Schlagwort: Grippe

  • Atemwegserkrankungen – Männer gefährdeter als Frauen

    Atemwegserkrankungen – Männer gefährdeter als Frauen

    Dass Männer eine kürzere Lebensdauer haben als Frauen, das ist bekannt, aber Männer sterben auch häufiger an Atemwegserkrankungen als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der EU, die jetzt vom Statistikamt Eurostat in Luxemburg veröffentlicht wurde. Demnach starben alleine im Jahr 2012 fast 672.000 Menschen in den 28 EU-Ländern an Atemwegserkrankungen. 399.000 davon waren Männer, 273.000 Frauen. Ein Grund für diese Tatsache ist, dass Männer nach wie vor öfter an Lungenkrebs erkranken als Frauen und auch an dieser Krankheit sterben.

    Todesurteil Lungenkrebs

    Der Lungenkrebs ist noch immer der Spitzenreiter, wenn es um Atemwegserkrankungen geht. Bei rund 40 % derjenigen, die an einer Erkrankung der Atemwege leiden, wird der gefährliche Krebs diagnostiziert, dann folgen mit 24 % die Bronchitis oder andere chronische Erkrankungen der Atmungsorgane. Auch die Lungenentzündung nimmt bei den Atemwegserkrankungen mit 19 % einen der vorderen Plätze ein, nur ein Prozent entfällt hingegen auf Asthma. 0,3 % leiden unter Atemwegserkrankungen, die sich während einer Grippe eingestellt haben und 15,7 % haben verschiedene Atemwegserkrankungen, bei denen unter anderem die Luftröhre, die Nasengänge, die Bronchien oder Mund und Rachenraum betroffen sind.

    Welche Länder sind besonders betroffen?

    In den EU-Staaten sind die Atemwegserkrankungen in 13,4 % die Todesursache, Deutschland liegt mit 12,1 % sehr nah am europäischen Durchschnitt. Deutlich darüber liegt Großbritannien mit 20,3 %, und in Lettland sterben mit 5,8 % weitaus weniger Menschen an Atemwegerkrankungen als im EU-Durchschnitt. Rauchen die Deutschen und die Briten mehr als die Menschen in Lettland oder wie lässt sich diese Diskrepanz zwischen den Prozentzahlen sonst erklären? Für die Studie waren nicht nur die Atemwegserkrankungen relevant, die das Rauchen als Ursache haben, wichtig war auch die Umgebung, in der die Menschen leben. Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen, die in den Ballungsräumen der großen Städte leben, bei einer Erkrankung der Atmungsorgane deutlich gefährdeter sind als diejenigen, die in ländlichen Regionen leben.

    Atemwegserkrankungen sind vererblich

    Sicher sorgen das Rauchen und die hohe Belastung durch Schmutz und Feinstaubbelastung dafür, dass die Zahl der Atemwegserkrankungen in Europa weiter zunimmt, aber es gibt nach Auffassung von Experten auch eine gewisse Veranlagung. Wer in der Familie Asthmakranke hat, der lebt mit einem hohen Risiko, auch an Asthma zu erkranken. Erkrankungen der Bronchien, die nicht selten chronisch sind, können auch von einer zur anderen Generation vererbt werden, dennoch bekommt nicht jeder Raucher automatisch Lungenkrebs. Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die viel Sport treiben, gesund leben und noch nie eine Zigarette angefasst haben, die dennoch an Lungenkrebs erkranken und an dieser Krankheit auch sterben. Unbestritten ist allerdings die Tatsache, dass Raucher mit einem sehr hohen Risiko leben, eine Erkrankung der Atemwege zu bekommen, denn Rauchen ist und bleibt gesundheitsschädlich und zudem auch gefährlich.

    Bild: © Depositphotos.com / AsierRomeroCarballo

  • Gibt es bald nur einen Impfstoff für alle Grippeviren?

    Gibt es bald nur einen Impfstoff für alle Grippeviren?

