Schlagwort: Übertragung

  • Problemzone Patellasehne – wie können sich Sportler schützen?

    Problemzone Patellasehne – wie können sich Sportler schützen?

    Sport ist gesund, aber wenn der Körper durch zu viel Sport überanstrengt wird, dann meldet er sich, und zwar mit Schmerzen. Läufer klagen besonders häufig über Schmerzen im Knie und wenn diese Schmerzen auftreten, dann ist in sehr vielen Fällen die Patellasehne daran schuld. Die Problemzone Patellasehne macht vor allem Läufern zu schaffen, aber auch bei Radfahrern, Wanderern und Bergsteigern ist die Sehne ein Problem, aber es gibt Vorbeugungsmaßnahmen, die die Sehne schützen und ein schmerzfreies Laufen möglich machen.

    Welche Aufgabe hat die Patellasehne?

    Sie ist zwischen fünf und sechs Millimeter dick und eine Verlängerung des Oberschenkelmuskels. Von dort aus verläuft die Patellasehne zum unteren Ende der Kniescheibe bis zu einer kleinen Wölbung am Schienbein, der Tuberositas Tibiae heißt. Dort wo die Sehne endet, kann sie unterhalb der Kniescheibe sehr gut mit den Fingern ertastet werden, denn sie liegt direkt unter der Haut. Die Patellasehne hat die wichtige Aufgabe, die Übertragung von Bewegung und Kraft vom Oberschenkel in den Unterschenkel zu bringen. Die Problemzone Patellasehne macht sich vor allem bei schnellen Wechseln zwischen Stopps und Starts schmerzhaft bemerkbar. Aber auch Weitspringer haben mit der Problemzone Patellasehne zu kämpfen, denn hier schmerzt sie bei der Landung.

    Die Symptome der Problemzone Patellasehne

    Laufen, springen und andere ständige starke Belastungen führen zur entzündenden Patellasehne und damit auch zu Schmerzen. In der Regel entzündet sich das untere Ende der Sehne und die Schmerzen treten nur einseitig auf. In 20 % aller Fälle, die die Problemzone Patellasehne betreffen, schmerzen jedoch beide Seite der Kniescheibe. Wird die Entzündung nicht behandelt, dann führt das zunächst zu Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten, dann fällt das normale Gehen schwer und schließlich lässt sich das betroffene Knie nicht mehr ohne Hilfe strecken. Der Arzt wird durch die Ausübung von Druck auf das untere Ende der Kniescheibe schnell feststellen, dass die Patellasehne entzündet ist. Auch wenn das Strecken des Knies gegen die Hand schmerzt, dann ist das ein deutliches Zeichen, dass mit der Sehne etwas nicht in Ordnung ist.

    Wie wird die Entzündung behandelt?

    Wie die Problemzone Patellasehne behandelt wird, das richtet sich immer nach dem Schweregrad der Entzündung. Ist die Sehne nur gereizt, dann reicht es meist schon aus, das Lauftraining zu reduzieren. Wichtig ist es zudem eine Laufstrecke zu wählen, die wenig anspruchsvoll ist, die keine Anstiege hat und möglichst eben ist. Auf diese Weise kann die Belastung der Sehne in Grenzen gehalten werden. Ist die Entzündung schon weiter fortgeschritten, dann kann ein Physiotherapeut helfen, aber auch Kältebehandlungen und spezielle Übungen helfen dabei, den Verlauf der Entzündung positiv zu beeinflussen. Ein Trainingsplan, der viele Abwechslungen bietet, ist ebenfalls ein gutes Mittel, um die Sehne zu schonen. Medikamente sollten nur im Notfall eingenommen werden, denn wer Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum nimmt, der muss mit starken Nebenwirkungen zum Beispiel im Magen- und Darmbereich rechnen. Eine Operation an der Patellasehne ist nur in schweren Fällen notwendig. Ob eine OP nötig ist, kann eine MRT Aufnahme abklären.

