Schlagwort: Verstopfung

  • Hämorriden – unangenehm, aber ungefährlich

    Hämorriden – unangenehm, aber ungefährlich

    Hämorriden gehören zu den Leiden, über die die Betroffenen nicht gerne sprechen. Das ist auch ein Grund, warum es so viele Vorurteile gibt. Dabei gibt es keinen Grund, die Probleme im After zu verschweigen, denn dieses Problem kann praktisch jeden treffen.

    Wenn im Stuhl Blut ist, dann sollte keiner in Panik verfallen und sofort an Darmkrebs denken, denn es könnten auch Hämorriden sein.

    Verschwinden Hämorriden von selbst wieder?

    Es ist ein Fehler, sich für eine Selbsttherapie zu entscheiden und sich selbst zu behandeln. Wenn überhaupt, dann helfen Zinksalbe oder eine besondere Salbe aus der Apotheke nur in einem sehr frühen Stadium. Wenn es brennt und juckt, dann können auch Zäpfchen helfen, besser ist es aber zu einem Arzt zu gehen. Der Arzt wird dann wahrscheinlich eine Salbe mit Cortison verschreiben, die allerdings nicht lange benutzt werden darf. Damit die Hämorriden nicht größer werden, hilft eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Ballaststoffen, viel Bewegung, ein weiches Toilettenpapier und lauwarmen Wasser zum Spülen. Feuchtes Toilettenpapier ist allerdings keine gute Wahl, denn das kann zu Entzündungen und im schlimmsten Fall sogar zu Ekzemen führen.

    Sind Hämorriden schmerzhaft?

    Die Hämorriden sind genau genommen mit einem Geflecht zu vergleichen, das sich oberhalb des Schließmuskels befindet. Wenn sich in diesem Geflecht knotige Ausbuchtungen bilden, dann werden diese umgangssprachlich als Hämorriden genannt. Es kann sich auch Schleim bilden und dieser Schleim reizt die empfindliche Haut am After und das führt zu einem unangenehmen Jucken und Brennen, viele Betroffene haben auch ein Fremdkörpergefühl. Schmerzen treten immer nur dann auf, wenn eine der Hämorriden eingeklemmt ist oder wenn es Einrisse in der Haut des Afters gibt.

    Sind nur ältere Menschen betroffen?

    Es ist ein weiterer Irrtum, dass nur ältere Menschen betroffen sind, denn Hämorriden können auch bei 30-jährigen schon auftreten, ältere Menschen sind weniger betroffen. Statistisch gesehen hat jeder Zweite über 50 Probleme und auch viele Frauen bekommen nach der Geburt Hämorriden. Schuld daran sind die Presswehen, wenn nach der Geburt das Problem mit dem After auftritt.

    Wie unangenehm ist der Besuch beim Arzt?

    Die meisten Betroffenen schieben den Besuch bei einem Arzt immer wieder hinaus, weil sie sich genieren. Dabei ist die Untersuchung nicht schmerzhaft und dauert auch nicht allzu lange. Vor allem in einem frühen Stadium ist es nicht schlimm, denn wenn das Problem im wahrsten Sinne des Wortes immer größer wird, dann kann es passieren, dass nur noch eine Operation helfen kann, und die wird in einem Krankenhaus vorgenommen. Wer einen Facharzt sucht, der sollte zu einem Proktologen gehen, einem Facharzt für den Darm, denn viele dieser Fachärzte bieten auch eine ambulante OP an. Operiert werden müssen aber nur rund 10 % der Patienten, und auch hier ließen sich viele Eingriffe vermeiden, wenn der Patient früher zu einem Arzt gegangen wäre.

    Sind zu scharfe Speisen schuld?

