Blog

  • Thrombose – Risikofaktor Antibabypille

    Thrombose – Risikofaktor Antibabypille

    Eine neue Studie, die von der TKK, der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben wurde, sorgt für Aufregung und Sorge, denn diese Studie hat Risiken und Nutzen der neuen Antibabypillen genau untersucht. Die Ergebnisse sind besorgniserregend, denn die neueren Präparate stellen ein hohes Risiko für eine Thrombose dar. Dass die Pille Nebenwirkungen hat, das ist schon bekannt, seit es das sichere Verhütungsmittel gibt, aber dass die Zusammensetzung eine so gravierende Rolle spielt, das wurde erst jetzt durch die Studie klar, die der Bremer Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske im Auftrag der TKK erstellt hat.

    Die Pille der dritten Generation

    Es sind die neuen Pillen, die sogenannten Antibabypillen der dritten Generation, die das Risiko, eine Thrombose zu bekommen, erheblich größer machen, als das bei den Vorgängerpräparaten der Fall war. Die Studie spricht von neun bis zwölf Embolien pro 10.000 Frauen im Jahr. Damit stellen die neuen Pillen ein zweimal so großes Risiko für eine Thrombose dar, im Unterschied zu den Pillen der ersten und zweiten Generation. Auch die Pillen der zukünftigen vierten Generation stellen ein ähnlich hohes Risiko dar, eine lebensgefährliche Thrombose zu bekommen.

    Thrombose Kritik an den Herstellern

    Junge Frauen, die nicht übergewichtig sind und nicht rauchen, galten in der Vergangenheit nicht als Risikopatientinnen. Das hat sich jetzt geändert, denn auch Frauen, die gesund leben, laufen Gefahr eine Thrombose zu bekommen. Kritik übt die Studie vor allem an den Herstellern, die ihre Antibabypillen wie ein Must-have bewerben und nicht müde werden, die Vorzüge der Verhütungsmittel in den Vordergrund zu stellen. So wird zum Beispiel in den sozialen Netzwerken wie Facebook ganz gezielt für die Pille als Mittel für die Schönheit geworben. Die Pharmaunternehmen werben für die Pille, jedoch informieren sie nur unzureichend über die Risiken, wie eine Thrombose.

    Die Warnungen der Behörden

    Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt schon seit einiger Zeit vor einem Thromboserisiko besonders bei Frauen, die die Pille zum ersten Mal nehmen oder die unter 30 Jahre alt sind. Für diese Frauen ist es sinnvoller und vor allen Dingen auch ungefährlicher, eine Pille der ersten oder zweiten Generation zu nehmen, die ebenso gut und sicher verhüten, wie die neuen Antibabypillen. Auch Frauen, die rauchen oder Übergewicht haben, sollten beim Arzt um ein Rezept für eine der älteren Pillen bitten, denn sie sind besonders gefährdet.

    Neu ist nicht immer besser

    Nur weil die Pille neu ist und beworben wird, heißt das noch lange nicht, dass sie auch besser ist. Von den sieben Millionen Frauen, die in Deutschland die Pille regelmäßig nehmen, geben immer mehr als Grund für die Einnahme an, dass sie sich von der Pille weniger Pickel, eine schönere Haut und glänzenderes Haar versprechen. Dass die Pille eigentlich ein Mittel gegen eine ungewollte Schwangerschaft ist, das hat heute keine Priorität mehr.

    Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

  • Kreisrunder Haarausfall – nicht nur ein kosmetisches Problem

    Kreisrunder Haarausfall – nicht nur ein kosmetisches Problem

    Es fängt ganz harmlos an, nach dem Kämmen bleiben statt der üblichen zehn bis 20 Haare plötzlich Büschel von Haaren im Kamm hängen. Auch wenn plötzlich viele Haare auf dem Kopfkissen liegen oder nach dem Haare waschen im Handtuch zu finden sind, dann ist das meist ein Zeichen von Alopecia areata – kreisrunder Haarausfall. Kreisrunder Haarausfall ist kein Alarmsignal, denn Haare können keine ernsthaften Erkrankungen verursachen, aber die Betroffenen haben ein kosmetisches Problem, denn innerhalb kürzester Zeit kann eine komplette Glatze entstehen.

