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  • Eine Stammzellenspende kann Leben retten

    Eine Stammzellenspende kann Leben retten

    Viele haben schon davon gehört, aber kaum jemand weiß, um was es sich dabei eigentlich handelt, erst die schwere Erkrankung eines Politikers hat die Stammzellenspende in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der frühere Außenminister Guido Westerwelle erkrankte 2014 an Blutkrebs und er konnte die schwere Erkrankung nur überwinden, als er eine Knochenmarkspende bekam. Jetzt spricht der FDP-Politiker offen über seine Krankheit. Das motiviert immer mehr Menschen, ihr Knochenmark zu testen, um sich dann für eine Stammzellenspende zu registrieren. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) berichtet von einem starken Anstieg an Menschen, die ihr Knochenmark spenden möchten.

    Was genau ist eine Stammzellenspende?

    Eine Knochenmarkspende ist im Grunde nichts anderes als eine Transplantation, bei der aber kein Organ, sondern Gewebe aus dem Knochenmark vom Spender zum Empfänger verpflanzt wird. Stammzellen sind ein ganz besonderes Gewebe im menschlichen Körper, die sich durch zwei Merkmale auszeichnen. Zum einen können sich diese Zellen erneuern, also regenerieren und zum anderen sind sie in der Lage, sich zu anderen Zellen zu entwickeln. Die Besonderheiten dieser Stammzellen sind bis heute noch nicht komplett erforscht, denn über die Stammzellenspende hinaus gibt es bislang nur experimentelle Studien über eine andere Verwendungsform der Zellen. Die bekannteste Form der Stammzellenspende ist die Spende mit hämatopoetischen Stammzellen. Diese Zellen sind in unterschiedlichen Knochen zu finden, wie zum Beispiel in den langen Röhrenknochen, dem Beckenknochen und auch im Brustbein.

    Wie wichtig sind Stammzellen?

    Für den Körper sind Stammzellen wichtig, weil sie drei Zelltypen bilden können, die für den Organismus von größter Bedeutung sind. Diese Zellen kommen im menschlichen Blut vor:

    • Die Blutplättchen, die Thrombozyten, die die Blutgerinnung steuern.
    • Die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, die den Sauerstoff durch den Körper transportieren.
    • Die Leukozyten, die Zellen, die für das Immunsystem zuständig sind.

    Diese drei Zelltypen werden im Knochenmark gebildet und dann in die Blutbahn geschwemmt. Menschen, die unter Leukämie, also unter Blutkrebs leiden, haben einen Mangel an diesen drei Zelltypen und sie müssen die Zellen von einem Spender bekommen, um überleben zu können.

    Was passiert bei einer Knochenmarkspende?

    Kommt es zu einer Stammzellenspende, dann werden dem Spender Stammzellen entweder aus dem Knochenmark im Rücken oder aus dem Brustbein entnommen. Das passiert durch eine Punktion, der Arzt saugt praktisch die Flüssigkeit mit den Stammzellen aus dem Knochenmark. Der Spender bekommt vor dem Eingriff eine lokale Anästhesie und hat keine Schmerzen. Anschließend erhält der Spender das konzentrierte Knochenmark mittels einer Infusion. Wenn alles wie geplant funktioniert, dann helfen die gespendeten Stammzellen dabei, das Immunsystem des Kranken wieder aufzubauen und neues, gesundes Blut zu produzieren. Die Stammzellenspende hat aber einen großen Nachteil, es ist nämlich sehr schwer, einen geeigneten Spender zu finden. Wer Stammzellen aus seinem Knochenmark spenden will, der muss sich typisieren lassen, denn Spender und Empfänger müssen möglichst identische HLA-Merkmale (Human Leukocyte Antigen) haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann kann es passieren, dass der Organismus des Empfängers die ihm fremden Zellen wieder abstößt. Die besten Chancen bestehen, wenn Spender und Empfänger enge Blutsverwandte sind, wie das bei Guido Westerwelle der Fall war, denn er bekam die Stammzellen seines Bruders. Für den Spender besteht bei einer Stammzellenspende keinerlei Gefahr, er kann nach der Spende ganz normal und ohne Einschränkungen leben.

    Der Verlauf einer Stammzellenspende

    Bevor der Empfänger die Stammzellen bekommen kann, müssen die Krebszellen mittels einer aggressiven Chemotherapie zerstört werden, was zwischen zwei und zehn Tagen dauern kann. Zwei Tage später werden dem Empfänger dann die neuen Stammzellen transplantiert, was nicht länger als zwei Stunden dauert. Dann dauert es noch einmal zehn Tage, bis sich aus der Stammzellenspende neue Blutzellen bilden. Dieser Zeit muss der Patient auf jeden Fall vor Infektionen geschützt werden, denn die könnten für ihn lebensgefährlich werden.

