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  • Gefährliche Blitzdiäten – schlank sein um jeden Preis?

    Gefährliche Blitzdiäten – schlank sein um jeden Preis?

    Zu wenig Bewegung und zu viel günstiges, ungesundes Essen sorgen dafür, dass Europas Bürger in den vergangenen Jahren stetig in die Breite gegangen sind. Selbst die WHO schlug im vergangenen Jahr Alarm und vermeldete für einige Länder, dass 2030 voraussichtlich kaum noch jemand normalgewichtig sein wird. Demnach werden fast die Hälfte aller Frauen und knapp zwei Drittel der Männer Übergewicht haben, besonders schlimm steht es dabei um Irland. Eine positive Entwicklung ist hingegen in den Niederlanden zu sehen. In Deutschland steigt die Anzahl der Übergewichtigen laut WHO ebenfalls, hierzulande sollen 2030 etwa 47 Prozent der Frauen (2010 waren es 44 Prozent) und 65 Prozent der Männer (2010 waren es 62 Prozent) übergewichtig sein. Weitere Details können beispielsweise bei der Wirtschaftswoche nachgelesen werden.

    Schnell und einfach – klappt das Abnehmen auf diesem Weg wirklich?

    Es überrascht bei diesen Zahlen kaum, dass viele Menschen sich um eine Gewichtsabnahme bemühen, nur selten wird dafür jedoch der gesunde und langfristige Weg gewählt. Viel verlockender sind hingegen die sogenannten Blitzdiäten, die mit schnellen Abnahmen locken und gleichzeitig eine Diät ohne Genusseinbußen versprechen. Wo eigentlich gesunde Ernährung und viel Bewegung auf dem Programm stehen sollten, wird das Essen stattdessen radikal gestrichen oder zu eher fragwürdigen Hilfsmitteln gegriffen. Vorbild sind hierbei oftmals die Hollywood-Stars, die nicht selten zwischen Über- und Untergewicht hin- und herpendeln, je nachdem, ob gerade ein Auftritt auf dem roten Teppich ansteht oder eben nicht. Auch der Einsatz verschreibungspflichtiger Medikamente oder sonstiger „Wunderpillen“, die sich auf dem Markt zahlreich tummeln, werden vielfach genutzt, um das Fett auf den Hüften schmelzen zu lassen.

    Die sogenannten Blitz- oder auch Crashdiäten sorgen in der Regel zwar tatsächlich für Erfolge, diese sind jedoch oft nur von kurzer Dauer und bringen zudem einige nicht zu unterschätzende Gefahren mit sich. Ernährungsberaterin Sonja Mannhard warnt, dass die Magerkuren den Körper unter Stress setzen und das System von Hunger und Sättigung durcheinander bringen. Dementsprechend sei es sehr viel besser, vor und während des Abnehmens seinen Körper und dessen Signale kennenzulernen.

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    Absurde und gefährliche Diäten im Trend

    Neben etlichen mehr oder weniger etablierten Diäten wie der Paleo- oder auch Steinzeit-Diät, der Low-Carb-Diät oder der Atkins-Diät, schaffen es Jahr für Jahr etliche neue Varianten auf den Markt. Viele von ihnen sind Modediäten und als solche nicht medizinisch untersucht. Sie versprechen meist eine ganz neue, bequeme oder besonders schnelle Art des Abnehmens, sind oftmals aber nicht ganz ungefährlich und schaden mehr als dass sie helfen. Der folgende Auszug zeigt, wie unterschiedlich es dabei zugehen kann – gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass im Grunde nahezu jede Crashdiät ihre Schattenseite hat.

    • Asthmaspray-Diät

    Angeblich soll Asthmaspray die Fettverbrennung anregen, indem es die Körpertemperatur erhöht. Tatsächlich gelten die enthaltenen Beta-2-Sympathomimetika als Anabolika und werden dementsprechend auch zum Doping genutzt, in hoher Dosierung wirken sie fettabbauend und muskelaufbauend. In den für Asthmatikern üblichen Dosen lässt sich dies in der Regel allerdings nicht erreichen, sodass sie zum Abnehmen nicht geeignet sind. Stattdessen haben sie insbesondere in hoher Dosierung massive Nebenwirkungen wie Muskelzittern und -krämpfe, Kopfschmerzen oder einen unregelmäßigen und schnelleren Herzschlag. Menschen, die ohnehin schon ein vorgeschädigtes Herz haben, begeben sich so mitunter sogar in Lebensgefahr.

    • Abführmittel-Diät

    Die Abführmittel-Diät funktioniert ganz einfach: Ein Mittel wie beispielsweise Glaubersalz wird eingenommen, nach dem automatisch ein abführender Effekt stattfindet. Danach fühlen sich die „Abnehmenden“ leichter und der Bauch ist flacher. Bei dieser Diät verlässt die Nahrung den Körper schneller, als dass dieser Energie herausziehen kann. Beliebt ist diese Form der Diät gerade bei jungen Mädchen, die sich über diese und weitere fragwürdige Tipps in Abnehm-Foren online austauschen. Wer seine Verdauung jedoch vorzeitig beschleunigt, kann auf diesem Weg nicht dauerhaft abnehmen. Allein schon deshalb, weil die betreffende Person nicht lernt, wie eine ausgewogene und richtige Ernährung funktioniert. Nach einem Absetzen des Abführmittels wird es daher schnell wieder zu dem bekannten Jojo-Effekt kommen. Wer darüber hinaus dauerhaft zu Abführmitteln greift, provoziert Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts, vor allem die großen Kaliumverluste sind hierbei zu nennen. Ebenso könnte der Körper früher oder später unter Nährstoffmangel leiden. Zwar wird die Waage zunächst tatsächlich weniger Körpergewicht anzeigen, dies wird aber vor allem am Wasserverlust liegen und spätestens am Ende der Kur folgt eine erneute Gewichtszunahme.