    Ein hartnäckiges Gerücht hält sich schon sehr lange und es besagt, dass Hämorriden von zu scharf gewürzten Speisen verursacht werden. Das stimmt definitiv nicht, aber wenn die Afterhaut schon verletzt ist und brennt, dann sorgen scharf gewürzte Speisen dafür, dass das Brennen noch verstärkt wird. Ein Auslöser kann eine chronische Verstopfung sein, aber auch wenn sehr viel Zeit auf der Toilette verbracht wird, denn dann hängt der Beckenboden durch und das kann zu Problemen mit dem After führen. Ein Toilettengang sollte daher nicht länger als maximal drei Minuten dauern.

  • Der Hausapotheke Inhalt – Was gehört eigentlich in die Hausapotheke

    Der Hausapotheke Inhalt – Was gehört eigentlich in die Hausapotheke

    Der Hausapotheke Inhalt – Was gehört hier rein ?

    Vier von fünf Deutschen haben zu Hause eine Apotheke, aber nur gut ein Drittel überprüft den Hausapotheke Inhalt auch in regelmäßigen Abständen. Dabei sollte der Hausapotheke Inhalt mindestens einmal im Jahr gründlich überprüft werden, damit im Notfall auch alles schnell zur Hand ist, was gebraucht wird.

    Wie sieht die Grundausstattung einer Hausapotheke aus?

    Zum Hausapotheke Inhalt gehört vor allem eine Grundausstattung, die wie folgt aussieht:

    • Ein Mittel gegen Schmerzen und gegen grippale Infekte
    • Je ein Mittel gegen Magenbeschwerden, Blähungen und Sodbrennen
    • Desinfektionsmittel für Wunden und eine Heilsalbe
    • Sterile Mullbinden und Kompressen
    • Wund- und Verbandspflaster
    • Je ein Mittel gegen Durchfall, Verstopfung und Erbrechen
    • Eventuell auch ein fiebersenkendes Mittel
    • Ein Fieberthermometer

    An der Tür der Hausapotheke sollte eine Liste mit wichtigen Notrufnummern angebracht werden, auf der unter anderem auch die Telefonnummer des Hausarztes stehen sollte.

    Was gehört sonst noch zum Hausapotheke Inhalt?

    Eine Salbe gegen Insektenstiche darf in keiner Hausapotheke fehlen und auch ein schmerzstillendes und kühlendes Gel gegen Zerrungen, Hämatome und Prellungen gehört zum Hausapotheke Inhalt. Sterile Kompressen für Brandwunden und auch ein wasserdichter Fixierverband sollte in einer Hausapotheke zu finden sein. Verbandswatte und eine Pinzette sollten ebenso wenig fehlen wie Einweghandschuhe. Eine Zeckenzange kann im Sommer sehr hilfreich sein und sollte ebenfalls zum Hausapotheke Inhalt zählen, und eine Verbandsschere kann im Notfall gute Dienste leisten.

    Die Hausapotheke regelmäßig überprüfen

    Es ist notwendig, einmal pro Jahr den Hausapotheke Inhalt zu überprüfen, denn viele verschreibungspflichtige Medikamente haben ein Verfallsdatum. Sind Medikamente dabei, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, dann sollten diese Medikamente ordnungsgemäß entsorgt werden. Besonders Cremes, Lotions und Gels sind sehr empfindlich, denn wenn sie mit Sauerstoff in Berührung kommen, dann oxidieren sie und werden unbrauchbar.

    Gehören Nasensprays und Augentropfen zum Hausapotheke Inhalt, dann dürfen sie ebenfalls nicht mehr nach dem Haltbarkeitsdatum verwendet werden, denn in Sprays und Tropfen können sich Bakterien bilden, die gefährlich werden können. Das Gleiche gilt auch für die Flüssigkeit, in der Kontaktlinsen aufbewahrt werden. Auch hier ist es wichtig, diese Reinigungsflüssigkeit regelmäßig zu erneuern, damit sich keine schädlichen Bakterien bilden können.

    Wo ist die Hausapotheke am besten aufgehoben?

