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  • Gastritis – Chronische Magenschleimhautentzündung

    Gastritis – Chronische Magenschleimhautentzündung

    Unter einer chronischen Magenschleimhautentzündung, medizinisch auch chronische Gastritis genannt, versteht man eine Entzündung der Magenschleimhäute, die teils Jahre dauern kann, dabei aber über weite Strecken beschwerdefrei verläuft. Gastritis betrifft vor allem Erwachsene und hier ältere Menschen.

    Normalerweise ist die Magenschleimhaut gut durchblutet und wird durch einen Schutzfilm vor aggressiven Stoffen, darunter die Magensäure, aber auch über die Nahrung Aufgenommenes geschützt. Ihrerseits ist sie der Schutzfilm der Magenwand. Kommt es jedoch zu einer Schädigung dieser schützenden Schleimschicht, kann die darunterliegende Magenschleimhaut verletzt werden. Dann sind auch Säureattacken auf die Magenwand möglich. In der Folge kommt es zu einer Magenschleimhautentzündung, deren Symptome ähnlich deren eines nervösen Magens sind.

    Ursachen für eine Gastritis

    Die Ursachen für eine Erkrankung an Gastritis können unterschiedlicher Natur sein. Man geht davon aus, dass sie vor allem eine Folge des körperlichen Alterns ist, etwa durch veränderte Durchblutung oder einen Reflux, der auch muskuläre, nicht nur operative Gründe haben kann. Als externe Auslöser von Magenschleimhautentzündungen gelten beispielsweise übermäßiger Alkoholgenuss (kann auch für Kaffee, Tee und Nikotin gelten), Medikamente wie Kortison, Rheuma- oder Schmerzmittel sowie psychische Belastungen (Stress) und Operationen oder Verletzungen.

    Unterschieden werden, je nach Ursache und auch je nach betroffenem Magenteil, vor allem drei verschiedene Gastritis-Typen: Typ A ist eine Autoimmunerkrankung, was heißt, der Körper selbst greift die Schleimhaut des Magens an. Dies birgt, da die Zellstruktur betroffen ist, ein erhöhtes Krebsrisiko in sich. Bakterien dagegen, in den meisten Fällen der Helicobacter pylori, verursachen den Typ B. Rückfluss von Galle aus dem Zwölffingerdarm oder aber Medikamente gehören zu den Verursachern des Typs C.

    Symptomatik und Diagnostik

    Die Symptome einer chronischen Magenschleimhautentzündung treten dabei meist nur nach den Mahlzeiten auf und variieren, je nachdem wie stark die Magenwände schon angegriffen sind. Oft sind sie unspezifisch, da nicht immer gleichartig auftretend: Dazu gehören Druck- oder Völlegefühl (Blähungen), aber auch Magenschmerzen oder -krämpfe sind möglich. Unangenehmes Aufstoßen, plötzliche Übelkeit oder Erbrechen werden ebenfalls genannt.

    Eine belegte Zunge und etwaiger Mundgeruch sind ebenfalls denkbar. Je nach Schwere der vorgenannten Symptome sind auch Appetitlosigkeit und damit eine allgemeine Schwäche möglich. Zu Komplikationen kann es kommen, wenn sich aus der andauernden Magenschleimhautentzündung ein Magengeschwür entwickelt: Magenblutungen oder gar ein Magendurchbruch sind dann körperliche Alarmsignale, die durchaus auch plötzlich auftreten können.

    Die meisten Betroffenen mit chronischer Gastritis merken nämlich über lange Zeit nichts von ihrer Erkrankung, sie wird oft nur zufällig diagnostiziert. Probate Mittel sind die Magenspiegelung (Gastrokopie) und die Untersuchung (Biopsie) von Gewebeproben. Zellveränderungen oder der Nachweis des Helicobacter pylori sind so etwa möglich. Auch das Blutbild kann auf eine Magenschleimhautentzündung schließen lassen. Etwa, wenn eine durch Vitamin B12-Mangel verursachte Blutarmut festgestellt wird, die z. B. ein Zeichen für eine Gastritis Typ A sein kann.

