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  • Melioidose – eine Tropenkrankheit geht auf Reisen

    Melioidose – eine Tropenkrankheit geht auf Reisen

    Sie ist so gefährlich wie die Masern, sie ähnelt der Tuberkulose, sie kommt aus Südostasien und Australien, aber sie ist mittlerweile auch in Europa immer mehr auf dem Vormarsch – die Melioidose, auch Pseudo-Rotz genannt. In Deutschland ist die Krankheit bislang so gut wie unbekannt, aber sie ist schon da. Da Melioidose nicht meldepflichtig und zudem sehr schwer zu diagnostizieren ist, kann das Ausmaß nur geschätzt werden. Der stetig zunehmende Reiseverkehr bringt die Krankheit rund um die Welt und immer mehr Länder sind betroffen.

    Was genau ist Melioidose?

    Melioidose ist eine klassische Infektionskrankheit, die von einem bestimmten Bakterium, dem Burkholderia pseudomallei ausgelöst wird. Zunächst tauchte dieses Bakterium im Südosten von Asien und im Norden von Australien auf, infizierte Tiere haben aber dafür gesorgt, dass die Krankheit auch in andere Regionen gebracht wurde. In Indien ist Melioidose heute ebenso zu finden wie auch in Brasilien und in China. Aus den USA und aus Japan werden Fälle gemeldet, insgesamt sind es 45 Länder, die mit der Infektionskrankheit zu kämpfen haben, in weiteren 34 Staaten ist der Erreger heimisch, aber er konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

    Welche Symptome gibt es?

    Was die Diagnose der Melioidose so schwer macht, das ist die lange Inkubationszeit, denn zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit können Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen. Dazu kommt, dass die meisten Ärzte nicht an eine Tropenkrankheit denken, wenn die Patienten mit typischen Symptomen zu ihnen kommen. In der Regel tritt die Melioidose wie eine Lungenentzündung oder wie Tuberkulose auf. Die Symptome sind sehr ähnlich und entsprechend wird die Tropenkrankheit dann auch behandelt. Unmittelbar nach der ersten Behandlung tritt eine leichte Besserung ein, aber dann verstärken sich die Symptome wieder und die Melioidose nimmt einen chronischen Verlauf. Später kommen Abszesse an der Lunge, aber auch an anderen Organen wie der Leber oder der Milz dazu.

    Wer ist besonders gefährdet?

    In ländlichen Regionen wird die Infektionskrankheit meist durch kleine Wunden übertragen. Bei Menschen, die auf dem Feld arbeiten, dringt der Bodenerreger durch die verletzte Haut ein und gelangt auf diesem Weg in die Blutbahn. Es gibt aber auch vermehrt Hinweise darauf, dass bei extremen Wetterlagen der Erreger auch über die Atemwege in den Körper gelangen kann, zum Beispiel bei starken, lang anhaltenden Regenfällen, auch kontaminiertes Wasser kann ein möglicher Übertragungsweg sein. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter Diabetes und unter chronischen Erkrankungen der Nieren leiden, aber auch bei einem hohen Alkoholkonsum erhöht sich das Risiko, an Melioidose zu erkranken.

    Wie viele Menschen sterben weltweit an der Tropenkrankheit Melioidose?

    Jedes Jahr infizieren sich rund 165.000 Menschen mit Melioidose und fast 90.000 sterben daran. Die meisten Todesopfer sind in Ländern mit einer schwachen Infrastruktur zu beklagen, denn dort haben die Menschen vielfach keinen Zugang zu sauberem Wasser und es gibt nicht genug Ärzte, die sich um die Erkrankten kümmern. Nach Ansicht von Experten sterben an Melioidose pro Jahr mehr Menschen als an Masern oder am Dengue-Fieber. In Deutschland ist der Erreger zwar nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts nicht heimisch, aber da Reisen in exotischen Länder immer beliebter werden, ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch in Deutschland die ersten Patienten an der Krankheit sterben werden.

    Gibt es eine Impfung?

