Schlagwort: Aufklärung

  • Gesundheitsbericht 2015 – wie krank ist Deutschland?

    Gesundheitsbericht 2015 – wie krank ist Deutschland?

    War früher nicht alles besser? Der Gesundheitsbericht 2015, den das Robert-Koch-Institut jetzt herausgegeben hat, sagt eindeutig ja. Die Menschen in Deutschland fühlen sich heute besser und gesünder als das noch vor 20 Jahren der Fall war. Drei Viertel der Deutschen gab für den Gesundheitsbericht 2015 an, sie fühlen sich gut oder sogar sehr gut und das hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass die Lebenserwartung deutlich gestiegen ist. Aber das ist nicht die einzige positive Nachricht aus dem Gesundheitsbericht 2015, auch die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs ist weniger geworden.

    Gesundheitsbericht 2015 – die häufigste Todesursache

    Auch im Gesundheitsbericht 2015 stehen Herzinfarkte und Schlaganfälle an erster Stelle, wenn es um die Todesursachen geht. Rund 40 % der Deutschen sterben an einer Herzerkrankung oder an einem Schlaganfall, seit 1998 hat sich die Zahl jedoch erheblich reduziert. Eine bessere Früherkennung und moderne Möglichkeiten der Therapie sorgen dafür, so der Gesundheitsbericht 2015, dass immer mehr Menschen einen Infarkt oder einen Schlaganfall überleben.

    Der Kampf gegen den Krebs

    Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Krebsneuerkrankungen ist in einem Zeitraum von 20 Jahren immer weiter zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: Da die Gesellschaft immer älter wird, ist die Zahl derjenigen, die unter Krebs leiden, weiter gestiegen. Im Jahr 2011 war eine halbe Million Menschen in Deutschland an Krebs erkrankt, 65.000 mehr als noch zur Jahrtausendwende. Sehr deutlich zugenommen hat die Zahl der Brustkrebserkrankungen, in nur zehn Jahren wurden neun Prozent mehr Erkrankungen diagnostiziert. Beim Lungenkrebs sind die Zahlen vor allem bei den Frauen nicht rückläufig, hier gab es einen Anstieg von 38 %. Die Männer liegen beim Lungenkrebs zwar leicht vorn, aber die Erkrankungsrate sank um 15 %. Der Grund ist einfach, denn in Deutschland rauchen mehr Frauen als Männer. Die Zahl der Kinder, die an Krebs erkranken, lag laut Gesundheitsbericht 2015 bei 1.800 Fällen, aber die Sterblichkeit hat in den letzten 30 Jahren stark abgenommen.

    Diabetes – laut Gesundheitsbericht 2015 die neue Volkskrankheit

    Der Gesundheitsbericht 2015 schlägt beim Thema Diabetes Alarm, denn in Deutschland leben mittlerweile 4,6 Millionen Menschen mit der Zuckerkrankheit. Das sind 7,2 % der erwachsenen Menschen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren. Was Diabetes aber zunehmend zu einer großen Gefahr macht, ist die Tatsache, dass die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr weiter ansteigt. Schuld daran ist unter anderem auch der demografische Wandel. Bei 30 % der Erkrankten ist eine falsche Ernährung schuld an Diabetes, denn ein Viertel der Deutschen ist zu dick, bei Kindern liegt die Quote schon bei sechs Prozent. Vor allem bei Menschen mit einem schlechten sozialen Hintergrund ist Übergewicht ein immer größer werdendes Problem.