    Therapie der Gastritis

    Therapeutische Ansätze zur Beschwerden-Linderung sind wie bei einer akuten Gastritis auch Schonkost, Wärme sowie der Verzicht auf Kaffee, Nikotin und Alkohol. Achtung bei verdorbenen Lebensmitteln. Auch Entspannungstechniken können helfen. Medikamentengaben sind jedoch abhängig vom Gastritis-Typ; bei Typ B etwa ist eine meist antibakterielle Therapie sinnvoll, bei Typ C kann die zusätzliche Einnahme eines pflanzlichen Arzneimittels die Nebenwirkungen eines die Magenschleimhaut angreifendes Medikamentes lindern.

    Die Behandlung einer chronischen Magenschleimhautentzündung bedarf einer ärztlichen Überwachung, meist mit Medikamenten sowie eventueller Nahrungsumstellung. Oft bleibt sie aber erst länger unbemerkt, da sie sich meist durch leichtere Beschwerden, wie Blähungen und Völlegefühl bemerkbar macht.
    Wärme oder Kälte bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung – was hilft besser?

    Neben den ärztlichen Empfehlungen können auch nicht-medikamentöse Behandlungen helfen eine Heilung zu unterstützen, wie z. B. eine Wärme- oder Kältetherapie. Doch welche ist bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung die richtige Maßnahme?

    Bei einer Kältebehandlung ziehen sich die Blutgefäße zusammen, sie fungiert abschwellend und lindert Entzündungen. Allerdings bleibt in diesem Falle die erwünschte krampflösende Wirkung aus. Weiterhin empfinden die Betroffenen in ihrer Situation eine Kühlung als unangenehm.

    Wird der obere Magenbereich von außen mit Wärme versorgt, erweitern sich die lokalen Blutgefäße und die Durchblutung verbessert sich. Neben dem Wohlfühleffekt einer Entkrampfung sowie einer Entspannung, wird der Stoffwechsel angeregt und die Bildung der Magenschleimhaut angetrieben. Der Verdauungstrakt wird aktiviert und Blähungen können entweichen. Auch Völlegefühl und Übelkeit lassen folglich nach.

    Wie man sich letztendlich mit Wärme behandelt, ob mit Bestrahlung durch Rotlicht, feucht-warmen Umschlägen, einer Wärmeflasche oder mit einem warmen Bad liegt ganz an den Bedürfnissen des Betroffenen.

    Bild: © Depositphotos.com / lofilolo

  • Ernährung und Nahrungsergänzungen für Sportler

    Ernährung und Nahrungsergänzungen für Sportler

    Zunächst ist es für alle Sportler wichtig, eine ausreichende Menge an Kohlenhydraten über die Nahrung aufzunehmen. Aus diesen bildet der Körper Glykogen, das den Muskeln Energie liefert. Auch die Nerven und das Gehirn decken ihren Energiebedarf fast ausschließlich durch Kohlenhydrate (Dextrose). Wird dem Körper eine zu geringe Menge an Kohlenhydraten zugeführt, leiden die Koordination und Konzentration darunter.

    Ausgeglichener Glykogenhaushalt

    Vor allem Hochleistungssportler sollten daher stets auf einen ausgeglichenen Glykogenhaushalt achten. Ein gut gefüllter Speicher spendet je nach Intensität und Dauer des Trainings für 1 bis 1,5 Stunden Energie. Um ausreichend große Vorräte anzulegen, empfiehlt es sich, täglich zwischen 50 und 60 Prozent der gesamten Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten aufzunehmen.

    Komplexe Kohlenhydrate, die vorwiegend in Brot, Reis, Teigwaren und Getreide sowie in Gemüse, Obst und Kartoffeln vorkommen, sind dabei besser als einfache Zucker (Fruchtzucker, Traubenzucker). Die Kohlenhydrate versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen, stellen kontinuierlich und langsam ihre Energie zur Verfügung und halten auch den Blutzuckerspiegel aufrecht.

    Proteine für Abwehr und Muskelaufbau

    Der menschliche Körper benötigt Proteine in seinem Abwehr- und Enzymsystem sowie zum Muskelaufbau. Eine tägliche Proteinaufnahme von 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht genügt für eine ausreichende Versorgung. Eine Kombination aus pflanzlichen und tierischem Eiweiß, zum Beispiel aus Milch, Kartoffeln, Getreide, Ei und Fisch ist empfehlenswert. Bei tierischen Eiweißlieferanten ist es ratsam, fettarme Produkte zu bevorzugen.

