Schlagwort: Wunderheiler

  • Sauerkraut als Superfood?

    Sauerkraut als Superfood?

    Wer besonders auf seine Gesundheit achten möchte, sollte selbstverständlich auch seine Ernährung entsprechend umstellen. Oft spielen hier ganz bestimmte Lebensmittel eine wichtige Rolle. Einige Nahrungsmittel werden hierbei jedoch gern als „Superfood“ bezeichnet. Bei dieser Gruppe handelt es sich schon lange nicht mehr ausschließlich um Chiasamen und Co. .

    Auch klassische Nahrungsmittel haben es mittlerweile geschafft, sich in der Welt der Ernährungsweisheiten einen Namen zu machen. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit einer spürbaren Veränderung Ihres Wohlbefindens durchaus gegeben ist, wenn Sie regelmäßig Superfood zu sich nehmen. Sauerkraut lässt sich hier als gutes Beispiel für einen klassischen Allrounder anführen. Nicht zuletzt, da es Ihrer Verdauung extrem zugutekommt.

     

    Ihre Verdauung und Sauerkraut

    Das Sauerkraut gehört zu der Kategorie der sogenannten Kreuzblütler. Diesen Blütlern werden unter anderem beispielsweise auch Brokkoli oder Blumenkohl zugeordnet. Selbst Senf und dessen Blätter gelten übrigens als Kreuzblütler.

    Alle Kreuzblütler haben etwas gemeinsam: durch die Einnahme dieser Nahrungsmittel führen Sie Ihrem Körper vitalisierende Stoffe zu. Jedoch spielen bei ihnen auch die so genannten „Glucosinolate“ eine besondere Rolle. Diese machen in Ihrem Körper eine Wandlung durch. Daher werden sie von vielen Wissenschaftlern nicht nur als entzündungshemmende, sondern auch als krebsfeindliche Stoffe bezeichnet. Genau das ist auch beim Sauerkraut der Fall. Wichtig sind in diesem Zusammenhang jedoch gleich zwei Regeln.

    Erstens: die positiven Assoziationen beziehen sich vor allem auf rohes, also noch nicht zubereitetes, Sauerkraut.

    Zweitens: es wäre falsch, trotz der hochwertigen Inhaltsstoffe im Sauerkraut bzw. im Superfood im Allgemeinen, einen „Wunderheiler“ oder gar ein Mittel gegen den Krebs zu sehen. Fakt ist jedoch: wer hochwertige Nahrungsmittel in seinen Ernährungsplan aufnimmt, profitiert auf lange Sicht.

     

    Rohes Sauerkraut – die Vorteile

    Vor allem die probiotischen Kulturen wirken sich anfangs äußerst stark auf Ihre Verdauung aus. Hier ist es wichtig zu wissen, dass die positiven Effekte nicht erst im Darm starten, sondern – im Zuge der Nahrungsaufnahme- auch schon vorher. Schädliche Bakterien werden hier bereits im Magen ausgesondert. Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre können demzufolge schon im Ansatz behandelt werden. Sie profitieren folglich von einer gesunden Darmflora und einem gesteigerten Wohlbefinden.

    Ihre Darmschleimhaut regeneriert sich – beispielsweise auch nach der Einnahme von Antibiotika- schneller und auch Ihr Immunsystem erlangt neue Stärke.

  • Immer mehr Deutsche gehen zum Heiler

    Immer mehr Deutsche gehen zum Heiler

    Kein Vertrauen in die Schulmedizin

    Wer heilt, hat recht, sagt der Volksmund und es scheint, als würden sich immer mehr Deutsche dieses Sprichwort zu Herzen nehmen. Es ist längst nicht mehr der Arzt, der das alleinige Recht auf Heilung hat, es sind heute vielmehr selbst ernannte Heiler, Schamanen und Heilpraktiker, denen sich die Kranken anvertrauen und auf Heilung hoffen.

    Wundersame Wunderheiler

    Kann ein sogenanntes Jenseitsgespräch wirklich Spannungen lösen und zu einem größeren Wohlbefinden beitragen? Viele Menschen glauben das und zahlen bereitwillig bis zu 100,- Euro für ein Gespräch mit einem Verstorbenen, der durch ein Medium vermittelt wird. Geschätzt gibt es 15.000 geistige Heiler in Deutschland, die sich selbst als unkonventionelle Therapeuten bezeichnen und die als Handaufleger, Schamanen oder eben als Medium arbeiten, was auf Wunsch auch ein Gespräch mit Jesus Christus vermitteln kann. Diejenigen, die solche Heiler aufsuchen, sind von der klassischen Schulmedizin enttäuscht, sie wollen nicht länger von Pharmakonzernen abgezockt werden und haben genug von korrupten Ärzten.

    Gefährliche Alternativen

    Ein Gespräch mit dem Jenseits schadet keinem, außer dem Geldbeutel, gefährlicher wird es aber immer dann, wenn diese Heiler aktiv in die Schulmedizin eingreifen. So wird zum Beispiel vor Impfungen für Kinder gewarnt, die Chemotherapie für den Krebspatienten gilt als das Werk des Teufels und sie raten davon ab, Milch zu trinken, zudem ist gekochtes Essen verpönt. Beschwörungstherapien gehören für den alternativen Heiler immer zum Programm und die Esoterik ist für sie die einzig wahre Wissenschaft.

