Schlagwort: Medizin

  • Reizmagen – wenn der Bauch nicht zur Ruhe kommt

    Reizmagen – wenn der Bauch nicht zur Ruhe kommt

    Magenschmerzen, die sich vor allem auf den Oberbauch konzentrieren und andauernd sind, Übelkeit und Sodbrennen. Jedes dieser Symptome ist für den Betroffenen schlimm genug, doch wenn sich alle auf einmal zeigen, wird es richtig ungut. Und wer sich dann vom Arzt eine entsprechende Diagnose und Hilfe erwartet, wird oft enttäuscht. Denn so real und präsent die genannten Beschwerden auch sind, es gibt dafür keine organische Ursache. Also helfen nur die richtige Ernährung und Akutlösungen.

    Nicht nur physisch wahrnehmbare Krankheit

    Wer an chronischem Reizmagen, in der medizinischen Fachsprache auch funktionelle Dyspepsie genannt, leidet, der tut dies nicht nur körperlich, sondern meist auch psychisch. Denn gerade in dieser Form steht der Betroffene extrem unter Druck und muss Einschnitte in seinem alltäglichen Leben in Kauf nehmen. Fragen wie „Wo finde ich die nächste Toilette wenn ich in der Stadt bin“ oder „Was soll ich tun wenn mir im Meeting plötzlich übel wird“ belasten hochgradig und setzen unter Druck. Doch wer sich mit dem Krankheitsbild des Reizmagens näher beschäftigt, wird sich auch mit diesen Fragen und noch anderen unangenehmen auseinander setzen müssen. Es gilt als erwiesen, dass Frauen häufiger vom Reizmagen betroffen sind als Männer – und zwar genau doppelt so oft. Laut einer Statistik der Techniker Krankenkasse sind Reizmagen und das Reizmagensyndrom eine der häufigsten Verdauungsstörungen der Bevölkerung, die immerhin bis zu 20 Prozent betroffen ist. Viele leiden neben dem Reizmagen auch noch an einer Gastritis, einer Magenschleimhautentzündung.

    Genaue Ursache des Krankheitsbildes ist unbekannt

    Auch wenn Betroffene früher oder später von ihrem behandelnden Arzt die Diagnose Reizdarm erhalten, so ist dies meist ein langer und steiniger Weg. Das Tückische an der Krankheit ist nämlich, dass es keine gesicherten Erkenntnisse über die Ursachen und Auslöser gibt. Der organische Befund der Patienten ist meist komplett unauffällig. Ärzte vermuten daher eher, dass gestörte Bewegungsabläufe, die im Verdauungstrakt stattfinden, die Symptome der Erkrankung auslösen. Wenn dann noch ein überempfindliches Nervensystem in der oberen Magen-Darm-Region dazu kommt, kann die Krankheit ausgelöst werden. Auch eine intensive Schmerzwahrnehmung sowie ein geschwächtes oder gestörtes Immunsystem tun ihr Übriges, um das Reizmagen-Syndrom auszulösen. Es können aber auch psychische Faktoren eine wesentliche Rolle spielen, denn Stress, Angst und Depressionen belasten erwiesenermaßen den Magen-Darm-Trakt.

    Heilung ist nicht möglich

    Neben der schlechten Nachricht, dass ein langer Weg bis zur richtigen Diagnose bevor steht, kommt noch die Tatsache, dass Reizmagen als nicht heilbar eingeschätzt wird. Nach derzeitigem Stand der Forschung ist dies bis dato nicht möglich, weshalb ein Therapieansatz darauf abzielt, zumindest die Beschwerden zu lindern. Im Akutfall können Medikamente wie Säurehemmer oder Krampflöser verabreicht werden. Da dies keine langfristige Lösung ist, wird Betroffenen empfohlen, ihren Lebensstil entsprechend anzupassen. Autogenes Training oder Yoga und progressive Muskelentspannung, aber auch Ausdauersportarten wie Rad fahren, Joggen und Schwimmen helfen, indem sie den Stresspegel entsprechend absenken.