    Flüssigkeit und Mineralstoffe

    Der Verlust an Mineralstoffen beim Sport (über den Schweiß) ist zum Teil nicht unerheblich und muss regelmäßig ausgeglichen werden. Geeignet sind hierfür Mineralwasser, verdünnte Fruchtsäfte, fettarme Gemüsebrühe sowie Früchte- und Kräutertees. Gleichermaßen benötigen Sportler viel Eisen und Magnesium für einen optimalen Sauerstoff-Transport. Hier gibt es trotz ausreichender Flüssigkeitsaufnahme häufig einen Mangel. Durch eine Blutuntersuchung kann ein solcher Mangel nachgewiesen und mit einer ausgewogenen Ernährung wieder behoben werden.

    Pro Stunde können je nach Anstrengungsgrad und Art der sportlichen Betätigung zwischen einem und 1,5 Liter ausgeschwitzt werden. Der Körper holt sich zunächst die fehlende Flüssigkeit aus dem Gewebe und dem Blut zurück. Die Folge: Das Blut „dickt ein“. Dadurch fließt es langsamer, die Versorgung der Muskelzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff verschlechtert sich und damit steigt die Gefahr von Muskelzerrungen und -krämpfen. Bereits ein Flüssigkeitsverlust von zwei Prozent des Körpergewichts vermindert die Leistungsfähigkeit. In Einzelfällen kommt es zu Schwindel und Übelkeit oder sogar zum Kreislaufzusammenbruch.

    Tipp: Sportgetränke dürfen nicht zu kalt sein und sollten möglichst wenig Kohlensäure und Zucker enthalten. Koffeinhaltige und alkoholische Getränke sind ungeeignet. Prinzipiell sollte getrunken werden, bevor der Körper Durst signalisiert, in der Regel vor der sportlichen Betätigung. Während des Trainings ist es ratsam, immer wieder kleine Mengen Flüssigkeit aufzunehmen (je nach Trainingsdauer etwa alle 15 bis 30 Minuten).

    Zusätzliche Vitaminzufuhr

    Für Gelegenheitssportler ist eine zusätzliche Vitaminzufuhr in der Regel nicht notwendig, wenn sie sich ausgewogen und gesund ernähren. Bei Höchstleistungssportlern (Leistungssport) kann der Einsatz von entsprechenden Vitaminpräparaten sinnvoll sein. Dies ist im Einzelfall zu prüfen.

    Nahrungsergänzungen für Hochleistungssportler

    Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die in Form von Dragees, Kapseln, Kau-, Lutsch- oder Brausetabletten, Pulver, Granulat, Flocken oder Saft angeboten werden. Sie enthalten verschiedene Substanzen in konzentrierter Form, darunter

    • Ballaststoffe,
    • Mineralstoffe,
    • Vitamine,
    • essentielle Fettsäuren,
    • Spurenelemente sowie,
    • Eiweiße (Aminosäuren)

    Bei Hochleistungssportlern, die während des Trainings sehr viele Kalorien und Mineralstoffe verlieren und einen erhöhten Bedarf an den genannten Inhaltsstoffen haben, können Nahrungsergänzungen unterstützend wirken und sinnvoll sein. Die zusätzliche Gabe sollte möglichst mit einem Arzt abgestimmt werden, um Überdosierungen zu vermeiden. Gleichermaßen muss abgeklärt werden, ob eventuelle Allergien gegen die Inhaltsstoffe der Nahrungsergänzungen vorliegen.

    Bild: © Depositphotos.com / VadimPetrov

  • Chronische Nebenhöhlenentzündung

    Chronische Nebenhöhlenentzündung

    Unter chronischer Nebenhöhlenentzündung, im Fachjargon chronische Sinusitis genannt, fallen je nach genauem Entzündungsort die Stirnhöhlen- oder Kiefernhöhlenentzündung. Bei der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, die oft einige Monate anhalten kann, treten meist Symptome wie Fieber und Druckgefühl, sowie Kopf-, Gesichts- und Zahnschmerzen auf.

