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  • Heißhunger auf Süßes und was psychologisch dahintersteckt

    Heißhunger auf Süßes und was psychologisch dahintersteckt

    Essen hat viel mehr mit der Psyche zutun als uns eigentlich bewusst ist: Bestimmt kennen Sie das plötzlich stark auftretende Bedürfnis nach etwas Süßem, Salzigem oder Fettigem? Dieser Drang geht bei vielen Menschen fast in Kontrollverlust über: Heißhunger, gefolgt von einer wahren Fressattacke, die anschließend Unwohlsein und Schuldgefühle auslöst. Aber was genau löst solche Attacken aus und wie kann man sie umgehen?

    Zum einen kann die Ursache hierfür in einem ausgeprägten Energie- und Nährstoffmangel liegen, zum anderen können aber auch unbewusste psychische Ursachen solche Anfälle hervorrufen. Auch hormonelle Veränderungen oder Stoffwechselerkrankungen kommen als potentielle Auslöser infrage. Um unkontrollierten Fressattacken vorzubeugen, ist daher eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung sowie regelmäßigen Bewegungseinheiten eine wichtige Grundlage.

    Auf Dauer können solche Heißhungerattacken zu Übergewicht und einem damit verbundenen erhöhten Risiko für zahlreiche Krankheiten, wie z.B. Hypertonie, Diabetes oder Arthrose, beitragen. Wer bereits unter einer Erkrankung wie Diabetes oder Bluthochdruck leidet, sollte besonders auf eine ausgewogene Nährstoffaufnahme achten – eine gesunde Ernährung bei Diabetes bildet nämlich eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Therapie.

    Psychologie und Gewohnheit – wie die beiden Faktoren bei Heißhunger zusammenspielen

    Weder die alltäglichen Gewohnheiten noch die unbewussten psychologischen Beweggründe dürfen bei der Bekämpfung von Heißhungerattacken außer Acht gelassen werden. Ehe man sich versieht, werden das Popcorn im Kino, die Schokolade auf der Arbeit oder die Tüte Chips beim Fernsehen zur Routine. Sind Körper und Psyche erst mal auf diese Naschereien eingestellt, entsteht in diesen Situationen aus Gewohnheit ein Verlangen nach Süßem oder Salzigem.

    Wie entstehen Heißhungerattacken aus psychologischer Sicht?

    • Kontrolle: Insbesondere Personen, die ihr Gewicht reduzieren möchten und sich somit intensiv mit Diäten und kontrolliertem Essverhalten beschäftigen, leiden oft an Heißhungerattacken. Mit einer veränderten Denkweise und Wahrnehmung kann diesen plötzlichen Anfällen ein Ende gesetzt werden: Essen sollte trotz Abnehmwunsch als Genuss betrachtet werden, die Lebensmittelauswahl sollte nicht zu stark kontrolliert werden und das gesamte eigene Essverhalten sollte keinen strikten Regeln unterliegen.
    • Stress: Stress-Esser greifen meist unter hoher körperlicher oder psychischer Belastung zu fettigem Fast Food oder zu Süßigkeiten. Stressige Phasen machen sich im Essverhalten auch dadurch bemerkbar, dass zum einen unregelmäßig, zum anderen aber auch extrem schnell gegessen wird. Aufgrund der hohen Essgeschwindigkeit setzt das natürliche Sättigungsgefühl erst verzögert ein, wodurch letztendlich mehr zu sich genommen wird als notwendig und geplant.
    • Langeweile, Traurigkeit oder schlechte Laune: Emotionale Esser greifen vor allem dann zu süßen und salzigen Snacks, wenn Sie über etwas verärgert sind, trauern oder sich auch nur langweilen. Süßigkeiten wirken in solchen Situationen entspannend und beruhigend, da Dopamin – auch bekannt als „Glückshormon“ – im Gehirn aktiviert wird und so für ein Wohlgefühl sorgt.

    Zwar unterscheiden sich die genannten Typen in ihren Ursachen, allerdings besitzen sie folgende Gemeinsamkeit: Es liegt grundsätzlich ein Gefühl der Unzufriedenheit vor, das durch Essen kompensiert wird. Die Folgen solcher Heißhungerattacken können sowohl psychische (Schuldgefühle und Selbstvorwürfe) als auch körperliche (Gewichtszunahme, verstärkte Insulinresistenz und Anstieg der Blutdruck- und Cholesterinwerte) sein.

    Was hilft wirklich gegen Heißhungerattacken?

    In erster Linie hilft es, sich selbst zu hinterfragen und zu analysieren:

    • In welchen Situationen überkommen mich die Gelüste?
    • Wann habe ich das letzte Mal zu viel gegessen?
    • Habe ich mich danach wirklich besser gefühlt oder hat das schlechte Gefühl weiter angehalten?

    Bringen Sie diese Antworten anschließend in Kontext mit dem Alltagsgeschehen und finden Sie heraus, was an dem jeweiligen Tag oder in dem Moment vorgefallen ist.

