Schlagwort: Gesundheit

  • Welche Kurse werden von den Krankenkassen bezahlt?

    Welche Kurse werden von den Krankenkassen bezahlt?

    Auch wer nicht akut krank ist, kann die Angebote der Krankenkassen in Anspruch nehmen, zum Beispiel durch die zahlreichen Kurse, die die Kassen anbieten. Die meisten Kassen bieten unter anderem Ernährungskurse, Kurse zur Rückenschulung oder Kurse zur Rauchentwöhnung an, die die Mitglieder in Anspruch nehmen können. Allerdings werden die meisten Kurse nicht zum Nulltarif angeboten, wer daran teilnehmen will, der muss den Kurs entweder komplett selbst oder anteilmäßig zahlen. Aber wie sieht es aus, wenn der Arzt diesen Kurs befürwortet oder wenn ein Kurs vom Arzt verordnet wird? Übernehmen die Krankenkassen dann die Kosten?

    Ein bewährtes Mittel

    Kurse aller Art sind ein bewährtes Mittel der Krankenkassen, um ihre Mitglieder an einen gesünderen Lebensstil heranzuführen. Gebucht werden Kurse, bei denen der Sport im Mittelpunkt steht, sehr beliebt sind auch Kurse, um Stress besser bewältigen zu können oder um eine Sucht zu bekämpfen. 2010 hat der Gesetzgeber die Grenzen der Kursangebote streng begrenzt und das heißt, die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen dürfen nur noch zwei unterschiedliche Kurse im Jahr in Anspruch nehmen, weitere Kurse werden durch die Kassen finanziell nicht mehr gefördert. Vor 2010 hatten viele Kassen damit geworben, dass sie bis zu 16 Kurse im Jahr fördern. Aber auch nach der gesetzlichen Änderung gibt es bis heute noch gravierende Unterschiede bei den Gesundheitskursen der Krankenkassen.

    Ein großes Angebot

    Die großen Krankenkassen wie die Barmer, die Techniker Krankenkasse oder auch die AOK bieten ein vielseitiges Kursangebot für ihre Mitglieder an. Viele dieser Kurse werden sogar kostenlos angeboten oder es gibt nur eine sehr geringe Zuzahlung. Anders sieht es bei den kleinen Krankenkassen aus, denn sie haben ein eher geringes Budget zur Verfügung und müssen von den Mitgliedern daher einen größeren Zuschuss verlangen. Wer sich für einen Kurs interessiert, der sollte sich zunächst über die Bedingungen informieren, die an die Teilnahme an diesem Kurs geknüpft sind und dann die Kostenfrage mit der Kasse abklären.

    Welche Kurse werden gefördert?

    Bei den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen erfreuen sich besonders die Sportkurse großer Beliebtheit. Wer jedoch meint, den Besuch im Fitnessstudio bei der Krankenkasse abrechnen zu können, der irrt sich. Allerdings heißt das nicht, dass die Kasse die Jahresgebühr für das Sportstudio nicht übernimmt, denn es gibt Möglichkeiten, um den Besuch im Fitnessstudio von der Kasse fördern zu lassen. Auf diese Weise können auch Punkte für das Bonusheft der Kasse gutgeschrieben werden. Für die Kassen macht es Sinn, ihren Mitgliedern solche Kurse anzubieten, denn wenn ein Mitglied heute von einem gesunden Lebensstil überzeugt werden kann, dann kostet der Versicherte in der Zukunft weniger Geld.

