Schlagwort: Verhütungsmittel

  • Hormonfreie Verhütung: Schonend und sicher

    Hormonfreie Verhütung: Schonend und sicher

    Wenn es um das Thema Verhütung geht, denken sowohl Männer als auch Frauen meist als erstes an die Antibaby-Pille. Diese verspricht, regelmäßig eingenommen, einen sehr hohen Verhütungsschutz und wird deswegen häufig verwendet. Immer öfter wird die „Pille“, so ihr Spitzname, von Frauen aber auch in Frage gestellt. Die darin enthaltenen Hormone haben nicht nur einen massiven Einfluss auf den Körper. Längst ist nachgewiesen, dass die Antibaby-Pille auch Erkrankungen wie Thrombose und Depressionen hervorrufen kann. Kein Wunder also, dass der Trend wieder hin zur hormonfreien Verhütung geht. Aber welche Möglichkeiten gibt es diesbezüglich eigentlich?

    Die Vorteile von hormonfreier Verhütung

    Hormonfrei verhüten – das bedeutet in erster Linie: Keinen künstlichen Einfluss auf die Abläufe im Körper nehmen. Während beispielsweise Antibaby-Pille oder das Verhütungspflaster dem weiblichen Organismus vorspielen, dauerhaft schwanger zu sein, wirken nichthormonelle Verhütungsmittel auf völlig andere Weise. Hier geht es darum, das Sperma durch eine Barriere davon abzuhalten, zur weiblichen Eizelle vorzudringen. Eine Befruchtung wird also (sozusagen) manuell verhindert. Die Möglichkeiten der hormonfreien Verhütung werden auch als Barrieremethoden bezeichnet. Ihre Vorteile lassen sich wie folgt zusammenfassen:

    • Körper wird nicht belastet oder hormonell beeinflusst
    • Teilweiser Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
    • Hohe Sicherheit bei richtiger Verwendung

    Die Nachteile von hormonfreier Verhütung

    Wo es Vorteile gibt, sind Nachteile häufig nicht weit entfernt. Auch im Fall der hormonfreien Verhütung gibt es einige Schattenseiten, die an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben sollen. Im Falle der nichthormonellen Verhütung lassen sich die folgenden Nachteile festhalten:

    • Geschlechtsverkehr ist nicht immer spontan möglich (wenn das Verhütungsmittel nicht parat ist)
    • Es ist immer eine gewisse Vorbereitung notwendig
    • Bei falscher Handhabung oder Beschädigung verschwindet der Verhütungsschutz

    Die meisten Menschen, die nach wie vor auf die hormonelle Verhütung schwören, wissen die Spontanität zu schätzen. Antibaby-Pille, Spirale, Pflaster und Co. sorgen dafür, dass nur selten aktiv über Verhütung nachgedacht werden muss. Sex wird infolgedessen als spontaner, natürlicher und oftmals auch intimer wahrgenommen. Das nervöse Herumfummeln mit einem Kondom oder das ungeschickte Einsetzen eines Diaphragmas gelten nach wie vor als klassische Stimmungskiller, die die Lust schnell zum Frust werden lassen.

    Der Klassiker der hormonfreien Verhütung: Das Kondom

    Wenn es um Verhütung mithilfe von Barrieremethoden geht, muss natürlich zu allererst das altbewährte Kondom genannt werden. Die Geschichte dieser Verhütungsmethode ist lang und eng mit der Sexualität des Menschen verbunden. Während vor langer Zeit nicht nur Tierdärme, sondern auch Leinensäckchen, Häute, Leder und viele andere Materialien genutzt wurden, um das Sperma abzuhalten, hat sich inzwischen Latex durchgesetzt. Das ist nicht nur für die meisten Menschen verträglich, sondern auch besonders „gefühlsecht“. Die Handhabung des Kondoms ist einfach:

    • Setzen Sie das Kondom auf die Eichel
    • Drücken Sie das Reservoir vorsichtig mit zwei Fingern zu
    • Rollen Sie das Kondom nach unten bis zum Schaft
    • Überprüfen Sie den sicheren Sitz

    Kondome gelten als sichere Verhütungsmethode – wenn sie nicht ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben und nicht beschädigt wurden. Einen riesigen Pluspunkt erhalten die „Verhüterlis“, weil sie der einzige wirkungsvolle Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten sind. Darum sollten Kondome immer dann zum Einsatz kommen, wenn Sie sexuellen Kontakt zu einer fremden Person haben.

