Schlagwort: vergessen

  • Die Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch

    Die Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch

    Syphilis – gibt es diese Krankheit überhaupt noch? Der Dichter Heinrich Heine, der Philosoph Friedrich Nietzsche oder auch der Komponist Franz Schubert starb an der Krankheit, die man früher die französische Krankheit nannte. Erst 1905 gelang es zwei Berliner Ärzten, der Lustseuche auf die Spur zu kommen, denn sie entdeckten den Erreger der Geschlechtskrankheit, die für die Dauer von fünf Jahrhunderten Europa fest im Griff hatte. Ihren Namen bekam die Syphilis allerdings schon 1530, als ein Arzt aus Italien ein Gedicht schrieb, in dem er von einem Hirten mit Namen Syphilus erzählte, der ein lasterhaftes Leben führte und dafür mit einer schrecklichen Krankheit bestraft wurde.

    Die Syphilis ist wieder da

    Lange Jahre war es ruhig um die Geschlechtskrankheit, die im Mittelalter den Charakter einer Seuche hatte. In den 1980er und 1990er Jahren bestimmte mit Aids eine andere Geschlechtskrankheit die Schlagzeilen und die Syphilis geriet ein wenig Vergessenheit. Jetzt ist sie wieder da, denn alleine im vergangenen Jahr zählte das Robert-Koch-Institut 5722 Neuerkrankungen. Seit fünf Jahren steigen die Zahlen kontinuierlich an und es sind vor allem Männer aus der Schwulenszene, die sich anstecken. In 85 % der registrierten Fälle ist der sexuelle Kontakt zwischen Männern der Auslöser für eine Infektion. Vor allem in den großen Städten wie zum Beispiel Berlin, stieg die Zahl der Neuerkrankungen auf 31 auf 100.000 Einwohner. Nach Berlin ist Hamburg eine neue Hochburg der Syphilis, denn dort gibt es seit 2014 knapp 20 neue Erkrankungen auf 100.000 Einwohner.

    Das Chamäleon unter den Geschlechtskrankheiten

    In der Medizin gilt die Syphilis als Chamäleon unter den Geschlechtskrankheiten, denn die typischen Symptome sind lange Zeit weder spürbar noch sichtbar. Da die Krankheit keinerlei Schmerzen verursacht, merken die Infizierten über einen sehr langen Zeitraum überhaupt nicht, dass sie schwer krank sind. Die Syphilis weiß sich geschickt zu tarnen, und genau das macht sie so gefährlich. Wenn sich die ersten Symptome zeigen, dann kann es für eine Behandlung schon zu spät sein. In nur etwa einem Drittel aller Fälle wird die Krankheit in einem frühen Stadium festgestellt und kann dann erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Das Robert-Koch-Institut rät daher allen Personen, die gefährdet sind, einmal im Jahr zu einer Routineuntersuchung zu gehen, aber diese Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen nicht bezahlt, die Kassen bezahlen immer erst dann, wenn sich die ersten Symptome zeigen.

    Warum HIV-Infizierte besonders gefährdet sind

    Neue Studien zeigen, dass viele Infizierte auch unter HIV leiden und das hat seine Gründe. Viele homosexuelle Männer, die von ihrer Infektion mit Aids wissen, haben häufig ungeschützten Sex mit anderen Männern, die ebenfalls HIV-positiv sind. An eine Infektion mit Lues denken die wenigsten und wenn doch, dann wird die Syphilis als das „kleinere Übel“ betrachtet. Das ist ein großer Fehler, denn die Franzosenkrankheit ist wie gesagt, sehr tückisch und verläuft in Schüben. Drei bis fünf Jahre kann es dauern, bis die Krankheit ausbricht und dieser Zeit beginnt der Erreger damit, die Knochen, die Gelenke und schließlich auch lebenswichtigen Organe anzugreifen.

    Wie verläuft die Syphilis?