    Essverhalten ändern

    Natürlich hilft auch eine Änderung der Essgewohnheiten, dass sich die Symptome verbessern. Da es keine spezielle Diät zur Linderung der Beschwerden gibt, sollte der Patient einfach ein Ernährungsprotokoll führen. Dies kann dazu beitragen, kritische Lebensmittel, die die Symptome auslösen, zu finden. Experten raten, mehrere kleine Portionen am Tag zu essen und diese ausreichend zu kauen, denn die Verdauung beginnt bekanntermaßen bereits im Mund. Auch beim Trinken kann ein Betroffener des Reizmagens viel richtig machen. Etwa wenn er vorwiegend stilles Wasser trinkt oder aber zu Kräutertee greift, die explizit den Magen schonen. Alles, was Kohlensäure und Säure enthält, ist hingegen schlecht für den Magen. Auch Alkohol, Kaffee und Nikotin setzen dem empfindlichen Organ zu und können die Symptome des Reizmagens verstärken. Zu heiße Getränke oder Mahlzeiten ebenso wie zu scharf gewürztes setzen der Magenschleimhaut stark zu und verstärkt die Symptome des Reizmagens. Damit ist klar, dass eine ausgewogene, durchschnittlich temperierte Ernährung die Lebensqualität der Erkrankten weitgehend stabilisieren kann.

    Bild: © Depositphotos.com / DenisNata

  • Apitherapie – mit der Bienenkraft heilen

    Apitherapie – mit der Bienenkraft heilen

    Den schwarz-gelben Insekten wird im Sommer vor allem negatives nachgesagt; Bienenstiche sind schmerzhaft und manchmal sogar gefährlich, das entspannte Picknick im Grünen kann durch sie ebenfalls erheblich gestört werden. Doch ein zweiter Blick auf die Bienen lohnt sich – denn die sogenannte Apitherapie, die aufgrund der Anwendung von grünem brasilianisches Propolis entwickelt wurde, ist in vielen Bereichen der modernen Medizin mehr als effektiv und heilend.

    Bienenprodukte helfen heilen

    Funde von Archäologen beweisen, dass Menschen bereits seit mehr als 6000 Jahren Bienenprodukte nicht nur zum Genuss, sondern auch zum Heilen einsetzen. Die Apitherapie gilt in Südamerika, in China, aber auch den ehemaligen Ostblockstaaten traditionell als Heilkraft. Dabei wird Honig, Gelee Royal, die Pollen und Propolis, aber auch das Bienengift verwendet. Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten überzeugt dabei in jeglicher Hinsicht, denn während bei winterlichen Verkühlungen vor allem Propolistropfen helfen, ist etwa in der Gynäkologie der antimykotische Effekt bekannt. Auch bei chronischen Leiden wie Diabetes, Rheuma und sogar Hepatitis soll auf die Heilkraft der Bienenprodukte vertraut werden können.

    Gelee Royale hilft bei Bluthochdruck, Pollen bei Allergien

    Propolis wirkt als natürliches Antibiotikum und kann bei unterschiedlichen Erkrankungen sehr erfolgreich zum Einsatz kommen. Vor allem der Wirkstoff Artepillin C, der aus grünem Propolis gewonnen wird, wurde beispielsweise in Japan als Medizin für Krebsbehandlungen sogar patentiert. Bienengift wird hierzulande häufig bei Erkrankungen wie Fibromyalgie eingesetzt, denn diese Schmerzerkrankung kann mithilfe von Bienengiftinjektionen, die in der Dosis langsam gesteigert werden, sehr erfolgreich behandelt werden.

    Apis mellifera, die europäische Honigbiene

    Die hierzulande beheimatete Biene trägt den Namen Apis mellifera und ist damit Namensgeberin der Api-Therapie. Der Lebensbereich des Insekts ist im Umbruch begriffen, stärker werdende Monokulturen und der Schwund natürlich gewachsener Wiesen sowie der Einsatz vermehrter Insektenschutzmittel, macht ihr das Leben schwer. Dabei ist sowohl Honig, als auch die Pollen nicht nur ein leckerer Brotaufstrich und ein gesundes Süßungsmittel, sondern auch äußerst gesund. Wissenschaftlich erwiesen ist eine keimhemmende und keimabtötende Wirkung sämtlicher Bienenprodukte.

