Schlagwort: Viren

  • Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderkrankheiten – das klingt harmlos, ist es aber leider nicht, denn noch immer sterben jährlich Kinder an Krankheiten wie Masern oder Windpocken. Zwar lassen sich Kinderkrankheiten wenn sie zum Ausbruch kommen, mit den entsprechenden Mitteln sehr gut behandeln, aber eine Kinderimpfung ist immer die bessere Lösung, denn Impfungen bedeuten Vorsorge, damit das Kind die Krankheit erst gar nicht bekommt. Jedes Jahr gibt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, kurz STIKO, die jeweils aktuellen Impfpläne heraus, an die sich die Eltern von Babys, Kleinkindern und Jugendlichen orientieren können. Zudem werden die Eltern auch bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt darauf hingewiesen, in welchem Alter welche Kinderimpfung als Vorsorge gegeben werden muss.

    Kinderimpfung im Kombipack

    Viele Schutzimpfungen werden als Kombination angeboten. So sollte zum Beispiel die MMR, die Kombiimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln immer als Vorsorge dabei sein, wobei vor allem Mädchen diese Kinderimpfung bekommen sollten. Mädchen, die nicht gegen Röteln geimpft werden und die Krankheit erst als erwachsene Frauen während der Schwangerschaft bekommen, riskieren ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Auch die Kinderimpfung gegen Masern ist immer wichtig, denn nach wie vor sind Masern eine der gefährlichen Kinderkrankheiten, die nicht selten zum Tod führen. Die Kinderimpfung im Kombipack hat aber noch einen weiteren Vorteil, denn auf diese Weise werden die in der Impfung enthaltenen Konservierungsstoffe deutlich reduziert.

    Welche Kinderimpfung soll in welchem Alter gegeben werden?

    Ist das Kind zwischen sechs und zwölf Wochen alt, dann wird die Schluckimpfung gegen Rotaviren empfohlen, denn diese Viren können bei Kleinkindern schwere Durchfälle auslösen. Diese Kinderimpfung wird allerdings nicht von den Krankenkassen bezahlt, die Eltern müssen für diese wichtige Vorsorge selbst aufkommen. Je nachdem, welcher Impfstoff verabreicht wird, müssen zwei oder drei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen gegeben werden. Ab dem zweiten Monat sollte das Kind folgende Impfungen bekommen:

    • Tetanus
    • Keuchhusten
    • Kinderlähmung
    • Hepatitis B (am besten in einer 6-fach Impfung)
    • Diphtherie

    Eine weitere Kinderimpfung kann optional eine gegen Pneumokokken und eine Impfung gegen Rotaviren sein.

    Ist das Kind drei Monate alt, dann sollte die 6-fach Impfung gegen Pneumokokken aufgefrischt werden.

    Impfungen ab dem ersten Lebensjahr

    Mit einem Jahr werden Kinder zum ersten Mal gegen die Kinderkrankheiten Masern, Röteln und Mumps geimpft und in diesem Alter gibt es auch die erste Vorsorge in Form einer Kinderimpfung gegen die Windpocken. Auf Wunsch kann auch die Kinderimpfung gegen Windpocken eine Kombiimpfung zusammen mit Masern, Mumps und Röteln sein. Wichtig ist die Kinderimpfung gegen Meningokokken, und auch die Schutzimpfung gegen die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch einen Zeckenbiss ausgelöst und zur Hirnhautentzündung führen kann, sollten die Eltern unbedingt machen lassen. Sind die Kinder zwischen 15 und 23 Monate alt, dann müssen die Kombiimpfungen erneut aufgefrischt werden.