    Die sozialen Unterschiede

    Der Gesundheitsbericht 2015 hat sich auch mit den sozialen Unterschieden in Deutschland in Hinsicht auf Gesundheit und Krankheit in Deutschland beschäftigt. Menschen, die einen schlechten sozialen Stand haben, werden häufiger krank und haben zudem eine niedrigere Lebenserwartung. Frauen sterben nach dem Gesundheitsbericht acht Jahre und Männer sogar elf Jahre früher als diejenigen, die einen hohen sozialen Standard haben. Die Ursache führt der Gesundheitsbericht vor allem auf mangelnde Bildung zurück. Menschen, die nur eine geringe Bildung haben, interessieren sich weniger für präventive medizinische Maßnahmen und sie haben deutliche Defizite bei der gesundheitlichen Aufklärung. Auch die finanzielle Lage spielt in diesen Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Immer mehr Menschen können sich Untersuchungen nicht mehr leisten, deren Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen werden. So wird zum Beispiel die lokale Narkose bei der Zahnbehandlung von Kindern, wenn die älter als zwölf Jahre sind, nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt. Viele Familien schicken ihre Kinder deswegen nicht mehr zum Zahnarzt, als Folge werden die Zähne krank und das kann sich auf Dauer auf die Gesundheit auswirken.

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  • Seelisch Kranke werden nach wie vor ausgrenzt

    Seelisch Kranke werden nach wie vor ausgrenzt

    Körperlich kranke Menschen bekommen Mitleid, Menschen, deren Seele krank ist, werden bestenfalls belächelt und hinter vorgehaltener Hand für verrückt erklärt. Beinahe jeder Dritte leidet zumindest einmal in seinem Leben an einer psychisch bedingten Krankheit, aber bis heute werden diese Menschen oftmals unwürdig behandelt. Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Tag der seelischen Gesundheit hervor. Die WHO hat einen Appell gestartet, in dem sie dazu aufruft, seelisch kranke Menschen nicht länger zu stigmatisieren und auszugrenzen.

    Mehr Aufklärung

    Den Tag der seelischen Gesundheit gibt es seit 1992, ins Leben gerufen wurde er von der World Federation for Mental Health, kurz WFMH. Diese Organisation gibt es bereits seit 1948 und sie setzt sich seitdem für Menschen ein, die aufgrund einer seelischen Erkrankung in vielen Bereichen des täglichen Lebens beleidigt, benachteiligt oder sogar drangsaliert werden. Die WFMH will zusammen mit der WHO erreichen, dass Menschen, die zum Beispiel unter Depressionen leiden, nicht länger ausgegrenzt und nicht mehr sozial benachteiligt werden. Die Organisation kämpft für mehr Aufklärung, damit es weniger Vorurteile gegenüber Menschen mit seelischen Erkrankungen gibt.

    Angemessene Behandlung für seelisch Kranke

    Die Ausgrenzung von psychisch Kranken findet in vielen Bereichen des Lebens statt. So dürfen diejenigen, die schon einmal wegen einer seelischen Erkrankung in Behandlung waren, keinen Jagdschein machen und auch nicht mehr als Polizeibeamte arbeiten. Die WFMH und auch die WHO setzen sich nicht erst seit gestern dafür ein, dass diese Menschen in ihrer Berufswahl nicht benachteiligt werden dürfen, nur weil sie schon einmal wegen eines seelischen Leidens ambulant oder stationär behandelt worden sind. Sie sollten die gleichen Chancen wie alle anderen Menschen  haben, denn auch sie haben ein Anrecht darauf, angemessen behandelt zu werden.

    Eigenständige Menschen

    Dass immer noch viele Menschen, die seelisch krank sind oder waren, in vielen Dingen nicht mehr als eigenständige Personen behandelt werden, auch darauf sollen die geplanten Aktionen der WHO und der WFMH aufmerksam machen. Viele Menschen, die schon einmal seelisch krank waren, beklagen zum Beispiel, dass sie bei den Ärzten und Behörden nicht als selbstständige denkende Menschen behandelt werden und oftmals als verrückt abgestempelt werden. Nicht selten führt diese Haltung die Betroffenen dann in die soziale Isolation, sie verlieren an Selbstwertgefühl und werden letztendlich auch wieder krank.