    In allen Fällen – ob Stirn- oder Kieferhöhlen – handelt es sich stets um Hohlräume im Knochen des Gesichtes, die den an sich kompakten Schädelknochen leichter machen. Sie liegen über der Nase oberhalb der Augenbrauen, zwischen Nase und innerem Augenwinkel (Siebbeinhöhlen) und zu beiden Seiten der Nase. Alle sind mit Schleimhäuten ausgekleidet, deren Absonderungen und Sekrete im Normalfall dafür sorgen, dass sich die Nebenhöhlen in einem gesunden Zustand befinden. Wird der Sekret-Abfluss jedoch – etwa bei einem Schnupfen – gestört, weil etwa die Nasenschleimhäute angeschwollen sind, so können sich in dem sonst gut ‚belüfteten‘ System Bakterien ansiedeln, die die empfindlichen Flimmerzellen der Schleimhäute angreifen. Es kommt zu schmerzhaften Entzündungen.

    Ursachen und Symptome der Sinusitis

    Die Ursachen dafür können unterschiedlichster Art sein, meist gehen der chronischen mehrere akute, nicht ausreichend ausgeheilte Nebenhöhlenentzündung voraus. Die Auslöser sind zumeist andere Atemwegsinfekte wie Allergien (Heuschnupfen) oder eine Erkältung mit verstopfter Nase. Auch körperliche, bis zur chronischen Sinusitis meist unentdeckte Dysfunktionen können Nebenhöhlenentzündungen begünstigen. Dazu zählen etwa eine verkrümmte Nasenscheidewand oder die so genannten Rachenmandeln (Polypen). Auch von Natur aus verengte Ausgänge der Nebenhöhlen können das empfindliche Gleichgewicht der dortigen Schleimhäute beeinträchtigen. Es soll auch vorkommen, dass entzündete Zahnwurzeln Auslöser der Sinusitis sind.

    Eine chronische Sinusitis ist gegeben, wenn die Symptome bei Erwachsenen länger als acht, bei Kindern über zwölf Wochen beobachtet werden können. Dazu zählen im akuten Krankheitsverlauf zunächst eine verstopfte Nase und daraus resultierende Atemprobleme. Es kommt zu vermehrten Ausfluss von Nasensekret, anfangs meist wässrig, mit fortschreitender Entzündung immer dickflüssiger. Im hochinfektiösen Zustand ist das Sekret gelbgrün. Der Geruchssinn leidet, auch der Geschmackssinn ist oft eingeschränkt. Zudem kann Fieber auftreten, das das Krankheitsgefühl und die Abgeschlagenheit noch verstärkt.

    Hinzu kommt, dass je nach Lokalisierung der Nebenhöhlenentzündung ein schmerzhaftes Druckgefühl über den Augen oder an den Wangenknochen auftritt. Es verstärkt sich bei Bewegung, besonders, wenn der Kopf vorgebeugt wird. Im Akutfall spielt sich dies innerhalb von etwa drei Tagen ab. Hat die Sinusitis jedoch chronische Züge angenommen, heilen die Schwellungen nicht richtig ab. Die Betroffenen haben ständig mit zähem Schnupfen zu tun, neigen zu verstopfter Nase.

    Der Druck im Gesicht ist latent gegenwärtig. So setzt sich der Kreislauf der Nebenhöhlenentzündung fort, da der Schleim ein dauerhafter Nährboden für neue Bakterienangriffe (meist Pneumokokken oder Streptokokken) ist. Das kann im schlimmsten Fall sogar zu weiteren Komplikationen führen, z. B. Augenentzündungen.

    Diagnostik und Therapie

    Eine Untersuchung des Nasengangs bietet meist erste Erkenntnisse, auch können Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen den Umfang der Sinusitis gut darstellen – und Veränderungen im Laufe der Therapie aufzeigen.

    Während bei schweren akuten Fällen die Einnahme von Antibiotika oft unumgänglich ist, um die bakterielle Entzündung einzudämmen, sind bei einer chronifizierten Nebenhöhlenentzündung meist andere Ansätze sinnvoll. Hier wie dort sind abschwellende Nasentropfen nützlich, doch nur begrenzt einsetzbar. Zur Langzeittherapie empfehlen sich Meersalzsprays und Inhalationen mit Salzwasser.

