Schlagwort: Medizin

  • Ingwer – scharfe Knolle mit großem Potential

    Ingwer – scharfe Knolle mit großem Potential

    Wer es schon einmal versucht hat, weiß von der Schärfe zu berichten. Gemeint ist, auf ein Stückchen Ingwer zu beißen – das hat weitreichende Konsequenzen, denn nicht nur die Zunge brennt, sondern auch die Wangen röten sich oder die Nase beginnt zu laufen. Die gesunde Wurzel steckt nämlich voller Scharfstoffe, die im menschlichen Körper Wärmerezeptoren aktivieren und noch viel mehr Gutes bewirken können.

    Ingwer hilft bei Schmerzen

    Die Inhaltsstoffe der beigen Wurzel hemmen im menschlichen Körper das gleiche Enzym wie Acetylsalicylsäure. Es heißt Cyclooxygenase. Der Wirkstoff lindert Schmerzen und hilft bei Entzündungen, dabei verzögert er aber auch die Blutgerinnung. Damit kann Ingwer gut bei Muskelschmerzen, aber auch bei Rheuma eingesetzt werden.

    Erprobtes Mittel bei Übelkeit und Brechreiz

    Allgemein bekannt ist die Wirkung der Knolle gegen Reiseübelkeit. Die Wirkung der Inhaltsstoffe aus dem Ingwer sind vergleichbar mit dem chemischen Mittel Dimenhyerinat, das etwa die Wirkstoffe an den Serotonin-Rezeptoren-Ionenkanälen angreift, die für das Erbrechen zuständig sind. Helfen kann Ingwer allerdings nur denjenigen Personen, denen im Auto, Zug oder im Flugzeug übel wird. Wer über Übelkeit an Bord eines Schiffes klagt, dem hilft Ingwer nicht. Studien zeigen allerdings, dass Extrakte der Wurzel auch während einer Chemotherapie helfen. Eine diesbezügliche Studie an der US-amerikanischen Universität von Rochester hat ergeben, dass die betroffenen Patienten über 40 Prozent geringere Beschwerden in Sachen Übelkeit klagen.

    Ingwer hilft beim Abnehmen

    Die Wurzel enthält viele Bioaktivstoffe, wobei vor allem das Oleoresin medizinisch wirksam ist. Es ist ein zähflüssiger Balsam, der aus den Gingerolen und den Shoagolen besteht. Dank der antioxidativen Wirkung stärkt Ingwer das Immunsystem und kann auch bei Husten und Halsschmerzen lindernd wirken. Ein wichtiger Aspekt ist die Wirkung als Kalorienkiller, die aufgrund der Anregung des Speichelflusses und der Magensäfte entsteht. Denn der Verdauungsprozess wird damit eindeutig beschleunigt, was sich positiv beim Abnehmen und beim Entschlacken des Körpers auswirkt.

    Ingwer – das Aspirin der Natur

    Dank der ähnlichen Wirkung wie Acetylsalicylsäure wird Ingwer oft auch als Aspirin der Natur bezeichnet. Er kann in unterschiedlichsten Formen angewandt werden, neben der Zubereitung als Tee, können Ingwerwickel dank der wärmenden Wirkung vor allem beim Hexenschuss und bei Muskelverspannungen lindernd zum Einsatz kommen. Wer nicht unbedingt gleich Ingwer als ganze Stücke oder als Tee konsumieren möchte, kann damit einfach seinen Mahlzeiten einen exotischen Touch verleihen. Die reichlich vorhandenen Vitamine und Mineralstoffe entfalten trotzdem ihre Wirkung und der scharfe Geschmack belebt jede Mahlzeit. Dabei sollten empfindliche Menschen jedoch darauf achten, dass der Ingwer eine feine zarte Note entwickelt, wenn er gleich zu Beginn der Garzeit zur zubereiteten Speise gegeben wird. Wer ihn am Ende der Garzeit zufügt, muss mit einer stärkeren Aromaentfaltung rechnen. Vor Überdosierung ist absolut zu warnen, denn zu scharfes Essen schmeckt nicht greift die empfindlichen Magenschleimhäute an.