    Die ersten Anzeichen, dass es zu einer Ansteckung gekommen ist, sind eher harmlos. Im Genitalbereich sind kleine unscheinbare Geschwüre zu sehen, die nicht schmerzen und daher auch wenig beachtet werden. Im zweiten Schub, der bei vielen Infizierten neun bis zehn Wochen nach der Ansteckung erfolgt, zeigen sich dann rote Flecken, die sich auf dem ganzen Körper verteilen. Diese Flecken verschwinden aber wieder, und dann vergehen Jahre, bevor die Krankheit sich wieder bemerkbar macht. Im letzten Stadium kommt es dann zu Lähmungen und das Bakterium dringt bis ins Gehirn vor. Während die Kranken im 19. Jahrhundert mit hochgiftigem Quecksilber behandelt wurden, setzt die Medizin heute auf Antibiotika, um die Krankheit zu bekämpfen.

    Bild: © Depositphotos.com / DmytroKozak

  • Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Was ist der Unterschied zwischen einem Simulanten und einem Hypochonder? Während der Simulant eine Krankheit nur vortäuscht, ist der Hypochonder felsenfest davon überzeugt, tatsächlich krank zu sein. Wer unter Hypochondrie leidet, der lebt mit der ständigen Angst, todkrank zu sein, selbst dann, wenn der behandelnde Arzt dem Patienten versichert, dass er vollkommen gesund ist. Einen Hypochonder als einen Spinner und einen eingebildeten Kranken zu bezeichnen, wäre falsch, denn Hypochonder sind wirklich krank, wenn auch nicht körperlich.

    Die Angst vor der Krankheit

    In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit Hypochondrie. Diese Menschen leben in einem permanenten Angstzustand und 80 % sind sich sicher, an Krebs zu leiden. Besonders häufig glauben Hypochonder, dass sie einen Gehirntumor, Haut- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Die restlichen 20 % sind davon überzeugt, ein neurologisches Leiden wie zum Beispiel ALS zu haben. Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind auf der Skala der eingebildeten Krankheiten erst sehr weit unten zu finden. Die Gedanken derjenigen, die an Hypochondrie leiden, kreisen Tag und Nacht um die Krankheit. Alles, was nicht „normal“ aussieht oder sich anders als sonst anfühlt, wird sofort als Symptom für eine schwere oder sogar tödliche Krankheit bewertet, es muss beobachtet und schließlich von einem Arzt abgeklärt werden.

    Hypochonder ticken anders

    Jeder Mensch kennt das Gefühl, dass körperlich irgendetwas nicht stimmt, man wacht am Morgen auf und der Hals oder der Kopf schmerzen ohne ersichtlichen Grund. Die meisten Menschen gehen mit diesen Schmerzen rational um, sie überlegen, ob eine Erkältung vielleicht der Grund sein kann und nehmen ein Mittel ein, wenn die Schmerzen unangenehm sind. Im Laufe des Tages verschwinden die Beschwerden entweder komplett oder es zeigt sich, dass tatsächlich eine Erkältung der Grund war. Die Erkältung wird dann entsprechend behandelt und nach einer Woche ist alles vergessen. Bei einem Hypochonder sieht das alles ein wenig anders aus, denn sein erster Gedanke ist nicht etwa eine harmlose Erkältung, er geht davon aus, dass Krebs an seinen Schmerzen schuld ist. Die belegte Zunge deutet auf Krebs in der Mundhöhle hin und hinter den Halsschmerzen steckt ein bösartiger Tumor im Kehlkopf. Kopfschmerzen werden mit Hirntumoren in Zusammenhang gebracht und ein Erkältungshusten ist für einen Menschen, der unter Hypochondrie leidet, ein Anzeichen für Lungenkrebs.

    Die Ursachen für Hypochondrie

    Wie werden Menschen zu Hypochondern? Die meisten Menschen, die an Hypochondrie leiden, hatten schon in der Kindheit diffuse Ängste vor Krankheiten. Häufig sind diese einbildenden Kranken in ihrem Elternhaus überbehütet und auch der Tod eines geliebten Menschen kann die Krankheit auslösen. Ausgelöst wird Hypochondrie dann in späteren Jahren durch einen sogenannten Trigger, wie zum Beispiel einen zu hohen Stresspegel. Bei einigen kann auch eine Routineuntersuchung beim Arzt die Krankheit Hypochondrie auslösen. Wenn der Arzt beispielsweise geschwollene Lymphdrüsen diagnostiziert, dann kann das ein Zeichen für Krebs sein, sich aber ebenso gut als vollkommen harmlos erweisen. Menschen, die unter Hypochondrie leiden, bekommen in dieser Situation Todesangst, denn für sie gibt es keine andere Diagnose als Krebs. Die Angst bleibt, selbst wenn das Untersuchungsergebnis etwas ganz anderes sagt und der Patient nachweislich völlig gesund ist.

