Autor: Ulrike Dietz

  • Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderkrankheiten – das klingt harmlos, ist es aber leider nicht, denn noch immer sterben jährlich Kinder an Krankheiten wie Masern oder Windpocken. Zwar lassen sich Kinderkrankheiten wenn sie zum Ausbruch kommen, mit den entsprechenden Mitteln sehr gut behandeln, aber eine Kinderimpfung ist immer die bessere Lösung, denn Impfungen bedeuten Vorsorge, damit das Kind die Krankheit erst gar nicht bekommt. Jedes Jahr gibt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, kurz STIKO, die jeweils aktuellen Impfpläne heraus, an die sich die Eltern von Babys, Kleinkindern und Jugendlichen orientieren können. Zudem werden die Eltern auch bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt darauf hingewiesen, in welchem Alter welche Kinderimpfung als Vorsorge gegeben werden muss.

    Kinderimpfung im Kombipack

    Viele Schutzimpfungen werden als Kombination angeboten. So sollte zum Beispiel die MMR, die Kombiimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln immer als Vorsorge dabei sein, wobei vor allem Mädchen diese Kinderimpfung bekommen sollten. Mädchen, die nicht gegen Röteln geimpft werden und die Krankheit erst als erwachsene Frauen während der Schwangerschaft bekommen, riskieren ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Auch die Kinderimpfung gegen Masern ist immer wichtig, denn nach wie vor sind Masern eine der gefährlichen Kinderkrankheiten, die nicht selten zum Tod führen. Die Kinderimpfung im Kombipack hat aber noch einen weiteren Vorteil, denn auf diese Weise werden die in der Impfung enthaltenen Konservierungsstoffe deutlich reduziert.

    Welche Kinderimpfung soll in welchem Alter gegeben werden?

    Ist das Kind zwischen sechs und zwölf Wochen alt, dann wird die Schluckimpfung gegen Rotaviren empfohlen, denn diese Viren können bei Kleinkindern schwere Durchfälle auslösen. Diese Kinderimpfung wird allerdings nicht von den Krankenkassen bezahlt, die Eltern müssen für diese wichtige Vorsorge selbst aufkommen. Je nachdem, welcher Impfstoff verabreicht wird, müssen zwei oder drei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen gegeben werden. Ab dem zweiten Monat sollte das Kind folgende Impfungen bekommen:

    • Tetanus
    • Keuchhusten
    • Kinderlähmung
    • Hepatitis B (am besten in einer 6-fach Impfung)
    • Diphtherie

    Eine weitere Kinderimpfung kann optional eine gegen Pneumokokken und eine Impfung gegen Rotaviren sein.

    Ist das Kind drei Monate alt, dann sollte die 6-fach Impfung gegen Pneumokokken aufgefrischt werden.

    Impfungen ab dem ersten Lebensjahr

    Mit einem Jahr werden Kinder zum ersten Mal gegen die Kinderkrankheiten Masern, Röteln und Mumps geimpft und in diesem Alter gibt es auch die erste Vorsorge in Form einer Kinderimpfung gegen die Windpocken. Auf Wunsch kann auch die Kinderimpfung gegen Windpocken eine Kombiimpfung zusammen mit Masern, Mumps und Röteln sein. Wichtig ist die Kinderimpfung gegen Meningokokken, und auch die Schutzimpfung gegen die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch einen Zeckenbiss ausgelöst und zur Hirnhautentzündung führen kann, sollten die Eltern unbedingt machen lassen. Sind die Kinder zwischen 15 und 23 Monate alt, dann müssen die Kombiimpfungen erneut aufgefrischt werden.

    Empfohlene Impfungen für Schulkinder

    Bevor ein Kind in die Schule geht, sollte es noch einmal gegen Tetanus, Diphtherie und auch gegen Keuchhusten geimpft werden. Das Gleiche gilt auch bei Kindern, die zwischen neun und 17 Jahren alt sind, denn nur eine erneute Auffrischung der Impfungen bedeutet eine gute Vorsorge. Optional ist die Impfung gegen die Grippe. Ärzte raten allerdings dazu nur Kinder impfen zu lassen, die entweder an einer angeborenen Herzschwäche oder an einer chronischen Erkrankung leiden. Die Impfung gegen die Grippe wird auch nicht von den Krankenkassen übernommen, die Eltern müssen diese Vorsorge aus eigener Tasche bezahlen. Wenn geimpft wird, dann ist der Oktober und damit der Beginn der kalten Jahreszeit der beste Zeitpunkt. Kinderärzte raten ebenfalls dazu, Kinder gegen Tollwut impfen zu lassen, vor allem dann, wenn die Familie in einer ländlichen Region wohnt. Ohne die Schutzimpfung endet eine Tollwut-Erkrankungen immer mit dem Tod. Auch wenn diese Impfung nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, die Impfung gegen Tollwut ist für die Eltern ein Muss.