    Verhütung mit zwei Komponenten: Das Diaphragma

    Das Diaphragma funktioniert ähnlich wie das Kondom, wird aber in die Scheide der Frau eingesetzt. Hier umschließt es den Muttermund und sorgt dafür, dass keine Spermien eindringen können. Wichtig: Wenn Sie sich für die hormonfreie Verhütung mit einem Diaphragma entscheiden, müssen Sie immer auch ein spezielles Gel verwenden. Dieses lähmt die Spermien und tötet sie letztendlich ab. Diaphragmen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und können mehrmals verwendet werden.

    Weitere Möglichkeiten der hormonfreien Verhütung

    Kupferspirale Abgegebene Kupferionen verhindern eine Befruchtung. Die Kupferspirale wird vom Frauenarzt eingesetzt.
    Temperaturmethode Diese Methode kann zur hormonfreien Verhütung oder beim Kinderwunsch genutzt werden. Durch akribisches Messen der Körpertemperatur und Protokollierung werden fruchtbare Tage ermittelt.
    Beobachtung vom Zervixschleim Diese Form der hormonfreien Verhütung wird auch als Zwei-Tage- oder Billings-Methode bezeichnet. Durch Beobachtung und Dokumentation des Zerfixschleims werden fruchtbare Tage bestimmt.

    Bild: © Depositphotos.com / mjth

  • Die Pille absetzen – was sollten Frauen beachten?

    Die Pille absetzen – was sollten Frauen beachten?

    Es gibt viele Frauen, die die Pille absetzen und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Eine geplante Schwangerschaft kann einer dieser Gründe sein, auch eine Unverträglichkeit oder zu viele Nebenwirkungen sind Faktoren, warum Frauen die Pille absetzen. In einigen Situationen ist es zudem aus gesundheitlicher Sicht notwendig, die Pille abzusetzen. Vor allem Frauen, die die Pille über einen langen Zeitraum eingenommen haben, sollten sich vor dem Absetzen über mögliche Reaktionen des Körpers informieren, denn nicht immer ist es so einfach, die Pille einfach abzusetzen.

    Die Vorteile der Pille

    Millionen Frauen zwischen 14 und 49 Jahren nehmen weltweit die Antibabypille. Selbst wenn die Pille in den letzten Wochen und Monaten negativ in die Schlagzeilen gekommen ist, bietet sie auch einige Vorteile. Wenn sie richtig eingenommen wird, dann ist die Pille ein sicheres Verhütungsmittel, außerdem ist die monatliche Blutung deutlich schwächer und kürzer. Frauen, die mit Hautunreinheiten zu kämpfen haben, können das mit der Pille beheben, trotzdem sollte die Pille nicht als eine Art Lifestyle-Produkt betrachtet werden, das für eine schönere Haut, festere Fingernägel und dichtes, glänzendes Haar sorgt.

    Welche Gesundheitsrisiken gibt es?

    Nicht jede Frau kann die Pille einnehmen, und wenn sich bestimmte Krankheitsbilder zeigen, dann müssen Frauen sogar die Pille absetzen. Das ist bei einer tiefen Beinthrombose der Fall, aber auch bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse und nach einem Herzinfarkt. Wenn Frauen zu Gallenblasenkoliken neigen, dann sollten sie die Pille absetzen, das Gleiche gilt auch bei epileptischen Anfällen. Auch muss die Pille sofort abgesetzt werden, wenn plötzliche Sehstörungen auftreten, sich starke Kopfschmerzen einstellen oder der Blutdruck ansteigt.

