Schlagwort: Fieber

  • Ist Verhütung während der Stillzeit notwendig?

    Ist Verhütung während der Stillzeit notwendig?

    Wer sich auf die alte Hebammenweisheit verlässt, dass Frauen, die stillen, nicht schwanger werden können, der kann eine Überraschung erleben, denn die Stillzeit schützt definitiv nicht vor einer erneuten Schwangerschaft. Als Verhütungsmittel ist das Stillen also nicht geeignet, aber was ist an dieser Weisheit dran und warum hält sich die Aussage immer noch, dass Stillen eine Schwangerschaft verhüten kann? Nach wie vor sind viele Frauen davon überzeugt, dass sie automatisch davor geschützt sind, wieder schwanger zu werden, wenn sie ihr Baby stillen.

    Verhütung durch Hormone

    Immer dann, wenn eine Frau ihr Baby an die Brust legt, um es zu stillen, dann setzt der Körper ein bestimmtes Hormon frei, das Prolaktin. Dieses spezielle Hormon beeinflusst nicht nur die Milchproduktion und die Milchdrüsen, es hat auch die Fähigkeit, den Eisprung zu hemmen. Auf diese Weise wirkt das Prolaktin wie ein Verhütungsmittel. Wissenschaftlich bewiesen ist aber auch, dass das Hormon alleine zur Verhütung keinesfalls ausreicht, denn wenn zwischen zwei Stillzeiten mehr als vier Stunden liegen, dann sinkt der Hormonspiegel und es kann zum Eisprung kommen. Da die meisten Frauen ihre Babys unmittelbar nach der Geburt relativ oft anlegen, kann die Verhütung durch das Hormon gelingen, darauf verlassen sollte man sich aber nicht.

    Verhütung bis zur nächsten Periode?

    Wann die normale Regelblutung und damit auch der Eisprung nach der Geburt einsetzt, das lässt sich nicht pauschalisieren. Vielfach kommt die erste Periode bei den Frauen, die nicht stillen, nach vier bis sechs Wochen, bei Frauen, die ihr Kind nur eingeschränkt stillen und früh zufüttern, können zwei bis drei Monate vergehen, bis es wieder zum Eisprung kommt. Frauen, die ihr Baby voll stillen, warten zwischen sechs und 18 Monate darauf, dass die Periode wieder einsetzt. In dieser Zeit wird zwar das Hormon Prolaktin immer wieder aktiviert, eine zusätzliche Verhütung ist aber dennoch Pflicht für alle Frauen, die nicht gleich wieder Mutter werden möchten.

    Welche Verhütungsmethode kommt infrage?

    Es ist relativ schwer, während der Stillzeit das richtige Verhütungsmittel zu finden. Das Messen der Basaltemperatur kommt als Verhütung während der Stillzeit nicht infrage, denn in den ersten Wochen nach der Entbindung schlafen frischgebackene Mütter bekanntlich nicht allzu gut und auch die hormonellen Schwankungen machen eine verlässliche Fieberkurve unmöglich. Nicht zu empfehlen sind auch Verhütungsmethoden, bei denen die Hormone im Urin gemessen werden, um den Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen. Ein Diaphragma kommt ebenfalls nicht infrage, da sich die Gebärmutter und der Muttermund nach der Geburt zurückbilden und es deshalb Schwierigkeiten bei der Anpassung des Verhütungsmittels gibt. Auch die Spirale ist für die Verhütung stillender Mütter keine Option. Wird sie früher als drei Monate nach der Entbindung eingelegt, dann besteht das Risiko einer Infektion.

    Ist die Pille eine Lösung?

    Die Anti-Baby-Pille ist das verlässlichste unter den Verhütungsmitteln. Nur in der Stillzeit ist die Pille keine gute Wahl, denn die Pille enthält Gestagene und Östrogene und die beeinträchtigen die Milchbildung negativ. Die Menge der Milch und auch der Gehalt an Nährstoffen gehen zurück und das Baby wird nicht mehr optimal ernährt. Östrogen wandert zudem in die Muttermilch und gelangt auf diese Weise in den kindlichen Kreislauf. Wird die sogenannte Minipille zur Verhütung eingesetzt, die nur Gestagen enthält, dann hat das zwar keinen Einfluss auf die Milchmenge, aber die Qualität der Muttermilch wird schlechter, denn auch hier nimmt der Nährstoffgehalt ab. Wenn die Minipille als Verhütungsmittel zum Einsatz kommen soll, dann erst acht Wochen nach der Entbindung. Was bleibt, sind Kondome und Paare, die ganz sicher sein wollen, sollten zusätzlich Spermizid-Gele oder auch ein Scheidenzäpfchen verwenden, denn diese Verhütungsmittel haben keinen negativen Einfluss auf die Muttermilch und sie sorgen effektiv dafür, dass es nicht zu einer erneuten Schwangerschaft kommt.

