Schlagwort: Schmerz

  • Wie riskant ist eine Zangengeburt?

    Wie riskant ist eine Zangengeburt?

    Alle werdenden Mütter möchten ihr Kind nach Möglichkeit auf eine natürliche Art zur Welt bringen, aber das funktioniert leider nicht immer. Wenn eine Geburt zu lange dauert, wenn das Baby eine hintere Hinterhauptlage hat, wenn die Wehen zu schwach sind oder wenn die Mutter nach vielen Stunden Wehen einfach zu erschöpft ist, um noch ausreichend zu pressen, dann entscheiden sich viele Ärzte auch heute noch für die sogenannte Zangengeburt. Die Zange kommt zwar nur noch selten zum Einsatz, trotzdem fürchten viele Frauen sich vor dieser Form der Geburtshilfe.

    Die Zangengeburt als Alternative zum Kaiserschnitt?

    Bei vielen Entbindungen ist der natürliche Weg nicht mehr möglich und es wird von Anfang an ein Kaiserschnitt eingeplant. Aber es gibt auch während der Geburt Situationen, in denen die Ärzte eine Zangengeburt machen müssen, um Mutter und Kind zu schützen. Wenn das Kind zum Beispiel bereits im Geburtskanal steckt und wenn sich der Muttermund schon vollständig geöffnet hat, dann reicht die Zeit für einen Kaiserschnitt nicht mehr aus und es kommt zu einer Zangengeburt. Wenn die kindlichen Herztöne immer schwächer werden, dann muss sofort gehandelt werden und ein Kaiserschnitt oder auch eine Geburt mit der Saugglocke nicht mehr möglich ist, dann heißt die Alternative ebenfalls Zangengeburt. In diesem Fall wird das ungeborene Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und das kann zu bleibenden Schäden führen.

    Wie läuft eine Zangengeburt ab?

    Der Gedanke an ein Instrument aus kaltem glänzenden Stahl macht wahrscheinlich jeder Frau Angst, aber selbst wenn die Zange furchteinflößend aussieht, sie hilft effektiv dabei, ein Kind gesund auf die Welt zu holen. Die Zangengeburt beginnt erst dann, wenn sich der Muttermund komplett geöffnet hat und das Baby schon im Geburtskanal ist. Bei einer Zangengeburt wird das Baby vom Arzt aus dem Geburtskanal gehoben und nicht gezogen, wie viele Frauen immer noch annehmen. Damit der Kopf des Kindes Halt findet, wird er von der Zange umschlossen. Meist reicht eine Presswehe aus, um die Zange anzusetzen und das Kind ans Licht der Welt zu heben.

    Wie riskant ist eine Zangengeburt?

    Zangengeburten sind heute selten geworden, aber wenn es notwendig ist, dann holen Ärzte Kinder immer noch auf diese schon im Mittelalter bekannte Weise. Die Zange hinterlässt auf der weichen empfindlichen Haut des Kindes Spuren, aber das Köpfchen bekommt nach spätestens zwei Tagen wieder eine normale Form. Weder der Kopf noch das Gehirn werden bei dieser Geburtsform in irgendeiner Weise beschädigt. Bei jeder Zangengeburt muss der Arzt einen sogenannten Dammschnitt machen, aber auch das ist kein Grund, Angst zu haben. Gegen die Schmerzen setzt der Arzt einen Pudendusblock, der die Sitzbeinhöcker, den Ausgang der Scheide, die Schamlippen und den Damm betäubt. Diese Betäubung hält für mindestens eine Stunde an und damit reicht die Zeit aus, um den Dammschnitt nach der Geburt zu vernähen.

    Wie oft wird heute noch eine Zangengeburt vorgenommen?