    Empfohlene Impfungen für Schulkinder

    Bevor ein Kind in die Schule geht, sollte es noch einmal gegen Tetanus, Diphtherie und auch gegen Keuchhusten geimpft werden. Das Gleiche gilt auch bei Kindern, die zwischen neun und 17 Jahren alt sind, denn nur eine erneute Auffrischung der Impfungen bedeutet eine gute Vorsorge. Optional ist die Impfung gegen die Grippe. Ärzte raten allerdings dazu nur Kinder impfen zu lassen, die entweder an einer angeborenen Herzschwäche oder an einer chronischen Erkrankung leiden. Die Impfung gegen die Grippe wird auch nicht von den Krankenkassen übernommen, die Eltern müssen diese Vorsorge aus eigener Tasche bezahlen. Wenn geimpft wird, dann ist der Oktober und damit der Beginn der kalten Jahreszeit der beste Zeitpunkt. Kinderärzte raten ebenfalls dazu, Kinder gegen Tollwut impfen zu lassen, vor allem dann, wenn die Familie in einer ländlichen Region wohnt. Ohne die Schutzimpfung endet eine Tollwut-Erkrankungen immer mit dem Tod. Auch wenn diese Impfung nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, die Impfung gegen Tollwut ist für die Eltern ein Muss.

    Bild: © Depositphotos.com / Esbenklinker

  • Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Viren sind immer unangenehm, aber Noroviren sind eine ganz spezielle Sorte. Sie sind nicht nur extrem ansteckend, sie sind auch extrem zäh: Noroviren lassen sich nicht von Kälte bis zu minus 20° Grad oder Hitze bis zu plus 60° Grad aufhalten. Wenn die Viren einmal da sind, dann lassen sie sich nicht so schnell wieder vertreiben, sie haften an Möbeln, an Tiefkühlkost, an der Kleidung und sogar an Kinderspielzeug und das monatelang. Was Noroviren vertreiben kann? Nur wirklich starke, chemische Desinfektionsmittel oder aber einfache Zitronensäure, denn die können Noroviren nicht leiden.

    Noroviren zwingen alle in die Knie

    Kitas werden geschlossen, die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen müssen in Quarantäne, in Krankenhäusern und Altenheimen wird der Notstand ausgerufen – schuld sind Noroviren. Die kleinen unscheinbaren Viren verlieren keine Zeit, sie überfallen Menschen ohne Vorwarnung und von einer Minute zur anderen. Übelkeit, Bauchschmerzen, gefolgt von Erbrechen und Durchfall sind Anzeichen einer Magen- und Darmgrippe, die durch Noroviren ausgelöst wird. In der Folge verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit und Salz, es kann zu massiven Kreislaufproblemen bis hin zum Schock mit Kreislaufversagen führen. Vor allem Kinder, ältere Menschen und alle, die ein schwaches Immunsystem haben, sind gefährdet, wenn sie mit Noroviren infiziert werden. Anstecken kann sich jeder, denn es reicht schon ein Händedruck, und da sich die Viren auch über die Luft übertragen, sind sie besonders gefährlich. Weil Noroviren auch vor Tiefkühlkost nicht halt machen, kann man sich sogar an Tiefkühlgemüse anstecken, das schon länger im Gefrierfach des Kühlschranks lag.

    Wie lange dauern die Beschwerden an?

    Noroviren sind zwar hochansteckend, aber sie bleiben nicht allzu lange. Meist ist nach drei bis fünf Tagen das Schlimmste überstanden, nur bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann die Infektion auch mal länger als eine Woche dauern. Kommt es zu Schwierigkeiten mit dem Kreislauf, dann kann auch ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden. Die Betroffenen fühlen sich oftmals noch Tage nach der akuten Phase krank und schwach. Wichtig ist es viel zu trinken, um den Verlust an Flüssigkeit wieder auszugleichen. Ideal sind Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, ungesüßte Tees und auch dünne Suppen mit wenig Fett. Hilfreich kann auch Elektrolytpulver sein, das es in der Apotheke zu kaufen gibt. Besonders bei Kindern ist dieses Pulver eine gute Wahl, denn es hilft ihnen schneller wieder gesund zu werden.