    Richtig vorbeugen

    Damit es erst gar nicht zur Problemzone Patellasehne kommt, ist es wichtig, vorzubeugen. So sollten einseitige Belastungen der Sehne vermieden werden, und wenn es wiederholt zu Schmerzen am Knie kommt, dann ist es eine gute Idee, zu einer weniger belastenden Sportart, wie beispielsweise Schwimmen zu wechseln. Dehnübungen vor dem Laufen und Stretch-Übungen sind gute Präventivmaßnahmen, um die Patellasehne nicht übermäßig zu reizen. Die Übungen sollten sich jedoch nicht nur auf den Kniebereich beschränken, auch die Muskeln der Wade, der Hüfte und des Oberschenkels sollten vor dem Laufen gedehnt und erwärmt werden. Manchmal kann es auch schon helfen, den Laufstil zu ändern, damit die Sehne im Knie nicht zur Problemsehne wird.

    Bild: © Depositphotos.com / photographee.eu

  • HPV-Impfung – ein sicherer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs?

    HPV-Impfung – ein sicherer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs?

    Normalerweise ist eine Impfung ein sicherer Schutz vor bestimmten Krankheiten, bei der HPV-Impfung sieht das ein wenig anders aus. Die humanen Papillomviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen und die Impfung kann die Gefahr an Krebs zu erkranken, lediglich verringern, verhindern kann sie es aber nicht. Wie effektiv ist diese Impfung und wann ist ihr Nutzen besonders groß? Wer sollte sich impfen lassen und wer trägt die Kosten für eine vorbeugende HPV-Impfung?

    Mit einer HPV-Impfung das Risiko verringern

    Kann man gegen Krebs impfen? Bisher leider noch nicht, aber man kann mit einer entsprechenden Impfung das Risiko verringern, an Krebs zu erkranken, und genau das passiert mit einer HPV-Impfung. Die Impfung gibt es seit 2006 und sie bietet einen Schutz vor den humanen Papillomviren, die den tückischen Krebs am Gebärmutterhals auslösen können. Mädchen, die sich gegen die Viren impfen lassen, senken das Risiko, an einer Infektion durch die HP Viren von Typ 16 und 18 zu erkranken, die in 70 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs die Krankheit auslösen. In Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 4.700 Frauen an dieser Krebsart und rund 1.500 sterben daran. Nach Ansicht von führenden Frauenärzten könnte sich durch HPV-Impfung die Zahl der Neuerkrankungen und damit auch die Zahl der Todesfälle stark verringern.

    Vor allem für junge Frauen wichtig

    Es wird geschätzt, dass rund 80 % der Frauen, die sexuell aktiv sind, sich mindestens einmal in ihrem Leben mit HPV infizieren. In der Gruppe der jungen Frauen bis 25 Jahre ist die Infektionsgefahr besonders hoch, denn diese Gruppe ist erfahrungsgemäß in sexueller Hinsicht sehr aktiv. Je älter eine Frau wird, umso mehr sinkt das Risiko einer Infektion, bei Frauen, die über 26 Jahre alt sind, besteht nur ein Risiko von 23 %, und in der Gruppe der Frauen zwischen 30 und 39 Jahren sinkt die Gefahr der Infektion auf nur noch 6,2 %. Junge Frauen, die sich nicht gegen HPV impfen lassen, können sich immer wieder neu infizieren, und auch Kondome sind kein wirksamer Schutz vor einer Infektion mit den humanen Papillomviren.

    Wie gefährlich ist eine Infektion?

    Auch wenn eine Infektion mit HPV Gebärmutterhalskrebs auslösen kann, in den meisten Fällen erkennt das Immunsystem die Gefahr frühzeitig und bekämpft sie mit Erfolg. Aber in rund 20 % der Infektionen kommt es zu einem langwierigen Verlauf, die dann zu einer Vorstufe zum Krebs und zur Krebserkrankung selbst führen können. Die Übertragung der Viren geschieht in der Regel durch Sexualkontakte, allerdings ist eine Schmierinfektion im Genitalbereich nicht ganz auszuschließen. Frauen, die häufig wechselnde Sexualpartner haben, sind hier besonders gefährdet.

    Ab wann sollte geimpft werden?