    Warum Haare so wichtig sind

    Auch wenn es komisch klingt, aber eine volle Haarpracht ist ein Zeichen für Vitalität und Gesundheit. Haare haben in allen Kulturepochen eine große Rolle gespielt, sie waren und sind ein Statussymbol, sie können ein Zeichen von Protest oder auch von Angepasstheit sein und Haare sind sogar ein nonverbales Mittel zur Konversation. Als der Sage nach Delilah Samson die Haare abschnitt, verlor er seine Kraft, und die alten Römer bewunderten das lange blonde Haar der germanischen Frauen. Im Barock trugen König und Adel kunstvolle Perücken und Faust verliebte sich in Gretchens blonde Zöpfe. Haarausfall, der wird bestenfalls im Alter akzeptiert und selbst wenn es ein natürlicher Prozess ist, viele Männer können mit ihren „Geheimratsecken“ und mit der Stirnglatze nicht gut leben. Umso schmerzlicher ist es daher, wenn die Haare ohne einen ersichtlichen Grund plötzlich ausfallen.

    Kreisrunder Haarausfall – die Diagnose

    Kreisrunder Haarausfall zeigt sich in der Regel zuerst am Hinterkopf. Dort, wo die Haare ausgefallen sind, zeigt sich eine kreisrunde Stelle, die zwischen einem halben und zwei Zentimeter groß und scharf begrenzt ist. Kreisrunder Haarausfall verursacht weder Schmerzen noch einen Juckreiz, er fällt immer erst dann auf, wenn die Haare ausfallen. Leider bleibt es meist nicht bei der kleinen kahlen Stelle am Hinterkopf, die Haare fallen nach und nach aus, und nicht selten bilden sich zwei kahle Stellen, die dann zusammenwachsen und die Fläche vergrößern. Wenn der kreisrunde Haarausfall stoppt, dann bleibt oft ein unschönes Bild von einzelnen Haarbüscheln zwischen den kahlen Stellen stehen. Wenn es zum Alopecia areata totalis kommt, dann bleibt am Ende eine Glatze. Diese Form ist allerdings eher selten und in den meisten Fällen genetisch bedingt.

    Kreisrunder Haarausfall – Die Ursachen

    Warum es zum kreisrunden Haarausfall kommt, das ist bis heute noch nicht vollständig geklärt, aber die Wissenschaft geht von einer autoimmunen Erkrankung aus. Bei dieser Art der Erkrankung zerstört der Körper das eigene Gewebe, das er fälschlicherweise für fremdes Gewebe hält. Möglich ist aber auch ein Bakterienbefall, den die Betroffenen nicht spüren und der in der Regel harmlos ist. Gesicherte Erkenntnisse gibt es nur bei der genetisch bedingten Variante des kreisrunden Haarausfalls. Kreisrunder Haarausfall kann aber auch durch großen Stress und seelischen Kummer, wie beispielsweise durch Trauer ausgelöst werden. Dermatologen sehen zudem einen direkten Zusammenhang zwischen Allergien wie zum Beispiel Heuschnupfen, und dem kreisrunden Haarausfall. Kreisrunder Haarausfall kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern, und Frauen sind meist auch mehrfach betroffen. Wenn kreisrunder Haarausfall zum zweiten Mal auftritt, dann sind sehr oft nicht nur die Kopfhaare, sondern die gesamte Körperbehaarung und auch die Schamhaare betroffen. Warum das so ist, das ist nach wie vor ein Rätsel.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Kommt es zu kreisrundem Haarausfall, dann bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig als zu warten, denn in neun von zehn Fällen wachsen die Haare nach drei bis sechs Monaten wieder von ganz alleine. Zunächst wächst nur eine Art Flaum, und aus diesen dünnen feinen Härchen bilden sich nach und nach wieder kräftige und gesunde Haare. Eine gezielte Behandlung, die die Haare wieder wachsen lässt, gibt es nicht. Trotzdem sollten die Betroffenen eine Blutuntersuchung machen lassen, um eine ernste Erkrankung ausschließen zu können.