    Auch regelmäßige Nasenduschen mit Kochsalzlösungen sind praktikabel. Kräutertees können chronischen Sinusitis-Patienten ebenfalls Linderung verschaffen, zumal, wenn deren warme Dämpfe eingeatmet werden. Ganz wichtig – die richtige Nasenputztechnik: Immer nur einseitig Schnauben.

    Man selbst kann neben der Einnahme von Medikamenten und den anderen beschriebenen Maßnahmen allerdings auch einiges tun, um die chronische Sinusitis zu behandeln oder ihr sogar vorzubeugen:

    • Viel Wasser und ungesüßten Kräutertee trinken. Dies hilft dabei, den Schleim abzulösen, der bei der Entzündung der Schleimhäute entsteht.
    • Auch Inhalieren mit ätherischen Ölen in ruhigen und langsamen Atemzügen wirkt beruhigend und befreiend auf die Nasennebenhöhlen.
    • Ein weiteres viel eingesetztes Hilfsmittel ist die Nasenspülung, bzw. Nasendusche. Diese kann man täglich und auch vorbeugend anwenden, damit die Entzündung gar nicht erst entstehen kann.
    • Zur Vorbeugung gilt es, dem Körper regelmäßig frische Luft zu gönnen und ihn mit Sport fit zu halten.

    Lediglich in Ausnahmefällen ist übrigens eine Operation die Lösung; etwa, wenn eine krumme Nasenscheidewand die Nebenhöhlenausgänge dauerhaft behindert. Dauert die chronische Nasennebenhöhlenentzündung bereits viele Monate an, ist eine Operation der Nasennebenhöhlen in einigen Fällen unumgänglich. Hierbei wird die Nasenscheidewand begradigt und der Schleim kann besser abfließen.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Was ist ein Schlaganfall?

    Was ist ein Schlaganfall?

    Ein Schlaganfall, oftmals auch Gehirnschlag genannt, ist kurz gesagt, entweder eine Minderdurchblutung z. B. durch einen Gefäßverschluss (ischämischer Infarkt) oder aber eine Blutung (hämorrhagischer Infarkt) im Gehirn. Manchmal verstopft ein Blutpfropf die Hirn versorgenden Arterien.

    Durch eine Mangelversorgung von Sauerstoff und Blut ist eine anhaltende Störung des Nervenzentralsystems die Folge. Möglich sind auch irreparable Schäden. Bei Anzeichen eines Schlaganfalls ist daher sofortige Hilfe notwendig, um Schlimmeres zu verhindern Idealerweise trifft die Unterstützung innerhalb der ersten 30 bis 60 Minuten ein. Der Patient sollte dann so schnell wie möglich auf eine Schlaganfall-Station bzw. Stroke Unit, die viele größeren Krankenhäuser vorhalten. Das Team dort ist auf die speziellen Erfordernisse im Rahmen des Schlaganfalls bestens vorbereitet.

    Medizinisch wird ein Schlaganfall übrigens als Apoplex bezeichnet. Aber auch die Begriffe apoplektischer Insult oder Ischämie (Vorstufe zum Schlaganfall) sind gebräuchlich.

    Anzeichen für einen Schlaganfall:

    • Orientierungsstörungen
    • Schluckstörungen
    • Kopfschmerzen
    • Taubheitsgefühl
    • Sehstörungen
    • fehlende Wahrnehmung von Umwelt und Körper
    • Schwindel, Übelkeit bis hin zum Erbrechen
    • Gangstörung sowie Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen
    • Verwirrtheit
    • Wortfindungsstörungen
    • Sprach-, Schrift- oder Verständnisstörung
    • Lähmung oder Schwäche im Gesicht, in einem Arm, Bein oder in einer ganzen Körperhälfte
    • hängender Mundwinkel

    Ursachen für einen Schlaganfall

    Die Ursachen sind, wie die Symptome, sehr vielfältig und können beispielsweise folgende sein:

    • arterielle Embolien (z. B. durch ein Blutgerinnsel)
    • Subarachnoidalblutung, sub- und/oder epidurale Hämatome (Einblutungen im Gehirn, „blaue Flecken“)
    • Thrombosen der venösen Abflussgefäße (Gefäßverschlüsse mit Gerinnselgefahr)
    • Spontanblutungen (z. B. durch gestörte Blutgerinnung)
    • Gefäßverengung (z. B. durch Gefäßverkrampfungen)
    • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)

    Was tun bei einem akuten Schlaganfall

    Bei einem nur geringsten Anzeichen das auf einen Schlaganfall deutet, ist unverzüglich ein Arzt hinzuzuziehen. Am besten wird gleich der Rettungswagen unter 112 angerufen. Beim Hinweis auf einen Insult wird wahrscheinlich gleich der Notarzt mit anreisen. Die Zeitspanne, auch „Time-to-needle“ genannt, beträgt 4,5 Stunden, um mit der Behandlung zu beginnen und um Schlimmeres verhindern zu können.

    Bis der Arzt eintrifft, sollte der Erkrankte definitiv keiner körperlichen Belastung ausgesetzt werden und zudem sollte der Oberkörper hoch gelagert sein. Der Erkrankte sollte zudem auch nichts trinken und auch nichts essen, da die Gefahr besteht, dass das Gehirn den Schluckvorgang nicht mehr richtig steuern kann und somit Erstickungsgefahr droht.

    Im Krankenhaus werden dann verschiedene Untersuchungen durchgeführt um die Diagnostik korrekt abzuschließen und es wird auch sofort mit einer medikamentösen Therapie begonnen.

    Vorbeugung

    Wie bei jeder Krankheit kann man natürlich auch einen Schlaganfall vorbeugen. Hierbei ist eine gesunde Lebensweise ausschlaggebend. Ein normaler Blutdruck sollte gehalten werden und stets ist Obacht auf die Blutzuckerwerte zu geben. Zudem ist es ratsam auf Nikotin zu verzichten. Übergewicht spielt für einen Schlaganfall ebenso eine große Rolle wie auch der Cholesterinhaushalt. Es gilt also Übergewicht zu vermeiden und den Cholesterinhaushalt ausgeglichen zu halten. Natürlich ist auch körperliche Aktivität ratsam, denn Bewegung wirkt sich positiv auf den Insulinwert und den Kreislauf aus. Mit Nordic Walking und anderen Sportarten im moderaten Ausdauerbereich werden Herz und Blutkreislauf sowie das Immunsystem gestärkt. Der Stoffwechsel wird ebenfalls positiv beeinflusst. Viel trinken (Tee, Mineralwasser, Saft) hilft dabei, das Blut dünnflüssig zu halten, was nicht nur optimal für den Blutdruck ist, sondern auch ein Verklumpen verhindert. Alleine ein geregelter Blutdruck senkt das Schlaganfallrisiko um rund 60 %.

    Rehabilitation

    Nach einem Schlaganfall ist oftmals nichts mehr, wie es zuvor war. Vieles muss neu erlernt werden, sodass es meist nach dem Krankenhausaufenthalt zur Reha geht. Hier wird vor allem die Körperwahrnehmung gefördert und im besten Falle vollständig rehabilitiert.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Chronische Blasenentzündung

    Chronische Blasenentzündung

    Unter einer chronischen Blasenentzündung, auch chronische Zystitis genannt, leiden weitaus mehr Frauen als Männer. Der Grund: ihr Harnleiter ist kürzer. Außerdem liegt die Öffnung der Harnröhre näher am After. So können Krankheitserreger leichter bis in die Harnblase vordringen und dort zu einer Entzündung des Organs führen, denn oftmals handelt es sich bei einer Blasenentzündung originär um eine „Schmierinfektion“.

    Ursachen und Risikofaktoren für eine Zystitis

    Die Nähe zu After oder Stuhl begünstigt bei Frauen eine so genannte aufsteigende Infektion. Als deren häufigste Ursache gelten Darmbakterien namens Escherichia coli, ein an sich harmloser und natürlicher Bestandteil der Darmflora. Aber auch Mykoplasmen, Hefen, Chlamydien, Pilze, Viren und chemische oder mechanische Reize können eine Blasentzündung auslösen. Wird diese nicht richtig ausgeheilt, kann sie chronisch werden.