    Honig – schmeckt lecker und ist gesund

    Honig enthält neben den gesunden Kohlehydraten weitere sehr wirksame Stoffe wie etwa Enzyme, Acetylcholin, das für die Reizleitung im Nervensystem gebraucht wird, und Inhibine, das sind antimikrobiell wirksame Stoffe, quasi Hemmstoffe für Krankheitserreger. Gleichzeitig beinhaltet Honig Wuchshormon für die Hämoglobinproduktion im Blut. Nach Krankheiten und Operationen wird Honig häufig zur Stärkung bei Schwächezuständen und zur Rekonvaleszenz verwendet. Ebenso bei schlechter Wundheilung und vielen inneren Leiden.

    Bienengift – schmerzhaft, aber heilsam

    Wer heutzutage von einer Biene gestochen wird und nicht gerade an einer Allergie leidet, der empfindet Schmerz und die Schwellung der betroffenen Körperstelle tut weh. Da mag man es kaum glauben, dass tatsächlich provozierte und gewollte Insektenstiche einigen kranken Personen tatsächlich auch gut tun und Linderung verschaffen. Wer an Arthritis und Multiple Sklerose leidet, kann durch das Bienengift tatsächlich Besserung seiner Schmerzen verbuchen. Studien haben hier belegt, dass gezielte Injektionen des Giftes, deren Dosis nach und nach gesteigert wird, sich tatsächlich positiv auf betroffene Personen und deren Krankheitsbild auswirken.

    Apitherapie – weitgehend unbekannt, aber wirksam

    Bis vor knapp 70 Jahren war Apitherapie nicht nur wenig bekannt, sondern auch wenig erforscht. Erst danach haben viele Länder die gesundheitliche Bedeutung der Bienenprodukte als hochqualifiziert Medizin- und Nahrungsmittel erkannt. Inzwischen haben viele Wissenschaftler erfolgreich geforscht und die unterschiedlichen Eigenschaften in Verbindung mit Gegenanzeigen und Dosieranleitungen erforscht und studiert. Rein wissenschaftlich wird die Apitherapie in den Bereich der Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin eingeordnet, womit sie außerhalb der Schulmedizin steht. Komplementärmedizin bedeutet eine Kombination aus konventionellen Methoden in Verbindung mit alternativen Anwendungen.

    Die Apitherapie ist hierzulande noch weitgehend unbekannt, doch dank des Imkers Wilhelm Hemme wird sie seit 1986 vermehrt erforscht und in ersten Testreihen angewandt. Und der durchschnittliche Bürger in Deutschland? Sollte beim Frühstück noch genussvoller sein Honigbrötchen genießen und dabei ruhig etwas dicker auftragen.

    Bild: © Depositphotos.com / Irochka

  • Mutter mit 65 – die Diskussion hält an

    Mutter mit 65 – die Diskussion hält an

    Die Vierlinge sind auf der Welt, es geht ihnen den Umständen entsprechend gut und auch die 65-jährige Mutter hat die Geburt per Kaiserschnitt offenbar gut überstanden. Wie sich die vier Kinder weiter entwickeln werden, das steht allerdings in den Sternen, und auch die Diskussion um diese sehr späte Schwangerschaft und Geburt hält unvermindert an. Von Missbrauch bis Fahrlässigkeit ist die Rede, und auch wenn es aus medizinischer Sicht möglich ist, mit 65 Jahren noch zu entbinden, eine moralische und ethische Frage bleibt. In diesem Zusammenhang muss aber auch die Frage gestellt werden, ob die strengen Gesetze, die die Reproduktionsmedizin regeln, noch zeitgemäß sind.

    Was sagt das Gesetz?

    Die meisten Mediziner sprechen von einem „klaren Missbrauch“ und auch von „erheblichen Risiken“, wenn es um späte Schwangerschaften geht, andere sehen aber keine Gründe, die gegen eine Altersbeschränkung bei der künstlichen Befruchtung sprechen. In Deutschland sieht es allerdings mehrheitlich so aus, dass sich die Politik und auch die Medizin für eine Beschränkung aussprechen. In Deutschland gibt es bislang noch kein gesetzlich geregeltes Höchstalter für die Befruchtung in der Petrischale, aber bei Frauen ab 35 Jahre steigt das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden. Ab dem 45. Lebensjahr ist eine Schwangerschaft nur dann möglich, wenn fremde Eizellen genutzt werden, das Einpflanzen dieser fremden Eizellen ist jedoch nach der deutschen Rechtsprechung verboten. Die Mutter der Vierlinge hatte sich daher auch in der Ukraine behandeln lassen.