    Das Beispiel Rückenschule

    Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz, immer mehr Deutsche haben heute Probleme mit dem Rücken. Zu viel Arbeit am Schreibtisch und zu wenig Bewegung sorgen für Rückenschmerzen, die immer öfter chronisch werden und auch für Bandscheibenvorfälle sorgen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die gesetzlichen Krankenkassen ein breites Spektrum an Rückenkursen anbieten, die die Leistungsfähigkeit des Rückens steigern und die Muskulatur gezielt stärken, zudem unterstützen die meisten Krankenkassen sowohl den Rehasport als auch zahlreiche Präventionskurse. Wie vielfältig die Rückenschule sein kann, das zeigt das Vitalis Gesundheitszentrum, dort steht Fazientraining ebenso auf dem Programm wie auch Therapien bei einem Bandscheibenvorfall. In den Rückenkursen wird den Patienten mit einem gezielten Training gezeigt, wie sie selbst ihre Rückenschmerzen auch langfristig lindern und Muskeln aufbauen können. Natürlich bietet das Vitalis Gesundheitszentrum auch Yogakurse an, denn die gehören einfach dazu, wenn es um die Bewältigung von Stress geht. Darüber hinaus hat das Vitalis Gesundheitszentrum auch Herz-Kreislauf-Training sowie Freihanteltraining und Krafttraining im Angebot.

    Bild: © Depositphotos.com / Kzenon

  • Ist zu heißer Kaffee ungesund?

    Ist zu heißer Kaffee ungesund?

    Kaffee ist mit Abstand das beliebteste Getränk der Deutschen, umso schlimmer war die Nachricht, dass der Genuss von Kaffee möglicherweise krebserregend ist. Zwar sind die internationalen Krebsforscher heute von dieser Behauptung abgerückt, aber jetzt gibt es eine neue Warnung, die vielen passionierten Kaffeetrinkern den Muntermacher am Morgen verderben wird.

    Kaffee ist nicht ungesund

    1991 schockte die Nachricht die Kaffeetrinker in Deutschland, dass Kaffee Krebs auslösen kann. Forscher hatten das beliebte Getränk in die Kategorie 2B eingeordnet und Kaffee damit, was die Gefahr für eine Krebserkrankung angeht, auf eine Stufe mit Blei und Chloroform gestellt. Damals hieß es, dass Kaffee vor allem Harnblasenkrebs auslösen könnte. Dieses Forschungsergebnis wurde zwar revidiert, jedoch gibt es eine neue Hiobsbotschaft und die betrifft die Temperatur, mit der Kaffee getrunken wird.

    Nicht zu heiß trinken

    Auch wenn kalter Kaffee angeblich schön machen soll, echte Kaffeefreunde trinken ihren Kaffee doch lieber heiß. Das kann aber, wenn es nach neuen Studien geht, gefährlich für die Speiseröhre sein, denn Kaffee, der mehr als 65° Grad heiß ist, kann nach Ansicht der Wissenschaftler Speiseröhrenkrebs auslösen. Das gilt aber nicht nur für Kaffee, sondern auch für Tee und andere Getränke, die heiß getrunken werden. Schon in früheren Untersuchungen war der in China so beliebte Mate-Tee im Visier der Forscher und stand im Verdacht, Krebserkrankungen der Speiseröhre auszulösen. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass die Chinesen ihren Tee um einiges heißer trinken, als das in Europa der Fall ist.

    Kaffee ist gut für die Gesundheit

    Wer seinen Kaffee nicht allzu heiß trinkt, der tut etwas für seine Gesundheit, denn Kaffee hat viele positive Eigenschaften. So haben Studien bewiesen, dass Kaffee das Herz schützt und dass diejenigen, die zwischen drei und fünf Tassen Kaffee am Tag trinken, eher selten verkalkte Arterien haben und auch das Risiko ein Herzleiden zu bekommen, ist geringer.

    Bild: © Depositphotos.com / amenic181

  • Überträgt die asiatische Tigermücke schwere Krankheiten?

    Überträgt die asiatische Tigermücke schwere Krankheiten?

    Die asiatische Tigermücke dürfte in Deutschland kein Problem darstellen, denn Asien ist schließlich weit weg. Die letzten Tage und Wochen zeigen aber ein anderes Bild, denn bedingt durch die schwüle Luft und die heftigen Regenfälle steigt die Gefahr, dass sich exotische Mückenarten wie eben die asiatische Tigermücke, sich sehr bald auch in Deutschland wohlfühlen werden.

