Schlagwort: Eltern

  • Vom Kinderwunsch zum Wunschkind

    Vom Kinderwunsch zum Wunschkind

    In Deutschland steigt die Geburtenrate, das heißt, immer mehr Paare entscheiden sich für Nachwuchs und wünschen sich ein Kind. Aber vom Kinderwunsch zum Wunschkind ist es oft ein schwieriger Weg, denn nicht immer klappt alles nach Plan. Die moderne Medizin kann es möglich machen, dass aus einem Paar eine Familie wird, denn die Methoden sind heute sehr effizient. Manchmal ist Geduld gefragt, denn nicht immer geht der Traum vom Wunschkind auch sofort in Erfüllung.

    So klappt es mit dem Wunschkind

    Frauen, die schwanger werden möchten, sollten während ihrer fruchtbaren Tage möglichst alle zwei Tage Sex haben, unter Zwang setzen sollte sich aber keiner. Um schwanger zu werden, ist es wichtig gesund zu sein, daher sollten die angehenden Mütter sich drei Monate vor der geplanten Empfängnis gründlich untersuchen lassen und auch sicherstellen, dass es eine Immunität gegen Röteln gibt. Gesund essen und Genussgifte wie Alkohol und Nikotin stark einschränken, das gehört ebenfalls zur Schwangerschaftsvorbereitung, ebenso wie der Besuch beim Zahnarzt. Frauen mit Amalgamplomben haben mitunter seltener einen Eisprung. Es sollte daher mit dem Zahnarzt abgeklärt werden, ob diese Plomben eventuell gegen Zahnfüllungen aus Kunststoff oder Keramik ausgetauscht werden können. Noch mehr Tipps rund ums Schwangerwerden findet man hier: http://www.folio-familie.de/kinderwunsch.html

    Eine neun Monate lange spannende Reise

    Wenn die Periode aussetzt, die Brüste spannen und Übelkeit am Morgen keine Seltenheit mehr ist, dann ist sehr wahrscheinlich ein Wunschkind auf dem Weg. Ein Schwangerschaftstest bringt in diesem Fall Gewissheit, und wenn das Schwangerschaftshormon HCG nachgewiesen wurde, dann steht eindeutig fest: Die Familie wird um ein Mitglied reicher. Vor allem das erste Trimester der Schwangerschaft empfinden viele Frauen als belastend. Der Körper stellt sich auf die Schwangerschaft ein und das geht leider nicht ganz ohne Beschwerden ab. Erst ab dem vierten Monat fühlen sich die meisten Frauen richtig wohl und können die Schwangerschaft genießen. Bis zur 32. Woche haben Schwangere alle vier Wochen einen Termin bei ihrem Arzt, ab der 33. Woche dann alle 14 Tage. Insgesamt sind es also zehn bis zwölf Untersuchungen, bei denen sich der Arzt davon überzeugt, dass es der Mutter und dem Wunschkind gut geht. Drei Ultraschalluntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, werdende Eltern, die ihren Nachwuchs öfter sehen möchten, müssen diese Untersuchungen aus der eigenen Tasche bezahlen.

    Der Weg ins Leben

    Das Wunschkind kann entweder in einem Krankenhaus, in einem Geburtshaus oder auch zu Hause das Licht der Welt erblicken. Wenn der Bauch sich deutlich gesenkt hat und die Mutter die ersten Wehen spürt, dann will das Kind auf die Welt. Frauen, die zum ersten Mal ein Kind zur Welt bringen, müssen mit durchschnittlich zehn Stunden Wehen rechnen, beim zweiten Kind geht alles ein wenig schneller. Um die Wucht der Presswehen abzufangen, ist eine Periduralanästhesie, kurz auch PTA genannt, eine gute Sache, denn der natürliche Drang zu pressen bleibt, aber die Mutter verspürt keinerlei Schmerzen mehr. Auch gezielte Atemübungen, die im Rahmen der Schwangerschaftsgymnastik oder einem Geburtsvorbereitungskurs erlernt werden können, sind perfekt, um die Geburt entspannt zu gestalten.