    Haben Sie herausgefunden, was Ihre Heißhungerattacken auslöst, dann können Sie effizient und gezielt dagegen angehen. Suchen Sie sich Ersatzbeschäftigungen, die Ihnen Freude bereiten: Eine Freundin anrufen, ein entspanntes Bad nehmen, zum Sport gehen oder ein langer Spaziergang durch den Wald. Zudem ist es wichtig, das eigene Essverhalten bewusst zu steuern (aber nicht zu kontrollieren!). Das bedeutet: Die Mahlzeiten sollten in Ruhe genossen und in regelmäßigen Zeitabständen in den Tagesablauf integriert werden. Denn, wenn eine Mahlzeit mal vollständig ausgelassen wird, steigern sich sowohl das Hungergefühl als auch das Verlangen.

    Übersicht der wichtigsten Tipps gegen Heißhungerattacken

    • Bewusster Genuss
    • Regelmäßige Mahlzeiten statt sporadischer und spontaner Speisen
    • Ausgewogene Ernährung statt Diäten, die die Begierde auf Süßigkeiten steigern
    • Bananen, Äpfel und ungesalzene Nüsse statt Schokolade, Gummibärchen, Chips und Co.
    • Ein Glas Wasser statt eine Tafel Schokolade, um die Esslust zu mindern

    Mit freundlicher Unterstützung von Accu-Chek®!

    Bild: © pixabay.com (CC0-Lizenz) / condesign

  • Hausstaubmilbenallergie, was tun? – Wenn Nase und Schleimhäute jucken

    Hausstaubmilbenallergie, was tun? – Wenn Nase und Schleimhäute jucken

    Sie sind weiß, nur winzige 0,1 bis 0,5 Millimeter groß und für das bloße Auge nicht sichtbar. Ihre mikroskopisch kleinen Ausscheidungs-Partikel können aber große Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben: Exemplare der Spezies Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae, beide besser bekannt unter dem Sammelbegriff Hausstaubmilbe. Allergien, ausgelöst durch den unbeliebten Hausbewohner sind in Deutschland statistisch gesehen rund doppelt so häufig als Insektengiftallergien und rangierten im Jahr 2011 nach Heuschnupfen, Kontaktallergien, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergie auf Rang fünf der Skala an Allergieauslösern in der bundesdeutschen Bevölkerung. Etwa jeder Zehnte ist von der Hausstauballergie bundesweit betroffen, die damit zu den am häufigsten vorkommenden Allergien zählt. Vielen ist nicht bewusst, dass juckende Schleimhäute, Hustenreiz, tränende Augen und Kopf- und Halsschmerzen nicht notwendigerweise auf einen mutmaßlichen Heuschnupfen hinweisen müssen und ihre Ursachen eher in den lästigen Mitbewohnern haben. Mit einigen Vorkehrungsmaßnahmen lassen sich eine mögliche Plage und die damit verbundenen Krankheitssymptome in den Griff bekommen und dauerhaft ausschalten.

    Ein begriffliches Missverständnis

    Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie unterscheiden sich kaum von denen eines Heuschnupfens und werden oftmals mit jenen verwechselt.
    Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie unterscheiden sich kaum von denen eines Heuschnupfens und werden oftmals mit jenen verwechselt.

    Hausstaub an sich ist in den wenigsten Fällen allergen, entgegen landläufiger Meinung verhalten sich kleinste Partikel in der Luft selten allergie-auslösend. Gefährlicher wird es, wenn sich in dem Staubcocktail getrocknete und pulverisierte Mengen an tierischen Ausscheidungen der Hausmilbe befinden, die eingeatmet werden. Chronischer Reizhusten oder dauerhaft entzündete Nasenschleimhäute mit chronisch verstopfter Nase sind die schwerwiegendsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen.  Im schlimmsten Fall kann sich langfristig Asthma ausbilden, bei 40 Prozent der Betroffenen entwickeln sich Folgeerkrankungen. Grundsätzlich ist jeder Mensch gegen Bestandteile im Kot der Milbe allergisch, Behandlungsbedarf wird aber erst dann notwendig, wenn sich Symptome ausbilden. Ein Blut- und Hauttest kann Aufschluss für die Form der Allergie geben, wenn sich im Blut eine große Menge an Antikörpern (P1-Antigene) befindet. Denn Allergien sind Reaktionen des Immunsystems.

    Wo Milben am liebsten leben

    Die Milbenart hat sich auf menschliche Nahrung in Form von Hautschuppen spezialisiert, überall, wo kleinste Hautpartikel gehäuft vorkommen, kann die Spezies verstärkt auftreten. Insbesondere an Plätzen, in denen sich der Mensch besonders oft aufhält, sind Milben am Werk: Im Bett, auf der Couch oder auf Polsterstühlen. Durch mechanischen Abrieb gelangen kleinste Partikel in Stoffe und Polster. Hinzu kommt, dass die Tiere Wärme und höhere Luftfeuchtigkeit lieben. Bereiche unter der Bettdecke sowie in und an der Matratze zählen zu ihren Lieblingsplätzen. Auch treten sie in Handtüchern und Duschlaken im warmen und feuchten Badezimmer gehäuft auf.