    Hypochondrie ist heilbar

    Lange Zeit galten Menschen, die unter Hypochondrie leiden, als nicht behandelbar, heute gibt es die Konfrontationstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie, mit denen gute Erfolge erzielt werden. Die meisten eingebildeten Kranken sprechen sehr gut auf diese Therapien an, aber es gibt natürlich auch hier sogenannte Non-Responder, Patienten, die auf die Therapien nicht ansprechen. Vor allem mit der Konfrontationstherapie, bei der sich die Patienten mit ihrer Angst und ihrem irrationalen Verhalten direkt auseinandersetzen müssen, werden große Erfolge erzielt. Sie lernen in der Therapie ihre Risiken besser einzuschätzen und die Signale, die ihr Körper aussendet, besser zu bewerten.

    Bild: © Depositphotos.com / andras_csontos

  • Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz ist eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft – das ist die landläufige Meinung, die aber so leider nicht stimmt. In Deutschland leiden 400 Kinder unter Demenz, sie leben ohne Hoffnung auf Genesung und mit einem Todesurteil. Therapien gibt es nicht, den verzweifelten Eltern stehen lediglich Selbsthilfegruppen bis zum Tod der Kinder zur Seite. Neuronale Ceroid Lipofuszinose, kurz NCL heißt die Krankheit, die Kinder oft schon noch vor dem zehnten Geburtstag befällt. NCL ist eine vererbte Form der Demenz, deren Erforschung erst ganz am Anfang steht und die unheilbar ist.

    Ganz normale Kinder

    Die 400 Kinder, die zurzeit in Deutschland an dieser seltenen Form der Demenz leiden, kommen als gesunde und unauffällige Kinder zur Welt. Die Kinder entwickeln sich altersgemäß, sie lernen wie andere Kinder auch, mit rund einem Jahr zu laufen, sie lernen zu sprechen, selbstständig zu essen und alles das, was auch gesunde Kinder können. Dann ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Die betroffenen Kinder lernen plötzlich keine neuen Wörter mehr, sie vergessen schon gelernte Begriffe und Tätigkeiten und haben auch Probleme damit, scharf zu sehen. Die Entwicklung kommt schließlich komplett zum Stillstand, und dann beginnen die Kinder sich praktisch rückwärts zu entwickeln. Die betroffenen Kinder können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie fallen mehr und mehr hin, sie schreien stundenlang ohne Grund und es kommt nicht selten sogar zu epileptischen Anfällen.

    Demenz bei Kindern – die Medizin ist ratlos

    Für die Eltern beginnt mit den Rückschritten ihres Kindes ein schrecklicher Weg durch alle medizinischen Instanzen. Der Kinderarzt kann das Krankheitsbild nicht richtig zuordnen und auch in den meisten Kinderkliniken wissen die Ärzte nicht, was sie tun sollen. Der Weg führt die Eltern schließlich zu einem Neurologen. In der ganzen Zeit leben sie praktisch in einem Zustand zwischen vielen Fehldiagnosen und einer Unkenntnis der Lage. Es wird Hoffnung gemacht, die dann sehr schnell einer tiefen Enttäuschung folgt. Für viele betroffene Eltern wird das Virchow-Klinikum in Berlin zur letzten Anlaufstelle, denn dort wurde in den meisten Fällen die richtige Diagnose gestellt: Kindliche Demenz.

    Die Stoffwechselstörung, die zur Demenz führt

    Seit Jahren werden im Berliner Virchow-Klinikum Kinder behandelt, die unter Demenz leiden. Die Krankheit wird vererbt, sie zerstört langsam aber sicher das Gehirn und sie führt immer zum Tod. Die Ärzte in der Berliner Klinik sehen bei den Kindern, die unter NCL leiden, immer wieder die für diese Krankheit typischen Symptome wie Sehstörungen und zunehmend auch immer wieder motorische Ausfälle. Alles, was die Mediziner tun können, ist die Familien an Selbsthilfegruppen zu verweisen, denn es gibt weder Medikamente, die NCL abmildern oder sogar stoppen können, noch Therapien, mit denen der Verlauf der Krankheit beeinflusst werden könnte.

