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  • Ardha Matsyendrasana – der Drehsitz

    Ardha Matsyendrasana – der Drehsitz

    Wer sich für Yoga interessiert, der wird auch wissen, dass die Drehungen einen ganz besonderen Platz in den Übungen einnehmen. Drehungen sind geordnete Haltungen, die immer von einem zentralen Punkt aus zu beiden Seiten, entweder nach rechts oder aber nach links führen. Die Übung Ardha Matsyendrasana steht für einen wichtigen Aspekt der indischen Mythologie, in dem die beiden polaren Punkte eine wichtige Rolle spielen.

    Wer sich in einer Drehübung nach rechts dreht, der spürt die Wärme und die aktive, positive Energie der Sonne. Wer sich nach links dreht, der wendet sich der passiven, kühlen Seite des Mondes zu. Für welche Seite man sich entscheidet, das hat auch immer mit der jeweiligen Persönlichkeit zu tun und zu welchem Pol man sich hingezogen fühlt.

    Ardha-Matsyendrasana

    Ardha-Matsyendrasana-Drehung

    Die Wirbelsäule steht im Mittelpunkt

    Beim Drehsitz Ardha Matsyendrasana steht die Wirbelsäule als Achse des Lebens im Mittelpunkt. Es sind die 24 Wirbelkörper, die unseren Körper beweglich halten, aber die Wirbelsäule hat noch eine andere Aufgabe. Sie steht auch für die mentale Beweglichkeit und die Flexibilität des Geistes. Beim Drehsitz Ardha Matsyendrasana wird die Brustwirbelsäule aktiviert und das macht den Oberkörper beweglicher, die Muskeln im Rücken werden gestärkt und gedehnt, es stellt sich ein Gefühl der inneren Aufrichtung des Körpers ein. Ardha Matsyendrasana hat viele gesundheitliche Vorteile, denn unter anderem wird:

    • Fett im Gewebe abgebaut
    • Die Organe im Bauch werden besser durchblutet
    • Die Blutzufuhr in der Wirbelsäule wird intensiviert
    • Verspannungen im Rücken werden sanft gelöst
    • Die Verdauung wird angeregt
    • Eine seitliche Abweichung der Wirbelsäule, die sogenannte Skoliose wird ausgeglichen
    • Die Muskulatur des Gesäßes wird gedehnt
    • Die inneren Organe werden gelockert

    Alle, die mit Entzündungen im Bauchraum oder in der Wirbelsäule zu kämpfen haben, sollten von Ardha Matsyendrasana absehen, und auch für schwangere Frauen ist eher die einfache Variante des Drehsitzes zu empfehlen. Diese Beschreiben wir weiter unten.

    Ardha Matsyendrasana – die Ausführung

    Zunächst ist es wichtig, eine sichere und feste Sitzhaltung einzunehmen. Die linke Seite wird zuerst geübt, dann folgt die rechte Seite. Alle, die ein wenig bequemer sitzen möchten, können ihren Sitzplatz auch leicht erhöhen, zum Beispiel durch ein kleines Kissen oder durch eine zusammengefaltete Decke. Beide Beine liegen ausgestreckt auf dem Boden, und um den Steißbeinknochen optimal zu erden, sollten die beiden Gesäßhälften seitlich ausgerichtet sein.

    Nun wird das rechte Bein über das linke geführt, der rechte Fußknöchel sollte dabei den Oberschenkel des linken Beins berühren. Das ausgestreckte linke Bein wird zu einer Verlängerung des Schambeins und die Zehen werden gekrümmt. Jetzt wird der linke Ellenbogen über das rechte Bein gelegt und mit dem nächsten Atemzug wird der rechte Arm zuerst nach oben und dann aufsteigend zur rechten Seite geführt. In dieser Stellung entspannen und ruhig atmen, damit der Brustkorb sich weiten kann. Einatmend wird dann wieder die aufrechte Sitzposition eingenommen und einige Atemzüge lang ausgeruht, dann wird Ardha Matsyendrasana zur anderen Seite wiederholt.

    Die einfache Variante

    Neben der eigentlichen Ardha Matsyendrasana Übung gibt es mit Bharavajasana eine zweite, weniger anstrengende Übung des Drehsitzes, den zum Beispiel auch Schwangere ausprobieren sollten. Während bei der Originalübung der Bauch stark beansprucht wird, bleibt bei der leichten Variante der Bauchbereich geöffnet.

