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  • Typhus – Ursachen, Diagnose und Therapie

    Typhus – Ursachen, Diagnose und Therapie

    Für die meisten Menschen ist Typhus eine Krankheit, die in einem Atemzug mit Cholera oder Pocken genannt wird, eine Krankheit, die es in der heutigen zivilisierten Welt nicht mehr gibt. Das allerdings ist ein Irrtum, denn die Infektionskrankheit ist nach wie vor präsent. Es sind vor allem Fernreisende, die nicht selten den Krankheitserreger mit nach Hause bringen, ohne es zu wissen, und die dann, ohne es zu wollen, viele andere Menschen anstecken können. Millionen Menschen überall auf der Welt stecken sich jedes Jahr mit Typhus an, aber es gibt effektive Maßnahmen, damit es erst gar nicht zur Ansteckung kommt.

    Übertragung durch Salmonellen

    Typhus tritt in zwei verschiedenen Formen auf, aber beide Formen haben nur einen Überträger und der heißt Salmonellen. Unterschieden werden der Paratyphus, eine typhusähnliche Krankheit und der klassische Typhus abdominalis, der Bauchtyphus. Übertragen werden die Salmonellen durch eine sogenannte Schmierinfektion, also entweder durch verunreinigtes Essen oder Wasser. Vor allem für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, für ältere Menschen, kleine Kinder und schwangere Frauen können beide Formen des Typhus sehr gefährlich werden.

    Die Typhus-Symptome

    Bauchtyphus macht sich mit grippeähnlichen Symptomen bemerkbar. Kopf- und Gliederschmerzen gehören zum Krankheitsbild, aber auch hohes Fieber, das bis zu 40° Grad erreichen kann, zudem haben die Betroffenen starke Bauchschmerzen und leiden unter Verstopfung. Wird der Typhus nicht behandelt, dann kommt noch der charakteristische Hautausschlag dazu. Am Rücken, am Bauch und auch auf der Brust zeigen sich sogenannte Roseolen, kleine rötliche Flecken, die an Stecknadelköpfe erinnern. Auf der Zunge bildet sich ein dicker weißer Belag, nur die Zungenspitze und die Ränder färben sich auffallend himbeerrot. Ab der dritten Krankheitswoche kommt dann auch der typische schwere Durchfall dazu.

    Handelt es sich um Paratyphus, dann sind die Symptome ähnlich, aber nicht ganz so ausgeprägt, so steigt zum Beispiel das Fieber selten über 39° Grad.

    Wie wird Typhus behandelt?

    In der Regel wird Typhus mit Antibiotika behandelt, und wenn die Krankheit früh erkannt wird, dann reicht die Behandlung mit Tabletten, um den Krankheitsverlauf zu stoppen. Kommt es zu einem schweren Verlauf der Krankheit, dann wird ein Aufenthalt im Krankenhaus unumgänglich, denn die Antibiotika müssen in Form einer Infusion verabreicht werden. Besonders dann, wenn das Fieber in bedenkliche Höhen steigt, müssen die Patienten in die Klinik und werden dort auf der Intensivstation behandelt.

    Gibt es eine Impfung?

    Gegen Typhus gibt es eine wirksame Impfung. Diese Impfung besteht aus Typhus-Bakterien, die in abgeschwächter Form gespritzt werden, damit der Körper Abwehrstoffe entwickeln kann. Möglich ist aber auch eine Schluckimpfung, die allerdings für Menschen mit Magen- und Darmproblemen oder mit einem geschwächten Immunsystem nicht zu empfehlen ist. Wird mit der Spritze geimpft, dann reicht eine Injektion aus, bei der oralen Impfung muss der Impfstoff dreimal immer im Abstand von zwei Tagen eingenommen werden, um den gewünschten Schutz aufbauen zu können.

    Gibt es Nebenwirkungen?

