Schlagwort: Verhütung

  • Spermaallergie: Oft belächelt, aber gefährlich

    Es gibt Menschen mit einer Pollenallergie, Menschen mit einer Tierhaarallergie und es gibt Menschen mit einer Spermaallergie. Was für manche vielleicht nach einem Scherz klingt, ist alles andere als lustig – denn eine Allergie gegen Sperma kann das gesundheitliche Befinden der Betroffenen stark beeinflussen und sogar eine ernstzunehmende Gefahr darstellen. Lesen Sie hier alles über diese seltene Allergie.

    Warum kommt es zu einer allergischen Reaktion?

    Streng genommen sind Betroffene nicht gegen Sperma allergisch, sondern gegen die eiweißhaltige Flüssigkeit, in denen sich die Spermien befinden. Das sogenannte Seminalplasma wird vom Immunsystem im Falle einer Allergie (ähnlich wie beim Heuschnupfen oder anderen Allergien) für einen Krankheitserreger gehalten. Es reagiert mit starken Abwehrreaktionen (siehe nächster Abschnitt), um den Körper vor der scheinbaren Gefahr zu schützen.

    Info: Die Allergie gegen Sperma ist ein äußerst seltenes Phänomen. Forscher gehen davon aus, dass es weltweit rund 30.000 Fälle gibt. Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Bonn wollen festgestellt haben, dass rund die Hälfte aller Betroffenen auch unter anderen Allergien leidet.

    Allergie gegen Sperma: Die Symptome

    Wenn Betroffene mit Sperma in Berührung kommen, kommt es zu folgenden typischen Symptomen:

    • Schwellungen
    • Hautreizungen und -rötungen
    • Bildung von Quaddeln
    • Juckreiz
    • Erbrechen
    • Durchfall

    Wie bei anderen Allergien kann es auch im Fall der Allergie gegen Sperma zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Dieser kann sogar tödlich enden – beispielsweise dann, wenn die Atmung durch Schwellungen stark beeinträchtigt wird. Spätestens hier wird klar, dass die Spermaallergie keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

    Wer ist alles von der Allergie gegen Sperma betroffen?

    Sowohl Männer als auch Frauen können unter einer Allergie gegen Sperma leiden. Allerdings sind ein paar geschlechterspezifische Unterscheidungen zu treffen.

    Spermaallergie bei Frauen Spermaallergie bei Männern
    Wenn eine Frau allergisch auf das Seminalplasma reagiert, kann davon ausgegangen werden, dass die allergischen Reaktionen bei allen Männern auftreten. Es handelt sich hierbei nicht auf eine Allergie, die sich auf das Sperma einer einzelnen Person bezieht. Das Eiweiß, das die Allergie auslöst, ist nämlich bei jedem Mann chemisch betrachtet gleich. Beim Mann wird die Allergie gegen Spermien auch als Post Orgasmic Illness Syndrom bezeichnet. Es wurde erstmals im Jahr 2002 beschrieben. Es handelt sich hierbei um eine allergische Reaktion des Mannes auf sein eigenes Sperma beziehungsweise das Seminalplasma.

    Das Besondere am Post Orgasmic Illness Syndrom ist, dass die Symptome nicht denen der Spermaallergie von Frauen gleicht. Männer, die eine Allergie aufweise, reagieren mit Beschwerden, die eher an eine Grippe erinnern. Hierzu gehören Kopfschmerzen und Müdigkeit.

    Was kann gegen die Spermaallergie unternommen werden?

    Die wohl einfachste Möglichkeit für Frauen, sich vor einer allergischen Reaktion zu schützen, ist die Verwendung eines Kondoms. Das Barriere-Verhütungsmittel schützt nicht nur vor Schwangerschaft, sondern verhindert auch, dass die Frau mit dem Sperma des Mannes in Kontakt kommt.

    Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten der Behandlung dieser ganz besonderen Allergie:

    • Einnahme von Antihistaminika
    • Einnahme von Cortison
    • Adrenalin-Sprays (bei allergischen Schocks)
    • Hypersensibilisierung (für Männer und Frauen)

    Vor allem wenn Frauen, die eine Allergie gegen Sperma haben, einen Kinderwunsch haben, ist der Weg der Hypersensibilisierung unvermeidbar. Bei dieser Behandlung geht es darum, eine Toleranz gegenüber dem Seminalplasma herzustellen. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass dieses vom Immunsystem nicht mehr als Krankheitserreger angesehen wird. Der Körper reagiert dementsprechend nicht mehr abwehrend. Eine Hypersensibilisierung ist auch bei jeder anderen Form der Allergie durchführbar. Vor allem Pollen-Allergiker – also Menschen mit Heuschnupfen – greifen häufig auf die Behandlungsmethode zurück, um ihre Symptome zu lindern.

    Wenn auch die Hypersensibilisierung nicht anschlägt und die Allergie eine natürliche Schwängerung nicht zulässt, besteht immer noch die Chance der künstlichen Befruchtung. Ist die Frau (abgesehen von der Allergie gegen Sperma) gesund, ist diese meist erfolgreich. Es ist allerdings anzumerken, dass die Krankenkasse die Kosten für eine künstliche Befruchtung im Fall der Spermaallergie nicht übernimmt.

    Bild: © Depositphotos.com /

  • Sex während der Periode: 5 wissenswerte Fakten

    Sex während der Periode: 5 wissenswerte Fakten

    Auch wenn wir heute in einer aufgeklärten und offenen Gesellschaft leben, gibt es doch noch gewisse Themen, die als Tabu gelten. Eines davon ist Sex während der Periode. Die Mehrheit der Menschen in unserem Kulturkreis empfindet den Geschlechtsverkehr während der Monatsblutung als unangenehm oder gar eklig. Die, die trotzdem während der Periode Sex haben, sprechen oftmals nicht offen darüber. Was im eigenen Schlafzimmer passiert, passiert nun einmal hinter verschlossenen Türen. Dabei kann es überaus interessant sein, über das Thema „Sex während der Periode“ zu sprechen. Die nachfolgenden fünf Fakten verraten Ihnen auch, warum das so ist.

    Fakt #1: Die Periode schützt nicht vor Schwangerschaft

    Frauen, die während der Periode Sex mit einem Mann haben, müssen eines unbedingt wissen: Die Blutung schützt keinesfalls vor einer Schwangerschaft. Es ist trotz der Periode möglich, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen und anschließend die Eizelle der Frau befruchten. Daher gilt beim Sex während der Periode genauso wie sonst auch: Achten Sie auf Verhütung!

    Übrigens: Die meisten Paare greifen während der Periode (zusätzlich zur Antibaby-Pille) auf ein Kondom zurück, da der Akt dadurch hygienischer erscheint. Auf welche Weise Sie verhüten, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass Sie es tun, wenn Sie nicht schwanger werden wollen.

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    Fakt #2: Sex während der Periode wirkt entspannend

    Sie leiden während Ihrer Monatsblutung unter schmerzhaften Krämpfen und/oder starken Stimmungsschwankungen? Dann kann es durchaus empfehlenswert sein, es einmal mit Sex während der Periode zu probieren. Der Geschlechtsakt wirkt nicht nur überaus entspannend, sondern setzt auch Glückshormone frei. Auch wenn der Effekt nicht dauerhaft anhält, kann ein Schäferstündchen doch für einen Moment die Menstruationsbeschwerden lindern.