    Wie Selbsthilfegruppen helfen können

    Die betroffenen Eltern stehen nach der Diagnose Demenz vollkommen alleine da. Weder die Medizin noch die Krankenkassen können den Eltern helfen, die einzige Adresse, an die sich Eltern wenden können, sind die Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile gibt. Auch die NCL-Stiftung, die 2002 in Hamburg gegründet wurde, ist eine Adresse, an die sich Eltern wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich mit anderen betroffenen Familien austauschen möchten. Die Stiftung wurde von Frank Husemann gegründet, dessen Sohn Tim seit sechs Jahren an NCL leidet. Husemann wollte nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie der gesundheitliche Zustand seines Sohnes immer schlechter wurde, und begann damit, Forscher und Ärzte an einen Tisch zu bringen. Noch ist kein Durchbruch vonseiten der Forschung in Sicht, aber dank engagierter Mitarbeiter der Stiftung werden jetzt Schritte unternommen, die den Eltern erkrankter Kinder Hoffnung machen. Ob und wann es ein Medikament oder eine Therapie geben wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt aber keiner sagen.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Die Interior-Diät – mit der richtigen Einrichtung abnehmen

    Die Interior-Diät – mit der richtigen Einrichtung abnehmen

    Wer sich fragt, was die Einrichtung mit dem Abnehmen zu tun hat, der hat wahrscheinlich noch nie etwas von der Interior-Diät gehört. In den USA, dem Mutterland aller verrückten Diäten, gibt es bereits mehrere Studien zu dieser neuen Diät, bei der die Einrichtung der Küche eine ganz entscheidende Rolle spielt. Aber keine Angst, für die Interior-Diät muss sich keiner eine neue Küche zulegen, wenn er abnehmen will, es kommt bei dieser Diät vielmehr darauf an, was in der Küche wo platziert wird.

    Die Studie zur Interior-Diät

    Wie viel Einfluss hat die Einrichtung der Küche auf das Essverhalten der Bewohner? Dieser Frage sind die Wissenschaftler und Studenten der Cornell Universität in Ithaca im Staat New York nachgegangen. Für die Langzeitstudie wurden 500 Frauen und ihr Essverhalten im Bezug auf die Einrichtung ihrer Küchen beobachtet. Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Gestaltung der Küche auf das Gewicht auswirkt und haben die Probandinnen gefragt, welche Lebensmittel sie wo in der Küche platziert haben. Die Ergebnisse waren überraschend. Alle Frauen, in deren Küche auf der Arbeitsplatte oder auf dem Esstisch frisches Obst stand, wogen im Schnitt sechs Kilogramm weniger als die Frauen, bei denen das nicht der Fall war. Die Frauen, die in ihrer Küche Kalorienbomben wie stark zuckerhaltige Softgetränke griffbereit auf der Arbeitsplatte stehen hatten, brachten durchschnittlich elf Kilogramm mehr auf die Waage als die Frauen, bei denen am gleichen Platz Mineralwasser stand.

    Was ist bei der Interior-Diät wichtig?

    Im Grunde funktioniert die Interior-Diät sehr einfach und niemand muss seine Küche neu einrichten, wenn er mit der Interior-Diät abnehmen will. Der Trick ist simpel, denn alles, was dick macht, sollte nach Möglichkeit in den Schränken verschwinden, alles, was zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gehört, sollte gut sichtbar und in Augenhöhe platziert werden. Die Forscher aus New York sind zu dem Ergebnis gekommen, dass derjenige, der Appetit verspürt, eher zu Lebensmitteln greift, die in seiner Reichweite liegen und nicht einen Schrank öffnet, um sich einen Snack zu holen. Wichtig ist bei der Interior-Diät aber auch, dass die Arbeitsflächen gut aufgeräumt und sauber sind, denn das macht Lust aufs Kochen, und wer selbst kocht, der greift im Supermarkt automatisch weniger zu Fertiggerichten, die nicht gerade als Schlankmacher bekannt sind.

