Schlagwort: Patienten

  • Schnelle Hilfe bei akuter Depression

    Schnelle Hilfe bei akuter Depression

    Nicht nur wenn es um Verletzungen geht, dann ist schnelle Hilfe notwendig, auch bei Menschen, die unter Depressionen oder anderen psychischen Notfällen leiden, ist schnelle und vor allem professionelle Hilfe sehr wichtig. Aber es kann dauern, bis es einen Platz für die Therapie gibt. Um diese Lücke zu schließen, gibt es jetzt in vielen Krankenhäusern vermehrt Notfall-Ambulanzen für psychisch Kranke. Alle, die schnelle Hilfe benötigen, können sich an ihre Krankenkasse wenden, denn die Kassen haben Adressen, wo es eine Notfall-Ambulanz in der Nähe gibt, wo psychisch kranke Menschen schnell und unkompliziert Hilfe bekommen.

    Schnelle Hilfe

    Eine akute Depression kann sehr gefährlich werden, denn es besteht bei vielen Patienten die große Gefahr, dass sie versuchen sich selbst zu töten. Wer einen akuten depressiven Schub hat, der braucht schnelle Hilfe, nicht selten geht es dabei um Minuten. Mit dem Angebot vieler Krankenhäuser, die eine notärztliche Hilfe anbieten, kann vielen Patienten geholfen werden. Aber nicht nur die Krankenhäuser bieten eine psychologische Notfallhilfe an, auch kommunale Stellen, Kirchen und die Wohlfahrtsverbände haben sich auf diese besondere Form der Notfallhilfe eingestellt.

    Auch wenn es um die Unterstützung und die Orientierung für psychisch Kranke geht, gibt es jetzt Hilfe, und zwar durch die Patientenberatungsstellen sowie den Sozialpsychiatrischen Dienst, den es für den Notfall in jeder größeren Stadt in Deutschland gibt.

    Behandlung in der privaten Praxis

    Bislang war es kaum möglich, an den Sonn- und Feiertagen oder auch an den Wochenenden schnelle Hilfe in der privaten Praxis zu bekommen, denn niedergelassene Psychologen und Psychiater haben keine Notfallpraxis, wie das bei anderen Ärzten der Fall ist. Jetzt gibt es aber die Möglichkeit, auch in einer privaten Praxis schnelle Hilfe zu bekommen, wenn sich eine Therapie nicht mehr aufschieben lässt. Welcher Facharzt schnell helfen kann, auch das können Patienten bei ihrer Krankenkasse erfahren.

    Oft ist es schon ein Gespräch, das den Betroffenen in einer akuten Situation helfen kann. Wer bei einem akuten psychischen Notfall in die normale Ambulanz kommt, der muss damit rechnen, dass er hier lediglich eine Spritze bekommt, für eine gezielte Behandlung sind die Notfallmediziner in den Krankenhäusern entweder gar nicht oder nur sehr unzureichend ausgebildet.

    Nicht nur für Notfälle

    Die Wartezeiten für eine psychologische Behandlung sind unter Umständen sehr lang, nicht selten warten die Patienten drei Monate und mehr auf einen Termin. Vor allem für alle diejenigen, die noch nie in Behandlung waren und medikamentös nicht eingestellt sind, kann die lange Wartezeit zur Qual werden. In diesen Fällen ist es gut zu wissen, dass es eine Ambulanz für den Notfall gibt, wo geschulte Mitarbeiter und Fachärzte helfen können.

    Aber nicht nur für den akuten Notfall ist es wichtig, einen adäquaten Ansprechpartner zu haben, denn wenn zwischen zwei Behandlungen der Zeitraum von einem Vierteljahr liegt, dann kann es durchaus passieren, dass Hilfe benötigt wird. Wenn das der Fall ist, dann können sich die Betroffenen an ihre Krankenkasse wenden und sich die Adresse einer Notfall-Ambulanz geben lassen.