    Beschwerden von Hausstaub-Allergikern sind im Herbst und Winter am größten, weil sich die Populationen während der warmen, luft-feuchten Monate am stärksten vermehrt haben.
    Beschwerden von Hausstaub-Allergikern sind im Herbst und Winter am größten, weil sich die Populationen während der warmen, luft-feuchten Monate am stärksten vermehrt haben.

    Frühling – Ein Zyklus beginnt
    Während der meist trockeneren Heizperiode stirbt der größte Teil der Milben ab, bevor nach dem Winter ein neuer Reproduktionsschub einsetzt. Frischer Kot tritt während der Sommermonate verstärkt auf und läutet eine Phase höchster Allergierate und größter Populationen ein, bevor ab Oktober das jährliche Massensterben beginnt.

    Harmlose Mitbewohner
    Die winzig kleinen Spinnentierchen übertragen entgegen landläufiger Meinung keine Krankheiten. Sie beißen und stechen nicht: Im Gegensatz zur Zecke verfügt sie über keine Werkzeuge, welche die menschliche Haut durchdringen, um an Humanmaterial wie Blut oder Sekrete zu gelangen. Ihr natürliches Vorkommen ist ernährungsbedingt die Nähe des Menschen, der pro Tag circa 1,5 Gramm Hautschuppen verliert, auf dies es die kleinen Tierchen abgesehen haben – ein Großteil davon im Bett. Eine gehäufte Population lässt nicht auf mangelnde Hygiene schließen, wie allergiecheck.de betont. Rund eine Million der Milben leben allein dauerhaft in Bett und Matratze, normale Sauberkeit und regelmäßiger Wechsel der Bettwäsche vorausgesetzt. Ein erhöhter Hygiene-Aufwand ist nur bei positivem allergischem Befund angezeigt. Doch wie sieht er im Einzelnen aus?

    Tipp 1: Häufiger Bettwäsche wechseln!
    Die federleichten Kot-Schwebeteilchen vermischen sich mit Schwebstaub und konzentrieren sich in Matratzennähe in einer Höhe von bis zu 20 Zentimetern. Abhilfe kann bereits regelmäßiges Waschen der Bettlaken bei 60 Grad alle sechs bis acht Wochen schaffen – Temperaturen, die die Spinnentierchen abtöten. Im Gegensatz zum unvermeidlichen Pollenflug haben es Hausstauballergiker selbst in der Hand, durch regelmäßiges Waschen und Wechseln von Bettzeug und jährliches Reinigen der Matratze den Milbenbestand und damit die Menge der allergieauslösenden Stoffe drastisch zu reduzieren und für deutliche Besserung zu sorgen.

    Tipp 2: Couch und Stofftiere nicht vergessen!
    Neben dem Bettzeug sind alle sonstigen Stoffe und Polster in die regelmäßigen Reinigungsmaßnahmen mit einzubeziehen. Deshalb sollten Teppichböden regelmäßig abgesaugt und mit Polsterreiniger behandelt werden. Gardinen sind öfters abzusaugen und zu waschen. Kleinere Stoffelemente wie Kissen oder Stoff-Kuscheltiere können alternativ auch für einige Stunden ins Gefrierfach gelegt werden, wodurch die Milben auch zuverlässig abgetötet werden.

    Auf Staubfänger und größere Flächen, wie sie ausladende, offene Regelsysteme bieten, sollte verzichtet werden, wöchentliches feuchtes Abwischen reduziert den Befall.
    Auf Staubfänger und größere Flächen, wie sie ausladende, offene Regelsysteme bieten, sollte verzichtet werden, wöchentliches feuchtes Abwischen reduziert den Befall.

    Tipp 3: Weniger ist oft mehr!
    Idealerweise kann die Gefahr von vornherein durch Verzicht auf Teppichbodenbeläge, Stoffcouch und Matratze vermindert werden. Glatte Böden, Leder- oder Kunstledercouch und Wasserbett lassen sich zudem einfacher und effektiver reinigen. Haustiere wie Hund und Katze sind Milbenmagneten, wer sich gegen eine Haltung von häuslichen Mitbewohnern entscheidet, hat schon viel dafür getan, die Milbenpopulation einzudämmen. Idealerweise ist das Schlafzimmer spartanisch ausgestattet, bei Allergikern sind Stofftiere, Vorhänge oder sonstige Staubfänger gerade hier fehl am Platz. Tabu im Schlafbereich sollten auch Haustiere und Zimmerpflanzen sein, Kleidung und Bücher sind besser in geschlossenen Schränken aufzubewahren.

    Tipp 4: Auf ausreichende Lüftung achten!

    Mindestens einmal täglich sollte die Wohnung gründlich gelüftet werden. Vor allem im Schlafzimmer kann durch ausreichende Luftzirkulation und Lüftungsmaßnahmen die für die Milben lebensnotwendige Luftfeuchte reduziert werden, die durch nächtliche Ausdünstungen des Menschen erhöht ist.

