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  • Niedriger Blutdruck – die unterschätzte Volkskrankheit

    Niedriger Blutdruck – die unterschätzte Volkskrankheit

    Müdigkeit, Unkonzentriert, manchmal sogar Kopfschmerzen – das alles sind Symptome, unter denen viele leiden, die gar nicht so richtig krank sind. Sie leiden vermutlich unter zu niedrigem Blutdruck, der natürlich Auswirkungen wie ungenügende Blut- und Sauerstoffversorgung von Herz, Gehirn und anderen wichtigen Organen hat. Auch wenn die Krankheit meist harmlos ist, können Betroffene gut entgegen wirken.

    Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

    Von einer Hypotension oder niedrigem Blutdruck spricht der Mediziner dann, wenn die Blutdruckwerte unter 95/65 mm/Hg (Millimeter-Quecksilbersäule) liegen. Eine besondere Form dieses Krankheitsbildes kann bei rascher Änderung der Körperlage auftreten, etwa wenn jemand rasch aufsteht. Dann versackt das Blut in die untere Körperhälfte und das Gehirn wird mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Die Gefahr eines Kreislaufkollaps ist damit gegeben.

    Ursachen und Beschwerden sind vielfältig

    Niedriger Blutdruck kann viele Ursachen haben, unter anderem kann er im Zusammenhang mit Erkrankungen des Herzens oder des Hormonsystems oder aber auch des Nervensystems entstehen. Weitere häufige Ursachen können Infektionen, ein starker Blutverlust oder ein Flüssigkeitsmangel bzw. eine Schwangerschaft sein. Typische Beschwerden für einen zu niedrigen Blutdruck können Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen sein oder aber auch Kopfschmerzen und ein Kribbeln in den Gliedmaßen. Weitere Anzeichen sind oftmals Schlaflosigkeit trotz Müdigkeit und eine gewisse Antriebslosigkeit, aber auch Herzklopfen und Ohrensausen.

    Gewisse Personengruppen sind besonders betroffen

    Wie bei vielen anderen Erkrankungen gibt es Personengruppen, die öfters unter zu niedrigem Blutdruck leiden als andere. Dazu gehören vor allem große, sehr hagere Menschen und ältere Menschen. Manchmal sind auch Jugendliche, die gerade einen Wachstumsschub erleben, davon betroffen ebenso wie schwangere Frauen.

    Diagnose und Behandlung ist einfach

    Auch wenn zu niedriger Blutdruck eigentlich keine Krankheit im herkömmlichen Sinn ist, sollten Betroffene bei häufigen Auftreten der genannten Symptome zum Arzt gehen. Dieser kann sehr rasch und effizient das Krankheitsbild abklären und entsprechende Therapien vorschlagen. Um tatsächlich feststellen zu können, ob die Werte des Blutdrucks unter dem Normalwert liegen, ist die richtige Messung wichtig. Neben der Verwendung von geeichten Geräten muss die Prozedur während einer absoluten Ruhephase des Patienten erfolgen. Am besten wird am Handgelenk gemessen, wobei mehrmaliges Messen hintereinander sinnvoll ist. Auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten während des Tagesverlaufes kann Unterschiede bei den Messwerten ergeben. Für Betroffene macht es Sinn, dass sie über mehrere Wochen hinweg eine Art Tagebuch mit den Messergebnissen führen, um einen Überblick über das Krankheitsbild gewinnen zu können.