    Stillen oder Flasche?

    Ist das Wunschkind auf der Welt, dann wird es der Mutter sofort an die Brust gelegt. Dort wird es die wertvolle und nahrhafte Vormilch (Kolostrum) trinken. Die eigentliche reife Muttermilch schießt erst nach ca. drei Tagen ein. Ob das Wunschkind gestillt werden soll, das bleibt jeder Mutter selbst überlassen. Muttermilch ist das Gesündeste, was es gibt, sie stärkt nicht nur das kindliche Immunsystem, durch das Stillen wird auch eine innige Beziehung zwischen Mutter und Kind aufgebaut und die Eltern müssen nicht mehrmals in der Nacht in die Küche laufen, um das Fläschchen zuzubereiten. Nicht immer klappt es mit dem Stillen wie gewünscht und wenn das der Fall ist, dann sollte sich die Mutter keine Sorgen machen, denn auch Flaschenkinder werden gesund groß.

    Bild: © Depositphotos.com / pitrs10

  • Der inneren Stimme folgen

    Warum Intuition im Umgang mit Kindern so wichtig ist

    Baierbrunn (ots) – Bei der Erziehung ihrer Kinder sollten sich Eltern nach Überzeugung von Experten möglichst auf ihre Intuition verlassen. „Ich will Eltern sagen, dass sie intuitive Fähigkeiten haben, die die natürlichen Gaben und Talente ihrer Kinder fördern“, sagte Stephen Camarata, Professor für Kindesentwicklung an der Vanderbilt-Universität in Nashville (USA) dem Apothekenmagazin „Baby und Familie.“ Eltern müssten sich nur aktiv auf ihre Kinder einlassen und Lernangebote machen, sie also mit unterschiedlichen Gegenständen spielen lassen, sie auf Spielplätze, in Museen und Büchereien mitnehmen. Der Bremer Hirnforscher Prof. Gerhard Roth betonte, Intuition funktioniere in der Erziehung vor allem dann, „wenn Eltern selbst gute Bindungs- und Erziehungserfahrungen gemacht haben“. Denn Intuition speise sich aus all unseren Erfahrungen sowie aus angeborenen und in frühester Kindheit geprägten Mustern. „Diese Mischung gibt uns häufig ein Gefühl für die richtige Entscheidung“, erläuterte Roth. 

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ 1/2016 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.baby-und-familie.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/54201/3215627
  • So gefährlich kann eine verschleppte Erkältung werden

    So gefährlich kann eine verschleppte Erkältung werden

    Die Nase trieft, der Hals schmerzt und der Husten will einfach nicht besser werden. Diese Symptome sind typisch für eine Erkältung, die für viele Menschen lediglich ein lästiges Übel, aber keine ernst zu nehmende Krankheit ist. Sie gehen weiter zur Arbeit, zum Sport und gönnen sich keine Ruhe, aber sie wissen vielfach nicht, was eine verschleppte Erkältung für Auswirkungen haben kann. Wer seine Erkältung nicht richtig und vor allem nicht gründlich auskuriert, der gefährdet unter anderem sein Herz, seine Lunge und sogar sein Gehirn.

    Wie lange dauert eine Erkältung?

    Der bekannte Spruch: „Eine Erkältung dauert mit Arzt eine Woche und sieben Tage ohne ihn“ gilt nicht mehr, denn von den ersten Symptomen bis zur vollständigen Genesung vergehen neun Tage. Die meisten Menschen, die einen Schnupfen haben, sind allerdings der Meinung, dass nach vier Tagen alles wieder im Lot ist. Eine verschleppte Erkältung kann die Folge sein, denn wer sich nicht auskuriert, sich zu schnell wieder körperlich anstrengt und den Stress wieder zum Teil des Alltags macht, der riskiert seine Gesundheit. Unmittelbar nach einer Erkältung sollten Sport und Treppensteigen kein Thema sein, denn das kann fatale Folgen haben.