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  • Allergien – warum Stadtkinder gefährdeter sind als Landkinder

    Allergien – warum Stadtkinder gefährdeter sind als Landkinder

    Immer mehr Menschen leiden unter Allergien und auch vor Kindern macht eine Allergie nicht halt. Während sich die meisten Erwachsenen mit ihrer Allergie engagieren, macht ein Heuschnupfen oder eine Lebensmittelallergie Kindern oft schwer zu schaffen. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass Kinder, die auf dem Land aufwachsen, seltener unter Allergien leiden als ihre Altersgenossen, die in der Stadt zu Hause sind. Wissenschaftler vermuten, dass die Landkinder ein besser trainiertes Immunsystem haben, aber für die Immunität der Landkinder können auch bestimmte Bakterien und ein Enzym verantwortlich sein.

    Landleben ist gesund

    Kinder, die in ländlichen Regionen oder auf einem Bauernhof aufwachsen, haben nicht nur eine unbeschwerte Kindheit, sie bekommen auch deutlich seltener Allergien. Forscher haben diese Tatsache jetzt einmal näher betrachtet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die sogenannten Endotoxine dabei eine wichtige Rolle spielen. Bei Endotoxinen handelt es sich um von Bakterien freigesetzte Verbindungen, die vom Menschen immer über die Schleimhäute, zum Beispiel im Mund, aufgenommen werden. Es wurden zahlreiche Versuche mit Mäusen gemacht und diese Versuche haben gezeigt, dass wenn die entsprechenden Substanzen täglich aufgenommen werden, sie weniger auf allergieauslösende Stoffe reagieren. Zuständig für den schützenden Effekt ist das Enzym A20, das unter anderem auch die Entzündungsreaktionen im Körper maßgeblich beeinflusst. Kinder, die auf dem Land mit Tieren leben, atmen automatisch über den Staub im Stall oder auf dem Hof viel mehr Bakterien- und Pilzpartikel ein, die allergiemindernd sind. Das trifft besonders auf die Mikroben zu, die Kühe ausatmen.

    Wie eine Impfung

    Aber nicht nur Staubpartikel in der Landluft machen Kinder immun gegen Allergien, auch andere Endotoxine helfen aktiv dabei, die Auslöser einer Allergie abzuwehren. Versuche mit Mäusen haben gezeigt, dass schon kleine Dosen ausreichen, um das Immunsystem auf Trab zu bringen und allergieauslösende Eindringlinge erfolgreich zu bekämpfen. Die Landluft wirkt praktisch wie eine Impfung für den Körper, denn Studien haben jetzt gezeigt, dass die Wirkung der Enzyme auch dann noch anhält, wenn aus den Kindern erwachsene Menschen geworden sind.

    Ein ausgeglichenes Immunsystem

    Nur ein wirklich ausgeglichenes Immunsystem ist ein Garant dafür, dass es nicht zu Allergien kommt. Kinder, die in einer Großstadt wohnen, leben damit, dass ihr Immunsystem ständig auf Hochtouren läuft. Es gibt Unmengen von schädlichen Stoffen in der Luft, mit denen das Immunsystem immer wieder aufs Neue fertig werden muss. Das führt früher oder später dazu, dass das Immunsystem kapituliert und es zu einer Allergie kommt, also zu einer Erkrankung, mit der der Körper nicht mehr fertig wird und gegen die er nicht mehr ankämpfen kann. Kinder, die auf dem Land leben, sind weitaus weniger schädlichen Stoffen in der Luft ausgesetzt, die Luftqualität ist deutlich besser und das wirkt sich auch auf das Immunsystem aus. Es kann sich auf Dauer stabilisieren, wird ausgeglichen und die Gefahr, an Allergien zu erkranken, nimmt immer weiter ab. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die unter einer Allergie leiden und dann einen Urlaub auf dem Land machen, mit weniger heftigen Allergieattacken zu kämpfen haben. Auch wenn die Allergie nicht ganz verschwindet, auf dem Land können Kinder damit besser leben.