    Bild: © Depositphotos.com / trans961

  • Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz ist eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft – das ist die landläufige Meinung, die aber so leider nicht stimmt. In Deutschland leiden 400 Kinder unter Demenz, sie leben ohne Hoffnung auf Genesung und mit einem Todesurteil. Therapien gibt es nicht, den verzweifelten Eltern stehen lediglich Selbsthilfegruppen bis zum Tod der Kinder zur Seite. Neuronale Ceroid Lipofuszinose, kurz NCL heißt die Krankheit, die Kinder oft schon noch vor dem zehnten Geburtstag befällt. NCL ist eine vererbte Form der Demenz, deren Erforschung erst ganz am Anfang steht und die unheilbar ist.

    Ganz normale Kinder

    Die 400 Kinder, die zurzeit in Deutschland an dieser seltenen Form der Demenz leiden, kommen als gesunde und unauffällige Kinder zur Welt. Die Kinder entwickeln sich altersgemäß, sie lernen wie andere Kinder auch, mit rund einem Jahr zu laufen, sie lernen zu sprechen, selbstständig zu essen und alles das, was auch gesunde Kinder können. Dann ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Die betroffenen Kinder lernen plötzlich keine neuen Wörter mehr, sie vergessen schon gelernte Begriffe und Tätigkeiten und haben auch Probleme damit, scharf zu sehen. Die Entwicklung kommt schließlich komplett zum Stillstand, und dann beginnen die Kinder sich praktisch rückwärts zu entwickeln. Die betroffenen Kinder können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie fallen mehr und mehr hin, sie schreien stundenlang ohne Grund und es kommt nicht selten sogar zu epileptischen Anfällen.

    Demenz bei Kindern – die Medizin ist ratlos

    Für die Eltern beginnt mit den Rückschritten ihres Kindes ein schrecklicher Weg durch alle medizinischen Instanzen. Der Kinderarzt kann das Krankheitsbild nicht richtig zuordnen und auch in den meisten Kinderkliniken wissen die Ärzte nicht, was sie tun sollen. Der Weg führt die Eltern schließlich zu einem Neurologen. In der ganzen Zeit leben sie praktisch in einem Zustand zwischen vielen Fehldiagnosen und einer Unkenntnis der Lage. Es wird Hoffnung gemacht, die dann sehr schnell einer tiefen Enttäuschung folgt. Für viele betroffene Eltern wird das Virchow-Klinikum in Berlin zur letzten Anlaufstelle, denn dort wurde in den meisten Fällen die richtige Diagnose gestellt: Kindliche Demenz.

    Die Stoffwechselstörung, die zur Demenz führt

    Seit Jahren werden im Berliner Virchow-Klinikum Kinder behandelt, die unter Demenz leiden. Die Krankheit wird vererbt, sie zerstört langsam aber sicher das Gehirn und sie führt immer zum Tod. Die Ärzte in der Berliner Klinik sehen bei den Kindern, die unter NCL leiden, immer wieder die für diese Krankheit typischen Symptome wie Sehstörungen und zunehmend auch immer wieder motorische Ausfälle. Alles, was die Mediziner tun können, ist die Familien an Selbsthilfegruppen zu verweisen, denn es gibt weder Medikamente, die NCL abmildern oder sogar stoppen können, noch Therapien, mit denen der Verlauf der Krankheit beeinflusst werden könnte.

    Wie Selbsthilfegruppen helfen können

    Die betroffenen Eltern stehen nach der Diagnose Demenz vollkommen alleine da. Weder die Medizin noch die Krankenkassen können den Eltern helfen, die einzige Adresse, an die sich Eltern wenden können, sind die Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile gibt. Auch die NCL-Stiftung, die 2002 in Hamburg gegründet wurde, ist eine Adresse, an die sich Eltern wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich mit anderen betroffenen Familien austauschen möchten. Die Stiftung wurde von Frank Husemann gegründet, dessen Sohn Tim seit sechs Jahren an NCL leidet. Husemann wollte nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie der gesundheitliche Zustand seines Sohnes immer schlechter wurde, und begann damit, Forscher und Ärzte an einen Tisch zu bringen. Noch ist kein Durchbruch vonseiten der Forschung in Sicht, aber dank engagierter Mitarbeiter der Stiftung werden jetzt Schritte unternommen, die den Eltern erkrankter Kinder Hoffnung machen. Ob und wann es ein Medikament oder eine Therapie geben wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt aber keiner sagen.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Die 3. SSW – jetzt beginnt die Schwangerschaft

    Die 3. SSW – jetzt beginnt die Schwangerschaft

    Aus medizinischer Sicht beginnt in der 3. SSW die eigentliche Schwangerschaft, und der Anfang dieses neuen Lebens ist alles andere als romantisch. Erste Anzeichen einer Befruchtung sind nur unter einem Elektronenmikroskop zu sehen, das Kind besteht zu diesem Zeitpunkt nur aus Zellen, erst wenn sich die ersten Ansätze der inneren Organe ausbilden, dann heißt der Zell-Cluster offiziell Embryo. Auch Übelkeit, eine der typischen Schwangerschaftsbeschwerden, ist in der 3. SSW noch kein Thema. Die meisten Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht, dass sie in anderen Umständen sind, die biologischen Vorgänge nehmen jedoch in der 3. SSW unaufhaltsam ihren Lauf.