    Eine verschleppte Erkältung schadet dem Herzen

    Eine verschleppte Erkältung kann eine Entzündung des Herzmuskels auslösen. Das Immunsystem ist noch schwach und das macht es dem Erreger, den sogenannten Coxsackie-Viren leicht, über das Blut bis zum Herzen zu gelangen und dort den Muskel zu beschädigen. Das Gefährliche an einer Herzmuskelentzündung ist, dass es keine eindeutigen Symptome gibt. Wer allerdings Probleme beim Treppensteigen hat, wer beim Spaziergang schnell aus der Puste kommt oder auch schon kleinste Anstrengungen als Belastung empfindet, der sollte einen Arzt aufsuchen. Viele, die eine Erkältung verschleppt haben, fühlen sich krank, sie haben Schmerzen in der Brust und in den Gliedern, der Herzschlag ist unregelmäßig und wenn die Betroffenen nicht rechtzeitig behandelt werden, dann kann ein entzündeter Herzmuskel zum Tod führen. Neben der Herzmuskelentzündung, der Myokarditis, stellt auch eine Endokarditis, eine bakterielle Entzündung der Aortenklappe eine große Gefahr dar, denn auch sie kann durch eine verschleppte Erkältung entstehen.

    Auch eine Lungenentzündung ist möglich

    Eine verschleppte Erkältung kann auch die Lunge angreifen, denn während einer Erkältung funktionieren die feinen Verästelungen der Lungen nicht mehr richtig. Das macht es dem Erreger sehr einfach, sich in der Lunge ungehindert auszubreiten. In der Folge kann es zu Entzündungen der Bronchien und der Lungenbläschen kommen, vielfach leiden die Betroffenen auch unter starken Bauchschmerzen. Wenn das der Fall ist, dann ist die Lungenentzündung meist schon relativ weit fortgeschritten. Starker Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber können die ersten Anzeichen dieser Erkrankung sein.

    So gefährlich ist eine verschleppte Erkältung für das Gehirn

    Eine verschleppte Erkältung birgt noch eine sehr große Gefahr. Wer nach einer Woche Erkältung plötzlich starke Kopfschmerzen bekommt, und wenn sich zudem auch noch der Nacken versteift, dann sollte ohne Umwege sofort ein Arzt ausgesucht werden, denn diese Symptome deuten auf eine Gehirnhautentzündung hin. Der Auslöser für eine Meningitis ist ein Bakterium, das durch die Nasennebenhöhlen in die Blutbahn gelangt und sich dann in der empfindlichen Hirnhaut festsetzt. Eine solche Hirnhautentzündung muss unverzüglich mit Antibiotika behandelt werden, denn wenn das nicht geschieht, dann führt eine Meningitis zum Tod. Vor allem bei Kindern ist eine Hirnhautentzündung lebensgefährlich, denn Kinder können Schmerzen nicht genau lokalisieren. Wenn ein Kind über Kopfschmerzen klagt, dann denken die wenigsten Eltern an eine Hirnhautentzündung.

    Wer sich erkältet hat, der sollte den vermeintlich harmlosen Schnupfen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Erkältung gut auszukurieren, das Bett zu hüten und sich nicht anzustrengen, denn eine verschleppte Erkältung kann gravierende Folgen für die Gesundheit haben.

    Bild: © Depositphotos.com / alexraths

  • Wie sicher ist eine Hausgeburt?

    Wie sicher ist eine Hausgeburt?

    Werdende Mütter haben die Auswahl, denn sie können ihr Kind in einer Klinik zur Welt bringen, sie können sich für eine Geburt in einem Geburtshaus entscheiden oder die Hausgeburt wählen. Das, was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist heute eher eine Seltenheit, denn statistisch gesehen bringen nur sehr wenige Frauen ihr Kind zu Hause zur Welt. Zu groß ist die Angst, dass etwas passieren könnte oder dass schnelle Hilfe für Mutter oder Kind gebraucht wird. Viele halten eine Geburt in den eigenen vier Wänden sogar für puren Leichtsinn, und da stellt sich die Frage: Wie sicher ist eigentlich eine Hausgeburt?