    Kein gutes Vorbild

    Auch wenn es aus medizinischer Sicht möglich ist, heißt es noch lange nicht, dass es auch gemacht werden sollte. Diese Ansicht vertreten die Politiker quer durch alle Parteien und sie gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie verurteilen die 65-jährige, die sich für die späte Schwangerschaft entschieden hat, aufs Schärfste und werfen ihr Fahrlässigkeit und Egoismus vor. So ist der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach der Ansicht, dass in diesem Fall die Grenzen aus medizinischer, aber vor allem aus ethischer Sicht weit überschritten wurden. Für Lauterbach stellen künstliche Befruchtungen in diesem hohen Alter ein sehr hohes Risiko dar und die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder bleibende Schäden haben, sei unverhältnismäßig hoch. Jens Spahn, der gesundheitliche Sprecher der CDU denkt ebenso und wirft der Mutter Fahrlässigkeit vor.

    Das Recht der Bürger

    Auch über die Grenzen Deutschlands hinaus wird der Fall der späten Mutter diskutiert. In Großbritannien sieht man bekanntlich alles etwas anders, hier sind viele Wissenschaftler der Meinung, dass jeder, der in Europa lebt, auch die Therapien in Anspruch nehmen kann, die im eigenen Land verboten sind und das gilt in diesem Fall auch für die Reproduktionsmedizin. Die Zahlen, die die Fachgesellschaft für Reproduktionsmedizin zwischen 2008 und 2009 veröffentlicht hat, sprechen für sich, denn in diesem Zeitraum sind zwischen 11.000 und 14.000 Frauen nur in diesem einem Jahr für eine Kinderwunschbehandlung ins Ausland gefahren. Sie wollten die Gesetze in ihren Heimatländern umgehen, die Wartezeit auf den ersehnten Nachwuchs verkürzen und natürlich auch viel Geld sparen.

    Selbst wenn das Verhalten der 65 Jahre alten Frau fraglich ist, viele können nicht verstehen, warum das Samenspenden erlaubt, aber das Spenden von Eizellen verboten ist.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

  • Bessere Feinmotorik durch spätes Abnabeln

    Bessere Feinmotorik durch spätes Abnabeln

    Wenn ein Kind geboren wird, dann wird unmittelbar nach der Geburt die Nabelschnur, die Mutter und Kind neun Monate miteinander verbunden hat, durchgeschnitten. Das geschieht entweder durch die Hebamme, den Arzt oder auch durch den Vater, der meist sehr stolz die Nabelschnur von der Plazenta trennt. Das schnelle Abnabeln hat in der Geburtsmedizin eine lange Tradition, aber auch gesundheitliche Gründe. So soll unter anderem ein Nachbluten verhindert werden, was aber unsinnig ist, da der Kreislauf der Mutter und der des Kindes nach der Geburt nicht mehr miteinander verbunden sind. Was allerdings belegt ist, ist die Tatsache, dass bei einem schnellen Abnabeln die Eisenvorräte des neugeborenen Kindes dezimiert werden, denn das meiste Blut bleibt in der Plazenta zurück.

    Später ist besser

    Forscher der Universität im schwedischen Uppsala haben jetzt in einer Studie nachgewiesen, dass es große Vorteile hat, wenn die Nabelschnur nicht sofort nach der Entbindung, sondern erst einige Minuten später durchtrennt wird. Der Grund ist das im Blut reichlich vorhandene Eisen, denn das fließt bei einer späten Abnabelung in den Blutkreislauf des Kindes. Damit steigt der Eisenanteil im Blut um 30 bis 40 % an, das Eisen im Blut füllt die Eisenspeicher des Kindes auf und das macht sich in späteren Jahren positiv bemerkbar. Wenn man der Studie aus Schweden glauben darf, dann haben die Kinder, die später abgenabelt wurden, im Kindergartenalter eine deutlich bessere Feinmotorik als die Kinder, die nach ihrer Geburt sofort von der Nabelschnur getrennt wurden.