    Denn für eine Chronifizierung des Harnweginfekts sorgen eine Vielzahl an Risikofaktoren: falsche Intimhygiene sind da ebenso zu nennen wie Harnabflussstörungen durch Blasensteine oder – bei Männern – Prostatabeschwerden, weswegen die Blase nie ganz gelehrt wird und somit Keime und Bakterien nicht komplett ausgeschieden werden können. Zystitis-gefährdet sind auch Patienten, die mit Antibiotika behandelt werden oder denen aus gesundheitlichen Gründen ein Blasen-Katheder gelegt wurde. Auch Stress und Stoffwechselerkrankungen wie Zucker oder Gicht, ja selbst eine Schwangerschaft können eine chronische Blasenentzündung begünstigen. Und: Wer sich verkühlt, kann nicht nur eine Erkältung, sondern auch eine Zystitis bekommen, vor allem wenn eine Abwehrschwäche – etwa durch eine Vorerkrankung – vorliegt.

    Symptomatik bei einer Blasenentzündung

    Die Symptome sind klassischerweise ein unangenehmes, starkes Brennen beim Wasserlassen, Blasenschwäche und schmerzhafte Krämpfe im Unterbauch gepaart mit häufigem Harndrang, bei dem aber nur geringe Mengen Urin ausgeschieden werden. Je nach Grad der Blasenentzündung ist der Urin trüb bis übel riechend, was auf die bakteriellen Erreger zurückzuführen ist. In seltenen Fällen findet sich auch Blut im Urin. Wenn die Entzündung auch auf die Nieren oder Prostata übergreift, können noch als weitere Beschwerden Fieber, Schüttelfrost und Rückenschmerzen hinzukommen. Als Komplikation kann dann on top eine Nierenbeckenentzündung ausgelöst werden. Ein Nierenversagen oder eine Blutvergiftung sind glücklicherweise äußerst selten, da die Behandlung heute rechtzeitig wirksam einsetzt.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Blasenentzündungen sind äußerst unangenehm und im schlimmsten Fall stets wiederkehrend. Aufgrund der in den meisten Fällen zugrunde liegenden Infektion mit E. coli Bakterien ist der landläufige Therapieansatz eine Antibiotika-Kur, um den Bakterien den Garaus zu machen. Bevor man zur antibiotischen „Keule“ greift, sollte man es mit Hausmitteln versuchen. Richtiges und regelmäßiges Trinken, mindestens zwei Liter pro Tag gelten als reichliche Flüssigkeitszufuhr zwecks ‚Spülung‘ der Blase. Durch die Flüssigkeit werden die Erreger leichter ausgeschwemmt. Alkoholische Getränke und Kaffee sollten gemieden werden. Statt dessen sollte viel entzündungshemmender und harntreibender Kräutertee getrunken werden

    Außerdem ist eine regelmäßige Blasenentleerung wichtig, auch wenn der Betroffene letzteres aus Schmerzgründen gern hinauszögern möchte. Gegen die Krämpfe bei einer Zystitis empfiehlt sich lokale Wärme in Form einer Wärmflasche oder eines Wärmekissens.

    Eine vitaminreiche Ernährung stärkt die Abwehrkräfte, so dass die Blasenentzündung möglichst nicht erst chronische Ausmaße annimmt. Falls mit Hausmitteln binnen zwei bis drei Tage keine Besserung eintritt, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Wichtig ist, dass die verschriebenen Antibiotika trotz rasch abklingender Beschwerden ausreichend lange eingenommen werden, da die Blasenentzündung ansonsten schnell zurückkehrt.

    Die Behandlung einer chronischen Zystitis unterscheidet sich damit grundsätzlich nicht groß von der einer akuten Infektion. Bei rezidivierenden, also immer wiederkehrenden Harnweginfekten sollte jedoch der Prophylaxe Beachtung geschenkt werden, damit daraus nicht eine chronische Blasenentzündung wird. Es sollten daher auch die Intimpflege (Stichwort Wischtechnik: von vorn nach hinten, niemals umgekehrt!) wie auch Maßnahmen beim Sexualverkehr angesprochen werden, denn sexuell aktivere Frauen sind erfahrungsgemäß häufiger betroffen (Stichwort Honeymoon-Zystitis).

