Schlagwort: Schmerzen

  • Problemzone Patellasehne – wie können sich Sportler schützen?

    Problemzone Patellasehne – wie können sich Sportler schützen?

    Sport ist gesund, aber wenn der Körper durch zu viel Sport überanstrengt wird, dann meldet er sich, und zwar mit Schmerzen. Läufer klagen besonders häufig über Schmerzen im Knie und wenn diese Schmerzen auftreten, dann ist in sehr vielen Fällen die Patellasehne daran schuld. Die Problemzone Patellasehne macht vor allem Läufern zu schaffen, aber auch bei Radfahrern, Wanderern und Bergsteigern ist die Sehne ein Problem, aber es gibt Vorbeugungsmaßnahmen, die die Sehne schützen und ein schmerzfreies Laufen möglich machen.

    Welche Aufgabe hat die Patellasehne?

    Sie ist zwischen fünf und sechs Millimeter dick und eine Verlängerung des Oberschenkelmuskels. Von dort aus verläuft die Patellasehne zum unteren Ende der Kniescheibe bis zu einer kleinen Wölbung am Schienbein, der Tuberositas Tibiae heißt. Dort wo die Sehne endet, kann sie unterhalb der Kniescheibe sehr gut mit den Fingern ertastet werden, denn sie liegt direkt unter der Haut. Die Patellasehne hat die wichtige Aufgabe, die Übertragung von Bewegung und Kraft vom Oberschenkel in den Unterschenkel zu bringen. Die Problemzone Patellasehne macht sich vor allem bei schnellen Wechseln zwischen Stopps und Starts schmerzhaft bemerkbar. Aber auch Weitspringer haben mit der Problemzone Patellasehne zu kämpfen, denn hier schmerzt sie bei der Landung.

    Die Symptome der Problemzone Patellasehne

    Laufen, springen und andere ständige starke Belastungen führen zur entzündenden Patellasehne und damit auch zu Schmerzen. In der Regel entzündet sich das untere Ende der Sehne und die Schmerzen treten nur einseitig auf. In 20 % aller Fälle, die die Problemzone Patellasehne betreffen, schmerzen jedoch beide Seite der Kniescheibe. Wird die Entzündung nicht behandelt, dann führt das zunächst zu Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten, dann fällt das normale Gehen schwer und schließlich lässt sich das betroffene Knie nicht mehr ohne Hilfe strecken. Der Arzt wird durch die Ausübung von Druck auf das untere Ende der Kniescheibe schnell feststellen, dass die Patellasehne entzündet ist. Auch wenn das Strecken des Knies gegen die Hand schmerzt, dann ist das ein deutliches Zeichen, dass mit der Sehne etwas nicht in Ordnung ist.

    Wie wird die Entzündung behandelt?

    Wie die Problemzone Patellasehne behandelt wird, das richtet sich immer nach dem Schweregrad der Entzündung. Ist die Sehne nur gereizt, dann reicht es meist schon aus, das Lauftraining zu reduzieren. Wichtig ist es zudem eine Laufstrecke zu wählen, die wenig anspruchsvoll ist, die keine Anstiege hat und möglichst eben ist. Auf diese Weise kann die Belastung der Sehne in Grenzen gehalten werden. Ist die Entzündung schon weiter fortgeschritten, dann kann ein Physiotherapeut helfen, aber auch Kältebehandlungen und spezielle Übungen helfen dabei, den Verlauf der Entzündung positiv zu beeinflussen. Ein Trainingsplan, der viele Abwechslungen bietet, ist ebenfalls ein gutes Mittel, um die Sehne zu schonen. Medikamente sollten nur im Notfall eingenommen werden, denn wer Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum nimmt, der muss mit starken Nebenwirkungen zum Beispiel im Magen- und Darmbereich rechnen. Eine Operation an der Patellasehne ist nur in schweren Fällen notwendig. Ob eine OP nötig ist, kann eine MRT Aufnahme abklären.

