Schlagwort: Nervenzellen

  • Nervenzellen – ohne sie geht gar nichts

    Nervenzellen – ohne sie geht gar nichts

    Viele glauben, dass das Herz im menschlichen Körper die Hauptrolle spielt, die eigentlichen Hauptdarsteller sind aber die Neuronen, die Nervenzellen, die es möglich machen, dass wir denken, fühlen, sprechen und handeln können. Jeder Mensch hat 86 Milliarden dieser Zellen, die ohne Pause rund um die Uhr miteinander kommunizieren und innerhalb von Millisekunden äußerst komplexe elektrische und chemische Prozesse bewältigen können. Die Nervenzellen sind perfekt aufeinander eingespielt und so wird es möglich, dass wir ohne Probleme leben können.

    Nichts ist unmöglich

    Stellen wir uns vor, wir würden an einer Konferenz teilnehmen und müssten alle Teilnehmer dieser Konferenz zu einem gemeinschaftlichen Verhalten bewegen, das auch noch sinnvoll ist. Das klingt nicht allzu schwer, aber wenn diese Konferenz mehrere Milliarden Teilnehmer hat und uns nur Bruchteile von Sekunden für unser Vorhaben bleiben, dann ist das völlig unmöglich. Oder doch nicht? Für die Nervenzellen ist das vollkommen normal, denn so funktionieren sie und sind dabei auch noch sehr erfolgreich.

    Nervenzellen – die Schnellläufer unter den Zellen

    Die Haare kämmen, ein Stück Kuchen essen oder Fußball spielen – das alles ist für uns selbstverständlich und keiner denkt darüber nach, wer die Arbeit im Hintergrund übernimmt. Im Körper gibt es jedoch so etwas wie eine stille Post aus verschiedenen Nervenzellen, die miteinander kommunizieren und diese Tätigkeiten erst möglich machen. Im zentralen Nervensystem, der Schaltzentrale, werden mit der Hilfe der Neuronen, die für die motorischen Tätigkeiten zuständig sind, alle zuständigen Zellen aktiviert, um Hände oder Füße in Gang zu setzen. Synchron dazu liefern die sensorischen Zellen ständig Informationen an das Gehirn, um Hände und Füße in die richtige Position zu bringen. Die sogenannten Motoneuronen führen dann den Auftrag exakt durch.

    Einfach und doch hoch kompliziert

    Auch wenn die Zusammenarbeit der Neuronen sehr einfach klingt, dahinter verbirgt sich ein sehr kompliziertes System, in das mehrere Millionen von Nervenzellen eingebunden sind. Es sind diese Zellen, die jeden chemischen oder elektrischen Prozess blitzschnell analysieren und die ganz nach Belieben eine Funktion verstärken, beschleunigen, verstärken oder auch hemmen können. Um zu verstehen, was Neuronen tun, muss man sich den Aufbau einer Nervenzelle genauer ansehen. Eine Zelle besteht aus einem Zellkörper, aus dem mehrere Verästelungen wachsen. Diese Verästelungen stehen dauernd mit anderen Zellen in Kontakt, sie können Informationen senden und auch empfangen. Wird gesendet, dann passiert das über ein Axon, ein Auswuchs, der bis zu einem Meter lang werden kann. Wird eine Information empfangen, dann übernehmen das die Dendriten, Zellen, die bis zu 200.000 Fasern haben können.

    Wenn die Neutronen feuern

    Wenn die ankommenden Signale, die von anderen Nervenzellen kommen, stark genug sind, dann wird ein bestimmter Wert überschritten und die Nervenzelle feuert elektrische Impulse in Richtung der Synapsen. Wie schnell dieses sogenannte Aktionspotenzial ist, das kommt auf die jeweilige Nervenzelle an, wenn es richtig schnell geht, dann erreicht dieser Feuerstoß eine Geschwindigkeit von 120 Metern in der Sekunde. Auch das Axon bestimmt das Tempo, und zwar durch seine Beschaffenheit. Ist ein Axon dick, dann geht es recht flott, ist es dünn, dann dauert es etwas länger. Das Ziel der Neutronen ist immer ein synaptisches Endknöpfchen, eine Art Kontaktpunkt zu einer anderen Nervenzelle. Die Synapsen sind im Gehirn zu finden und Bestandteil der Neutronen. Jede einzelne Zelle hat bis zu 10.000 Synapsen, einige bringen es sogar auf 100.000. Die Endungen der Synapsen und die Senderzelle berühren sich nicht, zwischen ihnen gibt es eine kleine Lücke von 20 Nanometern. Da diese Lücke aber geschlossen werden muss, setzt der Körper andere Zellen ein, die Botenstoffe, die ständig zwischen den Neutronen Hin und Her pendeln.