    In der 3. SSW teilen sich die Zellen

    Wenn es zu einer Befruchtung gekommen ist, dann sind im Inneren des Eis zwei Zellkerne zu finden. Im Kern der weiblichen Eizelle befinden sich alle Erbanlagen der Mutter, im Kopf der männlichen Zelle sind alle Erbinformationen des Vaters zu finden. Diese beiden Zellen verschmelzen in der 3. SSW miteinander, und auf diese Weise entsteht ein einmaliger genetischer Code und damit ein neuer einzigartiger Mensch.

    Es dauert jetzt nicht mehr allzu lange, dann wird sich die Urzelle, die sogenannte Zygote, zum ersten Mal teilen und damit fällt sozusagen der Startschuss für Milliarden neuer Zellen. Aber bleiben wir bei der Befruchtung. Zwei Tage nachdem es zur Befruchtung gekommen ist, gibt es schon vier Zellen, wieder einen Tag später sind es bereits acht Zellen.

    In der 3. SSW hat der neue Mensch das Aussehen einer Maulbeere, und da in der lateinischen Sprache die Maulbeere Morula heißt, sprechen Mediziner vom Morula-Stadium, wenn sie die Zeit bis zur Entwicklung des Embryos meinen. Spannend wird es am dritten Tag der 3. SSW, denn an diesem Tag bildet sich innen im Zell-Cluster ein Hohlraum. In diesen Hohlraum zieht die Morula ein und sie wird sich dort zu einer Keimblase der Blastozyste entwickeln, die dann aus zwei unterschiedlichen Zelltypen besteht.

    So entsteht der Embryo in der 3. SSW

    Eine der Zellen nennt sich Embryoblast, aus dieser Zelle wird sich im Verlauf der Schwangerschaft der Embryo entwickeln. Das Kind trägt bis zum Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft den Namen Embryo, erst wenn die wichtigen Organe wie das Herz, die Nieren und die Lungen ausgebildet sind, dann wird aus dem Embryo ein Fötus.

    Die zweite Zelle trägt den Namen Trophoblast und diese Zelle ist dafür zuständig, dass sich die Plazenta, also der Mutterkuchen entwickeln kann. Später wird der Mutterkuchen mit der Nabelschnur verbunden, die während der gesamten Schwangerschaft die Aufgabe hat, das Baby mit allen notwendigen Nährstoffen und auch mit Sauerstoff zu versorgen. Über die Nabelschnur wird auch der „Abfall“ entsorgt, der später durch den kindlichen Stoffwechsel entsteht.

    In der 3. SSW ist der Embryo pausenlos auf Wanderschaft. Zunächst wandert er aus dem Eileiter der Mutter bis zum Uterus, den er zu Beginn der nächsten Schwangerschaftswoche erreichen wird. Kommt der Embryo dort an, dann besteht er aus 70 bis 100 Zellen, und jede dieser Zellen wird eine ganz bestimmte Aufgabe übernehmen.

    Die werdende Mutter in der 3. SSW

    Da die Dritte SSW für die werdende Mutter ohne Probleme bleibt, wissen die meisten Frauen nicht, dass sie schwanger sind. Frauen, die schon Kinder haben, spüren eher, dass sich etwas tut und gehen bei den ersten Anzeichen zu einem Gynäkologen. Der Arzt wird zunächst versuchen, den sogenannten HCG-Wert zu ermitteln, denn nur wenn das Schwangerschaftshormon eindeutig nachgewiesen werden kann, dann ist es tatsächlich auch zu einer Schwangerschaft gekommen. Oft ist in der SSW 3+5 der HCG-Wert noch recht niedrig und der Arzt kann noch nicht zu 100 % sagen, ob es zu einer Schwangerschaft gekommen ist. Meist wird die Messung eine Woche später noch einmal wiederholt und wenn der HCG-Wert dann deutlich gestiegen ist, dann steht es eindeutig fest, dass ein Kind unterwegs ist.

    Frauen, die in der 3. SSW selbst einen Schwangerschaftstest machen und ein negatives Ergebnis bekommen, sollten nicht verzweifeln, denn auch hier kann der HCG-Wert noch so niedrig sein, dass eine Schwangerschaft nicht angezeigt wird. Auch hier gilt, den Test einfach eine Woche später zu wiederholen und wenn der positiv ist, dann wird es Zeit zum Arzt zu gehen, der die ersten Untersuchungen machen wird.

    In der 3. SSW sollte der HCG-Wert zwischen 50 und 500 liegen, aber er verdoppelt sich alle zwei bis drei Tage und das bedeutet, dass sich spätestens in der vierten Schwangerschaftswoche eine Schwangerschaft ohne einen Zweifel nachweisen lässt.