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  • Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Viren sind immer unangenehm, aber Noroviren sind eine ganz spezielle Sorte. Sie sind nicht nur extrem ansteckend, sie sind auch extrem zäh: Noroviren lassen sich nicht von Kälte bis zu minus 20° Grad oder Hitze bis zu plus 60° Grad aufhalten. Wenn die Viren einmal da sind, dann lassen sie sich nicht so schnell wieder vertreiben, sie haften an Möbeln, an Tiefkühlkost, an der Kleidung und sogar an Kinderspielzeug und das monatelang. Was Noroviren vertreiben kann? Nur wirklich starke, chemische Desinfektionsmittel oder aber einfache Zitronensäure, denn die können Noroviren nicht leiden.

    Noroviren zwingen alle in die Knie

    Kitas werden geschlossen, die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen müssen in Quarantäne, in Krankenhäusern und Altenheimen wird der Notstand ausgerufen – schuld sind Noroviren. Die kleinen unscheinbaren Viren verlieren keine Zeit, sie überfallen Menschen ohne Vorwarnung und von einer Minute zur anderen. Übelkeit, Bauchschmerzen, gefolgt von Erbrechen und Durchfall sind Anzeichen einer Magen- und Darmgrippe, die durch Noroviren ausgelöst wird. In der Folge verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit und Salz, es kann zu massiven Kreislaufproblemen bis hin zum Schock mit Kreislaufversagen führen. Vor allem Kinder, ältere Menschen und alle, die ein schwaches Immunsystem haben, sind gefährdet, wenn sie mit Noroviren infiziert werden. Anstecken kann sich jeder, denn es reicht schon ein Händedruck, und da sich die Viren auch über die Luft übertragen, sind sie besonders gefährlich. Weil Noroviren auch vor Tiefkühlkost nicht halt machen, kann man sich sogar an Tiefkühlgemüse anstecken, das schon länger im Gefrierfach des Kühlschranks lag.

    Wie lange dauern die Beschwerden an?

    Noroviren sind zwar hochansteckend, aber sie bleiben nicht allzu lange. Meist ist nach drei bis fünf Tagen das Schlimmste überstanden, nur bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann die Infektion auch mal länger als eine Woche dauern. Kommt es zu Schwierigkeiten mit dem Kreislauf, dann kann auch ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden. Die Betroffenen fühlen sich oftmals noch Tage nach der akuten Phase krank und schwach. Wichtig ist es viel zu trinken, um den Verlust an Flüssigkeit wieder auszugleichen. Ideal sind Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, ungesüßte Tees und auch dünne Suppen mit wenig Fett. Hilfreich kann auch Elektrolytpulver sein, das es in der Apotheke zu kaufen gibt. Besonders bei Kindern ist dieses Pulver eine gute Wahl, denn es hilft ihnen schneller wieder gesund zu werden.

    Noroviren aktiv vorbeugen

    Gänzlich lässt sich eine mögliche Infektion mit Noroviren leider nicht vermeiden, es gibt aber einige wirksame Mittel, um die Viren abzuschrecken. So haben Forscher zum Beispiel herausgefunden, dass Zitronensäure die Viren vertreiben kann. Die Säure, die in Zitronen zu finden ist, das sogenannte Citrat, setzt sich genau an den Stellen fest, an denen die Noroviren sind, es legt sie praktisch lahm und verhindert so effektiv eine Ansteckung. Röntgenuntersuchungen haben diesen Vorgang sichtbar gemacht und bewiesen, dass das Händewaschen mit Zitronensäure dabei helfen kann, Noroviren in Schach zu halten. Leider gibt es kein wirksames Medikament, um die Noroviren aufzuhalten und es ist bislang auch nicht gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen die Viren immun macht.

    Noroviren sind meldepflichtig

    Das Norovirus trat 1968 zum ersten Mal in der amerikanischen Stadt Norwalk auf und wird deshalb in den USA auch noch bis heute Norwalk-Virus genannt. Die Viren nahmen sehr schnell den Weg über den Atlantischen Ozean nach Europa und sind heute weltweit verbreitet. Da Noroviren hochansteckend sind und ein einziger Mensch viele andere in einem relativ kurzen Zeitraum anstecken kann, ist jede Infektion immer meldepflichtig. Gibt es einen Krankheitsfall, dann müssen die zuständigen Gesundheitsämter informiert werden. Kommt es in Altenheimen, in Schulen, in Kindergärten oder auch in Krankenhäusern zu einer Infektion mit Noroviren, dann werden die Patienten, aber auch die Räumlichkeiten unter Quarantäne gestellt.