    • Rohkost-Diät

    Generell ist der Genuss von Rohkost nicht unbedingt negativ, immerhin ist rohes Gemüse gesund und sättigt meist besser als die gekochte Variante, da Gemüse viel Wasser enthält und es durch das Kochen viel Volumen einbüßt. Zudem muss rohes Gemüse länger gekaut werden, was ebenfalls für einen Sättigungseffekt sorgt.

    Quelle: Spiegel.de
    Quelle: Spiegel.de

    Dennoch gibt es auch Nachteile dieser Ernährungsform: Denn nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung leiden Rohköstler häufiger unter Nährstoffmangel, insbesondere Protein, Vitamin B12, D, B2, Kalzium und Zink sind davon betroffen. Grund dafür ist die Tatsache, dass auf Milchprodukte und Getreide verzichtet wird und auch kaum fettlösliche Vitamine zu sich genommen werden. Langfristig ist diese Ernährungsweise demnach nicht geeignet – an sich ist der Verzehr von Rohkost aber keineswegs schlimm und kann durchaus in den Alltag eingebaut werden, um hier und da eine Mahlzeit zu ersetzen oder täglich eine gewisse Menge gesundes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

    • Bockwurst-Wodka-Diät

    Diese absurd klingende Diätvariante war laut Zeitzeugen bereits in der DDR beliebt. Getrunken wird hierbei sowohl morgens als auch abends ein kleines Glas Wodka, mittags ein großes. Dazu wird mittags außerdem eine Bockwurst gegessen. Angeblich werden auf diese Weise weniger Kalorien zu sich genommen als verbraucht werden, dementsprechend entsteht ein Gewichtsverlust. Eine solch unausgewogene Ernährung macht jedoch nicht dauerhaft schlank und schadet zudem noch der Gesundheit, denn der regelmäßige Alkoholkonsum kann abhängig und sogar krank machen – schlimmstenfalls kann das Trinken zu Leberzirrhose und einer Fettleber führen, aber auch Organe wie Bauchspeicheldrüse und Herzmuskel werden geschädigt. Nicht zuletzt könnte durch die einseitige Ernährung außerdem eine Mangelversorgung mit Nährstoffen entstehen.

    • Diäten der Hollywood-Stars

    Gefährliche-Blitzdiäten---schlank-sein-um-jeden-Preis4Gerade die Diven Hollywoods setzen so manches Mal auf gefährliche Diättrends, die zwar sehr effektiv, aber nur selten gesund sind. Laut Woman verlor Beyoncé beispielsweise innerhalb von wenigen Tagen vor dem Dreh des Films „Dreamgirls“ ganze neun Kilo. Dafür setzte sie auf das Master Cleanse System, bei dem 10 bis 45 Tage lang nur ein Getränk aus heißem Wasser mit etwas Zitronensaft, Ahornsirup und Cayennepfeffer getrunken wird. Die Methode ist durchaus gefährlich und provoziert regelrecht einen Jojo-Effekt, denn zwar ist die Flüssigkeitszufuhr hoch, doch der Körper hungert im Grunde. Gefährlich ist hierbei vor allem die Tatsache, dass die Stars als Vorbild herangezogen werden und insbesondere ihre jungen Fans beeinflussen.

    Crashdiät vs. gesunde Ernährung

    Gefährliche-Blitzdiäten---schlank-sein-um-jeden-Preis5Letztendlich ist festzuhalten, dass Crashdiäten zwar einen kurzfristigen Erfolg mit sich bringen, dauerhaft jedoch nur selten sinnvoll sind. Eine Veränderung der Gewohnheiten findet nicht statt, wenngleich eine Diät aber durchaus als kurzfristige Hilfestellung und Unterstützung in der Anfangsphase einer Ernährungsumstellung dienen kann. Hierbei sind es vor allem die schnellen Erfolge, die für Motivation und Durchhaltevermögen sorgen, langfristig betrachtet sollte im Anschluss jedoch eine echte Umstellung des Essverhaltens folgen. Eine solche nachhaltige Diät lebt laut des Fitnessexperten Peak.ag vor allem von drei Säulen – Motivation, Sport und Ernährung. Sie sind voneinander abhängig und bestimmen den Trainings- und Abnehmerfolg enorm. Wer Schwierigkeiten hat, einen ersten Einstieg in eine gesunde Diät zu finden, der kann sich außerdem an folgende Tipps halten:

    • Diättagebuch

    Viele Ernährungsexperten raten zu einem sogenannten Diättagebuch, in dem einfach alles aufgeschrieben wird, was konsumiert wird. So lässt sich die aktuelle Situation abschätzen und verbessern. Idealerweise werden die Aufzeichnungen von einem Experten analysiert, sodass die Basis für eine Ernährungsberatung geschaffen wird. Wichtig ist es im Anschluss, realistische Ziele zu setzen und sich auch über kleine Teilerfolge zu freuen. So steigt letztendlich auch die Motivation.

    • Diät in den Alltag integrieren

    Wer sich an einer Diät versucht, der sollte unbedingt darauf achten, dass sie sich in den Alltag einbinden lässt. Sind die Rezepte einfach umsetzbar? Lassen sich die Zutaten einfach besorgen? Welche Kosten bringt die Diät mit sich? Kann auf bestimmte Lebensmittel wirklich verzichtet werden? Auch hier sollte aber von Anfang an klar sein, dass kein Diätprogramm bei Gewichtsproblemen als dauerhafte Lösung zu betrachten ist. Sie können lediglich dabei helfen, die Ernährungsumstellung einzuleiten.