    Die gleiche Behandlung

    Die WHO und die WFMH fordern, dass seelisch Kranke genauso behandelt werden wie diejenigen, die körperlich krank sind. Das gilt aber nicht nur für das tägliche Leben und den Beruf, sondern vor allen Dingen auch für die soziale, die medizinische und die rechtliche Behandlung. Die WHO will mit ihrem Appell aber nicht nur auf die Situation der psychisch Kranken aufmerksam machen, sie will auch darüber aufklären, wie sich Erkrankungen der Seele verhindern lassen und welche Vorbeugemaßnahmen in Hinsicht auf diese Erkrankungen getroffen werden können.

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  • Plazentainsuffizienz – eine Gefahr für das Kind

    Plazentainsuffizienz – eine Gefahr für das Kind

    Bei zwei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften kommt es zu einer sogenannten Plazentainsuffizienz, einer Leistungsschwäche der Gebärmutter, die für das ungeborene Kind sehr gefährlich werden kann. Vereinfacht ausgedrückt sorgt eine Plazentainsuffizienz für eine Mangelversorgung des Kindes, denn der Stoffaustausch zwischen der Mutter und dem Embryo ist gestört. In den meisten Fällen sind Frauen gefährdet, eine Plazentainsuffizienz zu bekommen, die entweder Übergewicht oder Bluthochdruck haben oder unter Diabetes mellitus während der Schwangerschaft leiden. Unterschieden wird bei der Erkrankung zwischen einer akuten und einer chronischen Form.

    Ursachen und Gründe für eine Plazentainsuffizienz

    Neben den bereits genannten Gründen, Diabetes, Übergewicht und zu hoher Blutdruck, gibt es für eine Plazentainsuffizienz noch andere Ursachen. Eine vorzeitige Ablösung der Plazenta kann eine der Ursachen für eine Plazentainsuffizienz sein und auch wenn es zu Plazentablutungen kommt, kann eine Plazentainsuffizienz schuld sein. Nicht selten kommt es zu diesem Problem mit der Plazenta, wenn der Termin für die Geburt weit überschritten ist, möglich ist auch eine Komplikation mit der Nabelschnur während der Geburt. Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen oder Alkohol trinken, laufen Gefahr, dass es zu einer Plazentainsuffizienz kommt, eine Präeklampsie ist eine mögliche Ursache.

    Welche Symptome gibt es?

    In einer akuten Form tritt die Plazentainsuffizienz meist unmittelbar vor oder auch während einer Geburt auf. Es kommt zu einer schweren Unterversorgung des ungeborenen Kindes mit Sauerstoff und das verlangsamt den kindlichen Herzschlag. Je nachdem, welche Ursache zugrunde liegt, kann es bei der werdenden Mutter zu Blutungen oder auch zu Krämpfen kommen. Handelt es sich um eine chronische Form der Plazentainsuffizienz, dann verlangsamt der Mangel an Nährstoffen das Wachstum des Kindes stetig und auch die Menge des Fruchtwassers wird immer weniger.

    Wie wird eine Plazentainsuffizienz diagnostiziert?

    Neben den äußerlichen Begleiterscheinungen wie Krämpfen und Blutungen, kann der Arzt auch während einer Ultraschalluntersuchung eine Plazentainsuffizienz sicher feststellen. Auch wenn es bei der Geburt zu Einschnürungen durch die Nabelschnur kommt, dann besteht die Gefahr, dass es zu einer Plazentainsuffizienz kommt. Sollte die Mutter unter Diabetes oder unter Präeklampsie leiden, dann kann der Arzt durch eine sogenannte Doppelsonografie das Wachstum des Kindes beobachten. Eine Messung der Blutströmungsgeschwindigkeit gibt ebenfalls Aufklärung darüber, ob es sich vielleicht um die chronische Form der Plazentainsuffizienz handelt.

    Gibt es eine Therapie?