    Kaum ein anderes Virus ist so gefährlich wie das Grippe-Virus, denn dieser Erreger hat die unangenehme Angewohnheit, in jeder Grippesaison in einer neuen Form aufzutreten. Schon lange sind weltweit Forscher auf der Suche nach einem universellen Impfstoff, der sich nicht um die veränderten Formen des Erregers kümmert, sondern einfach nur dafür sorgt, dass die Grippe nicht zuschlagen kann. Aber so schön die Vorstellung eines neuen Impfstoffs auch ist, leider gibt es dabei einen Haken.

    Jeder zehnte Bürger

    Wenn die kalte Jahreszeit wieder auf dem Vormarsch ist, dann schlägt auch wieder die Stunde der Grippe. Jeder zehnte Deutsche muss sich mindestens einmal mit Jahr mit einer ausgewachsenen Grippe ins Bett legen und auch die Impfung ist nicht immer ein sicherer Schutz. Der Grund für die Erkrankung trotz Impfung ist, dass die Grippeviren immer wieder mutieren und sich dem Impfstoff anpassen können. Ein Universalimpfstoff wäre ein wahrer Segen, vor allem für Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben und die immer wieder von einer Grippe heimgesucht werden. Bis zu diesem Impfstoff, der sich flexibel an die jeweiligen Erreger anpasst, ist es noch ein sehr weiter Weg, aber es wurden bereits zwei sehr wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht. Zwei Forscherteams haben unabhängig voneinander einen Impfstoff gefunden, der gegen die Schweinegrippe hilft und gleichzeitig auch Nagetiere vor der Vogelgrippe schützen kann.

    Verschiedene Virenstämme

    All die Viren, die untersucht wurden, gehörten unterschiedlichen Stämmen an. So wird die Schweinegrippe, die auch Menschen treffen kann, durch das H1N1 Virus ausgelöst, die Vogelgrippe aber durch das H5N1 Virus. Die Forscher haben Frettchen und auch Affen zunächst mit dem H5N1 Virus und damit auch mit der Vogelgrippe infiziert und sie dann mit einem neuen Impfstoff behandelt, und das sehr erfolgreich. An Menschen wurden noch keine Versuche durchgeführt, daher gibt es auch noch keine relevanten Daten. Jetzt arbeiten wieder zwei Forscherteams in den USA an neuen Versuchen und sie sind einen großen Schritt weitergekommen.

    Wie funktioniert der neue Impfstoff?

    Im Fokus der Forscher steht ein Teil der Virushülle, der den Namen Hämagglutinin trägt. Diese Hülle hat die Fähigkeit, sich Zutritt zu einer Zelle zu verschaffen. Vom Aussehen her erinnert das Protein an einen Dauerlutscher, mit einem großen Kopf, der sich durch Mutation ständig verändert und mit einem Stiel, der keine Veränderungen vertragen kann, weil er sonst unbrauchbar wird. An diesem Stiel setzen die Versuche an, einen universellen Impfstoff zu finden. Die Idee ist, den Stiel auf Dauer unbrauchbar zu machen, denn ohne den stützenden Stiel kann auch der Kopf nicht lange überlegen und die Mutation wäre kein Problem mehr. Auch wenn sich der Kopf des Virus ständig verändert, er kann alleine nicht mehr zum Einsatz kommen und ein einziger Impfstoff würde reichen, und die Grippe wäre besiegt.

    Bild: © Depositphotos.com / dml5050

  • Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderkrankheiten – das klingt harmlos, ist es aber leider nicht, denn noch immer sterben jährlich Kinder an Krankheiten wie Masern oder Windpocken. Zwar lassen sich Kinderkrankheiten wenn sie zum Ausbruch kommen, mit den entsprechenden Mitteln sehr gut behandeln, aber eine Kinderimpfung ist immer die bessere Lösung, denn Impfungen bedeuten Vorsorge, damit das Kind die Krankheit erst gar nicht bekommt. Jedes Jahr gibt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, kurz STIKO, die jeweils aktuellen Impfpläne heraus, an die sich die Eltern von Babys, Kleinkindern und Jugendlichen orientieren können. Zudem werden die Eltern auch bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt darauf hingewiesen, in welchem Alter welche Kinderimpfung als Vorsorge gegeben werden muss.