    • Stoffwechsel ankurbeln

    Nur selten reicht gesundes Essen für eine Abnahme aus, meist mangelt es auch an Bewegung. Hierbei ist aber nicht nur der gewählte Sport wichtig (der in erster Linie vor allem Spaß machen sollte), sondern auch eine gute Mischung aus Ausdauer und Krafttraining. Denn zwar sorgt Ausdauersport für einen besseren Stoffwechsel, ein trainierter Körper verbrennt jedoch mehr und tut dies vor allem auch im Ruhezustand.

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  • Wie sich das Krebsrisiko senken lässt

    Wie sich das Krebsrisiko senken lässt

    Jedes Jahr erhalten über eine halbe Million Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs, und damit ist der Krebs nach den Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache. Beinahe jeder zweite Mann und jede zweite Frau erkranken im Laufe ihres Lebens einmal an Krebs. Vor kaum einer anderen Krankheit haben die meisten Menschen deshalb auch so viel Angst wie vor Krebs, aber nur wenige machen sich wirklich Gedanken darüber, wie sie das persönliche Krebsrisiko senken können. Experten haben jetzt anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar eine Art Katalog zusammengestellt und geben wertvolle Tipps, wie man das Risiko an Krebs zu erkranken, senken kann.

    Das Krebsrisiko senken – es kommt auf die Krebsart an

    Wenn man das Krebsrisiko senken will, kann man sich leider nicht auf Studien verlassen, denn fast jede Studie kommt zu einem anderen Ergebnis. Der Grund für diese Abweichungen erklärt sich aus den vielen unterschiedlichen Krebsarten. Worüber sich die Experten aber einig sind, ist die Tatsache, dass sich rund die Hälfte aller bösartigen Tumore vermeiden lassen. Natürlich spielt auch das persönliche Schicksal eine entscheidende Rolle und auch die Gene können schuld daran sein, dass die Diagnose Krebs gestellt wird. Wer das Krebsrisiko senken will, der sollte einige grundsätzliche Regeln beachten.

    Der Risikofaktor Ernährung

    Wer das Krebsrisiko senken will, der sollte auf seine Ernährung achten, denn bei bis zu zehn Prozent aller Krebsfälle ist die falsche Ernährung schuld an der Erkrankung. Rotes Fleisch ist besonders schädlich, das ist wissenschaftlich belegt, nicht belegt ist allerdings, dass Gemüse und Obst das Krebsrisiko senken können. Vor einigen Monaten warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO vor dem übermäßigen Verzehr von verarbeiteten Fleischprodukten, wie zum Beispiel Schinken, die das Darmkrebsrisiko erhöhen. Ernährungsexperten sind hingegen der Meinung, dass Fleisch ohne Bedenken gegessen werden kann, es kommt dabei aber immer auf die Menge an.

    Der Risikofaktor Alkohol

    In vier bis fünf Prozent ist der Alkohol schuld am Krebs. Ein Glas Bier oder Wein reichen schon aus, um bestimmte Krebsarten, wie zum Beispiel den Magenkrebs, den Speiseröhrenkrebs oder den Leberkrebs zu forcieren. Alkohol wird im Zusammenhang mit Krebs wie ein Gift angesehen und wie bei allen anderen Giften, so entscheidet auch hier die Dosis das Risiko. Wer viel und regelmäßig trinkt, der wird irgendwann an eine Grenze kommen, wo der Organismus nicht mehr mit dem Alkohol umgehen kann und Krebs entsteht. Wie hoch diese Schwelle ist, das ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden.

    Der Risikofaktor Rauchen

    Für jede fünfte Krebserkrankung ist mittlerweile das Rauchen verantwortlich, und wer sein Krebsrisiko senken will, der sollte auf Zigaretten verzichten. Lungenkrebs, Krebs der die Bauchspeicheldrüse betrifft, Speiseröhren- und auch Blasenkrebs werden vom Rauchen ausgelöst, wobei Lungenkrebs in den meisten Fällen tödlich endet. Es gibt nur wenig Mittel, dem Krebs zu begegnen, nicht mehr zu rauchen, ist eines davon. Der Raucher schadet aber nicht nur sich selbst, sondern auch den Menschen, die in seiner Umgebung leben, denn in Deutschland sterben jedes Jahr rund 3000 Menschen alleine durch passives Rauchen.

    Risikofaktor Übergewicht

    Auch wenn viele Menschen den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs nicht erkennen, viele Studien sprechen eine deutliche Sprache. Geschätzt wird, dass Übergewicht für fünf bis sechs Prozent der Krebserkrankungen verantwortlich ist, und die Liste der Krebsarten, die durch Übergewicht entstehen können, wird immer länger. Nicht nur die Fettleibigkeit ist eine Gefahr, auch schlanke Menschen, die Bauchfett haben, sind gefährdet. Ob mit jedem Kilogramm die Krebsgefahr ansteigt, darüber sind sich die Experten allerdings noch nicht einig. Wer sein Krebsrisiko senken will, der sollte daher auf sein Gewicht achten.

    Nicht rauchen, nur mäßig trinken, auf die Ernährung achten und schlank bleiben – wer diese Regeln umsetzt, der ist zwar nicht vor Krebs gefeit, minimiert jedoch das Risiko.