    Welche Beschwerden gibt es in der 3. SSW?

    Kommt es zur Befruchtung, dann beginnt der Körper umgehend damit, Hormone zu produzieren. Die Hormone haben in der 3. SSW ganz unterschiedliche Aufgaben. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Schwangerschaft zu erhalten und die weitere Entwicklung des Embryos voranzutreiben. So hat zum Beispiel das Eizellbläschen direkt nach dem Eisprung eine völlig neue Aufgabe übernommen, denn jetzt ist es dafür zuständig, das Gelbkörperhormon Progesteron zu produzieren. Dieses spezielle Hormon regt den Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter an, und das Hormon ist auch dafür zuständig, dass sich die Einzelle buchstäblich ins gemachte Nest setzen kann.

    In der 3. SSW spürt die Mutter die Veränderungen in ihrem Körper kaum, alles spielt sich im wahrsten Sinne des Wortes unter der Oberfläche ab. Einige Frauen verspürten in der 3. SSW leichte Unterleibsschmerzen, wie sie für den Beginn der monatlichen Blutung normal sind. Bleibt die Periode aus, dann besteht der berechtigte Verdacht, dass es zu einer Einnistung gekommen ist. Setzt die Monatsblutung aber ganz normal ein, dann hat es zumindest in diesem Monat mit dem Familienzuwachs leider nicht geklappt.

    Wann kommt das Baby zur Welt?

    Die meisten Frauen gehen zu ihrem Arzt, wenn die Monatsblutung ausbleibt. Der Arzt wird eine Blutuntersuchung machen, um die Schwangerschaft nachweisen zu können. Auch eine Untersuchung mittels Ultraschall kann in der 3. SSW schon Auskunft darüber geben, ob sich eine Zelle fest eingenistet hat. Anhand der gesammelten Daten bestimmt der Arzt dann den genauen Geburtstermin. Errechnet wird der wahrscheinliche Entbindungstermin immer ab dem ersten Tag der letzten Periode. Wenn also die werdende Mutter in der 3. SSW zur Untersuchung kommt, dann haben sie und der Embryo noch 37 gemeinsame Wochen vor sich.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

  • Die 4. SSW – die Eizelle nistet sich ein

    Die 4. SSW – die Eizelle nistet sich ein

    In der SSW4 ist die Schwangerschaft ein rein biologischer Vorgang, und alles läuft praktisch nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip ab. Eine Woche nach der Befruchtung, zum Anfang der 4. SSW, findet die Eizelle ihren Platz in der Gebärmutter. Dann entscheidet sich, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht, denn unmittelbar, nachdem sich die Eizelle eingenistet hat, kann es passieren, dass der Embryo von außen beschädigt wird. Zwar wird der Organismus der Mutter versuchen, diese Schädigung irgendwie zu kompensieren, aber wenn das nicht gelingt, dann stoppt der Körper die Entwicklung und die Keimblase wird bei der nächsten Monatsblutung einfach ausgespült.

    In der 4. SSW „schlüpft“ das Baby

    Kurz bevor es zur Einnistung der Eizelle kommt, „schlüpft“ der Embryo aus der Hülle, die ihn umgibt und bohrt sich dann energisch in die Schleimhaut des Uterus ein, bis er komplett von dieser schützenden Hülle überzogen ist. Im nächsten Schritt bildet sich zwischen dem Embryoblasten und dem Trophoblasten nicht nur die sogenannte Fruchthöhle, sondern auch der Dottersack, der in den nächsten Wochen die Versorgung des Embryos mit allen nötigen Nährstoffen übernimmt. Rund um das Ei entsteht die Plazenta.

    Der Embryo ist in der 4. SSW ungefähr einen halben Millimeter groß, und wenn in der 4. SSW ein Ultraschallbild gemacht wird, dann ist lediglich ein winziger schwarzer Punkt zu sehen. In den nächsten 36 Wochen wird aus dem winzigen schwarzen Punkt ein kleiner Mensch, der bei seiner Geburt durchschnittlich 52 cm groß und 3.200 Gramm schwer sein wird.

    Die Rolle der Keimblätter in der 4. SSW

    In den ersten drei Wochen der Schwangerschaft sind die Eizellen pluripotent, das heißt, aus jeder der Zellen kann sich ein beliebiges Organ entwickeln, erst in der SSW 4+1 kommt es zur sogenannten zellulären Spezialisierung. Aus dem Embryoblasten entsteht jetzt die Keimscheibe, aus der sich wiederum zunächst zwei und dann schließlich drei Keimblätter entwickeln werden. Aus jedem dieser drei Keimblätter bilden sich dann die einzelnen Organe aus.

    Die meisten Organe wie die Lunge, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Harnröhre, die Harnblase und auch der Verdauungstrakt entstehen aus dem inneren Keimblatt, dem Entoderm. Das Herz, die Blutgefäße, das Bindegewebe, das Skelett sowie die Muskulatur der Organe, die Milz, das Lymphsystem, die Nieren, die Keimdrüsen, die Blutkörperchen und auch die Geschlechtsorgane werden aus dem mittleren Keimblatt, dem Mesoderm gebildet.