    Richtig vorbeugen

    Damit es erst gar nicht zur Problemzone Patellasehne kommt, ist es wichtig, vorzubeugen. So sollten einseitige Belastungen der Sehne vermieden werden, und wenn es wiederholt zu Schmerzen am Knie kommt, dann ist es eine gute Idee, zu einer weniger belastenden Sportart, wie beispielsweise Schwimmen zu wechseln. Dehnübungen vor dem Laufen und Stretch-Übungen sind gute Präventivmaßnahmen, um die Patellasehne nicht übermäßig zu reizen. Die Übungen sollten sich jedoch nicht nur auf den Kniebereich beschränken, auch die Muskeln der Wade, der Hüfte und des Oberschenkels sollten vor dem Laufen gedehnt und erwärmt werden. Manchmal kann es auch schon helfen, den Laufstil zu ändern, damit die Sehne im Knie nicht zur Problemsehne wird.

    Bild: © Depositphotos.com / photographee.eu

  • Schmerzpatient darf Cannabis anbauen

    Schmerzpatient darf Cannabis anbauen

    Menschen, die unter Krebs oder Multipler Sklerose leiden, haben oft unerträgliche Schmerzen, aber nicht jeder möchte zu klassischen Schmerzmitteln wie zum Beispiel Morphium greifen. Immer mehr Patienten setzen daher auf ein natürliches Schmerzmittel wie Cannabis. Jetzt gibt es ein neues Urteil, dass es vielen unheilbar Kranken einfacher machen kann, mit den Schmerzen zu leben.

    Ein Urteil mit Signalwirkung

    Geklagt hatte ein 52-jähriger Mann, der seit 30 Jahren an Multipler Sklerose leidet. Seit 1987 behandelt er diese unheilbare Nervenkrankheit mit Cannabis. Zwischen 2007 und 2010 wandte sich der Mann immer wieder an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, um eine Sondergenehmigung für den Anbau von Cannabis zu bekommen, aber ohne Erfolg. Der Patient ging vor Gericht und die Richter in Leipzig entschieden sich jetzt zu seinen Gunsten. Wörtlich heißt es in der Urteilsbegründung: „Weil das Betäubungsmittel für seine Versorgung notwendig ist und ihm keine wirksame und erschwingliche Therapiealternative zur Verfügung steht.“ Das heißt, der Patient darf Cannabis bei sich zu Hause anbauen.

    Keine Kostenübernahme

    Die Richter in Leipzig waren der Ansicht, dass der Kläger Cannabis braucht, um sein Leiden zu lindern, und da momentan kein Mittel auf dem Markt ist, das der Patient bezahlen kann, darf er Medizinalhanf anbauen. Das Cannabis in der Apotheke zu kaufen, kommt nicht infrage, denn die Krankenkasse lehnt die Kostenübernahme, die 400,- Euro im Monat ausmacht, ab. Da der Kranke jedoch nur 900,- Euro zum Leben hat, kommt Cannabis aus der Apotheke für ihn nicht infrage.

    Keine Gefahr von Missbrauch

    Nach Meinung des Gerichts besteht beim Kläger keine Gefahr des missbräuchlichen Umgangs, denn schließlich hat der Kläger in vielen Jahren Erfahrungen mit Cannabis gesammelt. Er weiß daher, wie das Cannabis wirkt und wie es dosiert werden muss. Der Anbau des Medizinalhanfs und auch die Therapie mit dem Cannabis stehen zudem unter ständiger ärztlicher Kontrolle.

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  • Morbus Hodgkin – eine seltene, aber gefährliche Krebsart

    Morbus Hodgkin – eine seltene, aber gefährliche Krebsart

    Wenn der Arzt einen bösartigen Tumor im Lymphsystem diagnostiziert, dann handelt es sich um Morbus Hodgkin, eine sehr seltene Krebsart, die vor allem Männer zwischen 30 und 60 Jahren betrifft. Obwohl dieser Krebs selten ist, bleibt er gefährlich und ob eine Therapie erfolgreich verläuft, das hängt immer vom Stadium der Krankheit ab. Was diesen speziellen Tumor so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass es zwar typische Symptome gibt, aber die Betroffenen sie nicht spüren.

    Was genau ist Morbus Hodgkin?