    Ingwer kaufen und lagern

    Das Gute an diesem Naturheil- und Lebensmittel ist die Tatsache, dass es praktisch in jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft erhältlich ist. Spannender ist da schon die Frage, wie man die Wurzel richtig lagert. Ingwer lässt sich ungeschält und in Küchenpapier eingewickelt bis zu drei Wochen im Kühlschrank unbedenklich lagern. Wer seinen Ingwer angeschnitten hat, sollte die Schnittstelle erst trocknen lassen, ehe er in den Kühlschrank kommt. Für alle, die Ingwer am liebsten gerieben oder gehackt verwenden, gilt die Devise, dass sie die Wurzel so vorbereitet sogar einfrieren können. Wichtig ist die Tatsache, dass man Ingwer immer erst unmittelbar beim Kochvorgang zubereiten sollte und niemals bereits im Vorfeld.

    Kein Ingwer für schwangere Frauen

    Grundsätzlich kann jeder, der Lust auf Schärfe hat oder um die wohltuende Wirkung der Wurzel weiß, Ingwer konsumieren. Vorsichtig sollten nur Frauen sein, die schwanger sind. Bestimmte Inhaltsstoffe können nämlich vorzeitig Wehen auslösen. So gut die Wirkstoffe des Naturproduktes sonst bei Übelkeit helfen, sollten Schwangere deshalb hier auf andere Produkte setzen.

    Bild: © Depositphotos.com / grafvision

  • So halten Sie Ihre Augen gesund

    So halten Sie Ihre Augen gesund

    Gefahren für den perfekten Durchblick

    Dass die Augen unser wichtigstes Sinnesorgan sind, ist unbestritten. Laut Schätzungen werden 70 Prozent aller Informationen über das Sehen wahr genommen. Damit die Sehkraft im wahrsten Sinn des Wortes auch noch im Alter erhalten bleibt, muss den Augen viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bekannte Risikofaktoren wie im nachfolgenden Text aufgelistet, sollten hingegen vermieden werden.

    Grauer Star ist Risiko im Alter

    Vor allem Personen ab dem 50. Lebensjahr sind gefährdet an der Volkskrankheit Grauer Star zu leiden. Diese setzen dem Sehvermögen erheblich zu, unter anderem das Anfangsstadium, der sogenannte Katarakt. Beim Grauen Star kristallisiert sich das Eiweiß, das sich in der Augenlinse befindet, aus und trübt den Block. Betroffene klagen, dass sie wie durch Milchglas sehen. Wer hingegen unter Grünem Star leidet, der im Fachjargon auch Glaukom genannt wird, muss sich damit auseinander setzen, dass aufgrund eines erhöhten Augeninnendruckes der Sehnerv langsam zerstört wird. Wird diese Krankheit nicht behandelt, droht die komplette Erblindung.

    Risiko UV-Licht wird oftmals unterschätzt

    Die Sonne tut Körper und Seele ja gut, wie allgemein bekannt ist. Doch zu viel UV-Licht kann Schäden an der Linse und der Netzhaut des Auges führen. Gefährlich ist dabei, dass der Betroffene erstmal gar nichts davon bemerkt, sondern erst Jahre später unter Grauem Star oder einer Makuladegeneration leidet. Besonders wenn Sonne in Kombination mit Schnee auftritt, sind die Augen entsprechend zu schützen, sonst droht Schneeblindheit. Denn die obersten Zelllagen der Hornhaut können hier beschädigt werden, was nicht nur erhebliche Schmerzen, sondern auch kurzzeitige Sehprobleme verursacht. Abhilfe schafft hier eine gute Sonnenbrille, die sowohl im Fachhandel als auch beim Optiker erhältlich ist. Wichtig ist, dass sie über ausreichend hohen UV-Schutz verfügt und ausreichend groß ist, um bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand zu reichen.

    Rauchen schädigt auch die Augen

    Dass Rauchen ungesund ist, ist hinlänglich bekannt. Doch dass der blaue Dunst auch für die Augen kritisch werden kann, wissen weniger. Doch es gilt als erwiesen, dass Rauchen zu einer früheren Entwicklung der Makuladegeneration führt. Diese ist die häufigste Ursache für Blindheit im Alter. Abgesehen davon hemmen die Schadstoffe in den Zigaretten die Durchblutung im Auge, was wiederum zu einer Verschlechterung der Sehkraft führt.