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  • Johanniskraut – harmlos oder riskant?

    Johanniskraut – harmlos oder riskant?

    Depressionen sind fast schon eine Volkskrankheit, immer mehr Menschen leiden unter depressiven Verstimmungen, aber nicht jeder geht auch zum Arzt. Viele gehen stattdessen in die Apotheke oder in den nächsten Drogeriemarkt und kaufen dort Johanniskraut, ein Kraut, das gegen Depressionen, innere Unruhe, Nervosität und auch gegen Angstzustände helfen soll. Johanniskraut gilt als natürliche Alternative zu den klassischen Antidepressiva und wird als vergleichsweise harmlos eingestuft. Aber ist Johanniskraut tatsächlich so harmlos, wie es scheint, oder hat das Heilkraut vielleicht doch unerwünschte Nebenwirkungen?

    Johanniskraut – ein ganz besonderes Kraut

    Im Volksmund wird Johanniskraut auch Herrgottsblut genannt. Seinen Namen verdankt das Kraut aus der Familie der Hartheugewächse aber dem Johannistag, denn die Pflanze blüht immer um den 24.Juni. Unterschieden werden verschiedenen Arten, wie das echte, das getüpfelte, das gewöhnliche und das durchlöcherte Johanniskraut. Das Kraut kann bis zu einem Meter groß werden und bis zu 50 cm tief in der Erde wurzeln. Die Blütezeit beginnt Mitte Juni, sie endet im August und einige Pflanzenteile sind leicht giftig. Die Johanniskrautarten sind überall auf der Welt zuhause, sie wachsen in Europa ebenso wie in Nord- und Südamerika und in Asien, sogar in Australien sind die gelb oder weiß blühenden Pflanzen zu finden.

    Ein bewährtes Heilkraut

    Johanniskraut gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Welt. Schon in der Antike nutzen die Menschen das Kraut als Heilmittel gegen nervöse und depressive Verstimmungen, damals als Melancholie bezeichnet. 2015 wurde das Kraut zur Arzneipflanze des Jahres gewählt, obwohl die Wirkung, vor allen Dingen aber die Nebenwirkungen nicht ganz so unumstritten sind. Zunächst war das beruhigende Kraut nicht für Menschen gedacht, erst als Kühe und Pferde von der Pflanze fraßen und dann deutlich ruhiger wurden, kam man in der Antike auf den Gedanken, die Samen des Johanniskrauts zu isolieren und als Arznei zu verwenden. Das Kraut wurde als Tee aufgekocht, als Tinktur verabreicht und zu Öl destilliert. Es galt als Einreibemittel, um die Gicht und Rheuma zu lindern, es half bei einem schmerzhaften Hexenschuss und auch bei Verrenkungen oder Verstauchungen wurden Umschläge mit konzentriertem Johanniskrautöl auf die betroffenen Körperteile gelegt.

    Vorsicht vor Nebenwirkungen

    Noch immer gilt, was pflanzlich ist, das ist auch gesund und vor allem immer harmlos, beim Johanniskraut lässt sich das so leider nicht bestätigen. Pharmazeuten der Universität im australischen Adelaide haben das natürliche Antidepressivum einmal genauer unter die Lupe genommen und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Sie fanden verschiedene Nebenwirkungen, die Palette reicht von Übelkeit über Müdigkeit bis hin zu Panikattacken. Wer regelmäßig Johanniskraut einnimmt, der muss damit rechnen, dass der Blutdruck steigt und es zu Fieber kommen kann. Bei einer zu hohen Dosis kann es zudem zu Bewusstseinsstörungen, Krämpfen und Verwirrtheit kommen. Auch Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten wie zum Beispiel der Anti-Baby-Pille, sind wissenschaftlich belegt. Die Forscher aus Australien warnen davor, das beruhigende Kraut über einen längeren Zeitraum und in größeren Dosen einzunehmen, denn dann sind die Nebenwirkungen ebenso stark und auch so gefährlich, wie das bei Antidepressiva der Fall ist.