    Alles, was eine Wirkung hat, das hat bekanntlich auch eine Nebenwirkung und die Impfung gegen Typhus macht da keine Ausnahme. Vor allem nach der Schluckimpfung kann es zu heftigen Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder anderen Problemen im Magen- und Darmtrakt kommen. Wird mittels Spritze gegen Typhus geimpft, dann kann es auch zu Nebenwirkungen kommen, aber nur in abgeschwächter Form. Müdigkeit gehört zu den Nebenwirkungen, aber auch Muskelschmerzen und eine leicht erhöhte Temperatur gehören zu den Symptomen, die nach einer Typhus-Impfung mit der Spritze auftreten.

    Was sollten Urlauber beachten?

    Wer nach Afrika, nach Südostasien oder auch nach Südamerika reist, sollte kein rohes Obst oder Gemüse verzehren und nur abgepacktes Trinkwasser kaufen. Wichtig ist es auch, sich gründlich die Hände zu waschen. Auf rohe oder nicht ganz durchgegarte Speisen sollte generell verzichtet werden, denn auch dort können Salmonellen lauern, die unter Umständen Typhus auslösen können.

    Bild: © Depositphotos.com / tonyoquias

  • Lebermetastasen – neue Therapien versprechen Hoffnung

    Lebermetastasen – neue Therapien versprechen Hoffnung

    Viele Patienten, die an Krebs im fortgeschrittenen Stadium leiden, müssen auch mit der Diagnose Lebermetastasen leben. Wird die Diagnose Lebermetastasen gestellt, dann war bislang die Prognose für eine Heilung sehr schlecht, denn noch Mitte der 1990er Jahre bedeuteten Tochtergeschwülste in der Leber, dass die Betroffenen nur noch wenige Monate zu leben hatten. Heute sehen die Prognosen bei Lebermetastasen deutlich besser aus, denn es gibt neue sehr effektive Therapien, die das Risiko minimieren.

    Welchen Weg nehmen die Krebszellen?

    Auch wenn der Krebs schon weit fortgeschritten ist, machen es moderne Therapieformen möglich, dass die Patienten eine längere Überlebenszeit haben und ihre Lebensqualität steigern können. Vor allem bei Darmkrebs kommen Metastasen sehr häufig vor, denn die Krebszellen müssen keinen weiten Weg durch den Körper nehmen. Bei Krebsarten wie Lungen- und Brustkrebs sieht es etwas anders aus, denn hier müssen die Zellen zunächst durch den gesamten Körperkreislauf wandern, bis sie in der Leber ankommen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass sich bei diesen Krebsarten Lebermetastasen bilden. Wenn es außer dem ursprünglichen Tumor in anderen Organen keine weiteren Tumore gibt, dann können sich auch Lebermetastasen nicht so schnell bilden.

    Die Fortschritte in der Chirurgie

    Bei allem Krebsarten kommt es darauf an, dass ein Team aus Radiologen, Chirurgen und Onkologen eng zusammenarbeitet, denn dem Patienten kann nur dann geholfen werden, wenn diese Fachärzte vernetzt sind, den Patienten beraten und zusammen die passenden Therapien einleiten. Die größte Aufgabe haben aber die Chirurgen, die in den letzten Jahren sehr große Fortschritte bei der Behandlung von Lebermetastasen machen konnten. In günstigen Fällen werden heute die Ursprungstumore, zum Beispiel im Dickdarm, zusammen mit dem Lebertumor entfernt. Ist noch ausreichend gesundes Lebergewebe vorhanden, dann können Lebermetastasen sicher entfernt werden und die Leber kann sich problemlos wieder regenerieren.

    Wirkungsvolle Chemotherapien bei Lebermetastasen

    Sind die Lebermetastasen für einen operativen Eingriff zu groß, dann kann eine chemotherapeutische Vorbehandlung mit Antikörpern den Tumor schrumpfen lassen, sodass nach der Therapie ein Eingriff ohne Probleme durchgeführt werden kann. Aber auch wenn die Metastasen in der Leber zu nah an den Gallenwegen oder den großen wichtigen Blutgefäßen liegen, dann sind die neuen systematischen Chemotherapien ein sehr wirkungsvolles Verfahren. So ermöglichen es lokale Chemotherapien, dass die Medikamente über die Leberarterie direkt zu den Metastasen geleitet werden.