    Die möglichen Nebenwirkungen

    Die Rezeptur der Pille wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verbessert, trotzdem lassen sich Nebenwirkungen nicht ganz ausschließen. Eine deutliche Gewichtszunahme kann eine Nebenwirkung der Pille sein, ebenso wie Übelkeit und Erbrechen. Kopfschmerzen und sexuelle Unlust machen vielen Frauen zu schaffen, wenn sie die Pille nehmen, auch häufige Pilzinfektionen und Stimmungsschwankungen gehören zu den Nebenwirkungen und veranlassen Frauen, die Pille abzusetzen.

    Die Pille absetzen – ändert sich der Zyklus?

    Frauen, die die Pille absetzen, müssen mit Veränderungen ihres Zyklus rechnen. Wird die Pille abgesetzt, dann stellt der Körper wieder auf den natürlichen Hormonzyklus um, der Zustand der künstlichen Schwangerschaft wird aufgegeben. Die Pille absetzen heißt, es kommt wieder in regelmäßigen Abständen zu einem Eisprung und damit auch zur Periode. Rund die Hälfte der Frauen, die die Pille absetzt, hat keinerlei Beschwerden, bei ihnen pendelt sich der Zyklus schnell wieder ein. Bei anderen Frauen verläuft das Absetzen der Antibabypille aber nicht so reibungslos, sie bekommen Zwischenblutungen und haben einen verkürzten oder verlängerten Zyklus. Vielfach wird die Periode von starken Schmerzen begleitet, das ist vor allem bei Frauen zu beobachten, die schon in jungen Jahren die Pille eingenommen haben, als der Zyklus sich noch nicht eingependelt hatte.

    Mögliche Risiken für die Gesundheit

    Wird die Pille abgesetzt, dann reagiert auch die Haut, es können sich Pickel bilden, zudem ist eine starke Akne nicht auszuschließen und es kann zu Haarausfall und zu fettigen Haaren kommen. Diese „Nebenwirkungen“ verschwinden wieder, aber ein Gang zum Arzt kann sich trotzdem lohnen, denn es stehen Medikamente und Therapien gegen diese Beschwerden zur Verfügung. Die Pille absetzen kann auch Folgen für die Psyche haben, und zu diesem Thema gibt es interessante Studien. Evolutionsbedingt suchen sich Frauen nach ihrer genetischen Verfassung einen Mann aus. Frauen, die keine Pille nehmen, legen mehr Wert auf das äußere Erscheinungsbild eines Mannes. Frauen, die die Pille nehmen, achten weniger auf das Aussehen, vermutlich weil ihnen ihr Körper suggeriert, sie seien schwanger und müssen daher nicht an Nachwuchs denken. Wird die Pille hingegen abgesetzt, kann es sein, dass der Partner dann nicht mehr so attraktiv ist.

    Bild: © Depositphotos.com / Annotee

  • Zervixschleim und Kinderwunsch – das Sekret richtig deuten

    Zervixschleim und Kinderwunsch – das Sekret richtig deuten

    Cervix uteri ist der medizinische Ausdruck für den Gebärmutterhals, der ein ganz besonderes Sekret absondert, den sogenannten Zervixschleim. Dieser Schleim ist zähflüssig, milchig-weiß und besteht in der Hauptsache aus Wasser, Enzymen, Zucker, diversen Schleimstoffen, Aminosäuren und Elektrolyte. Die Aufgabe des Schleims ist es, eine Art Pfropf zu bilden und dann den Gebärmutterhals zu verschließen, so wird verhindert, dass Krankheitserreger in den Körper eindringen können. Aber der Schleim ist noch aus einem anderen Grund interessant, denn Zervixschleim und Kinderwunsch gehören eng zusammen.

    Welche Aufgabe hat der Zervixschleim?

    Alle vier Wochen reift eine einzige Eizelle im weiblichen Körper heran und diese eine Zelle ist dann in der Mitte des Zyklus, wenn sie sich vom Eierstock gelöst hat, für zwölf bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Männliche Samenzellen können rund 72 Stunden im weiblichen Körper überleben und so ist jede Frau im gebärfähigen Alter pro Zyklus für vier bis fünf Jahre fruchtbar. Immer abhängig vom jeweiligen Östrogenspiegel verändert der Zervixschleim im Verlauf des Zyklus seine Konsistenz und genau hier kommen Zervixschleim und Kinderwunsch zusammen. Wenn die fruchtbaren Tage und damit auch der Eisprung näher kommen, dann wird mehr Schleim produziert und er wird dünnflüssiger. Frauen, die ihre fruchtbaren Tage besser bestimmen wollen, müssen den Zervixschleim über einen längeren Zeitraum beobachten, um seine Beschaffenheit richtig deuten zu können.