    Wenn es sich um eine akute Plazentainsuffizienz handelt, dann ist eine schnelle Geburt die beste Möglichkeit, um das Kind zu retten. Nicht selten muss dann ein Kaiserschnitt gemacht werden oder das Kind muss mit der Saugglocke oder mit der Zange geholt werden. Handelt es sich aber um eine chronische Plazentainsuffizienz, dann wird der Arzt der werdenden Mutter strenge Bettruhe verordnen, und das Kind muss in regelmäßigen Abständen mit dem Ultraschallgerät untersucht werden. Wenn es eine schwere Form der Plazentainsuffizienz ist, dann muss die Mutter ins Krankenhaus und wird neben Ultraschalluntersuchungen auch über ein CTG, eine Kardiotokographie, permanent überwacht. Direkt kann die Unterversorgung der Plazenta nicht behandelt werden, aber es ist notwendig, dass die Ursachen wie der Zucker, das Übergewicht und auch der hohe Blutdruck behandelt werden.

    Welche Komplikationen gibt es?

    Eine akute Form der Plazentainsuffizienz kann zum Tod des ungeborenen Kindes führen, wenn es über einen zu langen Zeitraum zu wenig Sauerstoff bekommt. Kommt es während der Geburt zu einer Plazentainsuffizienz, dann haben die Ärzte die Möglichkeit, das Kind so schnell wie möglich auf die Welt zu holen. Auch dann, wenn sich die Plazenta frühzeitig ablösen sollte, muss das Kind schnell geboren werden, um einen weiteren gesundheitlichen Schaden zu verhindern. Die chronische Form ist ebenso gefährlich, denn durch den ständigen Mangel an Sauerstoff kann das Kind Schäden davontragen, und wenn die Gefahr jedoch zu groß wird, dann holen die Ärzte auch Kinder weit vor dem errechneten Geburtstermin.

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  • Der Konsum von Cannabis steigt

    Der Konsum von Cannabis steigt

    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Berlin schlägt Alarm, denn immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland konsumieren Cannabis. Jeder zehnte zwischen zwölf und 17 Jahren hat nach einer neuen Studie schon einmal Cannabis probiert, vor allem bei den jungen Männern steigt die Zahl der Konsumenten drastisch an. War es 2008 noch jeder siebte junge Mann zwischen 18 und 25 Jahren in dieser Altersgruppe, der mindestens einmal die Droge probiert hat, ist es aktuell jeder Vierte. Bei den jungen Frauen stieg die Zahl der Erstkonsumenten von 8,3 % auf 11,2 % an.

    Immer mehr konsumieren regelmäßig Cannabis

    Acht Prozent der 12- bis 17-Jährigen gab an, dass sie in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert haben, zwei Prozent in dieser Altersgruppe nimmt es sogar regelmäßig. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler sieht pessimistisch in die Zukunft, denn ihrer Meinung nach werden die Zahlen noch erheblich ansteigen. Von den Kindern und Jugendlichen, die regelmäßig Cannabis nehmen, wird die Zahl von aktuell 2,3 % auf 3,5 % steigen und auch bei den jungen Menschen ab 25 Jahre wird nach Ansicht von Marlene Mortler kaum eine Veränderung zum Positiven stattfinden.

    Sind die Befürworter schuld?

    Die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis ist nach Ansicht von Experten daran schuld, dass immer mehr junge Menschen die Droge nehmen. Auch die Bundesdrogenbeauftragte sieht die Gefahr in der Verharmlosung von Cannabis, wie sie von den Befürwortern propagiert wird. Mediziner sprechen von einer bedenklichen Entwicklung in die völlig falsche Richtung, wenn Cannabis, wie es einige fordern, legalisiert wird. Dann wird Cannabis zu einer Einstiegsdroge, denn viele, die heute regelmäßig Cannabis rauchen, werden irgendwann mit dem Ergebnis nicht mehr zufrieden sein und dann zwangsläufig zu anderen, härteren Drogen greifen. Die Grünen, die Linkspartei und in neuster Zeit auch die FDP sprechen sich für eine Legalisierung von Cannabis aus, unter anderem, um die Beschaffungskriminalität in den Griff zu bekommen.