    Eine Behandlung gegen die Tropenkrankheit gibt es bislang nicht, denn der Erreger ist gegen die meisten bekannten Antibiotika resistent. Werden die Symptome mit einem Antibiotikum behandelt, dann tritt nur kurzfristig eine Besserung ein, die Todesrate liegt aber immer noch bei über 70 %. Auch wenn es um eine Schutzimpfung geht, sieht es nicht gut aus. In den USA wird zwar einem Impfstoff gesucht, aber bis heute gibt es keine Impfung, die auch zugelassen ist.

    Bild: © Depositphotos.com / bernardbodo

  • Reitferien – nicht nur für Pferdefreunde ein besonderes Erlebnis

    Reitferien – nicht nur für Pferdefreunde ein besonderes Erlebnis

    Bekanntlich liegt das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde und laut William Shakespeare wollte König Richard III. sein Königreich für ein Pferd hergeben. Reiten ist ein beliebter Sport, auf den viele auch in den Ferien nicht verzichten möchten und Reitferien machen nicht nur Kindern Spaß. In vielen Urlaubsregionen in ganz Europa werden Reitkurse und Stellplätze für Pferde angeboten, etwas Besonderes sind aber Reitferien am Meer, zum Beispiel in Dänemark.

    Vom Ackergaul zum Reittier

    Menschen und Pferde – das ist eine besondere Affinität. Schon immer haben Mensch und Tier eine enge Beziehung gehabt, schließlich gehört das Pferd zu den ältesten Nutztieren. Zunächst wurde das Pferd nur für die Arbeit auf dem Feld oder als Transporttier genutzt, später entdeckten die Menschen, dass Pferde auch als Reittiere gute Dienste leisten. Heute haben moderne Maschinen die Pferde bei der Landarbeit abgelöst, geblieben ist nur das Reittier und ein vierbeiniger Freund. Ob Islandpony oder Vollblüter, Pferde sind aus der Welt der Menschen nicht mehr wegzudenken. Wer einen besonderen Urlaub erleben möchte, der sollte Reitferien am Strand machen. Am Wasser entlang zu galoppieren, das hat was von Freiheit und Abenteuer, ein wunderbares Gefühl, das immer mehr Urlauber hautnah erleben wollen.

    Wie ein Besuch im Fitnessstudio

    Reiten ist ein Sport und wie bei jeder Sportart, so stellt sich auch hier die Frage: Wie gesund ist das Reiten? Für die Gesundheit lohnt es sich auf jeden Fall, den Pferderücken zu erklimmen, denn Reiten kann Rückenschmerzen vorbeugen, die Bauchmuskulatur stärken, die Fähigkeit zur Koordination fördern und beim Reiten lässt sich Stress abbauen. Ähnlich wie beim Schwimmen, werden beim Reiten alle Muskeln beansprucht, denn der Reiter muss sich permanent den Bewegungen des Pferdes anpassen. Bei jeder der drei Gangarten werden andere Muskeln gefordert, langfristig wird die Wirbelsäule entlastet und das beugt Problemen mit dem Rücken effektiv vor. Das rhythmische Auf und Ab löst zudem Verspannungen und auch für eine gerade Körperhaltung ist Reiten der optimale Sport. Reiten kann man noch bis ins hohe Alter, und deshalb verlieren auch Reitferien nie ihren Reiz.

    Reitferien in Dänemark

    Warum bietet sich Dänemark für Reitferien an? Ganz einfach, weil die dänische Küste an der Nordsee 400 km lang ist. Die wunderschöne Küste erstreckt sich von den Inseln im Wattenmeer im Süden, über die Haffküste bis hin zur wilden Brandung im Norden. Entlang dieser Küste gibt es Ferienhäuser, Campingplätze und auch Reiterhöfe für alle, die gerne mit dem Pferd die Umgebung erkunden möchten oder das Reiten erlernen wollen. Auch die westliche Küste von Jütland ist perfekt für Pferdefreunde und Reitsportler. Zwischen Nymindegab und Søndervig können Reiter am Strand entlang traben und wer noch Anfänger ist, kann sich auf verschiedenen Reitbahnen mit dem Pferd vertraut machen.