    Bild: © Depositphotos.com / juanjose

  • Gesundes Eiweiß für die Muskeln

    Gesundes Eiweiß für die Muskeln

    Eiweiß gehört zu den Bausteinen, die der Körper benötigt, um gesund und fit zu bleiben. Der Körper verwendet das Eiweiß auf viele unterschiedliche Arten, unter anderem für das Immunsystem, für den Aufbau von Enzymen und Hormonen, zur Übertragungen von Nervenimpulsen sowie für den Transport von Sauerstoff, Eiweiß wird zudem für die Blutgerinnung und den Aufbau von Muskeln benötigt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie dem Körper das lebenswichtige Eiweiß zugeführt werden kann. Eine Möglichkeit bietet die Nahrung, denn im Fisch, in Schalentieren, aber auch in Milchprodukten und Geflügelfleisch ist viel Eiweiß enthalten. Eine Alternative ist konzentriertes Eiweißpulver, das als Nahrungsergänzungsmittel in einer großen Auswahl angeboten wird.

    Eiweiß für den Muskelaufbau

    Es gibt unterschiedliche Mittel und Wege, um Muskeln aufzubauen und einen „Sixpack“ zu bekommen. Gezieltes Krafttraining führt früher oder später zur gewünschten Muskelmasse, aber das setzt Geduld und auch ein bisschen Mühe voraus. Dann gibt es den einfachen Weg, um die Muskeln wachsen zu lassen, aber dieser führt über verschiedene „Mittelchen“, die zwar den Bizeps anschwellen lassen, für die Gesundheit aber weniger gut sind. Eine dritte Möglichkeit bietet eine extrem eiweißhaltige Nahrung, aber wer möchte sich schon ausschließlich von Hühnereiern, Geflügelfleisch und Milchprodukten wie zum Beispiel Magerquark ernähren? Dazu kommt, dass der Körper Eiweiß nur in einer bestimmten Menge verarbeiten und sinnvoll einsetzen kann, der Rest wird einfach verdaut.

    Die richtige Mischung

    Um Muskelmasse aufzubauen, braucht es die richtige Mischung, und die besteht aus konzentriertem Eiweiß und gezieltem Training. Um den Körper das benötigte Eiweiß zu geben, ist Eiweiß in Pulverform sinnvoll, das zu den Nahrungsergänzungsmitteln gehört. Das Eiweißpulver wird einfach in Milch oder Wasser angerührt und es schmeckt nach Schokolade oder auch nach Vanille. Wer regelmäßig trainiert, der kann seinen Eiweißshake direkt nach dem Training zu sich nehmen und so den Eiweißhaushalt wieder auffüllen. Ein Shake ist auch eine gute Idee für alle, denen tagsüber die Zeit für eine Mahlzeit fehlt, denn der Shake versorgt den Körper mit den nötigen Proteinen und da er kaum Kalorien hat, sorgt er auch noch für eine schlanke Figur.

    Eiweiß – Auf die Qualität kommt es an

    Das Angebot an Eiweißpulver ist mehr als groß. Wer sich noch nie mit diesem Thema befasst hat, jedoch das gehaltvolle Pulver einmal ausprobieren möchte, der steht schnell vor einem Problem. Welches Pulver ist das beste und von welchem sollte man besser die Finger lassen? Die Frage kann relativ schnell beantwortet werden, zum Beispiel auf der Seite www.sixpackcode.de/der-grosse-eiweisspulver-test-auf-sixpackcode-de/. Auf der Seite werden die verschiedenen Anbieter genau unter die Lupe genommen und die ausführlichen Testberichte machen es einfach, den passenden Eiweißshake zu finden. Bei Eiweißpulver gilt, was auch für viele andere Produkte gilt – wenn der Preis verlockend niedrig ist, dann sind die Inhaltsstoffe nicht selten billig. Wer meint, zu einem extrem günstigen Kaufpreis hochwertige Ware zu bekommen, der muss sich immer fragen, wie dieser günstige Preis zustande gekommen ist. Bei Eiweißpulvern, die zum Dumpingpreis im Supermarkt angeboten werden, finden sich nicht selten eher minderwertige Proteine, die aus Soja oder Weizen gewonnen wurden. Wer hochwertige Qualität möchte, der muss schon ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

    Wie gesund sind Eiweißshakes?