    Die Gefahr wächst

    Fast zwei Wochen schon halten Unwetter mit schweren Gewittern und sintflutartigen Regenfällen große Teile Deutschlands in Atem. Der viele Regen und die anhaltend schwüle Luft sorgen nach Ansicht von Experten für eine wahre Mückenplage, denn unter den aktuellen Wetterbedingungen brauchen die Mücken nur zwei Wochen, um zu schlüpfen. Die Gefahr, die von Mücken wie der immer häufiger auftretenden asiatischen Tigermücke ausgeht, ist nicht zu unterschätzen, denn sie können gefährliche Krankheiten übertragen. Zu diesen Krankheiten gehören das Westnil-, das Dengue- und auch das gefürchtete Chikungunya-Fieber.

    Grippeähnliche Symptome

    Woran erkennen die Betroffenen, ob sie sich mit einer von Mücken übertragenen Krankheit angesteckt haben? Plötzlich auftretendes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen und ein allgemein schlechtes Gefühl sind ein Zeichen dafür, dass es sich nicht um eine klassische Grippe, sondern um eine Infektion durch einen Mückenstich handelt. Zwar gibt es selten Todesfälle, aber es kann zu rheumaähnlichen Schmerzen kommen, die unter Umständen Monate anhalten. Vor allem Schwangere, chronisch kranke Menschen und Säuglinge sind gefährdet, denn für diese Gruppen kann eine Infektion riskant werden.

    Keine Therapie

    Bereits 2007 wurden asiatische Tigermücken in Italien registriert, 2013 verzeichneten die Gesundheitsbehörden in Südostasien eine rasante Verbreitung dieser Mückenart, die bis 2015 für 1,3 Millionen Fälle von Chikungunya-Fieber sorgte. Jetzt wird befürchtet, dass die Mücken auch in Baden-Württemberg und Bayern zu finden sein werden, denn dort ist die Gefahr einer Mückenplage besonders groß. Einen Impfstoff oder eine Therapie gegen die Krankheiten, die durch einen Mückenstich übertragen werden, gibt es bislang noch nicht.

    Bild: © Depositphotos.com / natursports

  • Wie gefährlich ist die Schminke für die EM?

    Wie gefährlich ist die Schminke für die EM?

    Auf den Fanmeilen und in den Stadien kann man sie sehen, die Fußballfans, die ihre Nationalfarben im Gesicht tragen. Schwarz-Rot-Gold ist im Trend, und wer Flagge zeigen will, der malt sich einfach drei Streifen auf die Wangen oder färbt sein Gesicht gleich komplett ein. Aber wie gesund ist diese Schminke eigentlich? Kann sie tatsächlich ohne Bedenken benutzt werden?

    War die Schminke schon 2014 gefährlich?

    Schminke in den deutschen Landesfarben ist zu jeder Welt- oder Europameisterschaft ein echter Renner. Auch vor zwei Jahren zur WM in Brasilien konnten sich die Hersteller über einen mangelnden Absatz nicht beklagen, doch die Stiftung Warentest machte den Produzenten damals einen Strich durch die Rechnung. 14 Proben wurden 2014 getestet und in jeder der 14 Proben wurden sowohl Farbstoffe als auch Pigmente gefunden, die nicht deklariert waren. Obwohl keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten waren, wurden alle Produkte aus dem Verkehr gezogen. Zum Start der Europameisterschaft 2016 fragen sich jetzt viele Fans: Welche Schminke kann noch benutzt werden?

    Nicht ganz so positiv

    Alles in Ordnung – so lautet die Botschaft des baden-württembergischen Verbraucherschutzministers Peter Hauk (CDU) an die Fußballfans, die Schminke in den Landesfarben kann ohne Bedenken genutzt werden. Das Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe hatte 20 Proben untersucht und angeblich nichts gefunden, was für die Gesundheit bedenklich wäre. Die Stiftung Warentest sieht das leider ein wenig anders, denn sie fand in sieben Schminkstiften und Tattoos sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und die bekannten Weichmacher. Diese Stoffe gelten als gesundheitlich bedenklich und potenziell krebserregend.