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  • Grüner Kaffee – der neue Schlankmacher?

    Grüner Kaffee – der neue Schlankmacher?

    Kaffee ist der beliebteste Muntermacher am Morgen und in vernünftigen Mengen genossen, ist Kaffee auch gesund. Aber kann Kaffee dabei helfen, überflüssige Pfunde loszuwerden? Ein neuer Trend aus den USA sagt ja, aber es sollte grüner Kaffee sein. Bekanntlich finden die Trends, die aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommen, sehr schnell den Weg über den Ozean und es ist zu vermuten, dass auch der neue Diät Trend bald in Deutschland viele Fans findet. Was aber ist grüner Kaffee und was macht ihn zu einem Schlankmacher?

    Was ist grüner Kaffee?

    Die meisten werden Kaffee in Pulverform oder in Form von ganzen Bohnen kennen und beide Varianten haben eine tiefbraune Farbe. Wenn Kaffee aber noch roh, also noch nicht geröstet ist, dann ist er grün und schmeckt leider auch nicht so aromatisch wie gerösteter Kaffee. Grüner Kaffee ist eigentlich ungenießbar, denn er schmeckt sehr sauer und wird deshalb auch nicht als Heißgetränk genutzt. Erhältlich ist grüner Kaffee als Nahrungsergänzungsmittel, er kann wie Tee in Aufgussbeuteln gekauft werden, ist aber auch als kleiner Snack zum Knabbern sehr beliebt. In den USA wird grüner Kaffee in Kapseln gefüllt und gilt als der neue Geheimtipp, wenn es ums Abnehmen geht.

    Mit Vorsicht zu genießen

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    Unreifer Kaffee enthält Chlorogensäure und diese spezielle Säure soll effektiv dabei helfen, an Körperfett zu verlieren. Die Universität Scranton in Pennsylvania führte zusammen mit dem MVJ Medical College am Research Hospital im indischen Bangelore eine Studie mit jeweils acht übergewichtigen Männern und Frauen im Alter zwischen 22 und 46 Jahren durch. Die Studienteilnehmer bekamen sechs Wochen lang dreimal am Tag eine Dosis von 350 Millilitern Chlorogensäure in Kapselform, weitere sechs Wochen nur zweimal täglich die gleiche Dosis und noch einmal sechs Wochen lang ein Placebo. Die Reihenfolge, in der die Kapseln verabreicht wurden, war zufällig und zwei Wochen lang wurden gar keine Kapseln eingenommen. Das Ergebnis klingt nicht gerade vielversprechend, denn das durchschnittliche Körpergewicht von 72 Kilogramm verringerte sich nach sechs Wochen um nur zwei Kilogramm. In den sechs Wochen, in denen nur die geringe Dosis gegeben wurde, sank das Gewicht um magere anderthalb Kilogramm und in den Placebo Wochen nahmen die Probanden 300 Gramm zu.

    Wie schädlich ist grüner Kaffee?

    Mediziner zweifeln die Ergebnisse der Studie an, und als sich dann noch heraus stellte, dass die Daten manipuliert wurden, sahen sich die Kritiker bestätigt. Jetzt gibt es eine neue Studie, die allerdings mit Mäusen durchgeführt wurde und diese Studie zeigt, dass die Chlorogensäure schädlich für die Gesundheit ist. Die Mäuse, die ein Gramm Chlorogensäure in einem Kilogramm Futter aßen, hatten am Ende der Studie Symptome, die auf eine Fettleber und auf Diabetes hinwiesen. Damit steht fest, dass die Kapseln mit dem Pulver aus grünem Kaffee zum einen die Kilos nicht wie gewünscht purzeln lassen und zum anderen auch noch die Gesundheit angreifen. Die Chlorogensäure im grünen Kaffee entfaltet ihre Wirkung bereits im Darm und verhindert, dass Glucose ins Blut gelangt. Wird grüner Kaffee regelmäßig nach einer Mahlzeit getrunken, senkt das auf Dauer den Blutzucker-Spiegel, aber das Gewicht verringert sich kaum.

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  • Wie gefährlich ist ein Karpaltunnelsyndrom?