    So wichtig wie der Hausapotheke Inhalt, so wichtig ist auch der richtige Standort. Die meisten haben ihre Hausapotheke im Badezimmer, aber dort ist der falsche Ort, um Medikamente, Pflaster und Verbände aufzubewahren, denn im Badezimmer ist es zu feucht. Ideal ist ein Platz, der dunkel, trocken und kühl ist. Ein perfekter Ort kann das Schlafzimmer, der Flur oder auch ein Vorratsraum sein. Eine Hausapotheke muss vor allen Dingen stabil und auch immer abschließbar sein, wenn Kinder im Haus sind, und auch ein erhöhter Standort ist sinnvoll, damit Kinder nicht herankommen. Wichtig ist es zudem, den Schlüssel der Hausapotheke immer am gleichen Ort aufzubewahren, denn wenn es zu einem Notfall kommt, dann sollte der Schlüssel sofort gefunden werden.

    Wer noch keine Hausapotheke hat und sich eine anschaffen möchte, der sollte den Hausapotheke Inhalt mit einem Apotheker besprechen. Er stellt den Inhalt fachkundig zusammen und weiß, welche Medikamente unbedingt in einer Hausapotheke vorhanden sein sollten. In einer gut sortierten Apotheke kann man auch den passenden Schrank in verschiedenen Größen finden.

  • Hilfe bei Verstopfung – Was hilft?

    Hilfe bei Verstopfung – Was hilft?

    Natürliche Hilfe bei Verstopfung

    Wie häufig sich der Darm entleert, das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein Richtwert ist mindestens dreimal pro Woche, aber während die einen zweimal am Tag zur Toilette müssen, haben andere Schwierigkeiten damit, alle zwei Tage einmal zur Toilette zu gehen. Von einer Verstopfung ist aber immer dann die Rede, wenn der Darm sich in einem Zeitraum von drei Monaten weniger als dreimal in der Woche entleert. Zwei weitere Kriterien, die auf eine Verstopfung hinweisen sind, dass ein starker Pressdruck herbei geführt werden muss und dass der Darm sich nicht komplett entleert.

    Wenn das der Fall ist, dann muss nicht immer ein Abführmittel genommen werden, es gibt einige gute Hausmittel gegen Verstopfung, die dabei helfen den Darm auf natürliche Art und Weise zu entleeren.

    Kaffee und Brot bei Verstopfung

    Zwei natürliche Hausmittel gegen Verstopfung sind grobes Brot und Bohnenkaffee. Um den Darm auf Trab zu bringen, sollten Sie morgens eine Tasse Kaffee ohne Milch, Zucker und Süßstoff trinken und dazu eine trockene Scheibe grobes Brot, zum Beispiel ein Schwarzbrot oder ein Körnerbrot essen. Der Kaffee und auch das Brot stimulieren den Darm und lassen ihn aktiv werden.

    Hilfe durch Obst bei einer Verstopfung

    Einige Obstsorten sind ein bewährtes natürliches Hausmittel gegen Verstopfung. So kann ein Glas gut gekühlter Fruchtsaft auf nüchternem Magen hilfreich sein, damit der Darm aktiv wird. Kirschen bietet die vielleicht leckerste Möglichkeit, um die Obstipation loszuwerden. Viele Ärzte empfehlen ihren Patient diese süßen Hausmittel gegen Verstopfung und verordnen eine Kur, bei der jeden Tag ein Kilo Kirschen gegessen werden muss. Kirschen enthalten zwar kein Natrium, also kein Salz, dafür aber eine Menge Kalium. So werden nicht nur die Nieren beschäftigt, auch der Darm muss arbeiten. Übrigens, es müssen keine frischen Kirschen vom Baum sein, besser sind Kirschen aus dem Glas.

    Himbeeren und Himbeersaft sind nicht nur Vitaminbomben, sie sind auch ein gutes Hausmittel gegen Verstopfung. Ideal ist eine Mischung aus Himbeeren und Rhabarber, denn diese beiden Früchte ergänzen sich hervorragend und machen einen trägen Darm wieder munter.