    Anders als bei Ardha Matsyendrasana, ist die Ausgangsstellung bei Bharavajasana der Fersensitz, aber wer möchte, der kann sich auch auf einen Stuhl oder einen kleinen Hocker setzen. Die Füße werden fest auf dem Boden verankert, die Hände hängen locker zur Seite, die Wirbelsäule ist gerade und das Becken wird aufgerichtet. Beim Einatmen dreht man sich dann ruhig nach links, wobei der Handrücken der linken Hand am unteren, rechten Teil des Rückens liegt. Der Kopf wird bei der Drehung mitgenommen und nach einigen Atemzügen wird die Übung wiederholt, diesmal aber zur anderen Seite.

  • Vinyasa Krama – die Yogastunde zu Hause gestalten

    Vinyasa Krama – die Yogastunde zu Hause gestalten

    Yoga ist mehr als ein sportlicher Zeitvertreib, wer sich für Yoga entschieden hat, der sollte viel Zeit und Ruhe haben, um in die Welt des Yoga einzutauchen und sich mit ihr vertraut zu machen. Vinyasa Krama bietet dazu die beste Möglichkeit, denn Vinyasa Krama ist die entspannte Yogastunde zu Hause, die Gelegenheit bietet, die eine oder andere Übung in aller Ruhe zu genießen.

    Jede Yogastunde zu Hause kann einer anderen Übung gewidmet werden und vor allem Anfänger können Vinyasa Krama nutzen, um ihre Fähigkeiten zu trainieren und zu verfeinern. Wer sich für Vinyasa Krama entscheidet, der sollte allerdings für Ruhe sorgen, und kein Handy oder Smartphone sollte während dieser privaten Yogastunde stören.

    Die Vorbereitung für Vinyasa Krama

    In der Theorie sieht immer alles einfacher aus, als es in der Praxis ist und das gilt auch für Vinyasa Krama, die ungestörte Yogastunde in den eigenen vier Wänden. Die Yogamatte und auch das bequeme Kissen werden auf dem Boden zurechtgelegt, die passende Musik zur Entspannung ist aufgelegt und dann stehen viele vor der Frage, welche Übungen überhaupt infrage kommen. Um sich die Antwort ein wenig einfacher zu machen, sollte man sich folgende Fragen stellen und auch ehrlich beantworten:

    • Wie fühle ich mich heute?
    • Worum kreisen meine Gedanken?
    • Bin ich aufgeregt oder eher müde?
    • Wie ist mein Körperempfinden?
    • Gibt es Bereiche, die heute meine besondere Aufmerksamkeit brauchen?
    • Fließt mein Atem ungestört oder bin ich angespannt?

    Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, der wird auch sehr schnell herausfinden, welche Yogaübungen heute während des Vinyasa Krama infrage kommen und welche eher nicht. Eine sehr wichtige Rolle spielt auch die Zeit. Man sollte den Zeitrahmen nach Möglichkeit großzügig stecken, denn wer unter Zeitdruck steht, der wird keine besonders große Freude an seiner heimischen Yogastunde haben.

    Ein Beispiel für 60 Minuten Vinyasa Krama

    Die ersten fünf Minuten sollten dazu dienen, erst einmal anzukommen und Ruhe zu finden. Die nächsten fünf Minuten sind so etwas wie ein Warm-up und der Sonnengruß ist eine sehr gute Übung, um warm zu werden. Anschließend sollten 15 Minuten dazu dienen, die Übungen zum Beispiel durch eine Rückenbeuge vorzubereiten. Dann wird es Zeit für die erste Übung, die zehn Minuten in Anspruch nehmen sollte.

    Um zu entspannen, ist eine weitere, leichtere Übung für die nächsten 15 Minuten eine gute Idee. Es folgen fünf Minuten Pranayama, bevor die Stunde mit fünf oder besser noch zehn Minuten Shavasana abgeschlossen wird.

    Wichtig ist vor allen Dingen die Hauptübung und sie sollte immer nach dem mentalen und physischen Befinden gewählt werden. Es ist wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein und nicht eine Übung zu wählen, die besonders einfach ist. Wer wirklich etwas für sich und sein seelisches Gleichgewicht tun möchte, der sollte die Übung wählen, die zur Stimmung passt.

    Die richtige Hauptübung finden

    Bei der Wahl der Hauptübung ist es keine schlechte Idee aus dem Bauch heraus zu handeln und nicht weiter zu überlegen, was infrage kommen könnte und was eher nicht. Wer sich für eine Übung mit gebeugtem Rücken entscheidet, der kann mit der Kobra oder auch Schulterbrücke unter anderem einer depressiven Stimmung entgegen wirken.

