Schlagwort: Patienten

  • Zeckenbiss – Wie gefährlich ist der Bourbon-Erreger?

    Zeckenbiss – Wie gefährlich ist der Bourbon-Erreger?

    Sommerzeit ist Zeckenzeit und wer von einer Zecke befallen wird, der macht sich natürlich auch Gedanken darüber, ob die Zecke nicht vielleicht eine gefährliche Krankheit übertragen hat. Borreliose und auch Gehirnhautentzündung heißen die Gefahren, die ein Zeckenbiss mit sich bringt. In den USA wurde jetzt ein weiterer Erreger gefunden, der für Aufsehen sorgt und den Zeckenbiss noch gefährlicher macht. Der sogenannten Bourbon-Erreger hat einem Mann im US-Bundesstaat Kansas das Leben gekostet und erst die US-Seuchenbehörde ist diesem Erreger nach langen Untersuchungen auf die Spur gekommen.

    Gefahren bei der Gartenarbeit

    Der 50 Jahre alte Mann aus Kansas arbeitete wie so oft in seinem Garten und fing sich gleich mehrere Zecken ein. Er entdeckte einen der kleinen Parasiten aber erst, als dieser an seiner Schulter deutlich sichtbar Blut gesaugt hatte. Einige Tage später fühlte sich der Mann krank, er bekam Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall und auch Fieber. Als sich Schüttelfrost dazu gesellte, suchte er einen Arzt auf. Dieser verschrieb die bei Zeckenbissen häufig verwendeten Antibiotika, denn er vermutete, dass es sich um eine der typischen Infektionen handelt, die durch den Biss einer Zecke entstehen.

    Doch das Antibiotikum braucht keine Linderung, im Gegenteil, der Patient war am vierten Tag der Behandlung nicht mehr ansprechbar und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Dort stellten die Ärzte einen seltsamen Ausschlag im Bereich des Rumpfes fest und bei einer Blutuntersuchung wurde festgestellt, dass sich die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen drastisch verringert hatte.

    Keine Besserung

    Die Ärzte waren ratlos und setzten die Therapie mit Antibiotika fort, allerdings ohne dass sich der Zustand des Patienten verbesserte. Das Fieber stieg, er fühlte sich nach wie vor krank und verlor seinen Appetit. Alle Tests, die normalerweise auf eine durch Zeckenbisse ausgelöste Infektionskrankheit hinweisen, waren negativ. Der Patient litt weder unter dem Rocky-Mountain-Fleckfieber oder unter Lyme-Borreliose und auch auf Ehrlichiose gab es keine Hinweise. Q-Fieber kam nicht infrage und auch Brucellose und Tularämie wurden mit negativem Ergebnis getestet.

    Am achten Tag der Erkrankung stieg das Fieber auf beinahe 40° Grad an und der Patient musste in eine Spezialklinik verlegt werden. Der Ausschlag hatte sich mittlerweile ausgebreitet und war neben dem Rumpf auch am Bauch, auf dem Rücken und auf der Brust sichtbar. An den Armen und Beinen sowie im Rachenraum stellten die Ärzte sogenannte Petechien fest, kleine rote Punkte, die auf eine Blutung in den kleinen Gefäßen hindeuten. Der Patient hatte Schwierigkeiten zu atmen und in beiden Lungenflügeln waren Rasselgeräusche zu hören.

    Keine Hilfe

    Einen Tag später wurden die Atembeschwerden so dramatisch, dass der Patient künstlich beatmet werden musste und in der Lunge hatte sich Flüssigkeit gesammelt. In der Folge versagten schließlich das Herz und die Nieren. Nach mehreren vergeblichen Reanimationen verstarb der Mann aus Kansas, elf Tage nachdem die ersten Symptome aufgetreten waren.

    Die Ärzte der Klinik wollten nun wissen, was für den rasanten und tödlichen Verlauf der Krankheit zuständig war und schickten eine Blutprobe an die US-Seuchenbehörde CDC. Die Wissenschaftler dort befassen sich schon lange mit den von Zecken übertragenen Krankheitserregern und ihr erster Verdacht, dass es sich vielleicht um den Heartland-Virus handeln könnte, wurde nicht bestätigt. Stattdessen fanden sie etwas ganz anders, nämlich ein Virus-Erbgut, das zu keinem der bisher bekannten Erreger passte.

    Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, züchteten die Wissenschaftler im Labor Viren und glichen sie dann mit dem Erbgut von anderen Viren ab. So kamen sie auch zur Gruppe der sogenannten Thogotoviren, sie wurden fündig und benannten den neuen Virus nach dem County in Kansas, wo er zum ersten Mal aufgetreten war – Bourbon-Virus. Mit diesem Virus gibt es jetzt eine neue Gefahr, die durch den Biss einer winzigen Zecke entsteht.

    Bild: © Depositphotos.com / Erik_Karits

  • Mumps – eine Kinderkrankheit, die Folgen haben kann

    Mumps – eine Kinderkrankheit, die Folgen haben kann

    Viele kennen Mumps unter den Namen Ziegenpeter, weil den Kranken früher ein Tuch um den Kopf gebunden wurde, was den Betroffenen das etwas einfältige Aussehen eines Ziegenhirten verlieh. Der Name Mumps leitet sich aber vom englische Wort Mump ab, was so viel wie verdrießlich bedeutet, wobei wir wieder beim Aussehen der erkrankten Patienten wären, denn die gucken nicht gerade begeistert in die Welt. Verstärkt wird dieser Ausdruck noch durch die angeschwollenen Ohrenspeicheldrüsen, die ein bisschen wie Hamsterbacken wirken. Mumps gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten, die vor allem Kinder zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr betrifft.

    Die ersten Anzeichen

    Mumps ist eine Viruserkrankung mit einer Inkubationszeit zwischen zwei und drei Wochen. Eines der ersten Anzeichen ist hohes Fieber, das nicht selten auf 40° Grad steigt. Zeitgleich schwillt meist nur auf einer Seite die Ohrspeicheldrüse an, und da das Anschwellen auf den Gehörgang drückt, haben die Kranken auch Ohrenschmerzen. Nach einigen Tagen Ruhe steigt das Fieber erneut an und auch die Ohrspeicheldrüse auf der anderen Seite schwillt ebenfalls an. Durch die etwas voluminöse Gesichtsform stehen die Ohrläppchen ab, was den Kranken ihr charakteristisches Aussehen verlieht. Nach maximal zwei Wochen ist Mumps in der Regel überstanden und die Betroffenen sind ihr Leben lang vor einer erneuten Ansteckung geschützt.

    Wie wird Mumps behandelt?

    Normalerweise verläuft Mumps ohne große Probleme. Um die Krankheit vor allem für Kinder erträglich zu machen, kann es helfen feuchte Umschläge oder warme Ölpackungen auf die geschwollenen Ohrspeicheldrüsen zu legen, um zudem auch die Ohrenschmerzen lindern zu können. Zusätzlich sollte in der akuten Phase auf eine besonders sorgfältige Mundpflege geachtet werden. In den beiden Fieberphasen ist Bettruhe das oberste Gebot, und wenn das Fieber die 40° Grad Marke erreicht, dann können Wadenwickel die Temperatur senken. Obstsäfte und auch Früchte sollten während der Erkrankung nicht verabreicht werden, denn sie regen den Speichelfluss an und das ist schmerzhaft.

    Neben den Ohrspeicheldrüsen können auch die Lymphknoten am Hals anschwellen, und das ist immer dann der Fall, wenn der Kranke bei Bewegungen des Kopfs oder des Kiefers über Schmerzen klagt. Nicht selten fällt das Kauen und Schlucken schwer und daher sollten Kinder, die an Mumps erkrankt sind, nach Möglichkeit nur weiche Nahrung wie zum Beispiel Babynahrung bekommen. Ein sicherer Schutz vor Mumps ist eine Impfung, die auch als Kombiimpfung zusammen mit Masern und Röteln gegeben werden kann. Geimpft werden Kinder ab dem zweiten Lebensjahr und empfehlenswert ist eine Auffrischung zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr.