    Übrigens: Sex während der Periode muss nicht immer den eigentlichen Geschlechtsakt, also die Penetration der Scheide durch den Penis, umfassen. Viele Paare werden während der Menstruation auch nur auf oralem Weg intim miteinander. Auch hierbei ist ein entspannender und glücklich machender Effekt zu verzeichnen

    Fakt #3: Es gibt „Hilfsmittel“ für den Sex während der Periode

    Auch wenn es rein theoretisch möglich ist, Sex zu haben, während sich in der Scheide der Frau ein herkömmlicher Tampon befindet, ist diese Praktik doch eher weniger empfehlenswert. Wenn Sie beim Geschlechtsverkehr dennoch auf kleine Helfer für mehr Hygiene setzen wollen, können Sie auf sogenannte Soft-Tampons zurückgreifen. Diese speziellen Damen-Hygieneartikel erinnern an kleine Schwämmchen, die vaginal eingeführt werden und das Blut auffangen. Anders als normale Tampons sind Soft-Tampons während des Geschlechtsverkehrs nicht zu spüren. Sie sind mit einer kleinen Lasche oder einem Loch ausgestattet und können deswegen ganz ohne Bändchen, dafür mit dem Finger herausgeholt werden.

    Info: Soft-Tampons sind in der Apotheke, aber auch in Sex-Shops erhältlich.

    Fakt #4: Die Periode erhöht die Lust bei einigen Frauen

    Während sich die einen aufgrund von Krämpfen, Übelkeit und anderen Beschwerden einfach nur verkriechen wollen, haben die anderen in der Zeit ihrer Periode besonders viel Lust auf Geschlechtsverkehr. Dagegen ist auch nichts auszusetzen, denn generell ist Sex während der Periode ja nicht verboten. Der Grund für die gesteigerte Lust der Frau ist übrigens die verstärkte Durchblutung der weiblichen Geschlechtsorgane.

    Aber: Es ist keinesfalls vorgeschrieben, dass die Frau bei jeder Monatsblutung vermehrt Lust auf Sex hat. Das Empfinden kann jedes Mal anders sein und von totaler Unlust bis hin zu starker Lust schwanken. Kommunikation zwischen den Partnern ist hier unverzichtbar.

    Fakt #5: Beim Sex während der Periode ist alles erlaubt

    Egal ob unter der Dusche, in einer exotischen Stellung oder einfach mal komplett anders. Es gibt nichts, was während der Menstruation nicht erlaubt wäre – solange alle Beteiligten Spaß daran haben und sich niemand unwohl fühlt. Es ist ein Märchen, beim Sex während der Periode auf bestimmte Stellungen oder Praktiken verzichten zu müssen. Natürlich kann es sein, dass im Eifer des Gefechts etwas Blut auf die Laken tropft, aber das sollte bei guter Kommunikation niemanden stören.

    Tipp: Legen Sie beim Sex während der Periode einfach ein altes Handtuch unter, um das Bettlaken zu schützen.

    Bild: © Depositphotos.com / nd3000

  • Die Geschichte des Kondoms

    Die Geschichte des Kondoms

    Vom Stoffsäckchen zum sicheren Verhütungsmittel

    Pariser, Lümmeltüte, Verhüterli, Gummi – Es gibt viele Namen für das Kondom. Kaum verwunderlich, immerhin handelt es sich hierbei um eines der am meisten verwendeten Verhütungsmittel weltweit. Das Prinzip des Kondoms ist ebenso einfach wie genial. Es gehört zu den sogenannten Barriere-Methoden zur Empfängnisverhütung. Das bedeutet, dass die Spermien abgefangen werden, ehe sie in die Gebärmutter der Frau eindringen können. Damit die Methode möglichst sicher ist, bestehen Kondome heute überwiegend aus Latex. Das war jedoch nicht immer so, wie ein Blick in die Geschichte des Kondoms verrät.

    Vom Aberglaube der alten Ägypter und der Sagenwelt der Griechen

    Wenn man das Kondom als „Hülle, die über den Penis gestülpt wird“ definiert und den Aspekt der Verhütung außer Acht lässt, dann kann man sagen, dass die Geschichte des Kondoms wahrscheinlich bei den alten Ägyptern begann. Diese kleideten ihre Genitalien in Säckchen, die vermutlich dem Schutz beim Kampf dienten. Außerdem wird davon ausgegangen, dass sich die ägyptischen Männer vor Geistern schützen wollten, die über ihren Penis in den Körper gelangen konnten. Darüber hinaus wurden die „Ur-Kondome“ wahrscheinlich als Statussymbole und Schmuckstücke verstanden.