    Vereinfacht gesagt ist Morbus Hodgkin Krebs im Lymphsystem. Das Lymphsystem hat im Körper eine sehr wichtige Aufgabe, denn es bildet die weißen Blutkörperchen. Zudem transportieren die Lymphgefäße die Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe wieder zurück ins venöse System und auf diesem Weg wird die Flüssigkeit in den Lymphknoten gefiltert. In den Lymphknoten werden alle Zellen gesammelt, die nicht in Ordnung sind und daher zeigen sich auch in den Lymphknoten die ersten Morbus Hodgkin Symptome. Für die Diagnose ist eine sogenannte Biopsie erforderlich, um die Krebszellen in den Lymphknoten nachzuweisen, bei einem gesunden Menschen sind keine entarteten Zellen zu finden.

    Welche Symptome gibt es?

    Morbus Hodgkin zeigt sich in der Regel an den geschwollenen Lymphknoten meist im Halsbereich, die allerdings keine Schmerzen verursachen. Es können aber auch Lymphknoten in anderen Körperbereichen wie an der Leiste oder unter den Achseln betroffen sein. Schwierig wird es, wenn die Knoten im Brustbereich sind, denn sie kann der Arzt nicht ertasten, es muss eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Anders als bei einer Erkältung, sind die Lymphknoten bei Morbus Hodgkin dauerhaft vergrößert und sie werden im Verlauf der Krankheit immer mehr an Umfang zunehmen. Ein weiteres typisches Symptom ist, dass sich die vergrößerten Knoten nur sehr schwer verschieben lassen. Ist die Krankheit schon weiter fortgeschritten, dann verlieren die Betroffenen deutlich an Gewicht, es kommt zu extremem nächtlichem Schweiß und auch plötzliche Fieberschübe über 38° Grad können zu den Symptomen gehören.

    Risikofaktoren und Ursachen

    Warum es zu Morbus Hodgkin kommt, ist noch nicht eindeutig geklärt, eine Verbindung mit Virusinfektionen ist aber sehr wahrscheinlich. So gilt zum Beispiel das Epstein-Barr-Virus, welches das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst, als ein möglicher Verursacher von Morbus Hodgkin. Bei rund 50 % der Patienten, die am Krebs des Lymphsystems leiden, gab es einen Zusammenhang mit dem Drüsenfieber. Auch eine HIV-Infektion kann die seltene Krebsform auslösen, denn die Viren erhöhen die Anfälligkeit der Zellen und es kommt schneller zu einer Entartung. Bestrahlungen sowie eine Chemotherapie erhöhen das Risiko, dass sich ein Tumor in den Lymphknoten bilden kann, ebenso wie verändertes Erbmaterial in den Zellen.

    Die Stadien der Krankheit

    Der Lymphdrüsenkrebs ist in vier Stadien aufgeteilt. Im ersten Stadium ist nur ein Bereich der Lymphknoten befallen, im zweiten Stadium sind es bereits zwei Bereiche, meist im Bauchraum oder im Brustbereich. Beide Seiten des Zwerchfells sowie Bauchraum und Brustkorb sind beim dritten Stadium betroffen und im vierten Stadium können die Knochen und auch das Gehirn betroffen sein. Je höher das Stadium, umso schlechter ist die Prognose, dass der Krebs geheilt werden kann.

    Die Behandlung

    Es gibt zwei Behandlungsmöglichkeiten, die aggressive Chemotherapie und die gezielte Bestrahlung. Beide Möglichkeiten haben die komplette Heilung zum Ziel. Wenn es sich um einen lokal begrenzten Tumor handelt, dann ist eine Bestrahlung die beste Wahl, ist die Krankheit aber schon weiter fortgeschritten, dann hilft nur noch eine Chemotherapie. Die Heilungschancen haben sich in den letzten Jahren als sehr erfolgreich erwiesen, trotzdem ist es wichtig, dass der Krebs schon in einem sehr frühen Stadium erkannt wird. Handelt es sich um Non-Hodgkin-Lymphome, dann besteht eine gute Heilungschance von 60 %, beim lymphozytenarmen Typus liegt die Rate allerdings leider nur bei einem Prozent.