    Welche Komplikationen kann es geben?

    Mumps verläuft in der Regel ohne Probleme, aber es kann trotzdem zu Komplikationen kommen. Je älter der Patient ist, umso größer wird auch das Risiko, dass es zu einen schweren Verlauf der Krankheit kommt. Eines dieser Komplikationen ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ältere Patienten leiden zudem unter starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit. Starke Kopfschmerzen sind ebenfalls ein Zeichen dafür, dass Mumps einen schweren Verlauf nimmt, selten sind hingegen Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen. Zu den sehr gefährlichen Folgeerkrankungen von Mumps gehört aber eine Meningitis, eine Hirnhautentzündung. Immer wenn das der Fall ist, dann wird ein Aufenthalt im Krankenhaus und die Gabe von Antibiotika notwendig. Bei männlichen Patienten kann zu Schmerzen im unteren Bauchbereich kommen und auch die Hoden können in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese Symptome treten allerdings selten bei Kindern auf, nur wenn erwachsene Männer an der Mumps erkranken, dann gehören Probleme mit den Hoden zu den Risiken.

    Diese Symptome sollten nie auf die leichte Schulter genommen werden, denn eine Entzündung der Hoden ist nicht nur sehr schmerzhaft, sie kann auch Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Erwachsene, die Mumps noch nicht gehabt haben oder die nicht geimpft sind, sollten sich daher von an Mumps erkrankten Patienten fernhalten.

    Bild: © Depositphotos.com / withGod

  • Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Ein Hörsturz tritt praktisch wie aus heiterem Himmel und oftmals ohne jede Vorwarnung auf. Die Betroffenen haben das Gefühl, als hätten sie einen Stöpsel oder Watte im Ohr und können nur noch schlecht oder gar nichts mehr hören. In vielen Fällen gesellt sich zur plötzlichen Taubheit auch ein Schwindelgefühl und es kommt zu einem dumpfen Schmerz im Ohr. Es ist immer noch nicht restlos geklärt, was einen Hörsturz auslösen kann, nicht selten haben die Betroffenen aber zuvor unter einem Tinnitus, also unter Ohrensausen gelitten. Bei den meisten tritt der Hörsturz jedoch unvermittelt auf.

    Welche Ursachen gibt es für einen Hörsturz?

    Auch wenn nicht klar ist, warum der Hörsturz so plötzlich auftreten kann, die möglichen Ursachen sind aber bereits gefunden. So wird vermutet, dass eine akute Durchblutungsstörung im Innenohr für einen Hörsturz verantwortlich ist. Im Innenohr, oder genauer gesagt in der sogenannten Hörschnecke sind die Haarzellen zu finden und diese Zellen haben die besondere Aufgabe, alle ankommenden Schallwellen, die in das Ohr dringen, in elektrochemische Signale umzuwandeln. Diese Signale werden dann über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet, so sie dann verarbeitet werden. Anschließend werden sie dann als Sprache, Musik oder auch Lärm wahrgenommen.

    Wenn aber die Haarzellen nicht mehr mit ausreichend Blut und mit Sauerstoff versorgt werden, dann wird das Hörvermögen eingeschränkt und das kann eventuell einen Hörsturz auslösen. Aber es gibt noch andere mögliche Ursachen, die für einen Hörsturz verantwortlich sein könnten. Chronische Entzündungen können ebenso schuld sein wie auch eine Autoimmunerkrankung. Eine Erkrankung der Halswirbelsäule kann vielleicht einen Hörsturz auslösen und auch ein Tumor im Bereich des Kopfes kommt infrage.

    Wie wird ein Hörsturz behandelt?

    Auch wenn es für die Betroffenen sehr unangenehm ist, aus medizinischer Sicht ist ein Hörsturz kein Notfall, denn bei ungefähr der Hälfte der Fälle verschwinden die Symptome nach 24 Stunden wieder und der Betroffene kann wieder normal hören. Als Faustregel gilt: Je geringer der Verlust des Gehörs ausfällt, um so besser ist die Prognose, dass der Hörsturz wieder von selbst verschwindet.

