Schlagwort: Hirn

  • Wie sich chronische Beschwerden am besten bekämpfen lassen

    Im Netz der Schmerzen

    Baierbrunn (ots) – Der Schmerz dauert an, obwohl der Rücken wieder geheilt ist – für Experten nichts Ungewöhnliches. Denn Schmerz entsteht im Grunde erst auf dem Weg zum Gehirn, an mehreren Stationen kann er gedämpft, ausgeblendet oder aber verstärkt werden. Verändert sich diese Schmerzbahn, kann auch ein Schmerz entstehen, der gar keinen Auslöser im Gewebe hat. „Das bedeutet keineswegs, dass die Beschwerden eingebildet sind“, sagt Professorin Heike Rittner, Leiterin der Schmerztagesklinik an der Uniklinik Würzburg, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. „Vielmehr hat sich die körperliche Ursache verlagert.“ Fachleuten zufolge bestimmen auch das eigene Umfeld und Verhalten, wie stark sich chronische Schmerzen anfühlen. Experten sprechen vom „biopsychosozialen Modell“. Bei der Behandlung von chronischen Schmerzen sind daher Medikamente nicht alles. Bekämpfen lässt sich das Leid der Patienten am besten im Team, in einer umfassenden, sogenannten multimodalen Therapie. Der Arzt verschreibt Schmerzmittel, der Physiotherapeut erweitert das Bewegungsspektrum, der Psychotherapeut hilft dabei, besser mit dem Schmerz zu leben. Eine solche Behandlung bieten Schmerzzentren an oder gut vernetzte niedergelassene Ärzte mit Weiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“. 

    Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 5/2016 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3318505
  • Warum zu fettes Essen dem Gehirn schadet

    Warum zu fettes Essen dem Gehirn schadet

    Dass fettes Essen dick macht, ist hinlänglich bekannt, dass es aber auch das Gehirn negativ beeinflusst, das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Zunächst gilt diese These allerdings nur für Mäuse, denn die kleinen Nagetiere, die im Rahmen der Studie mit fettigem Essen gefüttert wurden, legten nicht nur kräftig an Gewicht zu, ihr Gehirn litt zudem an einer Unterversorgung mit Zucker.

    Das Gehirn hungert

    Die Studie des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung hat nachgewiesen, dass fettiges Essen schon nach drei Tagen zu einer deutlich geringeren Versorgung mit Zucker führt. Das Gehirn hungert und das, obwohl viel und fett gegessen wird. Wird der Zuckerspiegel im Gehirn wiederhergestellt, kann es für den restlichen Körper gefährlich werden, im schlimmsten Fall droht sogar eine Diabetes. Die Forschergruppe um Jens Brüning fand heraus, dass bei Mäusen schon nach drei Tagen fettreicher Diät, die Aufnahme von Glukose im Gehirn stetig abnahm.

    Was ist der Auslöser?

    Die Forscher sehen in den ungesättigten Fettsäuren einen möglichen Auslöser, der sich giftig auf die Blut-Hirn-Schranken auswirkt. In der Folge kommt es dann zu einer Rückbildung des Glukose-Transports, das dann an den wichtigen Stellen im Gehirn fehlt. Die Mäuse lernten plötzlich nichts mehr und auch ihr Erinnerungsvermögen wurde immer schlechter. Das Gehirn versucht allerdings, dem Mangel an Glukose entgegenzuwirken, indem das Immunsystem umgehend anfängt, VEGF zu produzieren, um den Glukosewert wieder zu steigern.

    Der Körper muss leiden

    Es dauerte vier Wochen, bis bei den Mäusen im Gehirn wieder ein normaler Glukosespiegel gemessen werden konnte, obwohl sie weiterhin fettreich ernährt wurden. Dieser Ausgleich des Bedarfs an Zucker im Hirn ging aber auf Kosten des Körpers. Das Gehirn hatte den Appetit auf Süßigkeiten stetig gesteigert und dabei verhindert, dass die Muskeln Zucker bekamen. In der Spätfolge können die Zellen der Muskeln resistent gegen das Hormon Insulin werden, und das steigert die Gefahr, an Diabetes zu erkranken.