    Gerade das ist aber beispielsweise in energieeffizienten Neubauten nahezu unmöglich, da die Gebäudedämmung insgesamt für eine Luftundurchlässigkeit sorgt, und zwar in beiden Richtungen. Das heißt, dass einerseits keine Frischluft in die Innenräume gelangen kann, andererseits die feuchte Brauchluft aber auch nicht nach außen transportiert wird. Gleichzeitig sind solche Häuser derart konzipiert, dass ein manuelles Lüften gar nicht mehr vorgesehen ist, weil dadurch die interne Wärmeregulation gestört wird – was wiederum einen unerwünschten Mehraufwand an Energie für das Kühlen oder Heizen der Räumlichkeiten bedeuten würde.

    Abhilfe schaffen in solchen Fällen moderne Lüftungsanlagen, die bei der Verbesserung der Luftqualität helfen können, indem sie beispielsweise für genau die gewünschte Absenkung der Luftfeuchtigkeit im Hausinneren sorgen. Darüber hinaus wirken sie, was für Allergiker von besonderem Interesse sein dürfte, als Filter für Pollen und Schadstoffe.

    Tipp 5: Auf den richtigen Staubsauger kommt es an!
    Hausstauballergiker sollten beim Kauf auf einen Staubsauger mit entsprechendem Filter achten, der Fachhandel bietet Geräte mit einem hohen Hepa-Filter an. Hepa steht für „High Efficiency Particulate Airfilter“ und verweist auch die Fähigkeit der Filter, selbst kleinste Staubpartikel aus der Luft ausfiltern zu können. Die modernste Weiterentwicklung sind die neuen Ultra Hepa Filter bzw. Ultra Low Penetration Air Filter (Ulpa).

    Grundsätzlich gibt es fünf Filterklassifizierungen mit unterschiedlichem Abscheidegrad, angefangen von E10, 11, 12 bis hin zu H13 und H14 mit höchster Abscheide-Effizienz und größtem Feinstaubfiltervermögen. Hausstauballergiker sollten Sauger mit einem H13 oder H14-Filter wählen, bei beiden liegt der Abscheidegrad über 99,95 Prozent. Beste Voraussetzungen also für ganz besonders empfindliche Allergiker-Nasen, die auf einen bestmöglichen Schutz vor umher fliegendem Feinstaub in der Luft nach dem Staubsaugen Wert legen. Hochfeine Partikelfilter können sogar Bakterien und Viren festhalten und kommen auch in Krankenhäusern und Kliniken zum Einsatz.

    Milbendichte, sogenannte „Encasting-Sets“ gibt es im Fachhandel ab circa 100 Euro.
    Milbendichte, sogenannte „Encasting-Sets“ gibt es im Fachhandel ab circa 100 Euro.

    Tipp 6: Der passende „Anzug“ für die Matratze!
    Milbendichte Bezüge für Matratze, Bettdecken und Kissen sollten TÜV-geprüft und atmungsaktiv sein, um einen Feuchtigkeitsaustausch zu gewährleisten und zusätzliches, nächtliches Schwitzen zu verhindern. Der Fachhandel bietet Allergiker-getestete Bezüge an, die den Milbenkot zurückhalten und nächtliches Einatmen durch Mund und Nase verhindern.

    Vom Arzt verordnet und bisweilen unter Zuzahlung eines Eigenanteils von fünf bis zehn Euro, bekommen gesetzlich Versicherte einen Teil der Anschaffungskosten für eine Matratze plus milbendichtem Bezug-Set von den Krankenkassen erstattet. Ein Gang zum Arzt kann sich bei auftretenden Beschwerden demnach auch wirtschaftlich auszahlen, wie oekotest.de empfiehlt.

    Tipp 7: Die ökologische Alternative: Niem-Öl!
    Vorbeugende Maßnahme gegen den Kot der Hausstaubmilben ist in Apotheken frei erhältlicher Niem-Spray, mit dem Matratzen, Kissen, Decken und andere textile Oberflächen regelmäßig jedes halbe Jahr eingesprüht werden können. Die im Öl enthaltene Substanz Azadirachtin besitzt eine gewisse Wirkung als Akarizid, das Milben fernhält. Das Öl wird aus den Samen des tropischen Niembaums hergestellt und wirkt gegen unterschiedliche Schädlinge, unter anderem gegen die Hausstaubmilbe. Einerseits hält die Tiere das Öl durch seinen Geruch fern, andererseits werden sie in ihrer Entwicklung gebremst, das heißt sie wachsen nicht mehr richtig, werden unfruchtbar, und schlüpfen zudem nicht mehr aus. Weiterer Vorteil des biologisch abbaubaren Hygiene-Sprays: Es ist geruchlos, fettet nicht und hinterlässt keine Flecken auf Teppichen und Stoff-Tapeten.

    Besserung und Erfolg einer Hyposensibilisierung lassen sich an ausbleibenden allergischen Reaktionen und Beschwerden sowie geringerem Medikamentenbedarf nach Gabe allergieauslösender Stoffe festmachen.
    Besserung und Erfolg einer Hyposensibilisierung lassen sich an ausbleibenden allergischen Reaktionen und Beschwerden sowie geringerem Medikamentenbedarf nach Gabe allergieauslösender Stoffe festmachen.