    Die erste Zangengeburt wurde nachweislich im 16. Jahrhundert vorgenommen. Es war der englische Arzt Peter Chamberlen, der als Erster ein Kind mittels einer Zange auf die Welt geholt hat und seine Methode war eine Art Familiengeheimnis. Chamberlen benutze die Zange nur bei ausgewählten Patientinnen, um diesen die Geburt zu erleichtern, und er soll auch einigen königlichen Kindern mit der Zangengeburt auf die Welt geholfen haben. Im Jahre 2009 waren nur 0,7 Geburten eine Zangengeburt und laut des Berufsverbandes der Deutschen Frauenärzte ging die Zahl in den letzten Jahren auf 0,5 zurück. Ein Grund für den Rückgang der Zangengeburt ist, dass wenn die Kinder kurz vor der Geburt nicht richtig liegen, gleich ein Kaiserschnitt gemacht wird.

    Auch wenn es früher viele schreckliche Geschichten über die Zangengeburt gab, sie kann noch heute dabei helfen, ein Kind gesund ins Leben zu holen.

    Bild: © Depositphotos.com / mishatc

  • 36. SSW – Die 36. Schwangerschaftswoche

    36. SSW – Die 36. Schwangerschaftswoche

    In der 36. SSW wiegt ein Baby etwa 2.750 Gramm und ist zirka 47 Zentimeter lang (Durchschnittswerte). Viele Schwangere, vor allem Erstgebärende, verspüren jetzt schon die ersten Senkwehen. Vermutlich liegt das Baby bereits in der 36. SSW in der richtigen Position und der Bauch der werdenden Mutter beginnt sich langsam abzusenken. Wenn dies aber in der 36. SSW noch nicht der Fall ist, besteht kein Grund zur Sorge. Bei einigen Müttern senken sich die Babys erst unmittelbar vor der Geburt tiefer in das Becken ab (das „Einstellen“) oder drehen sich erst kurz vorher in die richtige Ausgangsposition. Arzt und Hebamme drehen das Baby bei Bedarf. Es ist jedoch auch möglich, ein Kind in Steißlage normal zu gebären.

    Das Alter des Babys

    Zwischen dem Alter eines Babys und der Schwangerschaftswoche gibt es eine Differenz. Eine Schwangerschaft umfasst insgesamt zehn Monate oder 40 Wochen. Zirka zwei Wochen vor der Befruchtung beginnt die Berechnung (erster Tag der letzten Regelblutung). Da sich der Termin des Eisprungs nicht bei jeder Frau rückwirkend genau bestimmen lässt, hat sich diese Art der Berechnung bewährt. Das Kind ist in der 36. SSW deshalb ungefähr 34 Wochen alt.

    Deutliche Bewegungen des Babys

    Das Baby hat in der 36. SSW in der Gebärmutter nicht mehr so viel Platz. Auch das Fruchtwasser wird weniger. Die Folge: Die Mutter nimmt die Bewegungen des Kindes oft anders wahr als vorher. Einzelne Körperteile wie Ellbogen oder Fersen lassen sich in der 36. SSW unter der Bauchhaut manchmal schon ausmachen. Vielen werdenden Eltern bereitet es Freude, nach dem Baby zu fühlen. Sie gönnen sich und dem Kind die gemeinsamen Streicheleinheiten.

    Das „Einstellen“

    In der 36. SSW kann sich ein Baby jederzeit „einstellen“. Die meisten Kinder liegen jetzt mit dem Kopf bereits nach unten. Im günstigsten Fall senkt es sich in der 36. SSW langsam in das Becken der Mutter hinunter, das Köpfchen tritt in das kleine Becken ein. Für eine „normale“ Geburt ist dies sehr wichtig. Unter einer problemlosen Geburt versteht man, wenn sich das Baby mit dem Kopf nach unten (Hinterhauptslage) sowie mit Blick zur Wirbelsäule der Mutter zur Welt kommt. Aus dieser Position heraus kann es sich gut durch das Becken drehen.

    In der 36. SSW die ersten Senkwehen

    Die Gebärmutter hat in der 36. SSW ihre vollständige Größe erreicht. Der obere Rand befindet sich nunmehr auf Höhe des untersten Rippenbogens. Einige Schwangere verspüren in der 36. SSW die ersten Senkwehen, durch die das Baby tiefer in das Becken gedrückt wird. Die Senkwehen gehen häufig mit einem allgemeinen Unwohlsein und einem Ziehen im Rücken einher. Dies ist jedoch von Frau zu Frau verschieden. Die eine bemerkt die Wehen kaum oder gar nicht, die andere empfindet sie als sehr unangenehm und schmerzhaft.