    Johanniskraut nicht in der Schwangerschaft einnehmen

    Viele Frauen fühlen sich besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht wohl, sie können schlechter schlafen, sind häufig unruhig oder nervös. Klassische Medikamente kommen in der Schwangerschaft nicht infrage und die natürliche Alternative gilt daher als das perfekte Mittel, was es aber leider nicht ist. Selbst als Tee kommt Johanniskraut während der Schwangerschaft und später auch in der Stillzeit nicht infrage, denn die Nebenwirkungen sind so gravierend, dass sie sowohl der Mutter als auch dem Kind schaden können. Nicht umsonst gilt das Kraut als Gift für schwangere und stillende Frauen, denn im Mittelalter wurde das Kraut, das eigentlich die Nerven beruhigen soll, als Mittel für eine Abtreibung verwendet.

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  • So gefährlich kann eine verschleppte Erkältung werden

    So gefährlich kann eine verschleppte Erkältung werden

    Die Nase trieft, der Hals schmerzt und der Husten will einfach nicht besser werden. Diese Symptome sind typisch für eine Erkältung, die für viele Menschen lediglich ein lästiges Übel, aber keine ernst zu nehmende Krankheit ist. Sie gehen weiter zur Arbeit, zum Sport und gönnen sich keine Ruhe, aber sie wissen vielfach nicht, was eine verschleppte Erkältung für Auswirkungen haben kann. Wer seine Erkältung nicht richtig und vor allem nicht gründlich auskuriert, der gefährdet unter anderem sein Herz, seine Lunge und sogar sein Gehirn.

    Wie lange dauert eine Erkältung?

    Der bekannte Spruch: „Eine Erkältung dauert mit Arzt eine Woche und sieben Tage ohne ihn“ gilt nicht mehr, denn von den ersten Symptomen bis zur vollständigen Genesung vergehen neun Tage. Die meisten Menschen, die einen Schnupfen haben, sind allerdings der Meinung, dass nach vier Tagen alles wieder im Lot ist. Eine verschleppte Erkältung kann die Folge sein, denn wer sich nicht auskuriert, sich zu schnell wieder körperlich anstrengt und den Stress wieder zum Teil des Alltags macht, der riskiert seine Gesundheit. Unmittelbar nach einer Erkältung sollten Sport und Treppensteigen kein Thema sein, denn das kann fatale Folgen haben.

    Eine verschleppte Erkältung schadet dem Herzen

    Eine verschleppte Erkältung kann eine Entzündung des Herzmuskels auslösen. Das Immunsystem ist noch schwach und das macht es dem Erreger, den sogenannten Coxsackie-Viren leicht, über das Blut bis zum Herzen zu gelangen und dort den Muskel zu beschädigen. Das Gefährliche an einer Herzmuskelentzündung ist, dass es keine eindeutigen Symptome gibt. Wer allerdings Probleme beim Treppensteigen hat, wer beim Spaziergang schnell aus der Puste kommt oder auch schon kleinste Anstrengungen als Belastung empfindet, der sollte einen Arzt aufsuchen. Viele, die eine Erkältung verschleppt haben, fühlen sich krank, sie haben Schmerzen in der Brust und in den Gliedern, der Herzschlag ist unregelmäßig und wenn die Betroffenen nicht rechtzeitig behandelt werden, dann kann ein entzündeter Herzmuskel zum Tod führen. Neben der Herzmuskelentzündung, der Myokarditis, stellt auch eine Endokarditis, eine bakterielle Entzündung der Aortenklappe eine große Gefahr dar, denn auch sie kann durch eine verschleppte Erkältung entstehen.