    Nahrungsergänzungsmittel leben mit einem schlechten Ruf, und Eiweiß- oder Proteinshakes machen da keine Ausnahme. Immer wieder finden sich Kritiker, die behaupten, dass konzentriertes Eiweiß in Pulverform ein Blender ist, der vorgibt, die Muskeln aufzubauen, aber dieses Versprechen nicht halten kann. Diverse Studien beweisen jedoch das Gegenteil und empfehlen dieses zusätzliche Eiweiß sogar. Vor allem für diejenigen, die eine Diät machen, haben sich Eiweißshakes bewährt, denn wie bei fast jeder Diät, verliert der Körper zuerst Eiweiß aus der Muskelmasse. Mit den entsprechenden Shakes wird dieser Mangel wieder ausgeglichen.

    Bild: © Depositphotos.com / sergoua

  • Konsum ohne Grenzen

    Umfrage: Knapp 28 Prozent der Deutschen sehen keinen Grund, sich bei Besitz und Konsum einzuschränken

    Baierbrunn (ots) – „Man lebt nur einmal!“ Mehr als jeder vierte Bundesbürger (27,8 Prozent) folgt dieser Devise und sieht daher keinen Sinn darin, sich bei Konsum und Besitz irgendwie einzuschränken. Von den Männern hat laut einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ fast jeder Dritte (31,8 Prozent) diese Konsumhaltung, unter den Frauen sind es 23,9 Prozent. Vier von zehn Deutschen (42,0 Prozent) müssen sich allerdings nach eigenen Angaben aus finanziellen Gründen spürbar einschränken. Für weit mehr als die Hälfte der Frauen und Männer in Deutschland geht beim Konsum Klasse vor Masse: 58,3 Prozent der Bundesbürger sagen, dass sie heute im Unterschied zu früher insgesamt weniger konsumieren, dafür aber ausgewählter und wertorientierter. 

    Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.044 Personen ab 14 Jahren, darunter 1.042 Frauen und 1.002 Männer. 

    Dieser Text ist nur mit Quellenangabe „Apotheken Umschau“ zur Veröffentlichung frei. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3143135
  • Antibabypillen sind kein Lifestyle-Produkt

    TK – Hohe Verordnungszahlen auch aufgrund von Pharmamarketing?

    Hamburg (ots) – Die Techniker Krankenkasse (TK) weist auf die steigenden Verordnungen von modernen Antibabypillen bei jungen Frauen hin. Präparate der sogenannten 3. und 4. Generation haben häufig ein wesentlich größeres Risiko für die Bildung von Thrombosen (Blutgerinnseln) als die Pillen der 2. Generation. Trotzdem werden die moderneren Pillen als vermeintlich besser angesehen und wesentlich häufiger verschrieben. „Alle derzeit verfügbaren Antibabypillen sind zuverlässige Verhütungsmittel, aber die verschiedenen Präparate haben unterschiedliche Risiken und Nebenwirkungen“ so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. „Derzeit sehen wir die Informationshoheit eindeutig bei der pharmazeutischen Industrie und engagieren uns deswegen dafür, dass sich junge Frauen besser über Risiken und Nebenwirkungen informieren. Denn: Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und nicht um ein Lifestyle-Produkt.“ 

    „Sie haben eine Zulassung, also werden sie verschrieben. Vor allem bei jungen Frauen, die nicht rauchen und kein Übergewicht haben, spricht auf den ersten Blick auch nichts gegen die neuen Präparate“, so Professor Gerd Glaeske von der Universität Bremen. „Aber neu ist nicht immer gleich besser, im Gegenteil: Die Pillen der früheren Generationen schützen genauso gut vor einer ungewollten Schwangerschaft und haben ein geringeres Thromboserisiko.“ 

    Die häufig als modern und niedrig dosiert beschriebenen Pillen sind zudem häufig gar nicht mehr so neu. Professor Petra Thürmann, Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für klinische Pharmakologie: „Als Professorin habe ich Schwierigkeiten, meine jungen Medizinstudentinnen überhaupt für das Thema Pille zu sensibilisieren, weil viele sie selber seit Jahren bedenkenlos nehmen.“ 

    Pharmamarketing im Internet verantwortungslos

    Die Entscheidung für eine Pille wird häufig im Teenageralter getroffen. Meist bleiben die Anwenderinnen dann über viele Jahre beim gleichen Präparat und, bis zur Vollendung des 20. Lebensjahrs ist die Pille auch zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig. Gründe, weswegen die Pharmaindustrie gezielt junge Frauen umwirbt. 