    Auf dem Pferderücken die Region erkunden

    Reitferien bieten eine gute Gelegenheit, um die Umgebung des Urlaubsortes einmal auf andere Art und Weise zu erkunden. In vielen Orten an der dänischen Küste werden geführte Reittouren angeboten und die Teilnehmer einer solchen Tour lernen dabei die Schönheit der Küstenlandschaft kennen. Wer möchte nicht mit seinem Pferd in einen malerischen Sonnenuntergang reiten? Die Heide von Jütland ist hier ein ebenso schönes Ziel wie auch die zahlreichen Fjorde, die endlosen Strände und die weiten Dünenlandschaften.

    Das Pferd einfach mitbringen

    Auch wer sein Pferd von zu Hause mitbringen möchte, der wird in Dänemark viele Reiterhöfe finden, in denen das Pferd einen Platz findet. Die Reitschulen in Westjütland haben viel Erfahrung im Umgang mit Pferden und das Tier ist dort immer bestens aufgehoben. In der ganzen Region sind zudem viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen zu finden, sodass kein Reiter einen langen Weg hat, wenn er mit seinem Pferd ausreiten möchte.

    Bild: © Depositphotos.com / Alexia

  • Die Japan-Diät – mit Sushi und Co. zur Traumfigur?

    Die Japan-Diät – mit Sushi und Co. zur Traumfigur?

    Wer asiatisch isst, lebt länger – das klingt wie eine Werbung für chinesische Restaurants, ist aber tatsächlich zutreffend. Vor allem was die Japaner essen, gilt als sehr gesunde Ernährung, die frei von Fett, dafür aber mit sehr vitaminreich, leicht verdaulich und kalorienarm ist. Was liegt da näher als eine Japan-Diät, abnehmen mit Sushi, Sashimi, Wasabi und Nori. Die Küche Japans hat sich in den letzten Jahren auch in Europa etabliert, aber anders als im Land der aufgehenden Sonne werden Sushi und Co. in der westlichen Welt mehr als eine Art Imbiss betrachtet und weniger als eine vollwertige Mahlzeit.

    Das Prinzip der Japan-Diät

    Alles, was in Japan auf den Tisch kommt, ist reich an verschiedenen Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Diese Substanzen haben einen sehr guten Ruf als Antioxidantien, die freie Radikale abwehren welche unter anderem an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. Das Prinzip der Japan-Diät beruht in der Hauptsache auf frischem Fisch, knackigem Gemüse und Reis. Alles wird in einem Wok zubereitet, die Gardauer ist kurz und auf diese Weise bleiben alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten. Fettige Sahnesoße wird durch Sojasoße ersetzt und wer im Rahmen einer Japan-Diät auf ein Fondue nicht verzichten möchte, der kann seinen Fisch in kalorienarmer Gemüsebrühe garen. Ein wichtiger Bestandteil dieser trendigen Diät ist der Grüne Tee, den die Japaner praktisch zu allen Mahlzeiten trinken. Auch der Grüne Tee ist sehr gesund, denn er enthält jede Menge Vitamin E.

    Ist die Diät alltagstauglich?

    Wer gerne selbst in der Küche steht und kocht, der wird an der Japan-Diät viel Freude haben, denn die Diät ist sehr arbeitsaufwendig. Dazu kommt ein etwas stressiger Einkauf, denn viele Zutaten, die für die Diät gebraucht werden, wie den speziellen Sushi-Reis, gibt es nur in gut sortierten Supermärkten oder im Asia-Shop. Einfacher haben es hingegen alle, die beruflich viel unterwegs sind, denn japanische Restaurants gibt es heute in fast jeder Stadt. Anders als in chinesischen Restaurants, in denen die ursprünglichen Rezepte für den westlichen Gaumen unter anderem durch das berüchtigte Glutamat schmackhaft gemacht werden, werden in den japanischen Restaurants Spezialitäten nach Originalrezepten angeboten. Für die Mittagspause ist japanisches Essen eine gute Idee und anders als klassisches Fast Food, auch keine Kalorienbombe.