    Was spricht für eine Hausgeburt?

    Statistisch belegt ist, dass eine Geburt außerhalb von Klinik und Geburtshaus eine sehr sichere Geburt sein kann, allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Es gibt einige sehr wichtige Punkte, die eine werdende Mutter beachten sollte, wenn sie ihr Kind nur mit der Hilfe einer Hebamme Zuhause zur Welt bringen möchte:

    • Nur eine wirklich erfahrene Hebamme sollte die Geburt leiten
    • Eine Klinik sollte in der Nähe sein
    • Die medizinische Ausstattung der Hebamme sollte auf dem neusten Stand sein
    • Die Schwangere sollte körperlich fit und vor allen Dingen gesund sein
    • Optimal bei einer Hausgeburt sind zwei Hebammen, eine Hebamme kümmert sich nur ums Kind, während die andere die Ansprechpartnerin für die Mutter ist
    • Die hygienischen Verhältnisse müssen einwandfrei sein

    Die Eltern müssen sich vor einer Hausgeburt über die möglichen Risiken und Gefahren genau informieren. So kann eine Verlegung in eine Klinik unter Umständen wertvolle Zeit kosten und es sollte im Vorfeld abgeklärt werden, wie viel Zeit vergeht, bis der Rettungswagen oder der Notarzt kommen können.

    Wann ist eine Hausgeburt zu gefährlich?

    Hebammen und auch Ärzte raten nur Frauen zu einer Hausgeburt, die bereits ein Kind geboren haben, denn diese Frauen wissen, was auf sie zukommt. Sie wissen, wie lange eine Geburt dauern kann und können auch die Schmerzen besser einschätzen. Eine Frau, die sich für eine Geburt zu Hause entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass keine PDA in der Nähe ist, die ihr die Schmerzen nimmt, und Frauen, die noch nie geboren haben, werden nicht selten von der Wucht der Schmerzen unangenehm überrascht. Auch Risikoschwangere, die zum Beispiel unter Schwangerschaftsdiabetes leiden, sollten nicht zu Hause entbinden. Zu hoch sind die Risiken einer Hausgeburt auch, wenn das Kind eine Quer- oder Steißlage hat und es sich um eine Mehrlingsgeburt handelt. Ab dem vierten Kind raten Hebammen und Gynäkologen ebenfalls von einer Geburt im heimischen Schlafzimmer ab und auch Frauen, die bereits eine Ausschabung oder eine Fehlgeburt hatten, sollten in einer Klinik entbinden.

    So wichtig ist die Auswahl der Hebamme

    Natürlich sollte bei der Wahl der Hebamme die Sympathie die entscheidende Rolle spielen, aber ebenso wichtig ist, dass die werdenden Eltern der Hebamme auch vertrauen. So kann eine erfahrene und verantwortungsvolle Hebamme alle Fragen, die den Eltern am Herzen liegen, beantworten und sie sollte im Zweifelsfall auch eine Geburt in der Klinik befürworten. Viele Hebammen ziehen eine Kollegin zu den Gesprächen hinzu oder sie arbeiten mit einem Frauenarzt zusammen, der die Mutter während der gesamten Schwangerschaft betreut. Eine Hebamme sollte die Eltern nicht nur über alle Einzelheiten, sondern auch über die möglichen Gefahren und Risiken einer Hausgeburt aufklären, denn das Restrisiko tragen im Ernstfall immer die Eltern. Wenn die werdende Mutter trotzdem in ein Krankenhaus eingeliefert wird, dann betreut die Hebamme die Mutter auch dort weiter und informiert das Geburtsteam vor Ort.