    Das äußere Keimblatt, dass Ektoderm, ist schließlich für die Haut, die Sinnesorgane und für das komplette Nervensystem zuständig.

    Die ersten Anzeichen der Schwangerschaft in der 4. SSW

    Gibt es schon Schwangerschaftssymptome in der 4. Woche? Die gibt es, vor allem Frauen, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben, fühlen in der 4. SSW typische Symptome. Wenn sich der Embryo in der Gebärmutter eingenistet hat, dann kann es zu sogenannten Nidationsblutungen, zu Einnistungsblutungen kommen. Die Schwangerschaftsanzeichen in der 4. SSW sind leichte, harmlose Schmierblutungen, die viele Frauen mit einer Periodenblutung verwechseln, und dann oft enttäuscht sind, dass es mit einer erwünschten Schwangerschaft doch nicht geklappt hat.

    Wenn es aber in der 4. SSW zu einem Ziehen im Unterleib kommt, sich die Haut der Brustwarzenhöfe dunkel färbt oder die Brüste unangenehm spannen, dann wird es Zeit, einen Frauenarzt aufzusuchen. Der Arzt wird dann einen Urintest machen, um einen HCG-Wert in der 4. SSW zu bekommen. Wenn das der Fall ist, dann steht die Schwangerschaft definitiv fest.

    Neben dem HCG-Wert wird ab der 4. SSW auch das Schwangerschaftshormon Progesteron produziert, was die Aufgabe hat, alle Vorgänge im Körper zu verlangsamen. Die werdende Mutter ist durch diese Verlangsamung ständig müde und sie fühlt sich schnell erschöpft. Viele haben in dieser frühen Phase der Schwangerschaft auch mit Verstopfung zu kämpfen und auch andere Beschwerden stellen sich jetzt langsam ein. Frauen erleben in der 4. SSW eine emotionale Berg-und-Talfahrt, sie sind in der einen Minute himmelhochjauchzend und in der nächsten Minute buchstäblich zu Tode betrübt, auch die morgendliche Übelkeit gehört dazu, sowie ein vermehrter Speichelfluss.

    Ist Sport in der 4. SSW erlaubt?

    Wenn sich die ersten Anzeichen der Schwangerschaft in der 4. SSW zeigen, dann starten viele Frauen ein Sport- und Fitnessprogramm, um sich von den Beschwerden abzulenken. Ärzte befürworten dieses Fitnessprogramm, denn das erste Trimester der Schwangerschaft ist hervorragend für sportliche Aktivitäten geeignet. Der Sport hilft dabei, Muskeln aufzubauen, die Ausdauer zu steigern und Kraft für die nächsten anstrengenden Monate zu sammeln. Sport macht es einfacher, das zusätzliche Gewicht zu kompensieren und verhindert, dass die Waage allzu steil nach oben zeigt.

    Auch Sport und regelmäßige Bewegung bereiten die Mutter optimal auf die bevorstehende Geburt vor. Frauen, die schon zu Beginn der Schwangerschaft Sport treiben, haben nach der Entbindung weniger Probleme damit, die zusätzlichen Kilos wieder loszuwerden. Zu anstrengend sollte die Sportart aber nicht sein, denn das Risiko einer Fehlgeburt ist besonders zwischen der vierten und der siebten Schwangerschaftswoche relativ hoch. Wenn jedoch der Arzt nichts dagegen hat und wenn die werdende Mutter sich gesund und wohlfühlt, dann steht den sportlichen Aktivitäten nichts mehr im Wege.

    Welche Sportarten sind besonders geeignet?

    Nordic Walking und Schwimmen – diese beiden Sportarten machen nicht nur viel Spaß, sie sind auch ideal für schwangere Frauen in der 4. SSW. Wer es ruhiger mag, der sollte einen Yogakurs besuchen, denn einfache Yogaübungen sind perfekt für die Fitness der Mutter. Wichtig ist aber, dass der Yogalehrer spezielle Kurse für Schwangere anbietet. Yoga hilft dabei, gelenkig zu bleiben und ist besonders für den Beckenboden eine tolle Sache. Übungen, die sich ganz gezielt mit dem Beckenboden beschäftigen, können so verhindern, dass es zu einer Inkontinenz während der Schwangerschaft kommt.

    Zudem können Frauen mit Yoga auch für die Geburt trainieren und die richtige Atemtechnik lernen, die vor allem wichtig ist, wenn es in die Presswehen geht. Wer Sport treiben will, der sollte an die richtige Bekleidung denken. Shirts und Hosen sollten weit und damit bequem geschnitten sein und ein Sport-BH ist sehr angenehm, wenn die Brüste in der 4. SSW schon spannen sollten.