    Japan-Diät leider nur schwer durchzuhalten

    Mit der Japan-Diät abnehmen klingt leicht, leider sieht es in der Praxis etwas anders aus. Zunächst kommt die Diät nur für diejenigen infrage, die gerne Fisch essen, denn darauf basiert die Japan-Diät. Alle, die gerne ausgiebig frühstücken, werden mit der Diät nicht zurechtkommen, denn ein Frühstück wie wir es kennen, ist in Japan unbekannt. Ein typisch japanisches Frühstück besteht aus einer Miso-Suppe, aus Fisch, mariniertem Gemüse, Tofu und Reis mit rohen Eiern. Brot gibt es in Japan erst seit dem Zweiten Weltkrieg, am Morgen spielt es allerdings keine Rolle. Die Verwendung von Salz oder Gewürzen ist in der japanischen Küche weitgehend unbekannt, es wird vielmehr sehr viel Wert darauf gelegt, dass alle Zutaten einen frischen Eigengeschmack haben. Sicher kann man heute vor allem verschiedene Sushi-Gerichte fix und fertig kaufen, allerdings sollte hier beachten werden, wie frisch das Sushi ist, außerdem wird hier auch gerne mit minderwertigen Zutaten gearbeitet.

    Keine ausgewogene Diät

    Damit eine Diät erfolgreich sein kann, muss sie ausgewogenen sein und das ist bei der Japan-Diät nur bedingt der Fall. Dazu kommt, dass die Speisefolge schnell langweilig wird und die Diät auch schnell ins Geld geht, denn hochwertige Fischsorten wie Lachs und Thunfisch haben ihren Preis. Wer sportlich aktiv ist, sollte sich nach einer anderen Diät umschauen, denn mehr als 1200 Kalorien pro Tag sind für aktive Sportler und auch für alle, die körperlich schwer arbeiten müssen, nicht ausreichend, um sich wohl zu fühlen.

    Bild: © Depositphotos.com / grublee

  • Pflegekurse führen ein stiefmütterliches Dasein

    Experten raten pflegenden Angehörigen dringend zu Fortbildungen

    Baierbrunn (ots) – Nur die Minderheit aller pflegenden Angehörigen in Deutschland, 18 Prozent aller Anspruchsberechtigten, nutzt die Chance, sich fortzubilden, obwohl die Pflegekassen die Kurskosten übernehmen. „Pflegekurse führen ein stiefmütterliches Dasein“, kritisiert Professor Frank Weidner, Leiter des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung in Köln, in der „Apotheken Umschau“. Nicht nur fehlende Informationen, sondern auch das unsystematische Angebot sind wohl verantwortlich. Viele Menschen haben zudem weder die Zeit noch die Energie für Pflegekurse. Fachleute raten jedoch dringend zur Teilnahme. Fachliches Know-how und die Möglichkeit zum Gedankenaustausch mit anderen Betroffenen kann die Last entscheidend vermindern. Die meisten Kurse führen Wohlfahrtsverbände wie das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas, die Diakonie und die Arbeiterwohlfahrt durch. 

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 12/2015 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3213870
  • Was passiert eigentlich während einer Operation?

    Was passiert eigentlich während einer Operation?

    Die meisten Menschen beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn es um Operationen geht. Sie haben Angst vor der Narkose, Angst davor die Kontrolle zu verlieren und ihr Leben komplett in die Hände der Ärzte zu legen. Der Verlust vor Kontrolle ist eine Urangst, denn dieser Verlust bedeutete für unsere Vorfahren den sicheren Tod. Wer sich aber über die einzelnen Vorgänge vor, während und nach einer Operation informiert, der verliert diese Angst sehr schnell, denn kaum ein anderer Vorgang wird so akribisch geplant und ausgeführt wie ein operativer Eingriff.

    Die Vorbereitungen einer Operation

    Während die OP-Pfleger den Operationssaal für den Eingriff vorbereiten, bekommt der Patient noch in seinem Zimmer ein leichtes Beruhigungsmittel. Dann wird er in den sogenannten Vorbereitungsraum gebracht, wo ein Pfleger den Puls, die Herztöne, den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung im Blut misst. Anschließend injiziert der Narkosearzt über eine Vene im Unterarm oder in der Hand das Narkosemittel und führt dann, wenn der Patient tief schläft, einen Schlauch in die Luftröhre ein. Erst wenn der Patient auf dem OP-Tisch die richtige Position hat und alles bereit liegt, was während der Operation gebraucht wird, kommen die Chirurgen in den Operationssaal. So nehmen zum Beispiel an einer Blinddarmoperation bis zu vier Chirurgen, ein Anästhesist, ein Narkosepfleger, eine OP-Schwester und ein Springer teil. Der Springer ist der Mann im Hintergrund, der das benötigte Material holt, die OP dokumentiert und die verschiedenen Geräte wie das Ultraschallgerät bedient.