    Eine Geburt zu Hause kann ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten sein, denn die Mutter bekommt ihr Kind in ihrem gewohnten Umfeld und das Baby erblickt entspannt und ohne Stress das Licht der Welt.

    Bild: © Depositphotos.com / Kryzhov

  • Wie gefährlich ist veganes Essen für Kinder?

    Wie gefährlich ist veganes Essen für Kinder?

    Veganes Essen ist im Trend, immer mehr Menschen verzichten komplett auf tierische Produkte und ernähren sich rein pflanzlich. In vielen Familien wird das auch von Kindern und Jugendlichen verlangt, aber hier kann der Trend gefährlich werden. Nicht nur der Bundesgesundheitsminister Christian Schmidt (CSU), sondern auch viele Gesundheitsexperten warnen davor, Kinder vegan zu ernähren, denn das kann nicht nur zu Mangelerscheinungen, sondern sogar zu Schäden im Gehirn führen. Der Bund der Vegetarier ist anderer Meinung.

    Gefährliche Mangelerscheinungen durch veganes Essen

    Christian Schmidt betont, dass er gegen jede Art von Verboten ist und dass jeder das essen soll, was ihm persönlich am Besten schmeckt. Aber wenn es um die Ernährung von Kindern und Jugendlichen geht, dann mischt sich der Minister ein, denn seiner Meinung nach stehen Kinder unter einem besonderen Schutz. Dieser Ansicht ist auch Professor Berthold Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, denn er sieht eine große Gefahr für Kinder, die nur veganes Essen zu sich nehmen. Vor allem bei kleineren Kindern kann sich schnell ein Mangel an Vitamin B-12 einstellen, was zur Folge hat, dass auch das Gehirn schwer geschädigt werden kann. Veganes Essen führt nach Meinung von Professor Koletzko zu neurologischen Schäden, bis hin zu einer bleibenden Behinderung.

    Vegetarisch oder vegan?

    Während Vegetarier nur auf Fleisch und Wurst verzichten, sieht veganes Essen auch den vollständigen Verzicht auf alle tierischen Nahrungsmittel vor. Veganer essen keinen Honig, keine Eier, keinen Käse, keinen Joghurt und sie trinken auch keine Milch. Aus diesem Grund raten Ernährungswissenschaftler und Kinderärzte davon ab, Kinder vegan zu ernähren. Kinder, die in der Wachstumsphase sind, aber auch Teenager, die in die Pubertät kommen, brauchen vor allen Dingen eine eisenreiche Ernährung, die veganes Essen so nicht bieten kann. Die Nahrung sollte zudem viel Eiweiß haben, und diese Versorgung mit Vitaminen, Eisen und Eiweiß kann eine vegane Ernährung nicht garantieren. Dazu kommt, dass die Mischung aus Getreide und Hülsenfrüchten in der europäischen Ernährung nicht üblich ist, und auch Soja kommt in den Küchen Europas so gut wie gar nicht vor. Wer sich vegan ernähren will, der muss ein fundiertes Wissen über die genaue Zusammenstellung der Nahrung haben, denn nur dann können Mangelerscheinungen vermieden werden. Da nach Ansicht vieler Ernährungsexperten vegane Ernährung eine Trenderscheinung ist, sind viele Eltern nicht ausreichend informiert, welche Zusammenstellung die Nahrung haben muss, damit ihre Kinder gesund und ausgewogen ernährt werden.

    Das sagt der Vegetarierbund Deutschland

    Sebastian Joy, der Vorsitzende des Deutschen Vegetarierbundes kann die Sorge des Ministers nicht nachvollziehen. Seiner Meinung nach ist ein ausgewogenes und vielseitiges veganes Essen für alle Generationen geeignet, denn auch durch vegetarisches und veganes Essen bekommt der Körper alle nötigen Nährstoffe und alle Vitamine, die er braucht, um gesund zu bleiben. So sollten Kinder und Jugendliche, die vegan leben, zum Beispiel eine Zahncreme mit B-12-Vitaminen benutzen, denn auch das trägt zu einer gesunden veganen Ernährung bei. Experten raten Eltern, die ihre Kinder vegan ernähren wollen, zunächst einen Arzt aufzusuchen, um über einen Ernährungsplan zu sprechen. Der Arzt kann am besten beurteilen, ob es ratsam ist, ein Kind konsequent vegan zu ernähren. In der Regel schlagen Kinderärzte jedoch eine Mischernährung vor, in der neben vielen pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch, Fisch und Fleisch zu finden sind.