    Die ständige Impfkommission rät zu dieser Impfung bei Mädchen zwischen neun und 14 Jahren, spätestens sollte die Impfung aber bis zum 18. Lebensjahr erfolgen. Wichtig ist es, dass die HPV-Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegeben wird, denn nur dann kann sie als Präventivmaßnahme ihre Wirkung entfalten. In Deutschland stehen für die HPV-Impfung zwei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Mädchen zwischen neun und 14 Jahren werden entweder mit dem Impfstoff Gardasil oder mit Cervarix geimpft. Eine HPV-Impfung erfolgt im Abstand von sechs Monaten. Wird die Zeit zwischen der ersten und zweiten Dosis unterschritten, aber auch für den Fall, dass Mädchen nachgeimpft werden müssen, die älter als 13 Jahre sind, wird eine dritte Dosis empfohlen. Durchgeführt wird die Impfung von Frauenärzten oder dem Hausarzt, aber auch von einem Kinderarzt. Ein sicherer Schutz kann jedoch immer nur dann aufgebaut werden, wenn alle Einzeldosen geimpft wurden.

    Wer bezahlt die Impfung?

    Bei Mädchen, die zwischen dem neunten und 17. Lebensjahr gegen die Viren geimpft werden, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Einige Kassen übernehmen die Kosten sogar noch, wenn die Frau 26 Jahre alt ist.

    Bild: © Depositphotos.com / tashatuvango

  • Melioidose – eine Tropenkrankheit geht auf Reisen

    Melioidose – eine Tropenkrankheit geht auf Reisen

    Sie ist so gefährlich wie die Masern, sie ähnelt der Tuberkulose, sie kommt aus Südostasien und Australien, aber sie ist mittlerweile auch in Europa immer mehr auf dem Vormarsch – die Melioidose, auch Pseudo-Rotz genannt. In Deutschland ist die Krankheit bislang so gut wie unbekannt, aber sie ist schon da. Da Melioidose nicht meldepflichtig und zudem sehr schwer zu diagnostizieren ist, kann das Ausmaß nur geschätzt werden. Der stetig zunehmende Reiseverkehr bringt die Krankheit rund um die Welt und immer mehr Länder sind betroffen.

    Was genau ist Melioidose?

    Melioidose ist eine klassische Infektionskrankheit, die von einem bestimmten Bakterium, dem Burkholderia pseudomallei ausgelöst wird. Zunächst tauchte dieses Bakterium im Südosten von Asien und im Norden von Australien auf, infizierte Tiere haben aber dafür gesorgt, dass die Krankheit auch in andere Regionen gebracht wurde. In Indien ist Melioidose heute ebenso zu finden wie auch in Brasilien und in China. Aus den USA und aus Japan werden Fälle gemeldet, insgesamt sind es 45 Länder, die mit der Infektionskrankheit zu kämpfen haben, in weiteren 34 Staaten ist der Erreger heimisch, aber er konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

    Welche Symptome gibt es?

    Was die Diagnose der Melioidose so schwer macht, das ist die lange Inkubationszeit, denn zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit können Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen. Dazu kommt, dass die meisten Ärzte nicht an eine Tropenkrankheit denken, wenn die Patienten mit typischen Symptomen zu ihnen kommen. In der Regel tritt die Melioidose wie eine Lungenentzündung oder wie Tuberkulose auf. Die Symptome sind sehr ähnlich und entsprechend wird die Tropenkrankheit dann auch behandelt. Unmittelbar nach der ersten Behandlung tritt eine leichte Besserung ein, aber dann verstärken sich die Symptome wieder und die Melioidose nimmt einen chronischen Verlauf. Später kommen Abszesse an der Lunge, aber auch an anderen Organen wie der Leber oder der Milz dazu.

    Wer ist besonders gefährdet?

    In ländlichen Regionen wird die Infektionskrankheit meist durch kleine Wunden übertragen. Bei Menschen, die auf dem Feld arbeiten, dringt der Bodenerreger durch die verletzte Haut ein und gelangt auf diesem Weg in die Blutbahn. Es gibt aber auch vermehrt Hinweise darauf, dass bei extremen Wetterlagen der Erreger auch über die Atemwege in den Körper gelangen kann, zum Beispiel bei starken, lang anhaltenden Regenfällen, auch kontaminiertes Wasser kann ein möglicher Übertragungsweg sein. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter Diabetes und unter chronischen Erkrankungen der Nieren leiden, aber auch bei einem hohen Alkoholkonsum erhöht sich das Risiko, an Melioidose zu erkranken.