    Kinderimpfung im Kombipack

    Viele Schutzimpfungen werden als Kombination angeboten. So sollte zum Beispiel die MMR, die Kombiimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln immer als Vorsorge dabei sein, wobei vor allem Mädchen diese Kinderimpfung bekommen sollten. Mädchen, die nicht gegen Röteln geimpft werden und die Krankheit erst als erwachsene Frauen während der Schwangerschaft bekommen, riskieren ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Auch die Kinderimpfung gegen Masern ist immer wichtig, denn nach wie vor sind Masern eine der gefährlichen Kinderkrankheiten, die nicht selten zum Tod führen. Die Kinderimpfung im Kombipack hat aber noch einen weiteren Vorteil, denn auf diese Weise werden die in der Impfung enthaltenen Konservierungsstoffe deutlich reduziert.

    Welche Kinderimpfung soll in welchem Alter gegeben werden?

    Ist das Kind zwischen sechs und zwölf Wochen alt, dann wird die Schluckimpfung gegen Rotaviren empfohlen, denn diese Viren können bei Kleinkindern schwere Durchfälle auslösen. Diese Kinderimpfung wird allerdings nicht von den Krankenkassen bezahlt, die Eltern müssen für diese wichtige Vorsorge selbst aufkommen. Je nachdem, welcher Impfstoff verabreicht wird, müssen zwei oder drei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen gegeben werden. Ab dem zweiten Monat sollte das Kind folgende Impfungen bekommen:

    • Tetanus
    • Keuchhusten
    • Kinderlähmung
    • Hepatitis B (am besten in einer 6-fach Impfung)
    • Diphtherie

    Eine weitere Kinderimpfung kann optional eine gegen Pneumokokken und eine Impfung gegen Rotaviren sein.

    Ist das Kind drei Monate alt, dann sollte die 6-fach Impfung gegen Pneumokokken aufgefrischt werden.

    Impfungen ab dem ersten Lebensjahr

    Mit einem Jahr werden Kinder zum ersten Mal gegen die Kinderkrankheiten Masern, Röteln und Mumps geimpft und in diesem Alter gibt es auch die erste Vorsorge in Form einer Kinderimpfung gegen die Windpocken. Auf Wunsch kann auch die Kinderimpfung gegen Windpocken eine Kombiimpfung zusammen mit Masern, Mumps und Röteln sein. Wichtig ist die Kinderimpfung gegen Meningokokken, und auch die Schutzimpfung gegen die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch einen Zeckenbiss ausgelöst und zur Hirnhautentzündung führen kann, sollten die Eltern unbedingt machen lassen. Sind die Kinder zwischen 15 und 23 Monate alt, dann müssen die Kombiimpfungen erneut aufgefrischt werden.

    Empfohlene Impfungen für Schulkinder

    Bevor ein Kind in die Schule geht, sollte es noch einmal gegen Tetanus, Diphtherie und auch gegen Keuchhusten geimpft werden. Das Gleiche gilt auch bei Kindern, die zwischen neun und 17 Jahren alt sind, denn nur eine erneute Auffrischung der Impfungen bedeutet eine gute Vorsorge. Optional ist die Impfung gegen die Grippe. Ärzte raten allerdings dazu nur Kinder impfen zu lassen, die entweder an einer angeborenen Herzschwäche oder an einer chronischen Erkrankung leiden. Die Impfung gegen die Grippe wird auch nicht von den Krankenkassen übernommen, die Eltern müssen diese Vorsorge aus eigener Tasche bezahlen. Wenn geimpft wird, dann ist der Oktober und damit der Beginn der kalten Jahreszeit der beste Zeitpunkt. Kinderärzte raten ebenfalls dazu, Kinder gegen Tollwut impfen zu lassen, vor allem dann, wenn die Familie in einer ländlichen Region wohnt. Ohne die Schutzimpfung endet eine Tollwut-Erkrankungen immer mit dem Tod. Auch wenn diese Impfung nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, die Impfung gegen Tollwut ist für die Eltern ein Muss.