    Bluthochdruck und Diabetes sind Gefahr für die Augen

    Unbehandelter Bluthochdruck oder auch schlecht eingestellte Diabetes setzen den Augen ebenfalls langfristig zu. Denn durch beide Krankheitsbilder können die feinen Gefäße, die für die Blutversorgung in der Netzhaut zuständig sind, zerstört werden. Die sogenannte diabetische Retinopathie gehört demnach zu den häufigsten Komplikationen und Begleiterscheinungen von Zuckerkrankheit im Alter. Zudem sind Diabetiker verstärkt gefährdet, an Grauem Star zu erkranken. Ein regelmäßiger Check beim Augenarzt ist unbedingt erforderlich.

    Kontaktlinsen nicht zu lange tragen

    Viele schaffen bei Fehlsichtigkeit mit Kontaktlinsen Abhilfe. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn zu lange getragene Linsen können die Sauerstoffzufuhr zum Auge hemmen. Vor allem die Hornhaut, die besonders empfindlich ist, kann mit sogenannten Gefäßeinsprossungen reagieren. Das heißt, Blutäderchen wachsen in Richtung Hornhaut und sind über kurz oder lang deutlich sichtbar. Haben sie sich einmal gebildet, gehen sie auch nicht mehr weg.

    Sicca-Syndrom aufgrund von Alkoholgenuss

    Auch Alkohol kann negative Wirkungen auf die Augengesundheit haben. Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Sicca- Syndrom, also dem trockenen Auge, und dem Konsum von Alkohol nachweisen. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Alkohol in die Tränenflüssigkeit vordringt und deren Zusammensetzung so beeinträchtigt, dass die Augen mit Brennen, Rötungen und vermehrtem Tränenfluss reagiert. Letztendlich ist dadurch auch das Sehvermögen beeinträchtigt.

    Damit die Augen lange gesund und die Sehkraft erhalten bleibt, sollte ein regelmäßiger Check beim Augenarzt erfolgen. Klar ist, dass bei Beschwerden oder gar Schmerzen und Sehbeeinträchtigungen, unbedingt medizinischer Rat eingeholt werden muss. Vor allem wessen Sehvermögen durch Punkte, Schatten oder Blitze gestört wird, sollte hierbei Eile an den Tag legen, um Schlimmeres zu vermeiden.

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  • Niedriger Blutdruck – die unterschätzte Volkskrankheit

    Niedriger Blutdruck – die unterschätzte Volkskrankheit

    Müdigkeit, Unkonzentriert, manchmal sogar Kopfschmerzen – das alles sind Symptome, unter denen viele leiden, die gar nicht so richtig krank sind. Sie leiden vermutlich unter zu niedrigem Blutdruck, der natürlich Auswirkungen wie ungenügende Blut- und Sauerstoffversorgung von Herz, Gehirn und anderen wichtigen Organen hat. Auch wenn die Krankheit meist harmlos ist, können Betroffene gut entgegen wirken.

    Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

    Von einer Hypotension oder niedrigem Blutdruck spricht der Mediziner dann, wenn die Blutdruckwerte unter 95/65 mm/Hg (Millimeter-Quecksilbersäule) liegen. Eine besondere Form dieses Krankheitsbildes kann bei rascher Änderung der Körperlage auftreten, etwa wenn jemand rasch aufsteht. Dann versackt das Blut in die untere Körperhälfte und das Gehirn wird mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Die Gefahr eines Kreislaufkollaps ist damit gegeben.

    Ursachen und Beschwerden sind vielfältig

    Niedriger Blutdruck kann viele Ursachen haben, unter anderem kann er im Zusammenhang mit Erkrankungen des Herzens oder des Hormonsystems oder aber auch des Nervensystems entstehen. Weitere häufige Ursachen können Infektionen, ein starker Blutverlust oder ein Flüssigkeitsmangel bzw. eine Schwangerschaft sein. Typische Beschwerden für einen zu niedrigen Blutdruck können Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen sein oder aber auch Kopfschmerzen und ein Kribbeln in den Gliedmaßen. Weitere Anzeichen sind oftmals Schlaflosigkeit trotz Müdigkeit und eine gewisse Antriebslosigkeit, aber auch Herzklopfen und Ohrensausen.

    Gewisse Personengruppen sind besonders betroffen

    Wie bei vielen anderen Erkrankungen gibt es Personengruppen, die öfters unter zu niedrigem Blutdruck leiden als andere. Dazu gehören vor allem große, sehr hagere Menschen und ältere Menschen. Manchmal sind auch Jugendliche, die gerade einen Wachstumsschub erleben, davon betroffen ebenso wie schwangere Frauen.