    Wie viele Menschen sterben weltweit an der Tropenkrankheit Melioidose?

    Jedes Jahr infizieren sich rund 165.000 Menschen mit Melioidose und fast 90.000 sterben daran. Die meisten Todesopfer sind in Ländern mit einer schwachen Infrastruktur zu beklagen, denn dort haben die Menschen vielfach keinen Zugang zu sauberem Wasser und es gibt nicht genug Ärzte, die sich um die Erkrankten kümmern. Nach Ansicht von Experten sterben an Melioidose pro Jahr mehr Menschen als an Masern oder am Dengue-Fieber. In Deutschland ist der Erreger zwar nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts nicht heimisch, aber da Reisen in exotischen Länder immer beliebter werden, ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch in Deutschland die ersten Patienten an der Krankheit sterben werden.

    Gibt es eine Impfung?

    Eine Behandlung gegen die Tropenkrankheit gibt es bislang nicht, denn der Erreger ist gegen die meisten bekannten Antibiotika resistent. Werden die Symptome mit einem Antibiotikum behandelt, dann tritt nur kurzfristig eine Besserung ein, die Todesrate liegt aber immer noch bei über 70 %. Auch wenn es um eine Schutzimpfung geht, sieht es nicht gut aus. In den USA wird zwar einem Impfstoff gesucht, aber bis heute gibt es keine Impfung, die auch zugelassen ist.

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  • Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Demenz und der überwiegende Teil dieser Menschen hat Alzheimer. Bedingt durch den demografischen Wandel schätzt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dass sich die Zahl der Alzheimer-Patienten bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Jetzt haben Forscher aus Südkorea ein Molekül gefunden, das allen, die unter Alzheimer leiden, neue Hoffnung macht. Dieses Molekül sorgt dafür, dass sich keine neuen Ablagerungen im Gehirn mehr bilden können, außerdem kann das Molekül bereits bestehende Ablagerungen beseitigen.

    Wie funktioniert das neue Alzheimer Molekül?

    Menschen, die unter Alzheimer leiden, haben Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Plaques. Plaques bestehen aus Eiweißfragmenten, die mit fortschreitender Krankheit die Übertragung der Reize im Gehirn stören oder komplett verhindern, mit der Zeit werden die Zellen im Gehirn dann funktionsunfähig und sterben ab. Den Wissenschaftlern in Südkorea ist es bei Versuchen mit Mäusen nun gelungen, mit dem Molekül EPPS die Gedächtnisleistungen deutlich zu verbessern. Vor allem wenn sich Alzheimer noch in einem frühen Stadium befindet, dann gibt es viele Ablagerungen und die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die Entstehungen dieser Ablagerungen zu verhindern.

    Können die Ablagerungen beseitigt werden?

    Ein Teil der Forschung der südkoreanischen Wissenschaftler beschäftigt sich damit, die bereits bestehenden Ablagerungen aus den Gehirnzellen zu entfernen. Ein weiterer Teil der Arbeit widmet sich jetzt der Aufgabe, mithilfe des Moleküls EPPS zu verhindern, dass sich Plaques überhaupt bilden kann. Die Forscher testeten das Molekül zunächst nur in einem Reagenzglas. Dabei entdeckten sie Erstaunliches, denn das Molekül ist offenbar in der Lage, die Substanz der Plaques zu einem großen Teil komplett aufzulösen. Nach diesem Test begannen die Versuche mit Mäusen, deren Gehirne Ablagerungen aufwiesen, wie sie für Alzheimer typisch sind. Auch hier übertraf das Ergebnis die Erwartungen der Forscher, denn das EPPS verhinderte erfolgreich, dass sich neue Ablagerungen bilden konnten. Zudem beseitigte das Molekül die bereits bestehenden Ablagerungen und auch die geistige Leistungsfähigkeit der kleinen Nagetiere verbesserte sich zusehends.