    Wie gefährlich ist ein Karpaltunnelsyndrom?

    Jeder kennt das Gefühl, wenn die Hand „eingeschlafen“ ist und kaum jemand misst dem Kribbeln und dem Taubheitsgefühl Bedeutung bei. In den allermeisten Fällen ist dieses Gefühl auch harmlos, aber es kann auch ein Zeichen für das sogenannte Karpaltunnelsyndrom sein. Vor allem wenn das Kribbeln und das Gefühl die Hand sei taub, wiederholt und auch nachts auftritt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich tatsächlich um ein Karpaltunnelsyndrom handelt. Wenn das der Fall ist, dann muss dieses Syndrom auch behandelt werden, passiert das nicht, dann droht im schlimmsten Fall Muskelschwund.

    Was genau ist ein Karpaltunnelsyndrom?

    Genau genommen ist der Karpaltunnel kein Tunnel, sondern eine Art Kanal im Handgelenk, durch den die Nerven, Sehnen und Bänder verlaufen. Wenn es besonders in der Nacht zu einem Kribbeln oder zu einem tauben Gefühl in der Hand kommt, dann ist in der Regel der Mittelarmnerv eingeklemmt, der Nervus medianus. So kommt es zu Gefühlsstörungen, die sich vor allem am Daumen, aber auch am Mittel- und Zeigefinger bemerkbar machen. Ein Karpaltunnelsyndrom wird im frühen Stadium kaum wahrgenommen, aber wenn die Gefühlsstörungen in regelmäßigen Abständen auftreten, dann ist es notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Zu den Symptomen eines Karpaltunnelsyndroms gehören:

    • Kribbeln in den Fingern, das in den Arm ausstrahlt
    • Bewegungsschmerzen in der Hand, die an einen elektrischen Schlag erinnern
    • Gefühllosigkeit im Daumen sowie im Zeige- und Mittelfinger
    • Die Feinmotorik der Hand ist eingeschränkt oder nicht mehr vorhanden
    • Der Daumenballen bildet sich zurück

    Welche Ursachen hat das Karpaltunnelsyndrom?

    Für das Karpaltunnelsyndrom gibt es viele verschiedene Ursachen. Eine einseitige Belastung, wie sie bei der Haus- und Gartenarbeit häufig auftritt, kann ein Karpaltunnelsyndrom auslösen, aber auch eine abgeknickte Haltung der Hand bei der Arbeit am PC oder beim Sport kann die Ursache sein. Viele knicken oder klemmen im Schlaf die Hand ein und durch die so entstehende Durchblutungsstörung kann sich ein Karpaltunnelsyndrom bilden. Möglich sind aber auch hormonelle Veränderungen, zum Beispiel in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft. Krankheiten wie Rheuma, eine Überfunktion der Schilddrüse, eine Nierenschwäche und Diabetes stehen ebenso im Verdacht, ein Karpaltunnelsyndrom auszulösen. Sehr selten ist auch eine genetische Vererbung möglich, in diesem Fall spricht die Medizin von einer erblichen Disposition.

    Welche Therapien gibt es?

    Wenn die Beschwerden immer wiederkehren und nicht nur in der Nacht, sondern vermehrt auch am Tag auftreten, dann ist es immer sinnvoll einen Arzt aufzusuchen und sich neurologisch behandeln zu lassen. Wird das Karpaltunnelsyndrom früh erkannt und ist noch nicht so stark ausgeprägt, dann kann es helfen, eine Schiene zu tragen. Außerdem kann eine kurzfristige Therapie mit Kortison verhindern, dass der betroffenen Nerv noch weiteren Schaden nimmt. Wenn weder die Schiene noch das Kortison helfen die Beschwerden zu lindern, dann ist eine Operation der letzte Ausweg. Der Eingriff kann in der Regel ambulant und endoskopisch durchgeführt werden. Das Ziel der Operation ist es, dem beschädigten Nerv in der Mittelhand mehr Platz zu verschaffen und den Druck von den Bändern und Sehnen zu nehmen. Nach der OP empfiehlt sich eine Physiotherapie, die individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt wird.

    Was passiert, wenn das Karpaltunnelsyndrom nicht behandelt wird?