    Auch eine Lungenentzündung ist möglich

    Eine verschleppte Erkältung kann auch die Lunge angreifen, denn während einer Erkältung funktionieren die feinen Verästelungen der Lungen nicht mehr richtig. Das macht es dem Erreger sehr einfach, sich in der Lunge ungehindert auszubreiten. In der Folge kann es zu Entzündungen der Bronchien und der Lungenbläschen kommen, vielfach leiden die Betroffenen auch unter starken Bauchschmerzen. Wenn das der Fall ist, dann ist die Lungenentzündung meist schon relativ weit fortgeschritten. Starker Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber können die ersten Anzeichen dieser Erkrankung sein.

    So gefährlich ist eine verschleppte Erkältung für das Gehirn

    Eine verschleppte Erkältung birgt noch eine sehr große Gefahr. Wer nach einer Woche Erkältung plötzlich starke Kopfschmerzen bekommt, und wenn sich zudem auch noch der Nacken versteift, dann sollte ohne Umwege sofort ein Arzt ausgesucht werden, denn diese Symptome deuten auf eine Gehirnhautentzündung hin. Der Auslöser für eine Meningitis ist ein Bakterium, das durch die Nasennebenhöhlen in die Blutbahn gelangt und sich dann in der empfindlichen Hirnhaut festsetzt. Eine solche Hirnhautentzündung muss unverzüglich mit Antibiotika behandelt werden, denn wenn das nicht geschieht, dann führt eine Meningitis zum Tod. Vor allem bei Kindern ist eine Hirnhautentzündung lebensgefährlich, denn Kinder können Schmerzen nicht genau lokalisieren. Wenn ein Kind über Kopfschmerzen klagt, dann denken die wenigsten Eltern an eine Hirnhautentzündung.

    Wer sich erkältet hat, der sollte den vermeintlich harmlosen Schnupfen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Erkältung gut auszukurieren, das Bett zu hüten und sich nicht anzustrengen, denn eine verschleppte Erkältung kann gravierende Folgen für die Gesundheit haben.

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  • Fieber – Alles über Fieber

    Fieber – Alles über Fieber

    Fieber- eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers

    Der Ursprung des Begriffs Fieber ist im Lateinischen zu suchen. Dort steht „febris“ für Hitze. Fieber entwickeln die meisten lebenden Organismen als Mechanismus zur Abwehr von eingedrungenen Keimen. Es ist also ein Hilfsmittel des Immunsystems.

    Welcher Temperaturbereich als Fieber bezeichnet wird, hängt direkt von der normalen Basaltemperatur der einzelnen Organismen ab. Beim Menschen spricht man dann von Fieber, wenn die Kerntemperatur des Körpers höher als 38 Grad Celsius oder nach dem angloamerikanischen Maßsystem von 100,4 Grad Fahrenheit ist. Beim Schwein beispielsweise liegt die normale Körpertemperatur zwischen 39 und knapp 40 Grad Celsius. Deshalb beginnt dort das Fieber erst ab 40,5 Grad Celsius.

    Durch Fieber wird die Aktivität einiger Neuronen im Hypothalamus gesteigert, von denen ein knappes Drittel empfänglich für Wärme ist. Sie steuern dann die Wärmeabgabe des Körpers, über die eine Regulation der Körpertemperatur erzielt wird. Sie werden in ihrer Tätigkeit durch Pyrogene gehemmt. Zur Zirkulation von Pyrogenen im Körper kommt es dann, wenn an irgendeiner Stelle entzündliche Prozesse ablaufen. Dabei werden so genannte Akute-Phase-Proteine frei gesetzt, die zur Gruppe der Pyrogene gehören.

    Bleibt die Frage, wie es der menschliche Körper schafft, das Fieber auf einen Wert zu begrenzen, der ihm selbst nicht gefährlich werden kann. Diese Reaktion erfolgt üblicherweise, wenn eine Kerntemperatur von 41 Grad Celsius oder 105,8 Grad Fahrenheit erreicht ist. Dafür sind einerseits zwei Interleukine und andererseits Prostaglandin-Derivate sowie Epoxyeicosatriensäuren verantwortlich. Ein Zusammenspiel mit Hormonen wie Vasopressin, Melanocortin und Glukokortoide mit diversen Neurotransmittern ist bei der natürlichen Begrenzung von Fieber ebenfalls zu beobachten.