    Die Küche gründlich aufräumen

    Auch wenn es eine Studie zur Interior-Diät gibt, wissenschaftlich erwiesen ist es nicht, inwiefern sich die Gestaltung der Küche auf das Gewicht auswirkt. Trotzdem kann es hilfreich sein, die Küche einmal gründlich aufzuräumen und auszumisten. In den meisten Küchen schlummern viele Lebensmittel, die irgendwann einmal gekauft und dann vergessen wurden. Wer ganz bewusst seine Schränke inspiziert, der wird mit Erstaunen feststellen, was im Laufe der Zeit alles eingekauft wurde. Vor allem Süßigkeiten sind in den meisten Küchen in großen Mengen zu finden und diese Süßigkeiten sollten gesammelt und dann an einem Platz im Schrank verstaut werden, der beim Öffnen der Schranktür nicht direkt ins Auge fällt. Alles, was gesund ist, sollte hingegen offen in der Küche stehen.

    Einfrieren statt aufessen

    Ein weiterer Punkt, der bei der Interior-Diät eine Rolle spielt, ist das Einfrieren von Lebensmitteln. Es kann immer mal vorkommen, dass zu viel gekocht wurde. Es ist ein Fehler, das, was bei Mittagessen übrig geblieben ist, am Abend noch zu essen. Sinnvoller ist es, die Reste einfach einzufrieren, denn so verschwindet das Essen aus dem Blickfeld und man hat immer eine Portion in Reserve, die aufgetaut werden kann, wenn mal keine Zeit fürs Kochen bleibt. Auch vermeintlich gesunde Nahrungsmittel wie Cornflakes oder Müsli sollten nicht offen in der Küche stehen, sondern in einem Schrank verschwinden, denn dann fällt es leichter, sich für ein wirklich gesundes Frühstück zu entscheiden.

    Bild: © Depositphotos.com / agencyby

  • Die 15. SSW – die Schwangerschaft wird realistisch

    Die 15. SSW – die Schwangerschaft wird realistisch

    Die 15. SSW ist für die meisten Frauen eine sehr ruhige Woche, denn körperliche Veränderungen gibt es kaum. Für Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, wird die Schwangerschaft in der 15. SSW realistisch, denn in der 15. SSW können sie ihr Baby spüren. Die Schwangerschaft ist jetzt auch äußerlich sichtbar und das trägt dazu bei, zu realisieren, dass da ein kleiner Mensch heranwächst, der alle Liebe und Fürsorge benötigt. Das Baby konzentriert auf sein Wachsen, es trainiert seine Bewegungsfähigkeit und seine Reflexe, während an den Organen die Feinarbeiten beginnen. Wenn der Arzt einen Ultraschall in der 15. SSW macht, dann kann er auch das Geschlecht des Kindes bestimmen.

    So entwickelt sich das Baby in der 15. SSW

    Auch wenn in der 15. SSW Kindsbewegungen spürbar sind, streng genommen ist das Baby in dieser Phase der Schwangerschaft kein Kind, sondern ein Fötus. Der Fötus ist jetzt knapp acht Zentimeter groß und wiegt rund 50 Gramm. Um die Größe des Kindes zu bestimmen, orientiert sich der Arzt nicht an den Abmessungen vom Steiß bis zum Scheitel, er misst den sogenannten Biparietalen Durchmesser, einen Querdurchschnitt des Kopfes. Dieser BPD sollte in der 15. SSW rund 30 Millimeter betragen.

    Wird aus dem Fötus ein kleiner Junge, dann ist in der 15. SSW schon sehr deutlich der Penis sichtbar, die Hoden liegen bis kurz vor der Geburt noch in der Bauchhöhle. Bei einigen Jungen wandern die Hoden erst nach der Geburt an den vorgesehenen Platz in den Hodensack. Bei kleinen Mädchen ist auf dem Ultraschallbild in der 15. SSW bereits die Klitoris zu sehen, die Schamlippen, die noch nicht vollständig entwickelt sind, werden erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar.

    Das Herz des Babys hat schon am 22. Tag der Schwangerschaft seine Tätigkeit aufgenommen. Allerdings beschränkt sich diese Herztätigkeit bis zur 15. SSW nur auf elektrische Impulse der Muskelzellen, die von einem Herzmuskelschlauch ausgelöst werden. In der 15. Schwangerschaftswoche ist das Herz bereits komplett entwickelt, es hat Herzkammern, Klappen und auch Herzvorhöfe. Bis kurz vor der Geburt befindet sich zwischen den Vorhöfen noch eine kleine Öffnung, das sogenannte Foramen ovale.