    Neutronen sind wahre Meister der Kommunikation, sie sind Alleskönner und ohne diese einzigartigen Zellen kann kein Lebewesen funktionieren.

    Bild: © Depositphotos.com / katerynakon

  • Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Etwa eine Million Menschen weltweit infiziert sich jedes Jahr mit Tetanus, einer Krankheit, die viele unter ihrem deutschen Namen Wundstarrkrampf kennen. Die Infektionskrankheit Tetanus tritt in Deutschland allerdings relativ selten auf, denn viele Deutsche sind geimpft und auch die hygienischen Verhältnisse sind hierzulande so gut, dass der Erreger kaum eine Chance hat. Clostridium tetani – so heißt der Erreger, der die Infektionskrankheit Tetanus auslöst und wenn dieser Erreger in die Muskeln des Körpers eindringt, dann verkrampft sich die Muskelmasse dermaßen, dass es zu Lähmungserscheinungen kommt.

    Welche Ursachen hat die Infektionskrankheit Tetanus?

    Der Name Wundstarrkrampf verrät es bereits, die Ursachen für Tetanus sind in den offenen Wunden zu finden, durch der Erreger in den Körper eindringen kann. Das Bakterium hat die Form eines Stäbchens und kann sich nur dann vermehren, wenn die Umgebung arm an Sauerstoff ist, was bei offenen Wunden besonders dann zutrifft, wenn sie stark ausgefranste Ränder haben. Einmal in die Wunde eingedrungen, bilden die Bakterien Sporen und damit eine dauerhafte Form des Erregers, und wenn die Bedingungen besonders ungünstig sind, dann können sie sehr lange überleben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Erreger zum einen widerstandsfähig gegen Hitze, Austrocknung und Desinfektionsmittel ist und zum anderen in der Umwelt praktisch überall vorkommt. Die meisten Tetanus-Erreger finden sich im Erdreich, in tierischen Ausscheidungen, aber auch auf der Haut von Tieren und in ihrer Darmflora.

    Der Tetanus Infektionsweg

    Es ist nicht der Erreger selbst, der in die Wunde gelangt, es sind vielmehr die Sporen, die auch ohne Sauerstoff leben können. Meist reicht schon eine kleine Verletzung, die verschmutzt wird und schon wandern die Sporen in den menschlichen Körper. Das kann zum Beispiel bei der Gartenarbeit passieren, aber auch bei Verkehrsunfällen und Unfällen in der Landwirtschaft ist die Infektionskrankheit Tetanus präsent. Ist der Erreger einmal in der Wunde, dann vermehrt er sich dort und gibt das Gift Tetanustoxin in die Blutbahn ab. Der Giftstoff gerät dann über den Blutkreislauf in das zentrale Nervensystem ins Gehirn und auch ins Rückenmark. Dort angekommen, werden bestimmte Nervenzellen deaktiviert und alle Nervenimpulse, die normalerweise die Muskeln entspannen sollen, können nicht mehr weitergeleitet werden, was schließlich zu den für Tetanus typischen Verkrampfungen führt.

    Die Tetanus Symptome

    Für die Infektionskrankheit Tetanus gibt es klassische Symptome, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen in den Muskeln, eine allgemeine Mattigkeit und auch starke Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf kann eine sogenannte Kieferklemme dazu kommen, die Betroffenen haben einen grinsenden Gesichtsausdruck, da sich die Zungen- und Gesichtsmuskulatur verkrampft, auch die Beine, die Arme, der Nacken und die Bauchmuskulatur werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Muskelkrämpfe sind schmerzhaft und dauern bis zu zwei Minuten an, sie werden noch verstärkt durch optische Reize wie helles Licht, akustische Reize, laute Geräusche und mechanische Reize, wie leichte Berührungen. Die Infektionskrankheit Tetanus führt auch zu einem erhöhten Stoffwechsel, was hohes Fieber auslösen kann und wenn sich die Kehlkopfmuskulatur verkrampft, dann kommt es zu Atemnot, die Betroffenen drohen zu ersticken.