    Entschlackend wirkt die Birne, die ebenfalls ein hervorragendes Hausmittel gegen Verstopfung ist. Wenn Sie vielleicht Probleme damit haben ausreichend zu trinken, dann kann eine Birne diese Lücke auf gesunde Weise schließen und den Darm anregen. Pflaumen gibt es das ganze Jahr über entweder frisch oder aber in getrockneter Form zu kaufen, und auch sie sind ein sehr wirksames Hausmittel gegen Verstopfung.

    Die richtigen Getränke bei Verstopfungen

    Vielfach sind es Keime, die eine Verstopfung auslösen. Um den Darm von schädlichen Keimen zu befreien, ist Apfelessig eine gute Wahl. Damit der Darm sich nicht ausruhen kann, sollten Sie vor jeder Mahlzeit ein Glas Mineralwasser mit einem Esslöffel Apfelessig trinken. Auch Holunder gehört zu den Hausmitteln, die vielseitig sind und auch bei einer Verstopfung helfen können. Schon zwei Gläser Holundersaft zu den Mahlzeiten helfen dabei, die Verstopfung zu beheben.

    Ein Glas Wein kann ebenfalls zu einer besseren Verdauung verhelfen, aber nur in Maßen. Ein frischer junger Weißwein gilt als bewährtes Hausmittel gegen Verstopfung, und der Wein sorgt zudem dafür, dass der Darm von schädlichen Keimen und Bakterien befreit wird. Oft reicht aber schon ein lauwarmes Glas Wasser am Morgen, damit der Darm aktiv werden kann, und wer es schafft, der sollte auch einen Teelöffel Salz ins Wasser rühren und es dann nüchtern trinken.

    Wenn die natürlichen Hausmittel gegen Verstopfung nicht die gewünschte Hilfe bringen und die Verstopfung länger anhält, dann sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, der der Ursache auf den Grund geht.

  • Ernährung in der Schwangerschaft

    Ernährung in der Schwangerschaft

    So wichtig ist die richtige Ernährung in der Schwangerschaft

    Noch immer glauben viele Frauen, wenn sie schwanger werden, dass sie in den nächsten neun Monaten für Zwei essen müssen. Dieser Irrglaube führt immer wieder dazu, dass es zu einer enormen Gewichtszunahme kommt, und auch das spätere Essverhalten des Kindes wird negativ beeinflusst, wenn die Mutter während der Schwangerschaft zu viel zunimmt. Klasse statt Masse sollte das Motto der Schwangerschaftsernährung lauten, denn Frauen, die die Qualität der Quantität vorziehen, haben während und auch nach der Schwangerschaft deutlich weniger Probleme.

    Schwangere Frauen, die zu viel an Gewicht zulegen, riskieren zudem eine Schwangerschaftsdiabetes, die für Mutter und Kind sehr gefährlich werden kann. Aber wie sollte die richtige Ernährung während der 40 Wochen Schwangerschaft aussehen? Was sollten die zukünftigen Mütter essen und was sollten sie besser von der Speisekarte streichen?

    Ernährung in der Schwangerschaft – Die wichtigen Bausteine

    Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat steigt die Zahl der Kalorien, die Mutter und Kind brauchen, nur unerheblich an, was aber sehr wichtig ist, das sind die Bausteine für eine gesunde Ernährung. Dazu gehören unter anderem Spurenelemente, Vitamine und auch Mineralstoffe. Frisches Obst und Gemüse sowie Milchprodukte sollten jetzt auf dem Speiseplan stehen, denn diese Lebensmittel enthalten alles, was das Baby braucht, um gesund und munter ins Leben zu starten.

    Tierische Fette sollten durch pflanzliche Fette ersetzt werden und da schwangere Frauen zu Verstopfungen neigen, ist es eine gute Idee auf eine ballaststoffreiche Ernährung umzusteigen und viele Vollkornprodukte einzubauen. Frauen, die gerne Fisch essen, sollten dieser Leidenschaft frönen und mindestens zwei mal in der Woche leckere Fischgerichte essen.