    Ernährung soll ein Schulfach werden

    Der Bundesgesundheitsminister sieht Ernährungslehre als mögliches Schulfach für die Zukunft. In diesem speziellen Schulfach sollen Kindern lernen, was alles zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung gehört. Nach Ansicht des Ministers gehört auch das kleine Einmaleins in jedes Klassenzimmer, denn die Kinder sollten wissen, woher ihre Nahrung kommt und wie Lebensmittel hergestellt werden. Ob der Unterricht auch Ratschläge für eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch und Wurst enthält, das ließ der Minister noch offen.

    Bild: © Depositphotos.com / leporiniumberto

  • Fieber – Alles über Fieber

    Fieber – Alles über Fieber

    Fieber- eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers

    Der Ursprung des Begriffs Fieber ist im Lateinischen zu suchen. Dort steht „febris“ für Hitze. Fieber entwickeln die meisten lebenden Organismen als Mechanismus zur Abwehr von eingedrungenen Keimen. Es ist also ein Hilfsmittel des Immunsystems.

    Welcher Temperaturbereich als Fieber bezeichnet wird, hängt direkt von der normalen Basaltemperatur der einzelnen Organismen ab. Beim Menschen spricht man dann von Fieber, wenn die Kerntemperatur des Körpers höher als 38 Grad Celsius oder nach dem angloamerikanischen Maßsystem von 100,4 Grad Fahrenheit ist. Beim Schwein beispielsweise liegt die normale Körpertemperatur zwischen 39 und knapp 40 Grad Celsius. Deshalb beginnt dort das Fieber erst ab 40,5 Grad Celsius.

    Durch Fieber wird die Aktivität einiger Neuronen im Hypothalamus gesteigert, von denen ein knappes Drittel empfänglich für Wärme ist. Sie steuern dann die Wärmeabgabe des Körpers, über die eine Regulation der Körpertemperatur erzielt wird. Sie werden in ihrer Tätigkeit durch Pyrogene gehemmt. Zur Zirkulation von Pyrogenen im Körper kommt es dann, wenn an irgendeiner Stelle entzündliche Prozesse ablaufen. Dabei werden so genannte Akute-Phase-Proteine frei gesetzt, die zur Gruppe der Pyrogene gehören.

    Bleibt die Frage, wie es der menschliche Körper schafft, das Fieber auf einen Wert zu begrenzen, der ihm selbst nicht gefährlich werden kann. Diese Reaktion erfolgt üblicherweise, wenn eine Kerntemperatur von 41 Grad Celsius oder 105,8 Grad Fahrenheit erreicht ist. Dafür sind einerseits zwei Interleukine und andererseits Prostaglandin-Derivate sowie Epoxyeicosatriensäuren verantwortlich. Ein Zusammenspiel mit Hormonen wie Vasopressin, Melanocortin und Glukokortoide mit diversen Neurotransmittern ist bei der natürlichen Begrenzung von Fieber ebenfalls zu beobachten.

    Klinische Studien haben belegt, dass es nicht immer Sinn macht, das Fieber rigoros zu bekämpfen. Vor allem bei Infektionen mit Viren, Bakterien und anderen Parasiten ist das Phänomen zu beobachten, dass die Krankheitsverläufe unter Fieber verkürzt und abgeschwächt werden können. Auch die Überlebensrate kann durch einen Verzicht auf die künstliche Senkung von Fieber beispielsweise bei einer von Bakterien oder Pilzen verursachten Sepsis erhöht werden.