    Bei der Behandlung geht es in erster Linie darum, den Kreislauf des Betroffenen zu stärken. Das erfolgt mittels einfacher Maßnahmen und beginnt dabei, dass sich die Lebensgewohnheiten ändern müssen. Jeder, der unter zu niedrigem Blutdruck leidet, sollte sich morgens zum Aufstehen aus dem Bett viel Zeit lassen und erstmals seinen Körper im Bett ausgiebig dehnen und strecken. Anschließend helfen warm-kalte Wechselduschen, die immer mit kaltem Wasser beendet werden sollen und Bürstenmassagen dem Kreislauf auf die Sprünge. Ein wichtiger Faktor ist regelmäßige Bewegung und Sport, wobei hier vor allem Schwimmen, Laufen und Tennis ratsam ist. Wer gerne in die Sauna geht, kann seinem Kreislauf auch noch was Gutes tun, indem er das in wöchentlichen Abständen regelmäßig wiederholt. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten Wasser oder ungesüsster Tee, ist wichtig. Für akute Hilfe bei niedrigem Blutdruck ist es sinnvoll blutdrucksteigernde Medikamente einzunehmen. Wer hier auf den Wirkstoff Etilefrin setzt, liegt richtig. Auch pflanzliche Mittel wie Weißdorn, Schafgarbe oder Mistel und Melisse sind hier zu empfehlen. Wichtig zu wissen ist, dass Betroffene mit dem Genuss von Koffein keine dauerhafte oder längerfristige Abhilfe bei den Beschwerden erreichen.

    Hilfe vom Arzt

    Wer mit den Hausmitteln und den Naturkräutern als Tee und Tinktur keine Linderung seiner Beschwerden erreicht, sollte sich vom Arzt helfen lassen. Der kann kreislaufstärkende Medikamente des Dihydergot-Typs verschreiben.

    Bild: © Depositphotos.com / redcarpett

  • Parkinson – die Schüttellähmung

    Parkinson – die Schüttellähmung

    Es war der Arzt und Apotheker James Parkinson, der im Jahre 1817 einen ersten ausführlichen Bericht über eine Krankheit schrieb, die er Schüttellähmung nannte und die heute seinen Namen trägt. Als James Parkinson lebte, konnte den Menschen, die unter Schüttellähmung litten, nicht geholfen werden, heute ist es dank der richtigen Medikamente möglich, den Betroffenen ein halbwegs normales Leben ohne große Beschwerden zu ermöglichen. Aber bis heute ist Parkinson eine chronische Krankheit, für die es noch keine Heilung gibt. Was genau ist Morbus Parkinson und wie kann die Krankheit heute behandelt werden? Gibt es vielleicht schon ein Medikament, das die Betroffenen heilen kann?

    Was genau ist Parkinson?

    Parkinson ist eine neurologische Krankheit, bei der langsam aber sicher bestimmte Zellen im Gehirn nach und nach absterben. Diese Zellen haben eigentlich die Aufgabe, als eine Art Bote zu fungieren, um Dopamin zu transportieren, denn nur wenn das Dopamin an die richtigen Stellen kommt, kann es die Bewegungen steuern. Wenn jedoch die Zellen absterben, die das Dopamin produzieren, dann kommt es zwangsläufig zu einem Mangel an Dopamin und die Patienten zeigen die typischen Symptome wie ein unkontrolliertes Zittern der Hände, den sogenannten Tremor, eine Verlangsamung der Bewegungen und eine Versteifung der Muskeln.

    Wen betrifft Parkinson?

    Es sind überwiegend ältere Menschen, die von Parkinson betroffen sind, denn die Krankheit trifft überwiegend bei Menschen auf, die zwischen 50 und 60 Jahre alt sind. Nur ungefähr zehn Prozent der Patienten ist unter 40 Jahre alt und Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Die Deutsche Parkinsongesellschaft schätzt, dass in Deutschland ca. 250.000 bis 300.000 Menschen unter Parkinson leiden. Bedingt durch die steigende Lebenserwartung in den nächsten Jahren muss damit gerechnet werden, dass sich die Zahl der Parkinson Patienten bis 2030 mehr als verdoppelt hat.

    Unterschiedliche Krankheitsbilder

    Auch wenn die Symptome bei Parkinson signifikant sind, die Krankheit wird von jedem Patienten anders wahrgenommen. Das mag daran liegen, dass es unterschiedliche Störungen, bewusste und auch unbewusste Abläufe der einzelnen Bewegungen gibt. Kompliziert wird es aber erst dann, wenn es sich nicht um echtes Parkinson handelt, denn es gibt noch eine Reihe von Unterarten. Vom Idiopathischen Parkinson-Syndrom spricht der Arzt, wenn die Untersuchungen keine logische Ursache zulassen, der Patient aber gleichzeitig viele Symptome aufweist, die zu Morbus Parkinson passen.