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  • Rufen Flüchtlinge zu schnell den Rettungsdienst?

    Rufen Flüchtlinge zu schnell den Rettungsdienst?

    Die Rettungsdienste in Deutschland sind im Dauereinsatz, denn die Flüchtlinge rufen bei allen möglichen Beschwerden sofort nach einem Krankenwagen oder Notarzt. Ob Atemwegsbeschwerden, Bauch- oder Kopfschmerzen, der Rettungsdienst wird angerufen und muss ausrücken. Jetzt setzen die Feuerwehren auf Prävention und Aufklärung, damit die Rettungswagen nicht bei jeder Kleinigkeit alarmiert werden. Aber die Häufigkeit der Anrufe ist nicht das Einzige, was den Rettungsdiensten zu schaffen macht.

    Neue Rettungswagen

    Besonders im Landkreis Göttingen, in dem sich das Aufnahmelager Friedland befindet, stiegen die Einsätze der Rettungsdienste dermaßen stark an, dass der Landrat einen weiteren Rettungswagen beim Land Niedersachsen angefordert hat. Das Land bewilligte den Wagen, allerdings nicht nur für die Flüchtlinge, sondern auch um die medizinische Versorgung der anderen Einwohner sicher zu stellen. Zusätzlich wurde Sanitätspersonal eingestellt, um die Versorgung zu sichern. Auch in Hessen musste man sich etwas einfallen lassen, denn alleine im Landkreis Gießen musste der Rettungsdienst über 5700 Mal ausrücken, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jetzt betreibt der Johanniter-Unfall-Dienst eine Ambulanz auf dem Gelände der Notunterkunft, außerdem gibt es eine Arztpraxis, die an Werktagen geöffnet ist.

    Probleme mit den Helfern

    Neben der stark gestiegenen Zahl der Einsätze im Rettungsdienst macht den Feuerwehren noch ein anderes Problem zu schaffen, denn nicht immer verlaufen die Einsätze friedlich. Immer wieder kommt es auch zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Flüchtlingen und den Rettungsdiensten, zudem müssen die Besatzungen der Rettungswagen Streitigkeiten zwischen den Bewohnern schlichten. Ein weiteres Problem stellen die ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer da, die oft übereilt den Rettungsdienst anrufen, denn sie haben nur geringe medizinische Kenntnisse und handeln daher übervorsichtig und übereilt.

    Um der Flut der Notrufe Herr zu werden, gibt es jetzt in den Aufnahmelagern eine Art Unterricht, in dem die Bewohner darüber aufgeklärt werden, wozu ein Rettungsdienst da ist und wann er gerufen werden muss.

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  • Kindliches Hämangiom – mehr als ein kosmetisches Problem?

    Kindliches Hämangiom – mehr als ein kosmetisches Problem?

    Wenn das Baby ein paar Wochen alt ist, dann entdecken viele Eltern bei ihrem Kind eine Veränderung, die ihnen Angst macht – auf der Haut des Kindes bildet sich ein Blutschwämmchen, ein sogenanntes kindliches Hämangiom. Zuerst zeigt sich ein kleines rotes Knötchen, das aber sehr schnell wächst, sich intensiv erdbeerrot färbt und schließlich eine flache Form annimmt. Rund 60 % der Blutschwämmchen sind am Hals oder am Kopf, 20 % am Oberkörper und 15 % entweder am Arm oder am Bein zu finden.

    Drei Phasen

    Ein kindliches Hämangiom durchläuft drei Phasen, die Wachstumsphase, die Stillstandsphase und die Rückbildungs- oder Regressionsphase. Die meisten Blutschwämmchen zeigen sich, wenn das Baby vier Wochen alt ist, in den folgenden drei bis vier Monaten wächst es sehr schnell, und ab dem sechsten Lebensmonat dann etwas langsamer. Aber auch wenn das Blutschwämmchen langsamer wächst, es scheint proportional zum Körperwachstum immer noch sehr groß. Dann folgt die Stillstandsphase, die einige Monate, aber auch einige Jahre dauert. Wenn die Rückbildungsphase beginnt, dann ändert sich langsam, aber stetig, die Farbe des Blutschwämmchens wird rötlich-grau, schließlich komplett grau und es nimmt dann die natürliche Farbe der Haut an. Gleichzeitig verändert sich auch die Form, die weicher und vor allem auch flacher wird.