    Zervixschleim und Kinderwunsch – den Schleim richtig deuten

    Weil Zervixschleim und Kinderwunsch eng zusammengehören, müssen Frauen, wenn sie schwanger werden wollen, wissen, wie die Konsistenz des Schleims zu deuten ist. Dazu wird ein wenig Schleim mit dem Finger am Muttermund entnommen und dann zwischen Daumen und Zeigefinger langsam auseinandergezogen. Liegt die letzte Periode noch nicht allzu lange zurück, dann ist der Zervixschleim zäh und dickflüssig und die Frau ist wenig fruchtbar. Da der Schleim zähflüssig ist, hindert er die Spermien daran, in die Gebärmutter einzudringen. Ist der Schleim eher cremig wie eine Lotion und hat eine perlweiße Farbe, dann heißt das ebenfalls nicht fruchtbar. Optimal lassen sich Zervixschleim und Kinderwunsch kombinieren, wenn der Schleim dünnflüssig bis wässrig ist und vom Finger tropft, dann ist er durchlässig und die Spermien können ohne Mühe ihr Ziel erreichen. Ein weiteres Zeichen für die fruchtbaren Tage ist auch, wenn der Zervixschleim „spinnbar“ ist, das heißt, er kann mehrere Zentimeter in die Länge gezogen werden, ohne zu reißen.

    Wie sicher ist der Zervixschleim als Verhütungsmittel?

    Zervixschleim und Kinderwunsch sind eine Sache, Zervixschleim und Verhütung eine andere, denn für die Empfängnisverhütung ist die Deutung des Zervixschleims nur sehr bedingt geeignet. Nicht bei jeder Frau lässt sich die Konsistenz des Schleims wirklich gut deuten, denn es gibt viele Faktoren, die die Beschaffenheit und auch die Qualität des Schleims beeinflussen können. Hormonelle Schwankungen zählen zu diesen Faktoren, ebenso wie Stress oder die Einnahme von Medikamenten, auch bestimmte Erkrankungen machen die Deutung des Schleims unzuverlässig. Während Frauen die schwanger werden möchten, Zervixschleim und Kinderwunsch kombinieren können, sollten sich Frauen, die nicht schwanger werden möchten, sich auch nicht auf die Beschaffenheit des Schleims verlassen, denn ein sicheres Verhütungsmittel stellt er nicht dar. Laut des sogenannten Pearl-Index liegt die Deutung des Zervixschleims als Verhütungsmethode bei fünf und das heißt, von 100 Frauen, die auf diese Weise verhüten, werden fünf schwanger. Im Vergleich dazu liegt die Temperaturmess-Methode bei 0,3 und ist damit um einiges sicherer.

    Frauen, die mithilfe des Zervixschleims schwanger werden möchten oder verhüten wollen, sollten einen sehr regelmäßigen Zyklus haben und sich mit dieser Methode vertraut machen. Es kann viele Monate dauern, um die Beschaffenheit des Schleims richtig deuten zu können. Für Frauen, die einen unregelmäßigen Zyklus haben, ist die Deutung des Zervixschleims weder für den Kinderwunsch noch als Verhütungsmittel zu empfehlen.

    Bild: © Depositphotos.com / arvebettum

  • Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

    Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

    Rund 50.000 Männer in Deutschland lassen sich jedes Jahr sterilisieren. Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist oder die Partnerin keine klassischen Verhütungsmittel wie die Pille vertragen kann, dann bleibt als einziger Ausweg oft nur die Vasektomie, die aber für die meisten Männer einen schweren Schritt bedeutet. Sie fühlen sich oftmals nicht mehr als „richtiger Mann“ und haben die Angst, ihre Erektionsfähigkeit zu verlieren. Selbst wenn das nicht der Fall ist, eine Sterilisation hat nach wie vor einen faden Beigeschmack. Aber dieser Schritt muss nicht endgültig sein, denn man kann heute eine Sterilisation rückgängig machen.