    Alle, die sich besser konzentrieren wollen, zum Beispiel vor einer wichtigen Prüfung, sind gut beraten eine Balanceübung wie den Baum zu wählen, denn so werden die Gedanken in eine bestimmte Richtung gelenkt und die Konzentration ist effektiver. Umkehrhaltungen wie der Kopfstand oder der Handstand haben einen verjüngenden Effekt und sie sind in der Lage, nervöse Stimmungen einfach wegzuzaubern.

    Auch wenn viele Übungen im Laufe der Zeit zur Routine geworden sind, wer sich für Vinyasa Krama Zeit nimmt, der sollte sich auch die Zeit nehmen, alle Übungen immer wieder neu kennenzulernen und sie konzentriert auszuführen.

  • Warum bei Epilepsie auf dem Bauch schlafen gefährlich sein kann

    Warum bei Epilepsie auf dem Bauch schlafen gefährlich sein kann

    Dass die Bauchlage beim Schlafen gefährlich sein kann, das wissen die meisten, seit dem die Bauchlage beim Schlafen als eine der Ursachen für den plötzlichen Kindstod in die Schlagzeilen gekommen ist. Aber Ärzte schlagen jetzt auch bei den Menschen Alarm, die unter Epilepsie leiden, denn auch hier stellt die Bauchlage beim Schlafen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.

    Das Ergebnis vieler Studien

    In der Fachzeitschrift „Neurology“ wurden schon mehrfach Studien zum Thema Gefahr der Bauchlage beim Schlafen veröffentlicht, aber diese Studien befassten sich in der Mehrzahl mit dem Phänomen plötzlicher Kindstod. Jetzt gibt es eine neue Studie, die besagt, dass der plötzlich einsetzende Tod im Schlaf auch bei einer unkontrollierten Epilepsie vorkommen kann. Die Universität von Chicago hat für die neue Studie 253 plötzliche Todesfälle aus 25 Studien der vergangenen Jahre ausgewertet, und dabei stellte sich heraus, dass 73 % der Todesfälle bei den Menschen eintrat, die auf dem Bauch geschlafen haben.

    Besonders häufig trifft der plötzliche Herztod Epilepsiepatienten, die nicht älter als 40 Jahre sind. Warum es allerdings diese Altersgruppe besonders häufig trifft, das ist noch nicht klar. Eine Vermutung ist, dass diese Menschen nicht selten alleine leben und das niemand anwesend ist, wenn es zu einem Anfall kommt. Aber bislang ist das nur eine These, denn bewiesen ist diese Ursache noch nicht.

    Schnelle Hilfe

    Es ist nicht immer leicht, mit einem Menschen zusammenzuleben, der unter Epilepsie leidet. Zwar gibt es heute wirksame Medikamente, die die Krankheit unter Kontrolle bringen, aber ein Heilmittel wurde bis jetzt noch nicht gefunden. Wer aber mit einem Menschen das Bett teilt, der unter Epilepsie leidet und der die Bauchlage beim Schlafen bevorzugt, der sollte darauf vorbereitet sein, dass es während der Nacht zu einem Anfall kommen kann. Was ist in dieser Situation zu tun? Wie kann effektiv geholfen werden?

    Eine wirksame Sofortmaßnahme in diesem Fall ist es, den Patienten aus der Bauchlage sofort auf die Seite zu drehen. Anschließend sollte man immer versuchen den Betroffenen aufzuwecken, denn Menschen die unter Epilepsie leiden, haben wie Babys mit Atemstillstand nur eine sehr beschränkte Möglichkeit, aufzuwachen. „Back ist best“ – so lautet der Tipp der Neurologen, denn sie empfehlen allen die Epilepsie haben, nicht die Bauchlage beim Schlafen zu bevorzugen, sondern stattdessen die risikoarme Rückenlage zu wählen. Sinnvoll sind auch sogenannte Bett-Alarm Systeme, die auch bei Babys verwendet werden und die sich sofort melden, wenn es zu einem Atemausfall beim Schlafen kommt.

  • Bhujangasana – die Kobra

    Bhujangasana – die Kobra

    Schlangen spielen in der indischen Mythologie eine sehr große Rolle, es ist daher nicht verwunderlich, dass die Kobra eine beliebte Übung ist. Bhujangasana heißt die Kobra im Sanskrit und sie ist eine wahre Wohltat für den Rücken, den Nacken und auch für die Schultern. Keine andere Schlange kann sich so majestätisch aufrichten wie eine Kobra und genau dieser stolzen Haltung ist Bhujangasana nachempfunden. Für Babys ist die Kobra übrigens eine ganz normale Haltung, denn wenn Babys sich auf die Unterarme stützen, dann können sie die Welt aus einer ganz anderen Perspektive aus sehen und erkunden.