    Hat der Kopf des Kindes in der 36. SSW die richtige Position erreicht, gelangt seine Nabelschnur nicht mehr davor. Die Versorgung mit Sauerstoff ist gesichert. Durch die neue Lage des Babys fällt der werdenden Mutter das Atmen (das Zwerchfell wird entlastet) und Essen in der 36. SSW wieder leichter. Langes Sitzen und Laufen werden dafür häufig schwieriger.

    Babys in Steißlage und Sternengucker

    Kommt ein Baby in der Steißlage, also mit dem Hintern zuerst zur Welt, wird nicht selten ein Kaiserschnitt notwendig. Wie bereits erwähnt, ist es aber auch möglich, dass Babys in Steißlage auf normalem Wege in der 36. SSW geboren werden. Blickt das Kind auf den Bauch der Mutter („Sternengucker“), liegt es mit dem Gesicht nach vorn. Auch hier kann die Geburt problematischer vonstatten gehen, selbst wenn der Kopf nach unten liegt. Aus dieser Lage gelangt das Baby schlechter ins Becken, die Drehung verläuft nicht so perfekt wie aus der Hinterhauptslage. Doch sowohl bei den „Sternenguckern“ als auch bei Kindern in Steißlage versuchen Ärzte und Hebammen oft, diese durch gezielte Griffe in bessere Positionen zu bringen und so die Geburt zu erleichtern.

    36. SSW – Die Angst vor der Geburt

    Alle Schwangeren kennen die Angst vor der Geburt. Diese ist vollkommen normal. Wer gerade das erste Kind bekommt, hat wahrscheinlich Furcht vor der Hilflosigkeit und einem möglichen Kontrollverlust, die mit der Geburt einhergehen. Aber auch vor dem Geburtsschmerz haben viele werdende Mütter in der 36. SSW Angst. Andere fürchten sich vor der Situation ohne Kind im Bauch.

    Doch es gibt diverse Möglichkeiten, mit den Ängsten umzugehen:

    • sich Ängste eingestehen und mit Arzt oder Hebamme darüber sprechen
    • sich über die Vorgänge und den Ablauf der Geburt genau aufklären lassen
    • sich über den eventuellen Einsatz von Schmerzmitteln während der Geburt informieren
    • an einem Geburtsvorbereitungskurs teilnehmen, um Zutrauen zum eigenen Körper zu finden
    • bewusst entspannen, zum Beispiel bei Autogenem Training oder Yoga

    Neben den genannten Punkten ist es für angehende Mütter in der 36. SSW empfehlenswert, sich gedanklich auf das Leben mit dem Baby vorzubereiten: „Wie wird es sich anfühlen, wenn sich das Kind nicht mehr in meinem Bauch befindet und ich es in den Armen halten kann?“ Wer sich rechtzeitig, am besten schon in der 36. SSW, mit der neuen Situation beschäftigt, wird später mit ungewohnten Gedanken und Gefühlen leichter umgehen können.

    Vorbereitungen auf die Geburt treffen

    Um sich noch intensiver mit der bevorstehenden Geburt auseinanderzusetzen, ist es empfehlenswert, sich bereits in der 36. SSW mit den Vorbereitungen für das Wochenbett zu beschäftigen. Das Baby kann sich mit der Geburt noch Zeit lassen, aber auch schon einige Wochen früher auf die Welt kommen. Ist es erst einmal da, wird die frischgebackene Mutter weder Zeit noch Lust haben, im Supermarkt an der Kasse anzustehen oder komplizierte Mahlzeiten zuzubereiten. Es ist daher sinnvoll, sich zunächst mit einem Vorrat an Lebensmitteln einzudecken und Mahlzeiten gegebenenfalls einzufrieren. Dies wird die erste Zeit mit dem Kind für die Mutter beziehungsweise für die Eltern erleichtern.