    Durch diese ovale Öffnung fließt das Blut direkt in den Körper des Babys, denn zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft bekommt das Baby seinen Sauerstoff über die Nabelschnur, da die Lungen bei der Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff noch keine relevante Rolle spielen. Das Foramen ovale schließt sich nicht bei allen Babys kurz bevor sie geboren werden, sondern erst innerhalb des ersten Lebensjahres. Negative Folgen für die Gesundheit des Kindes entstehen aber nicht. In der 15. SSW werden pro Tag ungefähr 28 Liter Blut durch den Körper des Babys gepumpt, wenn das Kind auf der Welt ist, dann werden es ca. 350 Liter sein, die jeden Tag durch den Organismus fließen.

    Wie gut funktionieren die Organe in der 15. SSW?

    Die 15. SSW ist für die Entwicklung des Babys eine wichtige Zeit. Die Leber ist schon in der Lage Gallenflüssigkeit zu produzieren, die in der Zukunft für die Verwertung des Fettes von Bedeutung ist. Die Bauchspeicheldrüse hat schon vor rund zwei Wochen ihre Tätigkeit aufgenommen und damit begonnen, Insulin zu produzieren. Da jetzt das so wichtige Hormon erzeugt werden kann, reguliert sich auch der Blutzuckerspiegel des Kindes. Auch der Hals des Kindes ist in der 15. SSW fertig, und es kann den Kopf nach links oder rechts drehen und auch nicken ist jetzt möglich.

    Auf der Zunge sprießen die ersten Geschmacksknospen, allerdings werden noch mehr dazukommen, wenn das Kind geboren wird, und als Kleinkind wird das Geschmacksempfinden noch deutlich besser als im späteren Erwachsenenalter sein. In der 15. SSW reagiert das Kind bereits auf Geräusche, es kann Musik hören, wenn auch nur sehr gedämpft.

    Die Mutter in der 15. SSW

    Die Gewichtszunahme in der 15. SSW ist für die Mutter noch nicht allzu sehr spürbar und Umstandsmode wird noch nicht unbedingt gebraucht. Für die meisten Frauen verläuft die 15. SSW sehr ruhig, sie fühlen sich wohl und da die Schwangerschaftshormone für eine gut durchblutete Haut und für schönes Haar sorgen, empfinden die werdenden Mütter diese Zeit als sehr angenehm. In der 15. SSW steigt aber auch der Östrogenspiegel im Blut und das führt bei einigen Frauen zu einem Phänomen, das als Schwangerschaftsdemenz bekannt ist.

    Diese besondere Form der Demenz sorgt für Vergesslichkeit. Die Wissenschaft hat dafür eine logische Erklärung: Die Mutter konzentriert sich jetzt mehr und mehr auf das Baby und scheinbar unwichtige Fragen werden einfach ausgeblendet oder eben vergessen. Die Schwangerschaftsdemenz hat keine bleibenden Folgen, nach der Geburt verschwindet sie von ganz alleine wieder.

    Der Arzt oder die Hebamme überprüfen bei der Vorsorgeuntersuchung in der 15. SSW neben dem Gewicht und dem Blutdruck der Mutter auch den Muttermund. Sollte sich der Muttermund zu diesem Zeitpunkt schon geöffnet haben, dann kann der Arzt eine Gebärmutterschlinge, eine sogenannte Cerclage legen, um eine Fehlgeburt in der 15. SSW zu verhindern. Diese Methode ist heute allerdings umstritten, da diese Cerclage ein erhöhtes Risiko für Infektionen darstellt.

    Zur Vorsorgeuntersuchung gehört auch eine Überprüfung des Fundusstandes. Gemeint ist damit der Abstand zwischen dem Schambein und dem Rand der Gebärmutter, der manuell ertastet werden kann. In der 15. Schwangerschaftswoche sollte dieser Abstand zwischen zwölf und 13 cm liegen. Frauen, die in der 15. SSW ein Ziehen im Bauch verspüren, sollten zwar den Arzt aufsuchen, aber nicht in Panik geraten. Der Grund für Schmerzen können die Harnwege sein, und der Arztbesuch ist wichtig, um ausschließen zu können, dass es sich nicht um eine Infektion handelt.