    Wer die beschrieben Symptome hat, sie aber auf Dauer ignoriert, der wird starke Schmerzen bekommen und diese Schmerzen beschränken sich eines Tages nicht mehr nur auf die Hand. Sie strahlen vielmehr auf alle Finger, auf den Arm und schließlich in die Schulter- und Nackenregion aus. Wird das Karpaltunnelsyndrom nicht behandelt, dann werden die Muskeln der Hand immer schwächer und der Betroffene kann die Hand immer weniger benutzen. Im schlimmsten Fall kommt es dann zum Muskelschwund in der Hand, der schließlich chronisch wird und sich auch durch eine Operation nicht mehr beheben lässt.

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  • Ein neues Pflaster kann Blutung sofort stoppen

    Ein neues Pflaster kann Blutung sofort stoppen

    Wer sich verletzt, der klebt ein Pflaster auf die Wunde und wartet, bis alles wieder verheilt ist. Das funktioniert aber leider nur bei kleinen Wunden, ist die Wunde größer, dann kann vor allem der Blutfluss für Probleme sorgen, denn wenn sich die Blutung nicht stoppen lässt, dann hilft auch kein Pflaster mehr. Jetzt hat ein junger Mann aus den USA ein neues Pflaster erfunden, das die Blutung innerhalb von wenigen Sekunden zum Stillstand bringen kann, und dieses neue Pflaster könnte eine kleine Revolution in der Medizin darstellen.

    Ein kleines biologisches Wunder das neue Pflaster

    Was macht das neue Pflaster so besonders und was kann dieses Pflaster, was herkömmliche Pflaster nicht können? Immer wieder müssen Ärzte und Notfallhelfer bei schweren Blutungen kapitulieren und verlieren ihre Patienten innerhalb von wenigen Minuten, schon der Verlust von einem Liter Blut kann gefährlich werden. Das neue Pflaster hat Eigenschaften, die es möglich machen, eine Blutung so schnell zu stillen, dass es erst gar nicht zu einem größeren Blutverlust kommt. „Vetigel“, so heißt das neue Pflaster und es basiert auf den Substanzen, die in der Meeresalge vorkommen. Das neue Pflaster kann das, was die natürliche Wundheilung auch kann, und wenn es auf die Wunde gesprüht wird, dann bildet sich vom Rand der Wunde aus ein dichtes Netz aus Gel, das die Blutung augenblicklich stoppt.

    Ein Gerüst aus Fasern

    Erfunden wurde das neue Pflaster von einem jungen Mann aus New York, der gerade einmal 17 Jahre alt ist. Er fand heraus, dass die Substanzen der Meeresalge dem natürlichen zellulären Gewebe ähneln, und dass sie ein Netz über die Wunde spannen können. Das stoppt zum einen die Blutung und zum anderen verschließt die Wunde dann auch auf Dauer. Der klare Vorteil von „Vetigel“ ist die Geschwindigkeit, denn das neue Pflaster ist um einiges schneller, als die bisher bekannten Blutstiller. Schon im Jahre 2000 gelang es den Forschern der Universität von Cleveland, Blutplättchen aus Kunststoff herzustellen, die die Fähigkeit hatten, eine Blutung zu stillen. Zwar sind Chirurgen heute in der Lage, mithilfe von Strom eine Blutung zu stillen, aber gegenüber dem neuartigen Wunderpflaster sind diese Möglichkeiten sehr langsam.

    Schnelle Hilfe überall

    Das Blut mit Strom oder mit künstlichen Blutplättchen zu stillen, funktioniert in der Praxis wunderbar, aber leider können diese beiden Methoden nicht weiter helfen, wenn es zum Beispiel zu einem Unfall auf der Straße gekommen ist. Genau dort sieht der junge Erfinder das Haupteinsatzgebiet seines neuen Pflasters, denn wenn es nicht mehr ausreicht, eine Blutung durch einen Druckverband zu unterbinden, dann muss das neue Pflaster nur aufgesprüht werden und in nur wenigen Sekunden kommt der Blutfluss zum Stillstand und die Wunde schließt sich. Was das neue Pflaster ebenfalls auszeichnet, ist, dass die Wunde nicht mehr aufwendig gekühlt werden muss. Beim Einsatz in Kriegs- oder Krisenregionen kann das Pflaster des jungen Amerikaners effektiv dabei helfen, Menschenleben zu retten.

    Wann es das neue Pflaster auch in Deutschland zu kaufen gibt, das steht leider noch nicht fest, denn in den USA ist es zunächst einmal nur in der Tiermedizin im Einsatz.

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