    Keine Dauerlösung

    Der Gang zu einer psychischen Notfall-Ambulanz ist keine dauerhafte Lösung, denn wenn es um schwerwiegende Probleme geht, dann ist die Notfall-Ambulanz ist, wie der Name es schon sagt, nur eine Notlösung. Menschen mit psychischen Problemen müssen eine individuelle und gezielte Therapie machen, um ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. Die Angst, die viele Betroffenen haben, dass es im Notfall keine Hilfe gibt, wird ihnen durch das neue Angebot der psychiatrischen Ambulanzen genommen.

    Bild: © Depositphotos.com / deposit123

  • Alternative Gesundheit – Heilpraktiker mehr als ein Trend

    Alternative Gesundheit – Heilpraktiker mehr als ein Trend

    Die moderne Medizin ist technisch auf dem neusten Stand, sie ist effizient und effektiv, aber leider auch allzu oft unpersönlich und kalt. Auch wenn die moderne Medizin heute vieles erreicht hat, sie kommt nicht bei allen gut an. Deshalb können sich auch die Heilpraktiker über mangelnden Zulauf nicht beklagen, denn der Trend geht mehr und mehr zur natürlichen Medizin, weg von der Apparatemedizin und der Chemie, stattdessen hin zu natürlichen Arzneimitteln und alternativen Heilmethoden.

    Wer heilt, hat Recht

    Heiler gab es schon immer und bis heute haben Heiler oder Schamanen bei vielen Völkern einen besseren Ruf als der moderne Arzt. Das Wissen über die Heilkraft der Natur zu nutzen, um damit Menschen zu helfen, das gab es schon in der Antike, denn schon damals gab es Heiler. Im Mittelalter lebten Frauen gefährlich, die den Beruf der Heilerin hatten, denn ihnen wurde nachgesagt, dass sie mit dem Teufel im Bunde waren. Heute gibt es den Beruf des Heilpraktikers, aber nur wenige Patienten wissen, dass es den Beruf des Heilpraktikers streng genommen überhaupt nicht gibt und das jeder, der einige Regeln und Gesetze einhält, sich Heilpraktiker nennen kann.

    Wer heilt, hat Recht, besagt ein Sprichwort, und es ist tatsächlich so, dass es den meisten Menschen die zu einem Heilpraktiker gehen, ganz gleich ist, ob dieser Heilpraktiker eine gute Ausbildung hat, Hauptsache ist, dass die von ihm vorgeschlagenen Therapien und Behandlungsmethoden auch funktionieren.

    Wer darf sich Heilpraktiker nennen?

    Die Berufsbezeichnung Heilpraktiker dürfen alle diejenigen tragen, die eine Prüfung durch ein staatliches Gesundheitsamt bestanden haben und denen attestiert wird, dass sie „keine Gefahr für die Volksgesundheit“ darstellen. Um sich Heilpraktiker nennen zu können, muss man Kenntnisse und auch Praxiserfahrung in Naturheilkunde vorweisen können, aber sich auch in naturheilkundlichen Methoden auskennen, zudem sind medizinische Kenntnisse über den menschlichen Organismus erforderlich. Um als Heilpraktiker arbeiten zu können, muss man über die möglichen Risiken Bescheid wissen und vor allem erkennen können, wo die Grenzen der Behandlung sind. Staatlich geregelt ist eine Ausbildung zum Heilpraktiker nicht, und es ist auch keine Pflicht, eine spezielle Schule zu besuchen.

    Aber es gibt bestimmte Voraussetzungen. So müssen alle, die den Beruf des Heilpraktikers ausüben wollen, mindestens 25 Jahre alt sein, sie müssen wenigstens einen Hauptschulabschluss nachweisen können und im polizeilichen Führungszeugnis dürfen keine schwerwiegenden Verfehlungen zu finden sein.

    Wo werden Heilpraktiker ausgebildet?

    Die meisten Menschen, die Heilpraktiker werden möchten, besuchen eine Schule für Naturheilkunde und lernen dort die allgemeinen Grundlagen der Gesundheit mit alternativer Medizin, auch die große Vielfalt, die die einzelnen Verfahren bieten. Je nach Interesse können sich die zukünftigen Heilpraktiker dann spezialisieren, und zum Beispiel die traditionelle chinesische Medizin oder aber die Homöopathie als Schwerpunkt auswählen. Mit dem Ablegen einer mündlichen und schriftlichen Prüfung ist es aber noch nicht getan, denn für Heilpraktiker besteht eine Pflicht zur Weiterbildung, die von einigen Verbänden in Deutschland auch zertifiziert wird.