    Ein symptomatisches Parkinson-Syndrom liegt immer dann vor, wenn die Ursache für die Symptome feststeht. Das ist immer dann der Fall, wenn der Patient zum Beispiel Medikamente eingenommen hat, die für ein Parkinson-ähnliches Krankheitsbild sorgen. Werden die Medikamente abgesetzt, dann verschwinden auch die Symptome. Atypisch ist Parkinson, wenn der Patient zwar die typischen Symptome hat, es sich aber um eine andere, sehr ähnliche neurologische Krankheit handelt.

    Wie wird Parkinson behandelt?

    Bislang gibt es nur die Möglichkeit, Parkinson mit verschiedenen Medikamenten zu behandeln, die alle eines gemeinsam haben: Sie können die Krankheit nicht stoppen, aber sie können die Beschwerden immerhin mildern. Da jede Erkrankung anders verläuft, muss die Behandlung immer auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden. Die meisten Betroffenen werden mit einem Medikament behandelt, was den Mangel an Dopamin ausgleicht, und mit diesen Medikamenten werden heute auch die größten Erfolge erzielt. Bei Patienten über 70 wird gerne L-Dopa eingesetzt, ein Medikament, das in den meisten Fällen gut wirkt und das von allen Parkinson Medikamenten die wenigsten Nebenwirkungen hat.

    In einigen Fällen bietet sich auch eine tiefe Hirnstimulation an, die von einer medikamentösen Therapie begleitet wird. Ob diese Stimulanz infrage kommen kann, das richtet sich zum einen nach dem Alter und zum anderen nach dem Stadium der Krankheit. Auch Logopädie und eine Ergotherapie können den Patienten helfen, mit den Symptomen besser umzugehen. Sinnvoll ist es aber immer, in einer speziellen Parkinson Klinik behandelt zu werden.

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  • ADHS – das Zappelphilipp-Syndrom

    ADHS – das Zappelphilipp-Syndrom

    Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung – so lautet der vollständige und etwas komplizierte Name einer Krankheit, über die kontrovers diskutiert wird. „Mein Kind hat ADHS“, das sagen heute viele Eltern, wenn sich ihr Nachwuchs anders verhält als andere Kinder, und es klingt immer ein wenig entschuldigend. Rund drei bis sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leben mit der Diagnose ADHS, und Jungen werden von dieser oftmals schwer zu verstehenden Krankheit deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Bei etwa 60 % der ADHS Fälle bleiben die Symptome bis zum Erwachsenenalter bestehen und nur mit einer gezielten Behandlung gelingt es auch, die Krankheit weitgehend in den Griff zu bekommen. Aber was genau ist eigentlich ADHS und was bedeutet es für die Betroffenen und ihre Angehörigen, wenn die Diagnose gestellt wird?

    Was genau ist ADHS?

    ADHS ist keine Krankheit der heutigen Zeit, die ersten Krankheitsfälle wurden schon 1845 diagnostiziert. Es war der Nervenarzt Heinrich Hoffmann, der in seinem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ den Zappelphilipp beschrieb, ein Kind, das keine Minute ruhig am Tisch sitzen bleiben will. Aber erst 1987 wurde der Name ADHS medizinisch anerkannt. Aus neurologischer Sicht ist ADHS eine fehlerhafte Weiterleitung von Informationen zwischen den Nervenzellen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der wichtige Botenstoff Dopamin, der für den reibungslosen Transport von Informationen im Gehirn zuständig ist.

    Jungen sind achtmal häufiger betroffen, wird die Krankheit mit ins Erwachsenenalter genommen, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern. Wird ADHS bei Zwillingen festgestellt, dann sind in drei von vier Fällen beide Kinder betroffen.

    Die ADHS Symptome

    Kinder und auch Erwachsene, die an ADHS erkrankt sind, fallen vor allem durch ihre Hyperaktivität, ihre Unaufmerksamkeit und ihre sprunghafte Impulsivität auf. Kinder haben motorische Probleme, sie lernen nur schwer mit Messer und Gabel zu essen, sie lassen sich schnell ablenken, sie sind vergesslich und sie können sich entweder nur sehr schwer oder überhaupt nicht konzentrieren. Auch verlangsamte Reaktionen, plötzliche mitunter sehr heftige Wutausbrüche und eine emotionale Instabilität gehören zu den typischen Symptomen von ADHS. Nicht selten haben Kinder, die an der Nervenkrankheit leiden, Schwierigkeiten lesen und schreiben zu lernen und sie sind nicht selten auch starken Stimmungsschwankungen unterworfen.