    Vorsicht beim Schminken

    Da die Schminke und die Tattoos nur für die vier Wochen der EM genutzt werden, besteht kein gesundheitliches Risiko, vor dem Schminken sollte jedoch Sonnencreme aufgetragen werden. Außerdem sollten die Augen ebenso wie die Lippen oder auch verletzte Hautstellen ausgelassen werden, denn sonst können die Inhaltsstoffe leichter in den Körper gelangen.

    Bild: © Depositphotos.com / mangostock

  • iga.Report 32: psychische Belastung in der Arbeitswelt

    iga.Report 32: psychische Belastung in der Arbeitswelt

    Arbeit kann – unter Umständen – krank machen. Hierbei handelt es sich keinesfalls um eine neue Erkenntnis, die nun für große Überraschung sorgt. Doch auch wenn dieser Fakt bekannt ist, ist es wichtig, sich immer wieder mit den verschiedenen Auslösern der Erkrankungen auseinanderzusetzen. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) geht da mit gutem Beispiel voraus. Die Organisation, die aus gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen besteht, hat vor kurzem einen neuen Report veröffentlicht. In diesem geht es konkret um das Thema „psychische Belastung am Arbeitsplatz“.

    Psychische Belastung ist nicht gleich psychische Erkrankung

    Hiltraut Paridon, die Hauptautorin vom iga.Report 32 stellt gleich zu Beginn des Schriftstückes klar, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz differenziert betrachtet werden müssen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich ein Fehler in die Denkweise vieler Menschen eingeschlichen. Die psychischen Belastungen werden mit psychischen Erkrankungen gleichgesetzt oder als deren Vorstufe verstanden. Natürlich kann das eine das andere bedingen, doch ist es schlichtweg falsch, psychische Erkrankungen als einzige Folge einer psychischen Belastung zu sehen.

    Laut Paridon handelt es sich bei psychischen Belastungen in der Arbeitswelt um „die Anforderungen, die sich aus einer Arbeitssituation ergeben“. Sie weist außerdem darauf hin, dass sich Experten inzwischen darauf geeinigt haben, die psychische Belastung in vier Kategorien einzuteilen:

    1. die Arbeitsaufgabe bzw. den Arbeitsinhalt
    2. die Arbeitsorganisation bzw. den Arbeitsablauf
    3. die Arbeitsumgebung und die Arbeitsmittel
    4. die sozialen Beziehungen

    Demgegenüber steht die Definition von psychischen Erkrankungen, die von Hiltraut Paridon folgendermaßen erklärt werden: „Psychische Erkrankungen sind krankhafte Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens bzw. der Erlebnisverarbeitung oder der sozialen Beziehungen.“

    Umfassende Literaturrecherche zum Thema

    Beim iga.Report 32 handelt es sich nicht um eine eigenständige Studie, in der neue Erkenntnisse vorgestellt werden. Peridon und ihrer Kollegin Mühlberg war mehr daran gelegen, einen umfassenden Überblick über die bisher bestehende Literatur und Forschung zu verschaffen. Um das zu realisieren, wurde eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt, bei der im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. April 2014 761 Arbeiten zu den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gefunden werden konnten. Um eine qualitative Analyse durchzuführen, wurde die Zahl der Studien mehrfach dezimiert, bis schlussendlich 164 übrig blieben.

    Diese 164 Arbeiten wurden schließlich in verschiedene Kategorien eingeteilt, die die Vielseitigkeit der psychischen Belastung am Arbeitsplatz unterstrichen, und eingehender analysiert. Dabei erlangten die beiden Diplom-Psychologinnen Peridon und Mühlberg zahlreiche Erkenntnisse.

    Tipp: Hier können Sie den iga.Report 32 kostenfrei herunterladen und alle Ergebnisse nachlesen.