    In Deutschland ist die Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel bei Verbrauchern durch das Heilmittelwerbegesetz (HWG) verboten. Aber über Internetportale wie zum Beispiel www.pille.de (MSD) oder www.schoen-sicher.de (Dr. Kade Pharma) kann ganz allgemein über Verhütung und die Pille informiert werden. „Es muss hinterfragt werden, ob nicht zwischen Beauty- und Lifestyletipps in Wahrheit ein ungefilterter Informationsfluss der Marketing- und Werbebotschaften der Pharmaindustrie an die Teenager stattfindet“, so Glaeske. Auch auf Facebook-Seiten, wie zum Beispiel LiebeSLeben (Jenapharm) und YouTube sind pharmazeutische Unternehmen aktiv. Zwar wird bei den Angeboten auch auf das Thromboserisiko hingewiesen, aber im Vordergrund stehen neben der Verhütung meist die vermeintlich positiven Nebenwirkungen auf Haut oder Haare. Dass ein Pharmaunternehmen die Inhalte verantwortet, steht oft nur im Impressum oder ist durch ein Logo gekennzeichnet. Ob die jungen Menschen alle Logos der Pharmaindustrie kennen, ist jedoch fraglich. 

    „Die Hersteller von Pillen haben offensichtlich herausgefunden, wie man gerade für die Zielgruppe der jungen Frauen neue Medien nutzt, um diese spezifisch und mit ihrer Sprache zu erreichen“, so Thürmann. „Die Warnhinweise hingegen sowohl von Behörden als auch die Stimmen kritischer Ärzte und Wissenschaftler verhallen offenbar im Raum.“ 

    Die Pille hat seit ihrer Einführung maßgeblich zur sexuellen Befreiung der Frauen beigetragen. In den Achtzigerjahren gehörte sie zum selbstbestimmten Leben einer Frau. „Jetzt beobachten wir, dass sie gezielt weiterentwickelt wird, um bestimmten Schönheitsidealen näherzukommen und zu einem Lifestylepräparat wird“, so Thürmann. „Mit Selbstbestimmung und Unabhängigkeit hat das nichts mehr zu tun.“ 

    Glaeske ergänzt: „Auch bei den Namen, wie z.B. Yasmin und Yasminelle und den Verpackungen besteht ein großer Unterschied zu anderen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.“ 

    TK schafft Informationsangebot für Ärzte und junge Frauen Der nun vorgestellte „Pillenreport“, widmet sich der Frage, ob die neuen und modernen Pillen der 3. und 4. Generation wirklich ein medizinischer Fortschritt sind. Er geht auf Nutzen und Risiken der neueren Gestagene ein und untersucht Verordnungscharakteristika genauer. Er ist ein Ableger des diesjährigen Innovationsreports von der TK und dem SOCIUM, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, an der Universität Bremen. 

    Für junge Frauen steht ab sofort die Seite pille.tk.de zur Verfügung. Die Seite bietet eine Übersicht der verschiedenen Präparate und soll bei der Wahl der richtigen Pille helfen. Zudem hat die TK einen Film produziert, der als Informationsangebot auf YouTube und Facebook für das Thema sensibilisieren soll. 

    Thürmann: „Letztendlich sind hier verantwortungsbewusste Ärztinnen und Ärzte und deren Fachgesellschaften gefordert, in ihren Leitlinien Stellung zu beziehen.“ 

    „Wenn sich Frauen für die Pille entscheiden, sollten sie gemeinsam mit den Ärzten hinter die Marketingbotschaften der Pharmaindustrie schauen und eine sorgfältige Wahl für die Pille treffen, die für sie am besten geeignet ist“, so Baas. 

    Hintergrund:

    Das Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat schon im März 2014 verkündet, dass in den Fachinformationen für einige Pillen der dritten und vierten Generation auf das höhere Thromboserisiko hingewiesen werden muss. Gleichzeitig forderte es weitere Studien von den Herstellern für Produkte, bei denen das Risiko unklar ist. Am Verordnungsverhalten hat sich trotz dieser Warnung nichts geändert. 

    Die Digitale Pressemappe mit dem Pillenreport und dem Film ist auf www.tk.de unter dem Webcode 770816 verfügbar. 