    Wie wird Tetanus behandelt?

    Gegen die Infektionskrankheit Tetanus gibt es kein direktes Gegenmittel, alles, was die Ärzte in einem akuten Fall tun können, ist die Symptome zu lindern und die Vermehrung des Krankheitserregers zu vermindern. Zunächst muss die Wunde gründlich gereinigt und dann breit geöffnet werden. Durch die offene Wundbehandlung kommt Sauerstoff in den Wundbereich und das ist hilfreich, damit sich die Bakterien nicht weiter vermehren. Zusätzlich werden Antibiotika gegeben, die das Tetanustoxin vor allem im Gehirn und im Rückenmark neutralisieren sollen. Der effektivste Schutz gegen die gefährliche Infektionskrankheit Tetanus ist aber eine Impfung, denn sie setzt eine aktive Immunisierung in Gang, der Körper ist in der Lage, Antikörper zu bilden und sich so vor dem Erreger dauerhaft zu schützen.

    Bild: © Depositphotos.com / Zerbor

  • Warum treten Depressionen in Schüben auf?

    Warum treten Depressionen in Schüben auf?

    Eine Depression ist eine chronische Krankheit, aber die Betroffenen leiden nicht ständig, denn Depressionen kommen und gehen. Es gibt Zeiten, in denen fühlen sich die depressiven Menschen wohl und sie sehen ihr Leben positiv, aber dann kommt wieder ein negativer Schub und die Depression ist mit aller Macht zurück. Winston Churchill nannte seine Depressionen einen schwarzen Hund, der gerne seinen Auslauf hat, aber der immer wieder zu ihm zurückfindet. Warum eine Depression in Schüben verläuft, das war der Wissenschaft lange Zeit ein Rätsel, jetzt ist den Forschern ein Durchbruch gelungen, denn sie sind sicher, dass Nervenzellen an diesem Krankheitsverlauf schuld sind.

    Depressionen und Nervenzellen

    Phasen von Niedergeschlagenheit und Traurigkeit wechseln sich mit „normalen“ Phasen ab – Menschen, die unter Depressionen leiden, kennen diese Schübe, die ihnen das Leben schwer machen. Die Forscher der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums in Freiburg sind dem Geheimnis der depressiven Schübe auf die Spur gekommen. Sie nennen diese Depressionsschübe synaptische Plastizität und beschreiben damit einen Vorgang, bei dem die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Die Nervenzellen im Gehirn sind bestens vernetzt und stehen in ständiger Verbindung, denn nur so können sie sich immer wieder einer veränderten Umwelt anpassen. Wird die Kommunikation aber gestört oder auch nur verlangsamt, dann treten Probleme auf und genau das sorgt dafür, dass es depressive Schübe gibt.

    Eine zu langsame Vernetzung

    Die Wissenschaftler der Universität Freiburg verglichen für ihre Studie 27 gesunde Studienteilnehmer mit 27 Teilnehmern, die unter einem akuten depressiven Schub litten. Mit der Hilfe einer Spule aus Metall, die die Probanden auf dem Kopf trugen, wurde ein für die Motorik relevantes Areal im Gehirn gereizt, um so die Steuerung des Daumenmuskels zu aktivieren. Im Anschluss wurde gemessen, wie stark der Muskel auf den Reiz reagiert hat. Dann wurde abermals durch eine Reizung ein Nerv im Arm aktiviert, denn die Forscher wollen wissen, ob sich diese beiden Reize miteinander verknüpfen. In der Gruppe der nicht depressiven Studienteilnehmer klappte die Verbindung ohne Probleme, in der Gruppe der depressiven Probanden kam es zwar auch zu einer Vernetzung der beiden Reize, aber die Verbindung war deutlich langsamer. Einige Wochen später, als die Depressionen wieder abgeklungen waren, wurden die Studienteilnehmer erneut vermessen und die Verbindung zwischen den Nervenzellen im Daumen und im Arm war wieder einwandfrei.

    Depressionen durch eine verzögerte Reaktion

    Die Ergebnisse der Freiburger Studie sind schlüssig, denn die Nervenzellen im Arm und im Daumen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie alle anderen Nervenzellen im menschlichen Körper. Die Zellen kommunizieren ständig miteinander und gewährleisten auf diese Weise, dass der Mensch alle Eindrücke aufnehmen und verarbeiten kann. Bei den Menschen, die unter Depressionen leiden, funktionieren die Nervenzellen zwar genauso gut, nur eben deutlich langsamer. Kommt es zu einem depressiven Schub, dann ist die Kommunikation gestört, klingt die Phase wieder ab, dann verständigen sich die Nervenzellen wieder normal.

