Gefühl und eine Art Brennen hinter dem Brustbein gehören zu den Symptomen einer Angina pectoris. Die Schmerzen können in den linken oder den rechten Arm bis in die Fingerspitzen ausstrahlen, und auch die Schultern, die Zähne, der Hals und der Magen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Schmerz wird meist nur sehr kurz wahrgenommen und hält in den meisten Fällen nur zwischen fünf und zehn Minuten an. Dann verschwinden die Schmerzen so plötzlich wieder, wie sie gekommen sind und die Betroffenen fühlen sich wieder gut. Schweißausbrüche und eine blasse Gesichtsfarbe gehören ebenfalls zu einer akuten Angina pectoris und viele Erkrankte haben während einer Schmerzattacke Todesangst oder Panik.

    Wie wird Angina pectoris behandelt?

    Kommt es zu einem akuten Anfall von Angina pectoris, dann werden die Betroffenen meist mit Nitro wie zum Beispiel Glyceroltrinitat behandelt, entweder als Spray oder auch als Kapsel, die der Patient zerbeißen muss. Nitrate haben den großen Vorteil, dass sie schon von der Mundschleimhaut aufgenommen werden und sofort ihre Wirkung entfalten. Nitro sollte aber nicht wie eine normale Tablette mit etwas Wasser eingenommen werden, denn es wird von der Leber zu schnell wieder abgebaut, bevor es die Blutbahn und damit auch das Herz erreichen kann. Wenn es wiederholt zu einen Anfall kommt, dann muss auf jeden Fall der Notarzt verständigt werden, und auch wenn die Beschwerden sehr massiv sind und nicht verschwinden, wenn der Betroffene zur Ruhe kommt, dann sollte umgehend der Notruf getätigt werden.

    Wie können Betroffene vorbeugen?

    Wer schon einmal eine Angina pectoris hatte, der kann effektiv vorbeugen, damit es nicht zu weiteren Attacken kommt. Hier kann der Verzicht auf Nikotin ebenso helfen wie auch eine Regulierung des Blutdrucks. Da auch die Patienten gefährdet sind, die unter Diabetes mellitus leiden, muss der Blutzuckerspiegel konsequent überwacht und optimiert werden. Abnehmen ist ein bewährtes Mittel, um Angina pectoris zu vermeiden, und wer sich viel bewegt, der minimiert das Risiko einer koronalen Herzerkrankung. Optimal sind 15 bis 60 Minuten leichtes Ausdauertraining an fünf Tagen in der Woche. Eine Umstellung der Ernährung ist bei Angina pectoris Pflicht, denn die Krankheit tritt nicht selten nach einem üppigen, fettreichen und schwerem Essen auf. Die Ernährung sollte reich an Ballaststoffen, möglichst fettarm und sehr vitaminreich sein. Auch vorbeugende Medikamente wie Aspirin können effektiv dabei helfen, die Angina pectoris auf Dauer in den Griff zu bekommen.

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