    Diagnose und Behandlung ist einfach

    Auch wenn zu niedriger Blutdruck eigentlich keine Krankheit im herkömmlichen Sinn ist, sollten Betroffene bei häufigen Auftreten der genannten Symptome zum Arzt gehen. Dieser kann sehr rasch und effizient das Krankheitsbild abklären und entsprechende Therapien vorschlagen. Um tatsächlich feststellen zu können, ob die Werte des Blutdrucks unter dem Normalwert liegen, ist die richtige Messung wichtig. Neben der Verwendung von geeichten Geräten muss die Prozedur während einer absoluten Ruhephase des Patienten erfolgen. Am besten wird am Handgelenk gemessen, wobei mehrmaliges Messen hintereinander sinnvoll ist. Auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten während des Tagesverlaufes kann Unterschiede bei den Messwerten ergeben. Für Betroffene macht es Sinn, dass sie über mehrere Wochen hinweg eine Art Tagebuch mit den Messergebnissen führen, um einen Überblick über das Krankheitsbild gewinnen zu können.

    Bei der Behandlung geht es in erster Linie darum, den Kreislauf des Betroffenen zu stärken. Das erfolgt mittels einfacher Maßnahmen und beginnt dabei, dass sich die Lebensgewohnheiten ändern müssen. Jeder, der unter zu niedrigem Blutdruck leidet, sollte sich morgens zum Aufstehen aus dem Bett viel Zeit lassen und erstmals seinen Körper im Bett ausgiebig dehnen und strecken. Anschließend helfen warm-kalte Wechselduschen, die immer mit kaltem Wasser beendet werden sollen und Bürstenmassagen dem Kreislauf auf die Sprünge. Ein wichtiger Faktor ist regelmäßige Bewegung und Sport, wobei hier vor allem Schwimmen, Laufen und Tennis ratsam ist. Wer gerne in die Sauna geht, kann seinem Kreislauf auch noch was Gutes tun, indem er das in wöchentlichen Abständen regelmäßig wiederholt. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten Wasser oder ungesüsster Tee, ist wichtig. Für akute Hilfe bei niedrigem Blutdruck ist es sinnvoll blutdrucksteigernde Medikamente einzunehmen. Wer hier auf den Wirkstoff Etilefrin setzt, liegt richtig. Auch pflanzliche Mittel wie Weißdorn, Schafgarbe oder Mistel und Melisse sind hier zu empfehlen. Wichtig zu wissen ist, dass Betroffene mit dem Genuss von Koffein keine dauerhafte oder längerfristige Abhilfe bei den Beschwerden erreichen.

    Hilfe vom Arzt

    Wer mit den Hausmitteln und den Naturkräutern als Tee und Tinktur keine Linderung seiner Beschwerden erreicht, sollte sich vom Arzt helfen lassen. Der kann kreislaufstärkende Medikamente des Dihydergot-Typs verschreiben.

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  • Herpangina – die unbekannte Kinderkrankheit

    Herpangina – die unbekannte Kinderkrankheit

    Wenn Kinder Fieber bekommen, über Bauchschmerzen und Schluckbeschwerden klagen, dann vermuten Eltern meist richtig, dass es sich um eine Kinderkrankheit handeln kann. Wenn sich zu diesen Symptomen dann auch noch Übelkeit und Bläschen im Mund gesellen, dann liegt der Verdacht nahe, dass sich das Kind mit Herpangina angesteckt haben könnte. Herpangina, die mit medizinischen Namen auch die Zahorsky-Krankheit genannt wird, ist eine meist harmlos verlaufende Virusinfektion. Sie verdankt ihren Namen den zwei bis drei Millimeter großen Bläschen, die das Aussehen von Lippenherpes haben, sich aber im hinteren Rachenraum befinden, wo sie für Probleme beim Schlucken sorgen und eine Mandelentzündung auslösen.

    Wie werden die Viren übertragen?

    Coxsackie-A-Viren – so heißen die Überträger der Herpangina, die vor allem im Trinkwasser, aber auch in verunreinigten Lebensmitteln zu finden sind. Die Viren suchen sich zunächst einen Ort im Körper, der drei Eigenschaften mitbringen muss, damit sich die Viren auch wirklich wohlfühlen: Er muss möglichst dunkel, feucht und dazu auch noch angenehm warm sein. Die besten Voraussetzungen bieten daher der Mund-Rachenraum und auch der Darm, und genau in diesen beiden Bereichen entsteht bedingt durch die Viren, die Herpangina. In sehr seltenen Fällen wandern die Viren auch durch den Körper und gelangen auf den Blutbahnen zu den Organen, wo sie dann Symptome hervorrufen. Gefährlich wird es, wenn das Virus zu den Hirnhäuten oder zum Gehirn selbst gelangt, denn das kann Entzündungen auslösen.