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  • Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Was ist der Unterschied zwischen einem Simulanten und einem Hypochonder? Während der Simulant eine Krankheit nur vortäuscht, ist der Hypochonder felsenfest davon überzeugt, tatsächlich krank zu sein. Wer unter Hypochondrie leidet, der lebt mit der ständigen Angst, todkrank zu sein, selbst dann, wenn der behandelnde Arzt dem Patienten versichert, dass er vollkommen gesund ist. Einen Hypochonder als einen Spinner und einen eingebildeten Kranken zu bezeichnen, wäre falsch, denn Hypochonder sind wirklich krank, wenn auch nicht körperlich.

    Die Angst vor der Krankheit

    In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit Hypochondrie. Diese Menschen leben in einem permanenten Angstzustand und 80 % sind sich sicher, an Krebs zu leiden. Besonders häufig glauben Hypochonder, dass sie einen Gehirntumor, Haut- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Die restlichen 20 % sind davon überzeugt, ein neurologisches Leiden wie zum Beispiel ALS zu haben. Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind auf der Skala der eingebildeten Krankheiten erst sehr weit unten zu finden. Die Gedanken derjenigen, die an Hypochondrie leiden, kreisen Tag und Nacht um die Krankheit. Alles, was nicht „normal“ aussieht oder sich anders als sonst anfühlt, wird sofort als Symptom für eine schwere oder sogar tödliche Krankheit bewertet, es muss beobachtet und schließlich von einem Arzt abgeklärt werden.

    Hypochonder ticken anders

    Jeder Mensch kennt das Gefühl, dass körperlich irgendetwas nicht stimmt, man wacht am Morgen auf und der Hals oder der Kopf schmerzen ohne ersichtlichen Grund. Die meisten Menschen gehen mit diesen Schmerzen rational um, sie überlegen, ob eine Erkältung vielleicht der Grund sein kann und nehmen ein Mittel ein, wenn die Schmerzen unangenehm sind. Im Laufe des Tages verschwinden die Beschwerden entweder komplett oder es zeigt sich, dass tatsächlich eine Erkältung der Grund war. Die Erkältung wird dann entsprechend behandelt und nach einer Woche ist alles vergessen. Bei einem Hypochonder sieht das alles ein wenig anders aus, denn sein erster Gedanke ist nicht etwa eine harmlose Erkältung, er geht davon aus, dass Krebs an seinen Schmerzen schuld ist. Die belegte Zunge deutet auf Krebs in der Mundhöhle hin und hinter den Halsschmerzen steckt ein bösartiger Tumor im Kehlkopf. Kopfschmerzen werden mit Hirntumoren in Zusammenhang gebracht und ein Erkältungshusten ist für einen Menschen, der unter Hypochondrie leidet, ein Anzeichen für Lungenkrebs.

    Die Ursachen für Hypochondrie

    Wie werden Menschen zu Hypochondern? Die meisten Menschen, die an Hypochondrie leiden, hatten schon in der Kindheit diffuse Ängste vor Krankheiten. Häufig sind diese einbildenden Kranken in ihrem Elternhaus überbehütet und auch der Tod eines geliebten Menschen kann die Krankheit auslösen. Ausgelöst wird Hypochondrie dann in späteren Jahren durch einen sogenannten Trigger, wie zum Beispiel einen zu hohen Stresspegel. Bei einigen kann auch eine Routineuntersuchung beim Arzt die Krankheit Hypochondrie auslösen. Wenn der Arzt beispielsweise geschwollene Lymphdrüsen diagnostiziert, dann kann das ein Zeichen für Krebs sein, sich aber ebenso gut als vollkommen harmlos erweisen. Menschen, die unter Hypochondrie leiden, bekommen in dieser Situation Todesangst, denn für sie gibt es keine andere Diagnose als Krebs. Die Angst bleibt, selbst wenn das Untersuchungsergebnis etwas ganz anderes sagt und der Patient nachweislich völlig gesund ist.

    Hypochondrie ist heilbar

    Lange Zeit galten Menschen, die unter Hypochondrie leiden, als nicht behandelbar, heute gibt es die Konfrontationstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie, mit denen gute Erfolge erzielt werden. Die meisten eingebildeten Kranken sprechen sehr gut auf diese Therapien an, aber es gibt natürlich auch hier sogenannte Non-Responder, Patienten, die auf die Therapien nicht ansprechen. Vor allem mit der Konfrontationstherapie, bei der sich die Patienten mit ihrer Angst und ihrem irrationalen Verhalten direkt auseinandersetzen müssen, werden große Erfolge erzielt. Sie lernen in der Therapie ihre Risiken besser einzuschätzen und die Signale, die ihr Körper aussendet, besser zu bewerten.

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  • Die 4. SSW – die Eizelle nistet sich ein

    Die 4. SSW – die Eizelle nistet sich ein

    In der SSW4 ist die Schwangerschaft ein rein biologischer Vorgang, und alles läuft praktisch nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip ab. Eine Woche nach der Befruchtung, zum Anfang der 4. SSW, findet die Eizelle ihren Platz in der Gebärmutter. Dann entscheidet sich, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht, denn unmittelbar, nachdem sich die Eizelle eingenistet hat, kann es passieren, dass der Embryo von außen beschädigt wird. Zwar wird der Organismus der Mutter versuchen, diese Schädigung irgendwie zu kompensieren, aber wenn das nicht gelingt, dann stoppt der Körper die Entwicklung und die Keimblase wird bei der nächsten Monatsblutung einfach ausgespült.