    ADHS Symptome treten in der Regel sehr früh, meist schon ab dem sechsten Lebensjahr auf, und der Höhepunkt der Krankheit liegt zwischen dem siebten und elften Lebensjahr. In diesem Zeitraum kommt es zu Schlafstörungen, zu starker Unruhe und auch Probleme mit der Verdauung und der Nahrungsaufnahme können zum ADHS Krankheitsbild gehören. Kommen die Kinder in die Schule, dann wird die Krankheit schlimmer, denn sie sind permanent neuen Reizen ausgesetzt und können diese nicht kompensieren, wie normale gesunde Kinder das tun.

    Die ADHS Ursachen

    Bis heute sind die genauen Ursachen für ADHS unbekannt, aber es werden drei Auslöser für die Krankheit verantwortlich gemacht. Eine genetische Veranlagung kann ein Auslöser sein, aber auch wenn es Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt gegeben hat, dann kann das ein Grund für eine spätere ADHS Erkrankung sein. Für viele Ärzte sind es aber psychosoziale Probleme im familiären Umfeld, die ADHS auslösen.

    Welche Therapien gibt es?

    Nicht in jedem Fall muss ADHS auch behandelt werden, es richtet sich immer nach dem Schweregrad der Krankheit. Therapiert werden sollte aber immer dann, wenn es zu schweren psychischen oder sozialen Problemen kommt. Wann der Zeitpunkt für eine Therapie gekommen ist, das lässt sich schlecht bestimmen und ist immer von den individuellen Symptomen abhängig. Das Ziel einer Therapie ist es immer, die typischen Symptome in den Griff zu bekommen und den Betroffenen wieder sozial zu integrieren. Außerdem ist es wichtig, wieder ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen und Kinder nach ihren Begabungen und Interessen zu fördern.

    Eine medikamentöse Therapie zum Beispiel mit Ritalin, sollte immer die letzte Konsequenz sein.

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  • Was ist eine Binge-Eating-Störung?

    Was ist eine Binge-Eating-Störung?

    Es gibt verschiedene Arten von Essstörungen. Dazu gehören unter anderem die Bulimie und auch die Anorexie, weniger bekannt ist hingegen die Binge-Eating-Störung. Bei dieser Form der krankhaften Essstörung erinnert vieles an Bulimie, aber es gibt einen Unterschied, denn die Betroffenen erbrechen sich nach dem Essen nicht zwanghaft, sie nehmen auch keine Abführmittel oder treiben in übermäßiger Form Sport, um an Gewicht zu verlieren. Trotzdem ist die Binge-Eating-Störung eine gefährliche Sache, denn wer unter dieser Störung leidet, der riskiert an krankhafter Fettsucht, der sogenannten Adipositas zu erkranken, was schwere gesundheitliche Folgen sowohl für den Körper als auch für die Seele haben kann.

    Worum handelt es sich bei der Binge-Eating-Störung?

    Menschen, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, haben Heißhungerattacken, die sie nicht mehr kontrollieren oder steuern können. Die Betroffenen können nicht mehr aufhören zu essen, ganz gleich, ob sie Hungergefühle haben oder nicht. Sie verlieren den Einfluss auf ihr Verhalten und essen unglaubliche Mengen und das in einem relativ kurzen Zeitrahmen. Aber nicht nur die gewaltige Menge an Kalorien gehört zu den Symptomen einer Binge-Eating-Störung, auch die Schuldgefühle und der Ekel vor sich selbst sind ein Teil dieser Krankheit. Bei den meisten Betroffenen treten die Heißhungerattacken mindestens einmal pro Woche auf, bei anderen dauert es aber bis zu einem Vierteljahr, bis sich eine neue Attacke ankündigt.

    Welche Ursachen gibt es?