    Eine Langzeitstudie

    Die Studie wurde zeitgleich von der Universität in Uppsala und einem Krankenhaus in der Stadt Halmstad zwischen 2008 und 2010 durchgeführt, und jetzt konnten die Ärzte und Wissenschaftler die ersten relevanten Ergebnisse veröffentlichen. Die Kinder, die auf der Entbindungsstation in Halmstad für die Studie später als gewöhnlich abgenabelt wurden, haben das Schulalter erreicht. 122 Kinder, die für eine Vergleichsstudie zehn Sekunden nach der Geburt abgenabelt wurden, hatten gegenüber den 141 Kindern, die erst drei Minuten nach der Entbindung abgenabelt wurden, keine intellektuellen Nachteile, die Unterschiede wurden erst bei der Feinmotorik deutlich.

    Ein klarer Vorteil

    Die Untersuchungen der schwedischen Wissenschaftler konzentrierten sich vor allem auf die Feinmotorik und hier zeigten sich die ersten Unterschiede. Die 141 Kinder, die verzögert abgenabelt wurden, konnten zum Beispiel einen Stift besser halten und bewiesen bei Bastelaufgaben mehr Geschick als die 122 Studienteilnehmer, die sofort nach der Geburt von der Nabelschnur getrennt wurden. Im sozialen Verhalten gab es ebenfalls Unterschiede, denn auch in diesem Bereich waren die spät abgenabelten Kinder im Vorteil. Wie relevant die Studie ist, wird sich allerdings erst in einigen Jahren zeigen, denn die unterschiedliche Entwicklung kann auch andere Ursachen haben.

    In deutschen Kliniken und Geburtshäusern ist es üblich, Kinder anderthalb Minuten nach der Geburt abzunabeln. Vielfach ist man aber jetzt auch dazu übergegangen mit der Abnabelung zu warten, bis die Nabelschnur nicht mehr pulsiert. Damit das Blut und somit auch das wertvolle Eisen nicht in der Plazenta bleibt, ist es sinnvoll, mit der Abnabelung des Neugeborenen zu warten. Laut Experten ist eine Abnabelung nach drei Minuten ideal.

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  • Schwerhörigkeit – eine Krankheit, die die Lebensfreude hemmt

    Schwerhörigkeit – eine Krankheit, die die Lebensfreude hemmt

    Hören ist für die meisten von uns alltäglich – wir nehmen Geräusche und Töne wahr und verstehen sie auch. Damit können wir die Umwelt vollständiger erfassen, uns orientieren, aber auch uns mit unseren Mitmenschen verständigen. Egal ob uns Geräusche warnen oder uns Sicherheit geben, in jedem Fall beeinflusst es unser Denken und Fühlen. Wer schlecht hört, fühlt sich oft ausgeschlossen. Neben der Schwerhörigkeit, medizinisch auch als Hypakusis bezeichnet, gibt es auch eine Fehlhörigkeit, die Dysakusis. In beiden Fällen ist der Betroffene in seinem Alltag maßgeblich beeinträchtigt und oft vom sozialen Leben ausgeschlossen.

    Hörstörung kann unterschiedliche Ursachen haben

    Ist von Schwerhörigkeit die Rede, meint man damit meist ältere Personen. Doch auch junge Menschen können bereits davon betroffen sein, denn eine Hörstörung kann auch angeboren sein. Betroffen sind dabei entweder ein Ohr oder aber beide. Beschäftigt man sich mit der Art und der Form, wie sich die Schwerhörigkeit äußert, können Hinweise auf die möglichen Auslöser festgestellt werden. Oftmals erleiden Menschen einen Hörsturz, bei dem die Hörminderung akut und nur auf einem Ohr einsetzt. Ohrenschmerzen in Verbindung mit Fieber können auf eine Mittelohr- oder Gehörgangentzündung hinweisen. Auch Ursachen von außen können sich auf das Hörorgan auswirken – etwa wenn ein überlauter Knall oder eine Explosion das Ohr schädigen. Das sogenannte Knall- oder Explosionstrauma äußert sich in einem stechenden Ohrschmerz mit akut einsetzender Hörminderung, die bis zur Taubheit führen kann. Sind Menschen lange und intensivem Lärm ausgesetzt, können sie eine Lärmschwerhörigkeit entwickeln. Diese setzt meist schleichend ein und geht oft mit Tinnitus einher.