    Was kann bei depressiven Schüben helfen?

    Depressionen können sehr schnell zur Qual werden und nicht selten tragen sich die Betroffenen sogar mit Suizidgedanken. Wird die Depression erkannt, dann kann sie auch effektiv behandelt werden, dass es aber auch weiterhin zu starken depressiven Schüben kommt, das wird sich nie ganz vermeiden lassen. Je nachdem, wie stark der jeweilige Schub ist, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen und mit ihm besprechen, wie man dem Schub begegnen kann. Oftmals kann es hilfreich sein, die Medikamente anders einzustellen, um die Wucht eines depressiven Schubes aufzufangen und zu mildern. Nach Ansicht von Experten kann es ebenfalls hilfreich sein, sich intensiv mit der Krankheit auseinanderzusetzen, denn wer den Grund für seine Depression kennt, kann besser mit ihr umgehen. Antidepressiva können zudem eine Art Krücke sein, an denen der Depressive leichter gehen kann.

    Bild: © Depositphotos.com / deposit123

  • Die 9. SSW – das Baby macht einen Entwicklungsschub

    Die 9. SSW – das Baby macht einen Entwicklungsschub

    In der 9. SSW Woche sind Mutter und Kind im dritten Monat und das Baby hat seine Zeit als Embryo hinter sich gelassen, jetzt beginnt die sogenannte Fetalphase. Diese Phase zeichnet sich durch ein intensives Wachstum, die Weiterentwicklung der Organe, der Reflexe und weiterer wichtiger Körperfunktionen aus. In der 9. SSW beginnt für das Baby eine sehr sensible Phase, denn das Gehirn und auch die Nervenstränge werden in dieser Woche weiter ausgebaut. Die meisten werdenden Mütter können in der 9. SSW zum ersten Mal wieder vorsichtig durchatmen, denn einige Beschwerden, die die ersten Wochen der Schwangerschaft bestimmt haben, klingen jetzt langsam, aber sich ab.

    Das Baby in der 9. SSW

    In der 9. SSW – wie groß ist der Embryo eigentlich? Das Baby misst in dieser Woche etwas über zwei Zentimeter und es wiegt ungefähr zwei Gramm. Allmählich werden die ersten Konturen sichtbar und der Arzt kann mit dem Ultraschallgerät auch die Herztöne hören. Messen lassen sich diese Herztöne aber noch nicht, das ist erst in den kommenden Wochen möglich. Die Handgelenke sind in der 9. SSW zwischen den Armen und Händen erstmals sichtbar und was in den vergangenen Wochen noch Schwimmhäute waren, entwickelt sich jetzt zu Zehen und Fingern. Der Schwanz, ein Überbleibsel aus der Evolution, hat sich mittlerweile komplett zurückgebildet und die inneren Organe wie auch die Nervenzellen beginnen ihre Arbeit.

    Die Krankenkassen zahlt in der Schwangerschaft drei Untersuchungen mit Ultraschall und wenn eine dieser Untersuchungen in der 9. SSW gemacht wird, dann sind die Bewegungen des Kindes zum ersten Mal wahrnehmbar. Im Vordergrund dieser Schwangerschaftsphase steht aber eindeutig die Weiterentwicklung des Gehirns und des Nervensystems. Die einzelnen Bereiche des Gehirns sind nun bereit und auch in der Lage, ihre Funktionen zu erfüllen. Für das Baby heißt das, es lernt jetzt seine Bewegungen zu koordinieren, es hat bereits viele Reflexe und auch die sensuellen Fähigkeiten werden immer besser. Abgeschlossen wird die Entwicklung des Gehirns aber erst, wenn aus dem Kind ein Jugendlicher geworden ist.

    Die Organe in der 9. SSW

    Bis jetzt war das Gehirn des Kindes nicht geschützt, in der 9. SSW bilden sich nun die Schädelknochen. Das Skelett ist in dieser Phase noch sehr weich, elastisch und besteht zum überwiegenden Teil aus einer knorpeligen Masse. Der Kopf des Kindes muss später in den Geburtskanal passen und sein Gehirn muss bis dahin noch sehr stark wachsen. Bis in der 9. SSW die Schädeldecke das Gehirn schützt, sind die Gehirnhälften durch die sogenannten Fontanellen verbunden, die sich erst zum Ende des zweiten Lebensjahres vollständig schließen werden.