    Die verschiedenen Facetten der psychischen Belastung am Arbeitsplatz

    Körperliche Erkrankungen und Beschwerden z.B. Bluthochdruck, Schlaganfälle, Diabetes, Frühgeburten und geschwächtes Immunsystem
    Psychische Erkrankungen und Beschwerden z.B. Burnout, Depression, Suizid und Angststörungen
    Motivation und Affekt z.B. Arbeits(un)zufriedenheit, Kündigungsintentionen, Wohlbefinden und Motivation
    Gesundheitsverhalten z.B. Essverhalten, Sport, Raucherverhalten und Schlafqualität
    Berufliche Performanz z.B. Leistung am Arbeitsplatz, Kreativität und Gruppenleistung
    Familie und Freizeit z.B. Konflikte in der Familie, Möglichkeit abzuschalten und Erziehung
    Arbeitsausfall z.B. Abwesenheitszeiten, Frühberentung und Kündigung
    Sicherheit am Arbeitsplatz z.B. Sicherheitsverhalten
    Soziales Verhalten am Arbeitsplatz z.B. Konflikte, Aggressionspotential und Gruppenzusammenhalt

    Die Übersicht zeigt sehr gut, wie vielseitig der Einfluss der psychischen Belastung in der Arbeitswelt auf die einzelne Person ist. Sie macht außerdem klar, wie wichtig es ist, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, um mögliche Folgen zu vermeiden. Eine präventive Vorgehensweise ist hierbei das A und O und sollte insbesondere auch von Arbeitgebern ernstgenommen werden.

    Diese Faktoren machen das Arbeiten ungesund

    Im iga.Report 32 wird immer wieder auf Fehlbelastung im Beruf hingewiesen, welche für verschiedene gesundheitliche Schäden verantwortlich ist. Abschließend soll nun noch geklärt werden, welche psychischen Belastungen die Gesundheit besonders stark beeinflussen.

    • hohe Arbeitsintensität
    • geringer Handlungsspielraum
    • Kombination von hoher Arbeitsintensität und geringem Handlungsspielraum („job stain“)
    • Kombination von hohem job strain und geringer sozialer Unterstützung
    • geringe soziale Unterstützung
    • Ungleichgewicht zwischen Verausgabung und Belohnung
    • Überstunden
    • Schichtarbeit
    • Rollenstress
    • aggressives Verhalten am Arbeitsplatz
    • Arbeitsplatzunsicherheit

    Es gibt viele Variablen, die die Gesundheit eines Menschen beeinträchtigen können. Wenn Sie nicht wollen, dass Sie durch Ihre Arbeit krank werden, sollten Sie die oben stehenden Punkte vermeiden.

    Bild: © Depositphotos.com / kieferpix

  • Vorbräunen im Solarium: Ist das sinnvoll?

    Vorbräunen im Solarium: Ist das sinnvoll?

    Eine gebräunte Haut gilt nach heutigen Maßstäben als besonders schön und sexy. Dementsprechend sind viele Leute darum bemüht, ihren Teint nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über wie von der Sonne geküsst aussehen zu lassen. Vor allem im Herbst und Winter ist der Gang ins Solarium für viele daher unverzichtbar. Doch auch im Frühling feiern die Sonnenbänke Hochkonjunktur. Der Grund hierfür: Viele wollen sich im Solarium vorbräunen, um ihre Haut somit auf den Sommer vorzubereiten. Doch ist das wirklich sinnvoll?

    Vorbräunen im Solarium: Das künstliche UV-Licht der Sonnenbank

    Indem man seine Haut im Solarium vorbräunt, ist sie später besser gegen die natürliche UV-Strahlung der Sonne geschützt – so die allgemeine Argumentation der Sonnenbank-Anhänger. Was im ersten Moment sinnvoll klingt, ist allerdings durchaus diskutabel. Das UV-Licht im Solarium unterscheidet sich nämlich stark vom natürlichen UV-Licht – und ist auch keinesfalls weniger gefährlich.

    Da UV-B-Strahlen schon sehr lange als hautschädigend und krebserregend gelten, werden sie in Solarien weitestgehend herausgefiltert. Das sorgt dafür, dass viele Menschen denken, das künstliche Sonnenbad sei weniger gefährlich für den Körper und die Haut. Fakt ist aber, dass immer ein Rest der UV-B-Strahlen übrig bleibt. Außerdem sind auch UV-A-Strahlen bedenklich. Diese bräunen die Haut zwar schneller als die UV-B-Strahlen, sind aber ebenfalls krebserregend und beschleunigen die Alterungsprozesse der Zellen.