    Trotzdem sollte nach einem Hörsturz ein Arzt aufgesucht werden, denn hinter dem plötzlichen Verlust des Hörvermögens kann sich unter Umständen eine ernste Erkrankung verbergen, die schnell behandelt werden muss. Welche Therapie bei einem Hörsturz die beste ist, das ist ebenfalls noch nicht geklärt. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Therapieformen, die in den vergangenen Jahren erprobt worden sind, aber welche der Therapien erfolgreich ist, das hängt immer von der Schwere des Hörsturzes ab.

    Welche Therapien versprechen Erfolge?

    Handelt es sich um eine leichte Form des Hörsturzes, dann raten die Ärzte den Patienten, einfach ein paar Tage abzuwarten. Wenn sich die Symptome nach drei Tagen immer noch nicht gebessert haben, dann werden in der Regel Medikamente verordnet, die bei einer möglichen Entzündung und einem Abschwellen des Innenohrs helfen sollen. Die Medikamente können wahlweise in Form von Tabletten eingenommen werden, aber es ist auch möglich, den Wirkstoff direkt ins Ohr zu spritzen.

    Kann man einem Hörsturz vorbeugen?

    Eine gesunde Lebensweise ist die beste Vorbeugung, um keinen Hörsturz zu erleiden, nach Möglichkeit sollten auch Stress und belastende Situationen vermieden werden. Wer Probleme damit hat, Stress abzubauen, der sollte Yoga oder autogenes Training machen. Auch übermäßiger Lärm ist eine Gefahr, denn wenn die empfindlichen Haarzellen im Innenohr ständig überreizt werden, dann kann das einen Hörsturz begünstigen oder sogar auslösen.

    Menschen deren Blut verdickt ist und sehr schnell gerinnt, laufen ebenso Gefahr einen Hörsturz zu bekommen, und auch die Fettwerte im Blut können dafür verantwortlich sein, wenn es zu einem Hörsturz kommt, denn hohe Blutfettwerte können die Fließeigenschaften des Bluts verändern. Wer einen Hörsturz vermeiden will, der sollte sich zudem ballaststoffreich und fettarm ernähren.

    Bild: © Depositphotos.com / atholpady

  • Was passiert bei einer Dialyse?

    Was passiert bei einer Dialyse?

    Viele kennen den Begriff Dialyse auch unter den Namen Blutwäsche, aber eine Dialyse kann mehr als nur das Blut waschen, sie rettet Menschen, die unter schweren Schäden der Niere leiden, immer wieder das Leben. Normalerweise übernehmen die Nieren die Funktion das Blut zu waschen, wenn sie aber krank oder geschädigt sind, dann übernimmt eine Maschine diese Aufgabe, eben die Dialyse. Durch die Dialyse werden alle schädlichen Substanzen und auch das überschüssige Wasser aus dem Körper gefiltert, und wenn die Diagnose Dialyse fällt, dann hat der Patient die Wahl zwischen zwei verschiedenen Arten, wie die Dialyse durchgeführt werden kann.

    Welche Dialyseformen gibt es?

    Streng genommen wäscht die Dialyse das Blut nicht, sie reinigt es vielmehr und gibt es dann wieder an den Körper ab. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren für eine Dialyse und der Patient kann sich entweder für das extrakorporale oder aber für das intrakorporale Verfahren entscheiden. Welche Form der Dialyse infrage kommt, das entscheidet auch der Arzt. Bei einer extrakorporalen Dialyse findet die Blutreinigung außerhalb des Körpers statt. Der Arzt legt dem Patienten während eines operativen Eingriffs einen speziellen Gefäßzugang den sogenannten Shunt, mit dem eine Vene mit einer Arterie verbunden wird. Bei der intrakorporalen Dialyse, die im Körper stattfindet, läuft die Dialyse über einen Zugang im Bauchfell. Diese Form kommt allerdings eher selten zum Einsatz, normalerweise fällt die Wahl auf die externe Form.