    Zwei Hauptformen der Schwerhörigkeit

    Je nachdem welcher Ohranteil die Hörstörung auslöst, unterscheidet der Mediziner zwei Hauptformen bei der Schwerhörigkeit. Zum einen gibt es die Schallleitungsschwerhörigkeit, bei der das Außen- oder Mittelohr betroffen ist. Damit wird die Weiterleitung der Schallwellen verzerrt. Typisches Anzeichen für diese Form der Erkrankung ist, wenn der Betroffene tiefe Töne erst ab einer kräftigen Lautstärke wahr nimmt, dafür aber normale Gespräche ohne weiteres verfolgen kann. Die zweite Form einer Schwerhörigkeit nennt sich Schallempfindungsschwerhörigkeit. Hier sind die Zellen im Innenohr oder sogar der Hörnerv dauerhaft beschädigt, sodass die Schallsignale nicht mehr komplett ins Hörsystem des Gehirns übertragen werden. Zu diesem Typ der Erkrankung zählt vor allem die Altersschwerhörigkeit und die Lärmschwerhörigkeit. Normal laute Töne werden dabei als sehr leise empfunden, laute Töne jedoch als sehr unangenehm.

    Wann ist der Arztbesuch notwendig?

    Wer plötzlich auf einem Ohr schlechter hört oder gleich gar nichts mehr wahr nimmt, sollte unbedingt zum Arzt. Denn das kann in Kombination mit einem Druckgefühl im Ohr und eventuellem Schwindel ein Hörsturz sein. Auch bei stechenden Schmerzen oder Tinnitus sollte ein HNO-Facharzt aufgesucht werden. Auch wenn keine akuten Vorfälle wie Silvesterknaller oder übermäßiger Lärm Auslöser für schlechtes Hören sind, sollte man einen Arzt aufsuchen. Mit gezielten Hörtests und entsprechenden Untersuchungen kann so die Ursache sowie die Diagnose und damit eine mögliche Therapie fest stellen.

    Die richtige Behandlung konzentriert sich auf die Symptome und die Art der Schwerhörigkeit. Manchmal erholt sich das Ohr auch von selbst wieder, wenn es den übermäßigen Reizen eine Weile nicht mehr ausgesetzt ist. Bei chronischen Hörproblemen gibt es die Möglichkeit, mittels Hörgeräte die Beeinträchtigung wieder auszugleichen. Moderne Formen sind hier bereits in Implantatform erhältlich, die die Hörfunktion zum Teil ersetzen. Ein speziell ausgebildeter Hörakustiker kann hier weiter helfen und die für den individuell Betroffenen optimale Lösung finden. Moderne Geräte können hier viel leisten und sind praktisch hinter dem Ohr unsichtbar.

    Klar ist, dass Schwerhörigkeit – egal in welchem Alter – kein unvermeidbares Schicksal eines Einzelnen ist. Sogar im Alter gibt es noch genügend Menschen, die gut hören. Wichtig ist, übermäßigen Lärm zu vermeiden. Damit können Gehörschäden entsprechend vorgebeugt werden, wozu auch ein sorgsamer Umgang mit diesem empfindsamen und im Alltag so wichtigen Sinnesorgan gehört.

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  • Nagelpilz – eine Pilzerkrankung die nicht unterschätzt werden darf

    Nagelpilz – eine Pilzerkrankung die nicht unterschätzt werden darf

    Im Sommer sind viele barfuß oder in offenen Schuhen unterwegs. Da fallen Erkrankungen im Bereich der Nägel auf. Tatsache ist, dass der Nagelpilz, der in der Sprache der Mediziner auch Onychomykose genannt wird, unbedingt behandelt werden muss.

    Kommt vorwiegend an feuchten Stellen vor

    Grundsätzlich ist Nagelpilz eine Pilzinfektion der Nägel, die in den meisten Fällen durch Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten ausgelöst wird. Da sich diese vorwiegend an feuchten Stellen aufhalten, ist die Erkrankung häufiger an den Fuß- als an den Fingernägeln zu finden. Wird der kranke Nagel nicht richtig behandelt, besteht das Risiko, dass der Pilz ihn komplett zerstört und meist auch noch die benachbarten Nägel befällt. Das ist nicht nur optisch wenig überzeugend, sondern kann auch erhebliche Schmerzen auslösen und sogar das Gehen beeinträchtigen.