    Die intraarterielle Radiotherapie

    Ein anderes Beispiel für eine effektive lokale Therapie bei Lebermetastasen ist die intraarterielle Radiotherapie, kurz SIRT genannt. Die neue Therapie gehört nicht zu den Standartverfahren und kommt in der Regel vor allem bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium zum Einsatz. Bei dieser Therapieform wird ein Katheter in die Schlagader der Leiste eingeführt, und auf diesem Weg werden dann winzige radioaktive Kügelchen aus Glas ins Gewebe eingebracht. Diese Kügelchen verstopfen die sehr kleinen Blutgefäße und sorgen so dafür, dass die Metastasen in der Leber nicht mehr mit frischem Blut und damit auch nicht mehr mit „Nahrung“ versorgt werden. Leider kommt die intraarterielle Radiotherapie nicht für alle Patienten mit Lebermetastasen infrage. Da die Versorgung der Blutgefäße bei jedem Patienten anders ist, müssen zuvor immer umfangreiche Tests gemacht werden.

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  • Lungenembolie – ein gefährliches Gerinnsel

    Lungenembolie – ein gefährliches Gerinnsel

    Der Tod von Philip Mißfelder schockierte nicht nur das politische Berlin, viele Menschen waren vom Tod des jungen Politikers betroffen. Philip Mißfelder starb an einer Lungenembolie, einer Krankheit, die jedes Jahr 40.000 Menschenleben fordert. Eine Lungenembolie ist deshalb so gefährlich, weil sie sich nicht immer ankündigt, die Ursache ist aber in den meisten Fällen ein Blutgerinnsel, das sich meist im Bein bildet und dann über die Blutbahn in die Lunge wandert.

    Was genau ist eine Lungenembolie?

    Wenn von einer Embolie die Rede ist, dann handelt es sich immer um ein Blutgerinnsel, das an verschiedenen Stellen im Körper auftreten kann. Meist entstehen diese Gerinnsel aber in den Beinen oder im Becken, also in den Venen, die das Blut zum Herzen transportieren. Diese Blutgerinnsel, die auch Thrombosen genannt werden, entstehen meist durch Fremdkörper wie Fett, Fruchtwasser und Luft oder auch durch Gewebeteilchen und Zellen. Kommt es zu einer Lungenembolie, dann wird die Lungenarterie verstopft, und durch diese Blockade gelangt kein mit Sauerstoff angereichertes Blut mehr in die Lungen, und das bedeutet den Tod. Ist nur ein kleineres Gefäß betroffen, dann treten gar keine oder nur sehr geringe Beschwerden auf, wird das Blutgefäß aber komplett verschlossen, dann ist es lebensbedrohlich.

    Die Diagnose Lungenembolie

    Eine Lungenembolie macht sich durch Beschwerden beim Atmen bemerkbar und auch Herzrasen kann ein erstes Anzeichen sein. Nicht selten husten die Betroffenen Blut oder werden bewusstlos, auch schon leichte Schmerzen in der Brust können ein Zeichen für eine beginnende Embolie in der Lunge sein. Grundsätzlich gilt aber: Je größer die Blockade in den Venen ist, umso drastischer und gefährlicher sind auch die Symptome. Dramatisch wird eine Lungenembolie aber immer dann, wenn der Patient das Bewusstsein verliert und wenn es zu einem Kreislaufkollaps kommt, denn dann muss alles sehr schnell gehen.

    Die Ursachen einer Lungenembolie

    Für eine Lungenembolie gibt es verschiedene Ursachen. Eine Geburt kann eine sogenannte Fruchtwasserembolie auslösen, und Fettembolien entstehen häufig im Zusammenhang mit Knochenbrüchen oder auch nach Operationen, in denen ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wurde. Ein Mangel an Bewegung kann eine Lungenembolie auslösen, auch wer eine lange Flugreise macht und stundenlang mit angewinkelten Beinen sitzt, der riskiert eine Embolie in der Lungenarterie. Übergewicht kann ebenfalls eine Thrombose mit einer anschließenden Lungenembolie auslösen, und bei vielen Menschen gibt es eine familiäre Veranlagung.

    Wie werden Lungenembolien behandelt?

    Besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie, dann muss unverzüglich der Notarzt verständigt werden und der Patient sollte in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die erste Maßnahme ist es, den Patienten mit Sauerstoff zu versorgen und ihn leicht erhöht zu lagern. Ist der Patient bewusstlos, dann muss der Kreislauf animiert werden und nicht selten wird ein Beatmungsschlauch eingeführt. Ist der Betroffene wach und orientiert, dann wird ein Mittel gespritzt, das den Kreislauf stabilisiert und den Patienten beruhigt. Dann beginnt die Behandlung mit Medikamenten, die das Gerinnsel auflösen und eine weitere Thrombose verhindern sollen. In der Regel wird Heparin gespritzt, ein Mittel, das sich besonders in Fällen von Lungenembolie bewährt hat. Nach der akuten Behandlung erfolgt dann die eigentliche Therapie, bei der der Betroffene sieben bis zehn Tage lang gerinnungshemmende Medikamente bekommt. Je nach Schwere der Embolie muss diese Therapie über Wochen oder sogar Monate fortgeführt werden. Besteht bei einem Patienten die Gefahr, dass sich wieder eine Thrombose bilden kann, dann kann die Therapie sogar mehrere Jahre dauern. Handelt es sich um eine schwere Form der Lungenembolie, dann muss das Blutgerinnsel mit anderen Mitteln aufgelöst werden. Eine sehr wirksame Therapie bei einer schweren Lungenembolie ist eine Katheter-Behandlung, bei der ein Katheter meist durch die Hüfte oder das Bein bis zur betroffenen Stelle geführt wird, und dann den Thrombus mechanisch zerkleinert, ohne dabei wichtige Blutgefäße zu beschädigen.

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  • ADHS bei Erwachsenen – mehr als eine Modekrankheit

    ADHS bei Erwachsenen – mehr als eine Modekrankheit

    Plötzliche Wutausbrüche, ständige Unaufmerksamkeit und eine permanente innere Unruhe – das sind bekannte Symptome bei Kindern, die ADHS haben. Dass aber auch bei vielen Erwachsenen ADHS diagnostiziert wird, das wissen nur wenige. Es ist jedoch erwiesen, dass auch Erwachsene darunter leiden, selbst wenn die Symptome anders aussehen als bei kindlichen Patienten. Bei Erwachsenen kommt außerdem noch dazu, dass sie im Alltag durch ihre Erkrankung stark beeinträchtigt sein können. Die Diagnose ist differenzierter und die erwachsenen Patienten müssen auch noch unter dem Vorurteil leiden, dass es sich bei ihrer Krankheit um eine Modekrankheit handelt.

    Als Kind erkrankt, als Erwachsener gefährdet

    Dass heute immer mehr erwachsene Menschen unter ADHS leiden, das liegt zum großen Teil auch an der öffentlichen Aufmerksamkeit, die der Krankheit zuteilwird. Zwar litten auch schon früher Erwachsene an ADHS, aber sie bekamen ein geringeres Feedback, als das heute der Fall ist. In Deutschland haben rund 5 % der Kinder und Jugendlichen schon einmal einen Arzt aufgesucht, weil der Verdacht auf ADHS bestand. Damit ist das sogenannte „Zappelphilipp-Syndrom“ die seelische Erkrankung, die bei Kindern am häufigsten auftritt. Wissenschaftler sind jetzt zu dem Schluss gekommen, dass rund 60 % der Erwachsenen, die als Kind an ADHS erkrankt waren, auch heute noch verschiedene Symptome zeigen. Die Hälfte ist sogar in ihrem Alltag stark beeinträchtigt.

    ADHS – Innen nervös, außen ruhig

    Wird bei Erwachsenen ADHS diagnostiziert, dann stellen die Ärzte in der Regel fast die gleichen Symptome wie bei Kindern fest. Unaufmerksamkeit und der ständige Drang sich zu bewegen gehören dazu, auch Impulsivität ist ebenfalls ein Symptom, was bei Erwachsenen und Kindern auftritt, bei erwachsenen Patienten ist das Krankheitsbild allerdings noch vielschichtiger. So kann ein Erwachsener der unter ADHS leidet, nach Außen die Ruhe selbst sein, aber innerlich unter Hochspannung stehen. Im alltäglichen und vor allem auch im beruflichen Leben kann das zu einer großen Belastung werden, denn wer sich nicht konzentrieren kann, der ist auch nicht in der Lage, seinen Aufgaben korrekt nachzukommen.