    Bild: © Depositphotos.com / Berka777

  • Fit durch den Büroalltag

    Regus präsentiert vier Tipps für den gesunden und produktiven Achtstundentag am Büroarbeitsplatz

    Düsseldorf – 28. April 2016 – Wer seinen Blick durch das Büro wandern lässt, erkennt sie sofort: die Unfitten. Nach vorne gebeugt und aus kürzester Entfernung in den Monitor starrend, verharren sie acht Stunden täglich, fünf Tage die Woche in verkrampfter Haltung auf ihrem falsch eingestellten Ergonomie-Stuhl – Monat für Monat und Jahr für Jahr. Nur ein einziges Ritual unterbricht die allgegenwärtige „Bürostarre“ – und zwar das Mittagessen. Schnell muss es gehen und vor allem gut schmecken. Der Döner um die Ecke oder Pommes rot-weiß sind willkommene Alternativen zum faden Kantinenessen. Doch wirklich gesund kann das alles nicht sein und wer produktiv sein will, muss sich und seinem Gehirn mehr bieten als ununterbrochene Eintönigkeit.

    Regus, der weltweit größte Anbieter von flexiblen Bürolösungen hat zusammen mit Dr. Michèl Gleich von Gleich Personal Training vier Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, im Büroalltag fit zu bleiben. Michèl Gleich wurde mit dem NEOS Award 2015 als bester Personal Trainer-Newcomer ausgezeichnet und weiß, worauf es bei einem gesunden und fitten Büroarbeitstag ankommt:

    • Bewegung

    Wer schon auf seinem Schreibtischstuhl einen Ruhepuls von 130 hat, sollte darüber nachdenken, sich öfter zu bewegen. Während der Schreibtischarbeit sollte deswegen mindestens drei bis vier Mal pro Stunde die Sitzhaltung gewechselt werden. Die regelmäßige Veränderung der Sitzposition stärkt nicht nur die Rückenmuskulatur, sondern bewirkt auch, dass die unteren Extremitäten besser durchblutet werden. Regelmäßiges Aufstehen und der Gang zum Kollegen anstatt einer kurzen E-Mails sind ebenfalls wahre Wundermittel, um mehr Bewegung in den Büroalltag zu integrieren. Denn Bewegung ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit: Durch Aktivität werden das Herz-Kreislauf-System angeregt und der Stoffwechsel in Schwung gebracht. Das Gehirn bekommt mehr Sauerstoff kann konzentrierter arbeiten. Insbesondere nach dem Mittagessen ist ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft empfehlenswert.

    • Kleine Pausen

    Wer hart arbeitet, hat sich auch Pausen verdient. Für den Körper und die Konzentration ist es enorm wichtig, zwischendurch abschalten zu können und neue Energie zu sammeln. Deswegen ist es zwischendurch sinnvoll, den Stift sprichwörtlich fallenzulassen, aus dem Fenster zu schauen und das Geschehen zu beobachten. Außerdem ist es ratsam, in den Arbeitseinsatz kurze Dehn- oder Entspannungspausen einzubauen. Neben Entspannungsübungen können auch spezielle Übungen für den Rücken, Nacken oder die Augen die Konzentration steigern und zu einem besseren Arbeitspensum beitragen.

    • Ernährung

    Wer arbeitet, verbraucht Energie. Daher sollte dem Körper die richtige Qualität und Quantität an Energie in Form von drei geregelten Mahlzeiten pro Tag zur Verfügung gestellt werden. Besonders Frühstück und Mittagessen sind unverzichtbar, denn sie versorgen den Körper und die Muskeln für den bevorstehenden Tag. Das Mittagessen sollte dabei idealerweise zu einer Hälfte aus Proteinen wie Geflügel, Fisch oder auch rotem Fleisch bestehen und zur anderen Hälfte aus energiereichen Kohlenhydraten und gesunden Fetten. Dabei sind Reis, Nudeln oder CousCous und Avocados empfehlenswert. Die abwechslungsreiche Mahlzeit belastet den Stoffwechsel nicht so sehr, verschafft dem Körper Energie und beugt der Müdigkeit vor. Für alle, die während des Tages unter Heißhungerattacken leiden, sind eine Handvoll Mandeln die perfekte Lösung. Aber auch ein Smoothie oder ein gesunder Shake sind gute Zwischenmahlzeiten.

    • Ergonomie

    Das A und O für gesundheitsfördernde Büroarbeit ist ein ergonomischer Arbeitsplatz. Egal welcher Stuhl oder Tisch: Die Höhe macht den kleinen aber feinen Unterschied. Der Bürostuhl sollte so eingestellt sein, dass die Füße den Boden mühelos erreichen können. Sowohl Ober-als auch Unterarme und Ober- sowie Unterschenkel sollten stets einen rechten Winkel bilden können. Generell ist es wichtig, auf einen geraden Rücken und eine aufrechte Kopfhaltung zu achten. Dabei kommt es darauf an, dass ein gerader Blick auf den Bildschirm und eine gute Erreichbarkeit von Maus und Tastatur gewährleistet sind.