    Vorbeugend soll übrigens auch Cranberry-Saft wirken. Cranberrys enthalten nämlich Wirkstoffe, die verhindern können, dass sich die Bakterien in den Schleimhäuten einnisten und Entzündung auslösen. Auch die natürliche Aminosäure L-Methionin wird in Sachen Vorbeugung oft genannt, bei Frauen in den Wechseljahren können Östrogene Abhilfe schaffen

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  • Kältereize und Bewegung

    Kältereize und Bewegung

    Wenn aus der Bewegung Schmerz wird

    Ein Training des Wärmeregulationssystems härtet den Körper ab und schützt ihn vor den Unbilden des Wetters. Zudem kann es die überempfindlichen Schmerzrezeptoren wetterfühliger Menschen wieder desensibilisieren. Regelmäßige Kaltwasseranwendungen nach Kneipp, Wechselduschen und Saunabesuche bringen die Abwehrkräfte und das Herz-Kreislauf-System in Schwung. Für Arthrose-Patienten ist jedoch Vorsicht geboten. Ihre Gelenke sind geschädigt, so dass die Abhärtung behutsam und dosiert erfolgen muss.

    Ein sanftes körperliches Ausdauertraining verstärkt den Effekt. Bewegung ist für Arthrose-Patienten besonders wichtig: Jeder Schritt regt die Bildung von Gelenkschmiere an und bewirkt, dass diese sich besser verteilt. Das bremst den Knorpelverschleiß. Doch auch hier gilt es, Maß zu halten und sich zwar möglichst viel draußen zu bewegen, die Gelenke dabei aber nicht zu überlasten. Ideal sind Spaziergänge, Nordic-Walking, Ski-Langlauf und Gymnastik. Damit die Kälte erst gar nicht „in die Knochen kriecht“, tragen Sie dabei unbedingt warme Winterkleidung.

    Wärme ist ohnehin das A und O für empfindliche Gelenke. Daher müssen auch die Wohnräume von Arthrose-Patienten angenehm temperiert sein. Wer Gelenkprobleme hat, sollte seine Wohnung stets gut heizen und trocken halten. Versagt die Heizung, hilft dicke Kleidung – oder die Flucht in südliche Länder. Ein Urlaub dort entlastet schmerzgeplagte Menschen. Ein Umzug in mildere Klimazonen dagegen will gut überlegt sein. Denn: Der Körper gewöhnt sich rasch an die neuen Bedingungen und die alten Probleme treten erneut auf.

     

    Dauerhaft ausweichen kann man den Sprüngen zwischen Hochs und Tiefs, Kälte und Wärme also nicht. Und sollten bei extremen Kälteeinbrüchen die erwähnten Maßnahmen nicht helfen, bleibt immer noch die herkömmliche symptomatische Behandlung mittels Wärme- und Schmerztherapie.

    Unterstützung aus der Apotheke

    Chemische Wirkstoffe wie Diclofenac, Ibuprofen oder Proxicam in Salben und Gels lindern Schmerzen und hemmen Entzündungen. Rezeptfreie Schmerzmittel zum Einnehmen enthalten Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac in niedriger Dosis.

    Pflanzliche Auszüge aus Teufelskralle, Brennnessel, Weidenrinde, Pappel und Goldrute sind ebenfalls zur Hemmung von Schmerzen und Entzündungen gedacht und stehen als Präparate zum Einnehmen zur Verfügung. Für äußerliche Anwendungen eignen sich Salben, Pflaster sowie Badezusätze mit Beinwell, Arnika, Capsaicin oder ätherischen Ölen aus Latschenkiefer, Wacholder oder Rosmarin. Sie fördern die Durchblutung.

    Heiße Kompressen und Umschläge lindern ebenfalls Schmerzen; ebenso warme Bäder mit ätherischen Ölen. Angorawäsche hilft, die Gelenke warm zu halten.

    Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Glucosamin, Chondroitinsulfat, Kollagenhydrolysat, Gelatine, Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren sollen den Abbau des