    Zu einer guten Vorbereitung in der 36. SSW gehört daneben auch das Packen der Kliniktasche. Denn vor der Entbindung kann es unter Umständen sehr hektisch zugehen. Leben weitere Kinder im Haushalt, muss frühzeitig eine Betreuung organisiert werden, die die Kleinen während der Abwesenheit der Mutter oder beider Elternteile beaufsichtigt. Gleiches gilt für Haustiere, die täglich versorgt werden müssen. Vertrauenspersonen können die Eltern, Geschwister, Freunde und Nachbarn sein.

    Wichtige Telefonnummern und Adressen sollten schon in der 36. SSW gut sichtbar an den Kühlschrank oder eine Pinnwand geheftet werden, damit die Betreuer jederzeit darauf zurückgreifen können. Wichtige Papiere, die in der Klinik gebraucht werden, sind die Krankenversicherungskarte, die Geburtsurkunde, der Mutterpass, eine Heiratsurkunde (falls vorhanden) sowie die Vaterschaftsanerkennung (falls die Mutter und der Vater des Kindes nicht verheiratet sind).

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  • Angina pectoris – wenn das Herz nicht mehr mitmacht

    Angina pectoris – wenn das Herz nicht mehr mitmacht

    Angina pectoris bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt so viel wie Herzenge oder Brustenge, und genau das ist es, was die Menschen empfinden, die unter einer Angina pectoris leiden. Sie haben das Gefühl, dass ihre Brust in einem Schraubstock steckt, der sich immer enger um ihr Herz schließt, sie können nicht mehr richtig  durchatmen und meinen, dass sie ersticken müssen. Angina pectoris ist eine sogenannte koronale Herzerkrankung, die immer dann auftritt, wenn die Herzkranzgefäße, die koronalen Arterien, nicht mehr genug Sauerstoff bekommen.

    Angina pectoris – eine häufige Erkrankung

    In den westlichen Industrienationen gehört die Angina pectoris zu den häufigsten Todesursachen. Geschätzt 30 % der Männer und 15 % der Frauen leiden mindestens einmal im Leben unter einer Angina pectoris, und mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu dieser besonderen Form der Herzerkrankung kommt. Frauen sind vor allem während der Wechseljahre gefährdet, und verschiedene Studien zu diesem Thema sind zu der Erkenntnis gekommen, dass in diesem Zusammenhang das Hormon Östrogen eine wichtige Rolle spielt. Angina pectoris hat jedoch noch andere Ursachen wie zum Beispiel das Rauchen, auch Übergewicht und übermäßiger Alkoholgenuss können eine Herzkranzverengung auslösen.

    Wie macht sich Angina pectoris bemerkbar?

    Angina pectoris hat viele unterschiedliche Symptome, aber die meisten Betroffenen klagen über die typische Enge in der Brust. Auch ein dumpfes Gefühl und eine Art Brennen hinter dem Brustbein gehören zu den Symptomen einer Angina pectoris. Die Schmerzen können in den linken oder den rechten Arm bis in die Fingerspitzen ausstrahlen, und auch die Schultern, die Zähne, der Hals und der Magen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Schmerz wird meist nur sehr kurz wahrgenommen und hält in den meisten Fällen nur zwischen fünf und zehn Minuten an. Dann verschwinden die Schmerzen so plötzlich wieder, wie sie gekommen sind und die Betroffenen fühlen sich wieder gut. Schweißausbrüche und eine blasse Gesichtsfarbe gehören ebenfalls zu einer akuten Angina pectoris und viele Erkrankte haben während einer Schmerzattacke Todesangst oder Panik.

    Wie wird Angina pectoris behandelt?

    Kommt es zu einem akuten Anfall von Angina pectoris, dann werden die Betroffenen meist mit Nitro wie zum Beispiel Glyceroltrinitat behandelt, entweder als Spray oder auch als Kapsel, die der Patient zerbeißen muss. Nitrate haben den großen Vorteil, dass sie schon von der Mundschleimhaut aufgenommen werden und sofort ihre Wirkung entfalten. Nitro sollte aber nicht wie eine normale Tablette mit etwas Wasser eingenommen werden, denn es wird von der Leber zu schnell wieder abgebaut, bevor es die Blutbahn und damit auch das Herz erreichen kann. Wenn es wiederholt zu einen Anfall kommt, dann muss auf jeden Fall der Notarzt verständigt werden, und auch wenn die Beschwerden sehr massiv sind und nicht verschwinden, wenn der Betroffene zur Ruhe kommt, dann sollte umgehend der Notruf getätigt werden.