    Anders als ein Arzt, der sich aufgrund seiner Ausbildung Facharzt nennen kann, darf sich ein Heilpraktiker, der sich beispielsweise auf die Osteopathie spezialisiert hat, nicht unter der Berufsbezeichnung Osteopath niederlassen. Erlaubt ist nur ein niedergelassener Heilpraktiker, der aber damit werben kann, als Osteopath zu arbeiten.

    Wie Ärzte, so darf auch ein Heilpraktiker bei bestimmten Therapien und Behandlungen mit den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen zusammenarbeiten und seine Gebühren über die Gebührenverordnung für Heilpraktiker abrechnen.

    Die Grenzen erkennen

    Über Heilpraktiker wird immer wieder kontrovers diskutiert, denn nicht überall haben Heilpraktiker ein gutes Image. Die negativen Schlagzeilen entstehen immer dann, wenn ein Heilpraktiker seine Grenzen überschreitet und sich um Kranke kümmert, denen nur von einem Arzt geholfen werden kann. So kommt es immer wieder vor, dass eine ärztliche Behandlung zu spät kommt, weil ein Heilpraktiker zu lange versuchen hat, zu helfen.

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  • Wie harmlos ist ein Schleudertrauma?

    Wie harmlos ist ein Schleudertrauma?

    Ein kleiner, scheinbar harmloser Auffahrunfall reicht aus, damit es zu einem Schleudertrauma kommt. Viele Autofahrer die in einen Auffahrunfall verwickelt waren, erleiden ein solches Trauma, das die Ärzte als HWS-Syndrom, also als eine Verletzung der Halswirbelsäule bezeichnen. In der Regel müssen die Betroffenen nach einem Unfall und der Diagnose Schleudertrauma eine Art Halskrause tragen, die den oberen Halswirbelsäulenbereich schützen und stützen soll. Für die meisten Unfallopfer ist nach ein paar Wochen alles vergessen, einige leiden aber deutlich länger unter einem Schleudertrauma, und auch ein chronischer Verlauf ist bei dieser Art von Verletzung nicht auszuschließen.

    Die Schweregrade des Schleudertraumas

    Der Arzt teilt ein Schleudertrauma in verschiedene Schweregrade ein. Bei einem Auffahrunfall mit einer eher geringen Geschwindigkeit handelt es sich meist um ein Schleudertrauma mit dem Schweregrad eins oder zwei. Bei diesem Schweregrad verschwinden die Symptome meist nach einer Woche und die Patienten sind wieder komplett beschwerdefrei.

    Anders sieht es bei einem Schweregrad drei aus, denn hier zeigen sich verminderte Reflexe der Muskeln und die Halswirbelsäule ist in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt. Es kann zu Fehlstellungen und auch zu Frakturen kommen und die Betroffenen sind nicht selten für einen kurzen Zeitraum ohne Bewusstsein. Bei einem Schwergrad vier kommt es zu Frakturen, die nach dem Unfall zum Tod führen können, aber auch Querschnittslähmungen vom Hals abwärts können die Folgen dieses sehr schweren Schleudertraumas sein.

    Die Symptome eines Schleudertraumas

    Wer nach einem Autounfall Kopf- oder Nackenschmerzen bekommt und das Gefühl hat, den Hals nicht mehr richtig drehen zu können, der kann davon ausgehen, ein Schleudertrauma erlitten zu haben. Übelkeit und Schwindel unmittelbar nach einem Unfall gehören ebenfalls zu den Symptomen eines Schleudertraumas. Aber nicht immer macht sich ein Schleudertrauma direkt nach einem Unfall bemerkbar, einige Symptome treten erst Stunden oder sogar Tage nach dem Unfall auf. Es kann zu Konzentrationsstörungen kommen, aber auch zu Problemen mit der Gedächtnisleistung. Schlafstörungen gehören zu den Spätfolgen und auch wenn es zu Beeinträchtigungen beim Seh- und Hörvermögen kommt, dann kann das zu den Symptomen eines erlittenen Schleudertraumas gehören.