    Klinische Studien haben belegt, dass es nicht immer Sinn macht, das Fieber rigoros zu bekämpfen. Vor allem bei Infektionen mit Viren, Bakterien und anderen Parasiten ist das Phänomen zu beobachten, dass die Krankheitsverläufe unter Fieber verkürzt und abgeschwächt werden können. Auch die Überlebensrate kann durch einen Verzicht auf die künstliche Senkung von Fieber beispielsweise bei einer von Bakterien oder Pilzen verursachten Sepsis erhöht werden.

    Wichtiges über Fieber:

    Fieber ist kein Symptom, vor dem man sich fürchten müsste. Es ist eine ganz normale Abwehrreaktion des Körpers, die dazu dient, die Aktionsfähigkeit des Immunsystems zu steigern. Bevor lebensgefährliche Kerntemperaturen erreicht werden, setzen normalerweise körpereigene Regelprozesse ein, die eine Selbstschädigung verhindern. Damit kann Fieber nicht zu den Ursachen von Krankheiten gerechnet werden, sondern stellt immer ein Begleitsymptom dar, das von den Abwehrmechanismen des Körpers verursacht und deshalb auch nicht unterdrückt werden sollte. Doch dazu ist eine umfangreiche Aufklärung wichtig, da vor allem von den Angehörigen kranker Menschen Fieber als zusätzliche Gefahr betrachtet wird. Wir geben Ihnen ein paar nützliche Informationen, die es Ihnen leichter machen, das Symptom Fieber als natürliche Antwort des Körpers auf Eindringlinge zu betrachten.

    Kinder und Fieber – Was ist zu beachten?

    Vor allem kleine Kinder sind noch nicht in der Lage, genau angeben zu können, wo ihnen etwas weh tut. Ihnen fehlen auch noch die sprachlichen Fähigkeiten, um andere Begleitsymptome zu schildern. Deshalb gehören Kinder mit Fieber immer zur Kontrolle zum Arzt. Hinzu kommt, dass Kinder mit Fieber bis zum sechsten Lebensjahr auch zu Fieberkrämpfen neigen, die sogar lebensbedrohliche Zustände auslösen können. Deshalb ist hier seitens der Eltern eine engmaschige Überwachung der Kinder selbst und der Entwicklung ihrer Körpertemperatur notwendig.

    Oftmals tritt das Fieber bei Kindern auch unterwegs auf, wenn man gerade kein Thermometer zur Hand hat. Dann hat man einerseits die Möglichkeit, sich an die nächste Apotheke zu wenden. Andererseits sollte man die Begleitsymptome von Fieber bei Kindern kennen. Die Stirn und der Nacken können schon heiß sein, während das Kind noch kalte Hände und Füße hat. Auch ein Anstieg der Atemfrequenz und der Pulsfrequenz deuten auf Fieber bei Kindern hin. Nach der „Liebermeister-Regel“ kann man davon ausgehen, dass die einem um zehn Schläge pro Minute erhöhtem Puls eine Erhöhung der Körpertemperatur um etwa ein Grad Celsius vorliegt.

    Spröde Lippen, eine trockene Zunge und eine rapide Gewichtsabnahme zeigen an, dass dem Körper der Kinder bei Fieber zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird. Das ist insbesondere dann gefährlich, wenn das Fieber bei Kindern im Zusammenhang mit Durchfall auftritt, da dieser zu einer zusätzlichen Austrocknung des Körpers führt. Das kann man auch mit einem einfachen Test heraus finden, indem man kurz auf den Handrücken drückt oder die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger leicht zusammen kneift. Bleiben die Delle auf dem Handrücken oder die Falte länger als zwei Sekunden, hat die Austrocknung bereits begonnen.

    Schüttelfrost als Begleiterscheinung bei Fieber

    Der Schüttelfrost wird vom Mediziner als Febris undularis bezeichnet und kann sowohl bei Zuständen mit als auch ohne Fieber auftreten. Beim Schüttelfrost findet eine kurztaktige Anspannung und Erschlaffung der Muskeln statt. In der Hauptsache sind davon die Rückenmuskulatur, die Oberschenkenmuskulatur oder die Kaumuskeln betroffen.