    Wichtiges über Fieber:

    Fieber ist kein Symptom, vor dem man sich fürchten müsste. Es ist eine ganz normale Abwehrreaktion des Körpers, die dazu dient, die Aktionsfähigkeit des Immunsystems zu steigern. Bevor lebensgefährliche Kerntemperaturen erreicht werden, setzen normalerweise körpereigene Regelprozesse ein, die eine Selbstschädigung verhindern. Damit kann Fieber nicht zu den Ursachen von Krankheiten gerechnet werden, sondern stellt immer ein Begleitsymptom dar, das von den Abwehrmechanismen des Körpers verursacht und deshalb auch nicht unterdrückt werden sollte. Doch dazu ist eine umfangreiche Aufklärung wichtig, da vor allem von den Angehörigen kranker Menschen Fieber als zusätzliche Gefahr betrachtet wird. Wir geben Ihnen ein paar nützliche Informationen, die es Ihnen leichter machen, das Symptom Fieber als natürliche Antwort des Körpers auf Eindringlinge zu betrachten.

    Kinder und Fieber – Was ist zu beachten?

    Vor allem kleine Kinder sind noch nicht in der Lage, genau angeben zu können, wo ihnen etwas weh tut. Ihnen fehlen auch noch die sprachlichen Fähigkeiten, um andere Begleitsymptome zu schildern. Deshalb gehören Kinder mit Fieber immer zur Kontrolle zum Arzt. Hinzu kommt, dass Kinder mit Fieber bis zum sechsten Lebensjahr auch zu Fieberkrämpfen neigen, die sogar lebensbedrohliche Zustände auslösen können. Deshalb ist hier seitens der Eltern eine engmaschige Überwachung der Kinder selbst und der Entwicklung ihrer Körpertemperatur notwendig.

    Oftmals tritt das Fieber bei Kindern auch unterwegs auf, wenn man gerade kein Thermometer zur Hand hat. Dann hat man einerseits die Möglichkeit, sich an die nächste Apotheke zu wenden. Andererseits sollte man die Begleitsymptome von Fieber bei Kindern kennen. Die Stirn und der Nacken können schon heiß sein, während das Kind noch kalte Hände und Füße hat. Auch ein Anstieg der Atemfrequenz und der Pulsfrequenz deuten auf Fieber bei Kindern hin. Nach der „Liebermeister-Regel“ kann man davon ausgehen, dass die einem um zehn Schläge pro Minute erhöhtem Puls eine Erhöhung der Körpertemperatur um etwa ein Grad Celsius vorliegt.

    Spröde Lippen, eine trockene Zunge und eine rapide Gewichtsabnahme zeigen an, dass dem Körper der Kinder bei Fieber zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird. Das ist insbesondere dann gefährlich, wenn das Fieber bei Kindern im Zusammenhang mit Durchfall auftritt, da dieser zu einer zusätzlichen Austrocknung des Körpers führt. Das kann man auch mit einem einfachen Test heraus finden, indem man kurz auf den Handrücken drückt oder die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger leicht zusammen kneift. Bleiben die Delle auf dem Handrücken oder die Falte länger als zwei Sekunden, hat die Austrocknung bereits begonnen.

    Schüttelfrost als Begleiterscheinung bei Fieber

    Der Schüttelfrost wird vom Mediziner als Febris undularis bezeichnet und kann sowohl bei Zuständen mit als auch ohne Fieber auftreten. Beim Schüttelfrost findet eine kurztaktige Anspannung und Erschlaffung der Muskeln statt. In der Hauptsache sind davon die Rückenmuskulatur, die Oberschenkenmuskulatur oder die Kaumuskeln betroffen.