    Tipp 8: Sich desensibilisieren lassen!
    Wie bei anderen Allergien auch, können die Symptome einer Hausstauballergie kurzfristig mit Medikamenten, wie beispielsweise mit Hilfe von Cortison-Sprays gelindert werden. Auf lange Sicht kann eine sogenannte Hyposensibilisierung Abhilfe schaffen, bei der Hausstaubmilben-Präparate im Rahmen einer spezifischen Immuntherapie zum Einsatz kommen. Dabei wird dem Probanden über zwei bis drei Jahre monatlich ein Extrakt aus den Allergie-auslösenden Stoffen in das Fettgewebe am Oberarm injiziert. Die Allergendosis wird von Mal zu Mal gesteigert, damit sich das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnen kann und weniger Abwehrkörper oder Antikörper entwickelt.

    Tipp 9: Zum Urlaub auch mal in die Berge fahren!
    Nachweislich ist das Milbenvorkommen in höheren Lagen ab etwa 1.200 Metern deutlich eingeschränkt, ab circa 1.800 Höhenmetern vertragen die Spinnentierchen das kalte und trockene Höhenklima nicht mehr und sterben ab. Um dem eigenen Immunsystem auch mal Urlaub zu gönnen, sollten Hausstauballergiker für die nächste Urlaubsreise ruhig mal einen Wanderausflug in die Berge einplanen, um nach erholsamer Nachtruhe morgens fit in den nächsten Urlaubstag durchstarten zu können. Ein ein- oder zweiwöchiger Urlaub kann einen Langzeiteffekt haben und eine monatelange Beschwerde-Freiheit zu Hause nach sich ziehen. Auch Urlaube in klimatisch besonders trockenen Regionen sind vorteilhaft für die Gesundheit allergiegeplagter Menschen. Einige Hotels bieten spezielle Allergiker-Zimmer ohne Teppichböden, Vorhänge und Sofakissen an, allergendichte Bett-Zwischenbezügen sorgen auch hier für erholsamen Schlaf.

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  • Die Geschichte des Kondoms

    Die Geschichte des Kondoms

    Vom Stoffsäckchen zum sicheren Verhütungsmittel

    Pariser, Lümmeltüte, Verhüterli, Gummi – Es gibt viele Namen für das Kondom. Kaum verwunderlich, immerhin handelt es sich hierbei um eines der am meisten verwendeten Verhütungsmittel weltweit. Das Prinzip des Kondoms ist ebenso einfach wie genial. Es gehört zu den sogenannten Barriere-Methoden zur Empfängnisverhütung. Das bedeutet, dass die Spermien abgefangen werden, ehe sie in die Gebärmutter der Frau eindringen können. Damit die Methode möglichst sicher ist, bestehen Kondome heute überwiegend aus Latex. Das war jedoch nicht immer so, wie ein Blick in die Geschichte des Kondoms verrät.

    Vom Aberglaube der alten Ägypter und der Sagenwelt der Griechen

    Wenn man das Kondom als „Hülle, die über den Penis gestülpt wird“ definiert und den Aspekt der Verhütung außer Acht lässt, dann kann man sagen, dass die Geschichte des Kondoms wahrscheinlich bei den alten Ägyptern begann. Diese kleideten ihre Genitalien in Säckchen, die vermutlich dem Schutz beim Kampf dienten. Außerdem wird davon ausgegangen, dass sich die ägyptischen Männer vor Geistern schützen wollten, die über ihren Penis in den Körper gelangen konnten. Darüber hinaus wurden die „Ur-Kondome“ wahrscheinlich als Statussymbole und Schmuckstücke verstanden.

    Der erste, der das Kondom zum Schutz beim Geschlechtsverkehr trug, war – zumindest wenn man der Sage glaubt – der griechische König Minos. Dessen Samen soll giftig gewesen sein. Um seine Frau zu schützen und dennoch intim mit ihr zu verkehren, nutzte der König mit einer Art Kondom, das aus einer Ziegenblase bestand. Ob diese Erzählung wissenschaftlichen Wert für die Geschichte des Kondoms hat, ist natürlich mehr als fraglich.

    Dennoch belegen diverse Quellen, dass das Kondom seinen Ursprung wahrscheinlich im antiken Griechenland hat. Damals diente es vorrangig dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Ob die Menschen damit auch eine Schwangerschaft verhindern wollten, kann nicht eindeutig bestimmt werden. Interessant ist, dass die alten Griechen sehr kreativ waren, wenn es um die Wahl des Materials ging. Die Geschichte vom Kondom zeigt, dass sie neben Tierdärmen beispielsweise auch Blätter, Leder und sogar Metall nutzen.