    “Der moderne Arbeitsplatz im Büro ist geprägt von langem Sitzen und wiederkehrenden Bewegungsmustern”, sagt Michael Barth, Geschäftsführer von Regus in Deutschland. “Wir alle kennen die Verspannungen im Nacken, brennende Augen oder das Völlegefühl nach der Mittagspause. Wer aber gesund bleiben und möglichst entspannt durch den Büroalltag gehen will, muss aus dem Trott ausbrechen und sich selbst und seinem Körper etwas gutes tun – auch der Chef wird es einem danken, denn der gesunde und fitte Mitarbeiter ist auch ein produktiver Mitarbeiter.“

    Pressekontakt:
    Regus
    Marketing Germany
    marketing.germany@regus.com
    www.regus.de

  • Sind Querschnittlähmungen bald heilbar?

    Sind Querschnittlähmungen bald heilbar?

    Die Diagnose Querschnittslähmung ist immer ein Schock, da Lähmungen dieser Art in den meisten Fällen nicht heilbar sind. 30 Jahre dauert die Forschung bereits, jetzt hat ein Neurologe ein neues Medikament getestet, das die Nervenfasern im Rückenmark nachwachsen lässt. Ist das der ersehnte Durchbruch, auf den so viele Menschen, die im Rollstuhl sitzen, so lange gewartet haben?

    Eine große Hoffnung

    Martin Schwab ist Neurologe mit einer Professur für Hirnforschung in Zürich und er ist der Mann, der für alle Menschen mit einer Querschnittslähmung als sehr große Hoffnung gilt. Schwab hat nach jahrelanger Forschung einen Wirkstoff entwickelt, der die durch einen Unfall zerstörten Nervenfasern nachwachsen lässt. Mit der Einnahme dieses Medikamentes sollen Unfallopfer die Beine wieder spüren und auch wieder gehen können.

    Sofort nach dem Unfall

    Damit das Mittel seine gewünschte Wirkung erzielen kann, muss es so schnell wie möglich nach einem Unfall verabreicht werden, denn wenn es wirken soll, dann sind die ersten Wochen entscheidend. Menschen, die schon lange im Rollstuhl sitzen, wird das Mittel nicht mehr helfen können, aber es ist für diejenigen eine Hoffnung, die in Zukunft schwer verunglücken. Jedes Jahr gibt es in Deutschland 1800 neue Fälle von Querschnittslähmung. Bei dieser Diagnose sind die Nervenverbindungen zwischen dem Körper und dem Gehirn so schwer geschädigt, dass die Betroffenen vom Bauchnabel abwärts gelähmt sind.

    Erfolgreiche Versuche

    Das von Martin Schwab entwickelte Medikament ist eine sogenannte Antikörper-Substanz, die sich „Anti-Nogo-A“ nennt und die schon an Ratten, Mäusen und Makaken erfolgreich getestet wurde. Im kommenden Herbst soll die zweite Phase der Studie beginnen und es werden schon Vorbereitungen getroffen, um das Mittel an sieben Krankenhäusern in fünf Ländern an Patienten zu testen. Experten sehen in Martin Schwab einen Pionier auf dem Gebiet der Querschnittslähmung und auch Neurologen in Deutschland sind jetzt schon sehr gespannt, wie die Tests ausgehen werden.

    Bild: © Depositphotos.com / photographee.eu

  • Das Rückenmark – die Verbindung zwischen Körper und Geist

    Das Rückenmark – die Verbindung zwischen Körper und Geist

    Körper und Gehirn stehen in ständiger Verbindung, aber wie können Körper und Geist überhaupt miteinander kommunizieren? Wie kommen die Anweisungen, die das Gehirn gibt, im Körper an und auf welchen Wegen werden Informationen übertragen, die Arme und Beine zu steuern? Es sind die Nervenbahnen, die für den Austausch zuständig sind und ihre Schaltzentrale ist das Rückenmark, das als eine Art Brücke zwischen dem Gehirn und dem Körper fungiert. Neben dem Gehirn ist das Rückenmark der zentrale Punkt im menschlichen Körper.