    Der Unterschied von UV-A- und UV-B-Strahlen

    Um herauszufinden, ob das Vorbräunen im Solarium sinnvoll ist, ist es wichtig, den Unterschied zwischen UV-A- und UV-B-Strahlen zu kennen.

    UV-A-Strahlen UV-B-Strahlen
    Die UV-A-Strahlen sind langwellig und dadurch energieärmer. Sie erzeugen eine sofortige, dafür aber nicht langanhaltende Bräunung der Haut. Durch die fehlende Energie bilden sie keine Lichtschwiele in der Haut. Die UV-B-Strahlen sind kurzwellig und wesentlich energiereicher als die A-Strahlen. Sie dringen tiefer in die Haut ein, verursachen Sonnenbrand und gelten als Auslöser für den schwarzen Hautkrebs. Um sich gegen diesen und weitere Hautkrankheiten zu schützen, baut der Körper bei UV-B-Strahlung eine sogenannte Lichtschwiele auf. Die Bräunung, die durch diese Strahlen entsteht, setzt später ein, ist dafür aber auch langanhaltender.

    Exkurs: Was ist eine Lichtschwiele?

    Bei den Lichtschwielen handelt es sich um einen natürlichen Abwehrmechanismus des menschlichen Körpers. Bei starker UV-B-Strahlung entwickelt die Oberhaut eine dicke Hornschicht. Diese hilft dabei, tieferliegende Hautschichten vor weiteren UV-Schäden zu schützen.

    Ist Vorbräunen im Solarium sinnvoll?

    Fassen wir also noch einmal zusammen: Beim Vorbräunen im Solarium setzen Sie sich weniger UV-B-Strahlen aus. Diese sorgen zwar für einen Sonnenbrand und lösen Hautkrebs aus, sind aber auch erforderlich, damit die Haut eine Lichtschwiele aufbaut. Wenn Sie sich nach dem Vorbräunen im Solarium der natürlichen Sonneneinstrahlung aussetzen, bedeutet das, dass Ihre Haut keinesfalls besser dagegen geschützt ist.

    Ganz im Gegenteil: Da viele Sonnenanbeter glauben, dass das Vorbräunen im Solarium die Haut ideal auf die natürliche Sonne vorbereitet, verzichten sie ganz bewusst auf Sonnenschutzmittel. Das Resultat sind leider allzu oft starke Verbrennungen und eine irreversible Schädigung der Haut.

    Ist Vorbräunen im Solarium schädlich?

    Jain. Wer seine Haut der künstlichen UV-Strahlung der Sonnenbank aussetzt, muss immer damit rechnen, seinen Körper zu schädigen. Die UV-A-Strahlung im Solarium ist nämlich um ein Vielfaches höher als unter natürlichen Umständen. Richtig gefährlich beziehungsweise schädlich wird das Vorbräunen im Solarium allerdings erst, wenn Sie die entsprechenden Grundregeln (zum Beispiel Dauer und Intensität des künstlichen Sonnenbades) missachten.

    So bereiten Sie Ihre Haut richtig auf die Sommer-Sonne vor

    Wer seine Haut im Solarium vorbräunen will, erzielt vielleicht einen schnell sichtbaren, aber keinesfalls schützenden Effekt. Wenn Ihnen Ihre Gesundheit am Herzen liegt, Sie aber dennoch auch nicht auf eine angenehme Sommerbräune verzichten wollen, sollten Sie unbedingt die folgenden Hinweise beherzigen:

    • Setzen Sie Ihre Haut nie länger als 10 Minuten der direkten Sonneneinstrahlung aus
    • Verwenden Sie immer Sonnenschutzmittel
    • Meiden Sie die Mittagssonne
    • Bedenken Sie, dass Sie auch im Schatten Sonnenbrand bekommen können
    • Vorbräunen im Solarium stellt keinen ausreichenden Sonnenschutz dar

    Bild: © Depositphotos.com / claudio.gangi.fastwebnet.it

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