    Fragwürdige Heilpraktiker

    Der Heilpraktiker ist in den vergangenen Jahren zu einer Art Ersatzarzt geworden und diese Entwicklung sehen die Schulmediziner mit zunehmender Sorge. Heilpraktiker kann jeder werden, der einen Abschluss der Hauptschule hat und bei der Prüfung beim Gesundheitsamt 45 von 60 Fragen beantworten kann. Eine medizinische Ausbildung ist nicht notwendig, ein Multiple-Choice-Testbogen und eine kleine mündliche Prüfung reichen aus, um anschließend Patienten behandeln zu dürfen.

    Bild: © Depositphotos.com / Amaviael

  • Eigenblutbehandlung – sinnvoll oder gefährlich?

    Eigenblutbehandlung – sinnvoll oder gefährlich?

    Menschen, die unter Allergien leiden, haben es nicht leicht. Es kann dauern, bis das passende Medikament gefunden wird, das tatsächlich hilft und gegen einige Allergien ist gar kein Kraut gewachsen. Diese Tatsache machen sich viele Heilpraktiker und selbst ernannte Wunderheiler zunutze und bieten eine Eigenblutbehandlung als Retter in der Not an. Gegen eine Eigenblutbehandlung ist im Grunde nichts einzuwenden, aber nicht jeder Arzt oder Heilpraktiker führt eine Eigenblutbehandlung auch so korrekt durch, wie sie eigentlich gedacht ist. Der Fall einer Ärztin, die ihre Patienten mit ihrem eigenen Blut behandelt hat, stand jetzt vor Gericht, denn sie hat die Therapie sehr eigenwillig angewandt und ihren Patienten mehr geschadet, als geholfen.

    Was ist eine Eigenblutbehandlung?

    Bei einer Eigenblutbehandlung wird aus einer Vene Blut entnommen, das Blut wird mit Sauerstoff angereichert und dann wieder in den Körper zurückgeführt. Auf diese Weise werden Reize ausgelöst, um das Immunsystem zu aktivieren. Das Ziel einer Eigenblutbehandlung ist immer, die Abwehrkraft des Körpers zu steigen und den Organismus zu stabilisieren. Für Menschen, die häufig unter Erkältungen, grippalen Infekten oder unter Allergien leiden, ist die Eigenblutbehandlung eine klassische Therapie, auch wenn viele Schulmediziner den Nutzen dieser Behandlung nach wie vor anzweifeln.

    Eine Alternative zum Kortison?

    Schwere Allergien werden in der Schulmedizin gerne mit Kortison behandelt, denn das Medikament ist wirksam, aber nicht ungefährlich. Vor allem bei der Behandlung von Kindern ist Kortison umstritten, denn Kortison kann das Wachstum hemmen, Osteoporose oder das sogenannte Cushing-Syndrom auslösen. Das hat zur Folge, dass ein Vollmondgesicht, Stiernacken und ein alarmierend erhöhter Blutzuckerspiegel auftreten können. Das alles sind Gründe, Kortison abzulehnen und eine Eigenblutbehandlung vornehmen zu lassen. Auch eine Familie aus Westfalen wollte keine Chemiekeule und ging deshalb zu einer Ärztin, die, so wurde berichtet, wahre Wunder mit Eigenblutbehandlungen bewirken konnte.

    Ein Wunder mit Nebenwirkungen

    Die Familie war von Allergien geplagt. Die Kinder litten unter Neurodermitis und Asthma, die Mutter unter starkem Heuschnupfen. Bekannte hatten den Eltern eine Ärztin empfohlen, die bei der Behandlung von Allergien aller Art Wunder vollbringen konnte, und tatsächlich, nach nur wenigen Eigenblutbehandlungen ließen die Beschwerden bei den Kindern nach. Die Familie hatte sich bewusst gegen eine klassische Behandlung mit Kortison entschieden, denn die Mutter war bereits mit dem Hormon behandelt worden, und leidet jetzt unter einer sehr schmerzhaften Hüftkopfnekrose, die auf eine Kortisonbehandlung zurückzuführen ist. Nun also die Eigenblutbehandlung, in die die Familie ihre ganze Hoffnung setzte.

    Was die Familie und andere Patienten, die von der Ärztin mit einer vermeintlichen Eigenblutbehandlung „geheilt“ wurden, nicht wussten: Nach der Blutabnahme mischte die Medizinerin heimlich Kortison unter das Blut der Patienten und spritzte ihnen diese Mischung dann wieder in die Vene. So ging das acht Jahre lang, bis eine Ärztin mit ihrem von Allergien geplagten Sohn zu ihrer Kollegin ging, um eine Eigenbluttherapie durchführen zu lassen. Auch die Allergie des fünfjährigen Jungen ließ schnell nach, zu schnell nach Ansicht der Mutter. Sie wurde misstrauisch und ließ den Urin ihres Sohnes untersuchen. Die Analyse brachte die Wahrheit ans Licht und die Wunderheilerin vor Gericht. Jetzt wurde die Ärztin vom Paderborner Landgericht wegen Körperverletzung in 1773 Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einem dreijährigen Berufsverbot verurteilt. Dem Staatsanwalt war das Urteil zu milde, er ging in Berufung und nun hat der Bundesgerichtshof das letzte Wort.

    Eigenblut – eine wirksame Therapie?

    Mediziner der Universitätsklinik in Marburg haben die Behandlung mit Eigenblut unter die Lupe genommen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das „Wirkungsprinzip nicht nachvollziehbar ist“. Sie setzen weiter auf Kortison, wenn auch bei Kindern nur als Salbe und nicht als Injektion. Wer mit Eigenblut behandelt wurde und seine Beschwerden los ist, der wird wahrscheinlich anders darüber denken.

    Bild: © Depositphotos.com / ginasanders