    Wunschkinder trotz Sterilisation

    Die Familienplanung wurde durch eine Vasektomie abgeschlossen, aber plötzlich gibt es eine neue Liebe und damit vielleicht auch den Wunsch nach einem weiteren Kind. Tatsächlich sind bei 97 % der Männer, die sterilisiert wurden, eine neue Partnerin und damit auch der Kinderwunsch die Gründe, die eine erneute Operation notwendig machen. Diese Männer wollen die Sterilisation rückgängig machen, um wieder Vater werden zu können. Da die OP aber sehr aufwendig ist, sind nur rund 15 % der Männer bereit, die sogenannte Refertilisation auch tatsächlich machen zu lassen, um so die Fruchtbarkeit wieder herzustellen.

    Die Sterilisation rückgängig machen – wie funktioniert das?

    Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt. Um diese Samenleiter wieder zusammenzufügen und durchgängig zu machen, ist eine aufwendige Operation notwendig. Der Eingriff dauert in der Regel nicht länger als zwei Stunden, er wird immer unter Vollnarkose durchgeführt und der Chirurg arbeitet dabei unter anderem auch mit einem OP-Mikroskop. Das Nahtmaterial ist extrem dünn, denn der Samenleiter hat einen Durchmesser von gerade einmal drei Millimetern. Um den Samenkanal wieder durchlässig zu machen, ist zudem Präzision gefordert, denn auch hier liegt der Durchmesser bei 0,3 bis maximal 0,5 Millimetern. Der Arzt kann die Sterilisation nur dann rückgängig machen, wenn eine neue Verbindung die beiden durchtrennten Enden der Samenleiter wieder zusammenführt. Noch während der Operation wird überprüft, ob ein ausreichender Gehalt an Samen nachgewiesen werden kann, das gelingt heute auch dank der modernen Chirurgie, in 80 % aller operierten Männer.

    Wie hoch ist die Erfolgsquote?

    Wenn ein Mann eine Sterilisation rückgängig machen lassen möchte, dann gelingt das nicht immer. Wie erfolgreich die OP ist, das hängt vor allem davon ab, wie lange die Samenleiter durchtrennt waren. Grundsätzlich gilt, je länger die Vasektomie zurückliegt, umso schwieriger wird es, die Samenleiter wieder miteinander zu verbinden. Wer eine Sterilisation rückgängig machen lassen will, der sollte sich in jedem Fall an einen Spezialisten wenden, der den Eingriff schon mindestens 50 Mal durchgeführt hat. In Deutschland gibt es nur ungefähr zehn Urologen, die eine solche Erfahrung haben, um diese sehr filigrane Arbeit mit modernen Instrumenten, einer sehr ruhigen Hand und einem guten Auge durchzuführen.

    Wie wahrscheinlich ist eine Schwangerschaft?

    Männer, die eine Sterilisation rückgängig machen, bekommen keine Garantie, dass sie noch einmal Vater werden. Daher sollte drei Monate nach der Refertilisierung ein Spermiogramm gemacht werden, um zu überprüfen, ob im Ejakulat auch Samenzellen nachgewiesen werden können. Je nach Verfahren ist das erfreulicherweise bei 70 % bis 90 % der Patienten der Fall. Aber nicht nur die Kunst des Arztes ist dafür verantwortlich, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht, auch das Alter der Frau spielt eine entscheidende Rolle. Wenn ein Mann acht Jahre eine Vasektomie hatte und mit einer Frau ein Kind zeugen möchte, die 32 Jahre alt ist, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Wunschkind klappt, bei rund 70 %. Ist die Frau aber schon 40 Jahre alt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei den gleichen Voraussetzungen beim Mann bei nur rund 20 %. Wenn jedoch alles stimmt, dann kann der Schwangerschaftstest nach nur acht Wochen positiv sein.

    Bild: © Depositphotos.com / gwolters

  • Ist Verhütung während der Stillzeit notwendig?