    Die Aufgaben der Chirurgen und Narkoseärzte

    Um beispielsweise den Blinddarm zu entfernen, öffnet der Chirurg zunächst die Bauchdecke und der Assistenzarzt hält mithilfe von Haken die Muskulatur und die Haut auseinander, damit der ausführende Operateur eine gute Sicht hat. Mit dem Skalpell und einer sehr feinen Zange wird dann der Blinddarm vorsichtig entfernt, ohne das umliegende Gewebe zu beschädigen. Während des Eingriffs sitzt der Narkosearzt am Kopfende des OP-Tischs und überwacht auf einem Monitor den Blutdruck, den Puls, die Sauerstoffsättigung des Blutes und den Kreislauf des Patienten. Der Anästhesist informiert sich aber immer über den jeweiligen Stand der Operation, um die Narkose perfekt steuern zu können.

    Nach der Operation

    Nach dem Gesetz muss bei jedem operativen Eingriff mindestens ein erfahrener Chirurg anwesend sein, meist ist es aber die Aufgabe des Assistenzarztes, die Wunde wieder zu schließen. Zuvor haben sich der Chirurg, die OP-Schwester und auch der Springer davon überzeugt, dass alles, was während des Eingriffs gebraucht wurde, auch wieder an seinem Platz ist und nichts in der OP-Wunde vergessen wurde. Der Chirurg gibt dem Narkosearzt dann das Zeichen, die Schlaf- und Schmerzmittel langsam zurückzufahren. Wenn alles nach Wunsch verläuft, dann wacht der Patient nach wenigen Minuten auf und der Narkosearzt entfernt den Tubus aus der Luftröhre, er spricht den Patienten an und überzeugt sich, dass alles in Ordnung ist. Die meisten Patienten können sich später nicht mehr daran erinnern, dass sie im OP-Saal wach geworden sind, die Erinnerung setzt meist erst im Aufwachraum wieder ein. Nicht selten wird dann die Frage gestellt, wann es endlich losgeht. Für diese Erinnerungslücken sorgen spezielle Medikamente, wie zum Beispiel das Mittel Midazolam. Wenn der Patient wieder komplett bei sich ist, dann wird er wieder in sein Zimmer verlegt und kann dann den Rest der Narkose in aller Ruhe ausschlafen.

    Ein eingespieltes Team

    Jeder operative Eingriff ist so etwas wie ein Gesamtpaket, bei dem jeder auch noch so kleine Handgriff perfekt sitzen muss. Die Teams, die jeden Tag im OP miteinander arbeiten, sind aufeinander eingespielt, und oftmals muss der Chirurg nicht einmal mehr ein bestimmtes Instrument verlangen, es wird ihm unaufgefordert von der OP-Schwester gereicht. Bei jeder OP gilt: Der Patient muss optimal versorgt werden, er darf aber nie übermäßig belastet werden.

    Bild: © Depositphotos.com / poznyakov

  • Orthorexie – der Zwang sich gesund ernähren zu müssen

    Orthorexie – der Zwang sich gesund ernähren zu müssen

    Jeder möchte so gesund wie eben möglich leben, und zu einem gesunden Leben gehört auch eine gesunde Ernährung. Noch nie war es so einfach, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, und das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum immer mehr Menschen an Orthorexie erkranken. Orthorexie ist mehr als der Wunsch nach einer gesunden Ernährung, es ist vielmehr der Zwang, nur das zu essen, was vermeintlich für den Körper nicht schädlich ist. Aber wo hört gesunde Ernährung auf und wo beginnt der Zwang? Die Grenzen sind fließend und das macht die Behandlung dieser Krankheit so schwierig.