    Wie groß kann das Hämangiom werden?

    Die Größe eines Blutschwämmchens ist sehr unterschiedlich und reicht von wenigen Millimetern bis zu zwei Zentimetern im Durchmesser. Es extremen Fällen kann ein Hämangiom aber auch zehn Zentimeter oder mehr betragen. Der kleinere Teil des Blutschwamms besteht aus mit Blut gefüllten Hohlräumen, den sogenannten Kavernen. Diese Kavernen liegen entweder in der Haut oder aber im Unterfettgewebe, sichtbar ist nur ein roter Knoten, der nur wenige Zentimeter misst. Möglich ist aber auch eine Ansammlung von mehreren Knoten, in denen sich ein roter Knoten befindet, der stark gewölbt ist.

    Kann ein kindliches Hämangiom gefährlich werden?

    In erste Linie ist ein kindliches Hämangiom ein kosmetisches Problem, wenn aber bestimmte Körperteile betroffen sind, dann kann es Komplikationen kommen. Bildet sich ein kindliches Hämangiom auf dem Augenlid, dann kann das auf den Augapfel drücken, dieser verändert seine Lage und das Kind fängt an zu schielen. Auch in der Nähe der Lippen ist ein kindliches Hämangiom nicht ungefährlich, denn der Blutschwamm kann das Essen und Trinken erschweren, aber auch Fehlbildungen des Kiefers und der Zähne sind möglich. Ist das Blutschwämmchen an der Nase, kann die Atmung behindert werden, es ist auch eine Verformung der Nasenknochen möglich. Ein kindliches Hämangiom in der Leiste oder unter den Achseln kann zu Schmerzen und Infektionen führen, wenn es wund gescheuert wird.

    Wann ist eine Therapie erforderlich?

    In den meisten Fällen bildet sich ein kindliches Hämangiom von selbst zurück und eine Therapie ist damit nicht erforderlich. Wenn aber bestimmte Körperteile wie die Augen, die Nase oder der Mund betroffen sind, dann sollte das Blutschwämmchen behandelt werden. Eine Möglichkeit, das Hämangiom schmerzfrei und schnell zu entfernen, bietet die sogenannte Kryotherapie, bei der das Schwämmchen mithilfe von flüssigem Stickstoff vereist wird, auch ein Laser kann zum Einsatz kommen, um den Blutschwamm zu veröden, nur in seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich. Bei schwierigen Fällen bekommen die kleinen Patienten ein spezielles Medikament, das Kortison enthält, auch Betablocker haben sich bewährt.

    Bleiben Narben zurück?

    Nicht alle kindlichen Blutschwämmchen bilden sich zurück, ohne Spuren zu hinterlassen, es kommt immer darauf an, wie groß und wie tief die Schwämmchen sind. Bei besonders großen Hämangiomen bleiben nicht selten Reste zurück, die operativ entfernt werden sollten, bevor das Kind in die Schule kommt. Vielfach bildet sich Fettgewebe in Form eines unschönen Hautlappens, die während eines meist ambulanten Eingriffs entfernt werden, die dann noch verbliebenen feinen Äderchen werden mit einem Laser verödet.

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  • Morbus Meulengracht – unangenehm, aber ungefährlich

    Morbus Meulengracht – unangenehm, aber ungefährlich

    Diejenigen, die unter Morbus Meulengracht leiden, tragen keine Schuld an ihrem Schicksal, denn sie haben die Krankheit geerbt. Die angeborene Stoffwechselerkrankung ist harmlos, aber für die Betroffenen ist sie unangenehm, da sich die Symptome auch äußerlich zeigen. Ein einziges Enzym verursacht die Krankheit, die nach ihrem Entdecker Meulengracht benannt wurde, denn dieses Enzym ist nicht oder nur sehr unzureichend in der Lage, den roten Farbstoff im Blut abzubauen.

