Schlagwort: Patienten

  • Herpangina – die unbekannte Kinderkrankheit

    Herpangina – die unbekannte Kinderkrankheit

    Wenn Kinder Fieber bekommen, über Bauchschmerzen und Schluckbeschwerden klagen, dann vermuten Eltern meist richtig, dass es sich um eine Kinderkrankheit handeln kann. Wenn sich zu diesen Symptomen dann auch noch Übelkeit und Bläschen im Mund gesellen, dann liegt der Verdacht nahe, dass sich das Kind mit Herpangina angesteckt haben könnte. Herpangina, die mit medizinischen Namen auch die Zahorsky-Krankheit genannt wird, ist eine meist harmlos verlaufende Virusinfektion. Sie verdankt ihren Namen den zwei bis drei Millimeter großen Bläschen, die das Aussehen von Lippenherpes haben, sich aber im hinteren Rachenraum befinden, wo sie für Probleme beim Schlucken sorgen und eine Mandelentzündung auslösen.

    Wie werden die Viren übertragen?

    Coxsackie-A-Viren – so heißen die Überträger der Herpangina, die vor allem im Trinkwasser, aber auch in verunreinigten Lebensmitteln zu finden sind. Die Viren suchen sich zunächst einen Ort im Körper, der drei Eigenschaften mitbringen muss, damit sich die Viren auch wirklich wohlfühlen: Er muss möglichst dunkel, feucht und dazu auch noch angenehm warm sein. Die besten Voraussetzungen bieten daher der Mund-Rachenraum und auch der Darm, und genau in diesen beiden Bereichen entsteht bedingt durch die Viren, die Herpangina. In sehr seltenen Fällen wandern die Viren auch durch den Körper und gelangen auf den Blutbahnen zu den Organen, wo sie dann Symptome hervorrufen. Gefährlich wird es, wenn das Virus zu den Hirnhäuten oder zum Gehirn selbst gelangt, denn das kann Entzündungen auslösen.

    Herpangina Symptome?

    Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Herpangina vergehen in der Regel zwischen zwei und sechs Tage, und damit hat die Krankheit anders als viele andere Kinderkrankheiten, eine relativ kurze Inkubationszeit. Zu den ersten Symptomen gehören hohes Fieber und ein schlechtes Allgemeinbefinden. Die kleinen Patienten haben das Gefühl, als wäre ihr hinterer Rachenraum mit Samt ausgeschlagen, was von der Entzündung herrührt. Die nächsten Symptome sind die charakteristischen Bläschen, die der Krankheit ihren Namen geben. Diese Bläschen, die schnell als störend empfunden werden, platzen nach wenigen Stunden auf und werden dann zu schmerzhaften Geschwüren. Jetzt kommen auch Übelkeit und starke Bauchschmerzen dazu und der Rachen schmerzt bei jedem Schlucken. Nach einer, aber spätestens nach zwei Wochen, klingt die Herpangina dann wieder ab.

    Welche Therapien gibt es?

    Wenn der Arzt anhand der Symptome seine Diagnose stellt, dann können nur die Beschwerden gelindert werden, eine Therapie gegen die Kinderkrankheit gibt es bis heute leider nicht. Um es den kleinen Patienten so einfach und erträglich wie möglich zu machen, helfen folgende Maßnahmen:

    • Keine sauren oder scharf gewürzten Speisen
    • Viel Flüssigkeit, am besten geeignet sind Milch, Trinkjoghurt, Suppe oder eine milde Brühe
    • Keine Fruchtsäfte, denn die Fruchtsäure verstärkt den Schmerz im Mund und im Rachen
    • Dreimal täglich mit Salbei- oder Malventee gurgeln
    • Bei starken Schmerzen kann der Arzt ein leichtes Narkotikum verschreiben, wie Paracetamol oder Ibuprofen

    Zum Gurgeln eigenen sich auch ätherische Öle, auch Honig ist ein gutes Mittel, um die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu hemmen. Wenn sich gelbliche Beläge auf der Zunge bilden, dann kann das ein Zeichen für eine zusätzliche Infektion mit Bakterien sein, in diesem Fall wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

    Sollte das Kind über starke Kopfschmerzen klagen, benommen wirken oder auch wenn der Nacken steif wird, dann muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden, denn es besteht der Verdacht, dass es sich um eine Ausbreitung der Infektion und eventuell auch um eine Hirnhautentzündung handeln könnte.