    Die Nervenzellen sind in der 9. SSW bereits vorhanden, jetzt wachsen dort schon kleine Fortsätze, die Axiome, die umgehend Kontakt zu den anderen Zellen in den Nerven und Muskeln aufnehmen. Die Zellen für die Muskulatur des Herzens entwickeln sich ebenfalls weiter und die Leber beginnt in dieser Schwangerschaftswoche damit, erstmals Blut zu produzieren. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Blutinseln im Dottersack diese wichtige Aufgabe erfüllt. Noch ohne Beschäftigung sind in der 9. SSW das Rückenmark, die Thymusdrüse und die Milz, die später die Blutversorgung gemeinsam übernehmen werden.

    Zu diesem Zeitpunkt sind vor allem die Nerven, die Organe und das Gehirn sehr empfindlich gegen Schädigungen von außen. Im Klartext heißt das, wenn die Mutter in der 9. SSW Alkohol trinkt, dann wirkt der Alkohol wie Nervengift und das kann für das Baby bedeuten: Es wird in seinen motorischen Fähigkeiten eingeschränkt sein und auch massive Störungen in der weiteren Entwicklung sind möglich.

    Wie geht es der Mutter in der 9. SSW?

    Noch ist der Bauch in der 9. SSW nicht zu sehen, aber die Mutter spürt die hormonellen Veränderungen jetzt sehr deutlich. Die Hormone sorgen dafür, dass die werdende Mutter schnell müde wird, sie fühlt sich erschöpft und bei vielen Frauen ist der Geruchssinn sehr empfindlich, was nicht selten zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Viele Schwangere machen die Entdeckung, dass sie Speisen und Getränke, die sie sonst sehr mögen, auf einmal nicht mehr riechen können, ohne dass ihnen übel wird. Auf der anderen Seite steigt bei den meisten Frauen die Lust auf extravagante Lebensmittelkombinationen, zum Beispiel schmecken Heringe mit Schlagsahne plötzlich wunderbar.

    Die eine Hälfte der Frauen blüht in der 9. SSW richtig auf. Die Haare sind voll und weich, der Teint nimmt einen rosigen Schimmer an und die Haut ist glatt. Die andere Hälfte beklagt sich über Haarausfall und Hautunreinheiten wie Pickel und Akne. Diese negativen hormonellen Einflüsse verschwinden jedoch in den kommenden Wochen wieder. Wichtig ist jetzt eine gesunde vollwertige Ernährung mit vielen Spurenelementen und Vitaminen. Für eine gesunde Entwicklung des kindlichen Gehirns sind Folsäure sowie die Vitamine B9 und B11 erforderlich. Aber auch das Vitamin C, Jod und Kalzium muss die Mutter jetzt in ausreichender Dosis zu sich nehmen, denn sie fördern die gesunde Entwicklung der kindlichen Organe.

    Welche Beschwerden gibt es in der 9. SSW?

    Der Bauch ist in der 9. Schwangerschaftswoche noch flach, trotzdem fühlen sich viele Frauen wie aufgebläht. Schuld daran sind Probleme mit dem Verdauungssystem, wie Verstopfungen und auch Blähungen. Probleme mit dem Kreislauf sind in der 9. SSW ebenfalls keine Seltenheit und auch Schmerzen im Rücken können die werdende Mutter plagen. Deutlich sichtbar wird die Schwangerschaft aber vor allem am Busen, denn die Brüste werden in der 9. SSW fester, schwerer und auch deutlich empfindlicher. Ein gut sitzender und stabiler BH kann für Abhilfe sorgen.

    Was zeigt die Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW?

    Paare, in deren Familien schon Zwillinge geboren wurden, sollten beim ersten Ultraschall sehr genau hinsehen. In der 9. SSW sind Zwillinge auf dem Bildschirm schon sichtbar und je eher die künftigen Eltern wissen, was auf sie zukommt, umso länger wird die Zeit, um sich auf zwei Kinder einzustellen und auch entsprechend einzukaufen zu gehen.