    Ist Verhütung während der Stillzeit notwendig?

    Wer sich auf die alte Hebammenweisheit verlässt, dass Frauen, die stillen, nicht schwanger werden können, der kann eine Überraschung erleben, denn die Stillzeit schützt definitiv nicht vor einer erneuten Schwangerschaft. Als Verhütungsmittel ist das Stillen also nicht geeignet, aber was ist an dieser Weisheit dran und warum hält sich die Aussage immer noch, dass Stillen eine Schwangerschaft verhüten kann? Nach wie vor sind viele Frauen davon überzeugt, dass sie automatisch davor geschützt sind, wieder schwanger zu werden, wenn sie ihr Baby stillen.

    Verhütung durch Hormone

    Immer dann, wenn eine Frau ihr Baby an die Brust legt, um es zu stillen, dann setzt der Körper ein bestimmtes Hormon frei, das Prolaktin. Dieses spezielle Hormon beeinflusst nicht nur die Milchproduktion und die Milchdrüsen, es hat auch die Fähigkeit, den Eisprung zu hemmen. Auf diese Weise wirkt das Prolaktin wie ein Verhütungsmittel. Wissenschaftlich bewiesen ist aber auch, dass das Hormon alleine zur Verhütung keinesfalls ausreicht, denn wenn zwischen zwei Stillzeiten mehr als vier Stunden liegen, dann sinkt der Hormonspiegel und es kann zum Eisprung kommen. Da die meisten Frauen ihre Babys unmittelbar nach der Geburt relativ oft anlegen, kann die Verhütung durch das Hormon gelingen, darauf verlassen sollte man sich aber nicht.

    Verhütung bis zur nächsten Periode?

    Wann die normale Regelblutung und damit auch der Eisprung nach der Geburt einsetzt, das lässt sich nicht pauschalisieren. Vielfach kommt die erste Periode bei den Frauen, die nicht stillen, nach vier bis sechs Wochen, bei Frauen, die ihr Kind nur eingeschränkt stillen und früh zufüttern, können zwei bis drei Monate vergehen, bis es wieder zum Eisprung kommt. Frauen, die ihr Baby voll stillen, warten zwischen sechs und 18 Monate darauf, dass die Periode wieder einsetzt. In dieser Zeit wird zwar das Hormon Prolaktin immer wieder aktiviert, eine zusätzliche Verhütung ist aber dennoch Pflicht für alle Frauen, die nicht gleich wieder Mutter werden möchten.

    Welche Verhütungsmethode kommt infrage?

    Es ist relativ schwer, während der Stillzeit das richtige Verhütungsmittel zu finden. Das Messen der Basaltemperatur kommt als Verhütung während der Stillzeit nicht infrage, denn in den ersten Wochen nach der Entbindung schlafen frischgebackene Mütter bekanntlich nicht allzu gut und auch die hormonellen Schwankungen machen eine verlässliche Fieberkurve unmöglich. Nicht zu empfehlen sind auch Verhütungsmethoden, bei denen die Hormone im Urin gemessen werden, um den Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen. Ein Diaphragma kommt ebenfalls nicht infrage, da sich die Gebärmutter und der Muttermund nach der Geburt zurückbilden und es deshalb Schwierigkeiten bei der Anpassung des Verhütungsmittels gibt. Auch die Spirale ist für die Verhütung stillender Mütter keine Option. Wird sie früher als drei Monate nach der Entbindung eingelegt, dann besteht das Risiko einer Infektion.

    Ist die Pille eine Lösung?

    Die Anti-Baby-Pille ist das verlässlichste unter den Verhütungsmitteln. Nur in der Stillzeit ist die Pille keine gute Wahl, denn die Pille enthält Gestagene und Östrogene und die beeinträchtigen die Milchbildung negativ. Die Menge der Milch und auch der Gehalt an Nährstoffen gehen zurück und das Baby wird nicht mehr optimal ernährt. Östrogen wandert zudem in die Muttermilch und gelangt auf diese Weise in den kindlichen Kreislauf. Wird die sogenannte Minipille zur Verhütung eingesetzt, die nur Gestagen enthält, dann hat das zwar keinen Einfluss auf die Milchmenge, aber die Qualität der Muttermilch wird schlechter, denn auch hier nimmt der Nährstoffgehalt ab. Wenn die Minipille als Verhütungsmittel zum Einsatz kommen soll, dann erst acht Wochen nach der Entbindung. Was bleibt, sind Kondome und Paare, die ganz sicher sein wollen, sollten zusätzlich Spermizid-Gele oder auch ein Scheidenzäpfchen verwenden, denn diese Verhütungsmittel haben keinen negativen Einfluss auf die Muttermilch und sie sorgen effektiv dafür, dass es nicht zu einer erneuten Schwangerschaft kommt.