    Aber nicht nur körperlich kann sich ein Schleudertrauma bemerkbar machen, die Verletzung zieht auch seelische Folgen wie zum Beispiel Depressionen nach sich.

    Wie wird ein Schleudertrauma behandelt?

    Die berühmte Halskrause ist nur eine Sofortmaßnahme, wenn es zu einem Schleudertrauma gekommen ist. Besteht der Verdacht Schleudertrauma, dann werden die Betroffenen im Krankenhaus zunächst einmal geröntgt. Wenn die Aufnahme keine eindeutige Diagnose zulässt, dann wird entweder ein CT, also eine Computertomografie oder ein MRT, eine Magnetresonanztomographie angeordnet, um schwerere Verletzungen ausschließen zu können. Handelt es sich um ein Schleudertrauma ersten oder zweiten Grades, dann wird die Halswirbelsäule stabilisiert und der Patient bekommt Schmerzmittel verordnet.

    Sind die Beschwerden aber hartnäckig, dann kann der Arzt Krankengymnastik verordnen und auch Chiropraktik ist in diesem Fall sinnvoll. Wenn die Verletzungen ernst sind, die Zerrung stärker ausfällt oder wenn es vielleicht sogar zu einer Fraktur gekommen ist, dann muss eine spezielle Stütze für die Halswirbelsäule getragen werden. So wird der Nacken ruhig gestellt und die Verletzung kann komplett ausheilen. Im schlimmsten Fall muss der Patient aber operiert werden, um die Schäden beheben zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem solch schweren Schleudertrauma kommt, ist jedoch sehr gering.

    Kann es zu Spätfolgen kommen?

    Spätfolgen sind bei einem Schleudertrauma nicht auszuschließen, aber sie sind eher selten. Laut einer Statistik ist das nur bei knapp 3 % der Betroffenen der Fall, die zwei Jahre nach dem Unfall immer noch unter den Folgen des Schleudertraumas zu leiden haben. Einige Unfallopfer klagen auch längere Zeit über Kopfschmerzen und steife Muskeln, selten kommt es aber zu chronischen Kopfschmerzen oder Verspannungen, die länger als ein Jahr nach der Diagnose Schleudertrauma andauern.

    Bild: © Depositphotos.com / HighwayStarz

  • Seltene Krankheiten – die Stiefkinder der Wissenschaft

    Seltene Krankheiten – die Stiefkinder der Wissenschaft

    Geschätzt vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter seltenen Krankheiten. Für die Betroffenen ist es doppelt schlimm, denn sie sind nicht nur krank und verlieren so immer mehr Lebensfreude, es gibt auch kaum Chancen auf Heilung, weil seltene Krankheiten von der medizinischen Wissenschaft wie Stiefkinder behandelt und kaum beachtet werden. Das Problem besteht darin, dass wenn nur wenige Menschen an einer bestimmten Krankheit leiden, es sich nicht lohnt, Geld für die Forschung auszugeben oder Medikamente zu entwickeln, was ebenfalls sehr teuer ist. Viele, die unter einer seltenen Krankheit leiden, fühlen sich daher im Stich gelassen und müssen mit ihrem Leiden irgendwie zurechtkommen.

    Viele Waisenkrankheiten

    Es gibt rund 5.000 Krankheitsbilder, die als selten angesehen werden. Orphan Diseases heißen diese Krankheiten im Fachjargon, was so viel wie Waisenkrankheiten bedeutet. Eine der bekanntesten Krankheiten, die es selten gibt, die aber in der heutigen Zeit schon recht gut erforscht ist, heißt Mukoviszidose, eine Stoffwechselerkrankung, die lebensbedrohlich werden kann. Auch die Fanconi-Anämie oder das Williams-Beuren-Syndrom kennt kaum jemand. Beide Krankheiten haben genetische Ursachen, sie sind chronisch und die Betroffenen können kaum auf medizinische Hilfe hoffen, denn die Zahl derjenigen, die darunter leiden, ist zu klein, um große Forschungen ins Leben zu rufen.