    Der erste, der das Kondom zum Schutz beim Geschlechtsverkehr trug, war – zumindest wenn man der Sage glaubt – der griechische König Minos. Dessen Samen soll giftig gewesen sein. Um seine Frau zu schützen und dennoch intim mit ihr zu verkehren, nutzte der König mit einer Art Kondom, das aus einer Ziegenblase bestand. Ob diese Erzählung wissenschaftlichen Wert für die Geschichte des Kondoms hat, ist natürlich mehr als fraglich.

    Dennoch belegen diverse Quellen, dass das Kondom seinen Ursprung wahrscheinlich im antiken Griechenland hat. Damals diente es vorrangig dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Ob die Menschen damit auch eine Schwangerschaft verhindern wollten, kann nicht eindeutig bestimmt werden. Interessant ist, dass die alten Griechen sehr kreativ waren, wenn es um die Wahl des Materials ging. Die Geschichte vom Kondom zeigt, dass sie neben Tierdärmen beispielsweise auch Blätter, Leder und sogar Metall nutzen.

    Warum die Syphilis die Geschichte des Kondoms beeinflusst hat

    Als Seefahrer im 16. Jahrhundert aus der „neuen Welt“ zurückkamen, brachten sie nicht nur viele Eindrücke und exotische Schätze mit, sondern auch die gefährliche Geschlechtskrankheit Syphilis. Die Krankheit verbreitete sich schnell. Um ihr den Kampf anzusagen, erfand ein Arzt aus Italien eine Art Stoffsäckchen, das in verschiedene Flüssigkeiten getränkt wurde. Diese frühe Form des Kondoms sollte die Menschen vor Syphilis schützen, diente aber immer noch nicht der Empfängnisverhütung. Dennoch waren die Stoffsäckchen ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Kondoms. Denn sie brachten immer mehr Menschen auf die Idee, die Thematik weiterzudenken. So kam schließlich auch der Gedanke auf, die Hüllen zu nutzen, um Schwangerschaften zu vermeiden.

    Die ersten (halbwegs) wirkungsvollen Kondome bestanden schließlich aus Schafsdärmen und anderen tierischen Membranen. Es wird davon ausgegangen, dass selbst Casanova, der wohl berühmteste Liebhaber der Welt, die sogenannten „English Overcoats“ nutzte, um sich vor Krankheiten zu schützen. Einige berichten sogar darüber, dass der Italiener wahre Luxus-Modelle nutzte, die mit Seide oder Samt ausgekleidet waren. Kein Zweifel: Das waren die elegantesten „Verhüterlis“ in der Geschichte des Kondoms.

    Ein weiterer Wendepunkt in der Geschichte des Kondoms: Die Vulkanisation

    Was hat die Geschichte des Kondom mit Autoreifen zu tun? Eine ganze Menge, denn ohne Charles Goodyears Entdeckung aus dem Jahr 1839 sähe das heutige Kondom wahrscheinlich ganz anders aus. Der US-Amerikaner entdeckte nämlich die Vulkanisation, ein Verfahren, mit dem man Natur-Kautschuk dauerhaft elastisch machen kann. Dieser weitere Schlüsselmoment in der Geschichte des Kondoms führte zu einer bahnbrechenden Veränderung. Statt Tierdärmen wurde nun Gummi genutzt, um die Verhütungsmittel herzustellen. Das erste Gummi-Kondom von Goodyear wurde im Jahr 1855 hergestellt. 1870 begann die Massenproduktion.

    Ein letzter entscheidender Schritt in der Geschichte des Kondoms fand schließlich im Jahr 1930 statt. Seit diesem Jahr werden Kondome aus Latex hergestellt.

    Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

  • Hormonfreie Verhütung: Schonend und sicher

    Hormonfreie Verhütung: Schonend und sicher

    Wenn es um das Thema Verhütung geht, denken sowohl Männer als auch Frauen meist als erstes an die Antibaby-Pille. Diese verspricht, regelmäßig eingenommen, einen sehr hohen Verhütungsschutz und wird deswegen häufig verwendet. Immer öfter wird die „Pille“, so ihr Spitzname, von Frauen aber auch in Frage gestellt. Die darin enthaltenen Hormone haben nicht nur einen massiven Einfluss auf den Körper. Längst ist nachgewiesen, dass die Antibaby-Pille auch Erkrankungen wie Thrombose und Depressionen hervorrufen kann. Kein Wunder also, dass der Trend wieder hin zur hormonfreien Verhütung geht. Aber welche Möglichkeiten gibt es diesbezüglich eigentlich?

    Die Vorteile von hormonfreier Verhütung

    Hormonfrei verhüten – das bedeutet in erster Linie: Keinen künstlichen Einfluss auf die Abläufe im Körper nehmen. Während beispielsweise Antibaby-Pille oder das Verhütungspflaster dem weiblichen Organismus vorspielen, dauerhaft schwanger zu sein, wirken nichthormonelle Verhütungsmittel auf völlig andere Weise. Hier geht es darum, das Sperma durch eine Barriere davon abzuhalten, zur weiblichen Eizelle vorzudringen. Eine Befruchtung wird also (sozusagen) manuell verhindert. Die Möglichkeiten der hormonfreien Verhütung werden auch als Barrieremethoden bezeichnet. Ihre Vorteile lassen sich wie folgt zusammenfassen:

    • Körper wird nicht belastet oder hormonell beeinflusst
    • Teilweiser Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
    • Hohe Sicherheit bei richtiger Verwendung

    Die Nachteile von hormonfreier Verhütung

    Wo es Vorteile gibt, sind Nachteile häufig nicht weit entfernt. Auch im Fall der hormonfreien Verhütung gibt es einige Schattenseiten, die an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben sollen. Im Falle der nichthormonellen Verhütung lassen sich die folgenden Nachteile festhalten:

    • Geschlechtsverkehr ist nicht immer spontan möglich (wenn das Verhütungsmittel nicht parat ist)
    • Es ist immer eine gewisse Vorbereitung notwendig
    • Bei falscher Handhabung oder Beschädigung verschwindet der Verhütungsschutz

    Die meisten Menschen, die nach wie vor auf die hormonelle Verhütung schwören, wissen die Spontanität zu schätzen. Antibaby-Pille, Spirale, Pflaster und Co. sorgen dafür, dass nur selten aktiv über Verhütung nachgedacht werden muss. Sex wird infolgedessen als spontaner, natürlicher und oftmals auch intimer wahrgenommen. Das nervöse Herumfummeln mit einem Kondom oder das ungeschickte Einsetzen eines Diaphragmas gelten nach wie vor als klassische Stimmungskiller, die die Lust schnell zum Frust werden lassen.

    Der Klassiker der hormonfreien Verhütung: Das Kondom

    Wenn es um Verhütung mithilfe von Barrieremethoden geht, muss natürlich zu allererst das altbewährte Kondom genannt werden. Die Geschichte dieser Verhütungsmethode ist lang und eng mit der Sexualität des Menschen verbunden. Während vor langer Zeit nicht nur Tierdärme, sondern auch Leinensäckchen, Häute, Leder und viele andere Materialien genutzt wurden, um das Sperma abzuhalten, hat sich inzwischen Latex durchgesetzt. Das ist nicht nur für die meisten Menschen verträglich, sondern auch besonders „gefühlsecht“. Die Handhabung des Kondoms ist einfach:

    • Setzen Sie das Kondom auf die Eichel
    • Drücken Sie das Reservoir vorsichtig mit zwei Fingern zu
    • Rollen Sie das Kondom nach unten bis zum Schaft
    • Überprüfen Sie den sicheren Sitz

    Kondome gelten als sichere Verhütungsmethode – wenn sie nicht ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben und nicht beschädigt wurden. Einen riesigen Pluspunkt erhalten die „Verhüterlis“, weil sie der einzige wirkungsvolle Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten sind. Darum sollten Kondome immer dann zum Einsatz kommen, wenn Sie sexuellen Kontakt zu einer fremden Person haben.