    Varianten der Herpangina

    Nicht selten kommt es bei kleinen Kindern im Zusammenhang mit der Herpangina zur sogenannten Hand-Mund-Fuß-Krankheit, die durch eine Untergruppe der Herpangina Viren ausgelöst wird. Bei diese Variante der Kinderkrankheit zeigen sich die Bläschen auch an Händen und Füßen, sowie am oder im Mund. Dazu kommt leichtes Fieber, aber das Wohlbefinden wird kaum beeinträchtigt.

    Bild: © Depositphotos.com / imagepointfr

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  • Wie gefährlich ist Epilepsie?

    Wie gefährlich ist Epilepsie?

    In früheren Zeiten, als die Medizin noch in den Kinderschuhen steckte, wurde Epilepsie auch Fallsucht genannt, denn wenn die Betroffenen einen typischen Krampf bekamen, fielen sie nicht selten zu Boden. Menschen, die an Epilepsie erkrankt waren, galten im Mittelalter als ganz besondere Menschen und man sagte ihnen nach, dass sie das zweite Gesicht haben und in die Zukunft schauen können. Es gibt einige prominente Epilepsie Kranke, zu denen unter anderem auch der große Feldherr Alexander der Große gehörte. Heute ist Epilepsie eine neurologische Krankheit, die nicht von allen Betroffenen als Belastung empfunden wird, einige Kranke können trotz der Epilepsie ein normales Leben führen und auch einem Beruf nachgehen.

    Was ist Epilepsie?

    Streng genommen gibt es keine Krankheit, die den Namen Epilepsie trägt, es gibt vielmehr eine Reihe von Erkrankungen des Gehirns, die alle das gleiche Merkmal haben, nämlich die epileptischen Anfälle. Diese Anfälle können ganz unterschiedlich sein, bei einigen Betroffenen dauern sie nur wenige Sekunden und werden nicht einmal bewusst wahrgenommen. Ein leichtes Zucken der Muskeln, eine kleine Bewusstseinsstörung oder auch ein leichtes Kribbeln – das sind die klassischen Symptome, wenn es sich um einen leichten epileptischen Anfall handelt. Andere Betroffene haben Krämpfe, die zwei oder mehr Minuten anhalten, aber auch Bewusstlosigkeit und unkontrollierte Zuckungen gehören zu den Anzeichen einer Epilepsie.

    Was löst einen epileptischen Anfall aus?

    Wenn es zu einem epileptischen Anfall kommt, dann handelt es sich dabei um eine Funktionsstörung im Gehirn. Einzelne Nerven, aber auch ganze Gruppen von Nerven an der Hirnrinde senden plötzlich und auch gleichzeitig Signale aus und versuchen, anderen Nervenzellen ihren Rhythmus aufzuzwingen. Das kann dann ganz unterschiedliche Formen annehmen, je nachdem, wie viele der Zellen an diesem Prozess beteiligt sind und welche Funktionen des Körpers diese Nerven steuern. So kann es passieren, dass plötzlich die Hand zuckt, bei anderen ist es aber der ganze Körper, weil sich viele verschiedene Muskeln gleichzeitig verkrampfen.

    Hat jeder Anfall mit Epilepsie zu tun?

    Im Grunde kann jedes Lebewesen, sei es nun ein Mensch oder auch ein Hund, einen epileptischen Anfall erleiden, ohne an Epilepsie erkrankt zu sein. In jedem Gehirn kann es zu der beschriebenen Fehlfunktion der Nervenzellen kommen und die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Der Mangel an Schlaf kann einen solchen Anfall auslösen, aber auch Alkoholentzug führt zu krampfartigen Anfällen. Bei Vergiftungen mit verschiedenen Substanzen und auch als Nebenwirkung bei einigen Medikamenten ist ein epileptischer Anfall möglich und auch hohes Fieber ist einer der Auslöser. Ein Beispiel sind Fieberkrämpfe, wie sie vor allem kleine Kinder häufig bekommen.