    Die Hämodialyse

    Die einfachste und deshalb auch sehr oft angewandte Therapie, um das Blut zu reinigen, ist die Hämodialyse. Bei diesem Verfahren reinigt ein Filter, der sogenannte Dialysator das Blut von schädlichen Stoffen. In einem Dialysator fließen eine spezielle Flüssigkeit, das Dialysat und das Blut getrennt und in entgegengesetzten Richtungen durch eine Membran. Zwischen den beiden Seiten der Membran gibt es beim jeweiligen Konzentrat einen Unterschied, da im Blut deutlich mehr Teilchen, wie zum Beispiel Harnstoff enthalten sind. Die Teilchen gehen unablässig in die Spülflüssigkeit über und werden dann als gereinigtes Blut wieder in den Körper zurückgeführt.

    Menschen, deren Nieren krank oder geschädigt sind, müssen mehrfach in der Woche an eine Dialyse angeschlossen werden. In der Regel geschieht das dreimal in der Woche für vier bis acht Stunden, aber es gibt auch Patienten, die eine tägliche Dialyse von zwei Stunden auf sich nehmen, weil sie sich dann besser und vor allem auch leistungsfähiger fühlen.

    Die Heimdialyse

    Da die kontinuierliche tägliche Dialyse immer beliebter wird, aber nicht jeder Patient jeden Tag in eine Praxis oder in ein Krankenhaus fahren kann, gewinnt die Heimdialyse immer mehr an Bedeutung. Dank moderner Technik wird es möglich, das Blut auch in den eigenen vier Wänden einfach zur reinigen, und die Heimdialyse kann heute ganz individuell den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden.

    Wie sieht die Prognose aus?

    In Deutschland sind ca. 60.000 Menschen von der Dialyse abhängig. Wie gut oder schlecht ihre Prognose ist, das hängt zum einen vom Lebensalter und zum anderen von der Grunderkrankung ab. Bei ungefähr der Hälfte der Dialyse Patienten, die dauerhaft auf die Dialyse angewiesen sind, beträgt die Lebenserwartung vom Beginn der Dialyse an noch rund zehn Jahre, aber jeder vierte lebt mit der Dialyse noch 20 Jahre oder sogar noch länger. Wenn aber eine Diabetes oder eine Herzerkrankung dazu kommen sollten, was bei einem Dialyse Patienten nicht selten der Fall ist, dann sinkt die Lebenswartung drastisch.

    Die Lebensqualität muss nicht zwangsläufig unter der Dialyse leiden, viele können ganz normal einer Beschäftigung nachgehen und ein ruhiges Leben führen. Möglich wird das aber auch durch das Angebot einer ambulanten Blutwäsche, die heute in vielen Krankenhäusern angeboten wird. Viele stehen aber auch auf der Transplantationsliste und hoffen auf eine neue Niere, die eine Dialyse überflüssig macht.

    Bild: © Depositphotos.com / beerkoff1

  • Praxis ohne Grenzen – medizinische Versorgung für alle

    Praxis ohne Grenzen – medizinische Versorgung für alle

    Viele kennen die Ärzte ohne Grenzen, eine Organisation, die weltweit Menschen medizinische Hilfe zukommen lässt. Die Ärzte ohne Grenzen helfen ohne Bezahlung und sie behandeln alle, die ihre Hilfe brauchen, die sie sich aber aus finanzieller Sicht nicht leisten können. Für dieses Engagement bekam Ärzte ohne Grenzen unter anderem bereits den Friedensnobelpreis. Praxis ohne Grenzen ist eine sehr ähnliche Organisation, die sich wenn auch in einem sehr viel kleineren Rahmen, um Menschen kümmert, die zwar in einem der reichsten Länder dieser Welt lebt, sich aber trotzdem keine angemessene medizinische Versorgung leisten kann.