    Warum die Syphilis die Geschichte des Kondoms beeinflusst hat

    Als Seefahrer im 16. Jahrhundert aus der „neuen Welt“ zurückkamen, brachten sie nicht nur viele Eindrücke und exotische Schätze mit, sondern auch die gefährliche Geschlechtskrankheit Syphilis. Die Krankheit verbreitete sich schnell. Um ihr den Kampf anzusagen, erfand ein Arzt aus Italien eine Art Stoffsäckchen, das in verschiedene Flüssigkeiten getränkt wurde. Diese frühe Form des Kondoms sollte die Menschen vor Syphilis schützen, diente aber immer noch nicht der Empfängnisverhütung. Dennoch waren die Stoffsäckchen ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Kondoms. Denn sie brachten immer mehr Menschen auf die Idee, die Thematik weiterzudenken. So kam schließlich auch der Gedanke auf, die Hüllen zu nutzen, um Schwangerschaften zu vermeiden.

    Die ersten (halbwegs) wirkungsvollen Kondome bestanden schließlich aus Schafsdärmen und anderen tierischen Membranen. Es wird davon ausgegangen, dass selbst Casanova, der wohl berühmteste Liebhaber der Welt, die sogenannten „English Overcoats“ nutzte, um sich vor Krankheiten zu schützen. Einige berichten sogar darüber, dass der Italiener wahre Luxus-Modelle nutzte, die mit Seide oder Samt ausgekleidet waren. Kein Zweifel: Das waren die elegantesten „Verhüterlis“ in der Geschichte des Kondoms.

    Ein weiterer Wendepunkt in der Geschichte des Kondoms: Die Vulkanisation

    Was hat die Geschichte des Kondom mit Autoreifen zu tun? Eine ganze Menge, denn ohne Charles Goodyears Entdeckung aus dem Jahr 1839 sähe das heutige Kondom wahrscheinlich ganz anders aus. Der US-Amerikaner entdeckte nämlich die Vulkanisation, ein Verfahren, mit dem man Natur-Kautschuk dauerhaft elastisch machen kann. Dieser weitere Schlüsselmoment in der Geschichte des Kondoms führte zu einer bahnbrechenden Veränderung. Statt Tierdärmen wurde nun Gummi genutzt, um die Verhütungsmittel herzustellen. Das erste Gummi-Kondom von Goodyear wurde im Jahr 1855 hergestellt. 1870 begann die Massenproduktion.

    Ein letzter entscheidender Schritt in der Geschichte des Kondoms fand schließlich im Jahr 1930 statt. Seit diesem Jahr werden Kondome aus Latex hergestellt.

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  • Manuka – der Honig und das Öl der Maori

    Manuka – der Honig und das Öl der Maori

    Honig ist bekanntlich sehr gesund, er stärkt das Immunsystem, schützt vor Infektionen, hat eine beruhigende Wirkung und ist auch noch gut für die Haut. Ein ganz besonderer Honig kommt aus Neuseeland und diesem Honig werden sehr viele gute Eigenschaften zugeschrieben – die Rede ist vom Manuka-Honig, dem Honig der Maori. Die Ureinwohner Neuseelands haben dem Honig seinen Namen gegeben und aus Neuseeland hat der Manuka-Honig mittlerweile seinen Siegeszug um die ganze Welt angetreten. Aber was macht Manuka-Honig oder auch Manukaöl so besonders?

    Der Honig der Myrte

    Die Bienen sammeln den Nektar für den Manuka honig in den Blüten der Südseemyrte, die wie der Teebaum im Nachbarland Australien, zur Familie der Myrtengewächse gehört. Die Südseemyrte ist fast überall in Neuseeland zu finden, denn sie wächst an Flussufern ebenso üppig wie auch an Waldrändern, in Gebüschen oder an Hängen. Die Myrte gilt als sehr robust, sie gedeiht auch auf Böden, die nicht so reich an Nährstoffen sind, aber sie braucht sehr viel Feuchtigkeit. Besonders auf der Nordinsel Neuseelands ist die Südseemyrte zu finden und in einigen Region wächst sie sogar wild. Die Myrte, die als Baum oder als Strauch vorkommt, kann bis zu vier Meter groß werden.

    Eine Pflanze mit Geschichte

    Wie lange die Maori den Honig der Südseemyrte schon verwenden, kann heute nicht mehr genau festgestellt werden. Der erste Europäer, der mit der Myrte und dem Manuka-Honig Bekanntschaft machte, war der englische Botaniker Joseph Banks, der im 18. Jahrhundert mit Kapitän James Cook, dem Entdecker Australiens reiste. Banks beobachtete, wie die Maori die verschiedenen Teile der Myrte für die Behandlung von Krankheiten benutzen, wie sie Manuka Honig und Manukaöl gewannen, daraus einen Pflanzensud kochten und Magen-Darm-Beschwerden, Hautkrankheiten, aber auch offene Wunden behandelten.

    Wie wird Manuka-Honig gemacht?

    Wenn die immer fleißigen Bienen den Nektar aus der Südseemyrte gesammelt haben, dann stellen die Imker im sogenannten Kaltschleuder-Verfahren daraus den berühmten Manuka-Honig her. Wird der Honig kalt geschleudert, dann bleiben alle Inhaltsstoffe, die hitzeempfindlich sind, erhalten. Um den Blütennektar noch gehaltvoller zu machen, wird er mit Enzymen angereichert, und auf diese Weise entstehen im Manuka-Honig kleine Mengen an Wasserstoffperoxid, die dem Honig eine desinfizierende Wirkung verleiht. Der wohl wichtigste Inhaltsstoff des Maori Honigs ist aber das sogenannte Methylglyoxal, das immer dann entsteht, wenn Zucker abgebaut wird. Da der Nektar diesen Wirkstoff nicht enthält, entsteht er erst in den Bienenstöcken.