    Solche Anfälle nennen die Ärzte einen Gelegenheitskrampf, was allerdings nicht bedeutet, dass die Anfälle gelegentlich auftreten, gemeint ist vielmehr die Gelegenheit, also ein akuter Vorfall, der einen Krampf auslöst. Diese Gelegenheitsanfälle deuten nicht zwingend auf Epilepsie hin, auch dann nicht, wenn sie sich wiederholen.

    Wie wird die Diagnose Epilepsie gestellt?

    Kommt es zu einem oder auch zu wiederholten Krämpfen, dann sollte auf jeden Fall ein Facharzt, also ein Neurologe aufgesucht werden. Der Arzt wird seinen Patienten gründlich untersuchen, eine ausführliche Anamnese erstellen und dann ein EEG machen, um die Gehirnströme zu messen. In der Regel wird auch ein MRT gemacht und auch eine Untersuchung des Gehirnwassers ist keine Seltenheit, um eine genaue Diagnose stellen zu können. Anhand dieser Untersuchungen kann der Arzt dann mit Bestimmtheit sagen, ob es sich um einen Gelegenheitsanfall oder tatsächlich um den Beginn einer Epilepsie handelt.

    Welche Behandlung gibt es?

    Ob eine Behandlung notwendig wird, das hängt vom Schweregrad der Epilepsie ab. Eine Therapie ist immer eine individuelle Sache, denn Patienten, die nur sehr selten einen Anfall haben, ist keine Therapie erforderlich. Wenn es aber mehr als zwei Anfälle pro Jahr gibt, dann ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich.

    Bild: © Depositphotos.com / drnn

  • Alzheimer – das langsame Vergessen

    Alzheimer – das langsame Vergessen

    Alzheimer – kaum eine andere Krankheit löst so viel Schrecken aus wie diese besondere Form der Demenz. Weltweit leiden 35 Millionen Menschen unter Alzheimer, alleine 1,5 Millionen davon in Deutschland. Experten haben ausgerechnet, dass die Zahl der Alzheimer-Kranken in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, was damit zusammenhängt, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben. Morbus Alzheimer, wie die Demenz mit medizinischem Namen heißt, ist keine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft, zunehmend erkranken daran auch immer mehr jüngere Menschen. Die Diagnose Alzheimer wird aber erst dann zu einem klassischen Krankheitsbild, wenn die Orientierungsprobleme und die Gedächtnisstörungen länger als sechs Monate beobachtet werden.

    Die Arbeit des Doktor Alzheimer

    Ihren Namen verdankt die Krankheit ihrem Entdecker, dem bayrischen Nervenarzt Alois Alzheimer, der Anfang des 20. Jahrhunderts Patienten behandelte, die ihm durch ihr Verhalten und durch die stetige Abnahme ihrer geistigen Fähigkeiten aufgefallen waren. Alzheimer behandelte nicht nur diese Patienten, er untersuchte und studierte auch die Gehirne der Verstorbenen. 1906 veröffentlichte der Arzt seine für die damalige Zeit bahnbrechenden Erkenntnisse und es gelang ihm, ein völlig neuartiges Krankheitsbild zu beschreiben. Bis heute orientieren sich Ärzte an der Arbeit von Alois Alzheimer, wenn es um die Diagnose Alzheimer geht.

    An welchen Symptomen lässt sich Alzheimer erkennen?

    Auch wenn die Symptome vielseitig sind, durch ein genaues Beobachten lassen sich die klassischen Anzeichen doch sehr genau bestimmen. Die Betroffenen sind vergesslich, zuerst lässt das Kurzzeitgedächtnis nach, später auch das Langzeitgedächtnis. Es gibt Schwierigkeiten, alltägliche Dinge zu erledigen, erfahrene Hausfrauen wissen plötzlich nicht mehr, wie man eine Waschmaschine bedient oder wie man ein bestimmtes Essen zubereitet. Die Patienten verlieren mehr und mehr die Fähigkeiten zu kommunizieren, ihnen fallen viele Worte nicht mehr ein oder sie verwenden vermehrt Ersatzwörter. Zudem geht die Orientierung für Ort, Zeit und Raum verloren, die Patienten wissen nicht mehr, wann ihr Geburtstag ist, sie finden sich in ihrer vertrauten Umgebung nicht mehr zurecht und laufen weg.