    Bild: © Depositphotos.com / Esbenklinker

  • Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Noroviren – hochansteckend, hartnäckig und gefährlich

    Viren sind immer unangenehm, aber Noroviren sind eine ganz spezielle Sorte. Sie sind nicht nur extrem ansteckend, sie sind auch extrem zäh: Noroviren lassen sich nicht von Kälte bis zu minus 20° Grad oder Hitze bis zu plus 60° Grad aufhalten. Wenn die Viren einmal da sind, dann lassen sie sich nicht so schnell wieder vertreiben, sie haften an Möbeln, an Tiefkühlkost, an der Kleidung und sogar an Kinderspielzeug und das monatelang. Was Noroviren vertreiben kann? Nur wirklich starke, chemische Desinfektionsmittel oder aber einfache Zitronensäure, denn die können Noroviren nicht leiden.

    Noroviren zwingen alle in die Knie

    Kitas werden geschlossen, die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen müssen in Quarantäne, in Krankenhäusern und Altenheimen wird der Notstand ausgerufen – schuld sind Noroviren. Die kleinen unscheinbaren Viren verlieren keine Zeit, sie überfallen Menschen ohne Vorwarnung und von einer Minute zur anderen. Übelkeit, Bauchschmerzen, gefolgt von Erbrechen und Durchfall sind Anzeichen einer Magen- und Darmgrippe, die durch Noroviren ausgelöst wird. In der Folge verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit und Salz, es kann zu massiven Kreislaufproblemen bis hin zum Schock mit Kreislaufversagen führen. Vor allem Kinder, ältere Menschen und alle, die ein schwaches Immunsystem haben, sind gefährdet, wenn sie mit Noroviren infiziert werden. Anstecken kann sich jeder, denn es reicht schon ein Händedruck, und da sich die Viren auch über die Luft übertragen, sind sie besonders gefährlich. Weil Noroviren auch vor Tiefkühlkost nicht halt machen, kann man sich sogar an Tiefkühlgemüse anstecken, das schon länger im Gefrierfach des Kühlschranks lag.

    Wie lange dauern die Beschwerden an?

    Noroviren sind zwar hochansteckend, aber sie bleiben nicht allzu lange. Meist ist nach drei bis fünf Tagen das Schlimmste überstanden, nur bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann die Infektion auch mal länger als eine Woche dauern. Kommt es zu Schwierigkeiten mit dem Kreislauf, dann kann auch ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden. Die Betroffenen fühlen sich oftmals noch Tage nach der akuten Phase krank und schwach. Wichtig ist es viel zu trinken, um den Verlust an Flüssigkeit wieder auszugleichen. Ideal sind Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, ungesüßte Tees und auch dünne Suppen mit wenig Fett. Hilfreich kann auch Elektrolytpulver sein, das es in der Apotheke zu kaufen gibt. Besonders bei Kindern ist dieses Pulver eine gute Wahl, denn es hilft ihnen schneller wieder gesund zu werden.

    Noroviren aktiv vorbeugen

    Gänzlich lässt sich eine mögliche Infektion mit Noroviren leider nicht vermeiden, es gibt aber einige wirksame Mittel, um die Viren abzuschrecken. So haben Forscher zum Beispiel herausgefunden, dass Zitronensäure die Viren vertreiben kann. Die Säure, die in Zitronen zu finden ist, das sogenannte Citrat, setzt sich genau an den Stellen fest, an denen die Noroviren sind, es legt sie praktisch lahm und verhindert so effektiv eine Ansteckung. Röntgenuntersuchungen haben diesen Vorgang sichtbar gemacht und bewiesen, dass das Händewaschen mit Zitronensäure dabei helfen kann, Noroviren in Schach zu halten. Leider gibt es kein wirksames Medikament, um die Noroviren aufzuhalten und es ist bislang auch nicht gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen die Viren immun macht.