    Bis heute gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, was eine Binge-Eating-Störung auslöst. Ärzte sind sich aber sicher, dass es mehrere Faktoren sind, die die krankhafte Störung auslösen können. Bei vielen Betroffenen liegt die Ursache schon in der Kindheit, denn sie waren schon als Kinder übergewichtig und mussten nicht selten mit Hänseleien von anderen Kindern leben. Die Reaktion auf diese Zurückweisung ist nicht selten übermäßiges Essen, und beim Erwachsenen bildet sich dann eine Binge-Eating-Störung. Die meisten Betroffenen leben in einer Art Teufelskreis. Auf der einen Seite leiden sie unter ihren Heißhungerattacken, auf der anderen Seite hilft ihnen das Essen über das fehlende Selbstwertgefühl hinweg zu kommen. Auch Menschen, die als impulsiv gelten, neigen zu unter einer Binge-Eating-Störung, denn sie handelt schnell und ohne lange über die möglichen Konsequenzen nachzudenken, was dem Krankheitsbild der Binge-Eating-Störung entspricht.

    Die Betroffenen leiden heimlich

    Experten schätzen, dass ca. zwei bis vier Prozent der Deutschen unter einer Binge-Eating-Störung leiden. Frauen sind von dieser speziellen Essstörung deutlich häufiger betroffen als Männer, die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher sein, denn viele Betroffene schämen sich, zu einem Arzt zu gehen. Da die Binge-Eating-Störung erst sehr spät als Krankheit eingestuft worden ist, gibt es bis heute kaum Studien, die über die genauen Ursachen der Störung Auskunft geben können. Der Prozess der Erkrankung ist schleichend und viele, die betroffen sind, können ihre Krankheit lange vor der Familie und den Freunden geheim halten. Anders als Bulimie oder Anorexie gibt es lange Zeit keine gravierenden Veränderungen, was das äußere Erscheinungsbild angeht und das macht es noch schwerer, die Krankheit zu diagnostizieren.

    Wie kann eine Binge-Eating-Störung behandelt werden?

    Kurzfristig lässt sich die krankhafte Essstörung meist sehr gut und problemlos behandeln, allerdings ist die Rückfallquote sehr groß. Gefährlich ist, dass bei jedem Rückfall in alte Verhaltensmuster die Wahrscheinlichkeit wächst, dass die Binge-Eating-Störung einen chronischen Verlauf nimmt. Im Schnitt so schätzen Experten, dauert die Erkrankung 14 Jahre, denn wenn die Betroffenen älter und reifer werden, dann sind sie eher in der Lage, ihre Situation zu hinterfragen und die Konsequenzen zu erkennen, und sie sind bereit, ihr Verhalten zu ändern.

    Wer von einer Binge-Eating-Störung betroffen ist, der sollte sich entweder an eine Selbsthilfegruppe wenden oder an einen Therapeuten und Spezialisten für Essstörungen wenden. Mithilfe einer gezielten Therapie bestehen gute Chancen, die Essstörung endgültig und auch ohne Rückfälle zu besiegen.

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  • Warum Frauen über 50 in ihre Gesundheit investieren sollten

    Warum Frauen über 50 in ihre Gesundheit investieren sollten

    Nach einer neuen Studie sind immer mehr Frauen, die die 50 hinter sich gelassen haben, bereit, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Sie haben erkannt, dass jedes Kilo mehr auf den Hüften das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, deutlich erhöhen kann und dass Zähneputzen die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, deutlich senken kann. Woher kommt dieser neue Gesundheitstrend? Vielleicht, weil Frauen mit 50 sich heute fühlen wie mit 30, vielleicht aber auch, weil sie im Schnitt rund fünf Jahre länger leben als die Herren der Schöpfung. Frauen achten mehr auf ihre Gesundheit und sie sind auch bereit, in eine gesunde Lebensform zu investieren.