    Bhujangasana – Die ruhende Lebensenergie

    Eine Kobra sieht die Welt besser, wenn sie sich aufrichtet, und wie alle anderen Schlangen ruht auch die Kobra viele Stunden am Tag, in dem sie sich einrollt. Die Kobra ist im Yoga ein Symbol für die Lebensenergie, die ruht. Die Wirbelsäule soll sich bei dieser Übung ausruhen, denn nur so kann vom Ende des Rückens neue Energie in den Körper strömen.

    Bhujangasana steht aber nicht nur für neue Lebensenergie, sondern auch für die Wandlung. Selbst wenn eine Schlange nie damit aufhört zu wachsen, ihre Haut muss sie trotzdem regelmäßig abstreifen. Auch viele Menschen möchten gerne von Zeit zu Zeit in eine neue Haut schlüpfen, etwas Neues ausprobieren und etwas ganz anderes tun. Das macht die Bhujangasana zu einer sehr interessanten Übung, denn mit der Kobra kann man immer wieder neue Energie schöpfen.

    Bhujangasana – die Anleitung

    Bhujangasana beginnt in der Bauchlage, die Fersen sind ca. zwei Zentimeter voneinander entfernt und die Fußballen berühren sich. Wichtig ist, dass der Fußrücken zur Mitte ausgerichtet auf dem Boden liegt und die Zehen nach hinten zeigen. Wenn es bequemer sein soll, dann können die Beine auch leicht geöffnet werden, mehr Halt hat man allerdings, wenn die Beine geschlossen sind.

    Die Stirn liegt zunächst auf dem Boden und die Hände liegen unter den Achselhöhlen. Nun werden die Oberschenkel angespannt und die Knie vom Boden gehoben. Die Finger sind gespreizt, der Zeigefinger zeigt nach vorne, und die Ellenbogen werden dicht am Brustkorb positioniert. Beim Einatmen heben sich jetzt die Schultern vom Boden und der Hinterkopf wird nach vorne gehoben. Nun wird das Brustbein wieder beim Einatmen nach oben gezogen und gleichzeitig sinken die Schultern nach unten. Die Hände werden auf den Boden gedrückt und leicht nach hinten gezogen. Einige Atemzüge lang sollte man in dieser Stellung verharren, dann wird der Oberkörper wieder auf den Boden gelegt und der Kopf auf die Seite gelegt.

    So wirkt die Kobra

    Auch wenn Bhujangasana am Anfang anstrengend ist, es lohnt sich, diese Übung öfter zu probieren. Der Rücken wird wie der Nacken entspannt und der kontrollierte Wechsel zwischen einatmen und ausatmen weitet den Brustkorb, das Atmen wird einfacher und befreiter. Mit der Kobra lässt sich die ganze Körperhaltung verbessern und die Brustmuskulatur wird gedehnt, aber nicht überdehnt.

    Wem die Übung zu anstrengend ist, der kann die Kobra auch variieren und die Unterarme auf den Boden legen. Diese Sphinx Haltung ist einfacher und sie kostet nicht so viel Kraft wie die Originalübung. Alle, die Probleme mit dem unteren Teil der Wirbelsäule haben oder unter einer Entzündung im Bauchraum leiden, sollte von der Kobra absehen. Auch im letzten Drittel der Schwangerschaft ist die Kobra nicht mehr zu empfehlen und auch nur noch schwer möglich. Wer nach dieser Yoga Übung Muskelkater verspürt, der muss einen Fehler gemacht haben. Zu den häufigsten Fehlern gehört, dass der Kopf zu weit in den Nacken gelegt wird. Auch wenn die Schultern auf Höhe der Ohren gezogen werden, dann führt das nicht selten zu Schmerzen, denn bei der Kobra sollten die Schultern immer leicht nach hinten gezogen werden, um den oberen Teil des Rückens zu entspannen.

  • Paschimottanasana – der Jungbrunnen

    Paschimottanasana – der Jungbrunnen

    Yoga hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr von einem Trend zu einer Bewegung entwickelt. Immer mehr Menschen nutzen Yoga, um fit und gesund zu bleiben oder um den stetig steigenden Stress des Alltags besser bewältigen zu können. Yoga ist eine alte indische Lehre, die schon 700 Jahre vor Christus erstmals erwähnt wurde. Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt so viel wie anspannen, zusammenbinden oder anschirren.