    Noroviren sind meldepflichtig

    Das Norovirus trat 1968 zum ersten Mal in der amerikanischen Stadt Norwalk auf und wird deshalb in den USA auch noch bis heute Norwalk-Virus genannt. Die Viren nahmen sehr schnell den Weg über den Atlantischen Ozean nach Europa und sind heute weltweit verbreitet. Da Noroviren hochansteckend sind und ein einziger Mensch viele andere in einem relativ kurzen Zeitraum anstecken kann, ist jede Infektion immer meldepflichtig. Gibt es einen Krankheitsfall, dann müssen die zuständigen Gesundheitsämter informiert werden. Kommt es in Altenheimen, in Schulen, in Kindergärten oder auch in Krankenhäusern zu einer Infektion mit Noroviren, dann werden die Patienten, aber auch die Räumlichkeiten unter Quarantäne gestellt.

    Bild: © Depositphotos.com / designer491

  • Typhus – Ursachen, Diagnose und Therapie

    Typhus – Ursachen, Diagnose und Therapie

    Für die meisten Menschen ist Typhus eine Krankheit, die in einem Atemzug mit Cholera oder Pocken genannt wird, eine Krankheit, die es in der heutigen zivilisierten Welt nicht mehr gibt. Das allerdings ist ein Irrtum, denn die Infektionskrankheit ist nach wie vor präsent. Es sind vor allem Fernreisende, die nicht selten den Krankheitserreger mit nach Hause bringen, ohne es zu wissen, und die dann, ohne es zu wollen, viele andere Menschen anstecken können. Millionen Menschen überall auf der Welt stecken sich jedes Jahr mit Typhus an, aber es gibt effektive Maßnahmen, damit es erst gar nicht zur Ansteckung kommt.

    Übertragung durch Salmonellen

    Typhus tritt in zwei verschiedenen Formen auf, aber beide Formen haben nur einen Überträger und der heißt Salmonellen. Unterschieden werden der Paratyphus, eine typhusähnliche Krankheit und der klassische Typhus abdominalis, der Bauchtyphus. Übertragen werden die Salmonellen durch eine sogenannte Schmierinfektion, also entweder durch verunreinigtes Essen oder Wasser. Vor allem für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, für ältere Menschen, kleine Kinder und schwangere Frauen können beide Formen des Typhus sehr gefährlich werden.

    Die Typhus-Symptome

    Bauchtyphus macht sich mit grippeähnlichen Symptomen bemerkbar. Kopf- und Gliederschmerzen gehören zum Krankheitsbild, aber auch hohes Fieber, das bis zu 40° Grad erreichen kann, zudem haben die Betroffenen starke Bauchschmerzen und leiden unter Verstopfung. Wird der Typhus nicht behandelt, dann kommt noch der charakteristische Hautausschlag dazu. Am Rücken, am Bauch und auch auf der Brust zeigen sich sogenannte Roseolen, kleine rötliche Flecken, die an Stecknadelköpfe erinnern. Auf der Zunge bildet sich ein dicker weißer Belag, nur die Zungenspitze und die Ränder färben sich auffallend himbeerrot. Ab der dritten Krankheitswoche kommt dann auch der typische schwere Durchfall dazu.

    Handelt es sich um Paratyphus, dann sind die Symptome ähnlich, aber nicht ganz so ausgeprägt, so steigt zum Beispiel das Fieber selten über 39° Grad.

    Wie wird Typhus behandelt?