    Die gesundheitlichen Folgen

    Mediziner betrachten Cannabis nicht als harmlose Droge, sondern als ein ernst zunehmendes Problem, wenn es um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen geht. Die Leistung des Gehirns leidet bei regelmäßigem Genuss von Cannabis ebenso wie die Leber und auch das Herz. Sie fordern von der Bundesregierung auch umfassendere Präventivmaßnahmen, um zu verhindern, dass noch mehr Kinder und Jugendliche zum Cannabis greifen. Den jungen Leuten muss unmissverständlich klar gemacht werden, dass der Genuss von Cannabis weitreichende Folgen für das zukünftige Leben haben kann. Die Befürworter halten die Diskussion für heuchlerisch, denn sie sind der Ansicht, dass alle, die sich gegen eine Legalisierung aussprechen, dann auch so konsequent sein sollten, Alkohol für Jugendliche ebenfalls zu verbieten und den Konsum unter Strafe zu stellen. Alkohol hat nämlich für Heranwachsende eine besonders verheerende Wirkung, wenn er regelmäßig und in großen Mengen konsumiert wird.

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  • Viele Krankschreibungen wegen Depressionen

    Viele Krankschreibungen wegen Depressionen

    Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Diagnosen stark zugenommen. Dies hat ganz unterschiedliche Gründe. Zum einen wurden in der Vergangenheit häufig keine korrekten Diagnosen gestellt und eine Depression wurde oft nicht erkannt. Zum anderen führt der Druck im Alltag und im Arbeitsleben zum Ausbruch der Krankheit. Die Techniker Krankenkasse hat nun den Bericht „Depressionsatlas“ herausgegeben, für den Daten von 4,1 Millionen Versicherten ausgewertet wurden. Das Ergebnis gibt unter anderem an, dass rein statistisch gesehen im Jahr 2013 jeder Arbeitnehmer einen Tag aufgrund von Depressionen krankgeschrieben war.

    Depressionen belegen den zweiten Platz

    Im Gesamtvergleich ist zu sehen, dass Depressionen bundesweit der zeithäufigste Grund für Arbeitsausfälle sind. Auf Platz eins kann sich die Erkältung halten, welche die meisten Krankheitstage verursacht. Die Techniker Krankenkasse gibt in Ihrem Bericht an, dass 7,1 % aller Fehltage durch Depressionen verursacht werden. Es ist ein deutlicher Anstieg seit der Jahrtausendwende zu erkennen. Im Jahr 2000 war die Zahl der Krankheitsfälle im Bereich der Depressionen um 70 % geringer. Mittlerweile ist die Zahl aber stagniert. Zwischen 2012 und 2014 gibt es keinen merklichen Anstieg oder Abfall zu verzeichnen.

    Ein wichtiger Aspekt, der im Bericht hervorgehoben wird, ist die Tatsache, dass Depressionen in den meisten Fällen zu sehr langen Arbeitsausfällen führen. Während man mit einer Erkältung oder Rückenschmerzen nach ein paar Tagen wieder am Arbeitsplatz ist, fallen die betroffenen Arbeitnehmer mit Depressionen im Schnitt für 64 Tage aus. Der hohe Anteil an der Gesamtzahl der Krankheitstage wird also in erster Linie durch lange Behandlungen hervorgerufen und nicht durch die hohe Zahl der Erkrankten.

    Die Fakten der Depression in der Übersicht

    Der Bericht gibt nicht nur Auskunft darüber, wie häufig Krankheitstage aufgrund von Depressionen verursacht werden, sondern auch wer sie in Anspruch nimmt und in welchen Berufsfeldern:

    Je älter der Arbeitgeber, umso häufiger werden Fehltage wegen Depressionen eingereicht. Dies relativiert sich allerdings ab der Altersklasse von 60 Jahren, hier ist ein Rückgang zu beobachten.