    In der 4. SSW „schlüpft“ das Baby

    Kurz bevor es zur Einnistung der Eizelle kommt, „schlüpft“ der Embryo aus der Hülle, die ihn umgibt und bohrt sich dann energisch in die Schleimhaut des Uterus ein, bis er komplett von dieser schützenden Hülle überzogen ist. Im nächsten Schritt bildet sich zwischen dem Embryoblasten und dem Trophoblasten nicht nur die sogenannte Fruchthöhle, sondern auch der Dottersack, der in den nächsten Wochen die Versorgung des Embryos mit allen nötigen Nährstoffen übernimmt. Rund um das Ei entsteht die Plazenta.

    Der Embryo ist in der 4. SSW ungefähr einen halben Millimeter groß, und wenn in der 4. SSW ein Ultraschallbild gemacht wird, dann ist lediglich ein winziger schwarzer Punkt zu sehen. In den nächsten 36 Wochen wird aus dem winzigen schwarzen Punkt ein kleiner Mensch, der bei seiner Geburt durchschnittlich 52 cm groß und 3.200 Gramm schwer sein wird.

    Die Rolle der Keimblätter in der 4. SSW

    In den ersten drei Wochen der Schwangerschaft sind die Eizellen pluripotent, das heißt, aus jeder der Zellen kann sich ein beliebiges Organ entwickeln, erst in der SSW 4+1 kommt es zur sogenannten zellulären Spezialisierung. Aus dem Embryoblasten entsteht jetzt die Keimscheibe, aus der sich wiederum zunächst zwei und dann schließlich drei Keimblätter entwickeln werden. Aus jedem dieser drei Keimblätter bilden sich dann die einzelnen Organe aus.

    Die meisten Organe wie die Lunge, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Harnröhre, die Harnblase und auch der Verdauungstrakt entstehen aus dem inneren Keimblatt, dem Entoderm. Das Herz, die Blutgefäße, das Bindegewebe, das Skelett sowie die Muskulatur der Organe, die Milz, das Lymphsystem, die Nieren, die Keimdrüsen, die Blutkörperchen und auch die Geschlechtsorgane werden aus dem mittleren Keimblatt, dem Mesoderm gebildet.

    Das äußere Keimblatt, dass Ektoderm, ist schließlich für die Haut, die Sinnesorgane und für das komplette Nervensystem zuständig.

    Die ersten Anzeichen der Schwangerschaft in der 4. SSW

    Gibt es schon Schwangerschaftssymptome in der 4. Woche? Die gibt es, vor allem Frauen, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben, fühlen in der 4. SSW typische Symptome. Wenn sich der Embryo in der Gebärmutter eingenistet hat, dann kann es zu sogenannten Nidationsblutungen, zu Einnistungsblutungen kommen. Die Schwangerschaftsanzeichen in der 4. SSW sind leichte, harmlose Schmierblutungen, die viele Frauen mit einer Periodenblutung verwechseln, und dann oft enttäuscht sind, dass es mit einer erwünschten Schwangerschaft doch nicht geklappt hat.

    Wenn es aber in der 4. SSW zu einem Ziehen im Unterleib kommt, sich die Haut der Brustwarzenhöfe dunkel färbt oder die Brüste unangenehm spannen, dann wird es Zeit, einen Frauenarzt aufzusuchen. Der Arzt wird dann einen Urintest machen, um einen HCG-Wert in der 4. SSW zu bekommen. Wenn das der Fall ist, dann steht die Schwangerschaft definitiv fest.

    Neben dem HCG-Wert wird ab der 4. SSW auch das Schwangerschaftshormon Progesteron produziert, was die Aufgabe hat, alle Vorgänge im Körper zu verlangsamen. Die werdende Mutter ist durch diese Verlangsamung ständig müde und sie fühlt sich schnell erschöpft. Viele haben in dieser frühen Phase der Schwangerschaft auch mit Verstopfung zu kämpfen und auch andere Beschwerden stellen sich jetzt langsam ein. Frauen erleben in der 4. SSW eine emotionale Berg-und-Talfahrt, sie sind in der einen Minute himmelhochjauchzend und in der nächsten Minute buchstäblich zu Tode betrübt, auch die morgendliche Übelkeit gehört dazu, sowie ein vermehrter Speichelfluss.

    Ist Sport in der 4. SSW erlaubt?

    Wenn sich die ersten Anzeichen der Schwangerschaft in der 4. SSW zeigen, dann starten viele Frauen ein Sport- und Fitnessprogramm, um sich von den Beschwerden abzulenken. Ärzte befürworten dieses Fitnessprogramm, denn das erste Trimester der Schwangerschaft ist hervorragend für sportliche Aktivitäten geeignet. Der Sport hilft dabei, Muskeln aufzubauen, die Ausdauer zu steigern und Kraft für die nächsten anstrengenden Monate zu sammeln. Sport macht es einfacher, das zusätzliche Gewicht zu kompensieren und verhindert, dass die Waage allzu steil nach oben zeigt.

    Auch Sport und regelmäßige Bewegung bereiten die Mutter optimal auf die bevorstehende Geburt vor. Frauen, die schon zu Beginn der Schwangerschaft Sport treiben, haben nach der Entbindung weniger Probleme damit, die zusätzlichen Kilos wieder loszuwerden. Zu anstrengend sollte die Sportart aber nicht sein, denn das Risiko einer Fehlgeburt ist besonders zwischen der vierten und der siebten Schwangerschaftswoche relativ hoch. Wenn jedoch der Arzt nichts dagegen hat und wenn die werdende Mutter sich gesund und wohlfühlt, dann steht den sportlichen Aktivitäten nichts mehr im Wege.