    Noroviren aktiv vorbeugen

    Gänzlich lässt sich eine mögliche Infektion mit Noroviren leider nicht vermeiden, es gibt aber einige wirksame Mittel, um die Viren abzuschrecken. So haben Forscher zum Beispiel herausgefunden, dass Zitronensäure die Viren vertreiben kann. Die Säure, die in Zitronen zu finden ist, das sogenannte Citrat, setzt sich genau an den Stellen fest, an denen die Noroviren sind, es legt sie praktisch lahm und verhindert so effektiv eine Ansteckung. Röntgenuntersuchungen haben diesen Vorgang sichtbar gemacht und bewiesen, dass das Händewaschen mit Zitronensäure dabei helfen kann, Noroviren in Schach zu halten. Leider gibt es kein wirksames Medikament, um die Noroviren aufzuhalten und es ist bislang auch nicht gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen die Viren immun macht.

    Noroviren sind meldepflichtig

    Das Norovirus trat 1968 zum ersten Mal in der amerikanischen Stadt Norwalk auf und wird deshalb in den USA auch noch bis heute Norwalk-Virus genannt. Die Viren nahmen sehr schnell den Weg über den Atlantischen Ozean nach Europa und sind heute weltweit verbreitet. Da Noroviren hochansteckend sind und ein einziger Mensch viele andere in einem relativ kurzen Zeitraum anstecken kann, ist jede Infektion immer meldepflichtig. Gibt es einen Krankheitsfall, dann müssen die zuständigen Gesundheitsämter informiert werden. Kommt es in Altenheimen, in Schulen, in Kindergärten oder auch in Krankenhäusern zu einer Infektion mit Noroviren, dann werden die Patienten, aber auch die Räumlichkeiten unter Quarantäne gestellt.

    Bild: © Depositphotos.com / designer491

  • Die Milz – eine Putzfrau fürs Blut

    Die Milz – eine Putzfrau fürs Blut

    Da die Milz nur sehr selten Probleme bereitet, wissen die meisten Menschen sehr wenig über dieses Organ. Kaum jemand kann, ohne zu zögern, die Lage der Milz im Körper bestimmen und da sie eher klein ist, fällt sie sogar auf Röntgenaufnahmen auf den ersten Blick gar nicht auf. Die Milz liegt im linken oberen Bauchbereich direkt unter den Rippen, und auch wenn sie ein wenig unscheinbar ist, so erfüllt sie doch eine sehr wichtige Aufgabe: Die Milz ist mitverantwortlich für den reibungslosen Ablauf des Stoffwechsels. Wenn die Milz aber verletzt wird oder eventuell sogar entfernt werden muss, dann kommt es auf jede Minute an.

    Die Milz ist die Putzfrau des Körpers

    Vom Aussehen her ähnelt die Milz einem länglichen Brötchen, und sie ist sowohl an den Blutkreislauf als auch an das Lymphsystem angeschlossen. Auch wenn die moderne Medizin sehr gut informiert ist, über die genauen Funktionen der Milz ist immer noch nicht alles bekannt. Es steht fest, dass die Milz in der Lage ist, alte und nicht mehr funktionsfähige Blutzellen zu erkennen, sie aus dem System herauszufiltern und dann abzubauen. Aber sie kann auch kleine Blutgerinnsel erkennen, sie aus dem Blut herausnehmen und ebenfalls abbauen. Was vielleicht aber noch wichtiger ist, die Milz speichert Thrombozyten, die Blutplättchen, und gibt sie dann, wenn sie zum Beispiel bei einer starken Blutung wieder gebraucht werden, an den Blutkreislauf ab. Im Grunde fungiert die Milz wie eine Art Putzfrau, die alles ordentlich aufräumt und im Ernstfall zur Stelle ist.

    Wichtig für das Immunsystem

    Auch wenn es um das Immunsystem geht, spielt die Milz eine wichtige Rolle, denn sie produziert die sogenannten Makrophagen, das sind die weißen Blutkörperchen, die dafür zuständig sind, alle körperfremden Stoffe wie Viren und Bakterien abzuwehren. Bei kleinen Kindern ist die Milz dabei behilflich, rote Blutkörperchen zu bilden. Wird das kleine Organ verletzt, dann kann es zu lebensgefährlichen inneren Blutungen kommen, und um das zu verhindern, wird die Milz dann in den meisten Fällen operativ entfernt. Der Mensch kann ohne die Milz leben, aber das Immunsystem ist dann auf Dauer beeinträchtigt.