    Herpangina Symptome?

    Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Herpangina vergehen in der Regel zwischen zwei und sechs Tage, und damit hat die Krankheit anders als viele andere Kinderkrankheiten, eine relativ kurze Inkubationszeit. Zu den ersten Symptomen gehören hohes Fieber und ein schlechtes Allgemeinbefinden. Die kleinen Patienten haben das Gefühl, als wäre ihr hinterer Rachenraum mit Samt ausgeschlagen, was von der Entzündung herrührt. Die nächsten Symptome sind die charakteristischen Bläschen, die der Krankheit ihren Namen geben. Diese Bläschen, die schnell als störend empfunden werden, platzen nach wenigen Stunden auf und werden dann zu schmerzhaften Geschwüren. Jetzt kommen auch Übelkeit und starke Bauchschmerzen dazu und der Rachen schmerzt bei jedem Schlucken. Nach einer, aber spätestens nach zwei Wochen, klingt die Herpangina dann wieder ab.

    Welche Therapien gibt es?

    Wenn der Arzt anhand der Symptome seine Diagnose stellt, dann können nur die Beschwerden gelindert werden, eine Therapie gegen die Kinderkrankheit gibt es bis heute leider nicht. Um es den kleinen Patienten so einfach und erträglich wie möglich zu machen, helfen folgende Maßnahmen:

    • Keine sauren oder scharf gewürzten Speisen
    • Viel Flüssigkeit, am besten geeignet sind Milch, Trinkjoghurt, Suppe oder eine milde Brühe
    • Keine Fruchtsäfte, denn die Fruchtsäure verstärkt den Schmerz im Mund und im Rachen
    • Dreimal täglich mit Salbei- oder Malventee gurgeln
    • Bei starken Schmerzen kann der Arzt ein leichtes Narkotikum verschreiben, wie Paracetamol oder Ibuprofen

    Zum Gurgeln eigenen sich auch ätherische Öle, auch Honig ist ein gutes Mittel, um die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu hemmen. Wenn sich gelbliche Beläge auf der Zunge bilden, dann kann das ein Zeichen für eine zusätzliche Infektion mit Bakterien sein, in diesem Fall wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

    Sollte das Kind über starke Kopfschmerzen klagen, benommen wirken oder auch wenn der Nacken steif wird, dann muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden, denn es besteht der Verdacht, dass es sich um eine Ausbreitung der Infektion und eventuell auch um eine Hirnhautentzündung handeln könnte.

    Varianten der Herpangina

    Nicht selten kommt es bei kleinen Kindern im Zusammenhang mit der Herpangina zur sogenannten Hand-Mund-Fuß-Krankheit, die durch eine Untergruppe der Herpangina Viren ausgelöst wird. Bei diese Variante der Kinderkrankheit zeigen sich die Bläschen auch an Händen und Füßen, sowie am oder im Mund. Dazu kommt leichtes Fieber, aber das Wohlbefinden wird kaum beeinträchtigt.

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  • Wie gefährlich ist Epilepsie?

    Wie gefährlich ist Epilepsie?

    In früheren Zeiten, als die Medizin noch in den Kinderschuhen steckte, wurde Epilepsie auch Fallsucht genannt, denn wenn die Betroffenen einen typischen Krampf bekamen, fielen sie nicht selten zu Boden. Menschen, die an Epilepsie erkrankt waren, galten im Mittelalter als ganz besondere Menschen und man sagte ihnen nach, dass sie das zweite Gesicht haben und in die Zukunft schauen können. Es gibt einige prominente Epilepsie Kranke, zu denen unter anderem auch der große Feldherr Alexander der Große gehörte. Heute ist Epilepsie eine neurologische Krankheit, die nicht von allen Betroffenen als Belastung empfunden wird, einige Kranke können trotz der Epilepsie ein normales Leben führen und auch einem Beruf nachgehen.

    Was ist Epilepsie?