    Ein Arzt mit Engagement

    Dr. Uwe Denker ist 77 Jahre alt und mit Leib und Seele Arzt. Der Allgemeinmediziner, der früher eine eigene Praxis hatte, hat die Organisation Praxis ohne Grenzen ins Leben gerufen, weil es nach seiner Ansicht einfach nicht sein kann, dass es in Deutschland so viele Menschen gibt, die sich eine medizinische Behandlung nicht mehr leisten können, weil ihnen die passende Krankenversicherung fehlt. In Deutschland leben nach Schätzungen fast eine Million Menschen, die nicht krankenversichert sind. Unter diesen Menschen sind immer mehr Menschen aus dem Mittelstand und viele Scheinselbstständige, die die Beiträge für die Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können, aber auch Handwerker, die unverschuldet in Not geraten sind, weil ihre Kunden nicht zahlen. Auch Versicherungsvertreter und Marktbeschicker fallen immer öfter durch die soziale Lücke und können sich die Beiträge für eine Krankenversicherung einfach nicht mehr leisten. Für diese Menschen wurde Praxis ohne Grenzen ins Leben gerufen.

    Wie funktioniert die Praxis ohne Grenzen?

    Nachdem Dr. Denker seine eigene Praxis aufgegeben hat, kümmert er sich in seiner Praxis ohne Grenzen in Bad Segeberg um alle diejenigen, die durch das Raster der gesetzlichen Krankenversicherung gefallen sind. 400 Patienten hat der Arzt in den vergangenen fünf Jahren in seiner Praxis behandelt und alle waren in der gleichen Notlage, sie hatten keine Krankenversicherung und auch kein Geld, um eine teure Privatbehandlung zu bezahlen. Dazu kommen zwischen 800 und 1.000 telefonische Beratungen und immer wieder Schicksale von Menschen, die krank sind und einfach nicht mehr weiter wissen. Neben der Praxis von Dr. Denker gibt es in Schleswig-Holstein noch neun weitere Praxen und es werden noch mehr dazu kommen, denn der Strom der Patienten reißt nicht ab.

    Ideen für die Zukunft

    Neben seinem Engagement für notleidende Menschen hat Dr. Denker aber auch viele Ideen, wie die ungerechte medizinische Versorgung in Deutschland geändert werden kann. Seine wichtigsten Anliegen sind eine Grundversicherung für alle, die in einkommensabhängigen Berufen arbeiten, mit der Möglichkeit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung. Aber auch die Senkung der Mehrwertsteuer, die für Medikamente immer noch bei 19 % liegt, ist etwas, was der Arzt gerne durchsetzen möchte. Außerdem fordert er einen Zugang zu Krankenhäusern zu einem Notfalltarif, der nur für die Menschen gilt, die keine Krankenversicherung haben. Der Allgemeinmediziner hat ausgerechnet, dass Menschen, die auf Dauer ohne eine Krankenversicherung leben müssen, im Schnitt 14 Jahre eher sterben als diejenigen, die den Schutz einer Krankenversicherung genießen dürfen. Offenbar gibt es in Deutschland Regionen, bei denen die Praxis ohne Grenzen kein Thema ist, denn Dr. Denker musste die Erfahrung machen, dass es in Bayern keinen Bedarf gibt. Aber der Arzt weiß auch, dass es Kollegen in Bayern gibt, die das Problem kennen und die in ihrer Praxis Menschen behandeln, die nicht krankenversichert sind.

    Wie dringend diese Hilfe ist, das haben auch viele Krankenhäuser in Deutschland erkannt. Sie haben ihre normalen Notaufnahmen um sogenannte Hausarztambulanzen erweitert, in der Patienten behandelt werden, die Wochen oder sogar Monate auf einen Termin warten müssen oder die kein Geld haben, um zu einem Arzt zu gehen, der nur noch Privatpatienten aufnimmt, denn von diesen Ärzten gibt es in Deutschland immer mehr.

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  • Tinnitus – wenn der Stress auf die Ohren schlägt

    Tinnitus – wenn der Stress auf die Ohren schlägt

    Ein Piepen, Summen oder auch ein permanentes Rauschen im Ohr ist nicht nur störend, es kann für die Betroffenen auch zur Qual werden. Tinnitus heißen diese Symptome, die auch unter dem Oberbegriff Ohrensausen zusammen gefasst werden. Ein Tinnitus ist wie ein Schmerz, er tritt plötzlich und wie aus dem Nichts auf und er kann viele verschiedene Ursachen haben. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom, aber es kann sehr schnell sehr lästig werden und ist in den meisten Fällen das erste Anzeichen für eine Erkrankung.