    Körperlich anstrengende Sportarten, wie zum Beispiel Tennis spielen, lange Radtouren und auch Reiten, sind in der 4. SSW keine geeigneten Sportarten, denn sie können im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt auslösen.

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  • Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. Schwangerschaftswoche ist sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine sehr spannende Woche. Viele Frauen spüren in der 5. SSW die ersten Anzeichen der Schwangerschaft und machen einen Test um festzustellen, ob sie schwanger sind oder nicht. Es passiert nicht selten, dass in der 5. SSW der Test negativ ist und wenn das der Fall ist, dann heißt das aber noch lange nicht, dass keine Schwangerschaft vorliegt. Die Schwangerschaftstests, die in der Apotheke oder in der Drogerie verkauft werden, sind nicht zu 100 % sicher, erst ein Blut- und Urintest beim Arzt bringt endgültig Gewissheit.

    Wie sieht das Baby in der 5. SSW aus?

    In der 5. SSW macht das Baby einen gewaltigen Sprung in seiner Entwicklung. War das Baby in der vergangenen Woche noch ein Zell-Cluster, so ist es jetzt klar als Embryo zu erkennen. Die Anlagen für die wichtigen Organe bilden sich in der 5. SSW aus und zum ersten Mal sind die Gesichtszüge erkennbar. Am Anfang der 5. SSW war das Kind ein kleiner rundlicher Zell-Cluster, der aus einer Eizelle mit drei zellulär verschiedenen Keimblättern gewachsen ist. In der 5. SSW verändert das Baby seine Form und aus dem rundlichen Kern wird ein länglicher Embryo, der jetzt zwei Millimeter misst.

    Wenn der Arzt in der 5. SSW einen Ultraschall macht, dann kann die Mutter zum ersten Mal den Herzschlag ihres Kindes hören. Die ersten Herzschläge des neuen Lebens sind doppelt so schnell wie die der Mutter, und da der Körper noch sehr klein ist, wirkt das Herz unverhältnismäßig groß. Wenn die Eltern in der 5. SSW Bilder des Embryos sehen, dann wirkt es auf dem Ultraschall so, als würde das riesige Herz außerhalb des kleinen Körpers schlagen. Auf dem Ultraschall kann der Arzt in der 5. SSW sehen, ob es Zwillinge werden, denn wenn zwei schwarze Punkte rhythmisch pulsieren, dann ist klar, dass in der Gebärmutter mehr als ein Kind ein Zuhause auf Zeit gefunden hat.

    Die Leber und die Nieren bilden sich in der 5. SSW aus, ebenso wie das Neuralrohr, aus dem sich später das Rückenmark und das Gehirn entwickeln werden. Auch die Fruchtblase bildet sich in der 5. SSW aus und wird drei Wochen später fertig sein. Der Embryo schwimmt bereits im Fruchtwasser und diese klare und wasserartige Flüssigkeit schützt das Kind vor Lärm, Druck und Stößen.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 5. SSW?

    Frauen, die in der 5. SSW ein Ziehen im Unterleib verspüren, denken zunächst, dass sie ihre Periode bekommen, so wie jeden Monat. Die meisten Frauen fühlen sich zudem schlapp und müde, auch die Brüste spannen unangenehm. Das alles hat aber nichts mit den typischen Problemen zu tun, unter denen viele Frauen kurz vor der Monatsblutung leiden, es sind vielmehr die ersten Beschwerden in der 5. SSW. Das Ziehen im Unterleib wird durch die Lockerung des Bindegewebes verursacht, denn die Mutterbänder beginnen sich zu dehnen. Bleibt zu diesem Zeitpunkt die Periode aus, dann ist das ein erstes relativ sicheres Zeichen dafür, dass ein Baby unterwegs ist.

    Die 5. SSW ist für das Baby eine sehr empfindliche Phase, denn wenn es jetzt negativen Einflüssen ausgesetzt wird, dann kann das weitreichende Folgen für seine Entwicklung haben. Frauen, die sich ein Baby wünschen und davon ausgehen müssen, dass sie schwanger sind, sollten bei den ersten Anzeichen auf Alkohol und Nikotin verzichten. Auch Medikamente dürfen nur noch nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Besonders Nikotin und jede Art von Alkohol kann beim Baby zu schweren Schäden an den Organen führen. Ausfluss ist in dieser frühen Phase der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches, aber wenn in der 5. SSW gelber Ausfluss zu sehen ist, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann kann es sein, dass die Mutter eine Infektion hat.

    Worauf muss die Mutter in der 5. SSW achten?

    Wenn bei der ersten Untersuchung das Schwangerschaftshormon HCG nachgewiesen wird, dann ist es amtlich: Ein Baby ist auf dem Weg. Besonders jetzt, im ersten Trimester der Schwangerschaft, ist eine gesunde Lebensweise sehr wichtig. Das Baby braucht in dieser Entwicklungsphase vor allem Nährstoffe und eine ausgewogene vollwertige Ernährung, entsprechend sollte der Speiseplan der Mutter aussehen. Frauen, die in diesem Stadium der Schwangerschaft unter Verstopfung leiden, sollten statt drei großer Mahlzeiten am Tag, fünf kleine Mahlzeiten essen und viel trinken. Ideal sind Mineralwasser, Fruchtschorlen oder auch Tees mit Kamille und Fenchel.