    Streng genommen gibt es keine Krankheit, die den Namen Epilepsie trägt, es gibt vielmehr eine Reihe von Erkrankungen des Gehirns, die alle das gleiche Merkmal haben, nämlich die epileptischen Anfälle. Diese Anfälle können ganz unterschiedlich sein, bei einigen Betroffenen dauern sie nur wenige Sekunden und werden nicht einmal bewusst wahrgenommen. Ein leichtes Zucken der Muskeln, eine kleine Bewusstseinsstörung oder auch ein leichtes Kribbeln – das sind die klassischen Symptome, wenn es sich um einen leichten epileptischen Anfall handelt. Andere Betroffene haben Krämpfe, die zwei oder mehr Minuten anhalten, aber auch Bewusstlosigkeit und unkontrollierte Zuckungen gehören zu den Anzeichen einer Epilepsie.

    Was löst einen epileptischen Anfall aus?

    Wenn es zu einem epileptischen Anfall kommt, dann handelt es sich dabei um eine Funktionsstörung im Gehirn. Einzelne Nerven, aber auch ganze Gruppen von Nerven an der Hirnrinde senden plötzlich und auch gleichzeitig Signale aus und versuchen, anderen Nervenzellen ihren Rhythmus aufzuzwingen. Das kann dann ganz unterschiedliche Formen annehmen, je nachdem, wie viele der Zellen an diesem Prozess beteiligt sind und welche Funktionen des Körpers diese Nerven steuern. So kann es passieren, dass plötzlich die Hand zuckt, bei anderen ist es aber der ganze Körper, weil sich viele verschiedene Muskeln gleichzeitig verkrampfen.

    Hat jeder Anfall mit Epilepsie zu tun?

    Im Grunde kann jedes Lebewesen, sei es nun ein Mensch oder auch ein Hund, einen epileptischen Anfall erleiden, ohne an Epilepsie erkrankt zu sein. In jedem Gehirn kann es zu der beschriebenen Fehlfunktion der Nervenzellen kommen und die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Der Mangel an Schlaf kann einen solchen Anfall auslösen, aber auch Alkoholentzug führt zu krampfartigen Anfällen. Bei Vergiftungen mit verschiedenen Substanzen und auch als Nebenwirkung bei einigen Medikamenten ist ein epileptischer Anfall möglich und auch hohes Fieber ist einer der Auslöser. Ein Beispiel sind Fieberkrämpfe, wie sie vor allem kleine Kinder häufig bekommen.

    Solche Anfälle nennen die Ärzte einen Gelegenheitskrampf, was allerdings nicht bedeutet, dass die Anfälle gelegentlich auftreten, gemeint ist vielmehr die Gelegenheit, also ein akuter Vorfall, der einen Krampf auslöst. Diese Gelegenheitsanfälle deuten nicht zwingend auf Epilepsie hin, auch dann nicht, wenn sie sich wiederholen.

    Wie wird die Diagnose Epilepsie gestellt?

    Kommt es zu einem oder auch zu wiederholten Krämpfen, dann sollte auf jeden Fall ein Facharzt, also ein Neurologe aufgesucht werden. Der Arzt wird seinen Patienten gründlich untersuchen, eine ausführliche Anamnese erstellen und dann ein EEG machen, um die Gehirnströme zu messen. In der Regel wird auch ein MRT gemacht und auch eine Untersuchung des Gehirnwassers ist keine Seltenheit, um eine genaue Diagnose stellen zu können. Anhand dieser Untersuchungen kann der Arzt dann mit Bestimmtheit sagen, ob es sich um einen Gelegenheitsanfall oder tatsächlich um den Beginn einer Epilepsie handelt.

    Welche Behandlung gibt es?

    Ob eine Behandlung notwendig wird, das hängt vom Schweregrad der Epilepsie ab. Eine Therapie ist immer eine individuelle Sache, denn Patienten, die nur sehr selten einen Anfall haben, ist keine Therapie erforderlich. Wenn es aber mehr als zwei Anfälle pro Jahr gibt, dann ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich.

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  • Alzheimer – das langsame Vergessen

    Alzheimer – das langsame Vergessen

    Alzheimer – kaum eine andere Krankheit löst so viel Schrecken aus wie diese besondere Form der Demenz. Weltweit leiden 35 Millionen Menschen unter Alzheimer, alleine 1,5 Millionen davon in Deutschland. Experten haben ausgerechnet, dass die Zahl der Alzheimer-Kranken in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, was damit zusammenhängt, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben. Morbus Alzheimer, wie die Demenz mit medizinischem Namen heißt, ist keine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft, zunehmend erkranken daran auch immer mehr jüngere Menschen. Die Diagnose Alzheimer wird aber erst dann zu einem klassischen Krankheitsbild, wenn die Orientierungsprobleme und die Gedächtnisstörungen länger als sechs Monate beobachtet werden.