    Verhütung mit zwei Komponenten: Das Diaphragma

    Das Diaphragma funktioniert ähnlich wie das Kondom, wird aber in die Scheide der Frau eingesetzt. Hier umschließt es den Muttermund und sorgt dafür, dass keine Spermien eindringen können. Wichtig: Wenn Sie sich für die hormonfreie Verhütung mit einem Diaphragma entscheiden, müssen Sie immer auch ein spezielles Gel verwenden. Dieses lähmt die Spermien und tötet sie letztendlich ab. Diaphragmen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und können mehrmals verwendet werden.

    Weitere Möglichkeiten der hormonfreien Verhütung

    Kupferspirale Abgegebene Kupferionen verhindern eine Befruchtung. Die Kupferspirale wird vom Frauenarzt eingesetzt.
    Temperaturmethode Diese Methode kann zur hormonfreien Verhütung oder beim Kinderwunsch genutzt werden. Durch akribisches Messen der Körpertemperatur und Protokollierung werden fruchtbare Tage ermittelt.
    Beobachtung vom Zervixschleim Diese Form der hormonfreien Verhütung wird auch als Zwei-Tage- oder Billings-Methode bezeichnet. Durch Beobachtung und Dokumentation des Zerfixschleims werden fruchtbare Tage bestimmt.

    Bild: © Depositphotos.com / mjth

  • Die Pille absetzen – was sollten Frauen beachten?

    Die Pille absetzen – was sollten Frauen beachten?

    Es gibt viele Frauen, die die Pille absetzen und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Eine geplante Schwangerschaft kann einer dieser Gründe sein, auch eine Unverträglichkeit oder zu viele Nebenwirkungen sind Faktoren, warum Frauen die Pille absetzen. In einigen Situationen ist es zudem aus gesundheitlicher Sicht notwendig, die Pille abzusetzen. Vor allem Frauen, die die Pille über einen langen Zeitraum eingenommen haben, sollten sich vor dem Absetzen über mögliche Reaktionen des Körpers informieren, denn nicht immer ist es so einfach, die Pille einfach abzusetzen.

    Die Vorteile der Pille

    Millionen Frauen zwischen 14 und 49 Jahren nehmen weltweit die Antibabypille. Selbst wenn die Pille in den letzten Wochen und Monaten negativ in die Schlagzeilen gekommen ist, bietet sie auch einige Vorteile. Wenn sie richtig eingenommen wird, dann ist die Pille ein sicheres Verhütungsmittel, außerdem ist die monatliche Blutung deutlich schwächer und kürzer. Frauen, die mit Hautunreinheiten zu kämpfen haben, können das mit der Pille beheben, trotzdem sollte die Pille nicht als eine Art Lifestyle-Produkt betrachtet werden, das für eine schönere Haut, festere Fingernägel und dichtes, glänzendes Haar sorgt.

    Welche Gesundheitsrisiken gibt es?

    Nicht jede Frau kann die Pille einnehmen, und wenn sich bestimmte Krankheitsbilder zeigen, dann müssen Frauen sogar die Pille absetzen. Das ist bei einer tiefen Beinthrombose der Fall, aber auch bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse und nach einem Herzinfarkt. Wenn Frauen zu Gallenblasenkoliken neigen, dann sollten sie die Pille absetzen, das Gleiche gilt auch bei epileptischen Anfällen. Auch muss die Pille sofort abgesetzt werden, wenn plötzliche Sehstörungen auftreten, sich starke Kopfschmerzen einstellen oder der Blutdruck ansteigt.