    Das Berufsfeld scheint entscheiden dafür zu sein, wie hoch das Risiko ist, eine Depression zu entwickeln. So geben die Zahlen an, das vor allem Personen die in Callcentern oder dem Bereich der Altenpflege arbeiten an Depressionen leiden. Aber auch die Felder der Erziehung und der Sicherheit sind stärker betroffen. Es ist auffällig, dass diese Berufe einen hohen Grad an Stress und eine hohe psychische Belastung aufweisen.

    Im Norden sind die Arbeitnehmer öfter betroffen als im Süden. Das Bundesland Hamburg steht an der Spitze der Liste, mit durchschnittlich 1,4 depressionsbedingten Fehltagen pro Arbeitnehmer. Ebenso stark betroffen sind die Bundesländer Schleswig-Holstein und Berlin.

    Baden-Württemberg hat lediglich einen Wert von 0,84 Fehltagen und liegt damit am Ende der Tabelle. Aber auch die südlich gelegenen Bundesländer Bayern und Sachsen liegen weit unter dem Bundesdurchschnitt.

    Schaut man sich die Daten der Frauen und Männer im Vergleich an, werden Frauen fast doppelt so häufig für Depressionen behandelt wie Männer. Im Schnitt fehlen die Herren 0,8 Tage im Jahr und die Damen 1,3.

    Nicht jede Depression führt zum Arbeitsausfall

    Die Tatsache, dass es in Bayern weniger Fehltage bedingt durch Depressionen gibt, heißt allerdings nicht automatisch, dass hier auch weniger Personen unter Depressionen leiden. In dem Bericht wird angegeben, dass es einige Regionen gibt, in denen die Fehltage zwar gering sind, aber die Zahl der verschriebenen Antidepressiva sehr hoch ist.

    Ein Beispiel in Zahlen ist die kleine Stadt Kulmbach. Sie liegt in Oberfranken und im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik kommt es hier kaum zu Krankschreibungen wegen Depressionen. Dennoch erhalten 5,5 % aller Arbeitnehmer der Stadt, mindesten einmal im Jahr ein Antidepressivum von ihrem behandelnden Arzt. Der bundesweite Wert liegt bei knapp 6 %.

    Neben der häufigeren Diagnose der Krankheit ist sicherlich auch die Akzeptanz in der Gesellschaft ein wichtiger Grund für die steigenden Zahlen der Krankschreibungen. In der Vergangenheit wurden betroffene Personen häufig stigmatisiert. Depressionen wurden und werden auch heute noch nicht immer als ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild anerkannt. Mittlerweile gibt es Aufklärungskampagnen und Hilfsorganisationen die aktive Unterstützung geben. Für Betroffenen und für deren Angehörige und Freunde. Bleiben Depressionen unbehandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben, die nicht selten selbstverletzendes Verhalten mit sich ziehen. Der Bericht zeigt aber klar auf, dass immer mehr Menschen bereit sind, Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich behandeln zu lassen.

  • Teenager und Sexualität – wie sag ich´s meinem Kind?

    Teenager und Sexualität – wie sag ich´s meinem Kind?

    Wenn Kinder in die Pubertät kommen, dann werden die meisten Eltern unruhig, denn zum Erwachsen werden gehört auch der Sex. Die Eltern sehen sich dann in der Pflicht, ihre heranwachsenden Kinder aufzuklären, und das ist damals wie heute ein eher heikles Thema. Das Bienchen und Blümchen ist schon lange nicht mehr zeitgemäß, und viele Eltern müssen nicht selten mit Erschrecken feststellen, dass ihr Nachwuchs mehr über Sex weiß, als den Eltern lieb ist.