    Das Urteilsvermögen lässt nach, es gibt Probleme mit der Konzentration und auch abstraktes Denken ist nicht mehr möglich. Gegenstände und Gegebenheiten werden falsch zugeordnet, beispielsweise wird das Handy in den Kühlschrank gelegt und die Betroffenen wollen im Schlafanzug einkaufen gehen. Viele Alzheimer-Patienten werden auch plötzlich misstrauisch oder sie leiden unter starken Stimmungsschwankungen, und Menschen, die früher ausgeglichen waren, sind auf einmal aggressiv oder sie zeigen Angstzustände. Alzheimer kann aber auch antriebslos machen, die Patienten verlieren das Interesse an ihrem Hobby und sie ziehen sich immer mehr aus ihrer Umwelt zurück.

    Die drei Stadien

    Einen exakten Verlauf der Krankheit gibt es nicht, denn jede Erkrankung ist individuell. Aber Alzheimer ist ein chronisch verlaufender Prozess, der zwar durch die Gabe von Medikamenten verzögert werden kann, aufhalten lässt sich Alzheimer aber bis heute nicht.

    In einem frühen Stadium verlieren die Betroffenen ihr Gedächtnis und ihre Merkfähigkeit, sie leiden unter Stimmungsschwankungen und können sich nicht mehr präzise ausdrücken. Ihre Leistungsfähigkeit lässt nach und sie reduzieren ihre sozialen Kontakte.

    Im mittleren Stadium verändern sich die Psyche und auch die Persönlichkeit. Die Patienten können zwar in bestimmten Bereichen noch ein autonomes Leben führen, brauchen aber bei vielen Dingen Hilfe und Unterstützung.

    Im späten Stadium sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag ohne fremde Hilfe zu bewältigen, sie achten nicht mehr auf ihre Kleidung und auf ihre Körperhygiene, ihr Kurzzeitgedächtnis ist vollkommen erloschen. Es kann zu Krampfanfällen kommen und durch den Verlust der Körperhaltung kommt es vermehrt zu Stürzen. Die Patienten können in diesem letzten Stadium nicht mehr schlucken und müssen nicht selten künstlich ernährt werden. Auch die Kontrolle über die Blase und den Darm gehen verloren. Der Tod kommt in der Regel dann durch eine Infektion.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

  • Hausstaubmilben – Untermieter, die gefährlich werden können

    Hausstaubmilben – Untermieter, die gefährlich werden können

    Sie gehören zur Familie der Spinnen, sie werden zwischen 0,1 und 0,5 Millimeter groß, sie fühlen sich bei Temperaturen zwischen 20° und 30° Grad besonders wohl, sie schätzen eine Luftfeuchtigkeit von 70 % und sie ernähren sich für ihr Leben gerne von Hautschuppen – die Hausstaubmilben. Jeder zehnte Deutsche reagiert mittlerweile auf die kleinen lästigen Tiere allergisch, vielen wissen es aber nicht, erst dann, wenn sich zu einer Allergie auch Asthma gesellt, dann wird schnell klar, die Hausstaubmilbe ist daran schuld. Was können Betroffene tun, um die Milben und damit auch die Allergie wieder loszuwerden?

    Was löst eine Hausstaubmilben Allergie aus?

    Es ist nicht der Staub, der die Allergie auslöst, es sind die Milben, die in diesem Staub leben. Die kleinen Insekten an sich sind völlig harmlos, denn sie beißen und stechen nicht und sie übertragen auch keine Krankheiten, wie das bei anderen Insekten der Fall sein kann. Was die Hausstaubmilbe aber gefährlich macht, das sind ihre Ausscheidungen. Der Kot der Hausstaubmilbe enthält bestimmte Eiweißstoffe und das sind die eigentlichen Übeltäter, die eine Allergie auslösen können. Die Allergene sind recht schwer und können daher auch nicht in der Luft schweben, sie sinken vielmehr nach unten. Das ist auch der Grund, warum sie auf Teppichen, auf Polstermöbeln und vor allem aber auch auf Matratzen zu finden sind. In Betten halten sich die Staubmilben besonders gerne auf, denn nur dort finden sie hervorragende Lebensbedingungen und ihr Hauptnahrungsmittel, die menschlichen Hautschuppen.

    Welche Anzeichen gibt es?