    Hebamme oder Klinik?

    Die 15. SSW ist welcher Monat? Es ist der vierte Monat und die werdende Mutter sollte sich langsam aber sicher Gedanken darüber machen, wer ihrem Kind auf die Welt helfen soll. Für die Geburt in einem Geburtshaus mit einer Hebamme spricht die persönliche Betreuung und die intime Atmosphäre, die eine Klinik so nicht bieten kann. Für die Entbindung in einer Klinik spricht die bestmögliche medizinische Versorgung für Mutter und Kind. Moderne Kliniken haben eine Intensivstation für Säuglinge und die Mediziner dort sind Fachärzte, die sich auch auf Frühgeburten und die Behandlung der Frühchen spezialisiert haben.

    Bild: © Depositphotos.com / eaniton

  • Die 16. SSW – die Schwangerschaft wird sichtbar

    Die 16. SSW – die Schwangerschaft wird sichtbar

    In der 16. SSW wird der Bauch sichtbar und die Schwangerschaft wird für alle Außenstehenden sichtbar. Die Figur der meisten Frauen verändert sich deutlich, die Brüste werden größer, denn am Ende des vierten Schwangerschaftsmonats beginnt die Produktion der sogenannten Vormilch. Die Beschwerden und Anstrengungen in der frühen Phase der Schwangerschaft sind vergessen und die Mehrzahl der werdenden Mütter fühlt sich in der 16. SSW sehr wohl und zufrieden. Die Gewichtszunahme ist in der 16. SSW noch kein großes Thema, denn das Wachstum des Kindes und die Größe der Gebärmutter in der 16. SSW machen sich noch nicht bemerkbar.

    Welche Fortschritte macht das Baby in der 16. SSW?

    Die Größe des Fötus liegt in der 16. SSW bei rund zehn Zentimetern und das Baby wiegt ca. 90 Gramm. Die Proportionen sind jetzt weitgehend stimmig und in der 16. SSW wird das Kind seinen Körper weiter strecken. In den kommenden Wochen wird es einen richtigen Wachstumsschub bekommen und sein Gewicht mehr als verdoppeln. Die Organe sind fast fertig, und um seine Lungen- und Atemfunktion zu verbessern, wird es ab jetzt immer wieder Fruchtwasser einatmen und wieder ausspucken. Der Fötus ist sehr beweglich, er dreht sich von links nach rechts, macht auch gerne mal einen Salto und übt sich im Greifen. Hochauflösende Ultraschallbilder in der 16. SSW zeigen diese Aktivitäten sehr deutlich. Wenn in der 16. SSW Bilder gemacht werden, dann können die Eltern sehen, wie ihr Baby die Nabelschnur fest umklammert und bei diesem Training kräftig ins Schwitzen kommt, denn die Schweißdrüsen arbeiten bereits.

    Das Harnsystem und auch der Kreislauf haben in der 16. SSW ebenfalls ihre Tätigkeit aufgenommen, und auch die Schilddrüse wird in dieser Woche aktiv und beginnt damit, die ersten Hormone zu produzieren. In der 16. SSW ist sichtbar, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, denn das Geschlecht ist klar zu erkennen. An den Kuppen der Finger zeigen sich die ersten Rillen, und das Baby hat damit es etwas Einzigartiges, nämlich seinen Fingerabdruck. Die Jodversorgung spielt in dieser Phase der Schwangerschaft eine sehr wichtige Rolle, deshalb sollte die Mutter über eine ausgewogene Ernährung so viel wie möglich Jod zu sich nehmen.

    Was kann das Baby in der 16. SSW noch?

    Wenn das Baby sein „Sportprogramm“ absolviert, dann trainiert es besonders die Muskulatur des Rückens und des Nackens und das aus gutem Grund. Mit gezielten Bewegungen bereitet sich das Kind auf den aufrechten Gang vor und übt schon mal wie es ist, später zu laufen. Die Augen sind in der 16. SSW noch geschlossen und da das Gesicht noch sehr klein und schmal ist, wirken die Augen besonders groß. Die Mimik ist schon ausgeprägt und mit ein wenig Glück können die Eltern bei der Ultraschalluntersuchung sehen, wie ihr Kind Grimassen schneidet.