    Rund 15 % aller Geburten enden mit einer Fehlgeburt, besonders in den frühen Stadien der Schwangerschaft ist die Gefahr einer Fehlgeburt groß. In der 9. SSW liegt das Risiko einer Fehlgeburt bei rund 18 %, und wenn es zu einer Fehlgeburt in der 9. SSW kommt, dann geht der Fötus nicht selten ab, ohne dass die Mutter es bemerkt.

    Bild: © Depositphotos.com / melis82

  • 17. SSW – erholsame und ruhige Phase der Schwangerschaft

    17. SSW – erholsame und ruhige Phase der Schwangerschaft

    Frauen, die noch kein Kind geboren haben, fragen sich in der 17. SSW vielleicht, welcher Monat jetzt angebrochen ist. Die Antwort lautet: Die 17. SSW ist der Beginn des fünften Monats. Die Mehrzahl der Frauen hat sich zu diesem Zeitpunkt mit der Schwangerschaft arrangiert und auf die körperlichen Veränderungen eingestellt. Da in der 17. SSW der Bauch noch nicht allzu rund ist, sind die meisten Frauen noch sehr aktiv, sie arbeiten, treiben Sport und haben Spaß am gesellschaftlichen Leben. Auch das Kind empfindet diese Zeit als ruhig und sehr erholsam, es fängt an seine Fettschichten aufzubauen und kann jetzt zum ersten Mal seine Bewegungen gut koordinieren.

    Das Baby in der 17. SSW

    In der 17. SSW beobachtet der Arzt das Baby sehr genau, und nicht selten wird bei der Untersuchung der bisher errechnete Geburtstermin noch einmal korrigiert. Der Arzt berechnet die Größe in der 17. SSW und wenn alles nach Plan verläuft, dann misst das Baby jetzt zwischen elf und 13 Zentimetern. Da das Baby in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt hat, wiegt es nun zwischen 100 und 140 Gramm. Auch der Umfang der Brust und des Kopfes, aber auch die Länge des Oberschenkels spielt jetzt eine wichtige Rolle, denn sie geben verlässliche Informationen über den Stand der Schwangerschaft.

    Auf die Eltern wartet in dieser Woche der Schwangerschaft erstmals ein besonders schönes Erlebnis, denn sie können durch das Ultraschallgerät die Herztöne des Babys hören, auch die Ultraschallbilder in der 17. SSW machen den Eltern klar, dass sie in Zukunft nicht mehr nur zu zweit, sondern zu dritt sein werden. Das Baby beschäftigt sich derweil mit seinem Wachstum, denn in der 17. SSW wächst das Baby nicht nur in der Länge, aus einer knorpelartigen Substanz bilden sich in dieser Phase der Schwangerschaft auch langsam die Skelettknochen. Auch die Nägel an den Fingern und Zehen prägen sich nun aus und um das Rückenmark und die Nervenzellen legt sich eine schützende Hülle.

    Die Reizleitungen, die sich durch die Nervenbahnen ziehen, nehmen jetzt Gestalt an, und in der 17. SSW wird das sogenannte Myelin gebildet, was in der Zukunft wichtige Aufgaben übernimmt. Besonders spannend ist aber, dass sich in der 17. SSW die Gesichtszüge des Kindes bilden. Die Augen sind jetzt nicht mehr an der Seite, sondern vorne und auch die Ohren haben ihre Position gefunden. Wenn in der 17. SSW die Bewegungen des Kindes sehr lebhaft sind, dann ist das vollkommen in Ordnung, denn das Baby freut sich über seine Beweglichkeit und trainiert seine Reflexe und auch seine Muskeln. Die immer besser funktionierende Koordination der Bewegungen zeigt deutlich, dass das Gehirn und die Nervenbahnen jetzt schon aktiv arbeiten.

    Gut ausgeprägt ist in der 17. SSW bereits das Gehör, wenn es zum Beispiel zu einem lauten Geräusch wie einem plötzlichen Knall kommt, dann zuckt das Baby zusammen. Es kann jetzt auch Berührungen wahrnehmen und freut sich, wenn die Mutter den Bauch sanft streichelt. Dieses Streicheln beruhigt das Baby und es trainiert gleichzeitig auch seinen Gleichgewichtssinn. Die Mutter sollte daher jeden Tag mit ihrem Kind eine kleine Kuschelstunde einlegen.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 17. SSW?