    Die Zahlen steigen

    In Deutschland werden Frauen im Durchschnitt 83 Jahre alt, Männer sterben hingegen schon mit 78 Jahren. Durch den demografischen Wandel steigt die Zahl der Frauen, die über 50 Jahre alt sind, immer weiter an. In diesem Alter fangen besonders Frauen an, auf ihren Körper zu hören, denn die Menopause setzt ein und im Bekanntenkreis gibt die eine oder andere Freundin, die schon mit Krebs zu tun hatte. Frauen wird in der Mitte des Lebens bewusst, dass es Zeit wird, sich nicht mehr nur um die Familie und den Mann zu kümmern, sie möchten mehr an sich und ihre Gesundheit denken.

    Können wir 200 Jahre alt werden?

    Nicht nur Frauen können heute sehr alt werden. Forscher sind sich einig, dass es aus medizinischer Sicht kein Problem mehr darstellt, 200 Jahre alt zu werden. In Indonesien soll eine Frau gestorben sein, die angeblich 157 Jahre alt war, und in diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage: Warum ist das Leben immer noch limitiert? Das Leben birgt viele Risiken und das gilt besonders für Frauen um die 50. Sie leiden öfter unter Herz-/Kreislauferkrankungen, sie haben nicht selten Übergewicht und zu wenig Bewegung. Dazu kommen die großen Risikofaktoren wie Nikotin und Alkohol, aber auch Tabletten stellen für Frauen eine größere Suchtgefahr dar als für Männer. Zu wenig Schlaf und eine schlechte Bildung sorgen ebenfalls dafür, dass Frauen zumindest heute noch nicht in der Lage sind, ihren 200. Geburtstag zu feiern.

    Warum lohnt es sich, in die Gesundheit zu investieren?

    Frauen, die mit über 50 Jahren noch gesund, fit und begehrenswert sein wollen, müssen ein wenig investieren, aber die Geldanlage lohnt sich auf jeden Fall. Experten raten Frauen mit 50, sich mehr zu bewegen und mindestens vier Stunden pro Woche vielleicht in einem Fitnessstudio sportlich aktiv zu sein. Wer möchte, der sollte sich ruhig ein wenig Luxus gönnen, zum Beispiel durch einen persönlichen Trainer. Der Body-Mass-Index sollte nach Möglichkeit nicht über die magische Grenze von 25 steigen, denn ist der BMI über 30, dann wird es für die Gesundheit gefährlich.

    Auch die richtige Ernährung ist eine gute Basis, um ein hohes Alter zu erreichen. Besonders für Frauen um die 50 gilt: Sie sollten sich so gesund wie eben möglich ernähren, ideal ist eine Ernährung, die auf der mediterranen Küche basiert. Viel Fisch, wenig Fleisch, viel Gemüse, frisches Obst und nur erstklassiges Olivenöl sollten bei den Damen im mittleren Alter auf der Speisekarte stehen. Auch Geflügel sollte unbedingt ein fester Bestandteil der Ernährung sein, denn Geflügel ist eine hervorragende Quelle, wenn es um natürliches Eiweiß geht. Wöchentlich sollten zudem 30 Gramm Nüsse gegessen werden, denn Nüsse sind mehr als nur ein leckerer Snack, sie sind sehr gesund. Die aktuelle Studie aus Spanien hat ergeben, dass Frauen, die sich gesund ernähren, ihre Lebenserwartung um satte 30 % steigern können. Auch ausreichend Schlaf ist für Frauen, die die 50 überschritten haben, mehr als wichtig, denn neun Stunden Schlaf sind gesund und ein bewährtes Mittel gegen Falten.

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  • Kopfschmerztabletten können dauerhafte Schmerzen auslösen

    Kopfschmerztabletten können dauerhafte Schmerzen auslösen

    Viele Menschen nehmen Kopfschmerztabletten, aber nur die wenigsten wissen, dass eine Einnahme von Kopfschmerztabletten über einen längeren Zeitraum wieder Kopfschmerzen auslöst, die nicht selten stärker sind als die Schmerzen, gegen die das Mittel eingenommen wurde. Vor allem Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und auch Paracetamol sind dafür verantwortlich, wenn es zu dumpfen und drückenden Schmerzen im Kopf kommt. Besonders oft sind diejenigen betroffen, die unter Migräne leiden und daher viel und oft zu Kopfschmerztabletten greifen. Vor allem wenn spezielle Migräne Mittel eingenommen werden, dann kann es zu sehr schmerzhaften Attacken kommen.