    Heilsamer Honig für die Haut

    Manuka-Honig ist ein Alleskönner und wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf die Gesundheit aus. So können mit dem Honig aus Neuseeland Wunden wie Schnittverletzungen und Schürfwunden, aber auch Brandwunden und chronische Wunden behandelt werden, wie sie zum Beispiel bei Diabetes Patienten zu finden sind. Auch für die Haut ist Manuka-Honig eine wahre Wohltat, er kann für die Behandlung von Schuppenflechte ebenso verwendet werden wie auch für Akne, Neurodermitis und Hautpilzen. Wenn die Haut im Winter bedingt durch die Kälte draußen und die Heizungsluft in den Räumen rissig und trocken wird, dann kann der Honig auf die Haut aufgetragen, Wunder wirken. Insekten sind im Sommer oft eine Plage und wenn eine Mücke oder eine Wespe zugestochen hat, dann hilft Manuka-Honig, den Stich zu kühlen und die Haut wieder abschwellen zu lassen.

    Manuka-Honig für die innere Anwendung

    Erkältungen und grippale Infekte sind immer unangenehm, aber mit Manuka-Honig lassen sich Beschwerden wie Rachenentzündungen, Bronchitis, festsitzender Husten, Schnupfen sowie Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündungen deutlich lindern. Sodbrennen, eine Magenverstimmung nach einem üppigen Essen oder eine schmerzhafte Magenschleimhautentzündung können mit dem Honig der Maori gelindert werden, und auch bei Durchfall und beim Reizdarm-Syndrom ist der Honig eine große Hilfe.

    Bild: © Depositphotos.com / TunedIn61

  • Hormonfreie Verhütung: Schonend und sicher

    Hormonfreie Verhütung: Schonend und sicher

    Wenn es um das Thema Verhütung geht, denken sowohl Männer als auch Frauen meist als erstes an die Antibaby-Pille. Diese verspricht, regelmäßig eingenommen, einen sehr hohen Verhütungsschutz und wird deswegen häufig verwendet. Immer öfter wird die „Pille“, so ihr Spitzname, von Frauen aber auch in Frage gestellt. Die darin enthaltenen Hormone haben nicht nur einen massiven Einfluss auf den Körper. Längst ist nachgewiesen, dass die Antibaby-Pille auch Erkrankungen wie Thrombose und Depressionen hervorrufen kann. Kein Wunder also, dass der Trend wieder hin zur hormonfreien Verhütung geht. Aber welche Möglichkeiten gibt es diesbezüglich eigentlich?

    Die Vorteile von hormonfreier Verhütung

    Hormonfrei verhüten – das bedeutet in erster Linie: Keinen künstlichen Einfluss auf die Abläufe im Körper nehmen. Während beispielsweise Antibaby-Pille oder das Verhütungspflaster dem weiblichen Organismus vorspielen, dauerhaft schwanger zu sein, wirken nichthormonelle Verhütungsmittel auf völlig andere Weise. Hier geht es darum, das Sperma durch eine Barriere davon abzuhalten, zur weiblichen Eizelle vorzudringen. Eine Befruchtung wird also (sozusagen) manuell verhindert. Die Möglichkeiten der hormonfreien Verhütung werden auch als Barrieremethoden bezeichnet. Ihre Vorteile lassen sich wie folgt zusammenfassen:

    • Körper wird nicht belastet oder hormonell beeinflusst
    • Teilweiser Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
    • Hohe Sicherheit bei richtiger Verwendung

    Die Nachteile von hormonfreier Verhütung

    Wo es Vorteile gibt, sind Nachteile häufig nicht weit entfernt. Auch im Fall der hormonfreien Verhütung gibt es einige Schattenseiten, die an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben sollen. Im Falle der nichthormonellen Verhütung lassen sich die folgenden Nachteile festhalten:

    • Geschlechtsverkehr ist nicht immer spontan möglich (wenn das Verhütungsmittel nicht parat ist)
    • Es ist immer eine gewisse Vorbereitung notwendig
    • Bei falscher Handhabung oder Beschädigung verschwindet der Verhütungsschutz

    Die meisten Menschen, die nach wie vor auf die hormonelle Verhütung schwören, wissen die Spontanität zu schätzen. Antibaby-Pille, Spirale, Pflaster und Co. sorgen dafür, dass nur selten aktiv über Verhütung nachgedacht werden muss. Sex wird infolgedessen als spontaner, natürlicher und oftmals auch intimer wahrgenommen. Das nervöse Herumfummeln mit einem Kondom oder das ungeschickte Einsetzen eines Diaphragmas gelten nach wie vor als klassische Stimmungskiller, die die Lust schnell zum Frust werden lassen.