    Bild: © Depositphotos.com / tiplyashin

  • Thrombose – Risikofaktor Antibabypille

    Thrombose – Risikofaktor Antibabypille

    Eine neue Studie, die von der TKK, der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben wurde, sorgt für Aufregung und Sorge, denn diese Studie hat Risiken und Nutzen der neuen Antibabypillen genau untersucht. Die Ergebnisse sind besorgniserregend, denn die neueren Präparate stellen ein hohes Risiko für eine Thrombose dar. Dass die Pille Nebenwirkungen hat, das ist schon bekannt, seit es das sichere Verhütungsmittel gibt, aber dass die Zusammensetzung eine so gravierende Rolle spielt, das wurde erst jetzt durch die Studie klar, die der Bremer Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske im Auftrag der TKK erstellt hat.

    Die Pille der dritten Generation

    Es sind die neuen Pillen, die sogenannten Antibabypillen der dritten Generation, die das Risiko, eine Thrombose zu bekommen, erheblich größer machen, als das bei den Vorgängerpräparaten der Fall war. Die Studie spricht von neun bis zwölf Embolien pro 10.000 Frauen im Jahr. Damit stellen die neuen Pillen ein zweimal so großes Risiko für eine Thrombose dar, im Unterschied zu den Pillen der ersten und zweiten Generation. Auch die Pillen der zukünftigen vierten Generation stellen ein ähnlich hohes Risiko dar, eine lebensgefährliche Thrombose zu bekommen.

    Thrombose Kritik an den Herstellern

    Junge Frauen, die nicht übergewichtig sind und nicht rauchen, galten in der Vergangenheit nicht als Risikopatientinnen. Das hat sich jetzt geändert, denn auch Frauen, die gesund leben, laufen Gefahr eine Thrombose zu bekommen. Kritik übt die Studie vor allem an den Herstellern, die ihre Antibabypillen wie ein Must-have bewerben und nicht müde werden, die Vorzüge der Verhütungsmittel in den Vordergrund zu stellen. So wird zum Beispiel in den sozialen Netzwerken wie Facebook ganz gezielt für die Pille als Mittel für die Schönheit geworben. Die Pharmaunternehmen werben für die Pille, jedoch informieren sie nur unzureichend über die Risiken, wie eine Thrombose.

    Die Warnungen der Behörden

    Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt schon seit einiger Zeit vor einem Thromboserisiko besonders bei Frauen, die die Pille zum ersten Mal nehmen oder die unter 30 Jahre alt sind. Für diese Frauen ist es sinnvoller und vor allen Dingen auch ungefährlicher, eine Pille der ersten oder zweiten Generation zu nehmen, die ebenso gut und sicher verhüten, wie die neuen Antibabypillen. Auch Frauen, die rauchen oder Übergewicht haben, sollten beim Arzt um ein Rezept für eine der älteren Pillen bitten, denn sie sind besonders gefährdet.

    Neu ist nicht immer besser

    Nur weil die Pille neu ist und beworben wird, heißt das noch lange nicht, dass sie auch besser ist. Von den sieben Millionen Frauen, die in Deutschland die Pille regelmäßig nehmen, geben immer mehr als Grund für die Einnahme an, dass sie sich von der Pille weniger Pickel, eine schönere Haut und glänzenderes Haar versprechen. Dass die Pille eigentlich ein Mittel gegen eine ungewollte Schwangerschaft ist, das hat heute keine Priorität mehr.

    Bild: © Depositphotos.com / ginasanders