    Der Schüttelfrost ist ein Bestandteil der möglichen Reaktionen des menschlichen Immunsystems auf diverse Infektionen und Entzündungen. Durch die in kurzen Intervallen stattfindende Muskelkontraktion werden der Stoffwechsel des Körpers und dort insbesondere die Energiegewinnung angeregt. Dabei besteht die Zielstellung des Immunsystems darin, die Körpertemperatur zu steigern. Die stattfindenden Abläufe sind mit denen vergleichbar, die dann auftreten, wenn es zu einem Muskelzittern bei einer beginnenden Unterkühlung kommt.

    Ausgelöst wird der Schüttelfrost durch die Pyrogene. Im menschlichen Körper sind gramnegative und grampositive Pyrogene zu finden, die durch bakterielle Infektionen dorthin gelangen. Myxoviren dagegen sorgen für die Zirkulation von Viruspyrogenen. Eine dritte Gruppe stellen die Pyrogene dar, die durch Infektionen mit Pilzen in den Körper gelangen. Über Laboruntersuchungen muss zuerst einmal abgeklärt werden, um welche Art von Pyrogenen es sich handelt, bevor gegen den Schüttelfrost eine Therapie gestartet werden kann.

    Doch für Schüttelfrost kann es auch andere Ursachen geben. Er kann durch Entzugserscheinungen bei einer stofflichen Abhängigkeit begründet sein. Auch auf Erregungszustände reagiert der Körper häufig mit Schüttelfrost. Hinzu kommen Fehlfunktionen der Schilddrüse, die für das Auftreten von Schüttelfrost verantwortlich sein können. Die Zufuhr von Wärme ist das einfachste Mittel, einen Anfall von Schüttelfrost zu beenden. Ist er besonders stark, kann unter klinischen Bedingungen auch ein schnell wirkendes Muskelrelaxan verabreicht werden.

    Richtig Fieber messen

    Zum Fieber Messen können verschiedene Stellen des menschlichen Körpers verwendet werden. Bevorzugt erfolgt die Messung in Körperhöhlen und –zugängen wie dem Ohr, dem Mund, dem After oder bei den Mädchen in der Scheide. Dort können die genauesten Messwerte erreicht werden. Aber auch die Leistenbeuge und die Achselhöhle werden zum Fieber Messen genutzt, weil sie am leichtesten zugänglich sind.

    Je nach dem Ort der Messung müssen auf die ermittelten Werte unterschiedliche Differenzen aufgeschlagen werden. So beträgt die Differenz zwischen dem Messwert in der Achselhöhle und der tatsächlichen Kerntemperatur etwa ein halbes Grad Celsius, was zum Messwert hinzu gerechnet werden muss. Erfolgt die Messung von Fieber unter der Zunge, sollte man von Minus-Differenzen zwischen 0,3 und 0,5 Grad Celsius ausgehen. Bei der Messung im Ohr sind es in der Regel Fehler in der Handhabung, die zu Differenzen führen.

    Beim Fieber Messen gibt es mehrere Techniken. Das gläserne Thermometer mit Quecksilberfüllung hat auf Grund der davon ausgehenden Gefahren inzwischen ausgedient. Sie dürfen auf Grund der aktuellen Gesetzgebung in Europa nur noch für wissenschaftliche und medizinische Zwecke verkauft werden. Statt des Quecksilbers verwenden moderne Thermometer das als nicht giftig eingestufte Gallium oder eingefärbten Alkohol. Gallium-Thermometer haben dabei den Vorteil, dass der Höchstwert bis zum Herunterschütteln erhalten bleibt.

    Auf dem Vormarsch ist das Fieber Messen mit digitalen Thermometern. Hier schlägt der Vorteil zu Buche, dass die Messwerte schneller zur Verfügung stehen. Sie sind bruchfest und signalisieren das Ende des Messvorgangs. Außerdem bieten viele Modelle die Möglichkeit, Messergebnisse zum Verfolgen des Verlaufs auch speichern zu können. Die neueste Errungenschaft beim Fieber Messen sind Infrarotthermometer, die vor allem für die Messung der Körpertemperatur im Ohr zur Anwendung kommen.

    Bild: © Depositphotos.com / luckybusiness