    Wann ist eine Krankheit eine seltene Krankheit?

    Es mag zwar ein bisschen paradox klingen, aber die Zahl der seltenen Krankheiten steigt stetig an. Rund vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer seltenen Krankheit, in Europa sind es ca. 30 Millionen Menschen, die an einer Krankheit leiden, von der nur rund 2.000 Menschen betroffen sind. Dass die seltenen Krankheiten immer häufiger auftreten, hat auch etwas mit der verbesserten Diagnosetechnik zu tun, denn mit der sogenannten Präzisionsdiagnostik können seltene Krankheiten heute schneller erkannt und definiert werden.

    Auch wenn die Zahl der seltenen Krankheiten weiter ansteigt, für die Betroffenen ändert sich wenig, denn nach wie vor müssen sie oftmals eine wahre Odyssee von Arzt zu Arzt auf sich nehmen, bis sie endlich zu einem Spezialisten kommen, der ihre Krankheit richtig erkennt und auch behandeln kann. Nicht selten müssen sich die Erkrankten anhören, sie seien Simulanten und auch die Diagnose psychische Erkrankung fällt schnell, wenn die Mediziner einfach nicht mehr weiter wissen. Auch falsche Diagnosen sind keine Seltenheit, und durch die falsche Diagnose vergeht oft wertvolle Zeit, bis die eigentliche Krankheit festgestellt und entsprechend behandelt werden kann.

    Hilfe in der Charité

    Die Charité in Berlin hat seit dem Jahr 2011 eine eigene Abteilung für seltene Krankheiten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Patienten zu helfen, aber auch eine Liste der selten auftretenden Krankheiten zu entwickeln. Anhand dieser Liste soll es in Zukunft einfacher werden, ein Krankheitsbild einer bestimmten Krankheit schneller zuordnen zu können. So werden auch seltene Krankheiten transparent und es wird viel Zeit gespart, die den Kranken zugutekommt.

    Aber die Charité geht noch weiter, denn die Spezialisten und Experten, die dort arbeiten, sind auch bemüht nach neuen Therapien und Medikamenten zu forschen, damit denjenigen umfangreicher helfen zu können, die an einer seltenen Krankheit leiden. Die Idee zu dieser besonderen Abteilung entstand in der Kinderklinik, denn wenn es um seltene Krankheiten geht, dann sind in der Regel davon Kinder betroffen. In der Charité werden Krankheitsbilder gesammelt, das Wissen wird gebündelt und das macht es möglich, Therapiepläne für jeden einzelnen Betroffenen entwickeln zu können. Der Hausarzt sieht seine Patienten selten und wenn ein Patient mit einem „exotischen“ Krankheitsbild in der Praxis auftaucht, dann geben sich die niedergelassenen Ärzte selten die Mühe, nach der Ursache des Krankheitsbildes zu forschen. In diesem Fall ist eine Überweisung an die Berliner Charité eine gute Wahl, denn das Angebot der Spezialisten dort reicht von der Diagnose bis hin zur psychosozialen Betreuung.

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  • Behandlungen hinterfragen – so wichtig sind die W-Fragen

    Behandlungen hinterfragen – so wichtig sind die W-Fragen

    Wer sich krank fühlt, der geht zum Arzt, der Arzt macht seine Untersuchungen und sagt dem Patienten, welche Behandlung oder welche Therapie die richtige ist. Der Patient willigt ein, denn schließlich ist der Arzt ja der Fachmann und weiß, was das Richtige ist. Leider ist das nicht immer der Fall, wie jetzt eine Studie herausfand. Viele Ärzte verschreiben die falschen Behandlungen und ordnen sündhaft teure Therapien an, die im Grunde keine Wirkung haben oder schlichtweg falsch sind. Die meisten Patienten wagen es nicht, ihrem Arzt zu widersprechen, aber das kann sinnvoll sein. Wer nicht im Unklaren bleiben will, der sollte die sogenannten W-Fragen stellen.

    Was sollte der Patient den Arzt fragen?

    Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD hat einen kleinen Katalog mit W-Fragen zusammengestellt, die jeder Patient seinem Arzt stellen sollte, wenn es um Behandlungen und Therapien geht:

    • Wie dringend ist die Behandlung?
    • Welche eventuellen Risiken gibt es?
    • Welchen Nutzen hat die Behandlung?

    Diese drei Fragen verhindern, dass der Arzt nur mit Ja oder Nein antworten kann, er muss diese Fragen präzise beantworten. Dem Patienten wird damit die Möglichkeit gegeben, die vorgeschlagene Behandlung noch einmal zu überdenken oder nach einer Alternative zu suchen. Auch die Art der Fragestellung spielt eine wichtige Rolle, denn statt zu fragen „Ist diese Behandlung gut erforscht?“ sollte die Frage stattdessen lauten: „Wie gut ist diese Behandlung erforscht?“. Zudem kann es sehr hilfreich sein, sich während des Gesprächs mit dem Arzt Notizen zu machen oder Stichworte aufzuschreiben, die später sehr hilfreich sein können, wenn es um eine alternative Behandlung oder Therapie geht.

    Nicht nur im Internet forschen

    Immer mehr Menschen vertrauen auf „Dr. Google“ und informieren sich im Internet, welche Krankheit zu ihren Symptomen passt und welche möglichen Therapien, Medikamente und Behandlungsmethoden es gibt. Die Suchmaschinen finden auf alles eine Antwort, ob diese aber richtig ist, das sei dahingestellt. Nicht alle Seiten sind wirklich seriös und nicht alle Aussagen sind auch richtig. Um sich unabhängig zu informieren, ist die Webseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine gute Wahl, denn hier kann man sich auf die Richtigkeit der Aussagen und die Seriosität verlassen.

    Eine weitere Möglichkeit sich richtig zu informieren, bietet der sogenannte HON-Code, der auf einigen Webseiten zu finden ist. Der HON-Code steht für „Health On The Net“, und dieses Zertifikat bekommen nur die Anbieter von Webseiten, die ganz bestimmte Kriterien für Qualität erfüllen. Zu diesen Kriterien gehört, dass der Verfasser der Seite eine Qualifikation nachweisen kann, und es spielt auch eine Rolle, wie und von wem die Seite finanziert wird. Die Hinweise auf Risiken und Nutzen von bestimmten Behandlungen müssen zudem belegt werden können.

    Mehrere Meinungen einholen

    Alle, die dem Internet nicht so richtig vertrauen, haben noch eine andere Möglichkeit um herauszufinden, ob eine Behandlung wirklich gut ist, sie müssen nur einen anderen Arzt um seine Meinung bitten. In Deutschland gibt es die freie Arztwahl, und wer meint, ein anderes Gutachten einholen zu müssen, der kann das ohne Probleme tun. Immer dann, wenn es sich um eine umfangreiche oder auch um eine sehr langwierige Therapie oder Behandlung handelt, dann macht es durchaus Sinn, eine zweite oder wenn nötig auch eine dritte und vierte Meinung einzuholen.

    Wer zum Beispiel vor einer schwierigen Operation steht und sich nicht ganz so sicher ist, ob diese OP nach einem bestimmten Verfahren durchgeführt werden soll, der ist gut beraten, einen zweiten Arzt zu fragen. Wenn dieser Arzt anderer Meinung ist, dann kann auch ein dritter Kollege befragt werden, die Kosten für die mehrfachen Konsultationen zahlt die Krankenkasse. Sind aber zwei Ärzte der Meinung, dass nur diese Behandlung oder Therapie infrage kommen, dann sollte der Patient zustimmen.

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  • Krätze – eine fast vergessene Krankheit

    Krätze – eine fast vergessene Krankheit

    Krätze ist eine Krankheit, die die meisten Menschen mit Armut und Schmutz in Verbindung bringen, also etwas, was es in der heutigen Zeit eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Krätze gibt es aber noch und sogar häufiger, als viele vielleicht annehmen. Scabies, wie die Krätze mit medizinischen Namen heißt, gehört zu den Geschlechtskrankheiten, da sie auch durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Aber auch in Alten- und Pflegeheimen ist die Krätze keine Seltenheit. Überall wo Menschen in engem Kontakt zueinander leben, kann auch Krätze auftreten, denn die Krankheit ist ansteckend, aber sie kann relativ einfach bekämpft werden.