    Die Gefahr Suchtkrankheit

    Da das Problem ADHS immer häufiger bei Erwachsenen auftritt, haben einige Kliniken Spezialsprechstunden eingerichtet und auch viele Psychologen kümmern sich heute vermehrt um erwachsene Patienten. Sie beobachten die Folgen, die die Krankheit mit sich bringt. Beziehungen zerbrechen, die Betroffenen müssen um ihre Partnerschaft kämpfen und werden nicht selten gekündigt, wenn es am Arbeitsplatz zu Gefühlsausbrüchen kommt. Ein besonderes Problem ist aber die hohe Suchtgefahr, der erwachsene ADHS Kranke ausgesetzt sind. Viele verlieren den Überblick über ihre Finanzen und machen Schulden, die ihnen schließlich über den Kopf wachsen.

    Wie ein roter Faden zieht sich ADHS

    Wenn das Aufmerksamkeitssyndrom bei Erwachsenen auftritt, dann ist das keine plötzliche Erkrankung, die Krankheit zieht sich vielmehr wie eine Art roter Faden durch das ganze Leben der Betroffenen. Der Arzt muss bei jedem der Betroffenen eine sehr sorgfältige Anamnese machen, und bei vielen stellt sich dann heraus, dass die Krankheit bereits im Kindesalter zum ersten Mal aufgetreten ist. Vor allem wenn die Patienten 40 Jahre und älter sind, dann fällt die Anamnese nicht immer leicht, denn in dieser Zeit war die Krankheit noch nicht als solche bekannt. Die Kinder damals galten als unruhige Kinder, die nicht selten mit Schlägen „erzogen“ worden sind. Viele Patienten können sich noch an die kindliche Phase der Erkrankung erinnern, aber sie können die Symptome, die sie als Kind hatten, nicht mehr im erwachsenen Leben unterbringen. Wie stark die Symptome sind, das hängt aber nach Meinung von Psychologen auch immer davon ab, wie strukturiert das Leben ist. Kommt es wiederholt zu schweren emotionalen oder seelischen Belastungen, dann sind die Symptome in der Regel stärker und auch schwierige Familienverhältnisse machen es den Betroffenen deutlich schwerer, mit der Krankheit zu leben.

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  • Demenz – die neue Volkskrankheit

    Demenz – die neue Volkskrankheit

    Demenz wird langsam aber sicher zu einer Volkskrankheit, denn die Zahl der Erkrankten steigt dramatisch an. Der aktuelle Alzheimer-Bericht legt Zahlen vor, die erschrecken, denn alle 3,2 Sekunden erkrankt irgendwo auf der Welt ein Mensch an Demenz. Aber nicht nur die Anzahl der Kranken steigt drastisch, auch die Kosten, die die Krankheit nach sich zieht, explodieren.

    Demenz vorbeugen und investieren

    Bis zum Jahr 2050, so schätzen Experten, wird sich die Zahl derjenigen, die an Demenz erkrankt sind, verdreifacht haben. Aktuell leben fast 50 Millionen Menschen weltweit mit Demenz, 2030 werden es 74 Millionen sein. 60 % der Erkrankten lebt in armen Ländern und hier wird sich die Lage in den nächsten Jahren drastisch zuspitzen. Die Kosten von 711 Milliarden Euro, die für die Behandlung und die Früherkennung von Demenz jedes Jahr anfallen, werden kaum noch zu stemmen sein. Damit die Sozial- und Gesundheitssysteme nicht an ihre Grenzen stoßen, raten die Experten, die jetzt in London den neuen Alzheimer-Bericht vorgestellt haben, besser vorzubeugen und noch mehr in Präventivmaßnahmen gegen Alzheimer zu investieren.