    Der Klassiker der hormonfreien Verhütung: Das Kondom

    Wenn es um Verhütung mithilfe von Barrieremethoden geht, muss natürlich zu allererst das altbewährte Kondom genannt werden. Die Geschichte dieser Verhütungsmethode ist lang und eng mit der Sexualität des Menschen verbunden. Während vor langer Zeit nicht nur Tierdärme, sondern auch Leinensäckchen, Häute, Leder und viele andere Materialien genutzt wurden, um das Sperma abzuhalten, hat sich inzwischen Latex durchgesetzt. Das ist nicht nur für die meisten Menschen verträglich, sondern auch besonders „gefühlsecht“. Die Handhabung des Kondoms ist einfach:

    • Setzen Sie das Kondom auf die Eichel
    • Drücken Sie das Reservoir vorsichtig mit zwei Fingern zu
    • Rollen Sie das Kondom nach unten bis zum Schaft
    • Überprüfen Sie den sicheren Sitz

    Kondome gelten als sichere Verhütungsmethode – wenn sie nicht ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben und nicht beschädigt wurden. Einen riesigen Pluspunkt erhalten die „Verhüterlis“, weil sie der einzige wirkungsvolle Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten sind. Darum sollten Kondome immer dann zum Einsatz kommen, wenn Sie sexuellen Kontakt zu einer fremden Person haben.

    Verhütung mit zwei Komponenten: Das Diaphragma

    Das Diaphragma funktioniert ähnlich wie das Kondom, wird aber in die Scheide der Frau eingesetzt. Hier umschließt es den Muttermund und sorgt dafür, dass keine Spermien eindringen können. Wichtig: Wenn Sie sich für die hormonfreie Verhütung mit einem Diaphragma entscheiden, müssen Sie immer auch ein spezielles Gel verwenden. Dieses lähmt die Spermien und tötet sie letztendlich ab. Diaphragmen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und können mehrmals verwendet werden.

    Weitere Möglichkeiten der hormonfreien Verhütung

    Kupferspirale Abgegebene Kupferionen verhindern eine Befruchtung. Die Kupferspirale wird vom Frauenarzt eingesetzt.
    Temperaturmethode Diese Methode kann zur hormonfreien Verhütung oder beim Kinderwunsch genutzt werden. Durch akribisches Messen der Körpertemperatur und Protokollierung werden fruchtbare Tage ermittelt.
    Beobachtung vom Zervixschleim Diese Form der hormonfreien Verhütung wird auch als Zwei-Tage- oder Billings-Methode bezeichnet. Durch Beobachtung und Dokumentation des Zerfixschleims werden fruchtbare Tage bestimmt.

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  • Gibt es bald einen Impfstoff gegen Aids?

    Gibt es bald einen Impfstoff gegen Aids?

    Seit Jahren suchen Forscher überall auf der Welt nach einem wirksamen Impfstoff gegen Aids. Forschern aus den USA ist jetzt zumindest ein Teilerfolg gelungen, denn sie haben einen Antikörper entwickelt, der die Patienten bis zu einem halben Jahr gegen den Erreger immun macht. Erste Tests mit Affen verliefen sehr vielversprechend.

    Bis zu 23 Wochen Schutz

    Die Forscher des Nationalinstituts für Allergie und Infektionskrankheiten in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland haben Affen über einen Zeitraum von Monaten einen speziellen Antikörpertyp gegeben und sie dann jede Woche einer Variante des Aids-Erregers ausgesetzt. Dabei stellte sich heraus, dass die Tiere durch diese einmalige Gabe der Antikörper bis zu 23 Wochen lang immun gegen eine Ansteckung waren. Für die Wissenschaftler um Malcom Martin sind diese Ergebnisse sehr vielversprechend und eventuell ein neuer Weg, um einen Impfstoff gegen Aids zu finden.

    Eine passive Immunisierung

    Die Arbeit der amerikanischen Forscher wird eine passive Immunisierung genannt, eine Methode, die zwar effektiv ist, bei der es aber ein Problem gibt. Die Antikörper werden vom Körper wieder abgebaut und müssen daher immer wieder neu verabreicht werden. Das nächste Ziel der Forscher ist es jetzt, einen Antikörper zu entwickeln, der eine sehr hohe Beständigkeit hat. Wenn das gelingt, dann wäre das ein großer Durchbruch, denn die Übertragung in passiver Form ist deutlich effektiver als die Impfstoffe, die bislang entwickelt wurden.

    Eine neue Hoffnung?

    Schon einmal gab es zu diesem Thema eine groß angelegte Studie, und zwar in Thailand im Jahre 2009. Danach ging die Forschung nur sehr langsam voran. Jetzt sieht es so aus, als gäbe es einen neuen vielversprechenden Ansatz. Noch ist allerdings völlig unklar, ob das menschliche Immunsystem die passiven Antikörper nicht irgendwann als einen Fremdkörper einschätzt und versucht, ihn wieder abzustoßen. Noch können die Antikörper nur mittels einer Infusion verabreicht werden und bis es ein Medikament gibt, können noch Jahre vergehen.

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