    Wie viele andere Allergien, so beginnt auch eine Allergie gegen Hausstaubmilben mit einem leichten Jucken der Nase oder der Augen. Diese anfänglichen Beschwerden werden von den meisten Menschen kaum oder gar nicht wahrgenommen und nicht selten vergehen Jahre, bis die Betroffenen sich endlich entschließen, zu einem Arzt zu gehen. Dabei haben Allergien in den letzten Jahren mehr und mehr zugenommen und es ist zu befürchten, dass in der Zukunft immer mehr Menschen auf alle möglichen Stoffe allergisch reagieren. Auch die Zahl der Hausstaubmilben Allergiker wird nach Einschätzung von Experten zunehmen. Warum aber immer noch so wenig Betroffene frühzeitig zum Arzt gehen, liegt daran, dass sich keiner so recht vorstellen kann oder will, dass der Auslöser der Allergie in unmittelbarer Nähe, nämlich im eigenen Haus befindet.

    Wenn die Beschwerden wie eine immer juckende Nase und tränende Augen besonders in der Nacht oder am Morgen auftreten, dann ist davon auszugehen, dass es sich um eine Allergie gegen Hausstaubmilben handelt. Ein Blut- und Hauttest gibt aber dann die Gewissheit, denn wenn sich im Blut eine große Menge an Antikörpern befindet, dann wurde das wichtigste Indiz für die Form der Allergie gefunden. Beweisen lässt sich die Allergie gegen Milben aber auch durch den sogenannten Provokationstest, bei dem der Patient die Allergene der Milben direkt einatmen muss. Nur so lässt sich eine andere Allergie ausschließen.

    Wie sieht die Behandlung aus?

    Wer nachweislich unter einer Hausstaubmilben Allergie leidet, der hat Pech, denn bei dieser Diagnose ist es wichtig, dass die komplette Wohnumgebung saniert wird. Alle Staubfänger müssen entfernt werden, die Matratze und das Bettzeug werden ausgewechselt und stattdessen kommt eine Matratze speziell für Allergiker ins Bett. Viele müssen sich sogar von ihren Teppichen trennen und PVC Böden oder Laminat verlegen. Wenn die Symptome dann immer noch auftreten, dann kann der Arzt durch die Gabe eines Sprays mit Cortison das Leben des betroffenen Patienten ein wenig erträglicher machen. Antihistaminika, wie sie normalerweise bei Allergien gegeben werden, sind bei einer Allergie gegen Milben leider nutzlos. Neu auf dem Markt ist eine Lösung, die auf Polstermöbel und Matratzen gesprüht wird, denn der pflanzliche Wirkstoff des Sprays verdirbt den Milben den Appetit und sie verhungern.

    Bild: © Depositphotos.com / lantapix

  • Hämorrhoiden – ein oft verschwiegenes Leiden

    Hämorrhoiden – ein oft verschwiegenes Leiden

    Allein das Wort Hämorrhoiden sprechen viele nur hinter vorgehaltener Hand aus, und wer unter Hämorrhoiden leidet, der schweigt darüber. Dabei sind Hämorrhoiden nichts, für das man sich schämen müsste. Viele Menschen leiden darunter und auch wenn Hämorrhoiden gerne als Leiden der Frauen beschrieben werden, es gibt auch viele Männer, die sich damit auseinandersetzen müssen. Was sind Hämorrhoiden und wie entstehen sie? Welche Symptome gibt es und wie kann man die lästigen Plagegeister wieder los werden? Es gibt viele Fragen zum Thema Hämorrhoiden, aber es gibt keinen Grund, peinlich berührt zu schweigen und diese Fragen nicht zu beantworten.

    Was sind Hämorrhoiden?

    Hämorrhoiden sind nichts anderes als Schwellkörper im Enddarm, die die Aufgabe haben, den After anzudichten. Immer dann, wenn sich diese Schwellkörper vergrößern, dann werden sie zu einem Problem, denn der Betroffene verspürt einen unangenehmen Juckreiz und später auch Schmerzen am After. Nicht selten bluten Hämorrhoiden auch und das sorgt bei vielen für Angst und Panik. Jeder Mensch hat Hämorrhoiden und schätzungsweise die Hälfte der über 50-jährigen hat Probleme mit diesen Gefäßpolstern, die vom Aussehen her an einen Schwamm erinnern. Hämorrhoiden können aber auch schon in jungen Jahren auftreten, was besonders bei Männern oftmals der Fall ist. Viele Frauen bekommen Hämorrhoiden aber erst, wenn sie das erste Mal ein Kind geboren haben, denn die Presswehen können dafür sorgen, dass sich die Hämorrhoiden vergrößern.