    Die meisten werdenden Mütter fühlen sich in dieser Schwangerschaftswoche sehr wohl. Frauen, die schon ein Baby geboren haben, fühlen in der 17. SSW die ersten Bewegungen und da die Gebärmutter kontinuierlich an Größe zunimmt, machen sich die Mutterbänder erstmals bemerkbar. Schwanger in der 17. Woche heißt aber auch, dass sich jetzt äußerlich ebenfalls einiges verändert. So färben sich die Brustwarzen und die Warzenhöfe dunkelbraun und auf der Mitte des Bauches zeigt sich die sogenannte Linea Negra, eine dunkle schmale Linie, die ungefähr vom Nabel bis hin zum Schambein reicht. Auch an anderen Stellen des Körpers sind Pigmentierungen zu erkennen, die aber nach der Entbindung immer blasser werden und dann irgendwann ganz verschwinden werden.

    Der Ischias-Nerv, der genau unter der Gebärmutter verläuft, kann sich in der 17. SSW schmerzhaft bemerkbar machen. Vor allem bei einseitigen Bewegungen kommt es nicht selten zu sehr heftigen Schmerzen, daher sollten langes Stehen und Laufen nach Möglichkeit vermieden werden. Um nachts besser und erholsamer schlafen zu können, ist es eine gute Idee, ein Stillkissen mit ins Bett zu nehmen, denn dieses speziell geformte Kissen sorgt für eine spürbare Entlastung.

    Die meisten Frauen verzeichnen in der 17. SSW keine große Gewichtszunahme, aber sie kommen deutlich schneller ins Schwitzen als sonst. Das liegt an der permanent größer werdenden Blutmenge, die die Körpertemperatur nach oben steigen lässt. Eine gesunde und vor allem ausgewogene, vollwertige Ernährung ist ab jetzt ein Muss für die Mutter, denn das Baby braucht vor allem reichlich Jod, Eisen und Kalzium. Frisches Blattgemüse wie beispielsweise Spinat, aber auch Fleisch, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte sollten in der 17. SSW auf dem Speiseplan stehen. Wenn die Versorgung mit Eisen durch die Ernährung nicht ausreichen sollte, dann wird der Arzt ein entsprechendes Präparat verschreiben.

    So wichtig ist die Pflege der Venen in der 17. SSW

    Da die Gebärmutter und das Kind tüchtig wachsen, muss der Kreislauf der Mutter in den kommenden Wochen und Monaten wahre Höchstleistungen vollbringen. Das führt wiederum zu einem verstärkten Druck auf die Venen und rund die Hälfte der Schwangeren leidet unter Varizen, einer Erweiterung der Venen. Vor allem Frauen, die Zwillinge erwarten oder die vielleicht durch ihren Beruf bedingt, lange stehen müssen, die können Krampfadern oder Hämorrhoiden bekommen. Auch Krampfadern im Schambereich sind möglich, die aber nach der Entbindung recht schnell wieder verschwunden sind. Bilden sich in den Beinen Krampfadern, dann haben die betroffenen Frauen leider noch länger damit zu tun. Eine Erweiterung der Venen kann unangenehm und auch schmerzhaft sein, eine regelmäßige Pflege der Venen ist daher unerlässlich.

    Sport ist eine gute Möglichkeit, um das Venenleiden zu bekämpfen, aber es sollte sich um einen sanften Sport handeln. Vitamin C hat die Fähigkeit, die Venen elastisch zu erhalten und auch Beckenbodengymnastik stärkt die Venen und bereitet zudem den Körper auf die kommenden Belastungen durch die Schwangerschaft optimal vor. Salben auf Kräuterbasis sind perfekt für die Pflege der Venen, und auch Stützstrümpfe leisten in der Schwangerschaft gute Dienste.

    Bild: © Depositphotos.com / photography33

  • Gift mit Gift bekämpfen – wie funktioniert Atropin?

    Gift mit Gift bekämpfen – wie funktioniert Atropin?

    Die Terroranschläge von Paris haben nicht nur Frankreich in einen akuten Alarmzustand versetzt, in ganz Europa steigt auch die Gefahr, dass es weitere Anschläge geben könnte. Nach internationalen Geheimdienstberichten fürchtet Frankreich, dass es auch zu Anschlägen mit chemischen und biologischen Waffen kommen kann. Deshalb hat die französische Regierung angeordnet, um für alle Gefahrenfälle gerüstet zu sein, dass die nationalen Vorräte an Atropinsulfat aufgefüllt werden. Atropin ist ein hochwirksames Gift, und auch Atropinsulfat ist giftig, aber es wirkt als Gegengift und kann Leben retten.