    Was gehört nicht zu einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft?

    Es gibt einige Lebensmittel, die nicht zur gesunden Ernährung in der  Schwangerschaft gehören. So sollten Schwangere zum Beispiel auf Käse aus Rohmilch wie Camembert, Feta und Brie ganz verzichten. Auch Fast Food sollte nicht zu einem Teil der Ernährung gehören, denn Hamburger, Pommes frites und Pizza haben viele Kalorien, aber kaum Nährwerte. Rohe Eier gehören auch nicht zu den Dingen, die schwangere Frauen essen sollten und auch Tatar ist daher in der Schwangerschaft ein Tabu.

    Zu den Lebensmitteln, die schädlich sein können, gehören auch die Salami und geräucherter Fisch, wie beispielsweise die Forelle und der Lachs. Es versteht sich von selbst, dass auch Alkohol kein Thema für Schwangere ist. Kaffee ist nur in Maßen erlaubt, auf Cola sollte aber nach Möglichkeit verzichtet werden, denn sie enthält neben einer Menge Zucker auch Koffein. Nahrungsergänzungsmittel sind bei der Ernährung von schwangeren Frauen nicht unbedingt notwendig, aber es gibt eine Ausnahme und die heißt Folsäure. Da es in der Schwangerschaft auch zu Eisenmangel kommen kann, sollte der Arzt ein Eisenpräparat verschreiben, das bedenkenlos eingenommen werden kann.

    Was müssen Veganerinnen und Vegetarierinnen beachten?

    Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, müssen während der Schwangerschaft nicht Fleisch und Fisch essen, sie sollten aber darauf achten, dass sie ausreichend Vitamine bekommen. Das ist bei einer veganen Ernährung in der Schwangerschaft nicht immer der Fall, denn häufig fehlen die wichtigen Bausteine wie Kalzium, die Vitamine D3 und B12, aber auch Eisen. Damit es nicht zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommt, sollte der Speiseplan für die nächsten neun Monate mit dem Frauenarzt abgesprochen werden. Viele Frauenärzte haben für ihre vegan lebenden Patienten einen Ernährungsplan, an den sich die Schwangere halten sollte, damit das Baby immer mit allem versorgt wird, was es dringend braucht.

  • Die Schilddrüse – die Steuerzentrale des Stoffwechsels

    Die Schilddrüse – die Steuerzentrale des Stoffwechsels

    Der Einfluss der Schilddrüse auf den menschlichen Körper

    Die Schilddrüse lässt sich völlig zu Recht als die Steuerzentrale des Stoffwechsels bezeichnen. Die von ihr gebildeten Hormone wirken auf die Funktionen sämtlicher inneren Organe des Menschen. Über eine so genannte negative Rückkopplung in Form von Botenstoffen sorgt die Schilddrüse dafür, dass die Werte des Stoffwechsels auf einem konstanten Niveau gehalten werden. Daraus wird schon klar, dass sich Störungen der Funktion der Schilddrüse als Symptome einer Fehlfunktion des Stoffwechsels manifestieren. Davon ist der Bindegewebsstoffwechsel genauso betroffen wie der Fettstoffwechsel und der Zuckerstoffwechsel.

    Außerdem beeinflussen die Hormone der Schilddrüse auch die Körpertemperatur. Das wird erreicht, indem diese Hormone den Grundumsatz des Körpers bei der Energieverbrennung steuern. Sie wirken sich ebenfalls auf die Tätigkeit der Schweißdrüsen aus, die bekanntlich das natürliche Kühlsystem des menschlichen Körpers sind. Sogar die Peristaltik des Darms wird über die Schilddrüsenhormone gesteuert. Calciumstoffwechsel und damit das Wachstum werden ebenfalls von der Hormonzentrale Schilddrüse überwacht.