    Orthorexie – eine Definition

    Wer unter Orthorexie leidet, der leidet unter einer Fixierung, die sich ausschließlich auf eine gesunde Ernährung beschränkt. Allerdings gibt es dabei ein großes Problem, denn die Definition, was gesund ist und was nicht, ist immer individuell verschieden. Daher besteht oft die Gefahr, dass die Ernährung nicht nur gesund, sondern irgendwann auch sehr einseitig ist. Veganer sind besonders gefährdet, an Orthorexie zu erkranken, aber auch Menschen, die sich ausschließlich von Lebensmitteln ernähren, die ohne Zusätze hergestellt werden. Die Paleo-Diät birgt die Gefahren der zwanghaft gesunden Ernährung, denn wer sich wie die Menschen in der Steinzeit ernährt, der wird früher oder später schwere Mangelerscheinungen bekommen.

    Ein Blog, der Angst macht

    Essstörungen bei jungen Frauen sind heute keine Seltenheit mehr, aber eine Essstörung, wie sie die US-Amerikanerin Jordan Younger auf ihrem Blog „The Balanced Blonde“ beschreibt, ist erschreckend. Jordan Younger war von einer veganen Lebensweise überzeugt und ernährte sich rein pflanzlich, später dann noch glutenfrei, zuckerfrei und mehlfrei. Sie nahm kaum noch Fett zu sich und verzichtete letztendlich auch darauf. Das komplette Leben war schließlich nur noch darauf ausgerichtet, was sie essen durfte und was nicht. Die bittere Erkenntnis der jungen Frau lautet heute, sie habe in einer „Blase aus Verzicht“ gelebt und ein Leben geführt, was eigentlich überhaupt nicht mehr lebenswert war. Jordan Younger ist nicht alleine, es gibt immer mehr Menschen, die sich zwanghaft gesund ernähren und dabei nicht nur ihr körperliches Wohlbefinden aufs Spiel setzen.

    Die Krankheit dominiert den Alltag

    Menschen, die unter Orthorexie leiden, verlieren immer mehr den sozialen Kontakt zu Freunden, Bekannten und Verwandten. Sie können kein Restaurant mehr besuchen, denn dort können sie nicht sicher sein, dass das Essen auch wirklich ihren Essgewohnheiten entspricht. Einkaufen wird zur Schwerstarbeit, weil auf jeder Packung zunächst einmal die Zutaten studiert werden müssen. Die psychische Störung dominiert schließlich den Alltag und lässt den Betroffenen keine Pause mehr. Neben den mentalen Problemen sorgt Orthorexie aber auch für schwerwiegende körperliche Probleme. Die einseitige Ernährung führt in den meisten Fällen zu Untergewicht, der Hormonhaushalt stellt sich komplett um und es kommt zu massiven Mangelerscheinungen und die Haut leidet ebenso wie die Haare, die Zähne und die inneren Organe.

    Orthorexie – Keine anerkannte Krankheit

    Noch ist Orthorexie keine anerkannte Krankheit, aber nach Ansicht von Experten kann diese Erkrankung der Anorexie zugeordnet werden. In beiden Fällen sind die Betroffenen nur noch damit beschäftigt, ihr Essen wieder und wieder zu selektieren. Sie streichen immer mehr Lebensmittel von ihrer Speisekarte und der Wunsch nach stetiger Kontrolle und Gesundheit bestimmt mehr und mehr das tägliche Leben. Psychologen sind der Meinung, dass der Wunsch nach dem perfekten Essen auch mit den zahlreichen Lebensmittelskandalen zusammenhängt. Aktuell sind ca. drei Prozent der Deutschen von Orthorexie betroffen, es sind vor allem junge Frauen, die mit dieser speziellen psychischen Erkrankung zu kämpfen haben. Rund ein Prozent verhält sich extrem und sollte daher psychologisch intensiv behandelt werden.

    Der überwiegende Teil der Deutschen nennt nach einer neuen Befragung die Gesundheit als das höchste Gut, und das gibt Auskunft darüber, wie wichtig vielen Menschen das Essen geworden ist.

    Bild: © Depositphotos.com / lightsource