    Welche Sportarten sind besonders geeignet?

    Nordic Walking und Schwimmen – diese beiden Sportarten machen nicht nur viel Spaß, sie sind auch ideal für schwangere Frauen in der 4. SSW. Wer es ruhiger mag, der sollte einen Yogakurs besuchen, denn einfache Yogaübungen sind perfekt für die Fitness der Mutter. Wichtig ist aber, dass der Yogalehrer spezielle Kurse für Schwangere anbietet. Yoga hilft dabei, gelenkig zu bleiben und ist besonders für den Beckenboden eine tolle Sache. Übungen, die sich ganz gezielt mit dem Beckenboden beschäftigen, können so verhindern, dass es zu einer Inkontinenz während der Schwangerschaft kommt.

    Zudem können Frauen mit Yoga auch für die Geburt trainieren und die richtige Atemtechnik lernen, die vor allem wichtig ist, wenn es in die Presswehen geht. Wer Sport treiben will, der sollte an die richtige Bekleidung denken. Shirts und Hosen sollten weit und damit bequem geschnitten sein und ein Sport-BH ist sehr angenehm, wenn die Brüste in der 4. SSW schon spannen sollten.

    Körperlich anstrengende Sportarten, wie zum Beispiel Tennis spielen, lange Radtouren und auch Reiten, sind in der 4. SSW keine geeigneten Sportarten, denn sie können im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt auslösen.

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  • Die 13. SSW – eine ruhige Phase der Schwangerschaft

    Die 13. SSW – eine ruhige Phase der Schwangerschaft

    In der 13. SSW beginnt der vierte Schwangerschaftsmonat und für die Mutter damit eine ruhige Phase der Schwangerschaft. Das Kind ist jetzt elf Wochen alt und es ist in der 13. SSW überwiegend mit Wachsen beschäftigt, aber auch die inneren Organe entwickeln sich nach und nach. Die meisten Mütter genießen die Schwangerschaft zu dieser Zeit, denn in der SSW 13 gehören Beschwerden wie ständige Müdigkeit, morgendliches Erbrechen, starker Harndruck und Übelkeit der Vergangenheit an. In der 13. Schwangerschaftswoche ist der Bauch als Bäuchlein erkennbar und deshalb nutzen viele Frauen diese Phase der Schwangerschaft, um noch einmal einen Strandurlaub zu genießen.

    Was macht das Baby in der 13. SSW?

    In der 13. SSW liegt die Größe des Babys zwischen sechs und sieben Zentimetern und es wiegt zwischen 18 und 23 Gramm. Was macht das Baby in der 13. SSW? Die Antwort ist einfach und lautet wachsen, wachsen und noch einmal wachsen. Aber auch das Skelett, die Muskeln und die Organe reifen und das Kind bekommt zum ersten Mal so etwas wie Proportionen. Die Ultraschallbilder in der 13. SSW zeigen ganz deutlich, dass sich der Körper und der Kopf immer mehr angleichen und Eltern, die eine Video Entwicklung in der 13. SSW sehen, können schon einen kleinen Menschen erkennen.

    Der Darm des Babys nimmt in der 13. SSW seine Arbeit auf und das Kind hat zum ersten Mal Stuhlgang. Auch die Bauchspeicheldrüse hat ihre Tätigkeit schon aufgenommen und produziert Insulin. In der 13. SSW verwandeln sich die Skelett-Knorpel langsam in Knochen, aber die eigentliche Verknöcherung des kompletten Skeletts wird erst weit nach der Geburt des Kindes im Teenageralter abgeschlossen sein. Vor allem bei den langen Röhrenknochen der unteren und der oberen Extremitäten beginnt das Wachstum in der Mitte des Knochens und setzt sich dann zu den Knochenenden fort. Erst wenn dieser so wichtige Prozess beendet ist, dann ist das Längenwachstum eines Menschen vollständig abgeschlossen.

    Der Schädelknochen ist in der 13. SSW zwar schon vorhanden, zusammenwachsen wird dieser Knochen aber erst im ersten Lebensjahr. Einer der Gründe liegt im Gehirn, das jetzt noch sehr viel Platz zum Wachsen braucht, ein anderer Grund ist, dass eine natürliche Geburt überhaupt nicht möglich wäre, wenn die Struktur des Schädels nicht flexibel ist. In der 13. SSW verknöchern aber bereits die empfindlichen Gehörknöchelchen des Kindes und das macht es möglich, dass das Baby zum ersten Mal Geräusche wahrnehmen kann. Selbst wenn die Augen jetzt noch geschlossen sind und sich erst in der 26. Schwangerschaftswoche öffnen, kann das Baby schon hell von dunkel unterscheiden. Die Helligkeit nimmt das Kind allerdings nur gedämpft und wie durch einen roten Schleier wahr.

    Wie sieht das Baby in der 13. SSW aus?

    Viele Eltern wollen möglichst früh wissen, ob es ein Sohn oder eine Tochter wird. Ist in der 13. SSW ein Junge oder ein Mädchen unterwegs? Mit ein bisschen Glück ist auf dem Ultraschall ein Mädchen in der 13. SSW zu erkennen. Wenn das Baby gerade in diesem Moment richtig liegt, dann ist entweder eine Klitoris oder aber ein Penis sichtbar. Bei einem Mädchen sind in der 13. SSW schon zwei Millionen Eizellen in den Eierstöcken zu finden, wenn das kleine Mädchen auf die Welt kommt, dann wird sich diese Zahl aber halbiert haben. Ist das Mädchen 17 Jahre alt, dann wird sie nur noch 200.000 Eizellen haben. In der 13. SSW entwickeln sich die Stimmbänder und über der Oberlippe und den Augenbrauen wachsen kleine feine Härchen.