    Die Ursache für Morbus Meulengracht

    Der dänische Arzt Jens Einar Meulengracht war ein Spezialist auf dem Gebiet der Stoffwechselkrankheiten, die ihren Ursprung in der Leber haben. Im Rahmen seiner Forschungen fiel Doktor Meulengracht auf, dass es bei einigen Menschen zu einer Störung beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin kommt. Im Hämoglobin befinden sich die Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, die, wenn sie 120 Tage alt sind, vom Körper aussortiert und dann abgebaut werden, um Platz für neue Blutkörperchen zu schaffen. Das bei diesem Prozess freigesetzte Hämoglobin wird von Milz, Knochenmark und Leber abgebaut. Vorher muss das Hämoglobin aber in das nicht wasserlösliche Bilirubin umgewandelt werden, bevor es in die Leber gelangt. In der Leber ist ein Enzym mit dem etwas komplizierten Namen UDP-Glucuronosyltransferase, was das Bilirubin dann wieder wasserlöslich macht. Dann geht es weiter in den Gallensaft, der dem Bilirubin eine gelbe Farbe verleiht. Dieser Prozess ist bei Morbus Meulengracht gestört und diejenigen, die an der Krankheit leiden, haben eine beträchtliche Menge von nicht wasserlöslichem Bilirubin in ihrem Blut.

    Welche Symptome gibt es?

    Morbus Meulengracht hat eine Reihe von Symptomen, besonders auffällig sind aber die gelb gefärbten Augäpfel. In einigen Fällen färbt sich zudem die Haut gelblich, aber im Unterschied zu vielen anderen Erkrankungen der Galle oder der Leber juckt die Haut bei Morbus Meulengracht nicht. Die ersten Symptome treten meist nach der Pubertät auf, bei anderen treten diese Symptome aber immer nur dann in Erscheinung, wenn sie sich körperlich angestrengt oder Alkohol getrunken haben. Die Gelbfärbung der Augäpfel ist nicht gefährlich, aber sie stellt ein kosmetisches Problem dar. Es gibt aber noch weitere Symptome wie Müdigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen, bis hin zu Migräneanfällen.

    Wie wird die Krankheit diagnostiziert?

    In den meisten Fällen wird Morbus Meulengracht bei einer Routineuntersuchung des Blutes entdeckt, denn der Gehalt an Bilirubin ist stark erhöht. Bei gesunden Menschen liegt der Bilirubinwert im Blut bei weniger als 1,1 Milligramm pro Deziliter, bei Menschen, die an Morbus Meulengracht erkrankt sind, ist ein Wert von zwei bis fünf Milligramm Bilirubin pro Deziliter keine Seltenheit. Um sicher zu gehen, dass es sich tatsächlich um die Stoffwechselkrankheit handelt, macht der Arzt einen sogenannten Fasten- und Nikotinsäuretest, bei dem geprüft wird, ob der Bilirubinwert im Blut auch dann konstant bleibt, wenn die Betroffenen einige Tage lang fasten. Auch wie sich der Wert nach der Einnahme von Nikotinsäure verändert, gibt Auskunft darüber, ob es sich tatsächlich um Morbus Meulengracht handelt.

    Welche Form der Behandlung gibt es?

    Da die Stoffwechselkrankheit in vielen Fällen überhaupt keine Beschwerden verursacht und auch keine Gefahr für die Gesundheit darstellt, ist keine Behandlung oder Therapie notwendig. Wenn die Betroffenen sich an einige Regeln halten, dann lässt sich auch der Bilirubinwert im Blut in Grenzen halten. Zu diesen Regeln gehört zum Beispiel die richtige Ernährung. Menschen, die einen erhöhten Bilirubinwert haben, sollten keine Fastenkuren machen, denn das lässt den Wert im Blut sprunghaft ansteigen. Das Gleiche gilt auch dann, wenn die Betroffenen eine fettarme Diät machen. Ein anderer Faktor, der das Bilirubin ansteigen lässt, ist der Alkohol, auf den ebenso verzichtet werden sollte wie auf Nikotin.

    Je älter die Patienten werden, umso weniger treten die Symptome auf, und im hohen Alter sind sie dann vollständig verschwunden.

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