    Eine Pause einlegen

    Die dauerhafte Einnahme von Migräne- oder Kopfschmerztabletten kann schnell zu einer Art Teufelskreis führen. Das Mittel wird genommen, wenn die Kopfschmerzen auftreten, aber nach relativ kurzer Zeit ist der Schmerz omnipräsent und es müssen mehr Tabletten eingenommen werden, immer in der Hoffnung, dass der Schmerz verschwindet. Das ist bei längerer Einnahme nicht mehr der Fall, denn die vermeintlichen Helfer entpuppen sich als diejenigen, die den Schmerz erst auslösen. Immer dann, wenn sich dauerhafte Schmerzen im Kopf einstellen, dann muss eine Pause eingelegt werden, die mindestens zwei Wochen dauern sollte. In etwa 80 % der Fälle geht es den Betroffenen dann deutlich besser und die Kopfschmerzen sind verschwunden.

    Ist das nicht der Fall, dann sollte ein Facharzt aufgesucht werden, der der Ursache der Kopfschmerzen auf den Grund geht und dann eine entsprechende Therapie einleitet.

    Kopfschmerztabletten richtig einnehmen

    Wer bei gelegentlichen Kopfschmerzen mal eine Tablette nimmt, der muss nicht befürchten, dass die Schmerzen durch die Einnahme schlimmer werden. Ohne Anweisung des Arztes sollten Kopfschmerztabletten und auch spezielle Mittel gegen Migräne jedoch nicht häufiger als zehnmal im Monat eingenommen werden. Auch wer länger als drei Tage hintereinander zur Kopfschmerztablette greift, der sollte sich nicht wundern, wenn der Schmerz nicht verschwindet, sondern im Gegenteil noch stärker wird.

    Einfache Mittel gegen Kopfschmerzen und Migräne

    Wer häufig Kopfschmerzen hat, der kann mit einfachen Mitteln dagegen ankämpfen. So kann es zum Beispiel helfen, regelmäßig mit dem Rad zu fahren, spazieren zu gehen oder ein- bis zweimal pro Woche zu schwimmen. Auch wenn die Migräne es zulässt, dann kann sportliche Betätigung hilfreich sein. Alle, die unter starken Migräneattacken leiden, sind gut beraten nicht nur sportlich aktiv zu werden, sondern auch ein Training zur Entspannung der Muskeln zu machen. Mit progressiver Muskelentspannung kann der Dauerkopfschmerz wirkungsvoll bekämpft werden.

    Migräne muss nicht zwangsläufig mit Medikamenten behandelt werden. Besonders dann, wenn sich nach der Einnahme der Medikamente keine dauerhafte Besserung gibt, sollten sich die Betroffenen für eine Alternative entscheiden. Akupunktur kann eine dieser Alternativen sein, denn Akupunktur wird von den meisten Patienten sehr gut vertragen und hat keine schädlichen Nebenwirkungen, wie das bei Medikamenten der Fall ist. Der Nachteil bei einer Akupunkturbehandlung ist aber, dass sie in den meisten Fällen aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Nur wenn die Migräneattacken so schlimm sind, dass sie das tägliche Leben nachhaltig beeinflussen, weil die Betroffenen zum Beispiel nicht mehr arbeiten gehen können, dann übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine alternative Behandlung. Auch Patienten, die keine starken Medikamente vertragen können, bekommen eine alternative Therapie von der Krankenkasse bezahlt.

    Kopfschmerzen und auch Migräne haben sich in den letzten Jahren zu einer Art Volkskrankheit entwickelt. Mittlerweile ist die Migräne die am häufigsten auftretende neurologische Erkrankung in Deutschland, an der bis zu 14 % der Frauen und 8 % der Männer leiden. Wer häufig Kopfschmerzen hat und wenn die Schmerzen trotz der Einnahme von Kopfschmerztabletten nicht verschwinden, dann ist ein Besuch beim Arzt zu empfehlen, um die Ursache der Schmerzen zu klären. Die Tabletten einfach weiter einzunehmen und zu hoffen, dass die Schmerzen dann verschwinden, kann ein Fehler sein.

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