    Kritik an den Forschungsergebnissen

    Der Neurobiologe Armin Giese, der an der Universität in München forscht, sieht in der Arbeit seiner Kollegen aus Südkorea aber einen Schwachpunkt. Er kritisiert, dass bei den Versuchen, die im Reagenzglas gemacht wurden, die Konzentration des Moleküls EPPS um einiges höher war, als die Menge des Moleküls, die später in den Gehirnen der Mäuse gemessen wurde. Giese stellt daher die Frage, ob sich die von den Forschern vermutete Wirkung aus der Testreihe im Labor und den Versuchen mit Mäusen, später auch auf menschliche Alzheimer-Patienten übertragen lässt.

    Gibt es bald ein effektives Medikament gegen Alzheimer?

    Nach einem wirkungsvollen Medikament gegen Alzheimer wird nicht erst seit gestern geforscht, weltweit sind Wissenschaftler und Forscher auf der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff, der die Krankheit besiegen kann. Erschwert wird die Suche nach einem Medikament durch das Fehlen von sogenannten Biomarkern. Bei diesen Biomarkern handelt es sich um Substanzen, die über den Erfolg oder den Misserfolg einer Therapie von entscheidender Bedeutung sind. Cholesterin ist ein solcher Biomarker, er entscheidet darüber, wie hoch die Gefahr einer Herzerkrankung oder eines Schlaganfalls ist. Forscher überall auf der Welt suchen seit vielen Jahren nach einem Biomarker und damit nach der geeigneten Substanz, die die Plaques im Gehirn vernichten kann, aber bisher ist es nur gelungen den Verlauf der Krankheit abzumildern, den Krankheitsverlauf zu stoppen, ist leider noch nicht gelungen. Die Pharmaindustrie ist sehr an einer erfolgreichen Suche nach einem Biomarker interessiert, denn wenn sich dann ein Mittel herstellen lässt, kann mit diesem Medikament ein Vermögen verdient werden. Aber selbst wenn morgen ein Biomarker gefunden werden sollte, bis das neue Medikament auf den Markt kommen kann, vergehen noch viele Jahre. Bislang sahen nur wenige Laborversuche vielversprechend aus, vielleicht ändert sich das mit dem Molekül EPPS.

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  • HIV ist in Europa wieder auf dem Vormarsch

    HIV ist in Europa wieder auf dem Vormarsch

    Lange Zeit sah es so aus, als hätten HIV und Aids ihren Schrecken verloren, die neusten Zahlen, die jetzt von der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht wurden, sagen aber leider etwas anderes. HIV ist noch lange nicht unter Kontrolle, vor allem im Osten von Europa gibt es erschreckend viele neue Fälle, und das vergangene Jahr war sogar ein Rekordjahr mit über 142.000 Neuansteckungen. Im Vergleich dazu wurden 2013 nur knapp 137.000 neue HIV Fälle gemeldet.

    HIV in Osteuropa

    Die WHO hat sich in ihrem aktuellen Bericht vor allem mit der Situation in Europa befasst. Wie sieht die Zahl der HIV-Erstdiagnosen in Europa aus? Die Antwort ist ernüchternd, besonders in Hinblick auf den Osten des Kontinents. Zu wenig Vorbeugemaßnahmen und ein zu kleines Therapieangebot lassen vor allem in Russland und Kasachstan die Fälle von HIV rasant in die Höhe schnellen. Ungefähr die Hälfte der HIV-Erkrankungen wird nicht erkannt, die Menschen merken erst Jahre später, dass sie mit HIV infiziert sind und in diesen Jahren stecken sie unbewusst viele andere Menschen an. Wer mit HIV infiziert ist, der kann bis zum Ausbruch von Aids ganz normal leben, und das gibt der Epidemie viel Zeit und Raum, sich immer weiter auszubreiten. In Russland wurden über 85.000 neue HIV Fälle gemeldet und auch in Ungarn, Bulgarien, der Slowakei und Tschechien hat sich die Zahl der HIV-Infizierten seit 2005 mehr als verdoppelt.