    Ein fingerdicker Strang

    Das Rückenmark ist ein etwa fingerdicker Strang, der in der Hauptsache aus Nervenzellen und Faserbündeln besteht. Der Strang verläuft in einem Wirbelkanal vom Hals bis hinunter zum Steißbein und passiert auf seinem Weg die verschiedenen Wirbel der Wirbelsäule. Bei neugeborenen Kindern reicht der Strang noch vom unteren Bereich des Gehirns bis hin zu den unteren Wurzeln der Nerven, die den Wirbelkanal in Höhe des Kreuzbeins verlassen. Bei einem erwachsenen Menschen endet er aber wieder auf der Höhe des zweiten Lendenwirbels. Dieser Unterschied erklärt sich im Wachstum, denn die Wirbelsäule wächst einige Zentimeter mehr als das Rückenmark. Der wichtige Strang ist sehr empfindlich und wird durch die Rückenmarkhäute und den Wirbelkanal geschützt. Einen zusätzlichen Schutz bildet der Liquor, eine Flüssigkeit, in der das Gehirn und auch der Nervenstrang schwimmen.

    Welche Funktionen hat das Rückenmark?

    Vereinfacht gesagt ist der Nervenstrang so etwas wie ein Bahnhof, an dem die unterschiedlichen Nervenbahnen eintreffen und wieder „wegfahren“. Diese Nervenbahnen sorgen mit ihren Signalen für einen sehr regen Austausch an Informationen zwischen dem Gehirn und der Muskulatur des Skeletts, sowie den inneren Organen und den Sinnesorganen.

    Die Rückenmarkzellen, die sogenannten Spinalnerven, haben eine vordere und eine hintere Wurzel. In der vorderen Wurzel verlassen die Nervenbahnen das Rückenmark und in der hinteren Wurzel gelangen sie ins Gehirn. Auch wenn die Wirbelsäule und der Nervenstrang nicht gleich lang sind, die Wurzelfäden der Rückenmarkzellen treten immer zwischen zwei Wirbeln im Zwischenwirbelloch aus dem Wirbelkanal entweder aus oder ein. Es gibt 31 dieser spinalen Nervenpaare:

    • Acht Paare aus dem Halsmark
    • Zwölf Paare aus dem Brustmark
    • Fünf Paare aus dem Lendenmark
    • Fünf Paare aus dem Kreuzbeinmark
    • Ein Paar aus dem Steißbeinmark

    Mögliche Verletzungen des Rückenmarks

    Das Gewebe des Rückenmarks ist zusammen mit dem Gewebe des Gehirns der empfindlichste und sensibelste Teil des menschlichen Körpers. Es sind die vielen Nervenbahnen, die unter anderem die Organe und die Muskeln steuern, die eine Verletzung des Rückenmarks so schwerwiegend machen. Eine dieser Verletzungen ist eine schlaffe Lähmung, die immer dann eintritt, wenn ein peripherer Nerv durchtrennt wird, der zu einem Muskel führt. Aber auch wenn die Zellkörper zerstört werden, wie das unter anderem bei Kinderlähmung der Fall ist, dann kann diese spezifische Lähmung auftreten. Kommt es zu einem Verkehrsunfall oder zu einem schweren Sturz, beispielsweise im Sport, dann können nicht nur die Knochen brechen und die Wirbelkörper sich verschieben, auch der Wirbelkanal des Rückenmarks und die darin enthaltenen Nervenbahnen können dabei schwer zu Schaden kommen. In der Folge kann es zu neurologischen Schäden wie Sensibilitätsstörungen in den Gliedmaßen kommen. Nimmt die Verletzung einen besonders schweren Verlauf, dann droht sogar eine Querschnittslähmung. Wie gravierend eine Querschnittslähmung ist, das hängt immer davon ab, wo und wie stark der wichtige Nervenstrang geschädigt wurde. Je höher die Verletzung auftritt, desto mehr Funktionen des Körpers werden von der Nervenversorgung getrennt und desto mehr Bereiche des Körpers sind gelähmt.

    Ohne die Hilfe des Rückenmarks könnten wir uns nicht bewegen, wir hätten keine Reflexe und unsere inneren Organe würden nicht funktionieren. Der lebenswichtige Nervenstrang wird zwar durch den Wirbelkanal, durch Flüssigkeit und durch die Rückenmarkhäute geschützt, trotzdem ist es keine schlechte Idee, besonders auf den Rücken gut aufzupassen.

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  • Nervenzellen – ohne sie geht gar nichts

    Nervenzellen – ohne sie geht gar nichts

    Viele glauben, dass das Herz im menschlichen Körper die Hauptrolle spielt, die eigentlichen Hauptdarsteller sind aber die Neuronen, die Nervenzellen, die es möglich machen, dass wir denken, fühlen, sprechen und handeln können. Jeder Mensch hat 86 Milliarden dieser Zellen, die ohne Pause rund um die Uhr miteinander kommunizieren und innerhalb von Millisekunden äußerst komplexe elektrische und chemische Prozesse bewältigen können. Die Nervenzellen sind perfekt aufeinander eingespielt und so wird es möglich, dass wir ohne Probleme leben können.