    Der Schüttelfrost ist ein Bestandteil der möglichen Reaktionen des menschlichen Immunsystems auf diverse Infektionen und Entzündungen. Durch die in kurzen Intervallen stattfindende Muskelkontraktion werden der Stoffwechsel des Körpers und dort insbesondere die Energiegewinnung angeregt. Dabei besteht die Zielstellung des Immunsystems darin, die Körpertemperatur zu steigern. Die stattfindenden Abläufe sind mit denen vergleichbar, die dann auftreten, wenn es zu einem Muskelzittern bei einer beginnenden Unterkühlung kommt.

    Ausgelöst wird der Schüttelfrost durch die Pyrogene. Im menschlichen Körper sind gramnegative und grampositive Pyrogene zu finden, die durch bakterielle Infektionen dorthin gelangen. Myxoviren dagegen sorgen für die Zirkulation von Viruspyrogenen. Eine dritte Gruppe stellen die Pyrogene dar, die durch Infektionen mit Pilzen in den Körper gelangen. Über Laboruntersuchungen muss zuerst einmal abgeklärt werden, um welche Art von Pyrogenen es sich handelt, bevor gegen den Schüttelfrost eine Therapie gestartet werden kann.

    Doch für Schüttelfrost kann es auch andere Ursachen geben. Er kann durch Entzugserscheinungen bei einer stofflichen Abhängigkeit begründet sein. Auch auf Erregungszustände reagiert der Körper häufig mit Schüttelfrost. Hinzu kommen Fehlfunktionen der Schilddrüse, die für das Auftreten von Schüttelfrost verantwortlich sein können. Die Zufuhr von Wärme ist das einfachste Mittel, einen Anfall von Schüttelfrost zu beenden. Ist er besonders stark, kann unter klinischen Bedingungen auch ein schnell wirkendes Muskelrelaxan verabreicht werden.

    Richtig Fieber messen

    Zum Fieber Messen können verschiedene Stellen des menschlichen Körpers verwendet werden. Bevorzugt erfolgt die Messung in Körperhöhlen und –zugängen wie dem Ohr, dem Mund, dem After oder bei den Mädchen in der Scheide. Dort können die genauesten Messwerte erreicht werden. Aber auch die Leistenbeuge und die Achselhöhle werden zum Fieber Messen genutzt, weil sie am leichtesten zugänglich sind.

    Je nach dem Ort der Messung müssen auf die ermittelten Werte unterschiedliche Differenzen aufgeschlagen werden. So beträgt die Differenz zwischen dem Messwert in der Achselhöhle und der tatsächlichen Kerntemperatur etwa ein halbes Grad Celsius, was zum Messwert hinzu gerechnet werden muss. Erfolgt die Messung von Fieber unter der Zunge, sollte man von Minus-Differenzen zwischen 0,3 und 0,5 Grad Celsius ausgehen. Bei der Messung im Ohr sind es in der Regel Fehler in der Handhabung, die zu Differenzen führen.

    Beim Fieber Messen gibt es mehrere Techniken. Das gläserne Thermometer mit Quecksilberfüllung hat auf Grund der davon ausgehenden Gefahren inzwischen ausgedient. Sie dürfen auf Grund der aktuellen Gesetzgebung in Europa nur noch für wissenschaftliche und medizinische Zwecke verkauft werden. Statt des Quecksilbers verwenden moderne Thermometer das als nicht giftig eingestufte Gallium oder eingefärbten Alkohol. Gallium-Thermometer haben dabei den Vorteil, dass der Höchstwert bis zum Herunterschütteln erhalten bleibt.

    Auf dem Vormarsch ist das Fieber Messen mit digitalen Thermometern. Hier schlägt der Vorteil zu Buche, dass die Messwerte schneller zur Verfügung stehen. Sie sind bruchfest und signalisieren das Ende des Messvorgangs. Außerdem bieten viele Modelle die Möglichkeit, Messergebnisse zum Verfolgen des Verlaufs auch speichern zu können. Die neueste Errungenschaft beim Fieber Messen sind Infrarotthermometer, die vor allem für die Messung der Körpertemperatur im Ohr zur Anwendung kommen.

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  • Mit dem Medicus nach Indien – Reisen mit Arzt

    Mit dem Medicus nach Indien – Reisen mit Arzt

    Chronisch krank und trotzdem auf dem Mount Everest? Viele Träume können sich Menschen, die dauerhaft unter einer Krankheit leiden, nicht erfüllen. Auf exotische Fernreisen müssen sie jedoch nicht verzichten. Viele Reiseveranstalter bieten Touren an, die von einem Arzt begleitet werden, der im Notfall mit Rat und Tat zur Seite steht.