    Das Internetzeitalter macht es möglich, dass Kinder heute schon mit zwölf Jahren Bescheid wissen, aber auch wenn sie sich auskennen, gibt es trotzdem einige Dinge, über die die Eltern mit ihren Kindern offen sprechen sollten.

    Nicht ausreichend informiert

    Die Kinder von heute kommen früher in die Pubertät als das noch vor 20 Jahren der Fall war. Sie haben schon früh ganz genaue Vorstellungen, wie das „erste Mal“ aussehen soll und wissen auch über den Verlauf einer Schwangerschaft bestens Bescheid. Zwischen 14 und 17 verlieren in Deutschland die meisten Teenager ihre Unschuld, aber auch wenn sie vielleicht körperlich schon reif sind, der Kopf ist es noch lange nicht. So informieren sich laut einer Studie nur sehr wenige Teenager über die unterschiedlichen Geschlechtskrankheiten, und auch das Thema Verhütung kommt in den Überlegungen und Fantasien über Sex nur eher selten vor.

    Hier sollte die Aufklärung der Eltern ansetzen, sie sollten ihren Kindern klar machen, was es bedeutet, mit 14 oder 15 ein Kind zu bekommen. Auch die Gefährlichkeit von HIV und Geschlechtskrankheiten sollte zu den Dingen gehören, über die gesprochen wird, denn nur wer ausreichend informiert ist, der weiß sich auch vor diesen Krankheiten zu schützen.

    Der kleine Unterschied

    Wenn es um die Aufklärung von Teenagern geht, dann ist es ein großer Unterschied, ob es sich um die Tochter oder um den Sohn handelt. Bei angehenden Männern spielt zum Beispiel die Größe des Penis eine wichtigere Rolle als die richtige Handhabung eines Kondoms. Pubertierende Machos gehen einem Gespräch sehr gerne aus dem Weg, sie behaupten zwar gerne, sie wüssten über alles Bescheid, was mit Sex zu tun hat, aber bei näherem Nachfragen blocken sie ein Gespräch gerne ab. Eltern, die ihre Söhne aufklären wollen, müssen den passenden Zeitpunkt erwischen und auch bereit sein, zu warten. Ein Gespräch aufzwingen lässt sich ein junger Mann nur sehr selten, es siegt in der Regel die Oppositionshaltung.

    Bei jungen Mädchen spielen bei der Aufklärung andere Aspekte eine Rolle. Eine zu frühe Schwangerschaft ist ein Thema, das bei einem Gespräch zur Sprache kommen sollte, aber auch die Gefahr einer Vergewaltigung sollte kein Tabu sein, wenn Eltern mit der Tochter über die Sexualität reden.

    Das richtige Verhütungsmittel

    Es gibt kaum eine junge Frau, die nicht weiß, was die Pille ist, aber wenn man einen weiblichen Teenager nach der Pille danach fragt, dann blickt man nicht selten in ratlose Gesichter. Es ist wichtig, dass Jugendliche, die ihre Sexualität entdecken auch wissen, was sie tun müssen, wenn mit der Verhütung mal etwas schief geht. Wo bekommt man die Pille danach? In welchem Zeitraum muss sie eingenommen werden? Das sind Fragen, die zwischen Eltern und heranwachsenden Kindern geklärt werden müssen. Dass die Pille nur regelmäßig eingenommen vor einer Schwangerschaft schützen kann, auch das sollte besprochen werden, und dass sie nicht vor Geschlechtskrankheiten und einer Infektion mit HIV schützt, auch das ist wichtig.

    Hat die Tochter einen festen Freund, mit dem sie schlafen möchte, dann ist es keine schlechte Idee, wenn die Mama mit zum Frauenarzt geht, denn das gibt ein Gefühl von Sicherheit. In diesem Fall wird die Mutter zur besten Freundin, mit der man einfach alles besprechen kann.