    Yoga ist ideal, um Körper und Geist zu vereinen, und diejenigen, die Yoga als eine Art Philosophie sehen, nützen die Übungen, um sich mental zu stärken. Es gibt eine mehr als große Anzahl an verschiedenen Yoga Übungen und eine dieser Übungen nennt sich Paschimottanasana.

    Paschimottanasana – Die sitzende Vorbeuge

    Paschimottanasana ist die sitzende Vorbeuge und gilt als ein wahrer Jungbrunnen für den Körper. Vor allem die Bandscheiben und Wirbelkörper werden wie das Immunsystem durch das Vorbeugen mit der sitzenden Vorbeuge gestärkt. Mit Paschimottanasana werden die Bandscheiben von den Wirbelkörpern gelöst und die Energie kann frei durch den ganzen Rücken fließen. Aber auch die Schultern, die Beine und der Bauch profitieren von dieser Yoga Übung, denn sie werden dank Paschimottanasana gestärkt, die Organe, die im Bauchraum liegen, werden gleichzeitig massiert und auch die Verdauung wird angeregt.

    Wie funktioniert Paschimottanasana?

    Wer noch keine allzu große Übung im Yoga hat, der sollte an die sitzende Vorbeuge mit Vorsicht herangehen, denn wer sich dabei überanstrengt, der riskiert Schäden an der Wirbelsäule. Anfänger, die sich zum ersten Mal in der sitzenden Vorbeuge üben, sollten ein klein wenig erhöht sitzen. Ideal ist es, ein kleines Kissen oder auch die zusammengerollte Yogamatte als Unterlage zu benutzen. Die Höhe der jeweiligen Unterlage ist aber auch von der Beweglichkeit abhängig und wie sehr die Hüften und die Rückseiten der Oberschenkel gedehnt werden können.

    Bevor es losgehen kann, müssen die Muskeln der Oberschenkel durch dehnen gewärmt werden. Damit es nicht zu einer Überdehnung der Arme kommt, ist es für Anfänger einfacher und hilfreich, einen ca. 1,50 m langen Gurt aus Baumwolle quer über die Fußballen zu legen, denn auf diese Weise können die Arme in einer leicht gebeugten Haltung bleiben.

    Zunächst geht es in den Langsitz, und man sitzt mit ausgestreckten Beinen und mit aufrechtem Oberkörper auf dem Boden. Dann wird tief eingeatmet und die Arme sowie die Wirbelsäule werden nach oben zur Decke gestreckt. Anschließend ausatmen und den geraden Rücken aus dem Becken heraus nach vorn strecken.

    Dabei sollte, wenn Paschimottanasana richtig ausgeübt wird, der Bauch auf den Oberschenkeln liegen. Auf diese Weise wird der Rücken effektiv vor einer Überdehnung und Überlastung geschützt und diese Haltung unterstützt die tiefe Atmung. Die Arme werden dann neben die Füße gelegt und wer schon ein wenig mehr Übung hat, der kann den Kopf nach einiger Zeit auch in Richtung des Knies nach vorne sinken lassen.

    Wann sollte auf die sitzende Vorbeuge verzichtet werden?

    Nicht jeder kann die Paschimottanasana Übung machen. So wird unter anderem den Menschen, die Probleme mit der Wirbelsäule oder mit den Bandscheiben zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall haben, dringend davon abgeraten, diese Yoga Übung zu machen. Auch wer unter akuten Schmerzen der Wirbelsäule leidet, sollte von der Übung absehen, denn im schlimmsten Fall kann sie die Schmerzen noch weiter verstärken. Abzuraten ist Paschimottanasana auch, wenn es Entzündungen im Bauchraum gibt. Schwangere Frauen, die im zweiten Drittel der Schwangerschaft sind, sollten ebenfalls von dieser Übung absehen.

    Wer aber gesund ist und seiner Wirbelsäule von Zeit zu Zeit etwas Gutes tun will, der sollte bei seinen Yoga Übungen nicht auf Paschimottanasana verzichten, denn diese spezielle Übung verbessert zum einen die Beweglichkeit der Wirbelsäule und hilft zum anderen sehr effektiv dabei, den Bauchraum zu entlasten.

  • Gebärmuttersenkung – was tun?

    Gebärmuttersenkung – was tun?