    Risikogruppe für Nagelpilz

    Die Fadenpilze, die meist Auslöser des Nagelpilzes sind, bevorzugen als Lebensraum feuchte und warme Regionen am Körper. Deshalb sind Zehenzwischenräume, Leistenbeugen oder aber Achseln und Hautfalten ideal für sie. Oft ist der Nagelpilz eine Folgeerkrankung von Personen, die bereits an Fußpilz leiden. Es ist aber auch eine direkte Infektion der Nägel möglich, etwa in öffentlichen Bädern, Saunen oder Fitness-Studios in den Duschen oder Umkleidekabinen. Grundsätzlich ist fest zu halten, dass ältere Menschen anfälliger sind für diese Form der Erkrankungen. Die Durchblutung ist meist bereits schlechter, da die Gefäße verkalkt sind, oder aber sie leiden an einem geschwächten Immunsystem, ausgelöst durch mehrere Krankheiten oder der Einnahme von vielen Medikamenten. Auch Diabetiker gehören zur Risikogruppe, da sie in fortgeschrittenem Stadium an Sensibilitätsstörungen leiden können, die Verletzungen am Fuß, die durchaus Eintrittsbereich für Erreger sein können, nicht mehr richtig wahrnehmen. Grundsätzlich gilt, dass alle Personen, die an Durchblutungsstörungen leiden, ein erhöhtes Risiko haben, an Fuß- oder Nagelpilz zu erkranken. Auch Sportler gehören zur gefährdeten Gruppe, da sie vermehrt Gemeinschaftsduschen oder Umkleidekabinen nutzen, in denen besonders häufig Pilze vorkommen. Aufgrund der vermehrten Schweißabsonderung beim Sport finden diese eine aufgeweichte Haut vor, in die sie leicht eindringen können.

    Vorbeugen ist besser als Behandeln

    Eine wichtige Grundregel, um eine Erkrankung an Nagelpilz zu vermeiden, ist natürlich in öffentlichen Einrichtungen wie Saunen, Schwimmbädern oder Hotelbädern nicht barfuß zu laufen. Handtücher, Socken und Badematten, aber auch Bettwäsche sollte immer bei Temperaturen über 60 Grad gewaschen werden. Auch den Schuhen kommt eine wichtige Rolle zu, denn sie sollten perfekt passen und natürlich aus einem atmungsaktiven Material sein. Damit wird die Fußfeuchte rasch wieder abgeleitet.

    Richtiges Verhalten bei Erkrankung und Therapie

    Wer sich bereits mit einem Nagelpilz angesteckt hat, sollte ein eigenes Handtuch für die Fuße benutzen und dieses täglich wechseln. Bei der Nagelpflege müssen Nagelschere oder Feile nach jeder Anwendung – ebenso wie die Hände – nach jedem Kontakt mit dem kranken Nagel gereinigt werden. Abgesehen davon sollte aus Rücksicht auf andere Personen in der unmittelbaren Umgebung darauf verzichtet werden, barfuß zu laufen – dies gilt sowohl für Zuhause als auch für öffentliche Einrichtungen.

    Dazu passend muss der Nagelpilz natürlich entsprechend behandelt werden. Dazu gibt es bestimmte Mittel, die der Mediziner auch Antimykotika nennt. Diese sind auf Basis von bestimmten Wirkstoffen zusammen gesetzt, die die Pilze gezielt abtöten oder aber einfach ihr Wachstum entsprechend hemmen. Ist nur die oberflächliche Nagelschicht vom Pilz befallen, so kann der Betroffene mit Tinkturen und entsprechenden Nagellacken der Infektion zu Leibe rücken. Sind die Pilzsporen aber bereits in den Nagel bzw. den Nagelfalz vorgedrungen, kann es passieren, dass auch der nachwachsende Nagel immer wieder infiziert wird. Damit ist klar, dass auch eine innerliche Behandlung in Form von Tabletten oder Kapseln notwendig wird. Die genaue Auswahl des Medikaments trifft der behandelnde Arzt nach der genauen Diagnose, die er anhand der Ergebnisse der Pilzkultur trifft. Ist diese nicht genau eruierbar, so kommt meist ein Breitspektrum-Antimykotika zur Anwendung, die gegen mehrere verschiedene Pilzsorten optimal wirkt.

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