    Daran zeigt sich bereits, wie vielfältig die Palette der Symptome für eine Erkrankung der Schilddrüse sein können. Unklare Erregungszustände können genau wie eine ständige Erschöpfung Anzeichen dafür sein, dass die Schilddrüse nicht richtig funktioniert. Gravierende Änderungen des Körpergewichts ohne Veränderungen der Ess- und Bewegungsgewohnheiten können ebenfalls einen Hinweis auf eine Erkrankung der Schilddrüse sein.

    Zu den weiteren möglichen Symptomen gehören Darmträgheit und Darmüberaktivität. Störungen bei der Entwicklung von motorischen und kognitiven Fähigkeiten bei Kleinkindern müssen keine neurologischen Ursachen haben, sondern können durch eine nicht normgerechte Steuerung durch die Schilddrüse hervor gerufen werden.

    Ständiger Druck und Reiz im Hals ist ebenfalls eines der Anzeichen, die den Arzt dazu bewegen sollten, eine Untersuchung der Schilddrüse durchzuführen. Dafür stehen verschiedene Möglichkeiten vom Labortest über Ultraschall bis hin zu bildgebenden Verfahren mit Kontrastmitteln zur Verfügung. Von ihren Ergebnissen hängt es ab, mit welcher Art der Therapie die Fehlfunktion der Schilddrüse behandelt werden kann.

    Hypothyreose alias Schilddrüsenunterfunktion

    Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, die der Mediziner auch als Hypothyreose bezeichnet, kommt es zu einer Mangelversorgung des Körpers mit Thyroxin und Trijodthyronin. Sie kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein.
    Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion wird heute durch die Standarduntersuchungen bei Säuglingen sehr früh erkannt. Sie lässt sich durch einen einfachen Bluttest nachweisen. Statistiken gehen davon aus, dass es bei zehntausend Neugeborenen zwei Betroffene gibt. Wird der Hormonmangel nicht behandelt, fällt das Baby dadurch auf, dass die typische Neugeborenengelbsucht länger dauert, und dass sie ein deutlich über dem Durchschnitt liegendes Schlafbedürfnis haben. Auch optische Abweichungen des Gesichts von der „Norm“ sind sehr bald zu beobachten. Im weiteren Verlauf sind Verzögerungen beim Wachstum und Störungen der geistigen Entwicklung auffällig.

    Erste Anzeichen einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion sind Antriebslosigkeit und Minderungen der Leistungsfähigkeit. Menschen mit dieser Erkrankungen tendieren auch zum schnellen Frieren, da die Schilddrüse auch für die Steuerung der Körpertemperatur zuständig ist. Der Appetit lässt nach und es zeigen sich Minderungen in der Gedächtnisleistung. Ist die Schilddrüsenunterfunktion stärker ausgeprägt, kann es auch zu vorübergehenden oder dauerhaften Depressionen kommen.

    Weitere Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion sind Verstopfungen, ein niedriger Blutdruck sowie ein verlangsamter Puls. Eine durch mangelnden Sport oder eine Umstellung nicht zu erklärende Gewichtszunahme könnte ebenfalls ein Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein.

    Die Diagnostik ist mit der Kombination aus bildgebenden Verfahren und Laboruntersuchungen möglich. Eine Therapie der Schilddrüsenunterfunktion ist recht einfach durch die Verabreichung von Thyroxin in Tablettenform möglich. Diese sind gut verträglich und weisen bei einer optimalen Anpassung der Dosis kaum nennenswerte Nebenwirkungen auf. Diese Anpassung setzt jedoch regelmäßige Kontrolluntersuchungen voraus.

    Hyperthyreose alias Schilddrüsenüberfunktion

    Entdeckt wurde die Schilddrüsenüberfunktion als Erkrankung bereits zum Ende des 18. Jahrhunderts durch Paul Julius Möbius. Andere Wissenschaftler hatten zwar vor ihm die Symptome beschrieben, die Schilddrüse jedoch nicht als Ursache dafür ausgemacht. Inzwischen sind sie nach dem ICD-10-Standard unter den Kennziffern E 05.0 bis E 05.9 nach verschiedenen Kriterien klassifiziert worden.