    Die meisten Frauen, die ein Kind geboren haben, verspüren danach keine Veränderungen, es gibt aber auch Frauen, deren Gebärmutter sich nach der Niederkunft senkt und das führt dann zu einer Reihe von Problemen. Eine Gebärmuttersenkung ist harmlos, aber sie kann das alltägliche Leben beeinflussen.

    Was ist eine Gebärmuttersenkung?

    Die Gebärmutter senkt sich im Laufe der Jahre und das ist auch vollkommen natürlich. Besonders Frauen die geboren haben, müssen mit einer Senkung ihrer Gebärmutter rechnen, und mit jedem Kind oder auch mit einem sehr schweren Kind sinkt die Gebärmutter weiter ab. Aber nicht nur Geburten sind der Auslöser für eine Gebärmuttersenkung, auch Frauen, die Zeit ihres Lebens körperlich schwer gearbeitet haben, sind häufig betroffen. Vor allem schweres Heben beeinflusst die Gebärmutter, denn wer über einen langen Zeitraum Schweres tragen muss, der erhöht den Druck auf den Beckenboden.

    Werden der Rücken und der Unterbauch mehr angespannt als die Oberschenkel, was immer dann der Fall ist, wenn Lasten in einer gebeugten statt in einer gebückten Haltung angehoben werden, dann macht das der Gebärmutter zu schaffen. Sie gibt dem Druck des Beckenbodens nach und senkt sich nach unten. Auch starkes Übergewicht kann zu einer Gebärmuttersenkung führen und Frauen, die vielleicht bedingt durch starkes Rauchen ständig husten müssen, riskieren, dass sich ihre Gebärmutter weiter senkt. Da der Beckenboden eine Schwachstelle im weiblichen Körper ist, sollten Frauen immer darauf achten, dass sie Lasten richtig heben.

    Wie macht sich eine Gebärmuttersenkung bemerkbar?

    Die Gebärmutter senkt sich nicht von heute auf morgen, es bedarf schon einer gewissen Zeit, bis die ersten typischen Symptome einer Gebärmuttersenkung auftreten. Ein Zeichen für eine Senkung der Gebärmutter ist eine leichte Inkontinenz, beim Husten, Niesen oder sogar beim Lachen gehen einige Tröpfchen Urin ab. Aber auch der umgekehrte Fall, wenn die Blase auf der Toilette nicht mehr komplett geleert werden kann, deutet auf eine Gebärmuttersenkung hin. Einige Frauen verspüren auch einen stechenden Schmerz, wenn sie nach langem Sitzen aufstehen oder sie haben ein Fremdkörpergefühl im Unterleib.

    Bei vielen Frauen, die eine Gebärmuttersenkung haben, stellen sich aber überhaupt keine Symptome ein, es ist von Frau zu Frau individuell verschieden. Handelt es sich um einen schweren Fall von Gebärmuttersenkung, dann kann es passieren, dass sich sogar Organe verschieben, denn der Druck auf die Gebärmutter kann so stark werden, dass die Scheide, die Blase und der auch der Darm ihren ursprünglichen Platz verlassen. Die Scheide kann sich zum Beispiel nach vorne wölben, und wenn die Blase nach unten gedrückt wird, dann droht Inkontinenz.

    Muss eine Senkung der Gebärmutter behandelt werden?

    Solange keine Beschwerden auftreten, besteht kein Anlass, eine Gebärmuttersenkung zu behandeln. Kommt es aber zu unangenehmen Symptomen wie beispielsweise Inkontinenz, dann gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Eine Operation ist nur sehr seltenen Fällen notwendig, es gibt alternative Methoden, die ebenso wirksam sind. Die Alternative heißt Pessar, was besonders bei älteren Frauen sehr hilfreich ist und die Symptome verschwinden lässt. Ein Pessar aus medizinischem Silikon oder Kunststoff kann schalenförmig oder rund sein und wird vom Frauenarzt zwischen der Gebärmutter und der Scheide eingesetzt. Auch wenn ein Pessar ein sehr wirksames Mittel gegen die Senkung der Gebärmutter ist, es gibt einen gravierenden Nachteil, denn das Pessar muss alle sechs bis acht Wochen ausgetauscht werden. Effektiv ist aber auch ein gezieltes Beckenbodentraining, was jede Frau auch bequem zu Hause machen kann. Besonders nach der Geburt hat sich das Training des Beckenbodens bewährt, damit es erst gar nicht zu einer Gebärmuttersenkung kommen kann.