    Wie hoch ist die Gefahr einer Fehlgeburt in der 5. SSW?

    Für die Mutter ist es auch wichtig, sich möglichst viel zu bewegen. Spezielle Yogakurse für Schwangere sind nun eine gute Idee, auch schwimmen stärkt die Muskulatur und macht zudem noch viel Spaß. Körperlich anstrengende Sportarten sind aber nicht zu empfehlen, denn besonders zwischen der vierten und der fünften Schwangerschaftswoche ist das Risiko groß, eine Fehlgeburt zu erleiden. Rund 50 % der Schwangerschaften enden ungewollt in der 5. SSW und Frauen, die noch nicht wissen, dass sie anderen Umständen sind, verlieren ihr Kind ohne es zu bemerken, sie gehen von einer starken Monatsblutung aus.

    Für den Körper ist eine Fehlgeburt in der 5. SSW so etwas wie ein Schutz, denn in der Regel ist das Kind nicht lebensfähig. Auch das Alter der Mutter spielt eine nicht unwichtige Rolle, denn Frauen, die älter als 45 Jahre sind, verlieren ihr Kind in dieser frühen Phase der Schwangerschaft zu 80 %. Frauen, die in der Vergangenheit bereits eine oder auch mehrere Fehlgeburten hatten, müssen ebenfalls mit einem frühen natürlichen Abbruch rechnen. Bei Frauen, die nur eine Fehlgeburt hatten, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 21 %, bei Frauen, die schon zweimal ein Kind verloren haben, liegt das Risiko bei 29 % und bei drei Fehlgeburten sind es 33 %.

    Die häufigste Ursache für eine Fehlgeburt in der 5. SSW ist eine Anomalie bei der Anzahl der Chromosomen, aber auch wenn die Struktur der Chromosomen nicht stimmt, dann kommt es zu einem natürlichen Abbruch der Schwangerschaft. Ab der sechsten Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf 18 %, und ab der 17 % liegt die Gefahr nur noch bei drei Prozent, dass es zu einer Fehlgeburt kommt.

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  • Die 6. SSW – das Baby ist so groß wie ein Reiskorn

    Die 6. SSW – das Baby ist so groß wie ein Reiskorn

    Die 6. SSW ist für das Baby von entscheidender Bedeutung. Zum ersten Mal wird das Kind jetzt über die Plazenta und auch über die Nabelschnur mit allen Nährstoffen und vor allem auch mit Sauerstoff versorgt. Der Dottersack, der diese Funktion bis zur 6. SSW übernommen hat, wird auch weiterhin für einige Wochen für den Stoffwechsel zuständig sein, später wird seine Aufgabe aber die Leber übernehmen. Die Schwangerschaft in der 6. Woche ist aber nicht nur für das ungeborene Kind eine spannende Phase, auch die Mutter hat in der 6. SSW erste Beschwerden.

    Wie sieht das Baby in der 6. SSW aus?

    Vier Millimeter groß, also ungefähr so groß wie ein Reiskorn ist das Baby in der 6. SSW, aber es hat schon einen Kopf und auch einen Hals, sowie die Anlagen für die Ohren, die Augen und für das Gehirn. Da das Baby immer von oben nach unten wächst, sieht der Kopf in diesem Stadium der Schwangerschaft im Vergleich zum Körper sehr groß aus. In der sechsten Schwangerschaftswoche bildet sich der Rückenstrang, der Vorläufer der Wirbelsäule. Dieser Rückenstrang reicht vom Nacken bis zu den Anlagen der Beine, die jetzt noch ein flügelähnliches Aussehen haben. Noch endet der Rückenstrang mit einer Art Schwanz, ein letztes Überbleibsel aus der Evolution, aber dieser Schwanz wird in den nächsten Wochen vollständig verschwinden.

    In der 6. SSW entwickeln sich aus dem sogenannten mittleren Keimblatt die ersten Knospen, aus denen später das Skelett entsteht. In dieser Schwangerschaftswoche zeichnen sich schon die zwölf Brustwirbel und die Rippen ab, praktisch der gesamte Brustkorb des Kindes. Dort wo später die Arme und die Beine wachsen werden, sind in der 6. SSW nur kleine Knospen zu sehen, die Füße und die Hände haben noch das Aussehen von kleinen Paddeln mit Schwimmhäuten.