    Unterschieden werden Hämorrhoiden in innere echte und äußere unechte Hämorrhoiden. Die innere echte Variante entsteht immer dann, wenn sich Arterien im Darm weiten, die unechten äußeren Hämorrhoiden entstehen durch Venen und werden deshalb medizinisch korrekt auch als Perianalthrombosen bezeichnet, da sich im Bereich des Afters ein Blutgerinnsel bildet.

    Welche Ursachen haben Hämorrhoiden?

    Neben der Schwangerschaft und den Presswehen gibt es noch eine Reihe von anderen Ursachen, die für Hämorrhoiden verantwortlich sind. Auch eine Obstipation, also eine Verstopfung oder zu starkes Pressen beim Stuhlgang können dafür sorgen, dass sich die Hämorrhoiden erweitern und für Probleme sorgen. Eine andere Ursache ist, dass der Blutabfluss in den Schwellkörpern nicht mehr richtig funktioniert, sie schwellen in der Folge immer weiter an und schon sind es Hämorrhoiden, die für Juckreiz und Schmerzen sorgen. Menschen, die viel sitzen oder unter krankhafter Fettleibigkeit leiden, sind anfällig für Hämorrhoiden, aber auch alle, die ein schwaches Bindegewebe haben oder zu Krampfadern neigen, gehören zu den Risikopatienten.

    Wie werden Hämorrhoiden behandelt?

    Wenn der Arzt die Diagnose Hämorrhoiden gestellt hat, dann gibt es unterschiedliche Methoden, um sie zu behandeln. Eine Basistherapie besteht darin, dass der Betroffene seine Essgewohnheiten ändert, denn manchmal kann es schon ausreichen, wenn mehr Ballaststoffe gegessen werden, zum Beispiel in Form von Vollkornprodukten. Auch mehr Bewegung und viel trinken kann hilfreich sein, um die Symptome der Hämorrhoiden zu lindern. Aber Hämorrhoiden lassen sich heute auch sehr gut mit Salben und Zäpfchen behandeln, die zum einen entzündungshemmend sind und zum anderen auch von den Schmerzen befreien.

    Alle, die ihre Hämorrhoiden selbst behandeln wollen, können das mit Zinksalbe oder mit einer speziellen Wundsalbe, die es frei in der Apotheke zu kaufen gibt. In schweren Fällen verordnen Ärzte auch Cortison, aber diese Behandlung soll nicht länger als drei bis maximal vier Wochen durchgeführt werden. Wenn alle gängigen Mittel nicht helfen, dann ist die Operation die letzte Option für die Betroffenen. Während einer operativen oder auch semioperativen Behandlung werden die Hämorrhoiden entfernt und für diesen operativen Eingriff gibt es mehrere Möglichkeiten.

    Die am häufigsten angewandte Methode ist die sogenannte Gummibandligatur. Hier werden die Hämorrhoiden abgebunden und so vom Blutfluss abgetrennt. In der Folge stirbt das Gewebe, und die Hämorrhoide fällt nach zwei bis fünf Tagen ab. Die Methode wird gerne und häufig angewendet, denn sie ist schmerzfrei und es gibt kaum Komplikationen.

    Bild: © Depositphotos.com / vadimphoto1@gmail.com

  • Adipositas – die neue Volkskrankheit?

    Adipositas – die neue Volkskrankheit?

    Immer mehr Menschen in den großen Industrienationen wie Deutschland, bringen zu viel Gewicht auf die Waage. Schuld an diesem negativen Trend sind zum einen zu wenig Bewegung und zum anderen eine falsche Ernährung, die bei vielen nur noch aus Fertiggerichten und Fast Food besteht. Die Folgen dieser Lebensweise sind gravierend, und immer öfter stellen die Ärzte die Diagnose Adipositas, also krankhafte Fettsucht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert das krankhafte Übergewicht nach dem sogenannten Body-Mass-Index, und wenn dieser Wert jenseits der 30 liegt, dann ist von Adipositas die Rede. Aber was genau ist Adipositas und wie kann man effektiv dagegen angehen?