    Wie können Betroffene vorbeugen?

    Wer schon einmal eine Angina pectoris hatte, der kann effektiv vorbeugen, damit es nicht zu weiteren Attacken kommt. Hier kann der Verzicht auf Nikotin ebenso helfen wie auch eine Regulierung des Blutdrucks. Da auch die Patienten gefährdet sind, die unter Diabetes mellitus leiden, muss der Blutzuckerspiegel konsequent überwacht und optimiert werden. Abnehmen ist ein bewährtes Mittel, um Angina pectoris zu vermeiden, und wer sich viel bewegt, der minimiert das Risiko einer koronalen Herzerkrankung. Optimal sind 15 bis 60 Minuten leichtes Ausdauertraining an fünf Tagen in der Woche. Eine Umstellung der Ernährung ist bei Angina pectoris Pflicht, denn die Krankheit tritt nicht selten nach einem üppigen, fettreichen und schwerem Essen auf. Die Ernährung sollte reich an Ballaststoffen, möglichst fettarm und sehr vitaminreich sein. Auch vorbeugende Medikamente wie Aspirin können effektiv dabei helfen, die Angina pectoris auf Dauer in den Griff zu bekommen.

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  • Experten warnen vor neuer gefährlicher Hirnhautentzündung

    Experten warnen vor neuer gefährlicher Hirnhautentzündung

    Großbritannien meldet, dass immer mehr Menschen auf der Insel an einer neuen Form der Hirnhautentzündung erkranken und dass es sich bei dieser Hirnhautentzündung um eine neue, sehr gefährliche Form handelt. Ausgelöst wird diese neue Hirnhautentzündung von einer speziellen Art von Meningokokken, und Experten empfehlen deshalb allen, die eine Reise nach England, Schottland oder Wales planen, sich vor Antritt der Reise impfen zu lassen. Auch wenn Hirnhautentzündungen in Deutschland seit 2009 rückläufig sind, bereitet diese neue Welle Medizinern in Europa große Sorgen.

    Gehirnhautentzündung – Eine seltene Erkrankung

    Hirnhautentzündungen sind eher selten, in Deutschland erkranken jedes Jahr zwischen 270 und 400 Menschen daran. Jetzt gibt es aber in Großbritannien einen sprunghaften Anstieg an Infektionen, die von Meningokokken ausgelöst werden, die einer ganz bestimmten Serogruppe zugerechnet werden. Alleine zwischen Juli 2013 und Juli 2014 sind 98 Menschen mit diesem neuen Stamm der Meningokokken infiziert worden und seit Beginn des Jahres 2015 sind es bereits 184 Fälle. Die sogenannten MenW Bakterien werden als sehr gefährlich eingestuft und in Großbritannien sind bereits mehrere Menschen an dieser Infektion gestorben. In England hat man jetzt damit begonnen, vor allem Jugendliche, Kinder und junge Erwachsene im Rahmen eines neuen Programms zu impfen, um einen Schutz gegen den gefährlichen Erreger aufzubauen.

    Was macht die Infektionen so gefährlich?

    Was die neue Form der Hirnhautentzündung so gefährlich macht, das ist die Vielzahl der verschiedenen Serogruppen. Es gibt 13 unterschiedliche Gruppen, aber besonders häufig treten die Gruppen A, B und C auf. In Großbritannien sind es aber Meningokokken der sonst sehr selten auftretenden Gruppe W, in Deutschland sind diese Erreger bislang nur für vier Prozent der Hirnhautentzündungen verantwortlich. Eine Gruppenverschiebung, wie sie jetzt in England zu beobachten ist, kommt immer wieder mal vor, so wurde im Westen Afrikas im Sommer 2014 eine Verschiebung der Gruppe C registriert. Dass es jetzt wieder zu Verschiebungen kommt, hat auch etwas mit dem großen Strom von Migranten zu tun, die in Europa unterwegs sind.