    Wenn die Milz verletzt wird

    Wie alle anderen Organe im menschlichen Körper, so kann natürlich auch die Milz krank werden. Das kleine Organ macht sich durch Schmerzen unter dem linken Rippenbogen bemerkbar, was zum Beispiel immer dann der Fall ist, wenn die Milz anschwillt. Die Ursache für diese Schwellung kann eine virale oder eine bakterielle Infektion sein, die die Milz angreift. Wenn die Schmerzen vom linken oberen Bauchbereich bis in die Schulter ausstrahlen oder auch dann, wenn die linke Seite des Halses schmerzt, dann besteht die Gefahr, dass es sich um eine sogenannte Milzruptur handelt. Diese Verletzung kann unter anderem durch einen Unfall, aber auch durch harte Schläge verursacht werden.

    Hinweise auf schwere Krankheiten

    Immer dann, wenn die Milz sehr stark anschwillt, dann sprechen die Mediziner von einer Splenomegalie, und diese tastbare Schwellung kann ein Hinweis für schwere Krankheiten sein. Möglich ist ein Befall von Parasiten, wie das bei der Tuberkulose oder auch bei Malaria der Fall ist, aber auch ein Drüsenfieber kann die Ursache für das Anschwellen der Milz sein. Eine Veränderung der weißen Blutkörperchen, wie sie bei Leukämie beobachtet wird, kann die Milz vergrößern und auch die Fettspeicherkrankheit Morbus Gaucher kann durch eine angeschwollene Milz diagnostiziert werden. Besonders bei Morbus Gaucher, einer Krankheit, bei der defekte Enzyme das Fett im Körper nicht mehr abbauen können und es stattdessen in den Organen lagern, kann die Milz bis zum 20-fachen ihrer Originalgröße anschwellen. Ist die Leber beschädigt, dann kann sich das auch auf die Milz auswirken. Wenn es beispielsweise zu einer Leberzirrhose kommt, dann schwillt die Milz bedenklich an.

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  • Andere Eltern bei Windpocken informieren / Erkrankungsfälle sind durch Impfung aber stark zurück gegangen

    Baierbrunn (ots) – Sind bei einem Kita- oder Kindergartenkind Windpocken festgestellt worden, sollten davon umgehend alle Eltern der Kinder erfahren, mit denen es zuvor Kontakt hatte. „Windpocken sind extrem ansteckend. Die Viren sind in der Atemluft bis zu fünf Minuten überlebensfähig.“, erklärt Dr. med. Burkhard Lawrenz aus Arnsberg im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Infizierte Kinder können schon ein bis zwei Tage vor Ausbruch des Ausschlags die Krankheit übertragen. Seit 2004 die Windpocken-Impfung im 1. und 2. Lebensjahr möglich ist, sind die Erkrankungsfälle allerdings stark zurückgegangen.

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

    Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ 8/2015 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.baby-und-familie.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/54201/3104881
  • Macht Kita krank? Überdurchschnittlich hohe Fehlzeiten bei der Kinderbetreuung

    Hamburg (ots) – Ob Postboten, Zugführer oder Erzieher: Im ersten Halbjahr des Jahres 2015 wurde so viel gestreikt wie lange nicht mehr. Und zumindest für die Erzieher ist noch kein Ende in Sicht: Gerade hat die nächste Runde der Tarifverhandlungen begonnen. Sollten diese scheitern, drohen ab Oktober weitere Streiks.

    Die Techniker Krankenkasse (TK) hat das zum Anlass genommen, die Krankheitsdaten der knapp 100.000 bei ihr versicherten Erzieherinnen und Erzieher im Jahr 2014 auszuwerten. Das Ergebnis: Im letzten Jahr war diese Berufsgruppe vier Tage mehr krankgeschrieben als der Bundesdurchschnitt. Die 18,9 Fehltage pro Kopf resultieren vor allem aus psychischen Störungen (4,1 Tage) und Krankheiten des Atmungssystems (3,3 Tage).