    Die Fähigkeit zu hören entwickelt sich in der 16. SSW weiter, allerdings kann vom Hören im eigentlichen Sinn noch keine Rede sein. Das Baby kann aber Geräusche aus seiner unmittelbaren Nähe hören, wie den Herzschlag oder die Magen- und Darmgeräusche der Mutter. Vor allem der regelmäßige Herzschlag vermittelt dem Baby ein sicheres Gefühl von Geborgenheit.

    So fühlt sich die Mutter in der 16. SSW

    Viele Frauen führen über ihre Schwangerschaft ein Tagebuch und fragen sich in der 16. SSW, welcher Monat bislang der angenehmste war. Sie werden feststellen, dass es der vierte Monat ist. Im vierten Monat, also in der 16. SSW fühlen sich die meisten Frauen rundherum wohl, sie sehen gesund aus, die vermehrte Durchblutung sorgt für einen rosigen Teint, kraftvolles glänzendes Haar und eine straffe Haut. Die Gebärmutter ist in der 16. SSW ungefähr so groß wie ein Handball und hat jetzt eine feste Konsistenz angenommen, damit das Baby optimal geschützt werden kann. Bei schlanken Frauen zeichnet sich jetzt zunehmend eine kleine Kugel ab, bei Frauen, die ein wenig mehr auf die Waage bringen, ist die Schwangerschaft noch nicht so deutlich zu sehen.

    Da die Gebärmutter stetig wächst, sind leicht ziehende Schmerzen im Unterleib nichts Besorgniserregendes. Die Mutterbänder, die mehr und mehr belastet werden, machen sich auf diese Weise bemerkbar. Wenn die Schmerzen sich jedoch verstärken oder über einen Zeitraum von mehreren Tagen anhalten, dann sollte auf jeden Fall ein Arzt oder eine Hebamme aufgesucht werden, um mögliche Komplikationen ausschließen zu können.

    In der 16. Woche der Schwangerschaft entsteht ein erhöhter Bedarf an Mineralstoffen und das macht Frauen anfälliger für Probleme mit den Zähnen und dem Zahnfleisch. Die alte Hebammenweisheit, jede Schwangerschaft kostet die Mutter einen Zahn, ist zwar theoretisch immer noch richtig, aber eine gute Zahnprofilaxe kann heute Probleme mit den Zähnen und dem Zahnfleisch verhindern. Vor allem Entzündungen des Zahnfleisches sollte die werdende Mutter nicht ignorieren, denn diese Entzündungen können böse Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar zu einer Fehlgeburt führen.

    Vorsorge und Schmetterlinge im Bauch

    Auch wenn die 16. SSW so manche Beschwerden mit sich bringt, zum Beispiel im Magen- und Darmtrakt, für die meisten Frauen ist es eine unbeschwerte Zeit. Frauen, die nicht zum ersten Mal schwanger sind, fühlen zum ersten Mal, wie ihr Kind sich bewegt, Frauen, die noch kein Kind zur Welt gebracht haben, nehmen die Kindsbewegungen eher wie Schmetterlinge im Bauch wahr.

    In der 16. SSW stehen eine Reihe von pränatalen Untersuchungen und Tests an, wie zum Beispiel der Triple-Test. Mit diesem Test stellt der Arzt die Konzentration von drei unterschiedlichen Proteinen sowie die Anzahl der Hormone im Blut der Mutter fest. Diese Tests geben Auskunft darüber, ob das Kind mit einer Störung der Chromosomen und damit mit einem Down-Syndrom zur Welt kommt. Frauen, die zu den sogenannten Risikoschwangeren gehören, sollten in der 16. SSW eine Amniozentese, eine Untersuchung des Fruchtwassers machen lassen. Die Untersuchung des Fruchtwassers liefert deutliche Hinweise, ob das Kind eine genetische Störung hat, und auch das Down-Syndrom kann mit dieser Vorsorgeuntersuchung mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 % nachgewiesen werden.

    Die Fruchtwasseruntersuchung ist vor allem Frauen zu empfehlen, die mit 40 Jahren oder älter schwanger werden. Auch wenn es in der Familie Erbkrankheiten gibt, dann bietet die Untersuchung des Fruchtwassers genaue Ergebnisse, ob das Kind gesund zu Welt kommen kann.

    Bild: © Depositphotos.com / julief514