    Immer wieder anders

    Ein Tinnitus wird von jedem Betroffenen auf eine andere Art wahrgenommen. Für die einen klingt es wie das stetige Surren einer Mücke, andere vergleichen ihre Ohrgeräusche mit dem Rattern eines Zuges und wieder andere fühlen sich an das Kreischen eines Zahnarztbohrers erinnert. Ein Tinnitus kann gleichmäßig und intensiv sein, aber auch in einem bestimmten Rhythmus an- wieder abschwellen. Nervig ist ein Tinnitus aber immer und fast jeder hat diese Geräusche, die aus dem Inneren des Ohres kommen, schon einmal vernommen. Meist bleibt das Ohrensausen nicht lange und verschwindet wieder, bei einigen Betroffenen wird es aber zum Dauerzustand. Immer wenn das der Fall ist, dann kann sich hinter dem an sich harmlosen Tinnitus eine Krankheit verbergen.

    Wenn das Hörvermögen gestört ist

    Der Ohrenarzt versteht unter einem Tinnitus ein gestörtes Hörvermögen und spricht in diesem Zusammenhang von einem subjektiven Tinnitus. Das Piepen und Surren im Ohr ist keine Einbildung, aber das man die Töne hören kann, das liegt an einer Täuschung des Ohrs. Anders sieht das bei einem objektiven Tinnitus aus, denn in diesem Fall lassen sich die Geräusche im Ohr mit einem speziellen Untersuchungsgerät feststellen. Bei einem subjektiven Tinnitus ist das Innenohr für die Geräusche verantwortlich, und die Ursache kann unter anderem eine Gefäßveränderung sein.

    Neben dem subjektiven und dem objektiven Tinnitus gibt es noch zwei weitere Formen, den akuten und den chronischen Tinnitus. Akut ist der Tinnitus immer dann, wenn er weniger als drei Monate anhält, in der chronischen Form ist er länger als drei Monate vorhanden. Ein akuter Tinnitus verschwindet meistens spontan wieder, was bei einem chronischen Verlauf gar nicht oder nur sehr selten der Fall ist.

    Die Schweregrade des Tinnitus

    Ohrenärzte teilen den Tinnitus in unterschiedliche Schweregrade ein. Beim ersten Grad ist der Tinnitus gut kompensiert und wird vom Betroffenen nicht als Störung wahrgenommen. Beim zweiten Grad ist der Tinnitus weitgehend kompensiert und wird nur bei Stille wahrgenommen. Kommt der Betroffene unter Stress oder befindet sich in einer belastenden Situation, dann ist der Tinnitus störend. Ein Tinnitus des dritten Grades stellt eine Belastung dar, und zwar im beruflichen wie auch im privaten Leben und das Ohrgeräusch hat emotionale wie auch körperliche Beschwerden zur Folge. Die Patienten leiden zum Beispiel unter massiven Schlafstörungen, sie haben Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und sie fühlen sich hilflos. In der Folge kann es zu Ängsten und auch zu Depressionen kommen.

    Die Lebensqualität ist gestört

    Betroffene, die unter einem Grad drei oder vier des Tinnitus leiden, haben nicht selten einen hohen Leidensdruck und fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Wenn das der Fall ist, dann wird aus den Symptomen des Tinnitus eine Krankheit, mit Folgen für den Körper und auch für die Seele. Zu den körperlichen Beschwerden gehören eine latente Müdigkeit, Herz- und Kreislaufbeschwerden, sexuelle Störungen, Beschwerden im Magen- und Darmbereich, auch Schmerzen und Erschöpfungszustände sind keine Seltenheit.

    Dazu kommen emotionale Störungen wie Konzentrationsschwäche und das Gefühl, langsam aber sicher die Kontrolle zu verlieren sowie ein Gefühl der Hilflosigkeit, und auch depressive Stimmungen und der Verlust des Selbstwertgefühls können die Folgen eines Tinnitus sein. Aus medizinischer Sicht gibt es keine Hilfe, aber eine Psychotherapie kann Linderung bringen.

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