    Nichts ist unmöglich

    Stellen wir uns vor, wir würden an einer Konferenz teilnehmen und müssten alle Teilnehmer dieser Konferenz zu einem gemeinschaftlichen Verhalten bewegen, das auch noch sinnvoll ist. Das klingt nicht allzu schwer, aber wenn diese Konferenz mehrere Milliarden Teilnehmer hat und uns nur Bruchteile von Sekunden für unser Vorhaben bleiben, dann ist das völlig unmöglich. Oder doch nicht? Für die Nervenzellen ist das vollkommen normal, denn so funktionieren sie und sind dabei auch noch sehr erfolgreich.

    Nervenzellen – die Schnellläufer unter den Zellen

    Die Haare kämmen, ein Stück Kuchen essen oder Fußball spielen – das alles ist für uns selbstverständlich und keiner denkt darüber nach, wer die Arbeit im Hintergrund übernimmt. Im Körper gibt es jedoch so etwas wie eine stille Post aus verschiedenen Nervenzellen, die miteinander kommunizieren und diese Tätigkeiten erst möglich machen. Im zentralen Nervensystem, der Schaltzentrale, werden mit der Hilfe der Neuronen, die für die motorischen Tätigkeiten zuständig sind, alle zuständigen Zellen aktiviert, um Hände oder Füße in Gang zu setzen. Synchron dazu liefern die sensorischen Zellen ständig Informationen an das Gehirn, um Hände und Füße in die richtige Position zu bringen. Die sogenannten Motoneuronen führen dann den Auftrag exakt durch.

    Einfach und doch hoch kompliziert

    Auch wenn die Zusammenarbeit der Neuronen sehr einfach klingt, dahinter verbirgt sich ein sehr kompliziertes System, in das mehrere Millionen von Nervenzellen eingebunden sind. Es sind diese Zellen, die jeden chemischen oder elektrischen Prozess blitzschnell analysieren und die ganz nach Belieben eine Funktion verstärken, beschleunigen, verstärken oder auch hemmen können. Um zu verstehen, was Neuronen tun, muss man sich den Aufbau einer Nervenzelle genauer ansehen. Eine Zelle besteht aus einem Zellkörper, aus dem mehrere Verästelungen wachsen. Diese Verästelungen stehen dauernd mit anderen Zellen in Kontakt, sie können Informationen senden und auch empfangen. Wird gesendet, dann passiert das über ein Axon, ein Auswuchs, der bis zu einem Meter lang werden kann. Wird eine Information empfangen, dann übernehmen das die Dendriten, Zellen, die bis zu 200.000 Fasern haben können.

    Wenn die Neutronen feuern

    Wenn die ankommenden Signale, die von anderen Nervenzellen kommen, stark genug sind, dann wird ein bestimmter Wert überschritten und die Nervenzelle feuert elektrische Impulse in Richtung der Synapsen. Wie schnell dieses sogenannte Aktionspotenzial ist, das kommt auf die jeweilige Nervenzelle an, wenn es richtig schnell geht, dann erreicht dieser Feuerstoß eine Geschwindigkeit von 120 Metern in der Sekunde. Auch das Axon bestimmt das Tempo, und zwar durch seine Beschaffenheit. Ist ein Axon dick, dann geht es recht flott, ist es dünn, dann dauert es etwas länger. Das Ziel der Neutronen ist immer ein synaptisches Endknöpfchen, eine Art Kontaktpunkt zu einer anderen Nervenzelle. Die Synapsen sind im Gehirn zu finden und Bestandteil der Neutronen. Jede einzelne Zelle hat bis zu 10.000 Synapsen, einige bringen es sogar auf 100.000. Die Endungen der Synapsen und die Senderzelle berühren sich nicht, zwischen ihnen gibt es eine kleine Lücke von 20 Nanometern. Da diese Lücke aber geschlossen werden muss, setzt der Körper andere Zellen ein, die Botenstoffe, die ständig zwischen den Neutronen Hin und Her pendeln.

    Neutronen sind wahre Meister der Kommunikation, sie sind Alleskönner und ohne diese einzigartigen Zellen kann kein Lebewesen funktionieren.

    Bild: © Depositphotos.com / katerynakon