    Die möglichen Nebenwirkungen

    Die Rezeptur der Pille wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert, trotzdem lassen sich Nebenwirkungen nicht ganz ausschließen. Eine deutliche Gewichtszunahme kann eine Nebenwirkung der Pille sein, ebenso wie Übelkeit und Erbrechen. Kopfschmerzen und sexuelle Unlust machen vielen Frauen zu schaffen, wenn sie die Pille nehmen, auch häufige Pilzinfektionen und Stimmungsschwankungen gehören zu den Nebenwirkungen und veranlassen Frauen, die Pille abzusetzen.

    Die Pille absetzen – ändert sich der Zyklus?

    Frauen, die die Pille absetzen, müssen mit Veränderungen ihres Zyklus rechnen. Wird die Pille abgesetzt, dann stellt der Körper wieder auf den natürlichen Hormonzyklus um, der Zustand der künstlichen Schwangerschaft wird aufgegeben. Die Pille absetzen heißt, es kommt wieder in regelmäßigen Abständen zu einem Eisprung und damit auch zur Periode. Rund die Hälfte der Frauen, die die Pille absetzt, hat keinerlei Beschwerden, bei ihnen pendelt sich der Zyklus schnell wieder ein. Bei anderen Frauen verläuft das Absetzen der Antibabypille aber nicht so reibungslos, sie bekommen Zwischenblutungen und haben einen verkürzten oder verlängerten Zyklus. Vielfach wird die Periode von starken Schmerzen begleitet, das ist vor allem bei Frauen zu beobachten, die schon in jungen Jahren die Pille eingenommen haben, als der Zyklus sich noch nicht eingependelt hatte.

    Mögliche Risiken für die Gesundheit

    Wird die Pille abgesetzt, dann reagiert auch die Haut, es können sich Pickel bilden, zudem ist eine starke Akne nicht auszuschließen und es kann zu Haarausfall und zu fettigen Haaren kommen. Diese „Nebenwirkungen“ verschwinden wieder, aber ein Gang zum Arzt kann sich trotzdem lohnen, denn es stehen Medikamente und Therapien gegen diese Beschwerden zur Verfügung. Die Pille absetzen kann auch Folgen für die Psyche haben, und zu diesem Thema gibt es interessante Studien. Evolutionsbedingt suchen sich Frauen nach ihrer genetischen Verfassung einen Mann aus. Frauen, die keine Pille nehmen, legen mehr Wert auf das äußere Erscheinungsbild eines Mannes. Frauen, die die Pille nehmen, achten weniger auf das Aussehen, vermutlich weil ihnen ihr Körper suggeriert, sie seien schwanger und müssen daher nicht an Nachwuchs denken. Wird die Pille hingegen abgesetzt, kann es sein, dass der Partner dann nicht mehr so attraktiv ist.

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  • Das PCO-Syndrom – eine Ursache für Unfruchtbarkeit

    Das PCO-Syndrom – eine Ursache für Unfruchtbarkeit

    PCO oder auch PCOS ist die Abkürzung für das Polyzystische Ovarialsyndrom und beschreibt eine hormonelle Störung, unter der immer mehr Frauen leiden. Die Bandbreite des PCO-Syndroms reicht von Menstruationsstörungen über eine bedingte Fruchtbarkeit bis hin zur kompletten Unfruchtbarkeit. Für das PCO-Syndrom charakteristisch sind die Eibläschen, die wie kleine Perlen an einer Kette aufgereiht sind und die stark vergrößerten Eierstöcke. Welche Ursachen das Syndrom hat, ist bis heute weitgehend unbekannt, Mediziner vermuten aber, dass die Störung erblich bedingt sein kann und dass auch schädliche Umwelteinflüsse schuld sein können.