    Junge Frauen können sich auf www.pille.tk.de zu dem Thema informieren. 

    Der Pillenreport ist eine Auskoppelung aus dem diesjährigen Innovationsreport, den TK jährlich mit der Universität Bremen erstellt, um die Arzneimittelinnovationen eines Jahrgangs zu bewerten. Der Innovationsreport 2015 ist auf tk.de unter dem Webcode 747512 verfügbar. 

     

    Pressekontakt: TK-Pressestelle Dennis Chytrek Tel. 040 – 6909 3020 dennis.chytrek@tk.de www.newsroom.tk.de www.twitter.com/TK_Presse

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3143353
  • Babyblues – immer mehr Frauen sind betroffen

    Babyblues – immer mehr Frauen sind betroffen

    Endlich ist das Kind geboren, aber die Mutter kann sich nicht so richtig darüber freuen. Schlimmer noch, sie hat Wut auf das Kind und auf sich selbst, sie wird depressiv und trägt sich schließlich mit Selbstmordgedanken. Der Grund für diese Beschwerden wird salopp Babyblues genannt, bekannt auch unter dem Namen Wochenbettdepressionen. Geschätzt jede zehnte Frau leidet unter dem Babyblues, gesprochen wird über diese Krankheit aber eher selten. Die meisten Frauen, die vom Babyblues betroffen sind, schämen sich und fühlen sich wie Versagerinnen.

    Babyblues – Hormonelle Ursachen

    Wie in den Wechseljahren, so ist auch beim Babyblues eine Umstellung der Hormone schuld. Nach der Schwangerschaft dauert es einige Wochen, bis der Körper wieder zu einem normalen Zyklus zurückfindet und in dieser Zeit sind viele Frauen besonders anfällig für Stimmungsschwankungen und Depressionen. Bei den meisten Frauen beginnen die Beschwerden eine Woche nach der Geburt, oftmals aber auch schon im Krankenhaus. Viele Hebammen und auch viele Ärzte nehmen den Babyblues bis heute nicht ernst und sprechen mit einer gewissen Verachtung von den „Heultagen“, die genauso schnell wieder vergehen, wie sie gekommen sind. Die Symptome verschwinden jedoch nicht bei jeder Frau wieder von selbst, immer häufiger brauchen Frauen die Hilfe von geschulten Psychologen, um sich helfen lassen. Schlimm ist nach wie vor, dass junge Mütter die Schuld in erster Linie bei sich selbst suchen und sich einreden, dass sie schlechte Mütter sind.

    Sozialer Rückhalt

    Es ist ein Ammenmärchen, dass nur Frauen den Babyblues bekommen, die eine langwierige, schmerzhafte oder schwierige Geburt hatten. Der Babyblues trifft auch Frauen, deren Kinder schnell und einfach das Licht der Welt erblickt haben. Nach neusten Forschungen sind jedoch vor allen Dingen die Frauen gefährdet, die schon einmal mit Depressionen zu kämpfen hatten. Auch Frauen, die in der Schwangerschaft übertrieben ängstlich waren, neigen eher zum Babyblues als diejenigen, die die Schwangerschaft als eine natürliche Sache betrachten und sich keine Sorgen machen. Wenn es zum Babyblues kommt, dann ist es besonders wichtig, dass die betroffenen Frauen sich auf ihre Familie verlassen können und einen großen sozialen Rückhalt haben. Ist das nicht oder nur unzureichend der Fall, dann können die klassischen postpartalen Depressionen sogar sehr gefährlich werden, denn wenn sich eine Frau im Stich gelassen fühlt, dann steigt die Suizidgefahr bedrohlich an.

    Auch beim zweiten Kind

    Der Babyblues beschränkt sich nicht nur auf das erste Kind. Obwohl erfahrene Psychologen nach wie vor der Meinung sind, dass das Phänomen nur einmal auftritt, wiederholt sich der Babyblues bei 40 % der betroffenen Frauen auch beim zweiten Kind. Immer wenn das der Fall ist, dann hat die betroffene Frau jedoch einen großen Vorteil, denn sie kann mit den Beschwerden umgehen, und weiß, dass der Babyblues eine vorübergehende Erscheinung ist, die meist nach wenigen Wochen wieder verschwindet.

    Bild: © Depositphotos.com / HighwayStarz