    „Dass Erzieher überdurchschnittlich von diesen Erkrankungen betroffen sind, ist nicht verwunderlich. Zum Beispiel psychische Störungen, zu denen auch Überlastungen gehören: Ein hoher Lärmpegel, immer komplexer werdende Aufgabenbereiche und zuletzt auch Auseinandersetzungen mit den Eltern – Kindererziehung kann stressig sein“, erklärt Gudrun Ahlers, Präventionsexpertin der TK. Und: Hohe Krankenstände müssen von den arbeitsfähigen Erzieherinnen und Erziehern kompensiert werden. „Das bedeutet für sie oft noch größere Gruppen und damit noch mehr Stress und gesundheitliche Belastung – ein Teufelskreis“, so die Spezialistin.

    Auch dass Erzieher oft an Atemwegserkrankungen leiden, sollte niemanden überraschen. Gudrun Ahlers erläutert die Situation: „Kindertagesstätten sind quasi Sammelbecken für Viren und Bakterien. Das macht nicht nur die Kinder krank, sondern natürlich auch die Erwachsenen.“

    Hinweise für die Redaktionen:

    Die Daten stammen aus dem Gesundheitsreport 2015. Dafür wertete die TK die Krankschreibungen der 4,4 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I, von denen mehr als jeder Siebte bei der TK versichert ist.

    Der Report steht unter www.tk.de zum kostenlosen Download (Webcode 718618) bereit.

    Pressekontakt: TK-Pressestelle Für Rückfragen: Katharina Borgerding Tel. 040-6909 1783 E-Mail pressestelle@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/tk_presse

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3097085
  • Scharlach Symptome, Behandlung und Prophylaxe

    Scharlach Symptome, Behandlung und Prophylaxe

    Die Kindheit. Sie ist bunt, schön, unbelastet, aber dennoch mit Sorgen behaftet. Denn zwischen Kindergartenzeit, Schule und der Pubertät schleichen sich lästige Störenfriede ein, welche unser unbekümmertes Temperament zügeln und uns notgedrungen ans Bett fesseln.

    Diese unliebsamen Begleiter unserer Kindheitstage – auch Kinderkrankheiten genannt – sind leider (fast) unumgänglich und zudem auch manchmal notwendig. Sie stärken unser kindliches Immunsystem und machen uns insgesamt widerstandsfähiger. Eine der bekanntesten Kinderkrankheiten ist Scharlach, auch Scarlatina genannt. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche hauptsächlich Kinder im Alter zwischen vier und sieben Jahren befällt. Anders als bei anderen in der Kindheit auftretenden typischen Erkrankungen, ist Scharlach durchaus in der Lage mehrmals auszubrechen. Umso wichtiger ist es rechtzeitig die ersten auftretenden Scharlach Symptome zu erkennen und die Krankheit als solche, richtig, als auch nachhaltig zu behandeln.

    Zu spätes Erkennen der typischen Scharlach Symptome kann zu schlimmen Komplikationen, als auch zu gravierenden Spätfolgen führen.

    Scharlach Symptome – Ansteckung und Verlauf

    Bricht im Kindergarten oder in der Schule Scharlach aus, werden in der Regel alle Eltern darüber in Kenntnis gesetzt. Selbst, wenn vorerst nur ein Kind davon betroffen ist, kann dies sich dramatisch schnell ändern. Scharlach besitzt die unangenehme Eigenschaft sich zum Teil rasend schnell auszubreiten und alsbald ganze Schulklassen lahm zu legen. Schuld am Ausbruch der Viruserkrankung Scharlach sind „heimtückische“ β-hämolysierende Streptokokken. Übertragen wird die Kinderkrankheit Scharlach durch Tröpfchen- und Kontaktinfektion. Sie bahnen sich ihren Weg sozusagen über die Schleimhäute von Mund und Rachen. Danach siedeln sich die „Angreifer“ im Körper des Kindes an, vermehren sich, schwächen das kindliche Immunsystem und befördern die ersten Scharlach Symptome ans Tageslicht. Scharlach bricht aus und ist in diesem Stadium höchst infektiös!