    Wie wird eine Gehirnhautentzündung übertragen?

    Eine Infektion mit Meningokokken passiert nur bei direktem Körperkontakt oder durch Tröpfchen, wie sie beim Niesen oder Husten entstehen. Vor allem die Enge in den Flüchtlingslagern, wo Tausende von Menschen zusammenleben müssen, sorgt dafür, dass sich Infektionen wie eine Hirnhautentzündung sehr schnell verbreiten können. In Deutschland rät das Robert-Koch-Institut, sich gegen die Meningokokken der Serogruppen A, B, C, W und Y impfen zu lassen. Zwei Altersgruppen sind dabei besonders gefährdet, und das sind Kinder in den ersten beiden Lebensjahren sowie junge Erwachsene zwischen 15 und 19 Jahren. In diesen Gruppen tritt die Gehirnhautentzündung aktuell besonders häufig auf.

    Welche Therapien gibt es?

    Eine Gehirnhautentzündung, die durch eine der Serogruppen der Meningokokken ausgelöst wird, äußerst sich zuerst durch starke Kopfschmerzen, dazu kommen dann Schmerzen im Bereich des Nackens und hohes Fieber. Im weiteren Verlauf wird der Nacken steif und das Fieber kann die 40° Grad Grenze übersteigen. Die Symptome einer Hirnhautentzündung treten sehr plötzlich auf, und die Bakterien verursachen in den meisten Fällen eine Blutvergiftung. Schnelle Hilfe bietet dann nur sehr hoch dosiertes Penicillin, allerdings muss diese Hilfe sehr schnell erfolgen, denn je weiter die Infektion voranschreitet, umso schwerer wird es, sie in den Griff zu bekommen. Wer sich müde und abgeschlagen fühlt und vielleicht schon über Tage hinweg Kopfschmerzen hat, der sollte auf jeden Fall sofort einen Arzt oder die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen und sein Blut untersuchen lassen. Nur wenn eine Gehirnhautentzündung in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, dann kann sie auch effektiv bekämpft werden. Bei einer Gehirnhautentzündung zählt buchstäblich jede Minute, denn wenn das Penicillin nicht rechtzeitig gespritzt wird, dann endet eine Gehirnhautentzündung in jedem Fall tödlich oder es entstehen bleibende Schäden für die Betroffenen.

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  • Schlafapnoe – die unterschätzte Gefahr in der Nacht

    Schlafapnoe – die unterschätzte Gefahr in der Nacht

    Die meisten Menschen werden auf die Frage wie sie geschlafen haben, mit einem gut antworten, vielfach ohne zu wissen, dass sie vielleicht während der Nacht in Lebensgefahr geschwebt haben. Immer mehr Menschen leiden unter einer sogenannten Schlafapnoe, unter gefährlichen Atemaussetzern während des vermeintlich guten und tiefen Schlafes. Besonders Menschen, die am Tag oft müde sind oder die zum Schnarchen leiden, sind besonders gefährdet, denn sie haben öfter mit einer Schlafapnoe zu kämpfen als diejenigen, die nicht schnarchen und am Tag hellwach, munter und konzentriert sind.

    Welche Ursachen hat eine Schlafapnoe?

    Für eine gefährliche Schlafapnoe gibt es zwei Ursachen. Zum einen sind verengte oder auch verlegte Atemwege die Versucher, in diesem Fall wird von einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe gesprochen. Eher selten sind es die Atemmuskeln, denen kurzzeitig die Anregung des Gehirns fehlt, die eine zentrale Schlafapnoe auslösen können. Es gibt aber auch eine Mischform aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe, die allerdings eher selten vorkommt. Besonders häufig kommt die obstruktive Schlafapnoe vor. Die Betroffenen haben verengte Atemwege und selbst wenn die Atemmuskulatur den Befehl zum Atmen an das Gehirn versendet, dann reicht die Kraft der Muskeln nicht aus, um selbstständig Luft zu holen.