    Die HIV-Übertragungswege ändern sich

    In den vergangenen Jahren wurde HIV in Osteuropa in der Regel durch die gemeinsame Nutzung von verunreinigten Spritzen übertragen. Jetzt geht das Virus aber mehr und mehr von Drogensüchtigen auf ihre Sexualpartner über, und die Zahl der heterosexuellen Übertragungen steigt immer weiter an. Nur die wenigsten, die eine Infektion mit HIV fürchten, gehen zu einem Arzt und lassen sich testen. Aber selbst wenn die Betroffenen einen Arzt aufsuchen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch die erforderlichen Therapien bekommen, denn auch was die medikamentöse Therapie angeht, sind die meisten osteuropäischen Länder auf dem Stand von Entwicklungsländern.

    HIV-Prävention findet nicht statt

    Ein weiteres sehr großes Problem im Zusammenhang mit HIV in Osteuropa sind homosexuelle Männer. Die rigide Politik des russischen Präsidenten Putin sorgt für eine Tabuisierung und Stigmatisierung homosexueller Männer, und es ist daher keine Überraschung, dass die Zahl der mit HIV infizierten schwulen Männer immer weiter ansteigt. In Russland ist es verboten über Homosexualität auch nur zu sprechen, und das macht eine Prävention natürlich unmöglich. Schwule Männer, die befürchten, dass sie sich mit dem HIV-Virus angesteckt haben, haben Angst einen Arzt aufzusuchen, weil sie mit offenen Anfeindungen oder sogar Denunziation rechnen müssen. Vor allem in Russland wird daher das Virus von Mann zu Mann weitergegeben. Waren es im Jahr 2003 noch 30 % der HIV-Infektionen, so stieg die Zahl 2014 auf 42 % an.

    Wie sieht die Lage in Deutschland aus?

    Auch in Deutschland steigt die Zahl der HIV-Infizierten weiter an. 2014 wurde laut WHO bei 3525 Menschen das Virus festgestellt, und das sind sieben Prozent mehr als noch im Jahr 2013. Allerdings nennt die Deutsche Aids-Hilfe die Lage stabil, denn jedes Jahr werden rund 3200 neue HIV-Fälle gemeldet. Ganz anders sieht die Lage hingegen in Estland, Frankreich, Österreich, Großbritannien und den Niederlanden aus, denn in diesen Ländern ging die Zahl der Infizierten seit zehn Jahren um 25 % zurück. In diesen Staaten funktioniert nach Angabe der WHO die Prävention sehr gut und es wird viel Geld in Therapien investiert. Weltweit haben sich 2014 zwei Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert, aber die Zahlen gehen zurück. Trotzdem tragen immer noch knapp 37 Millionen Menschen das todbringende Virus in sich und 1,2 Millionen sind 2014 daran gestorben.

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  • Keine Angst vor Ansteckung durch das Haustier

    Umfrage: Drei Viertel der Haustierbesitzer in Deutschland fürchten sich nicht vor der Übertragung einer Zoonose durch ihren Hund, Kater, Hamster und Co.

    Baierbrunn (ots) – Von Katzenpocken über Wurmbefall und Salmonellen bis hin zu Tuberkulose – die Liste der Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können ist lang. Die meisten Haustierbesitzer in Deutschland lassen sich davon aber nicht beunruhigen: In einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ gaben mehr als drei Viertel (77,5 Prozent) der Haustierbesitzer an, sie hätten keine Angst vor einer Ansteckung mit Krankheitserregern durch ihre tierischen Hausgenossen. Fast zwei Drittel (62,4 Prozent) bringen ihr Haustier aber auch regelmäßig zum Gesundheitscheck beim Tierarzt. Mehr als jeder Dritte (35,4 Prozent) sagt, sich viel gesünder zu fühlen, seit er oder sie ein Haustier besitzt. Haustierbesitzer mit Kindern sind zu 78,6 Prozent der Überzeugung, dass das Immunsystem ihres Nachwuchses sich durch das Zusammenleben mit Haustieren positiv entwickelt und den Sohn oder die Tochter besser vor Krankheiten schützt. Nur jeder 40. mit einem Haustier in Deutschland (2,5 Prozent) berichtet, dass sein tierischer Gefährte ihm schon einmal eine Zoonose übertragen hat, also eine Krankheit, die der Mensch vom Tier bekommt. 

    Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 678 Frauen und Männern ab 14 Jahren mit Haustier(en) im Haushalt. 

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    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3158881