    Der Hormoncocktail in der 6. SSW

    Der Körper wird in dieser Schwangerschaftswoche mit Hormonen förmlich überflutet. Diese Hormone arbeiten so zusammen, dass sie eine perfekte Versorgung für die Mutter und das Kind sicher stellen. Der HCG-Wert ist in der 6. SSW von großer Bedeutung, denn dieses spezielle Hormon verhindert, dass es zu einem weiteren Eisprung kommt und unterdrückt zudem, dass die werdende Mutter weiter ihre Periode bekommt. Ein anderes Hormon, das Östrogen, bereitet in der 6. SSW die Brüste darauf vor, dass sie später Muttermilch produzieren werden.

    Eine wichtige Rolle spielt auch das Gelbkörperhormon Progesteron, denn dieses Hormon entspannt die Muskeln des Uterus und sorgt auf diese Weise dafür, dass das Baby in den kommenden Wochen und Monaten ohne Probleme wachsen kann. Relaxin ist für die Vorbereitung auf die Geburt zuständig, denn dieses Hormon macht das Gewebe im Beckenboden und auch den Muttermund elastisch, damit das Baby bei der Geburt gut durch den Geburtskanal rutschen kann.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 6. SSW?

    Wenn eine Frau in der 6. Woche schwanger ist, dann lassen die Symptome nicht lange auf sich warten. Es ist die Überflutung mit Hormonen, die bei der werdenden Mutter für einige Beschwerden sorgen, dazu gehört neben der morgendlichen Übelkeit auch das Gefühl von großer Müdigkeit. Viele Frauen leiden zudem unter Appetitlosigkeit und vieles, was sie früher vielleicht gerne gegessen haben, sorgt jetzt für einen unangenehmen Brechreiz.

    Dem Körper der Mutter wird in der 6. SSW sehr viel zugemutet, sie sollte sich daher viel Zeit nehmen, um sich auf die Veränderungen einzustellen. Wichtig ist es, immer wieder kleine Pausen in den Alltag einzubauen und sich ruhige Momente zu gönnen, um durchatmen zu können. Rein äußerlich ist die Schwangerschaft noch nicht zu sehen, denn in der 6. SSW ist der Bauch noch flach, aber die Brüste beginnen sich langsam zu verändern.

    Da die vielen unterschiedlichen Hormone das Immunsystem schwächen, sind die werdenden Mütter anfälliger für Infektionen, die negative Auswirkungen auf das Kind haben können. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist jetzt sehr wichtig, deshalb sollte die Mutter in der 6. SSW damit beginnen, Folsäure zu sich zu nehmen. Ärzte empfehlen als Tagesration 0,8 Milligramm während der ersten Schwangerschaftswochen, erst ab dem vierten Monat hat die Folsäure keinen Einfluss mehr auf die gesunde Entwicklung des Kindes.

    Die ersten Untersuchungen in der 6. SSW

    Viele Frauen wissen in der 6. SSW nicht, dass sie schwanger sind, aber spätestens wenn die ersten typischen Beschwerden auftreten, wie die Übelkeit am Morgen, dann wird klar, dass eine Schwangerschaft vorliegt. Der Frauenarzt wird in der 6. SSW einen Ultraschall machen um festzustellen, wie weit die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist. Der werdenden Mutter wird Blut abgenommen, es wird ein Urintest gemacht und die Ergebnisse werden dann in den Mutterpass eingetragen. Eine Schwangerschaft liegt übrigens immer dann vor, wenn auch das Schwangerschaftshormon HCG (Human-Choriongonadotropin) nachgewiesen werden kann.

    Neben dem Ultraschall wird der Arzt auch eine Tastuntersuchung machen, denn in der 6. SSW ist der Hals der Gebärmutter bereits sehr fest und unbeweglich. Durch die Schwangerschaft werden die Schleimhäute besser durchblutet und das kann in der 6. SSW für Ausfluss sorgen. Dieser Ausfluss ist weißlich bis hellgelb und sollte nicht riechen. Handelt es sich um grünlichen Ausfluss, der unangenehm riecht, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Mutter eine Infektion hat. In diesem Fall sollte die werdende Mutter sofort zu ihrem Arzt gehen.

    Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt in der 6. SSW?

    Einer Fehlgeburt in der 6. SSW liegt in den meisten Fällen ein genetischer Defekt zugrunde. Der Körper erkennt, dass die befruchtete Eizelle nicht lebensfähig ist, und stößt sie daher wieder ab. Untersuchungen gehen davon aus, dass das bei 50 % aller Eizellen der Fall ist, aber nicht immer wird eine Abstoßung auch als Fehlgeburt erkannt. Viele Frauen, die in der 6. SSW nicht wissen, dass sie schwanger sind, halten die Fehlgeburt nicht selten für eine starke Monatsblutung.

    Ist die Schwangerschaft schon festgestellt worden, dann ist nach einer Fehlgeburt in der 6. Schwangerschaftswoche nur selten eine anschließende Ausschabung notwendig, der Körper wird mit einem Abort in dieser Phase der Schwangerschaft alleine fertig. Nach der 6. SSW sinkt das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden, um rund zwölf Prozent, am Ende der 12. SSW sind es dann nur noch ganze vier Prozent.

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