    Welche Symptome gibt es?

    Bei der Krätze treten die typischen Symptome auf, die man von vielen anderen entzündlichen Hautkrankheiten kennt. Da die Milben die die Krätze auslösen, sich auf der Haut ansiedeln und dort Gänge bohren, wird immer die obere Hautschicht in Mitleidenschaft gezogen. Es sind die weiblichen Milben, die millimeterlange Gänge bohren, um dort ihre Eier abzulegen, die männlichen Tiere bleiben auf der Hautoberfläche. Die Milben bevorzugen Körperstellen, an denen es angenehm warm und wo die Haut besonders dünn ist, und deshalb treten die ersten Symptome auch an den Handgelenken, zwischen den Zehen und Fingern, am Bauchnabel, im Brustbereich, unter den Achseln und im Genitalbereich auf. Nur bei Kindern ist die Krätze auch im Gesicht und an den Handflächen zu sehen.

    Sind die Symptome sichtbar, dann kommt es zu einem starken Juckreiz, vor allen Dingen in der Nacht, wenn der Körper im warmen Bett liegt. Die Haut beginnt schuppig zu werden und es bilden sich kleine Knötchen und Krusten, besonders dort, wo gekratzt wird. In der Folge ist die Haut mit Kratzspuren übersät und es zeigen sich die sogenannten Milbenhügel, die eine rötliche Farbe haben. Die ersten Symptome zeigen sich erst drei bis sechs Wochen nach der Ansteckung.

    Welche Ursachen hat die Krätze?

    Krätze entsteht nur bei engem Körperkontakt und es reicht schon ein trächtiges Weibchen aus, um die Krankheit auszulösen. Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet, wenn es um eine Ansteckung mit Krätze geht. Menschen, deren Säure-Basenhaushalt nicht im Gleichgewicht ist, gehören ebenso zu den Risikopatienten und wer es mit der Hygiene nicht so genau nimmt, der riskiert einen Milbenbefall, denn Schmutz und Wärme ziehen die Milben praktisch magisch an. Deshalb wird Krätze auch die Krankheit der Armen genannt, denn in früheren Zeiten lebten die Armen eng zusammen und Körperhygiene spielte keine große Rolle.

    Wie wird Krätze behandelt?

    Um die Krätze erfolgreich zu behandeln, kommen spezielle Medikamente zum Einsatz. Zum einen müssen die Milben, die auf und unter der Haut leben, komplett vernichtet werden und zum anderen soll der Juckreiz verschwinden. Ein bewährtes Mittel ist Permethrin, ein künstlich hergestelltes Insektizid, das auf die Haut aufgetragen wird. Es gibt das Mittel in Form von Cremes und Lotionen, und wer die Krätze wieder loswerden möchte, der muss die Creme auf die Haut auftragen und dann acht bis zwölf Stunden einwirken lassen, anschließend wird die Creme gründlich abgewaschen.

    Sollten sich zwei Wochen nach der Behandlung keine Verbesserungen des Hautbildes einstellen oder wenn der Juckreiz in diesem Zeitraum nicht nachlässt, dann muss die Behandlung wiederholt werden. Bei Kindern und schwangeren Frauen darf das Mittel nur in einer begrenzten Dosis zum Einsatz kommen. Eine Alternative stellen Mittel mit den Wirkstoffen Allethrin und Benzylbenzoat dar. Cremes mit diesen Wirkstoffen werden meist dann eingesetzt, wenn eine Behandlung mit Permethrin nicht angeschlagen hat. Die Lotionen mit Allethrin und Benzylbenzoat müssen an drei Tagen nacheinander aufgetragen werden und die Behandlung muss nach einigen Tagen wiederholt werden. Da es zu starken Nebenwirkungen kommen kann, verschreiben die Ärzte Mittel mit den beiden Wirkstoffen nur ungern und auch nur dann, wenn es sich um einen starken Milbenbefall handelt.

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