    Fernreisen können schon bei Menschen, die gesundheitlich perfekt aufgestellt sind, ein mulmiges Gefühl hervorrufen. Krankheiten wie Montezumas Rache, Dengue-Fieber oder Höhenkrankheit lassen einem schnell Schauer über den Rücken laufen. Senioren und chronisch kranke Menschen haben entsprechend ihrer Konstitution noch mehr Respekt vor einem aufregenden Trip. Auf ihn verzichten müssen sie aber dank eines speziellen Reiseangebots nicht. Immer mehr Reiseveranstalter bieten Gruppenreisen an, die ärztlich begleitet sind. Dabei kümmern sich die meisten Veranstalter komplett um das Wohlergehen der Patienten.

    Ältere und chronisch Kranke profitieren von dem Angebot

    Der Markt boomt: Nicht nur Senioren und chronisch Kranke, auch Berufstätige, die es sich nicht leisten können, mit einer Krankheit aus dem Urlaub zu kommen, buchen solche Gruppenreisen. Dabei achten die Reiseveranstalter meist nicht nur darauf, dass ein Arzt in der Gruppe mitreist, sondern machen die Fernreise auch so komfortabel wie möglich: Nonstop-Flüge und komfortable Hotels gehören meist zur Grundausstattung einer Reise. Entsprechend teurer sind die ärztlich begleiteten Reisen im Gegensatz zu einer normalen Rundreise – aber dafür ist der gut ausgebildete und vor allem deutschsprachige Arzt immer zur Stelle, wenn es ernst wird.

    Um die individuelle medizinische Reisevorbereitung muss man sich bei solchen Reisen immer noch alleine kümmern. Aber bei den meisten Reiseveranstaltern setzt sich der mitreisende Arzt bereits vor Reisebeginn mit den Teilnehmern in Kontakt, fragt spezielle Leiden ab und bereitet sich entsprechend auf seinen Einsatz vor. In seinem Köfferchen transportiert er so die entsprechenden Arzneimittel für die Mitreisenden, sowie speziell auf das Reiseland zugeschnittene Medikamente. Im Notfall begleitet er einen Kranken auch in das lokale Krankenhaus.

    Der Arzt an Bord und in der Berghütte

    Oft sind es Fernreisen, die mit einem solchen speziellen Service angeboten werden. Der marktälteste Veranstaler, Mediplus, bietet aber auch Kuren, Trekkingreisen und Kreuzfahrtreisen an. Außer Mediplus bieten auch noch Tourival, Gebeco, Berge & Meer, Studiosus und der Marktführer Tour Vital solche Reisen an. Stiftung Warentest listet die Vor- und Nachteile der einzelnen Reiseanbieter auf.

    Spezielle Stellen für Ärzte gibt es bei Reiseveranstaltern übrigens nicht. Die meisten Ärzte schließen in der Reisezeit ihre Praxen und bekommen nur die Reisekosten erstattet. Sie sind also normal praktizierende Ärzte, die meist eine Zusatzausbildung in Tropenmedizin absolviert haben und mit der Gruppe im besten Fall einfach nur Urlaub machen können. Viele Ärzte leisten sich eine solche Reise bloß einmal im Jahr und freuen sich so ebenso wie die Mitreisenden auf das exotische Fernreiseerlebnis.

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  • Holunder (Holler) – der Allrounder unter den Heilpflanzen

    Holunder (Holler) – der Allrounder unter den Heilpflanzen

    Im Mittelalter sagten die Leute: „Wenn du an einem Holunderstrauch vorbeigehst, dann zieh deinen Hut.“ Sambucus nigra – so heißt der Holunder (umgangssprachlich Holler) mit botanischem Namen, hat diese Ehrerbietung verdient, denn kaum eine andere Heilpflanze ist so vielseitig und gesund wie der Holunder. Vor allem bei Erkältungskrankheiten hat sich der Holunder einen guten Namen gemacht, denn er kann effektiv das Fieber senken, den Husten lindern und das Immunsystem stärken. Der Holunder ist aber nicht nur eine hervorragende Hilfe bei Erkältungen, er ist auch ergiebig, denn sowohl die Blüten als auch die Beeren können verwendet werden.