    In der Regel wird Typhus mit Antibiotika behandelt, und wenn die Krankheit früh erkannt wird, dann reicht die Behandlung mit Tabletten, um den Krankheitsverlauf zu stoppen. Kommt es zu einem schweren Verlauf der Krankheit, dann wird ein Aufenthalt im Krankenhaus unumgänglich, denn die Antibiotika müssen in Form einer Infusion verabreicht werden. Besonders dann, wenn das Fieber in bedenkliche Höhen steigt, müssen die Patienten in die Klinik und werden dort auf der Intensivstation behandelt.

    Gibt es eine Impfung?

    Gegen Typhus gibt es eine wirksame Impfung. Diese Impfung besteht aus Typhus-Bakterien, die in abgeschwächter Form gespritzt werden, damit der Körper Abwehrstoffe entwickeln kann. Möglich ist aber auch eine Schluckimpfung, die allerdings für Menschen mit Magen- und Darmproblemen oder mit einem geschwächten Immunsystem nicht zu empfehlen ist. Wird mit der Spritze geimpft, dann reicht eine Injektion aus, bei der oralen Impfung muss der Impfstoff dreimal immer im Abstand von zwei Tagen eingenommen werden, um den gewünschten Schutz aufbauen zu können.

    Gibt es Nebenwirkungen?

    Alles, was eine Wirkung hat, das hat bekanntlich auch eine Nebenwirkung und die Impfung gegen Typhus macht da keine Ausnahme. Vor allem nach der Schluckimpfung kann es zu heftigen Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder anderen Problemen im Magen- und Darmtrakt kommen. Wird mittels Spritze gegen Typhus geimpft, dann kann es auch zu Nebenwirkungen kommen, aber nur in abgeschwächter Form. Müdigkeit gehört zu den Nebenwirkungen, aber auch Muskelschmerzen und eine leicht erhöhte Temperatur gehören zu den Symptomen, die nach einer Typhus-Impfung mit der Spritze auftreten.

    Was sollten Urlauber beachten?

    Wer nach Afrika, nach Südostasien oder auch nach Südamerika reist, sollte kein rohes Obst oder Gemüse verzehren und nur abgepacktes Trinkwasser kaufen. Wichtig ist es auch, sich gründlich die Hände zu waschen. Auf rohe oder nicht ganz durchgegarte Speisen sollte generell verzichtet werden, denn auch dort können Salmonellen lauern, die unter Umständen Typhus auslösen können.

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  • Lungenentzündung: Symptome der Erkrankung

    Lungenentzündung: Symptome der Erkrankung

    Eine Lungenentzündung klingt für viele Menschen eher harmlos und wird nicht selten von Patienten verschleppt, weil diese denken, unter einem einfachen Husten oder einer Grippe zu leiden. Tatsächlich aber ist die Lungenentzündung in vielen Industrieländern die Infektionskrankheit, die am häufigsten zum Tode führt. Die Symptome der Krankheit sind oft unterschiedlich und davon abhängig, welcher Erreger die Krankheit verursacht hat. Man spricht in diesem Zusammenhang von typischen und atypischen Krankheits-Symptomen.

    Eine klassische Lungenentzündung, von Medizinern auch als Pneumonie oder Bronchopneumonie bezeichnet, hat im Anfangsstadium meist grippeähnliche Symptome und wird deswegen nicht immer sofort als Infektion des Lungengewebes diagnostiziert.

    Die Anzeichen einer typischen Lungenentzündung, die meist durch Bakterien wie Pneumokokken und Streptokokken hervorgerufen wird, kommen in der Regel sehr plötzlich und treffen den Patienten mit voller Wucht.

    Die Symptome, die am häufigsten auftreten, sind:

    • Starkes Fieber bis zu 40°
    • Schüttelfrost
    • Husten
    • Pulsrasen
    • Eitriger, gelb-grünlicher Auswurf, der auch mit Blut vermischt sein kann
    • Atemnot
    • Schnelles, flaches Atmen
    • Schmerzen beim Atmen, die bis in den Unterbauch strahlen können

    Diese Symptome erinnern stark an eine Grippe. Aus diesem Grund wird eine Lungenentzündung häufig nicht erkannt. Das kann schwere Folgen haben, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Wenden Sie sich daher unbedingt an einen Arzt, wenn Sie die Vermutung haben, an einer Lungenentzündung zu leiden.