    Eine Herausforderung auch für Deutschland

    In Deutschland leben momentan über 1,5 Millionen an Demenz erkrankte Menschen. Die meisten der Betroffenen sind an Alzheimer erkrankt und über die Hälfte ist älter als 60 Jahre. Auch wenn es verschiedene Formen der Demenz gibt, alle Erkrankungen haben eines gemeinsam: Die Nervenzellen im Gehirn sterben ab, geistige Fähigkeiten wie Motorik und Sprache lassen immer mehr nach, die Kranken sind bald nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen und ihren Alltag zu bewältigen. In der Folge müssen mehr Heimplätze geschaffen werden und auch die Zahl der benötigten Pflegekräfte müsste dementsprechend erhöht werden. Da die Ursachen für Demenz nach wie vor noch unbekannt sind, wird es schwer, präventive Maßnahme zu finden, und genau hier sehen Wissenschaftler die größte Herausforderung.

    Hohe Kosten

    Zwar wird es kaum möglich sein, die Zahl der Demenzkranken zu reduzieren, aber die Forschung braucht deutlich mehr Geld, um der immer noch geheimnisvollen Krankheit auf die Spur zu kommen. Es gibt nach wie vor keine Medikamente, die effektiv dabei helfen Demenz zu heilen oder der Krankheit vorzubeugen. Aber nicht nur die Forschung ist gefordert, auch die Gesundheitssysteme werden ihre Schwierigkeiten bekommen, für die an Demenz oder Alzheimer erkrankten Menschen lebenswürdige Bedingungen zu schaffen. Mit dem Bau neuer Heime ist es leider nicht getan, es müssen auch Fachkräfte gefunden werden, die sich um die Erkrankten kümmern.

    Die Folgen der Demenz für die Familien

    Sollte sich der jetzt vorgestellte Alzheimer-Bericht bewahrheiten, dann kommen auch auf immer mehr Familien immer größer werdende Herausforderungen zu. Nicht alle Familien können es sich leisten, die Mutter oder den Vater in ein Heim zu geben, oftmals muss die Pflege eines an Demenz erkrankten Angehörigen von zu Hause aus gemanagt werden. Ob das neue Pflegegesetz, das zum ersten Mal auch die Demenzkranken berücksichtigt, die Familien wirklich entlasten kann, das muss sich zeigen. Es ist für viele Familien nicht nur ein zeitliches und finanzielles Problem einen an Demenz erkrankten Angehörigen zu pflegen, auch die physischen und psychischen Herausforderungen sind enorm groß.

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  • Rückenprobleme und ihre Behandlungsmöglichkeiten

    Rückenprobleme und ihre Behandlungsmöglichkeiten

    Durch Physiotherapie und verschiedene andere Maßnahmen (Rückenschule, Kuren, Rehasport usw.) lassen sich verschiedene Rückenprobleme beseitigen oder zumindest eine Zeit lang ruhigstellen. Denn da die belastenden Ursachen sich oft nicht abstellen lassen, kehren die Beschwerden über kurz oder lang zurück. Hinzu kommt, dass die Ärzte – vor allem zum Quartalsende hin – mit Verordnungen geizen. So werden statt den notwendigen zehn oder zwölf Massagen lediglich vier bis sechs verordnet. Bei leichten Beschwerden werden teilweise Massagen als Behandlungsmöglichkeit kaum in Erwägung gezogen.

    Auch bei verschiedenen anderen Behandlungen, wie dem Schröpfen, Reizstrombehandlungen, Schlingentisch und craniosacraler Therapie sieht es leider nicht besser aus. Deshalb ist es günstig, am Quartalsanfang nach speziellen Behandlungen bei Rückenproblemen zu fragen. Einige Anwendungen können auch privat bezahlt werden, dazu zählen Kinesio Taping, Massage (häufig alternative Varianten, wie Hawaiianische Ganzkörpermassage oder Hot-Stone-Massage). Inwieweit die sogenannten Wellnessbehandlungen aber erfolgreich gegen die Beschwerden wirken, das ist von Rücken zu Rücken verschieden.