    Holunder – eine Heilpflanze mit Geschichte

    Schon die Germanen wussten, wie gesund der Holunder ist, aber er hatte auch eine mystische Bedeutung. Die Germanen glaubten, dass im Holunderstrauch eine Schutzgöttin mit Namen Holda wohnt, und diese Göttin sollte das Haus, den Stall und die Scheune vor Hexen und Zauberern schützen. Vor diese Gebäude wurde deshalb ein Holunderstrauch gepflanzt, der zudem auch vor Blitzeinschlägen schützen sollte. Die Gebrüder Grimm setzten dem Holler ebenfalls ein Denkmal, und zwar in Gestalt der bekannten Frau Holle. Wie gesund die Holunderbeeren sind, das wusste auch Hippokrates, der als Arzt im antiken Griechenland tätig war und seinen Patienten den Holler als wassertreibendes Medikament verordnete. Im 18. Jahrhundert wurde der Holunder dann richtig populär, er wurde als Heilmittel bei Infektionen der Atemwege eingesetzt, wie auch als Mittel, um hohes Fieber zu senken.

    Holler wächst überall

    Holunder ist eine genügsame Pflanze, die praktisch auf jedem Boden gedeiht, der Strauch wächst sehr schnell und kann eine beachtliche Höhe von sieben Metern erreichen. Ist der Stamm noch jung, dann hat er eine leicht bräunliche Farbe, später wechselt die Farbe von Braun zu Dunkelgrau. Wenn der Frühling kommt, dann zeigen sich kleine weiß-gelbliche Blüten in Doldenform, die einen betörenden Duft verströmen. Im Spätsommer und Herbst trägt der Strauch dann kleine Beeren, die dunkelviolett oder schwarz sind. Der Holunder gehört zur Familie der Geißblattgewächse und er kommt fast überall in Europa, aber auch in Kleinasien vorwiegend in lichten Auwäldern und in Gebüschen vor.

    Bei welchen Beschwerden kann der Holler helfen?

    Wer einen grippalen Infekt hat, muss nicht sofort zu Antibiotika greifen, eine Tasse mit Holunderblütentee kann auf ganz natürliche Art und Weise für Linderung der Beschwerden sorgen. Die Nasennebenhöhlen werden geöffnet, was das Atmen leichter macht, auch festsitzender Schleim in den Bronchien wird durch den Tee gelöst und das mildert den typischen Erkältungshusten. Holler ist zudem reich an Vitamin C und daher bestens geeignet, um das Immunsystem zu stärken. Auch wer unter einer Infektion der Harnwege leidet, sollte auf die kleinen Beeren in Form von Saft oder Tee vertrauen, denn Holler ist harntreibend, und so können die Keime den Körper schneller wieder verlassen.

    Eine Köstlichkeit an kalten Tagen

    Es muss nicht immer ein Glühwein oder ein Grog sein, um an kalten Tagen von innen warm zu werden, auch Holundersaft ist eine gute Alternative, um sich aufzuwärmen. Wie wäre es mit einem köstlichen Holunder-Kirsch-Punsch, ganz ohne Alkohol? Folgende Zutaten werden für diesen leckeren Punsch benötigt:

    • Ein Liter Kirschtee (gibt es im praktischen Aufgussbeutel)
    • 200 ml Holundersaft
    • Der Saft einer Zitrone
    • Kandiszucker oder wahlweise auch Süßstoff

    Der Kirschtee wird mit dem Holundersaft in einem Topf auf dem Herd erhitzt, die Mischung darf aber nicht kochen. Dann werden der Zitronensaft, der Kandiszucker oder der Süßstoff dazugegeben und das Ganze dann in Tassen oder hitzebeständige Gläser verteilt. Der Punsch wärmt nicht nur hervorragend, er ist auch vitaminreich und mit nur 14 kcal auch sehr kalorienarm. Kleiner Tipp, statt Kirschtee kann auch Traubensaft oder Hagebuttentee verwendet werden, und alle, die einen würzigen Punsch mögen, sollten ein paar Rosmarinzweige oder ein kleines Stück Ingwer dazugeben.

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