    Neben der typischen Lungenentzündung gibt es auch eine atypische, die durch ganz bestimmte Bakterien und Viren hervorgerufen wird. Diese Form der Lungenentzündung kann sogar noch gefährlicher sein, weil die Symptome noch schwieriger auf die Erkrankung hinweisen. Diese sind:

    • Leichte Erhöhung der Körpertemperatur
    • Trockener Husten

    Man spricht in diesem Fall häufig auch von einer „kalten“ Pneumonie, die nicht selten übersehen und nicht richtig auskuriert wird. Auch hier können sich schwere Folgeerscheinungen und Beschwerden einstellen. Im Falle dieses atypischen Krankheitsverlaufs, der häufig für eine harmlose Erkältung gehalten wird, ist es wichtig, dass sie darauf achten, wie lang Symptome wie Husten, Rückenschmerzen, Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und Schlappheitsgefühl anhalten. Erstrecken sich diese über einen längeren Zeitraum und lassen sich nicht mit herkömmlichen Erkältungsmedikamenten behandeln, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen.

    Lungenentzündung Symptome bei Kindern

    Bei Kindern entwickelt eine Lungenentzündung noch ganz andere Symptome als bei Erwachsenen. Die Kleinsten leiden häufig an einem stark aufgeblähtem Bauch sowie Kopf- und Gliederschmerzen, die das Krankheitsbild nochmals verschlimmern. Auch Trink- und Sprechunlust sind typische Anzeichen einer Lungenentzündung bei Kindern. Im Falle einer „kalten“ Pneumonie haben Kinder sehr häufig kalte Hände. Eltern müssen in diesem Fall besonders aufmerksam sein, da die Symptome nicht sofort auf eine Erkrankung der Atmungsorgane hinweisen.

    Risiko-Gruppen und die Gefahren einer verschleppten Lungenentzündung

    Einige Personen-Gruppen sind besonders stark von Lungenentzündungen und ihren Auswirkungen betroffen. Dazu gehören unter anderem:

    • Rentner
    • Menschen mit einer chronischen Lungen-Erkrankung
    • Menschen mit einer Immun-Abwehrschwäche

    Die Betroffenen leiden nicht nur noch mehr unter den Symptomen, sondern sind auch allgemein anfälliger für eine Lungenentzündung. Aus diesem Grund bezahlen die Krankenkassen in der Regel eine Impfung gegen die Infektionskrankheit, die für gesunde Menschen kostenpflichtig ist.

    Die Behandlung einer Lungenentzündung erfolgt in aller Regel durch Antibiotika, die Sie vom Haus- oder Lungenarzt verschrieben kriegen. Wir die Entzündung des Lungengewebes nicht behandelt, können sich andere Komplikationen und Krankheiten einstellen, da sich die Bakterien, die für die Infektion verantwortlich sind, ungestört im Körper ausbreiten können. Zu diesen gehören unter anderem:

    • Mittelohrentzündung
    • Hirnhautentzündung
    • Entzündung des Lungenfells
    • Entzündung des Herzmuskels -> lebensbedrohlich!
    • Wasseransammlung in der Lunge
    • Blutvergiftung
    • Lungenabszess

    Um den Folgen einer verschleppten Lungenentzündung zu entgehen, ist es besonders wichtig, dass Sie sich und Ihrem Körper ausreichend Ruhe gönnen. Der größte Fehler ist, zu früh wieder zur Arbeit zu gehen.

    Die Symptome einer Lungenentzündung sind oft schwer zu deuten. Besonders die atypische „kalte“ Pneumonie wird oft sehr spät erkannt und kann dann nur schwer behandelt werden. Achten Sie daher immer auf die Anzeichen – besonders, wenn Sie zu einer der Risiko-Gruppen gehören.

    Bild: © Depositphotos.com / minervastock