    Die Arbeit des Doktor Alzheimer

    Ihren Namen verdankt die Krankheit ihrem Entdecker, dem bayrischen Nervenarzt Alois Alzheimer, der Anfang des 20. Jahrhunderts Patienten behandelte, die ihm durch ihr Verhalten und durch die stetige Abnahme ihrer geistigen Fähigkeiten aufgefallen waren. Alzheimer behandelte nicht nur diese Patienten, er untersuchte und studierte auch die Gehirne der Verstorbenen. 1906 veröffentlichte der Arzt seine für die damalige Zeit bahnbrechenden Erkenntnisse und es gelang ihm, ein völlig neuartiges Krankheitsbild zu beschreiben. Bis heute orientieren sich Ärzte an der Arbeit von Alois Alzheimer, wenn es um die Diagnose Alzheimer geht.

    An welchen Symptomen lässt sich Alzheimer erkennen?

    Auch wenn die Symptome vielseitig sind, durch ein genaues Beobachten lassen sich die klassischen Anzeichen doch sehr genau bestimmen. Die Betroffenen sind vergesslich, zuerst lässt das Kurzzeitgedächtnis nach, später auch das Langzeitgedächtnis. Es gibt Schwierigkeiten, alltägliche Dinge zu erledigen, erfahrene Hausfrauen wissen plötzlich nicht mehr, wie man eine Waschmaschine bedient oder wie man ein bestimmtes Essen zubereitet. Die Patienten verlieren mehr und mehr die Fähigkeiten zu kommunizieren, ihnen fallen viele Worte nicht mehr ein oder sie verwenden vermehrt Ersatzwörter. Zudem geht die Orientierung für Ort, Zeit und Raum verloren, die Patienten wissen nicht mehr, wann ihr Geburtstag ist, sie finden sich in ihrer vertrauten Umgebung nicht mehr zurecht und laufen weg.

    Das Urteilsvermögen lässt nach, es gibt Probleme mit der Konzentration und auch abstraktes Denken ist nicht mehr möglich. Gegenstände und Gegebenheiten werden falsch zugeordnet, beispielsweise wird das Handy in den Kühlschrank gelegt und die Betroffenen wollen im Schlafanzug einkaufen gehen. Viele Alzheimer-Patienten werden auch plötzlich misstrauisch oder sie leiden unter starken Stimmungsschwankungen, und Menschen, die früher ausgeglichen waren, sind auf einmal aggressiv oder sie zeigen Angstzustände. Alzheimer kann aber auch antriebslos machen, die Patienten verlieren das Interesse an ihrem Hobby und sie ziehen sich immer mehr aus ihrer Umwelt zurück.

    Die drei Stadien

    Einen exakten Verlauf der Krankheit gibt es nicht, denn jede Erkrankung ist individuell. Aber Alzheimer ist ein chronisch verlaufender Prozess, der zwar durch die Gabe von Medikamenten verzögert werden kann, aufhalten lässt sich Alzheimer aber bis heute nicht.

    In einem frühen Stadium verlieren die Betroffenen ihr Gedächtnis und ihre Merkfähigkeit, sie leiden unter Stimmungsschwankungen und können sich nicht mehr präzise ausdrücken. Ihre Leistungsfähigkeit lässt nach und sie reduzieren ihre sozialen Kontakte.

    Im mittleren Stadium verändern sich die Psyche und auch die Persönlichkeit. Die Patienten können zwar in bestimmten Bereichen noch ein autonomes Leben führen, brauchen aber bei vielen Dingen Hilfe und Unterstützung.

    Im späten Stadium sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag ohne fremde Hilfe zu bewältigen, sie achten nicht mehr auf ihre Kleidung und auf ihre Körperhygiene, ihr Kurzzeitgedächtnis ist vollkommen erloschen. Es kann zu Krampfanfällen kommen und durch den Verlust der Körperhaltung kommt es vermehrt zu Stürzen. Die Patienten können in diesem letzten Stadium nicht mehr schlucken und müssen nicht selten künstlich ernährt werden. Auch die Kontrolle über die Blase und den Darm gehen verloren. Der Tod kommt in der Regel dann durch eine Infektion.

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