    Zu viele männliche Hormone

    Bei vielen Frauen, die unter dem PCO-Syndrom leiden, stellen die Ärzte zu viele männliche Hormone im Blut fest. Zwar hat jede Frau auch männliche Hormone, aber wenn sie in vermehrter Zahl auftreten, dann beeinflussen sie den Zyklus der Eierstöcke und sorgen für Störungen im Menstruationszyklus. Die Eibläschen wachsen zwar, aber sie haben gegen die Dominanz der männlichen Hormone keine Chance und sterben ab, noch bevor eine befruchtungsfähige Eizelle heranreifen kann. Wenn das Ausreifen der Eibläschen ausbleibt, dann kommt es nur sehr selten, meist aber überhaupt nicht zum Eisprung und das macht es sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich, schwanger zu werden.

    Mögliche Ursachen für das PCO-Syndrom

    Wie genau die Hormonstörung entsteht, ist noch nicht ganz geklärt, aber sehr wahrscheinlich spielen die Erbablagen eine große Rolle. Möglich ist aber auch eine Störung der Hirnanhangdrüse, die beim PCO-Syndrom zu viel des luteinisierenden Hormons (LH) und zu wenig des follikelstimulierenden Hormons (FSH) ausschüttet. Durch dieses Ungleichgewicht werden in den Eierstöcken die männlichen Hormone, die sogenannten Androgene aktiv, was den Zyklus stört und eine Schwangerschaft unmöglich macht. Vermutlich gibt es aber auch einen Zusammenhang zwischen dem PCO-Syndrom und dem körpereigenen Hormon Insulin. Vielfach sind Frauen betroffen, die starken Stresssituationen ausgesetzt sind und in 50 % aller Fälle, in denen das Syndrom nachgewiesen wurde, waren die betroffenen Frauen übergewichtig und litten unter Diabetes mellitus Typ 2.

    Welche Symptome gibt es?

    Frauen, die unter einem PCO-Syndrom leiden, haben nur selten eine Regelblutung und einen verlängerten Zyklus, der oft über 35 Tage dauert, zudem kommt es zu unregelmäßigen zusätzlichen Blutungen oder starken Zwischenblutungen. Bedingt durch die männlichen Hormone zeigt sich eine vermehrte Körperbehaarung vor allem im Schambereich, die sich bis auf die Oberschenkel und bis rund um den Bauchnabel ausbreiten kann. Dazu kommt ein Oberlippenbart, die Haut wird extrem fettig, die Kopfhaare können ausfallen und auch die Stimme klingt dunkler. Oftmals tritt auch ein metabolisches Syndrom auf, es kommt zu starkem Übergewicht, zu hohem Blutdruck und einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Durch den unerfüllten Kinderwunsch leiden viele Frauen zudem unter depressiven Störungen.

    Wie wird das PCO-Syndrom behandelt?

    Die Behandlung des PCO-Syndroms richtet sich vor allem danach, ob sich die betroffene Frau ein Kind wünscht oder nicht. Zudem soll eine gezielte Therapie dabei helfen, die Symptome zu lindern und den Stoffwechsel wieder zu normalisieren. Das ist besonders wichtig, damit es nicht zu Spätfolgen wie Diabetes oder Herz-/Kreislauferkrankungen kommt. Frauen, die stark übergewichtig sind, sollten abnehmen, denn schon durch die Gewichtsabnahme kann der Zyklus unter Umständen regulieren werden und der Eisprung setzt wieder ein. Bei Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, kommen Therapien auf hormoneller Basis infrage, wie zum Beispiel eine antiandrogene Antibabypille, die gegen den Überschuss der männlichen Hormone wirkt und gleichzeitig auch als Empfängnisverhütung dient. Frauen mit PCO-Syndrom, die schwanger werden möchten, bekommen in der Regel Kortison-Präparate, die allerdings sehr niedrig dosiert sind. Außerdem ist es möglich, den Eisprung durch die Gabe von Antiöstrogenen wie beispielsweise Clomifen anzuregen. Wenn die Behandlung mit Clomifen erfolgreich verläuft, dann kann der Arzt noch zusätzlich Hormone spritzen, allerdings kann es dann zu einer vermehrten Eibläschenbildung und damit auch zu Mehrlingsschwangerschaften kommen.

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