    Atropin – Gift und Gegengift

    Gelangt Atropin in einer höheren Dosis in die Blutbahn, dann führt es zum Tode. Die ersten Anzeichen für eine Vergiftung durch Atropin sind Herzrasen, Schweißausbrüche, ein Erschlaffen der Muskulatur und schwere Sehstörungen. Das Gift aus der Tollkirsche greift das Nervensystem an und versetzt den Organismus in einen Ausnahmezustand. Bei einer zu hohen Dosis Atropin werden extrem viele Stresshormone ausgeschüttet, die schnell zum Tode führen, wenn sie in die Blutbahn geraten. Seltsam ist in diesem Zusammenhang, dass das französische Gesundheitsministerium jetzt große Mengen Atropinsulfat ankauft und an Krankenhäuser und Arztpraxen verteilen lässt. Als Grund nennt die französische Regierung, dass das Atropinsulfat angesichts der drohenden Anschlagsgefahr als Medikament für den Notfall gebraucht wird. Es kann nämlich bei einem Attentat, bei dem chemische Waffen zum Einsatz kommen, Menschenleben retten. Wenn chemische Kampfstoffe ins Spiel kommen, gibt es kein anderes Gegengift, nur Atropinsulfat stellt eine wirksame Gegenmaßnahme dar, das schreibt der „Figaro“ unter Berufung auf die Regierung.

    Tödliches Nervengift

    Wie kann ein Mittel, das eigentlich eine tödliche Wirkung hat, als Medikament eingesetzt werden, um ein anderes Gift effektiv bekämpfen? Um die Funktionalität von Atropin zu verstehen, muss man sich mit den chemischen Giften im menschlichen Körper befassen. Sollte zum Beispiel das Nervengift Sarin als Waffe eingesetzt werden, dann wird ein körpereigenes Enzym außer Gefecht gesetzt, die Acetylcholin-Esterase. Dieses Enzym ist eigentlich dafür zuständig, den Botenstoff Acetylcholin abzubauen. Geschieht das nicht, weil der Körper ein Nervengift wie Sarin aufgenommen hat, dann kann sich dieses Gift sehr schnell in einer sehr hohen Konzentration in den Nervenzellen sammeln. Die Nervenzellen reagieren, in dem sie zur Hochform auflaufen, die Betroffenen bekommen heftiges Nasenbluten, Augenschmerzen, sie geraten in Atemnot, es kommt zu Krämpfen und Erbrechen bis zur Bewusstlosigkeit, und schließlich zum Tod durch Atemstillstand.

    Atropin hebt die toxische Wirkung auf

    Wenn die Nervenzellen mit einem Nervengift gefüllt werden, wird Atropinsulfat eingesetzt, denn dieses Gift hebt die Wirkung des Nervengiftes wieder auf. Es blockiert die Rezeptoren, die das Acetylcholin normalerweise braucht, um andocken zu können. Auf diese Weise wird das Gift schnell unwirksam, ganz gleich, wie hoch die Dosis des Giftes in den Nervenzellen auch sein mag. Diese Besonderheit, die Atropin eigentlich so gefährlich macht, rettet im Ernstfall das Leben. Die Wirkung kann nur deshalb entstehen, weil das Gift in Anwesenheit eines anderen Giftes seine tödliche Kraft nicht mehr entfalten kann. Kommt es zum Beispiel zu einem Angriff mit Sarin, dann müssten alle, die das Gift eingeatmet haben, so schnell wie möglich zwei Milligramm Atropinsulfat bekommen, und zwar per Infektion direkt in die Blutbahn. Wie gut die Wirkung ist oder ob es zu bleibenden Schäden im Nervensystem kommt, das hängt immer davon ab, wie schnell das Atropinsulfat verabreicht wird.

    Frankreich will offenbar nichts mehr dem Zufall überlassen und gerüstet sein, falls es zu einer Attacke mit Nervengift kommt. Besonders groß ist die Angst vor Sarin, denn das Nervengift ist heimtückisch. Sarin ist unsichtbar, man kann es nicht riechen und auch nicht schmecken, aber schon wenige Tropfen reichen aus, um viele Menschen zu töten. Was es so gefährlich macht, ist aber die Tatsache, dass es auch über die Haut aufgenommen wird.

    Bild: © Depositphotos.com / EmiliaU