    Keine richtige Krankheit

    In Deutschland wird Adipositas nicht als eigenständige Krankheit anerkannt, sondern gilt entweder als ein körperlicher Zustand oder als eine Gesundheitsstörung mit einem chronischen Verlauf. Allerdings gehören Adipositas und die Folgeerkrankung Übergewicht auch zu den Ursachen für schwere Folgeerkrankungen, denn wer zu viel wiegt, der riskiert schwerwiegende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen und auch Diabetes Typ 2. Krebs kann zu den Folgen einer Adipositas gehören, ebenso wie eine Reihe von orthopädischen Erkrankungen, und auch psychische Leiden wie zum Beispiel Depressionen können von der krankhaften Fettsucht ausgelöst werden.

    Die Ursachen für Adipositas

    Neben fehlender körperlicher Bewegung und einer falschen Ernährung gibt es noch mehr Faktoren, die Adipositas auslösen können. Bei einigen Patienten spielt die genetische Veranlagung eine entscheidende Rolle, denn wer übergewichtige Eltern oder Großeltern hat, der lebt mit einem großen Risiko, selbst an Adipositas zu erkranken. Stress und vor allem auch Frust gehören ebenfalls zu den Risiken, die für krankhaftes Übergewicht infrage kommen.  In den meisten Fällen ist es aber eine ungesunde Lebensführung, die für Adipositas sorgt.

    Die Diagnose Adipositas

    Die krankhafte Fettsucht zu diagnostizieren, ist für den Arzt relativ einfach, er kann eine sogenannte Blickdiagnose stellen. Das äußere Erscheinungsbild des Patienten ist aber nur ein Teil der Diagnose, denn auch wenn feststeht, dass es sich um Adipositas handelt, möchte der Arzt der Gesundheitsstörung natürlich auf den Grund gehen. Zur weiteren Diagnose wird der Body-Mass-Index ermittelt und der Patient wird vermessen. Es folgt dann eine Blutuntersuchung, bei der sowohl die Harnsäure als auch die Blutfettwerte bestimmt werden. Auch ein EKG kann dem Arzt dabei helfen, die endgültige Diagnose zu stellen.

    Welche Therapien gibt es?

    Die Therapie bei Adipositas hat nur ein Ziel – die Betroffenen müssen abnehmen, und das funktioniert am besten mit einer kompletten Umstellung der Ernährung. Immer dann, wenn dem Körper weniger Energie zugeführt wird, dann greift er automatisch auf die gespeicherten Kalorien zurück und das Gewicht sinkt langsam, aber sicher. Die Grundlage jeder Adipositas Therapie ist deshalb die Zahl der Kalorien zu drosseln, um den Körper dazu zu bringen, die gespeicherten Kalorien zu verbrauchen. Ein entscheidender Punkt bei jeder Adipositas Therapie ist aber die Motivation des Patienten, denn der Weg zur Normalfigur besteht aus einem festen Willen, viel Disziplin und auch Mut, eine solch langfristige Therapie zu machen. Wenn die Patienten an Gewicht verloren haben, dann ist die Therapie noch lange nicht beendet, denn es gilt das Gewicht zu halten und das geht letztendlich nur über eine gesunde Lebensweise.

    Gibt es Medikamente gegen Adipositas?

    Eine medikamentöse Behandlung kommt immer nur dann infrage, wenn der Betroffene es nicht schafft, seinen Body-Mass-Index dauerhaft unter 30 zu halten. Auch wenn es bereits zu Folgeerkrankungen gekommen ist, dann entscheiden sich die Ärzte für Medikamente, die die Therapie unterstützen sollen. Ein bewährtes Mittel ist der Wirkstoff Orlistat, der die Aufnahme von Fett im Darm verringert. Wenn der Patient zu viel Fett isst, dann löst der Wirkstoff heftigste Blähungen aus und das sorgt bei den meisten Patienten dafür, dass sie sehr schnell keine Lust mehr auf zu fettes Essen haben.

    Bild: © Depositphotos.com / olly18