    Dabei wird eine Unterscheidung der Schilddrüsenüberfunktion einerseits nach den Ursachen und andererseits nach dem Grad der Ausprägung vorgenommen. Zu den häufigsten Gründen zählen Autoimmunreaktionen. Tumore in der Schilddrüse selbst können ebenfalls zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Außerdem kann diese als begleitendes Symptom eines bösartigen Tumors an anderen Stellen des Körpers auftreten. Eine weitere häufig ausgemachte Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion sind chronische entzündliche Prozesse. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion durch eine zu stark gewählte Dosierung bei der Therapie einer Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst werden können. Beim Schweregrad wird die Hyperthyreose in die latente, die subklinische und die manifeste Schilddrüsenüberfunktion unterteilt. Die schwerste Form ist die tyreotoxische Krise, die bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen führt.

    Die typischen Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind eine ständige innere Unruhe, Auffälligkeiten bei der Amplitude des Blutdrucks sowie eine sonst nicht zu erklärende Schlaflosigkeit. Auch Hitzewallungen und eine starke Gewichtsabnahme trotz steigenden Appetits können Anzeichen für eine Überfunktion der Schilddrüse sein.

    Die Diagnose erfolgt über Blutanalysen, Erfassen der Symptome und verschiedene bildgebende Verfahren, die zum Teil mit der Hilfe von Kontrastmitteln arbeiten. Die Palette der möglichen Therapien reicht von der Gabe von Medikamenten über operative Eingriffe bis hin zur Radiojodtherapie. Sie wird immer auf die jeweils für die Schilddrüsenüberfunktion ermittelte Ursache abgestellt.

    Das tägliche Leben mit Schilddrüsen Erkrankungen

    Wie sich das Leben mit den Schilddrüsen Erkrankungen gestalten lässt, hängt immer von deren Art und Ursache ab. Grundsätzlich werden sechs verschiedene Erkrankungen klassifiziert. Dazu zählen Störungen der Funktionalität und der Autonomie des Organs genauso wie Entzündungen, Veränderungen der Organgröße und -struktur sowie Struma. Die gefährlichste aller möglichen Formen ist der Schilddrüsenkrebs.

    Ist die Schilddrüse stark vergrößert und bildet einen Kropf, dann wird vom Struma gesprochen. Hier kann mit einer Gabe von jodhaltigen Präparaten gegengesteuert werden. Dabei bildet sich der Kropf meistens wieder zurück. Ist er akut vorhanden, kann das sogar bis zur Beeinträchtigung der Atmung und/oder der Stimme führen. Deshalb wird von großen körperlichen Anstrengungen abgeraten.

    Bei der Bildung von Knoten kommt es darauf an, ob es sich um „kalte“ oder „heiße“ Knoten handelt. Gehen von „kalten“ Knoten keine Beeinträchtigungen aus, werden sie üblicherweise nur beobachtet, während „heiße“ Knoten zumeist chirurgisch entfernt werden. Die Chirurgie ist auch hilfreich, wenn Schilddrüsenkrebs diagnostiziert wird. Je früher dieser erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Ob zusätzlich zur Entfernung der Tumore Strahlentherapien oder Chemotherapien angesetzt werden, hängt immer davon ab, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist, und ob bereits eine Metastasenbildung eingesetzt hat.

    Die Strahlentherapie ist auch eines der Mittel, mit denen eine Überfunktion der Schilddrüse behandelt werden kann. Eine gründliche Beratung der Patienten ist hier sehr wichtig. Mit moderner Technik ist inzwischen eine Bestrahlung möglich, die auch in größeren Tiefen des Gewebes punktgenau ausgerichtet und dosiert werden kann, so dass sich die damit verbundenen Nebenwirkungen auf ein unvermeidliches Minimum reduzieren lassen. Am einfachsten ist die Behandlung einer Unterfunktion, denn hier lassen sich die Symptome allein mit der Gabe von Thyroxin zumeist vollständig beseitigen.