    Aufgepasst: auch kleine oder größere, offene Wunden sind Übertragungshelfer der Scharlach-Erkrankung! Teilweise tragen Menschen den Scharlach-Überträger Wochen, gar Monate in sich, ohne, dass dieser ausbricht. Trotzdem können diese „ geheimen Träger“ Scharlach auf ihre Mitmenschen übertragen, so dass wir auch ohne scheinbaren Anlass eigentlich immer dazu aufgerufen sind, auf plötzlich auftauchende Beschwerden vorsorglich zu achten!

    Eigentlich ist Scharlach eine doppelte Infektion. Viren im Bakterium (so genannte Bakteriophagen), welche das Scharlach-Toxin produzieren, verursachen letztlich den bekannten Scharlach-Ausschlag. Fehlen die Bakteriophagen in der Szenerie, bleibt es „nur“ bei einer schmerzhaften Mandelvereiterung, welche die Bakterien alleine verursachen können.

    Eine vorschriftsmäßige Behandlung mit Antibiotika ist bei einer bereits ausgebrochenen Erkrankung anzuraten. Eine gut überstandene Infektion gewährt dennoch keinen lebenslangen Schutz gegen Scharlach. Denn Scharlach verfügt über drei verschiedene Toxine (SPE-A, -B und -C), welche einen Mehrfachausbruch dieser Viruserkrankung ermöglichen. Scharlach ist alles andere als harmlos, aber zum Glück verläuft  die Scharlacherkrankung bei sonst gesunden Kindern und Erwachsenen nur in sehr seltenen Fällen lebensbedrohlich.

    Scharlach – Symptome und Behandlung

    Nach der Infektion mit den erwähnten β-hämolysierende Streptokokken vergehen zunächst einmal zwei bis vier „gesunde Tage“ (Inkubationszeitraum). Haben sich die Erreger ausreichend fortgepflanzt, steht der endgültige Ausbruch bevor und folgende Scharlach Symptome treten auf:

    • Fieber
    • Schüttelfrost
    • Mattigkeit
    • Schluckbeschwerden
    • Bauch-, als auch Kopfschmerzen
    • Erbrechen
    • Rachenentzündung (Pharyngitis)

    Auffallend hierbei ist die tiefrote (scharlachrote) Verfärbung der Gaumenmandeln (Scharlach-Angina). Weiterhin werden Weißfleckenbeläge beobachtet. Ein Anschwellen der Schleimhäute, Drüsen und des umliegenden Gewebes erschweren zunehmend das Schlucken. Selbst leichte Flüssigkeiten werden anfangs als recht unangenehm empfunden. Der Weißbelag befällt im weiteren Verlauf der Erkrankung auch die Zunge. Diese schneeähnlichen Beläge lösen sich nach einer gewissen Zeit. Zurück bleibt eine rot schimmernde Zunge und die Geschmacksknospen treten hervor. Während der Ausbruchsphase werden Teile des menschlichen Körpers von einem dicht besiedelten Ausschlag heimgesucht. Diese krankhafte Fleckenbildung hebt sich etwas von der normalen Hautoberfläche ab. Achseln, Leisten – der ganze Körper kann davon befallen sein – sind vorwiegend von diesem dunkelroten Ausschlag betroffen und stellen somit ein wesentliches Scharlach-Symptom dar. Ausgespart bleibt nur das Mund-Kinn-Dreieck (Milchbart). Nach ca. 14 Tagen klingen die Scharlach Symptome allmählich mit erkennbaren Hautschuppungen leicht ab.

    Die Abschuppung ist aber auch im Nachhinein noch kein wirkliches Indiz für eine zurückliegende Scharlach-Erkrankung, da viele allergische Reaktionen zum Beispiel auf Medikamente und einige andere Virus-Erkrankungen nahezu identisch verlaufen können. Es bedarf einer genauen ärztlichen Untersuchung. Ein Arzt wird nach eingehender Untersuchung ermessen können, ob es sich bei den vorliegenden Beschwerden um Scharlach handelt oder nicht!

    Bild: © Depositphotos.com / alexraths