    Wenn die Lendenwirbelsäule verspannt ist und eine Entlastung benötigt, dann verschreiben Ärzte Fangopackung, Unterwassermassage und Schlingentisch. An letzterem werden die betroffenen Regionen entlastet. Mithilfe der Schlingen werden bestimmte Bereiche in Richtung Decke gezogen, beispielsweise ein Bein. Durch das Hängen entspannt sich die Wirbelsäule, sie wird gedehnt. Fangopackung und Unterwassermassage tragen durch angenehme Temperaturen dazu bei, dass der betroffene Bereich besser durchblutet wird und sich so Verspannungen lösen.

    Rückenprobleme mit Massage lindern

    Für die Halswirbelsäule und den gesamten Schulter-Nacken-Bereich werden häufig Massagen verordnet. Dies ist von Nachteil, sobald der Patient zu instabil ist. Die Massagen würden Bindegewebe und muskuläre Strukturen noch weiter auflockern, so dass sich Wirbelkörper oder Bandscheiben möglicherweise verschieben können. Hier ist eine Stabilisierung nötig, die mit speziellen gymnastischen Übungen und manueller Therapie erreicht werden kann. Natürlich gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten, die der Therapeut individuell nach seinen Fähig- und Fertigkeiten anwendet und natürlich je nach Krankheitsbild.

    Wenn die Bandscheiben oder Wirbelkörper in der Halswirbelsäule ihre Position verlassen, es also zu einem Vorfall (leicht: Protrusion, schwer: Prolaps) kommt, dann müssen die Physiotherapeuten äußerst vorsichtig agieren. Es kann durch eine falsche Bewegung, einem Einrenkversuch und dergleichen zu einer Lähmung kommen unter anderem aber auch zu schweren Rückenproblemen die auf Dauer nicht mehr wegzudenken sind. Außerdem müssen erst die Halsschlagadern überprüft werden. Liegt hier eine Durchblutungsstörung vor oder ist bekannt, dass die Adern Erweiterungen oder Verengungen aufweisen, dann darf der Behandler nicht an der Halswirbelsäule manipulieren. Es könnte sonst zu einem Zerreißen der Gefäße kommen, was einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt. Immerhin ist die Hirnversorgung dadurch nicht mehr gewährleistet!

    HWS-Probleme und Rückenprobleme

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    Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule sind eher selten. Zum einen verfügt die Halswirbelsäule über vergleichsweise wenig Wirbel und damit wenig Zwischenwirbelscheiben. Darüber hinaus sind die beiden oberen Halswirbelkörper als Kopfgelenke ausgebildet, die völlig ohne Bandscheiben auskommen. Allerdings kann ein Verkehrsunfall mit einem Schleudertrauma in diesem Bereich erheblichste Beeinträchtigungen auslösen. Das gilt auch für eine Wirbelkörperfraktur. Durch Fragmente können Teile der knöchernen Wirbelsäule in den Spinalkanal eindringen und dort das Rückenmark bedrängen. Dies führt zu recht starken Schmerzen und dazu, dass Nervenreize nicht richtig oder gar nicht mehr weitergeleitet werden. Die Hirnversorgung mit Sauerstoff und anderen lebenswichtigen Stoffen ist nicht mehr gewährleistet. Es kann zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen!

    Häufig ist die Verspannung der Nackenmuskulatur (Nuralmuskulatur). Vor allem in sitzenden Berufen werden unbewusst die Schultern hochgezogen, so dass sich die Muskulatur im Schulter- und Nackenbereich verkürzt. Durch eine ständige Reizung ist der Muskeltonus (die Spannung) erhöht und es kommt zu verspannten Schulter- und Nackenmuskeln. Diese wiederum lösen Kopfschmerzen und Migräne aus, aber auch Schwindelgefühle.

    Immer, wenn die Halswirbelsäule bei Rückenproblemen  in irgendeiner Form beeinträchtigt ist, müssen wir davon ausgehen, dass auch in den weiter unten gelegenen Wirbelsäulenabschnitten Probleme auftreten. Fehlhaltungen führen zu Verdrehungen und Verschiebungen. Ausweichhaltungen, sogenannte Schonhaltungen, beeinträchtigen die Muskelanspannung zusätzlich negativ und führen wiederum zu Verspannungen. Die Linderung ist nur vorübergehend. Bewegungsmangel lässt weitere Muskeln schrumpfen.

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