    Noch bedeckt die sogenannte Lanugobehaarung den ganzen Körper des Kindes und in den Talgdrüsen wird die Käseschmiere produziert, die die Haut des Kindes davor schützt, im Fruchtwasser aufzuweichen. Unmittelbar nach der Geburt stößt der Körper die Behaarung wie auch die Augenbrauen und die Kopfbehaarung vollständig ab, bei einigen Kindern bleibt aber meist auf dem Rücken ein weicher Flaum zurück, der in den ersten Lebenstagen jedoch wieder verschwindet.

    Das Baby hat in der 13. SSW schon Rillen in den Fingerkuppen, es kann jetzt schon gähnen, die Stirn runzeln und auch am Finger saugen. Auf einen sanften Stupser reagiert es mit dem sogenannten Root-Reflex, den es später noch einmal benutzen wird, um nach der Brust der Mutter und damit nach der Nahrungsquelle zu suchen.

    Wie fühlt sich die werdende Mutter in der 13. SSW?

    Bei schlanken Frauen macht sich die Schwangerschaft in der 13. Woche auch äußerlich bemerkbar, denn die Gebärmutter wächst zu diesem Zeitpunkt aus dem Becken in den Bauch. Diese Entwicklung hat auch einen positiven Effekt, denn der ständige Harndrang lässt etwas nach. Nicht selten diagnostiziert der Arzt in der 13. SSW eine tief liegende Plazenta, das ist allerdings kein Grund zur Sorge, denn bei einigen Frauen bewegt sich die Plazenta erst während es vierten Monats in die perfekte Lage.

    Die Brüste beginnen in der 13. SSW die Vormilch, das Kolostrum zu produzieren, die nach der Entbindung die erste Nahrung darstellt, bevor die eigentliche Muttermilch einschießt. Am Bauch und an den Beinen können sich jetzt auch die ersten Dehnungs- oder Schwangerschaftsstreifen zeigen und in der 13. SSW ist auch die Linea Negra, eine dünne Linie zwischen dem Nabel und dem Schambein bei vielen Frauen schon sichtbar. Dehnungsstreifen lassen sich leider nicht vermeiden, aber mit Zupfmassage und milden Massageölen bleibt die Haut elastisch und die Streifen sind nicht allzu stark.

    Die Gewichtszunahme hält sich in der 13. SSW in Grenzen, die meisten Frauen nehmen nur zwischen anderthalb und zwei Kilo in dieser Woche zu. Der Kalorienbedarf liegt in der 13. SSW bei rund 2.200 Kalorien, er wird aber zum Ende der Schwangerschaft auf 2.500 Kalorien täglich anwachsen. Viel Obst sollte jetzt auf dem Speiseplan stehen, aber auch frisches Gemüse, Fisch und knackige Salate bekommen dem Baby sehr gut. Wenn der Heißhunger kommt, dann darf die werdende Mutter auch mal nachgeben und Schokolade, Kuchen oder ein Eis mit Sahne essen.

    Für die gesunde Entwicklung des Babys ist Folsäure sehr wichtig und eine ausgewogene Ernährung versorgt das Baby auch mit der ausreichenden Menge. Sollte die Menge aber nicht ausreichen, dann wird der Arzt ein Folsäurepräparat verordnen, das die Mutter in Form von Nahrungsergänzungsmittel einnehmen kann.

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  • Die 15. SSW – die Schwangerschaft wird realistisch

    Die 15. SSW – die Schwangerschaft wird realistisch

    Die 15. SSW ist für die meisten Frauen eine sehr ruhige Woche, denn körperliche Veränderungen gibt es kaum. Für Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, wird die Schwangerschaft in der 15. SSW realistisch, denn in der 15. SSW können sie ihr Baby spüren. Die Schwangerschaft ist jetzt auch äußerlich sichtbar und das trägt dazu bei, zu realisieren, dass da ein kleiner Mensch heranwächst, der alle Liebe und Fürsorge benötigt. Das Baby konzentriert auf sein Wachsen, es trainiert seine Bewegungsfähigkeit und seine Reflexe, während an den Organen die Feinarbeiten beginnen. Wenn der Arzt einen Ultraschall in der 15. SSW macht, dann kann er auch das Geschlecht des Kindes bestimmen.

    So entwickelt sich das Baby in der 15. SSW

    Auch wenn in der 15. SSW Kindsbewegungen spürbar sind, streng genommen ist das Baby in dieser Phase der Schwangerschaft kein Kind, sondern ein Fötus. Der Fötus ist jetzt knapp acht Zentimeter groß und wiegt rund 50 Gramm. Um die Größe des Kindes zu bestimmen, orientiert sich der Arzt nicht an den Abmessungen vom Steiß bis zum Scheitel, er misst den sogenannten Biparietalen Durchmesser, einen Querdurchschnitt des Kopfes. Dieser BPD sollte in der 15. SSW rund 30 Millimeter betragen.

    Wird aus dem Fötus ein kleiner Junge, dann ist in der 15. SSW schon sehr deutlich der Penis sichtbar, die Hoden liegen bis kurz vor der Geburt noch in der Bauchhöhle. Bei einigen Jungen wandern die Hoden erst nach der Geburt an den vorgesehenen Platz in den Hodensack. Bei kleinen Mädchen ist auf dem Ultraschallbild in der 15. SSW bereits die Klitoris zu sehen, die Schamlippen, die noch nicht vollständig entwickelt sind, werden erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar.