    Was passiert während einer Atempause?

    Die Atemluft kann nicht durch die blockierten Atemwege entweichen und es kommt zu einer Atempause. Während dieser Pause bekommt der Körper keinen Sauerstoff und im Gewebe sammelt sich Kohlenstoffdioxid und der Körper reagiert. In der Folge wird eine Art Alarm ausgelöst, der Betroffene wird wach und schnappt nach Luft. Die Atmung beruhigt sich wieder, solange bis es zur nächsten Atempause kommt. Auf diese Weise kommt es zu mehreren Weckrufaktionen in der Nacht, die immer so kurz sind, dass die Betroffenen sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern können. Die ständigen Unterbrechungen des Schlafes reichen jedoch aus, um einen tiefen und damit auch einen erholsamen Schlaf unmöglich zu machen. Am Tag sind die Betroffenen entsprechend müde, sie fühlen sich nicht wohl und sind nur sehr schwer in der Lage, sich zu konzentrieren.

    Die langfristigen Folgen der Schlafapnoe

    Es ist nicht nur die Tagesmüdigkeit, die denjenigen zu schaffen macht, die unter einer Schlafapnoe leiden, die Atemaussetzer können auch gesundheitliche Langzeitfolgen haben. So steigt zum Beispiel der Blutdruck, wenn der Körper in Alarmzustand versetzt wird, und wenn es zum Alarm kommt, dann wird außerdem das autonome Nervensystem aktiviert, das unter anderem den Blutdruck reguliert. Bluthochdruck gilt als einer der Auslöser für Herzschwäche, für Herzinfarkte und auch für Schlaganfälle. Wenn der Blutdruck während der Nacht immer wieder nach oben schnellt, dann sind nächtliche Rhythmusstörungen des Herzens ebenfalls möglich. Viele Betroffene leiden am Morgen unter starken Kopfschmerzen, sie fühlen sich schlapp, müde und krank. Nicht zu unterschätzen ist auch der berüchtigte Sekundenschlaf, der vor allem im Straßenverkehr, aber auch bei der Arbeit mit Maschinen zu einer großen Gefahr werden kann.

    Welche Therapien gibt es?

    Manchmal hilft es schon abzunehmen, um die Schlafapnoe zu beenden, und auch ein Verzicht auf Alkohol und Zigaretten ist hilfreich, damit die Atemaussetzer während der Nacht aufhören. Ein weiteres Hilfsmittel ist es, nicht auf dem Rücken zu schlafen, und wer sicher sein will, dass die Atmung in der Nacht nicht mehr aussetzt, der kann an ein Gerät angeschlossen werden, das sofort Alarm gibt, wenn der Schlafende seine Schlafposition verändert. Ein Hausmittel kann ein in den Schlafanzug eingenähter Tennisball sein, dreht sich der Betroffene auf den Rücken, dann erinnert ihn der Tennisball daran, dass er auf dem Rücken liegt. Auch sogenannte Aufbissschienen, die vom Zahnarzt verschrieben werden, können Atemaussetzer verhindern. In schweren Fällen von Schlafapnoe muss der Betroffene aber mit einer Atemmaske schlafen, die verhindert, dass die Atemwege in der Nacht in sich zusammenfallen.

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  • Angst vorm Zahnarzt und wie man sie überwinden kann

    Angst vorm Zahnarzt und wie man sie überwinden kann

    Schon der Gedanke an den Bohrer sorgt bei vielen Menschen für Schweißausbrüche und Herzrasen, denn geschätzt 60 % bis 80 % der Deutschen haben Angst vorm Zahnarzt. Mehr als 20 % haben sogar mehr als einfach nur Angst vorm Zahnarzt, sie sind in Panik, wenn es darum geht einen Zahnarzt aufzusuchen. Zugegeben, ein Besuch beim Zahnarzt ist selten angenehm, aber eine Dentalphobie, wie die Angst vorm Zahnarzt auch genannt wird, macht es nicht besser. Es gibt heute Mittel und Wege, um die Angst vor dem Zahnarzt unter Kontrolle zu bekommen.