    Das Herz des Babys hat schon am 22. Tag der Schwangerschaft seine Tätigkeit aufgenommen. Allerdings beschränkt sich diese Herztätigkeit bis zur 15. SSW nur auf elektrische Impulse der Muskelzellen, die von einem Herzmuskelschlauch ausgelöst werden. In der 15. Schwangerschaftswoche ist das Herz bereits komplett entwickelt, es hat Herzkammern, Klappen und auch Herzvorhöfe. Bis kurz vor der Geburt befindet sich zwischen den Vorhöfen noch eine kleine Öffnung, das sogenannte Foramen ovale.

    Durch diese ovale Öffnung fließt das Blut direkt in den Körper des Babys, denn zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft bekommt das Baby seinen Sauerstoff über die Nabelschnur, da die Lungen bei der Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff noch keine relevante Rolle spielen. Das Foramen ovale schließt sich nicht bei allen Babys kurz bevor sie geboren werden, sondern erst innerhalb des ersten Lebensjahres. Negative Folgen für die Gesundheit des Kindes entstehen aber nicht. In der 15. SSW werden pro Tag ungefähr 28 Liter Blut durch den Körper des Babys gepumpt, wenn das Kind auf der Welt ist, dann werden es ca. 350 Liter sein, die jeden Tag durch den Organismus fließen.

    Wie gut funktionieren die Organe in der 15. SSW?

    Die 15. SSW ist für die Entwicklung des Babys eine wichtige Zeit. Die Leber ist schon in der Lage Gallenflüssigkeit zu produzieren, die in der Zukunft für die Verwertung des Fettes von Bedeutung ist. Die Bauchspeicheldrüse hat schon vor rund zwei Wochen ihre Tätigkeit aufgenommen und damit begonnen, Insulin zu produzieren. Da jetzt das so wichtige Hormon erzeugt werden kann, reguliert sich auch der Blutzuckerspiegel des Kindes. Auch der Hals des Kindes ist in der 15. SSW fertig, und es kann den Kopf nach links oder rechts drehen und auch nicken ist jetzt möglich.

    Auf der Zunge sprießen die ersten Geschmacksknospen, allerdings werden noch mehr dazukommen, wenn das Kind geboren wird, und als Kleinkind wird das Geschmacksempfinden noch deutlich besser als im späteren Erwachsenenalter sein. In der 15. SSW reagiert das Kind bereits auf Geräusche, es kann Musik hören, wenn auch nur sehr gedämpft.

    Die Mutter in der 15. SSW

    Die Gewichtszunahme in der 15. SSW ist für die Mutter noch nicht allzu sehr spürbar und Umstandsmode wird noch nicht unbedingt gebraucht. Für die meisten Frauen verläuft die 15. SSW sehr ruhig, sie fühlen sich wohl und da die Schwangerschaftshormone für eine gut durchblutete Haut und für schönes Haar sorgen, empfinden die werdenden Mütter diese Zeit als sehr angenehm. In der 15. SSW steigt aber auch der Östrogenspiegel im Blut und das führt bei einigen Frauen zu einem Phänomen, das als Schwangerschaftsdemenz bekannt ist.

    Diese besondere Form der Demenz sorgt für Vergesslichkeit. Die Wissenschaft hat dafür eine logische Erklärung: Die Mutter konzentriert sich jetzt mehr und mehr auf das Baby und scheinbar unwichtige Fragen werden einfach ausgeblendet oder eben vergessen. Die Schwangerschaftsdemenz hat keine bleibenden Folgen, nach der Geburt verschwindet sie von ganz alleine wieder.

    Der Arzt oder die Hebamme überprüfen bei der Vorsorgeuntersuchung in der 15. SSW neben dem Gewicht und dem Blutdruck der Mutter auch den Muttermund. Sollte sich der Muttermund zu diesem Zeitpunkt schon geöffnet haben, dann kann der Arzt eine Gebärmutterschlinge, eine sogenannte Cerclage legen, um eine Fehlgeburt in der 15. SSW zu verhindern. Diese Methode ist heute allerdings umstritten, da diese Cerclage ein erhöhtes Risiko für Infektionen darstellt.

    Zur Vorsorgeuntersuchung gehört auch eine Überprüfung des Fundusstandes. Gemeint ist damit der Abstand zwischen dem Schambein und dem Rand der Gebärmutter, der manuell ertastet werden kann. In der 15. Schwangerschaftswoche sollte dieser Abstand zwischen zwölf und 13 cm liegen. Frauen, die in der 15. SSW ein Ziehen im Bauch verspüren, sollten zwar den Arzt aufsuchen, aber nicht in Panik geraten. Der Grund für Schmerzen können die Harnwege sein, und der Arztbesuch ist wichtig, um ausschließen zu können, dass es sich nicht um eine Infektion handelt.

    Hebamme oder Klinik?

    Die 15. SSW ist welcher Monat? Es ist der vierte Monat und die werdende Mutter sollte sich langsam aber sicher Gedanken darüber machen, wer ihrem Kind auf die Welt helfen soll. Für die Geburt in einem Geburtshaus mit einer Hebamme spricht die persönliche Betreuung und die intime Atmosphäre, die eine Klinik so nicht bieten kann. Für die Entbindung in einer Klinik spricht die bestmögliche medizinische Versorgung für Mutter und Kind. Moderne Kliniken haben eine Intensivstation für Säuglinge und die Mediziner dort sind Fachärzte, die sich auch auf Frühgeburten und die Behandlung der Frühchen spezialisiert haben.

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