    Angst vor der Behandlung

    Wer Angst vorm Zahnarzt hat, der fürchtet sich nicht vor dem Arzt selbst, sondern vielmehr vor der Behandlung. Psychologen haben eine Art Katalog zusammengestellt, was den meisten Menschen besonders viel Angst macht:

    • Die Betäubungsspritze
    • Das Geräusch des Bohrers
    • Der Anblick des Bohrers
    • Der Anblick der Betäubungsspritze
    • Die Schmerzen, die aus der Behandlung resultieren

    Die Angst vorm Zahnarzt ist ein Problem, das ernst genommen werden und auch behandelt werden sollte. Wer Angst vor dem Gang zum Zahnarzt hat, der wird nur dann einen Arzt aufsuchen, wenn die Zahnschmerzen unerträglich werden, erforderliche Folgetermine werden sehr oft nicht mehr wahrgenommen und die Zahngesundheit wird immer schlechter. In der Folge fallen Zähne aus, das Essen wird problematisch und die Betroffenen geraten immer mehr ins soziale Abseits. Die Angst vor der Behandlung lässt sich heute gut therapieren und sie ist in den meisten Fällen auch heilbar.

    Wie entsteht die Angst vorm Zahnarzt?

    Für die Angst vor der zahnärztlichen Behandlung gibt es viele unterschiedliche Faktoren, die dann zusammenwirken und für eine Dentalphobie sorgen. Vielfach sind es traumatische Erlebnisse aus der Kindheit, die für die Angst vorm Zahnarzt auch im Erwachsenenalter verantwortlich sind. Aber auch wer schon eine sehr schmerzhafte Behandlung beim Zahnarzt hinter sich hat, der entwickelt Angst, denn vor jedem geplanten Zahnarztbesuch kommen die Erinnerungen wieder. Viele haben auch Angst, weil sie im Freundes- oder Bekanntenkreis Schilderungen von schmerzhaften Behandlungen gehört haben.

    Angst vorm Zahnarzt – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

    Zittern, Angstschweiß, Herzrasen, das Gefühl in Ohnmacht zu fallen – das sind nur einige der Symptome, die diejenigen plagen, die Angst vor dem Zahnarztbesuch haben. Der erste Schritt, um diese Angst oder sogar die Panik in den Griff zu bekommen, ist dem Betroffenen klar zu machen, dass es Zeit wird, etwas gegen die Angst zu unternehmen. Im zweiten Schritt sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden, zu dem die Betroffenen Vertrauen haben oder ein Zahnarzt, der sich auf Angstpatienten spezialisiert hat. Besonders bewährt haben sich psychotherapeutische Maßnahmen mit der sogenannten kognitiven Verhaltenstherapie, bei der sich der Patient bewusst seinen Ängsten stellen soll. Auch eine Entspannungstherapie kann hilfreich sein, denn Studien haben gezeigt, dass viele Menschen weitaus weniger Angst haben, wenn sie zum Beispiel Musik hören.

    Die Behandlung mit Medikamenten

    Wenn psychologische Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, dann gibt es auch die Möglichkeit, angstlösende Medikamente einzusetzen. Zwar sind Medikamente keine Lösung für eine Langzeittherapie, aber sie können bei akuten Panikattacken helfen und den Patienten für die Dauer der Behandlung die Angst nehmen. Wenn es um Behandlungen geht, die sehr lange dauern, sehr kompliziert und auch mit großen Schmerzen verbunden sind, dann ist eine Vollnarkose die beste Lösung. Wichtig ist es aber, dass der Zahnarzt einen eigenen Narkosearzt hat, der während der Behandlung den Patienten permanent überwacht. Medikamentöse Lösungen machen Angstpatienten den Besuch beim Zahnarzt zwar einfacher, aber sie sind nicht dauerhaft anwendbar, denn die Angst bleibt bestehen. Alle, die Angst vorm Zahnarzt haben, sind daher besser beraten eine Therapie zu machen, um so die Angst zu überwinden. Nur wer dauerhaft keine Angst mehr vor dem Zahnarzt hat, der sorgt für immer gesunde Zähne.

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